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Vadim berichtet über die Ereignisse des Jahres 2013:   Teil 23  -  Kapitel 11-17

      Kapitel     -11-   -12-  
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Kapitel  11

1. Aus dem Sonntagstreffen mit dem Lehrer am ersten September im Tal der Verschmelzung.
2. „Guten Tag, Lehrer. Im Mai des nächsten Jahres wird die Schule der Gemeinschaft überprüft werden, die Kenntnisse der Absolventen werden geprüft. Meine Klasse wird die Abgangsklasse sein (die elfte). Wenn ich die Schule verlasse, dann werden die übrig gebliebenen Schüler es eher nicht schaffen, und die Schule wird das Recht verlieren, Kinder zu unterrichten. Ist es richtig, wenn ich weiterhin in der Schule bleibe, obwohl ich sie verlassen möchte, um mehr Zeit für Handarbeiten und für die Weiterbildung im Musikbereich zu haben?“
3. „Ich habe die Frage nicht ganz verstanden.“
4. „Ich möchte von der Schule gehen, um mich mit Handarbeit und Musik zu beschäftigen. Aber wenn ich die Schule verlasse, kann es sein, dass die Schule geschlossen wird.“
5. „Und warum?“
6. „Weil die Kenntnisse überprüft werden müssen, aber in der Schule gibt es sehr wenige Schüler mit guten Kenntnissen.“
7. „Aber Ich verstehe nicht, warum deinetwegen der Schulbetrieb geschlossen wird?“
8. „Weil die Pädagogen meinen, dass ich gute Kenntnisse habe. Man rechnet mit mir, damit die Überprüfung gut über die Bühne geht.“
9. „Die Überprüfung ist eine Formalität, ist keine ernste Angelegenheit. Denn in Wirklichkeit ist alles, was ringsum besteht, so, wie es ist. Und dir schlägt man eine Bedingung vor – an etwas teilzunehmen, wo man den Anschein dessen schafft, was es nicht gibt. Aber dies ist schon ein Spiel, das keinen Bezug zur Wahrheit hat.
10. Deine eigene Wahl bestimmt dein Leben. Dein Leben hängt davon ab. Nicht irgend etwas Bequemes, irgendetwas Kollektives, sondern dein Leben. Das ist bei weitem wertvoller, als einfach irgendeine Bequemlichkeit, selbst wenn es eine Million Menschen betrifft. Wenn sich aber ihr Leben beginnt zu entscheiden, dann ist das schon eine andere Sache. Aber in diesem Fall geht es um das Bequeme. Und in diesem Fall überwiegt dein Leben.
11. „Also wähle so, wie du es selber fühlst, wie du es siehst. Damit dies nicht deinem inneren Elan, deiner Entscheidung, den Werten, die du im Innern hast und die du schätzt, widerspricht. Vor allem muss man sich davon leiten lassen.“

12. „Seit der ersten Klasse lerne ich Klavier spielen. Der Pädagoge hat mich gefragt, ob ich vorhabe, in die Musikschule einzutreten. Ich verstehe es so, dass es in der Gemeinschaft Menschen geben soll, die fähig sind, Kindern Musik beizubringen, aber mich verwirrt dabei etwas: ist es richtig für ein Mädchen, einen schöpferischen Beruf zu erlernen, wo es doch die Vorbestimmung der Frau ist, dem Mann zu dienen?“
13. Mit dem Schöpferischen kann man sich beschäftigen, umso mehr, wenn du es als wahrscheinlich einschätzt, Kindern etwas beibringen zu können, dass du so etwas kannst.
14. Also, es stellt sich nicht so eine Aufgabe, dass nur Männer Kinder unterrichten können. So stellt sich die Frage nicht. Wenn eine Frau irgendein künstlerisches Gebiet beherrscht und dies Kindern beibringen kann, dann gut, dies kann durchaus stattfinden. Also dies ist möglich.
15. Eine andere Sache ist es, dass dies mit einigen Schwierigkeiten, die sich letztendlich in deinem Familienleben zeigen können, verbunden sein kann. Hier muss man einfach zu einigen Schwierigkeiten in diesem Bereich bereit sein. Die Kunst verlangt sehr viel Aufmerksamkeit, und, indem sich die Frau von der Kunst mitreißen lässt, widmet sie dem Bereich weniger ihre Aufmerksamkeit, zu dem sie vor allem berufen ist – zu betreuen, mit ihrem Wesen zu veredeln.
16. Darum ist eine kreative Frau für eine Familie etwas sehr Spezifisches. Und hier hängt schon alles davon ab, was für ein Mann an ihrer Seite erscheint, wie er eben diese Eigenschaft der Frau wertschätzt, und ob er einverstanden ist, sie im Haushalt, im Haus, in der Familie – in dem Moment, wo sie begeistert  musiziert und daraufhin Kinder unterrichten geht – gewissermaßen zu ersetzen.
17. Also diese Wahrscheinlichkeit an Schwierigkeiten erhöht sich. Die Männer... sie sind ja auch nicht gerade kleine Egoisten. Sie wünschen Aufmerksamkeit... wünschen, dass alles für sie da ist, dass ihnen alles rechtzeitig geboten wird. Und wie kann man hier, Musik spielend, noch rechtzeitig etwas anbieten? Dies kann Schwierigkeiten ergeben.
18. Wenn er verständnisvoll ist und ein auf normale Weise Liebender ist, dann dürfte sich solch eine Schwierigkeit sozusagen nicht ergeben. Aber nur dann, wenn er ein normal Liebender ist. Aber das ist schon ein nicht kleines Problem. Das können bei weitem nicht alle.“

19. „Lehrer, was soll ich tun, wenn ich in einer schwierigen Situation so einen egoistischen Zustand habe, dass ich mir weder Gott, noch Dich vorstellen kann, obwohl ich das möchte?“
20. „Dich bemühen. Die Hauptsache ist, sich zu bemühen.
21. Doch wenn du fällst, ist es wichtig, dich zu bemühen zu erheben. Nicht unbedingt sofort auf den Beinen zu sein: erst dachtest du – sofort stehst du wieder. Nein, du beginnst, dich zu bemühen aufzustehen. Das heißt, du stützt dich mit den Händen, du bemühst dich irgendwie, dich zu erheben. Aber du bist nicht sofort auf den Beinen. Und dieser Verlauf des Bemühens ist sehr wichtig.
22. Man kann ein anderes Beispiel anführen. Wenn du stark sein willst und du probierst an der Reckstange dich hochzuziehen, so wirst du dich doch nicht sofort viele Male hochziehen können. Aber wenn du dich anstrengst (sei es ein wenig, aber du bemühst dich; mag es dir nicht gelingen, aber du bemühst dich weiterhin, du strengst deine Kräfte an), dann kannst du dies Stück für Stück überwinden und kannst jedes Mal immer mehr Klimmzüge schaffen. So gerade verläuft das Trainieren. Und der Mensch wird stärker.
23. So muss man das auch hier verstehen – die Bemühung. Du musst dich bemühen, es richtig zu machen. Mag es dir nicht sofort gelingen, aber bemühe dich beständig. Und es wird dir allmählich immer mehr gelingen. Die Hauptsache – du bemühst dich, gerade darin selbst besteht der Hauptwert.
24. Also erschrecke dich nicht, wenn etwas nicht sofort klappt. Versuche es.“

25. „Die Frage ist von einem fünfzehnjährigen Mädchen. „Nach Deiner Antwort über das feinere Verhalten der Jungs gegenüber Mädchen habe ich angefangen zu bemerken, dass einige Witze, die ich sonst als normal wahrgenommen hatte, anfingen, mir etwas grob vorzukommen. Handelt es sich in diesem Fall um die Verfeinerung, dass ich mich auf die entstandene Vorstellung stütze, nicht aber auf die Empfindung?“
26. „Wenn dir die Witze schon etwas grob vorkommen, so sollst du deine Aufmerksamkeit darauf richten und darum bitten, nicht mehr solche Witze zu machen.“

27. „Danke. Hier die Frage von einem vierzehnjährigen Mädchen: „Meine Freunde bitten mich oft, dass ich ihnen helfe, mit ihren Problemen klarzukommen. Ich spüre, dass ich richtige Handlungen fühle. Kann ich meinen Gefühlen trauen und den Freunden Hinweise geben? Ist nicht meine Zuversicht in die Fehlerlosigkeit meines Verständnisses eine Erscheinung unangemessener Selbstsicherheit?“
28. „Hinweise kann man in diesem Fall geben. Wichtig ist in diesem Fall, dass sie nicht vergisst, dass sie sich natürlich irren kann. Aber sie würde das in diesem Moment so fühlen. Vielleicht kann sie das irgendwie nicht begründen, worauf sie hinweist, aber sie teilt mit ihnen ihr momentanes Verständnis davon, ihre Empfindungen.
29. Das heißt, sie darf nicht die Rolle des Lehrers einnehmen, sondern die Rolle eines Kameraden, der in diesem Moment seine Meinung äußert. Das ist normal.
30. Darum sollen diejenigen, die ihr zuhören, auch begreifen, dass alles, auf was sie hinweist, ihre persönliche innere Erfahrung ist, die richtig als auch irgendwie fehlerhaft sein kann. Aber sie sieht das in diesem Moment als richtig an. Und hier entscheiden sie selbst, ob sie diesem Hinweis folgen oder nicht. Das heißt, sie dürfen von dem Hinweis nicht abhängig sein.“

31. „Danke. Noch eine Frage von einem vierzehnjährigen Mädchen: „Wenn bei der Liturgie Psalmen erklingen, die wir beim Abschied von Verstorbenen gesungen haben, so sinke ich in Emotionen und Schmerz, was mit den Ereignissen jenes Tages verbunden ist, Tränen kommen, ich kann mich nicht auf die Bilder der Psalmen konzentrieren, obwohl mir die Psalmen selbst gefallen. Ist es richtig, mit Überwindung weiterzusingen? Was soll ich tun, um nicht in diese Gemütsbewegungen einzutauchen?“
32. „Das eigene Verhalten umgestalten. Psalmen sind nicht dazu da, um die Seele, die sich vom Körper trennt, irgendwie, irgendwohin in eine andere Welt zu begleiten. Alle Psalmen sind doch darauf gestimmt, Gott zu preisen. Oder beinhaltet der Psalm bei euch andere Worte?“
33. „Das Preisen Gottes.“
34. „Und wenn es sich um die Lobpreisung Gottes handelt, dann ist es nicht wichtig, wo die Psalmen gesungen werden, an welcher Stelle. Das heißt, sie sind immer der Lobpreis an Gott. Und dies ist in diesem Fall einfach eine psychologische Bedingtheit, die sich bei dem Menschen festgesetzt hat, und die vorläufig noch nicht weggeschafft wurde. Aber man muss sie beseitigen. Vor allem ist dies der Lobpreis Gott gegenüber, nicht aber ein Abschiednehmen von irgendwem irgendwohin.“

35. „Danke. Noch eine Frage von einem dreizehnjährigen Mädchen: Meine Liebe ist einseitig. Ich weiß, dass sie dafür da ist, um zu lernen, nicht für sich zu lieben. Aber ich kann diese Situation nicht annehmen. Vergröbert dieses Nicht-Annehmen meine Gefühlswelt?“
36. „Man muss sich bemühen, dem Negativen, das sich im Innern formt, der Unzufriedenheit mit sich selbst, mit den eigenen Gefühlen, keine Aufmerksamkeit zu schenken. Darauf braucht man keine Aufmerksamkeit richten und zudem noch zusätzliche Gedanken drumherum flechten.
37. Es ist notwendig, dies achten zu lernen. Wenn man schon dieses Verständnis hat, so muss man dem gegenüber schon Achtung bewahren, das heißt, irgendein positives Verhalten, das man imstande ist zu bestimmen, es ist notwendig, sich zu bemühen, sich daran zu halten.
38. Wiederum ist hier das Wort “sich bemühen“ wichtig. Also versuchen, alle Kräfte anzustrengen, damit sich gerade ein positives Verhalten dazu einstellt, nicht aber ein negatives und nicht diese Erscheinung der einseitigen Liebe in sich verurteilen.
39. Und so wird allmählich die geistige Kraft erworben, und die inneren Eigenschaften werden sich ändern. Dann kann die Notwendigkeit dieser Prüfung auch verschwinden. Oder, wenn sie noch nicht verschwindet, und wenn sie sich noch einmal zeigt, wird sie irgendwelche neue Schattierungen enthalten, die das Mädchen wiederum sehen können muss und durch ihre Bemühung ändern muss. Aber das Negative muss man besiegen. Damit es auf keinen Fall vorhanden bleibt.“

40. „Lehrer, die Frage ist von einem Bruder: „War es zulässig, die Bitte meiner Frau, den Fernseher auszuschalten, nicht zu erfüllen (sie wollte schlafen), da ich in diesem Moment krank war und fühlte, dass, wenn ich mir meinen Lieblingsfilm ansehe, so wird sich dies auf meinen allgemeinen Zustand wohltuend auswirken?“
41. „ Ein kranker Mensch braucht, einfach gesagt, überhaupt nicht fernsehen. Das ist kein richtiges Empfinden. Fernsehen – bedeutet Anspannung. Irgendein Leben, irgendwelche Erscheinungen zu beobachten, bringt zusätzliche Gemütsbewegungen mit sich. Dass der Mensch fernsieht, schafft für die Wahrnehmung eine zusätzliche Belastung, für sein Sehvermögen, sein Gehirn. Das heißt, dies ist in Wirklichkeit eine zusätzliche Belastung, sie entspannt nicht.
42. Fernzusehen – ist immer eine Belastung. Dies kann einfach unterschiedliche Emotionen verschaffen, irgendwelche Interessen befriedigen (abhängig davon, was ein Mensch finden will), aber in jedem Fall ist es eine Belastung, das gehört nicht zu irgendeinem Relaxen oder zur Entspannung.
43. Darum ist seine Meinung nicht richtig. Und andererseits  gibt es – die Fürsorge für einen anderen Menschen (selbst wenn du krank bist). Wenn der Nächste Hilfe braucht, muss man sich bemühen, sie dem anderen gegenüber zu leisten, ohne dabei an sich zu denken (dass du deines sozusagen mehr brauchst). Also, zwei Fehler von seiner Seite.“

44. „Handle ich richtig, wenn ich  - ungeachtet dessen, dass die schwere Körperarbeit für mich ungesund ist – mich mit Holzbeschaffung beschäftige, wobei ich denke, dass dies eine notwendige und wichtige Arbeit für die Einige-Familie ist, sodass ich dies für wichtiger halte, als meine eigene Gesundheit?“
45. „Hier muss man schon individuell auf die Umstände achten, inwieweit groß die Not bei den anderen ist, damit der Mensch seine Gesundheit zum Wohle der Mitmenschen opfert. Wie groß die Not in diesem Fall ist, damit gerade er dies übernimmt, wo kein anderer dieses Problem lösen kann.
46. Das muss man schon umfassend, tiefer betrachten. Wenn dies seine Gesundheit beeinträchtigt, muss die Familie die Verantwortung für ihn weiter tragen. Das heißt, gewissermaßen ist es auch gut, dass er opfert, aber gleichzeitig trägt er zu der Wahrscheinlichkeit bei, dass ihn dann die ganze Einige-Familie betreuen muss und ihm Aufmerksamkeit schenken muss.
47. Das ist normal, aber jedoch die Herangehensweise... Man muss schon sehen, inwieweit dies in diesem Fall als das Günstigste und wirklich Gerechtfertigte anzusehen ist. Das heißt, hier muss man mehr als eine einzige Frage stellen.“

48. „Lehrer, als ich zugestimmt habe, Liturgie-Gewänder für den Kindergarten zu stricken, und dies meiner Meinung nach den Haushalt nicht beeinträchtigt, meinte mein Mann aber, dass ich auch ohnedies viel zu tun habe. War es dann richtig, ihm zu antworten: „Würdest du dich vielleicht lieber nicht in die Angelegenheiten von uns Frauen einmischen, wir werden schon selber damit klarkommen. Für dich schickt sich das nicht.“? Das ist mir so entschlüpft.“
49. „Nun, das ist nicht grob. Man kann es so sagen“, - lächelte der Lehrer.

50. „Handle ich richtig, wenn ich in der Kirche vermeide, von einem der Brüder, die das Brot verteilen – der aber nicht in der Einigen-Familie ist – das Brot anzunehmen und auf ein Mitglied der Familie oder den Priester zukomme, um von ihm das Brot zu empfangen?“
51. „Und wenn er die Einige-Familie verlassen hat, warum verteilt er Brot? Das darf entweder der Priester, oder irgendein begrenzter Kreis an Menschen tun, denen alle vertrauen.“
52. „Bei uns lädt der Priester Brüder zur Brotverteilung ein, und es kommen diejenigen, die es wünschen.“
53. „So ist es nicht richtig.“
54. „Das heißt, wenn dies ein Mann verteilt, der nicht Mitglied der Einigen-Familie ist, so habe ich mich richtig verhalten?“
55. „Du hast jetzt gefragt – und Ich denke, alles wird schnell berichtigt werden.“

56. „Ist es zulässig, dass ich einen Bruder, der auf dem “Stuhl der Weisheit“ sitzt, nach dem Motiv seiner Handlung befrage, wenn dies in einem anderen Fall nicht gelungen ist?“
57. „Wenn es nicht gelungen ist, dann kann man das natürlich fragen.“

58. „Guten Tag, Lehrer. Dies ist eine Frage einer Schwester, die mich gebeten hat, für sie zu fragen: Ist es für ein Mitglied der Einigen-Familie indiskret, im Badeanzug durch das Dorf zum Fluss zu gehen? Oder ist es besser, sich erst am Ufer umzuziehen? Dabei irritieren einige Umstände: dass es im Dorf  nicht üblich ist, im Badeanzug zum Strand zu laufen, und dass dies für hiesige angetrunkene Männer die Versuchung bringt, sich aggressiv zu benehmen.“
59. „Ja, einfach so: kann dies irgendeine Aggression hervorrufen? Kann sie. Dann eine weitere Frage – hat es Sinn, so etwas hervorzurufen? Nein, hat keinen Sinn. Na, dann ist auch sofort die Antwort klar.“
60. „Einfach so, da ist es einmal vorgekommen, dass die Schwester im Badeanzug durchs Dorf gelaufen ist, und es ist ein betrunkener Mann auf sie zugekommen.“
61. „Nun ja, natürlich werden sie darauf zukommen, - sie werden unbedingt auf sie zukommen. Sie werden entweder scherzen, oder noch etwas anderes machen... Das ist eine sehr ernste Provokation.“
62. „Und ist es als richtig zu verstehen, dass es für eine ältere Frau nicht ästhetisch ist, so herumzulaufen, sich so zu entblößen?“
63. „Sie wird dadurch eine große Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wenn ein Mensch dies möchte, heißt das, dass bei ihm der Wunsch vorhanden ist, diese Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen? Oder will die Frau das nicht? Wenn sie das nicht will, so soll sie dies nicht tun. Wenn sie große Aufmerksamkeit auf sich ziehen will, so spricht dies schon von einer gewissen Störung in ihrer inneren Welt.
64. Ihr lebt in Verhältnissen, wo schon viele verschiedene Richtlinien geschaffen wurden, und wenn ihr sie verletzt, so ruft ihr bei anderen, die damit in Berührung kommen, eine bestimmte emotionale Unruhe hervor.
65. Wenn wir von irgendwelchen primitiven Stämmen sprechen, dann ist dies kein Problem, denn dort laufen alle so herum. Gleich von Kindheit an befinden sich alle in der Situation, wo die Mitmenschen, Nachbarn nackt oder halbnackt herumlaufen, alle. Das heißt, dort gibt es keine Richtlinie zu diesem Thema, die eine scharfe emotionale Unruhe von irgendwem hervorrufen würde.
66. Hier aber habt ihr andere Richtlinien, und man muss sie gewissermaßen berücksichtigen. Viele davon kann man als unangebracht bezeichnen, man kann sie als überflüssig bezeichnen, aber man kann sie nicht sofort beseitigen. Man muss daran denken und im weiteren schon die Frage stellen: und was wollt ihr in diesem Fall tun, was wollt ihr erreichen und dabei verstehen, dass, wenn ihr einen bestimmten Schritt unternehmt, wird das bestimmte Folgen haben?
67. Natürlich werden Folgen entstehen. Und ihr fragt euch einfach weiter: meint ihr wirklich, dass dies günstig ist? Ist es notwendig, dass solche Folgen entstehen? Wofür sollen sie entstehen? Denkt ein wenig über dieses Thema nach.
68. Daher, wenn es mitunter sogar irgendeine überflüssige Richtlinie gibt, so ist es auch nicht immer nötig, sie irgendwie scharf zu ändern. Wenn sie überflüssig ist, verschwindet sie. Aber sie wird milder, auf natürliche Weise verschwinden.“

69. „Lehrer, war es für einen Trainer im Alter von dreiundvierzig (ledig, keine Kinder, seit vier Jahren leitet er Geräteturnen) zulässig, während eines zweitägigen Ausfluges in seinem Drei-Personen-Zelt mit zwei dreizehnjährigen Mädchen zu übernachten – alle schliefen in individuellen Schlafsäcken? Verursacht wurde es dadurch, dass die Jungen nicht einverstanden waren, ihr Zelt den Mädchen zur Verfügung zu stellen, aber der Trainer hielt es für unpädagogisch, darauf zu bestehen. Oder hätte er neben dem Lagerfeuer übernachten sollen?“
70. „Worauf konnte er nicht bestehen?“
71. „Darauf bestehen, dass die Jungen ihr Zelt den Mädchen zur Verfügung stellten. Für die Mädchen gab es keine andere Übernachtungsmöglichkeit.“
72. „Er muss darauf bestehen. Wie denn anders? Es geht hier doch um Erziehung. Wenn er nicht in der Lage ist, dies zu regeln, dann darf er sich nicht mit dieser Tätigkeit beschäftigen. Und wie soll man denn sonst bei den Jungen das richtige Verhalten zu Frauen, zu Mädchen, mit denen sie beginnen, Umgang zu haben, erziehen, die Bereitschaft erziehen, alles zu überlassen, was sie haben? Sie geraten vielleicht in eine sehr unbequeme Situation, aber sie stellen den Platz zur Verfügung, indem sie ihre edlen Eigenschaften zeigen (wenn auch mit Widerwillen).“
73. „Und ist die eigentliche Tatsache seiner Übernachtung unter diesen Umständen eine ernste Verletzung, wenn er, angenommen, meinte, dass es unpädagogisch war, darauf bei den Jungen zu bestehen?“
74. „Es wäre besser gewesen, einzeln zu schlafen. Das heißt, so, wie er es von den Jungen gerne gesehen hätte... nun, dafür selbst ein Vorbild zu sein. Sonst, wie kann man es denn von ihnen fordern, wenn er selbst kein Beispiel zeigen konnte?“

75. „Lehrer, habe ich einen Fehler gemacht, wenn ich auf den Hinweis eines Bruders hin, den Wasserkocher nicht voll mit Wasser aufzufüllen, ihm erwidert habe, es wäre so für mich günstiger (die Thermosflasche würde damit auch sofort zu füllen sein)? Und weiter setzte er hinzu: „Was, sogar meinetwegen würdest du das nicht machen?“ Ich spürte eine Forderung in den Worten des Bruders und erwiderte sofort scharf: „Sogar dir zuliebe mach ich es nicht“. Habe ich in diesem Gespräch mit dem Bruder einen groben Fehler begangen?“
76. „Hier kommt alles darauf an, womit dieses “meinetwegen“ verbunden ist. Das heißt zum Beispiel, es war für ihn sehr dringend, dass das Wasser aufkochte, weil seine Gesundheit davon abhing (er musste schnell die Kräuterchen aufbrühen und trinken, weil er schreckliche Kopfschmerzen hatte), du aber sagst: „Nein! Mag es lange dauern, bis es kocht, mir ist es wichtig, auch die Thermoskanne damit füllen zu können. Was hat dies mit deinem schmerzenden Kopf zu tun?“ Wenn dies deine Sichtweise war, dann hast du nicht richtig gehandelt.
77. Wenn dies überhaupt mit nichts verbunden war, der Mensch wollte einfach, dass du wenigstens etwas seinetwegen tust (obwohl ihm dies gar nicht wichtig ist), dann liegt hier wahrscheinlich keine Grobheit vor.“

78. „Und noch eine Frage betreffend meines Umgangs mit einer Schwester. Die Schwester klagte, weil sie krank wurde, und ich, ohne lange zu überlegen und um meine Teilnahme irgendwie auszudrücken, platzte heraus: „Bete, bereue und versuch, den Grund der Krankheit zu finden“. Die Schwester hatte  aufgrund meiner Worte einen emotionalen Ausbruch. Hat sich in diesem Fall im Umgang mit der Schwester Grobheit gezeigt?“
79. „Es handelt sich dabei um so eine eigenartige Unkorrektheit, so eine allgemeine Anweisung über nichts. Es ist nicht richtig, so zu handeln.“
80. „Nicht richtig? Und wie dann?“
81. „Wenn ein Mensch erkrankt ist, schau, ob du irgendeine Hilfe leisten kannst, kümmere dich, frage, was weh tut. Vielleicht kannst du dich an irgendwelche einfache Sachen erinnern, was man besser machen kann, damit es vergeht.
82. Und du beginnst sofort mit einer Belehrung: „Erinnere dich, lies die Schrift, bete“. Das macht sie ja wahrscheinlich auch. Du musst sofort annehmen, dass sie dies macht, aber vorläufig gelingt es ihr  irgendwie noch nicht. Irgendwelche Übertreibungen werden zugelassen, und dies ruft irgendwelche natürlichen Krankheiten hervor.
83. Aber sogar wenn ein Mensch gut betet und alles liest und die Schrift erfüllt, - was denn, kann er jetzt nicht mehr krank werden? Er kann.“

84. „Lehrer, habe ich das Recht, aufgrund verschiedener Versuche, eine freundschaftliche Beziehung mit einem Mann aufzubauen, müde zu werden? Vor beinahe einem Jahr gab er meinem Vorschlag, eine freundschaftliche Beziehung aufzubauen, seine Zusage, und er begann, sich dementsprechend aktiv zu zeigen. Danach aber wandte er sich scharf ab. So geschah es einige Male im Laufe des Jahres, und jedes Mal gelang es immer wieder nicht, die Ursache zu erfahren, warum er sich so abrupt abgewendet hatte. Wobei wir das letzte Mal im April dieses Jahres sozusagen endgültig alle Verwirrungen abklären konnten, uns auf Freundschaft einstimmten und sogar besprachen, was für Nuancen unsere Freundschaft haben kann (hauptsächlich im Hinblick auf seine Einwilligung bezüglich dessen, was er als zulässig ansieht). Und plötzlich...“
85. „Dabei handelt es sich nicht um Freundschaft. Du hast schon viele Nuancen erwähnt, die zu Freundschaft grundsätzlich keinen Bezug haben. Es handelt sich um einen Versuch das Verhältnis zu beiderseitigem Nutzen wie ein Handelsverhältnis festzusetzen. Aber zu einer Freundschaft gehört das nicht.
86. Freundschaft setzt völlige Offenheit, völliges Vertrauen voraus und das Streben, bei erstbester Möglichkeit, sofort, wenn sie erscheint, zu helfen. Und wenn ihr Bedingungen besprecht – was zulässig ist und was nicht – so ist aus dem was du sagst, klar, dass dies zur Wahrheit keinerlei Bezug hat...“
87. „Nein, er hat gerade dies alles mit der Schrift verglichen.“
88. „Verglichen, wo man Freundschaft pflegen kann, aber wo nicht?“
89. „Ja.“
90. „Nun, so etwas gibt es, denke Ich, in der Schrift nicht.“
91. „Nein, ich habe ihn gefragt, ob man sich so oder anders zeigen kann, und er erinnerte sich daran, dass dies gemäß der Schrift zulässig ist. So ein Dialog war... Zum Beispiel habe ich ihn konkret gefragt: „Darf ich dir eine SMS schreiben darüber, dass ich dich vermisse?“ Er überlegte und sagte...“
92. „Dies gehört schon nicht zur Freundschaft. Wenn er über dieses Thema anfing nachzudenken, so kannst du dich abwenden und in eine andere Richtung gehen, irgendwohin, weiter weg von ihm. Du sprichst schon von einem sehr seltsamen Verständnis über das generelle gegenseitige Verhältnis, über den Umgang zwischen Mann und Frau.“
93. „Gut. Und darf ich Dich über sozusagen den Anfang des gegenseitigen Verhältnisses fragen? Ist es normal, dass ich spürte, dass der Mann sein Interesse mir gegenüber nicht einfach wie ein Interesse zu einem anderen Menschen zeigte, sondern auch eine natürliche Sympathie, als sich der Mann auf folgende Art zeigte? Als ich bei ihnen lebte und arbeitete, saß er jeden Abend mit mir eineinhalb – zwei Stunden (meistens unter vier Augen) zusammen, und als er schlafen ging, fragte er jedes Mal, ob er mich umarmen dürfe, und ich bemerkte, dass die Umarmungen jedes Mal zärtlicher wurden. Er bat mich, ihn zu massieren, nannte aber seine Bitte, warum auch immer, unbescheiden. Draußen umfasste er mich oft an den Schultern und hob mich etwas auf seine Arme. Einmal streichelte er meinen Kopf und sagte: „Wie schön dein Kopf ist“. Ein anderes Mal sagte er, dass er – warum auch immer – jedes Mal, wenn er mich sieht, lächeln möchte. Nun, und noch eine Menge von allerlei kleinen Bekundungen...“
94. „Nun ja. Und was?“
95. „Ist bei mir so eine Illusion entstanden über eine Natur-Sympathie, oder kann man dies wirklich als natürliche Sympathie annehmen?“
96. „Nein, das ist keine Illusion.“
97. „Keine Illusion, ja?“ Ich habe hier nur die eine Hälfte der Bekundungen aufgezählt. Verstehst Du, einfach, damit begann alles bei uns... Danach aber sagte er, dass zwischen uns nichts gewesen sei, dass ich eine Schwester für ihn sei. Und daher begannen wir, uns so über Freundschaft und Eintracht zu verabreden. Und es wurde kompliziert. Ich habe das ein halbes Jahr ertragen, und ich wurde müde...“
98. „Das tut Mir leid, Ich bedauere es sehr.“
99. „Das heißt, konnte ich wegen diesem Verhältnis müde werden, ja?“
100. „Ja.“
101. „Nun, das ist alles. Danke. Dann werde ich mich erholen.“
102. „Bitteschön“, - antwortete der Lehrer unter Lachen der Zuhörer.

103. „Die Frage einer Großmutter wegen ihrer Enkelkinder. Das Kind ist eineinhalb Jahre alt, darf man ihm kein zusätzliches Essen geben (damit sich sein Magen nicht überdehnt), nachdem es soviel gegessen hatte, wie in seine zwei Händchen voll hineinpasst, und es um noch mehr Nahrung bittet? Seine Mama will ihm nicht mehr geben. Ich frage warum. Sie argumentiert so: „Der Lehrer hat gesagt, dass man etwa so viel geben müsse...“.“
104. „Ich habe nicht gesagt, dass man so viel geben solle.“
105. „Nun, sie hat es so verstanden.“
106. „So eine Festlegung gibt es nicht.“
107. „Man kann dem Kind noch etwas geben, wenn es noch etwas will, stimmt´s?“
108. „ Möge es essen. Aber es kann noch so eine Nuance geben: abhängig davon, wie die Psyche des Kindes gestört ist, kann bei ihm einfach ein ständiges Bedürfnis entstehen zu essen.
109. Das heißt, es kann sein, dass es auch keine besondere Notwendigkeit gibt, dass es isst, aber wenn es mit Lebensmitteln in Berührung kommt, so kann es wiederum essen wollen. Was für seinen Organismus schon nicht mehr günstig ist.
110. Hier muss man schon aufmerksam sein, die Situation analysieren, wie es sich grundsätzlich zu Lebensmitteln verhält. Je besser die Psyche des Kindes ist, umso einfacher kann es sich der Ernährung gegenüber verhalten, es wird sich nicht darum kümmern, dass ihm das Essen vielleicht nicht reicht.
111. Es kommt vor, dass so eine Störung bei Kindern entsteht. Das ist schon damit verbunden, wie die Eltern leben, was für psychische Abstürze vorkommen. Das kann eine Störung verursachen.“
112. „Noch eine Nuance. Ist es zulässig, dem Kind von drei – vier Jahren etwas anderes zu essen zu geben, wenn es schon vor zehn Minuten Brei gegessen hat? Das Argument der Mama: nichts geben, um nicht alles zu vermischen. Es geht darum, dass beide meiner Enkeltöchterchen von Geburt an Probleme mit der Verdauung haben, es kommt vor, dass sie zwei Tage keinen Stuhlgang haben. Und bei der älteren (vier Jahre alt) ist dies mit so einem starken Schmerz verbunden, sodass sie Angst hat, sich auf den Topf zu setzen. Aber sie isst sehr wenig. Aber manchmal will sie keine Suppe und bittet nur um Brot.“
113. „Dies muss man ärztlich behandeln lassen, die Gesundheit verbessern. Ihr fragt über eine Situation nach, wo die Gesundheit beeinträchtigt ist, wo eine Störung der Physiologie vorliegt. Man muss physiologische Störungen korrigieren, jedoch nicht über die Ernährung nachfragen.“
114. „Und wie soll man physiologische Abweichungen korrigieren?“
115. „Ich bin kein Arzt. Ich sage nun, dass du Nuancen bezeichnet hast, die mit physiologischen Abweichungen verbunden sind. Ich bin kein Doktor, um zu sagen, wie dies zu behandeln ist.“
116. „Ich denke, dass dies weniger damit verbunden ist, was das Kind isst, sondern mit dem Zustand der Mama. Irre ich mich?“, fragte die Großmutter weiter.
117. „Du willst ihr einen Hinweis geben, die Schrift zu lesen, dann wird sich vielleicht alles bessern, stimmt´s?“
118. „Aber nein. Wahrscheinlich muss man zum Arzt... Und welche geistigen Gründe können bei Kindern solche Störungen verursachen?“
119. „Du sprichst wieder über die Schrift. Um ihr einen Hinweis zu geben, was die Mama zu tun hat. Wie man sich ändern soll, dem Letzten Testament folgen soll, damit sich danach etwas bei den Kindern ändert. Willst du darauf hinweisen?“
120. „ Nein, ich bin wirklich wegen der Kinder in Sorge.“
121. „Ich sage dir: den Kindern muss die Physiologie berichtigt werden. Sie ist schon beeinträchtigt, die Störungen setzen schon ein. Das ist alles.“
122. „Danke. Und sage bitte, was Bestrafung angeht... Ist es zulässig, ein Mädchen von drei – vier Jahren so am Öhrchen zu greifen, dass es vor Schmerz zu schreien beginnt? Ich verstehe es so, dass man es so am Öhrchen nehmen darf, dass es ihm unangenehm ist, nicht aber so, dass das Kind anfängt, scharf zu schreien.“
123. „Fragt Mich lieber solche Sachen nicht, dafür bin Ich ein schlechter Ratgeber. Beginnt ihr, auf Mich zu hören – so könnt ihr überhaupt niemanden bestrafen und überhaupt keine Strenge anwenden. Ich kann alles verderben.“

Girlande

Kapitel  12


1. Sonntagstreffen mit dem Lehrer am achten September. An diesem Tag gab es keine Fragen, die schon auf den Versammlungen der Einigen-Familie einzelner Dörfer abgestimmt  wurden. Der Lehrer ließ die Gläubigen nicht abgestimmte Fragen stellen.
2. „Lehrer, war es mein Fehler, dass ich mir bei folgender Situation so etwas eingebildet habe?“ Ein Bruder, dem ich vorgeschlagen hatte, mein Freund zu werden, begann mich schon am dritten Tag anzurufen und schickte mir derartige SMS: „Guten Morgen, meine Schöne“, „Guten Morgen, meine Sonne“. Dann sprachen wir täglich ein oder zwei Stunden miteinander. Er sagte: „Es gefällt mir, mich mit dir zu unterhalten. Du gefällst mir sehr als Mensch.“ Und so geschah es, dass er in dieser Woche vom Berg nach Petropawlowka für eine Weile herunterkam, und da ich dort auch etwas zu erledigen hatte, dachte ich, dass ich ihn sehen könnte, und er werde mich auch sehen wollen... Und war das denn eine Einbildung (nach all diesen Worten und Bekundungen), dass er auch mit mir zusammen sein wollte?“
3. „Und weshalb fragst du?“
4. „Ich möchte einfach nach dieser ganzen Geschichte Schlussfolgerungen ziehen, an welcher Stelle ich angefangen habe, mich zu täuschen.“
5. „Du fragst über das, was deiner Natur entspricht, was du schon seit Kindheit hattest, und was du immer bis ins hohe Alter haben wirst. Alle beliebigen Gedanken von dir, Überlegungen über etwas, was du nicht siehst und nicht kennst – dies alles ist Einbildung. Warum fragst du, ob es sich um Einbildung handelt, wenn dies grundsätzlich  eine Form deiner Überlegung ist, die dir immer eigen sein wird? Weshalb fragst du dies dann?“
6. „War dies vielleicht irgendeine nicht zulässige Einbildung? War dies ein Fehler? „
7. „Was siehst du Negatives daran? Worin besteht hier deiner Meinung nach das Negative? Wenn du dies nicht siehst, so hast du keine Frage.“
8. „Ich sehe es nicht, er sieht es. Er sieht darin meinen Fehler. Ich habe ihn gefragt: „Welchen Fehler siehst du in meinem Verhalten? Warum ist unser gegenseitiges Verhältnis schief gelaufen?“
9. „Und was hat er gesagt?“
10. „Er hat mir gesagt, dass ich die Tendenz habe, mir etwas einzubilden.“
11. „Hast du generell die Tendenz, dir einfach etwas einzubilden, stimmt das?  Ja. Ich habe doch schon geantwortet: du wirst dies immer haben (eigentlich wird dies bei ihm ebenso sein). Und was?“
12. „ Jetzt weiß ich nicht mehr, was los ist.“
13. „Ich verstehe auch nicht, was du jetzt fragen willst. Versuche, sofort eine Frage zu stellen.“
14. „Wir waren eigentlich seit mehr als zwei Wochen miteinander bekannt...“
15. „Und was? Weiter.“
16. „Aufgrund seines Charakters habe ich nicht erwartet, dass er sich so aktiv zeigen würde. Und können seine aktiven Bekundungen auf meine Gefühle so wirken, dass sie sich auch schnell entwickeln?“
17. „Möglich. Und was?“
18. „Und dann haben wir uns getroffen, und er wollte keinen Umgang mit mir haben.“
19. „Nun gut, er will nicht – muss er auch nicht. Und was willst du klären?“
20. „Das hat mich stark verwirrt.“
21. „Dass er einfach mit dir nicht sprechen wollte?“
22. „Ja.“
23. „Nun, auch gut. Natürlich verwirrt das. Nun, er wollte nicht, muss er auch nicht, und was ?“
24. „Er wollte einfach nur nicht, er hat mich gefragt: „Und warum willst du unbedingt so mit mir kommunizieren“? .“
25. „Nicht wichtig. Wenn du keinen Fehler bei dir siehst, dann ist nichts zu machen, wenn er nicht will. Du lernst den Menschen kennen: er hat solche Besonderheiten und was?“
26. „ Deswegen ergaben sich einfach bei uns irgendwelche Unstimmigkeiten.“
27. „Denk richtig nach, lerne, einen Fehler, einen wahrscheinlichen Fehler auszusondern, wo deine konkrete Handlung möglicherweise das Gesetz verletzt hat. Gerade dies betrachte. Verheddere dich nicht in Emotionen, dies ist immer gewesen und wird immer sein. Wo du von einem Fehler ausgehst – das betrachte.
28. Siehst du keinen, so heißt dies, es gibt keine Frage, lebe weiter und mache dich mit dem bekannt, was um dich herum vorhanden ist. Du erkennst die Welt. Wenn du so eine Frage stellst, spricht das davon, dass du noch wenig davon angetroffen hast, daher ist dies für dich so etwas Verwirrendes, sozusagen etwas Neues. Das kannst du noch tausende Male antreffen. Und was?
29. Dann wird sich diese Aufgabe vereinfachen, dann wirst du deine Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken, wiederum wird sich dir irgendeine neue Erscheinung zuwenden, mit irgendwelchen neuen Überraschungen. Nun, du wirst neue Überraschungen kennenlernen, die du früher nicht bemerkt hast. Und so haben alle irgendwelche eigene Besonderheiten.
30. Natürlich wird dich alles in Bedrängnis versetzen, was nicht mit deinen Wünschen zusammenfällt. Das gehört zur Bedrängnis. Du hast das gesehen, was nicht mit deinen Wünschen zusammenfällt, es hat deinen Gedankengang gestört, deine Idee, deine Träume und Phantasien. Das ist eine Bedrängnis.
31. Ja, dies bedrängt, weil es nicht so ist, wie du angenommen hast. Und was? Du kennst es nun, du weißt jetzt: ja, es gibt so eine Erscheinung. Und was weiter?
32. Entsprechend dieser Erkenntnis wählst du, wie du dich verhalten sollst, schon mit dem Wissen, dass dies brennen kann. Folglich muss man vorsichtiger mit diesem Feuerchen umgehen, man muss es nicht in alle Ecken schieben. Auf diese Weise erkennst du das Leben.
33. Hier gibt es keine Frage, das ist einfach das Leben und das Erkennen der umgebenden Realität. Das ist kein Anlass für irgendeine innere Panik, du erkennst einfach. Nun kennst du diese Erscheinung – das ist alles, sei nun aufmerksam, berücksichtige so eine Wahrscheinlichkeit.
34. Aber wenn du an irgendeinem deiner Schritte zweifelst, so versuche dann zu bestimmen, ob du richtig gehandelt hast, ob du nicht das Gesetz verletzt hast. Versuche, dich auf irgendeine konkrete Handlung zu konzentrieren, die deiner Meinung nach (anscheinend hast du irgendwo im Testament schon davon gelesen), dem Letzten Testament widerspricht. Nicht einfach so fragen, wie es dir einfällt, sondern wo du schon wirklich zu vermuten anfängst, dass hier  in deinen Handlungen ein Widerspruch zum Gesetz zu entstehen beginn. Dann wird bei dir schon eine Frage entstehen.“
35. „Voriges Mal habe ich Dich einfach gefragt, ob bei mir nicht die Illusion der natürlichen Sympathie entstanden ist...“
36. „Na und? Ob sie entstand oder nicht – das ist absolut unwichtig. Und was? Schau du auf Verstöße der Gesetze, nicht aber, warum bei dir die eine oder andere Phantasie entsteht. Dabei handelt es sich um deine innere Erscheinung, die sich bei dir irgendwie als charakteristisch zeigt.
37. Aber das ist das gleiche, was alle Menschen haben. Das heißt, sie alle sind mit diesen Eigenschaften ausgestattet: phantasieren, träumen, Bilder schaffen. Das hat jeder Mensch. Es geschieht dies allen einfach unterschiedlich. Du willst wieder über so etwas nachfragen, was keiner Frage bedarf, nicht irgendeiner Erklärung bedarf.“
38. „Kann ich dann etwas über Bekundungen fragen? Also, nachdem sich dieser Mensch so aktiv gezeigt hatte...“
39. „Frage über einen Fehler nach, einen wahrscheinlichen Fehler. Alles übrige... lerne es kennen und erkenne. Und indem du erkennst, berichtige deine Handlungen. Und nichts anderes. Frage nur, wenn du einen Fehler vermutest. Nicht aber über irgendwelche einfachen Lebenserscheinungen bei dir. Es ist nicht nötig, so etwas zu fragen.“
40. „Nun gut, ich frage dann wegen was anderem, aber das selbe Thema betreffend. Wie soll man mit seinen Gefühlen zurechtkommen? Du hast mir beim vorigen Mal gesagt, dass ich von diesem Menschen davonlaufen soll...“
41. „Warte mal, warte... Mit den Gefühlen kann man nicht zurechtkommen.“
42. „Und wie soll ich dies mit der Äußerung vereinbaren - “von diesem Mann weglaufen“?“
43. „Mit Handlungen kann man zurechtkommen: soll man etwas machen, oder soll man sich zurückhalten und versuchen, etwas Konkretes nicht zu machen? Nicht aber “soll man etwas mit den Gefühlen unternehmen, gegen sie ankämpfen“. Sie zum Kampf aufrufen, bekämpfen, sie irgendwie so interessant herumwerfen, damit sie zur Besinnung kommen.
44. Du kannst mit ihnen nichts machen. Du kannst nur mit Handlungen etwas machen, Handlungen, zu denen dich deine Gefühle bewegen. Darum musst du schon selbst in der Frage richtig darauf schauen, ansonsten wirst du wieder über das plaudern, was zu betrachten nicht nötig ist, das wird nicht ernsthaft aussehen.“
45. „Nun, bei Psychologen gibt es konkrete Ratschläge, die wirklich helfen. Zum Beispiel den Namen des Menschen an eine Wand schreiben und alle seine negativen Eigenschaften und das jeden Tag lesen und neue dazuschreiben. Hilft sehr schnell, die Gefühle verschwinden. Ich verstehe, dass dies nicht unsere Methode ist...“
46. „Ja, andere versuchen vorzuschlagen, das Gesicht des Menschen auf einen Sandsack zu malen und dann zuzuschlagen, zu prügeln, seinen Ärger einfach an dem Sandsack auszulassen, wobei jener Mensch sozusagen nicht berührt wird.
47. Es gibt so eine Episode in “Jeralasch“ (in Russland, schon aus Sowjetzeiten, sehr bekannte Kinderserie, Anm.d.Ü.), erinnerst du dich nicht? Vielleicht hast du den gesehen (Ich weiß das noch aus Meiner früheren Schulzeit, wo ein verärgerter Junge – man hatte ihn verprügelt – nach Hause kam und sich diesen Rowdy auf einem Kissen vorstellte. Wie er dieses Kissen zu zerreißen, zu schlagen anfing... da sind Federn... mit dem Fuß dieses Kissen... Und es klingelte an der Tür. Er machte auf – der Freund kam herein, bedeckt mit blauen Flecken, sein Haar zerzaust und sagt: „Hör mal, aber mit dem Fuß habe ich dich doch nicht getreten“. (Gemeinsames Lachen.)
48. In der Tat, selbst wenn du das auf so eine Weise machst, tust du Böses.“
49. „Ich verstehe. Ich werde das nicht tun. Ich habe einfach nur von so einem Rezept gehört.“
50. „Und was willst du suchen? Etwas Ähnliches in Meinem Hinweis?“
51. „Nein. Nun, nehmen wir an...“
52. „ „Schreib nun all seine positiven Eigenschaften auf.“
53. „Davon gibt es genug. Ich habe sie aufgeschrieben.“
54. „Und was, das ist Mein Hinweis für dich, und du beginnst, dich schon zu widersetzen?“
55. „Nein, warum, zuhause liegen bei mir ganze Listen mit seinen positiven Eigenschaften.“
56. „Genau. Aber wenn du anfängst, deine Aufmerksamkeit darauf zu konzentrieren, beginnen deine Gefühle wieder aufzuflammen.“
57. „Aufflammen... darum geht es mir ja auch. Und wofür brauche ich das?“
58. „Und was willst du denn fragen?“
59. „Darf ich zum Beispiel, damit sich meine Anhänglichkeit nicht vergrößert, mir selbst wenigstens sagen, dass mir dieser Mensch fremd ist? Und mich selbst daran erinnern, dass mir der Lehrer gesagt hat, in eine andere Richtung weg von ihm zu laufen? Wird dies da kein Widerspruch sein?“
60. „Man darf nichts Negatives tun.“
61. „Und ist das schon etwas Negatives?“
62. „Natürlich, dies alles ist negativ.“
63. „Und warum sagst Du mir dann die Worte - “in eine andere Richtung weg von ihm zu laufen“ ?“
64. „Das kann man doch mit einem Lächeln anschauen. Und was, bist du losgerannt? Hast dir den Jogginganzug übergezogen und bist gelaufen, so etwa? Ich habe dir doch ein Bild gezeigt. Und was verstehst du darunter?“
65. „Ich weiß eben auch nicht, was darunter zu verstehen ist, deshalb frage ich auch.“
66. „Kehren wir noch einmal zum Einfachen zurück: wegen welcher Handlung willst du nachfragen?“
67. „Ob ich eine Initiative zum weiteren Umgang mit ihm äußern soll?“
68. „Das Äußern ist keine Handlung, dies ist ein Bild von einem Komplex an Handlungen, wo tausenderlei Handlungen möglich sind, die zulässig, aber auch völlig unzulässig sein können. Das heißt, man darf in einer Frage kein Bild äußern, das entgegengesetzte, sich gegenseitig ausschließende Tatsachen beinhaltet.“
69. „Interessant.“
70. „Wegen einer Handlung frage Ich dich. Was hast du vor zu tun, und du stellst dir die Frage: „Soll ich dies machen?“ .“
71. „Soll ich zum Beispiel auf ihn zukommen und versuchen, mit ihm zu sprechen?“
72. „Wenn er das nicht will? Oder was? Das “Wenn“ musst du hinzufügen.
73. Du hast doch eine Frage, folglich zweifelst du an etwas. Dann also solltest du jetzt fragen: „Kann man auf ihn zugehen und mit ihm über etwas reden, wenn...“ Und nenne, was dich in diesem Fall verwirrt.“
74. „Ich verstehe nicht, ob er will oder nicht. Gestern kam er zum Beispiel von selbst auf mich zu...“
75. „Das heißt, wenn du nicht weißt, ob er sprechen will oder nicht – kannst du dann auf ihn zugehen und ihn ansprechen? Ja, bitte.“
76. „Und wenn er zum Beispiel von selbst auf mich zukam, mich grüßte und fragte, wie es mir geht? Und erst danach habe ich angefangen zu reden. Und er hat mich an Deine Worte erinnert und sagte: „Du weißt doch, was der Lehrer dir gesagt hat“ .“
77. „Und was habe Ich dir gesagt?“
78. „Du hast gesagt: „Lauf in eine andere Richtung weg von ihm“ .“
79. „Frag ihn einfach: „Kommst du deshalb auf mich zu, damit ich jetzt irgendwohin losrenne?“ Frag bei ihm nach. Warum fragst du denn Mich? Frage ihn, was er von dir will.“
80. „Nun, so ein nicht zu begreifender Mensch! Darum versuche ich auch, ihn durch andere Menschen zu verstehen.“
81. „Schon zwanzig Jahre lang versuche Ich euch zu erklären: fragt konkreter, was der andere meint, wenn er etwas äußert und es euch nicht klar ist. Nun, geht auf ihn zu und fragt. Was hindert euch?“
82. „Auf diese Weise habe ich auch gefragt. Und er hat mir so geantwortet.“
83. „Frage bei ihm nach: „Was denn, soll ich gleich wegrennen? Meinst du das? Dass ich sofort in Startposition gehe und irgendwo anders hin losrenne, ja? Und bist du deshalb auf mich zugekommen, damit ich gerade dies mache?“ Frage bei ihm über diese einfache, primitive Sache nach, die in diesem Fall sozusagen gemeint sein kann (und du bist verwirrt, ob du rennen sollst oder nicht).
84. Was willst du Mich in diesem Fall fragen? Du hast dich in Bilder vertieft, in Emotionen, du bist zu keiner konkreten Entscheidung gekommen. Daher, wenn du jetzt die Frage in der Einheitlichen-Familie besprechen würdest, könntest du sie nicht einmal stellen.
85. Deshalb ist es auch notwendig, seine eigenen Fragen dort abzuklären, damit Ich nicht versuchen muss, bei dem ganzen Treffen nur mit einem Menschen zu kommunizieren, ihn irgendwie zu etwas hinzuführen, zu dem, was er sozusagen zu fragen versucht (aber in seinem Kopf ist nur Chaos)“
86. „Ich habe seinerzeit diese Frage in der Familie besprochen...“
87. „Stopp, stopp, lass dich nicht von dieser leeren Aussage hinreißen, so, wie du jetzt begonnen hast, wirst du nicht in der Lage sein, etwas zu fragen. Wenn dich irgendeine konkrete Handlung verwirrt, dann fragst du gerade wegen ihr nach. Aber wegen der Handlung, nicht wegen eines Bildes.“
88. „Wenn bei mir der Eindruck entstanden ist, dass der Mensch mit mir nicht kommunizieren will...“
89. „Wenn du nicht genau weißt, ob er mit dir sprechen will oder nicht, gehe auf ihn zu und frage: „Verstehe ich es richtig, dass du jetzt mit mir keinen Umgang haben möchtest?“ Und nur das. Stell ihm eine einfache Frage.“
90. „Gut, mach ich.“
91. „Wenn er sagt: „Ich will“ - sprich mit ihm. Wenn er sagt: „Ich will nicht“ - dann sprich nicht mit ihm. Das ist alles, das ist die Lösung, eine einfache Lösung.“
92. „Danke.“

93. „Auf vorherigen Treffen hast Du gesagt, dass es grundsätzlich möglich sei, dass sich eine Frau mit dem Schöpferischen beschäftigt, besonders dann, wenn das im Bezug zu Kindern geschieht. Und bei mir entstand eine Frage in eigener Sache. Es gibt den Wunsch und das Bedürfnis von Menschen meiner Umgebung, dass ich mich mit den Kindern beschäftige (es geht um Choreographie), aber ich habe gesehen, dass, wenn man sich mit den Kindern vollwertig beschäftigt, so nimmt dies dann sehr viel Zeit in Anspruch, und das beginnt, sich auf den Haushalt nicht gut auszuwirken. Das heißt, es gelingt mir dann nicht mehr, meine Energie vollwertig – so, wie es die Frau machen soll – in den Haushalt einzubringen. Und dann bin ich besorgt, weil in mir ein Vergleich vonstatten geht (ich sehe, wie wunderbar meine Nachbarn mit ihrem Garten zurechtkommen). Und so gibt es in meinem Innern eine Bedrängnis, ich denke: was soll ich denn machen? Sich mit Kindern zu beschäftigen, scheint wichtig zu sein, und den Haushalt zu führen...“
94. „Wichtig ist das eine wie auch das andere. Doch diese Komplikation ist natürlich. Die Gesellschaft ist noch nicht harmonisch aufgebaut. Dies alles wird später einmal gestaltet werden, wird allmählich berichtigt werden, und jedermann wird richtig seinen Platz einnehmen können. Wenn sich alle Zellen gänzlich füllen werden, ihren Platz einnehmen werden und unter ihnen der notwendige wechselseitige Zusammenhang entstehen wird, dann wird es diese Komplikationen nicht mehr geben. Jetzt aber gibt es eine große Menge an Komplikationen.
95. Daher ist das, was zu tun wünschenswert wäre, nicht immer zu realisieren. Weil eine ganze Reihe von Gründen entsteht, wo es in keiner Weise möglich ist, das zu bewerkstelligen, Gründe, die auch beachtet werden müssen. Aber dies ist das Ergebnis davon, was noch vorläufig vonstatten geht.“
96. „Und heute steht vor mir die Wahl: lieber ein ideales Beet schaffen, oder lieber Tanzstunden mit Kindern durchführen? Ich weiß nicht, wie ich wählen soll.“
97. „Ein ideales Beet bedeutet vor allem, dass der Mensch satt wird. Was ist das, ein ideales Beet? Einfach, dass das gut heranwachsen soll, was dann benötigt wird.
98. Nicht nur, um sich selbst zu ernähren, sondern auch, so wie es aussieht, denjenigen, dem das nicht gelungen ist, oder dem aus irgendwelchen Gründen alles verdorben ist. Denn es gibt ja auch nicht wenige Naturkatastrophen. Jemand hat Setzlinge herangezogen und herangezogen und dann, hopp – ist alles hin, hopp – unerwarteter Frost, oder sonst etwas, und viele Menschen könnten hungern. Und wenn ihr etwas aus eurem Garten entnehmen konntet, so auch mit der Möglichkeit, dies mit jemandem zu teilen. Das heißt, dies ist so  sehr eine Grundlage des Lebens...
99. Das Schöpferische – ist das Zusätzliche, ist sozusagen die Bühne des Lebens. Aber die Basis des Lebens ist vorläufig die Ernährung, das sind solche einfachen, primitiven Sachen, und natürlich müssen sie bei euch in Ordnung sein.
100. Und dies wird jetzt besonders anfangen, sich immer mehr zu zeigen. Und davon, wie ihr gelernt habt anzubauen, wird nun schon – das kann man sagen – direkt euer Leben abhängen. Und für viele wird dies ein großes Problem werden.“

101. „Danke. Und noch eine lustige Frage aus dem Alltag. Mein Mann kommt immer aus der Banja, nur mit einem Handtuch um die Hüften geschlungen, und manchmal, wenn Gäste kommen, kann er sich so, wie er aus der Banja gekommen ist, zum Teetrinken dazusetzen. Und bei mir ist eine kleine Verwirrung entstanden, genauer gesagt, ein Dazudenken, dass das die Frauen irritiert, die manchmal kommen. Gut, wenn dies nahe Freunde sind. Und wenn dies ein Mensch ist, der uns nicht so nahe ist... Handelt es sich dabei um meine Unreinheit?“
102. „Meinst du, dass die anderen deshalb verlegen sein könnten?“
103. „Ja.“
104. „Nimmst du an, dass sie verlegen werden, oder bemerkst du, dass sie verlegen sind?“
105. „Es kommt mir so vor.“
106. „Sie könnten verlegen werden, ja?“
107. „Heißt das, dass ich meinem Mann einen Hinweis geben kann, dass er sich vielleicht nicht sofort nach der Banja zum Tee hinsetzen möge, sondern es besser wäre, sich erst etwas anzuziehen?“
108. „Nun, natürlich kannst du das.“
109. „Man hat mir einfach gesagt, dass ich vielleicht hinzudenken würde, dass aber alles ausgezeichnet sei, und die Menschen sich nur freuen.“
110. „Freuen, ja? - lächelte der Lehrer. - Nun, in gewissem Maße sind sie vielleicht auch erfreut...
111. „Jetzt die Aufmerksamkeit auf das Wort “erfreut“ zu richten, das ist auch sehr eigenartig. Wenn dem Menschen alles gegeben würde, worüber er sich freut, und was er haben möchte, so ist dies ein eindeutiger Weg zur Vernichtung des Menschen.
112. Der Mensch neigt dazu, Fehler zu machen (wir gehen von einer anderen Seite an dieses Thema heran), es werden nämlich Fehler von solchem Charakter gemacht, die gerade mit den Wünschen des Menschen verbunden sind. Das heißt, er macht vor allem das, was er wünscht.
113. Bei ihm entsteht irgendein inneres Bedürfnis, das heißt, dies entspricht seiner Gefühlswelt, und er macht aufrichtig das, was ihm in diesem Fall entspricht. Und – hoppla – ein Fehler ergibt sich: jemand wird traurig, ein anderer leidet dadurch und so weiter und so fort.
114. Also ist in erster Linie  das, was der Mensch als einen Fehler unternimmt, - das, was ihm gefällt, alles gründet sich darauf. Deshalb schon darüber zu sprechen, dass etwas gefällt, ist nicht genug.
115. Das Letzte Testament gibt in Vielem das, was nicht gefällt. Ich sage: „Dies muss getan werden“, ihr aber runzelt die Stirn, fangt an, nach Varianten zu suchen, um dies nicht zu machen, oder nur minimal zu tun.
116. Berühren wir etwas, zum Beispiel das Thema Dreiecksbeziehung, - so steht überhaupt alles bei euch in Flammen, dies anzuschauen ist sogar schwer, man muss die Schutzbrille eines Stahlarbeiters aufsetzen, damit sich die Augen beruhigen können.
117. Wenn wir über das Letzte Testament sprechen, so ist dies in Vielem das, was nicht gefällt. Alles, was euch an diesem Testament gefällt und was ihr davon vollzieht, ist das, wozu ihr gewissermaßen schon selbst herangereift seid. Deshalb braucht man da auch nichts zu ändern. Es entspricht euch einfach: ja, hier müsst ihr überhaupt nichts ändern, alles ist gut bei euch.
118. Aber das ergibt keinen Sinn, das zu betrachten, was gut ist. Wir schauen doch das an, was zu ändern ist. Aber dieses ganze Gebiet, wo etwas geändert werden muss, ist eindeutig unbedingt damit verbunden, was euch nicht gefällt.
119. Also, wenn gesagt wird: „Aber den Menschen gefällt das doch“, so ist dies überhaupt kein Kriterium, das bedeuten würde, dass eure Handlung richtig ist. Es bedeutet dies ganz und gar nicht. Und sogar umgekehrt – man muss zu zweifeln beginnen: wenn es allen gefällt, so macht ihr vielleicht wirklich etwas nicht richtig, - lächelte der Lehrer. - Hier muss man schon anders herangehen.
120. Aber wenn dem Menschen zumindest ein kleiner Hinweis gegeben wird, der mit einer Bedrängnis hinsichtlich seiner Handlungen verbunden ist, so muss dies für einen Gläubigen ein sehr markantes Zeichen sein, um sich aufmerksam dieser seiner Handlung klar zu werden.
121. Das heißt, wie ein Glöckchen. Möge es nicht wie ein Glöckchen – sondern wie eine Glocke sein. Damit sie sofort ausposaunt: jemand ist wegen eurer Handlung in Verlegenheit geraten. Für euch ist das sofort ein Zeichen: vielleicht macht ihr wirklich etwas nicht richtig.
122. Sofort muss man darüber nachdenken, nicht aber einfach geradewegs überwechseln zu dem anderen: „Schau in dein Auge, da sind schon genug Balken, schon ein ganzes Floß, du aber siehst auf meinen Splitter.“ Dass sich nicht so ein Gezänk daraus ergibt.
123. Wenn jemand etwas wegen eure Handlung sagt (ihn bedrängt etwas bei eurer Tätigkeit), dann muss man sofort darüber nachdenken, sofort sich die Frage stellen –  vielleicht mache ich wirklich etwas nicht richtig? Und mit demjenigen, der die Verwirrung  geäußert hat, müsst ihr das Gespräch fortsetzen, versuchen zu präzisieren, was ihn bedrängt hat, warum gerade diese Handlung ihm als ein Verstoß gegen das Gesetz vorkommt. Also versuchen, mit ihm zusammen tiefer nachzudenken.
124. Nicht sich einfach abwenden, sich mit irgendeiner primitiven Äußerung wehren, und das ist alles. Ihr wollt doch die Fehler verstehen. Nur dann kann der Mensch lernen, wenn er danach strebt, seinen Fehler zu begreifen.
125. Wenn er nicht danach strebt, kann die Entwicklung bei ihm sehr träge vor sich gehen, wo er – ob er dies will oder nicht – indem er sich bewegt, im Laufe des Lebens zu neuen Erkenntnissen kommt: er erwirbt sie sozusagen irgendwie auf schlappe Weise.
126. Ihn trägt der Strom, er – hoppla – biegt irgendwohin ab: Wau! Ein Geschenk! Nimmt er dies an – gut, er bereichert sich. Obwohl man dazu hätte schon viel früher kommen können. Aber dafür hätte man sich entsprechende Fragen stellen müssen, irgendwelche seiner Bewegungen schnell korrigieren müssen und zu diesem Geschenk einige Tage, einige Monate, einige Jahre früher kommen können.
127. Und dies ist wie ein Ausgangspunkt: nehmt ihr das Geschenk an – habt ihr im weiteren einen neuen Weg eingeschlagen, nachdem ihr es angenommen habt. Dieser neue Weg ist wieder mit dem Erkennen eigener Fehler verbunden. Und es gibt ebenso einen neuen Weg, aber er ist nicht mit so einem aktiven Erkennen des Lebens verbunden, er ist wiederum wie ein Strom eurer natürlichen Möglichkeiten.
128. Wenn ihr beginnt, in euch zu graben, indem ihr euch zwingt zu betrachten – was ihr immerhin nicht richtig macht, so beginnt ihr, die nicht-natürlichen Bemühungen zu unternehmen – ihr beginnt, euch künstlich zu verändern. Das ist gerade die beschleunigte Variante der Entwicklung.
129. Wenn ihr euch dem Strom hingebt, so wie “später wird es klar werden“, vorläufig aber haltet ihr euch daran, was gefällt, - so werdet ihr euch natürlich Weisheit aneignen, aber auf einem längeren Weg.
130. Und in dieser Zeit können irgendwelche Verluste vorkommen, irgendwelche gute Eigenschaften, die ihr hattet, sie können verloren gehen, es kann etwas weniger werden. Und dann erscheint eine nächstfolgende Prüfung – und eure Kräfte werden euch nicht reichen. Obwohl ihr die Prüfung richtig hättet überwinden können, wenn ihr die richtigen Bemühungen aufgebracht hättet.
131. Die Gläubigen – das sind solche Menschen, die aktiv danach streben, sich zu verändern, und folglich bemühen sie sich aktiv zu schauen, was sie denn nicht richtig machen, wenn zumindest jemand durch ihre Handlungen verlegen wurde.
132. Darum darf man auf keinen Fall an einem anderen herumnörgeln, sondern muss die ganze Aufmerksamkeit sofort auf sich selbst richten: was habt ihr denn nicht richtig gemacht? Versucht es mit ihm zu präzisieren. Seid ihr durch ihn nicht klug geworden – so beruhigt euch nicht, fragt bei einem anderen nach. Vielleicht gelingt es diesem ersten Menschen nicht, der euch den Hinweis gegeben hat, seine Gedanken irgendwie richtig zu formulieren, und er hat seine Bedrängnis nicht klar geäußert.
133. Versucht, diese Situation im Gedächtnis zu behalten (über welche Handlung von euch jemand etwas gesagt hat), und fragt einen anderen. Vielleicht hatte er seine Aufmerksamkeit auch schon auf dieselbe Handlung gerichtet, hatte ihr aber irgendwie keine Bedeutung beigemessen. Und fragt bei ihm nach, versucht, ihn um Weisheit für euch zu bitten, damit er keine Bedrängnis fühlt, keine Angst hat, alles sagt, was er irgendwo in sich fühlt, weil dies für euch sehr wichtig ist.
134. Und letztendlich kann dies dazu führen, dass entweder ihr euren Fehler sofort begreift, oder ihr stellt hier eine Frage, aber ihr nennt schon etwas sehr Konkretes von euch. Gerade dann gibt es die Chance, sich sehr schnell aktiv zu formen.
135. Wenn ihr dies vermeiden werdet, wird dies einen langsamen Verlauf nehmen. Er ist natürlich sehr schwierig. Weil dort, wo etwas schon reif werden musste, wir vorläufig noch die ersten durchbrechenden Sprösslinge sehen. Es scheint angenehm zu sein, immerhin begannen sich schon irgendwelche Sprösslinge einen Weg zu bahnen, aber dort müsste eigentlich schon alles heftig blühen. Aber da ist keine Blüte, es bricht einfach etwas durch.
136. Nun, da bleibt nur, sich zu freuen, dass sie wenigstens durchbrechen, das ist schon prima. Aber man kann das sich hier Ereignende noch nicht als “ideales Beet“ bezeichnen. Ihr seid viele, aber ihr bringt eine sehr unterschiedliche Aktivität in Erscheinung, und die ist oft sehr flau.
137. Viele Ängste, viele Komplexe, viel Furcht habt ihr um euch, und zwar insofern, wie ihr in den Augen eurer Nächsten ausseht, ob man nicht beginnt, euch zu verurteilen, euch zu beschimpfen, euch zu schlagen, ihr habt Angst vor irgendwelchen negativen Folgen. Dies ist alles wild, alt, ist eine überflüssige Bedingtheit, sie stört euch.
138. In diesem Fall kann man nicht fallen. Euch kann keiner erniedrigen, wenn ihr danach strebt, euren Fehler zu verstehen, und wenn ihr keine Angst davor habt, wie ihr dastehen werdet. Ihr begeht doch eure Fehler auf natürliche Weise. Aber ihr macht sie neben eurem Nächsten deswegen, dass, wenn ihr sie nicht selbst wahrnehmt, eure Nächsten sie sehen können. Das ist doch wunderbar.

139. Eure Mitmenschen sehen es – sie geben einen Hinweis. Und ihr schafft immer die nötigen Bedingungen dafür, damit sie, wenn ihr aufeinanderstoßt, nicht verwirrt sind, damit sie begreifen, dass, wenn sie an euch etwas nicht Richtiges bemerkt haben, so werden sie euch das mutig mitteilen, sodass ihr nicht gekränkt seid, euch nicht zu verteidigen beginnt ( erst recht nicht anfangt anzugreifen beim Reagieren).
140. Wenn man in der Weise richtig veranlagt ist, werden sie euch das immer gerne mitteilen, so, wie verwandte Menschen, die sich lieben und sich um euch kümmern. Dies ist ein normaler Versuch, dies mit euch zu teilen, einander einen Hinweis zu geben.
141. Aber dies muss geformt werden, diese gegenseitigen Verhältnisse, damit dies euch sofort hilft, sich mutiger aufeinander zuzubewegen. Aktiv muss man sich analysieren, sehr aktiv... jedes Detail, jede Kleinigkeit.
142. Daher müssen die Minuten des Erwerbs von Weisheit bei euch ständig aktiviert sein. Das heißt, bei jedem Treffen mit euren Mitmenschen (manchmal einfach an dessen Grimassen, an den Emotionen des Menschen) kann man sehen, dass ihr ihn durch etwas sozusagen in Bedrängnis gebracht habt.
143. Der Mensch sagt vielleicht nichts, aber ihr werdet sowieso nachfragen. Ihr könnt sofort um Entschuldigung bitten, dass ihr ihn vielleicht durch etwas bedrängt habt, durch irgendeine eurer Grobheiten, und ihr bittet sofort: „Gib mir bitte einen Hinweis... wahrscheinlich habe ich hier etwas nicht richtig gemacht. Ich möchte sehr gerne deinen Hinweis hören. Ich möchte so sehr besser werden!“ Kann der Nächste einen Hinweis geben, so gibt er ihn, kann er es nicht – das war´s, ihr geht weiter. Folglich gibt es vorläufig noch kein Thema für eine tiefere Überlegung. Interessiert euch in der Weise für eure gegenseitige Meinung.“

144. „Lieber Lehrer, ist mein  Wunsch, noch ein Kind zu bekommen, richtig (ich habe drei Kinder), wenn ich im Laufe des letzten Jahres innerhalb kurzer Frist dreimal eine Fehlgeburt hatte, und ich beginne darüber nachzudenken, dass dies vielleicht ein Zeichen der Harmonie ist, dass ich keine weiteren Kinder haben soll. Oder handle ich einfach bei irgend etwas unwürdig, und daher geschieht es mir so?“
145. „Ich weiß nicht, was du machst.“
146. „Es gibt einige Situationen, die ich nicht mit meinem Mann bearbeite. Und nach einer gewissen Zeit geschieht der natürliche Schwangerschaftsabbruch.“
147. „Und was?“
148. „Darf ich sowieso weiter von einem Kind träumen und noch einmal versuchen, es auszutragen?“
149. „Träume nicht von einem Kind wie von einem Spielzeug. Es handelt sich dabei um eine sehr ernste Erscheinung, auf die man sich sehr ernsthaft vorbereiten muss. Man darf nicht einfach so quantitativ darauf schauen: damit es mehr und noch mehr Kinder gibt. Es sollten gute Bedingungen für die Erziehung herrschen, für alles... Man muss die Kinder gut, richtig großziehen. Inwieweit sind diese Bedingungen vorhanden? Das ist eine sehr gewichtige Frage.
150. So, wie du sie stellst... bedrängt sie einen schon. Als ob du danach strebst, möglichst viele Kinder zu gebären, und das ist alles. So etwas kann man anscheinend in deinem Bestreben bemerken. Aber so etwas ist schon nicht richtig.“
151. „Ich spüre einfach, dass ich noch ein Kind auf die Welt bringen könnte, und damit wäre dann Schluss. Und mein Mann will es auch. Mich bedrängt, dass es nicht klappt.“
152. „Wenn in der Familie alles bei der Erziehung der Kinder in Ordnung ist, und man noch Kinder haben will, und der Mann es will, ob man es dann noch versuchen kann?“
153. „Mich bedrängt, dass es mir vielleicht weiter so ergeht. Ich bin einfach besorgt.“
154. „Kann sein. Dann, was willst du Mich fragen? Ob deine Physis in Ordnung ist?“  
155. „Nun, vielleicht sollte ich eine Zeit lang warten?“
156. „Das heißt, dass Ich es als Arzt sehen, raten sollte, so, wie ein erfahrener Frauenarzt?“
157. „Ich will fragen... wenn ich mich im geistigen Sinne bemühen werde...“
158. „Wenn du dich geistig bemühen wirst, ob du dabei alles richtig machen wirst? Ihr alle hier bemüht euch geistig, alle. Wen immer du auch fragst: „Bemüht ihr euch, euch geistig zu entwickeln?“ - ihr bemüht euch alle. Aber ihr stellt die Fragen, die einer, der sich bemüht, sozusagen schon nicht mehr stellen sollte. Dieses “Sich-Bemühen“!...
159. Daher, wenn du dich bemühen wirst..., na, wunderbar, dass du dich bemühst. Aber du kannst dabei sowieso alles nicht richtig machen, selbst wenn du dich bemühen wirst.
160. Und der Natur ist es nicht wichtig, wie du dich bemühst. Dort ist die Hauptsache – inwieweit richtig du deinen Schritt vollziehst. Je richtiger du deinen Schritt machst, umso richtiger formt sich alles bei dir. Nicht wichtig, welche Motive du hast. Alles kommt darauf an, wie richtig du handelst.
161. Es geht dabei um die Gesetze der Natur, sie sind auf ihre eigene Art kalt. Aber sie sind konkret, sie sind im Weltall klar bezeichnet. Alles, was ihnen entspricht, lebt, was ihnen nicht entspricht, stirbt. Nicht wichtig, mit welchen Emotionen und Motiven dieses sterbende Wesen sich verhält. Verletzt es die Gesetze – so muss es vergehen.
162. Daher wird dort nicht berücksichtigt, wie man sich bemüht. Wir sind es, die das anders sehen. Das Sich-Bemühen setzt voraus, dass ihr etwas immer besser machen werdet. Stolpert ihr – so steht ihr auf, wiederum bemüht ihr euch, etwas noch besser zu machen; wiederum stolpert ihr – so bemüht ihr euch, es noch besser zu machen; ihr stolpert wiederum...
163. Je schwieriger die Aufgabe ist, umso mehr werdet ihr wegen ihr stolpern. Ihr könnt euer Leben lang stolpern, aber wenn ihr euch bemüht (und ihr bemüht euch ständig), wird dies immer besser gemacht werden. Aber dies bedeutet nicht, das es sofort richtig gelingt.
164. Und vorläufig verletzt ihr das Gesetz der Harmonie. Jedoch in eurem Sich-Bemühen verletzt ihr es immer milder, immer weniger, aber ihr verletzt es. Für die Natur zählt es, dass ihr das Gesetz verletzt, nicht aber, dass euch etwas immer besser gelingt. Die Natur sieht nicht wie der Mensch, sie hat nicht solche Emotionen und irgendein Bedauern.
165. Wir sind es, die dies von einem anderen Standpunkt aus betrachten: ja, in diesem Fall ist es dir schon gelungen, weniger zu verletzen... siehe da, so etwa in neunzig Jahren wird es dir gelingen, du kannst dich weiterhin bemühen.
166. Aber die Verstöße geschehen doch. Verletzung jedoch ruft den Nachhall der Natur hervor. Es gibt einen Verstoß – folglich wird irgendeine Unannehmlichkeit zu dir zurückkehren: du verletzt die Gesetze der Natur.
167. Darum wäre es gut, das Sich-Bemühen hier in einem wenig anderen Aspekt zu betrachten. Aber du verbindest dies mit der Natur (die Physiologie – das ist die Natur), und wenn es dort irgendwelche Fehler gibt, werden sie sich unbedingt auswirken.“

168. „Lehrer, sag bitte, ist es nötig, danach zu streben, dort weiter zu helfen, wo man mit meiner Hilfe unzufrieden ist? Obwohl durch diese Arbeit die Aufgabe erledigt wird.“
169. „Wenn man dort unzufrieden ist, so soll man dort natürlich nicht sein. Wenn du keine Möglichkeit siehst, es anders zu machen, dann soll man nicht das tun, was Unzufriedenheit hervorruft.
170. Es ergibt sich so, dass jemand durch dich unzufrieden wird, und du fragst: soll ich weiterhin jemanden unzufrieden machen, oder ist es richtiger, dies nicht zu machen?“
171. „Aber wenn dies eine verantwortungsvolle Arbeit ist...“
172. „Stopp! Du machst jemanden unzufrieden. Du hast von einer Situation gesprochen, wo die Menschen unzufrieden sind, folglich hast du Unzufriedenheit hervorgerufen.“
173. „Ja.“
174. „Nun, und du fragst, ob es richtig ist, auch weiterhin Unzufriedenheit hervorzurufen?“
175. „Heißt das, ich soll sofort diesen Arbeitsplatz verlassen, sogar, wenn es dort keinen anderen gibt und mich keiner ersetzen kann?“
176. „Deine Variante ist so: entweder machst du es so, wie man dich bittet, damit man zufrieden ist; oder, wenn du nicht siehst, wie es zu machen ist, dann machst du es nicht.
177. Es handelt sich doch um Hilfe, nicht um eine Pflicht von dir – etwas zu tun, ungeachtet dessen, wie sich dem gegenüber die anderen verhalten. Also, wovon sprichst du?“
178. „Von einer Arbeit, die nicht gemäß meinen Kräften ist. Ich mache das, aber ich mache es langsam.“
179. „Ist es möglich, das nicht zu tun, was nicht in deinen Kräften steht? Ist es möglich, das nicht zu tun, was nicht deinen Kräften entspricht? Die Worte “nicht gemäß meinen Kräften“ sprechen sofort eindeutig davon, dass du dies nicht machen kannst. Nun, wenn du nicht kannst, mach es nicht. Worin besteht die Frage?
180. Eine Sache ist – ihr erzeugt etwas, ihr erschafft irgendwelche Gegenstände. Jemandem gefallen sie , einem anderen nicht. Nun, mögen diejenigen sie nehmen, denen sie gefallen. Ihr könnt sie einfach so herstellen, und ihr beschäftigt euch damit, unabhängig davon, dass es diejenigen gibt, denen diese nicht gefallen. Und eine andere Sache ist es – ihr seid zu jemandem gekommen, um zu helfen, konkret, zu irgendeinem Menschen, oder einer Menschengruppe.
181. Sie wollen, dass ihr ihnen helft, sie bitten euch, etwas zu machen, aber das, wie ihr es machen könnt, ruft bei ihnen Unzufriedenheit hervor. Ihr fragt nach: „Und was gefällt euch nicht? Wie soll ich es besser machen?“ Sie erklären euch dann: „Man soll es so machen“.
182. Und weiter seht ihr: könnt ihr es denn wirklich so machen, oder nicht so, wie man euch bittet? Wenn ihr es nicht könnt, entschuldigt ihr euch und sagt: „Nun, verzeiht bitte, dies gelingt mir so wirklich nicht“. Und ihr geht woanders hin, dorthin, wo ihr etwas machen könnt, was euren Kräften entspricht.
183. Oder ihr könnt dies alles ändern, weil man euch wirklich dazu aufrufen kann, etwas qualitätsvoller zu machen. Wenn ihr das macht, wird es interessanter sein, und es wird mehr Freude geben, und es gelingt euch wirklich, eine gute Hilfe abzugeben. Nun, das ist ein einfaches Schema, um diese Hilfe zu betrachten.
184. Wenn es aber nicht gelingt, es so zu machen, wie man euch darum bittet, dann geht beiseite, entschuldigt euch für eure Unzulänglichkeit und sagt: „Entschuldigt mich bitte, aber ich kann es so nicht machen. Ich wäre froh, helfen zu können, aber es gerade so zu machen, wie ihr es vorschlagt, reichen meine Kräfte nicht aus.“ Und das ist alles, euch wird diese Aufgabe abgenommen, ihr geht woanders hin.
185. Genug. Ich wünsche euch Glück. Bis zum nächsten Treffen.“ 


Girlande

Kapitel  13

1. Sonntag. Der fünfzehnte September. Das Treffen mit dem Lehrer im Tal der Verschmelzung.
2. „Lehrer, ist es zulässig, dass ich meine Mama bitte, mich nur entsprechend meiner Bitte zu besuchen, damit meine kleinen Kinder nicht meine Abstürze und die emotionale Anspannung ihr gegenüber miterleben müssen, da ich dies nur dann bewältigen kann, wenn ich sie selten sehe?“
3. „In diesem Fall sind die Kinder wichtiger. Wenn die Frage aktuell wird, wie man das Kind schützen kann und ob man ihm irgendwelche überflüssige Szenen mit Ausbrüchen von Ärger ersparen kann, dann kann man einem jeden den Besuch absagen. Wenn du dich schwer kontrollieren kannst.“

4. „Die Frage kommt von einer Schwester: „Darf ich mich aufgrund meiner Initiative von einem ungläubigen Mann scheiden lassen, also die Ehe durch das Standesamt oder Gericht scheiden lassen (es gibt keine gemeinsamen Kinder), und zwar aus folgenden Gründen: die Naturliebe zum Mann war niemals vorhanden, zehn Jahre zuvor habe ich ohne Liebe geheiratet und wusste damals nicht, dass so eine Ehe nicht wohlbringend ist. Es ist unmöglich, mit dem ungläubigen Menschen eine Bruder-Schwester-Beziehung aufzubauen, er fordert Intimität (wenn ich sie verweigere, dann wird die Atmosphäre zu Hause unerträglich, und wenn ich ihm nachgebe, wird mir schlecht)? Der Mann sagt, dass er mich liebe und dass der Sinn seines Lebens mit mir verbunden sei. Aber für mich wird solch ein Verhältnis psychisch schwierig“. “
5. „Die natürlichen Folgen eines nicht richtig gemachten Schrittes. Ihr wisst schon gut (diejenigen, die es geschafft haben, weiser zu werden), dass man für alles bezahlen muss. Nicht mit Geld bezahlen ist gemeint, sondern wenn ihr den einen oder anderen Schritt macht, eure Wahl trefft, so werdet ihr im weiteren die Früchte einsammeln müssen.
6. Und man soll sie schon auf würdige Weise einsammeln können, ohne zu schimpfen, ohne zu verurteilen. Denn die Wahl wurde von euch selbst getroffen, keiner hat euch gezwungen, dorthin zu gehen. Normalerweise wählt ihr alles selbst.
7. Indem sie so einen Schritt vollzogen hat, trägt sie vor allem die Verantwortung für diesen Menschen. Und hier kann es nicht die Rechtfertigung geben, dass damals keine Gefühle vorhanden waren. Das ist keine Rechtfertigung. Dies ist von einer Seite aus betrachtet.
8. Andererseits soll man natürlich die Intimbeziehung nicht beginnen, wenn man psychologisch gesehen dazu nicht richtig bereit ist. Sonst wird dadurch die Physis ernsthaft beeinträchtigt, und letztendlich wird das unvermeidlich zur Schädigung der Gesundheit und zum Ende der Beziehung führen, die sich in diesem Fall nicht richtig aufbaut.
9. Das heißt, die Sackgasse ist in diesem Fall unvermeidlich, es wird sie unbedingt geben. Und wenn man dies nicht von Anfang an richtig löst, dann ist sie nicht zu vermeiden. Und darum ist es besser, diesen Weg in die Sackgasse früher zu verlassen, als erst dann, wenn der Moment eintritt, wo man sowieso beiseite treten muss, aber mit bei weitem schwierigeren Folgen. Aber dies wird unvermeidlich geschehen.
10. Deshalb muss sie natürlich versuchen, mit dem Mann zu sprechen (zur Beruhigung des eigenen Gewissens, dass alles mögliche getan wurde). Das heißt, sie sollen versuchen, richtig miteinander sprechen zu können, um die Nuancen zu betrachten, die ihr normales gegenseitiges Verhältnis stören.
11. Denn wenn es keine freundschaftliche Beziehung gibt, wenn nicht einfach eine freundschaftliche Beziehung aufgebaut wurde, dann ist natürlich in jedem Fall, selbst wenn man sich sogar aus Liebe miteinander vereinigt hat, eine Trennung unvermeidlich.
12. Aber wenn die Vereinigung sogar ohne Gefühle geschah, dann wird die richtige freundschaftliche Beziehung zu einer so dichten Annäherung, zu einem Vertrauen zueinander führen, wo es schon sinnlos wird zu betrachten, ob es ein Gefühl gab oder nicht. Ihr werdet füreinander schon wertvolle Menschen sein, und, indem ihr einander vertraut, werdet ihr voreinander völlig offen sein. Dies ist gerade das, was in solchen Beziehungen notwendig ist.
13. Erst recht, das haben wir schon gesagt, dass die Liebe ursprünglich das Günstigste vonseiten der Harmonie vereint. Nicht von der Seite irgendwelcher egoistischen Wünsche, Ideale von euch, sondern von der Seite der Harmonie (nicht als ein vernünftiges Phänomen, aber ein sehr harmonisches und genaues), wo sehr genau das für ein gemeinsames Verweilen Notwendige vereint wird.
14. Darum muss man lernen, das richtig wahrzunehmen, was zwischen euch vor sich geht und alles unbedingt richtig aufbauen.
15. Die Liebe hat vereint, aber sie wird nicht lange durchhalten, wenn es kein richtig aufgebautes, gegenseitiges Verhältnis gibt, keine Freundschaft zwischen euch herrscht. Aber dies müsst ihr von Anfang an versuchen aufzubauen.
16. Wie immer die Liebe euch auch vereint haben mag, so könnt ihr ursprünglich keine Freunde sein. Es ist unmöglich – Freunde zu sein, wenn ihr euch nicht kennt.
17. Ihr könnt es wollen, Freund zu sein, aber Freunde werden ist nur bei den richtigen Bemühungen in der Praxis möglich, wo ihr wirklich beginnt, einander zu vertrauen, irgendwelche Schwierigkeiten zu überwinden, die ihr euch bereitet und auf sie richtig zu reagieren beginnt. Das heißt, nur im Laufe der Zeit könnt ihr echte Freunde werden.
18. Wenn dies von Anfang an richtig gemacht wird, könnt ihr lange und glücklich leben. Wird dies nicht getan – was für eine Liebe euch auch vereinigt haben mag, es wird bei euch alles zerfallen.
19. Und wenn ihr sogar bis zum Ende zusammenbleibt, dann, wenn keine richtig aufgebaute Freundschaft vorhanden ist, ist euer gegenseitiges Verhältnis nicht als harmonisch zu bezeichnen. Dies wird ein Verhältnis/Konvention sein, das ihr aus irgendeinem Grund zu bewahren versucht (indem ihr euch vielleicht bemüht, irgendwelche überflüssigen Konflikte zu vermeiden; vielleicht bemüht ihr euch, dass ihr in den Augen der anderen irgendwie nicht anormal ausseht).
20. Das heißt, irgendwelche schon nebensächlichen Bedingungen werden euch sozusagen nötigen, euch stimulieren, die Beziehung der Bekanntschaft miteinander zu unterstützen. Aber eure Familie besteht schon nicht mehr, selbst wenn ihr eure gemeinsamen Handlungen unter einem Dach weiterhin ausübt.
21. Deshalb ist in diesem Fall nicht die Formalität der Familienbeziehung nötig, sondern die reale Familienbeziehung, die echte. Und das, wovon du nun sprichst, gehört natürlich schon nicht mehr zu einer normalen Familienbeziehung zwischen Mann und Frau.
22. Man kann noch zu sagen versuchen, dass, wenn zwischen ihnen nicht jene Details an Lebensumständen, die bedrängen, gelöst werden und es keine nötige Reaktion gibt, um diese von beiden Seiten richtig zu lösen, dann hat es natürlich keinen Sinn mehr, diese Bedingungen aufrecht zu erhalten, es ist schon keine Familie mehr vorhanden, und man kann auch nicht vermuten, dass es sie geben wird.
23. Wenn es aber einen Nachhall gibt, dann muss man versuchen, dies zu realisieren. Das ist die Verantwortung für den Nächsten, die dann übernommen wurde, als ihr begonnen habt, zusammen zu leben. Daher, wenn es auch nur irgendeine Hoffnung gibt, so muss man versuchen, sie zu realisieren. Und weiter... weiter wird alles von selbst unvermeidlich an seinen Platz kommen.
24. Hauptsache aber, dass eben der gläubige Mensch von seiner Seite aus alles tut, was von ihm abhängt, dass er alles richtig macht.
25. Deshalb muss man versuchen, miteinander zu sprechen. Die Aufmerksamkeit des Menschen wecken und versuchen, ihm zu erklären, dass, wenn er nicht die richtigen Bemühungen unternimmt, sein Gegenüber zu verstehen (um irgendwelche Umstände zu berücksichtigen, die mit ihr verbunden sind, irgend etwas anzunehmen, was sich ihrerseits vorläufig noch zeigen kann, was vorläufig irgendeine vollwertige Beziehung miteinander stört), wenn er dem nicht entgegenkommen und sich nicht mit Verständnis dazu verhalten kann, dann verliert es den Sinn, die Beziehung aufrecht zu erhalten.
26. Weil das gegenseitige Verhältnis, das auch weiterhin so sein wird, gehört nicht zu Familienbeziehungen.  Das ist eine Beziehung, die einfach zwischen einzelnen, miteinander bekannten Menschen entsteht, und das ist alles. Aber die einzelnen miteinander bekannten Menschen sind weder Ehemann noch Ehefrau, sie sind einfach Bekannte, die miteinander sprechen können; sie können aber auch nicht miteinander sprechen, können sich auch nicht miteinander treffen. Das ist dann schon so, wie ihr es für günstig haltet.
27. Aber in diesem Fall tragt ihr keine Verantwortung füreinander. Darum kann man diese Bedingtheit natürlich schon aufgeben. Denn in Wirklichkeit ist dies eine Abmachung, die irgendwo beim Standesamt fixiert ist.
28. Man muss lernen, richtige Beziehungen aufzubauen, nicht aber denken, dass, wenn jemand dort irgendwo einen Stempel auf ein Papierchen gedrückt hat, dann ist das schon alles – also sind sie schon im Himmel vereint. Das ist völliger Unsinn.“

29. „Lehrer, wenn meine siebenjährige Tochter mit mir auf dem Berg in meiner Familie weiterhin leben will, aber die Mutter des Kindes (meine ehemalige Frau) will, dass das Kind mit ihr im Dorf lebt, darf ich es dann vermeiden, das Kind darauf einzustimmen, vermeiden, es zu überreden, zur Mama zu fahren, wenn ich sehe, das dort die Wohnverhältnisse für das Kind schlechter sind (Ernährung, Schule, Erziehung, materielle Versorgung)?“
30. „Wenn du wirklich siehst, dass es dort für sie schlechter sein kann, dann kann man hier diesbezüglich irgendwelche Willensanstrengungen unternehmen. Aber dann musst du der Mama alle Punkte, die du für günstig und ungünstig ansiehst, erklären (warum du in diesem Fall so eine Bemühung unternimmst).
31. Aber Ich kann jetzt über diesen Umstand nur so verallgemeinernd sprechen. Irgendwelche zusätzlichen Details können im Benehmen, in den Bekundungen von irgendjemandem auftauchen, die auch schon bedeutend sein können und die berücksichtigt werden müssen, und folglich sollte man irgendwelche eigenen Handlungen entsprechend korrigieren.
32. Aber versuchen, etwas zum Wohl des Kindes besser zu machen (du siehst, dass es wirklich besser sein wird) – das kannst du natürlich machen.“

33. „Lehrer, ist die Anwesenheit eines Kindes von neun Jahren auf moral-ethischen Versammlungen zulässig? Besonders auf jenen, wo Fragen über die Gründung von Natur-Familien und Probleme in der Intimbeziehung der Erwachsenen thematisiert werden? Das Kind ist vorläufig bei der Oma in Ferien, und zu Hause gibt es niemanden, bei dem es bleiben könnte.“
34. „Ja, als auch nein. Kategorisch ist hier nichts zu sagen. Alles kommt darauf an, wie ihr all diese Fragen besprecht, wie bei dem Kind selbst die Wahrnehmung stattfindet, wie es selbst denkt.
35. Die Gläubigen überhaupt, während sie in der Versammlung anwesend sind, verfolgen ein Ziel – weiser zu werden, klüger zu werden, besser das verstehen zu lernen, was mit ihnen geschieht, aufgrund des Beispiels, wie es anderen ergeht. Bei den offenen Besprechungen lernt ihr, Weisheit anzusammeln, ihr lernt, ein und denselben Umstand von verschiedenen Seiten anzuschauen, und dadurch werdet ihr natürlich klüger.
36. Und so muss die Anwesenheit des Kindes auch dazu führen, dass es klüger wird, wenn es schon anwesend ist.
37. Deshalb, je nachdem, wie ihr die Versammlung führt, was vor sich geht, wie das Kind selbst dies wahrnimmt, wie es sich gegenüber all dem verhält, - davon schon hängt ab, ob es klüger werden wird, oder sich bei ihm irgendwelche zusätzlichen Ängste, Komplexe, bilden werden, und dies könnte in seinem weiteren Leben eine negative Rolle spielen. Deshalb kommt alles darauf an, wie man etwas macht und wie man es wahrnimmt.“
38. „Üblicherweise schläft es auf dem Schoß seiner Oma.“
39. „Wenn es schläft, dann ist dies nicht schlimm. Wenn man auf dieser Versammlung viel schimpft und alle emotional erhitzt sind, dann ist dies für das Kind  gewissermaßen ungünstig. Aber wenn es schläft, dann ist es vielleicht auch in Ordnung. Die Oma erschafft wahrscheinlich ein gutes Energiefeld und ist fähig, das Kind zu schützen, so ist es in Ordnung.
40. Ich hoffe, dass bei euch in den Versammlungen nicht etwas Außerordentliches geschieht, wenn das Kind schläft und jede Sekunde ständig zusammenzuckt.“

41. In der Siedlung auf dem Berg (genannt: Stadt, A.d.Ü.) gibt es einige Bewohner, die andere nicht ihre Betonmischmaschine zur Benutzung ausleihen. Sie argumentieren dabei so, dass sie große Baustellen haben und dass, wenn die Betonmischmaschine von Hand zu Hand gehe und dabei schadhaft werde, dann stoppe der Bauprozess. Kann man sie verpflichten, ihre Maschinen denjenigen zur Benutzung zu geben, die keine eigene haben, dann, wenn sie von ihrem Besitzer nicht benutzt werden? Man möchte, dass die Belastung für die Betonmischmaschinen in der Stadt gleichmäßig vonstattengeht.“
42. „Es wäre gut, wenn ihr diesbezüglich Wege sucht, wie ihr die Maschinen, die ihr habt, auf die Weise einsetzen könnt, dass sie nicht so schnell unbrauchbar werden.
43. Natürlich ist so eine Beunruhigung bei demjenigen gewissermaßen normal, der für irgendwelche Maschinen verantwortlich ist, dass, wenn eine von Hand zu Hand geht (einer wird sie behutsam benutzen, ein anderer – nicht), dann wird die Maschine einfach ziemlich schnell unbrauchbar sein und erfordert einen erneuten Kauf. Und statt dessen, wo sie wirklich große Hilfe leisten kann, wird sie in diesem Fall weniger Hilfe bringen, weil sie schon schnell bei jemandem, der an der Reihe ist, unbrauchbar wird.
44. Grundsätzlich ist es nicht richtig, den Betonmischer dort nicht hinzugeben, wo er in der Stadt gebraucht wird. Aber dann muss man jemanden anstellen, der den Gebrauch und die Pflege der Maschine am würdigsten kontrollieren kann.
45. Also, dann muss man so einen Menschen auf so eine Weise anstellen, damit er nicht darunter leidet, dass er für diese Maschine zuständig ist und man ihm diejenige Arbeit kompensiert, die er in diesem Moment in seinem Haushalt zu leisten hätte. Und dann ist er ein Verantwortlicher.
46. Denn alles, was ihr in der Stadt habt, alle Maschinen, sollen dem Wohl der ganzen Stadt dienen, nicht aber einer einzelnen Familie. Ihr seid ja eine Familie. Deshalb ist alles, was ihr habt, zum Wohle aller zu gebrauchen. Aber einen Verantwortlichen für diese Maschinen muss es natürlich geben.
47. Es soll nicht so sein, wie man im Volksmund zu sagen pflegt: alles um mich herum gehört der Kolchose – alles um mich herum ist meins. So soll es nicht sein. Weil dies sehr schnell dazu führt, dass alles Kostbare, was ihr in euren Händen habt, sehr schnell unbrauchbar sein wird.
48. Sehr schnell wird dies so enden. Aber auch so versucht ihr mit den letzten Kräften zumindest etwas zu erwerben, um wenigstens irgendwelche Tätigkeiten in eurem Alltag zu beschleunigen. Aber dies alles kostet viel. Daher muss man dies einfach alles richtig beaufsichtigen.
49. Und diese Beunruhigung ist angebracht, weil jemand die Maschine wirklich auf interessante Weise nutzen kann, ein anderer aber – mag er es vielleicht sogar wünschen, es richtig zu machen, er hat nicht die notwendigen Eigenschaften, sodass dies nicht normal funktioniert. Er kann es einfach, selbst bei bestem Willen, nicht schaffen, die Maschine richtig am Laufen zu halten und wird deren Bruch beschleunigen.“
50. „Wenn bei einem konkreten Menschen, der sie nutzen möchte, nichts auszusetzen ist, dann ergibt es sich...“
51. „Ja, dann ist es nicht nötig, sie zu verweigern. Alles, was ihr habt, sollt ihr zum Wohl aller nutzen. Alles, was ihr habt, das gehört eurer Familie. Folglich schaut ihr auch, wo dies in diesem Fall am günstigsten einzusetzen ist.
52. Aber das bedeutet nicht, dass derjenige, der den Betonmischer braucht, zum Geld-Verdienen wegfährt, ihn kauft, und ihr seht sofort – nein, woanders ist dieser Mischer wichtiger. So ist es nicht richtig.
53. Dies ist schon eine sehr große Ausnahme. Vielleicht ist sie dort auch wichtiger, aber das erfordert schon eine eigene Betrachtung. Daher benutzt sie in erster Linie derjenige, der selbst versucht hat, dafür das Geld zu verdienen.
54. Lasst ihn diesen Betonmischer benutzen, und danach, je nachdem, wenn sie frei ist, lasst sie bei allen übrigen Notwendigkeiten, die ihr noch in der Stadt habt, einsetzen.“
55. „Kann der Besitzer seinen Betonmischer zurückhalten, wenn er sieht, dass er schnell kaputt gehen kann? Er selbst benutzt ihn dabei. Oder ist es besser, ihn weiterzugeben, weil er selbst diese defekte Technik doch noch nutzt?“
56. „Wenn er aber selbst etwas mit Beton zu füllen hat, warum soll man sie ihm dann wegnehmen? Er füllt bei sich ebenfalls mit Beton, solange keine Pause auftritt.“
57. „Er benutzt aber die nicht intakte Technik...“
58. „Das macht nichts, dass er sie benutzt. Er hat sie gekauft – er kann sie benutzen, solange er sie braucht. Wenn sie schon ohne Benutzung dasteht, wenn er sie vorläufig in diesem Moment nicht benötigt, dann betrachtet schon die Wahrscheinlichkeit, sie irgendwo anders einzusetzen.“
59. „Er argumentiert damit, dass er sie sozusagen reparieren würde, selbst aber benutzt er sie. Aber es gibt Pausen, wo er sie nicht im Einsatz hat. Ich frage gerade wegen dieses Umstandes – wo sie bei ihm unbenutzt steht.“
60. Wenn sie steht, dann muss man dies anschauen. Wenn er sagt, sie sei in Reparatur, dann müsst ihr alle zusammen schauen: was ist da defekt, woran kann man teilnehmen. Weil ja auch ihr an all dem teilnehmt.
61. Erst recht, wenn ihr wollt, dass sie überall benutzt wird, dann sind alle daran interessiert, dass sie gut arbeitet. Folglich kümmern sich alle: ist dort vielleicht etwas defekt? Vielleicht wird dort irgendeine Hilfe beim Reparieren gebraucht? Ihr kommt alle hergelaufen und fragt.
62. Darum, wenn er sagt, sie sei in Reparatur, schlagt ihr sofort vor,: „Lasst uns sofort schnell... Was fehlt da?“ Ihr schaltet euch ein und repariert.“
63. „Ist dies ein Argument dafür, sie einem anderen vorzuenthalten?“
64. „Dass sie in Reparatur befindlich ist?“
65. „Ja, dass sie in Reparatur ist, er aber benutzt sie.“
66. „Dann spricht hier jemand nicht die Wahrheit. Wenn sie in Reparatur ist, so arbeitet sie folglich auch nicht. Oder ist sie noch nicht vollständig lackiert? Sie funktioniert, aber sie ist noch nicht angestrichen. Er gibt sie nicht her, weil sie weiter angestrichen werden soll. Worum geht es da?
67. Oder der Mechanismus funktioniert nicht, aber der Mensch füllt, warum auch immer, weiter mit Beton und sagt: „Sie ist in Reparatur.“ Was ist denn das – der Reparaturverlauf geht in dem Moment vor sich, wo er sie einschaltet? Dann werden auch die anderen sie einschalten – sie wird repariert werden. Das heißt, hier sagt jemand von etwas nicht alles, irgend etwas nicht Ehrliches beginnt sich zu zeigen.
68. Darum könnt ihr etwas genauer nachfragen. Wenn ihr kein klares Bild habt, so präzisiert es. Und wenn irgendwer anfängt, etwas irgendwie heikel zu vermeiden, so wird so ein Mangel schnell aufdeckt werden, man wird sehr schnell sehen können, wo der Stolperstein ist.“
69. „Es ergibt sich dann, dass, wenn die Betonmischmaschine selbst bei ihrem Besitzer defekt ist, so kann er doch mutig eine bei einem anderen ausleihen, wenn sein Bauprozess bei ihm stoppt?“
70. „Natürlich.“
71. „Und wenn wir untereinander nicht ausleihen...“
72. „Stimmt, stimmt. Ihr seid eine Familie. Wenn eine Maschine stillsteht, man sie aber woanders braucht, so überlegt, wie ihr sie woanders richtig einsetzen könnt. Sie nicht einfach, so wie es einem einfällt, von allen benutzen lassen, sondern überlegt, wie ihr das sachkundig regeln könnt, damit bei der Zustimmung beider Seiten zu sehen ist, dass man in so einem Fall vertrauen kann. Aber nur mit Vertrauen...
73. Nicht einfach so – ob man sie jemandem gibt, ob jemand das Fundament mit Beton füllen kann oder nicht, sondern die Frage wird so gestellt, in welche Hände man das Teil mit Vertrauen geben kann. Denn gefüllt werden muss überall. Wenn dies benötigt wird, dann gibt es da keine Fragen.“
74. „Das ist alles, danke.“

75. „Lehrer, meine Frau hat mir mitgeteilt, dass jemand in der Einigen-Familie wegen meiner Handlungen, die vor zwei Monaten stattgefunden haben, bedrängt ist. Womit soll ich bei meinem Gespräch mit diesem Menschen anfangen, der aus irgendwelchen Gründen mit mir nicht rechtzeitig darüber sprechen konnte? Mich verwirrt, dass er mich so lange nicht daraufhin angesprochen hat. Aber andererseits weiß ich, dass man sich darum kümmern soll, Bedrängnisse zu beseitigen und den ersten Schritt selbst machen. Womit soll ich anfangen? Die Situation berühren, oder mit meiner Verwirrung beginnen?“
76. „Ja, frag einfach, was ihn an deinen Handlungen bedrängt hat.“
77. „Also, als erstes frage ich, was ihn damals bedrängt hat?“
78. „Ja. Dich hat eine Information erreicht, die Meinung, dass, wie sich herausgestellt hat, er dir gegenüber angeblich irgendeine Bedrängnis empfindet, das heißt, er sei wegen irgendwelcher Handlungen deinerseits in Bedrängnis geraten, und da du das erfahren hast und siehst, dass er nicht selber auf dich zukommt, kümmerst du dich selbst darum.
79. Vor allem sogar nicht nur seinetwegen, sondern deshalb, dass du selbst nicht wieder Schritte machst, die andere bedrängen können und angeblich nicht richtig sein können. Du kümmerst dich doch um die Reinheit deiner Schritte, deshalb bittest du ihn auch um Weisheit für dich (was ist seiner Meinung nach nicht richtig bei dir gelaufen, was hast du nicht richtig gemacht), um etwas zu bedenken und in dir zu ändern.
80. Du bittest ja um diese Weisheit für dich. Nicht mit so einem Impuls: „Frag du, das ist doch für dich der richtige Schritt, du musst ihn ja machen“, wobei du ihn sozusagen antreibst zu lernen. Nicht von dieser Position aus.
81. Die Schattierung muss ein wenig anders sein – dass du in diesem Fall von dem Sachverhalt erfahren hast, nämlich dass du angeblich etwas nicht Richtiges gemacht hast und dein Mitmensch dies bemerkt hat und irritiert war. So beeilst du dich auch, um für dich Weisheit zu bekommen (was du gerade nicht richtig gemacht hast), weil du es sehr wünschst, dich zu ändern, und um irgendwelche deiner Schritte zu berichtigen, falls sie wirklich nicht richtig sind. Lass ihn dir helfen, deine nicht richtigen Handlungen zu verstehen (die vielleicht nicht richtigen).“
82. „Und ist es in dieser Situation nicht richtig, ihn darauf aufmerksam zu machen, dass er diese Situation irgendwie nicht rechtzeitig geklärt hat?“
83. „Dies wird mehr eine Belehrung sein. Dies ist in einer Versammlung schon möglich, wo jemand sagen kann: „Warum äußerst du denn erst jetzt diese Bedrängnis, sprichst über Handlungen, die schon lange her sind? Das ist schon eine Verletzung des Gesetzes, weil ein gläubiger Mensch sofort versuchen muss, dies zu lösen“.
84. Wenn ihr nämlich bemerkt habt, dass euer Nächster etwas nicht richtig macht (was wahrscheinlich bedeutet, dass er fällt, indem er etwas nicht richtig macht, was sein Leben erschweren wird), so zeigt sich gerade darin eure Sorge, wenn ihr versucht, dies Thema zu berühren, das euch bedrängt hat.
85. Vor allem seid ihr wegen der Handlungen eines anderen von dem Standpunkt aus beunruhigt, dass ihr vielleicht selbst die Handlungen dieses Menschen nicht richtig wahrnehmt; vielleicht macht er alles ganz richtig, aber ihr nehmt dies nicht richtig wahr. Und schon in diesem Fall versucht ihr, für euch Weisheit zu erlangen.
86. Nicht dem anderen einen Hinweis geben, sondern für sich klären, inwieweit ihr das selbst richtig wahrnehmt, was dort vor sich ging. Etwas hat euch bedrängt, und ihr wollt nachfragen: „Und verstehe ich es richtig, dass du dies deswegen gemacht hast, weil es so und so war?... Erkläre es mir bitte, sonst sitzt da irgendeine “Kakerlake“ in meinem Kopf. Mich verwirrt das, ich verstehe nicht, worin meine Unreinheit in der Wahrnehmung deiner Handlung besteht.?“
87. Das heißt, jeder von euch muss diese Situation von seiner Position her betrachten – Weisheit für sich finden, nicht aber deshalb, um den Nächsten dazu anzutreiben, dass er besser werde.“

88. „Kann man zu den Verschmelzungen eine nicht raschelnde, neue Plastiktüte verwenden, in der ich mein Kissen trage? Man hat mir gesagt, dass dafür eine Tasche nötig ist, die extra für dieses Kissen genäht wurde. Ich aber habe keine Frau, so musste ich eine Tüte besorgen...“
89. „In der Verschmelzung? Es ist nicht klar, was denn die anderen Menschen genau bedrängt? Dass während der Verschmelzung, wo alle still werden, du beginnst, dein Kissen herauszuholen?“
90. „Nein, nein. Die Dienenden, die die Regeln der Zeltstadt (bestimmter Bereich in der Bergsiedlung, A.d.Ü.) mitteilen, haben uns ziemlich klar gesagt, dass wir das Recht haben, eine Tüte mitzunehmen, in der wir das Nötige für das Sakrament mitnehmen (ein Kissen zum Beispiel). Daraus folgt, dass man irgendeine Tüte mitnehmen kann, dort hinein sein Kissen steckt und mitbringt, um sich während der Verschmelzung darauf zu setzen.“
91. „Alle diese Regeln sollen mit irgendeiner rationalen Herangehensweise verbunden sein. Wenn man vorschlägt, eine nicht raschelnde Plastiktüte zu verwenden, so heißt das, dass dies mit irgendeinem konkreten Problem verbunden sein muss.
92. Wenn die Menschen in dem Moment, wo alle sich bemühen, still zu sein, ab und zu ihre Kissen herausholen müssen, dann ist es schon angebracht, es so zu betrachten, dass es natürlich nicht richtig ist, mit dieser Tüte in diesem Moment zu hantieren.
93. Lieber dann irgendwie anders darangehen. Oder die Kissen schon im Voraus herausnehmen, wenn schon Tüten verwendet werden. Aber wenn ihr in dem Moment der Verschmelzung das Kissen benutzt, schon ohne mit der Tüte zu rascheln, dann ist es doch egal, worin es transportiert wurde?
94. Das heißt, hier muss man schon rational betrachten, wo eine Störung einsetzt. Wenn irgendwelche Regeln eingeführt werden, so sollen sie durchdacht sein. Das heißt, sie sollen vernünftig und angebracht sein und mit irgendwelchen konkreten Tatsachen verbunden sein. Nicht dass es so ist: es fällt euch plötzlich etwas ein, und – zack – führt ihr irgendeine Regel ein, und es ist nicht klar, warum. Ihr lernt doch nachzudenken, Ich rufe euch dazu auf, und darum, indem ihr darüber nachdenkt, werdet ihr immer zu der Frage gelangen – und warum darf man das nicht?“

95. „Darf ich noch eine Frage stellen? Darf man beim Zuhören der Aufnahmen Des Wortes Tee trinken, oder essen, wenn man es nicht geschafft hat, das vor dem Termin zu tun? In unserer Zeltstadt ist es so , dass man im Küchensaal zuhört.“
96. „Wenn dies in einem Kollektiv geschieht, dann ist es nicht erwünscht.“
97. „Mir ist klar, dass dies unerwünscht ist. Aber wenn man zufällig etwas spät dran ist, man kommt, aber die anderen hören schon zu, aber man ist hungrig, wie kann man dann besser handeln?“
98. „Dann sollst du vielleicht nicht zuhören? Nimm das Essen mit, geh hinaus, iss woanders.“
99. „Das heißt, ich kann das Essen dorthin mitnehmen, wo ich übernachte und dort essen?“
100. „Nun, so wahrscheinlich. Nun weiß Ich schon nicht, was für Regeln ihr dort noch eingeführt habt. Es ist schwer für Mich, sofort etwas zu sagen. Sonst sage Ich “du kannst“, ihr aber habt dort ganz und gar alles verboten.“

101. „Das ist alles, vielen Dank. Und so eine Situation noch... Am Morgen hat es geregnet (wenn es stark regnet, arbeiten wir nicht), und eine halbe Stunde – solange hat es geregnet – haben wir nicht gearbeitet. Und danach habe ich den Kumpels vorgeschlagen: wollen wir diese halbe Stunde in der Mittagspause abarbeiten...“
102. „An sich ist das ein guter Vorschlag.“

103. „Klar. Noch eine Frage. Ich hatte so eine Arbeit, wo ich zwei Verantwortlichen untergeordnet war: der eine in Bezug auf den technischen Bereich, der andere aber,  bedingt gesagt, wie ein Stratege, der einen Plan zeichnet. Es geschieht so, dass der Hauptverantwortliche irgendeine Arbeit bezeichnet, und der andere sagt schon unmittelbar daraufhin, was zu tun ist, er plant und richtet, was und wie es vor sich gehen soll (zum Beispiel einen Eimer nehmen, ihn dort hinbringen, dort einen Nagel einklopfen, die Bretter sägen). Nun ist es klar, was für ein Bild das ist, ja? Und es ergibt sich so, dass die Arbeit, die von jenem Menschen bezeichnet wurde, der das unmittelbar verteilt, was jeder Mensch am heutigen Tag machen soll, verschoben wird.“
104. „So sag dies auch. Wenn man das nächste Mal beginnt, dir den “genialen“ Plan der Handlungen auf strategische Weise zu zeichnen, so sage: „Dies zu machen, wird nicht gelingen, weil ich einen Verantwortlichen habe, und die Situation in der Praxis gezeigt hat, dass diese Arbeit verschoben wird, mir wird vorgeschlagen, etwas anderes zu tun. Und ich werde gezwungen sein, dies zu machen, weil es unmittelbar derjenige ist, der sich direkt neben mir befindet.“ Lass sie dann irgendwie unter sich einig werden.“
105. „Vielleicht werden sie sich auch einig werden. Aber ich frage wegen mir.“
106. „Du hörst auf denjenigen, der neben dir steht, den Verantwortlichen, und das ist alles. Und was willst du fragen?“
107. „Und wenn bald einer auf mich zukommt, bald ein anderer...“
108. „Wenn du eine Störung siehst, so sage: „Ich kann dies nicht machen, weil nun jener Mensch mir sagt, das andere zu tun. Werdet unter euch einig, auf wen ich eigentlich hören soll.“
109. Und so... mach alles. Dieser sagt: „Bring den Eimer“ - du nimmst ihn, trägst ihn hin. Der andere steht da: „Was machst du, du sollst doch dorthin gehen“ - du stellst den Eimer  ab und gehst dorthin. Und du wirst es richtig machen. Der eine wie der andere sind die Verantwortlichen, du machst dies, als auch das. Und dort sehen sie schon die Störung: „Komisch, warum hast du das nicht gemacht?“ Sage: „Ich habe nach dem Willen des Verantwortlichen gehandelt.“
110. „Klar. Die Frage läuft einfach darauf hinaus: „Kann ich – wenn ich sehe, dass ich nicht verstehe, was ich tun soll – einfach auf die Arbeit verzichten? Gibt es hier dann keinen geistigen Verlust für mich?“
111. „Ich erzähle, erzähle, wie es richtig zu machen ist, und du führst Mich zu einer ganz anderen Frage: „Kann ich in dem Fall, wenn ich gar nichts verstehe, überhaupt nichts machen?“.“
112. „Kann man weggehen, ablehnen und sagen: “Leute, ich verstehe nicht, was ich machen soll“? Oder einfach ohne jedwede Begründung weggehen und sagen, dass ich dies nicht machen werde, dass ich dies nicht will...“
113. „Aber Ich habe dir doch schon den Hinweis gegeben, wie du dies richtig machen kannst.“
114. „Klar. Aber es gibt irgendwelche zusätzliche Details... Na, sieh mal... kann ich irgendeine unmittelbare Arbeit ablehnen, wenn ich komme, schaue, und ich weiß nicht, wie ich es machen soll?“
115. „Du fragst einfach: „Ich weiß nicht, wie ich es machen soll. Erklärt es mir ausführlicher“.“
116. „Man zeigt es mir sozusagen.“
117. „Solange du nicht verstehst, was du machen sollst, frage noch einmal nach: „Und wie soll ich dies hier nehmen – ich habe es nicht verstanden; und wohin soll ich dies da schieben – ich habe es nicht verstanden; mit welchem Finger soll ich drücken – ich verstehe nicht...“ Lass sie es dir ausführlich erklären, bis sie sagen: „Hör mal, geh schon, du kapierst ja gar nichts.“
118. Dann brauchst du nicht zur Arbeit gehen, wenn du siehst, dass du nichts, was man dir hier sagt, verstehen kannst. Aber du hast alles dafür getan, um zu verstehen. Aber wenn du ganz und gar nichts verstanden hast, und sie halten dies schon nicht mehr aus...“
119. „So sage ich einfach: „Leute, ich gehe vielleicht besser. Bittet irgendeinen anderen“?“
120. „Solange du das nicht präzisierst, was man aber tun muss, darfst du nicht weggehen.“
121. „Die reale Situation ist die – du fragst fünfzehn, zwanzig Mal dasselbe... dem einen, dem anderen erzählst du das, was der eine gesagt hat, was der andere, was der dritte... solch ein Trubel... so zehn Mal ein und dasselbe muss man wiederholen, dem einen, dem zweiten, dem dritten...“
122. „Na, normal. Ihr lernt doch kommunizieren.Das ist Die Schule, vergiss das nicht. Alles, was ihr hier macht, das gehört zur Schule, zu den Lektionen.
123. Ihr lehnt viele Erscheinungen, warum auch immer, ab, mit der Meinung, sie seien nicht wichtig, sie seien ein Hindernis, das eure normale geistige Entwicklung stören würde. Dies ist ein riesengroßer Fehler. Ich habe schon mehrmals gesagt: alles, was hier unter euch vor sich geht, - dies alles sind Lektionen der Schule, ihr lernt kommunizieren.
124. Wenn es nötig ist, so wird jemand hundert Mal bitten, ihm zu helfen, zu erklären – erklärt ihm dann hundert Mal ein und dasselbe, sucht, wie ihr das machen werdet, geht schöpferisch da heran. Eure Aufgabe ist es, dem Menschen etwas nahezubringen, damit es ihm klar wird. Vielleicht kann er es wirklich nicht verstehen. Folglich liegt die Schuld nicht bei ihm, die Schuld resultiert daher, dass ihr nicht richtig erklären könnt.
125. Und ihr lernt, Varianten zu suchen, ihr tretet da schöpferisch heran. Nicht einfach –  aufstampfen: ach du, du Dummer, verstehst aber auch gar nichts! - und geht ärgerlich davon. Das ist nicht richtig, dabei handelt es sich schon um eine ungelöste Aufgabe, eine nicht richtig absolvierte Unterrichtsstunde.“
126. „Es verhält sich also so, dass, wenn ich einem anderen Menschen, der fähiger ist, vorschlage, diese Frage zu lösen und weggehe, dann ist dies schon mein Verlust?“
127. „Natürlich. Du gehst weg – und was? Nun bist du weggegangen, stehst abseits, wartest...“
128. „Doch nicht so. Es gibt viel anderes zu tun. Ich gehe einfach an eine andere Arbeit.“
129. „Wie denn, eine andere? Du bist doch dafür nicht vorgeschlagen worden, dort wartet keiner auf dich.“
130. „Man hat mir dies und auch das aufgetragen  zu machen.“
131. „Wenn man dich eine Wahl hat treffen lassen, dann kannst du natürlich selbst das wählen, was am günstigsten ist, wo es für dich geklärt ist und deinen Kräften entspricht.“
132. „Es gibt dort einen Haufen Arbeit...“
133. „Dann entscheide selbst, dann wähle selbst. Aber renne nicht vorschnell von der Stelle weg, wo es notwendig ist, es richtiger zu machen, beeile dich nicht, schnell etwas abzulehnen, versuche zu klären.
134. Du kommunizierst doch, du lernst, mit deinen Mitmenschen  den Kontakt zu verbessern. Du hilfst auch ihm, tiefer und besser zu verstehen , und bemühst dich auch, etwas für dich selbst zu verstehen, was er versucht, dir nahezubringen.
135. Wenn du ihm jedoch mehr präzisierende Fragen stellst, so lernt er auch, genauer nachzudenken. Er beginnt zu begreifen, dass er etwas nicht bis zu Ende ausgesprochen hat, er berücksichtigt deine Meinungen, irgendwelche Ansichten von dir, er versucht, irgendeine bestimmte Idee von sich genauer zu beschreiben. Das heißt, er lernt schon zu denken. So verläuft doch der Prozess der Entwicklung, darum soll man nicht voreilig wegrennen.“
136. „Gut, danke. Also soll man sich sozusagen maximal bemühen es zu machen, allen alles mitteilen, alles sogar umfassend erklären.“
137. „Ja, stimmt. Und dann, wenn du wirklich siehst, dass die Situation etwas an eine Sackgasse erinnert, so entschuldige dich dann und sage: „Na, entschuldige. Ich bin einfach so dumm, dass ich überhaupt nicht kapieren kann, was du versuchst, mir aufzutragen. Ich gehe schon lieber Brennholz hacken, da braucht man sowieso Hilfe, und hier kapiere ich nichts“.
138. Aber beschuldige ihn nicht, dass er dumm sei und dir nicht den Gedanken nahezubringen vermag. Wichtig ist, dass du diesen Fehler nicht machst. Du gehst ausschließlich nur deswegen beiseite, weil du der Dumme bist.“

139. „Lehrer, ist es normal, ein Buch des Letzten Testaments als Glaubenssymbol auf den Altar in der Kapelle zu legen und es nicht dafür zu verwenden, um darin zu lesen?“
140. „Nicht dafür verwenden?“
141. „Ja, das vom Altar.“
142. „Möglich. Auch das ist möglich so. Wenn ihr so eine Regel aufstellt, dann kann man es so machen, so ein Schritt ist zulässig. Wenn dies das einzige Buch ist und man es nicht woanders zum Lesen entnehmen kann, dann wäre dieser Schritt nicht richtig.
143. Es handelt sich dabei um ein eigenartiges psychologisches Spiel, das in diesem Fall zulässig ist. Aber, wie Ich schon berichtigt habe, so muss es auch mit irgendeiner vernünftigen Herangehensweise verbunden sein. Damit es nicht zu einer zusätzlichen Einschränkung für die Gläubigen selbst kommt, wo sie irgendein Symbol schaffen und es für sie selbst dadurch ungünstig wird: man kann Es jetzt nicht lesen.“
144. „Und wenn der Mensch so ein Verständnis hat, dass er das Letzte Testament an einer beliebigen Stelle und zu beliebiger Zeit nehmen und lesen kann, bringen wir dann keinem die Versuchung, die Altarordnung zu verletzen?“
145. „Nun, an einem beliebigen Platz – das ist auch so eigenartig... Es gibt bei euch viele unterschiedliche Bedingungen. Der Mensch geht einfach so daher, schaut bei irgendwem ins Haus, nimmt Das Buch und geht lesen. Und das gehört auch zu der Formulierung “beliebiger Platz“.
146. Das heißt, man hat vorbeigeschaut, einfach so, ohne im voraus zu fragen, ohne Bescheid zu geben, er nimmt Das Buch (er sah das Letzte Testament, oder er wühlte da herum, suchte – aha, da ist Es ja) und er geht woanders hin, um Es zu lesen. Dies gehört auch zu der Formulierung “beliebige Stelle“. Daher, wenn die Frage so gestellt wird, so ist sie an sich nicht richtig.
147. Dann soll er für sich präzisieren, was man unter “beliebigem Platz“ versteht. Oder dann einfach konkretisieren: darf man in der Kirche vorbeischauen, um Das Buch zu nehmen, das da einfach nur als ein eigenartiges Symbol hingelegt wurde. Dann darf man es nicht. Wenn die Regel so festgesetzt wurde, darf man es nicht. Wenn ihr abgemacht habt, irgendeine Bedingung bestimmt habt, die tatsächlich zu keiner Schwierigkeit bei den Gläubigen führt, sie nicht stört, sie nicht hindert, das Letzte Testament zu erkennen, - nun, das ist normal, so eine Regel ist zulässig.“
148. „Gut. Noch eine Frage. Ist es normal zu erlauben, sich vor dem Hintergrund des Altarteiles in der Kirche fotografieren zu lassen?“
149. „Besser ist es, dies nicht zu tun. Das hat einen gewissen negativen Charakter für den Menschen selbst. Sein Wunsch, sich vor dem Hintergrund des Altares fotografieren zu lassen, hat in Wirklichkeit keinen positiven Charakter. Dieser Wunsch hat eine Schattierung, die nicht wohltuend ist.
150. Ihr bedenkt doch ebenfalls viele Handlungen: wofür und warum ihr etwas macht. Und wenn ihr beginnt, dies zu erklären, dann werdet ihr keine positive Schlussfolgerung finden.
151. Wenn dies unvermeidlich geschehen ist, ihr wusstet es nicht einmal, ihr habt euch fotografieren lassen (ihr wolltet plötzlich an dieser Stelle ein Bild haben, und unerwartet entdeckt ihr selbst – oh!, es hat sich mit dem Altar im Hintergrund ergeben), - das ist eine andere Sache. Darunter, dass ihr euch am Altar fotografieren lassen wollt, werdet ihr keine positive Erklärung finden.“



Girlande

Kapitel  14

1. Der  sechste Oktober. Das Treffen mit dem Lehrer im Tal der Verschmelzung.
2. „Haben wir es richtig gemacht: Wir haben einen Bruder aus der Einigen-Familie ausgeschlossen, als er selbstständig entschieden hat, nicht die 20% seines Verdienstes für die Fonds abzugeben, und einige Male kam er nicht in die Versammlung, ungeachtet der Einladung, wo seine Verstöße thematisiert werden sollten, und er nicht die Entscheidung des Wirtschaftsrates erfüllte (gemäß dem Hinweis eines Priesters), die allwöchentliche Rechenschaft über die erarbeiteten Finanzmittel abzulegen?“
3. „Richtig. Ein beliebiges Mitglied der Einigen-Familie soll automatisch die Einige-Familie verlassen, wenn das nicht erfüllt wird, was von der Familie festgesetzt wurde. Wenn es keine Entschuldigungsgründe gibt, das heißt, Gründe, die ihn nicht das tun ließen, worum man ihn gebeten hat, dann ist es in diesem Fall schon nicht richtig, in der Einigen-Familie zu bleiben.
4. In der Einigen-Familie müssen sich alle den inneren Einstellungen, die dort festgesetzt werden, unterordnen. Das betrifft doch die Organisation irgendeiner gemeinsamen Tätigkeit.
5. Man kann nicht eine gemeinsame Tätigkeit erfolgreich durchführen, wenn jedermann seine Bemühungen so anwendet, wie es ihm einfällt. Dann ist es unmöglich, eine gemeinsame Bemühung erfolgreich durchzuführen. Die ist dann ursprünglich zu einem Misserfolg verurteilt, weil jeder von euch seine eigene Sicht auf die sich ereignende Realität hat, seine Empfindungen, Sorgen, und ihr alle seht dieselbe Wirklichkeit unterschiedlich.
6. Darum, wenn jedermann sich nur so bemüht, wie er es in diesem Moment sieht, werdet ihr in der Regel nicht in eine Richtung handeln. Wenn wir über Einheit sprechen, so verstehen wir darunter gemeinsame, einheitliche Bemühungen. Und dies sind vereint festgelegte Bedingungen, die zu erfüllen sind, und ihr bemüht euch, sie gehorsam zu erfüllen.
7. Eine andere Sache ist es, wenn es zu einer Störung kommt. Aber ihr werdet diese Störung besprechen, von verschiedenen Seiten betrachten und sie nach euren Möglichkeiten lösen, damit sie bei euch ausgeschaltet wird. Aber dies alles soll mit der Zeit auf natürliche Weise gemacht werden.
8. Aber sich bemühen, das zu erfüllen, was in der Einigen-Familie festgesetzt wird, soll jedes Mitglied der Familie. Wenn er davon weggeht, sich bemüht, diese Regeln zu umgehen, dann hört er schon auf, ein Mitglied der Einigen-Familie zu sein. Das heißt, er ist innerlich, psychologisch gesehen, schon nicht mehr in der Familie.
9. Das ähnelt beinahe dem, wie wir über das gemeinsame Leben von Mann und Frau sprechen. Wo ihre Ehe anscheinend fixiert ist, es sozusagen auch eine Familie gibt, es Dokumente gibt, die bestätigen, dass sie eine Familie sind, aber hinsichtlich ihrer gegenseitigen Beziehung kann man schon sagen – sie haben aufgehört, eine Familie zu sein, diese Familie existiert nur formal auf dem Papier, aber in der Tat gibt es sie faktisch, gemäß ihren tatsächlichen Bekundungen, nicht.
10. So auch hier. Er schien auch in der Einigen-Familie zu sein, zeigte aber mit seinem Benehmen , dass er in Wirklichkeit nicht in der Einigen-Familie ist. Und es bleibt euch nur, diese Formalität einfach zu beseitigen. Dies soll auf ganz natürliche Weise geschehen.
11. Darum, wenn es so ist, wie die Frage gestellt wurde, soll ein beliebiges Mitglied der Einigen-Familie, wenn es als Mitglied der Familie galt, natürlich aus dieser formellen Liste ausgeschlossen werden, weil es psychologisch gesehen nicht mehr in der Familie ist.“

12. „Ein zehnjähriger Junge bittet ab und zu, dass man ihm die Audio-Aufnahmen von den Treffen des Lehrers einschaltet, um sie zu hören. Das Letzte Testament liest er selbst nicht. Wie ist es besser: ihm beliebige Treffen nacheinander einzuschalten, oder zum Beispiel die Treffen mit den Halbwüchsigen und die Fest-Treffen zu wählen?“
13. „Nun, diejenigen, die für sein Begreifen am zugänglichsten sind. Schauen kann man eigentlich, was gerade besser einzuschalten ist.
14. Man kann ab und zu nachfragen, was er aus all dem verstehen konnte, was er während des Zuhörens begreifen konnte. Man kann sozusagen beiläufig versuchen nachzufragen, um zu sehen, was von ihm verstanden wurde... oder es handelt sich dabei um ein anderes formelles Ding.“
15. „Seine Mama ist insofern besorgt, dass man dem Kind die negativen Seiten unseres Lebens wird erklären müssen.“
16. „Das ist Mir nicht klar. Eine Menge an Negativem gibt es in ihm, gibt es jetzt und wird es geben. Und man muss lernen, dies alles zu verstehen. Er muss auch sehen, was die Mitmenschen machen und darauf richtig reagieren können.
17. Hier wird er unvermeidlich die Fehler derjenigen antreffen, die sich sozusagen für Mitglieder der Einigen-Familie halten, sich sozusagen als Gläubige bezeichnen. Er kann elementare Fehler sehen, die dieser Mensch zulässt, und das Kind wird natürlich in diesem Fall richtig reagieren müssen, nicht aber irgendwelche globale Beschuldigungen hervorbringen.
18. Das Kind muss begreifen, dass dieser Mensch in diesem Fall nicht fähig war, etwas zu erfüllen, er strebt danach, aber natürlich kann es vorkommen, dass nicht alles gelingt.“

19. „Eine Frage von der Einigen-Familie. Wenn es in der Einigen-Familie unterschiedliche Meinungen über einen groben Verstoß gab, ist dann der Versammlungsleiter verpflichtet, einen Menschen zu bezeichnen, der die Frage (weitergeleitet zum Berg, A.d.Ü.) stellen wird, weil in der Versammlung keine Freiwilligen erschienen sind, um dies zu tun? Wenn der Leiter diese Handlung nicht veranlasst hat, ist das dann dessen Verstoß?“
20. „Das heißt, die Einige-Familie selbst stellt keine Frage, aber die Meinungen sind unterschiedlich?“
21. „Zum Beispiel gibt es erhobene Hände bei der Abstimmung dafür, dass dies ein grober Verstoß sei, und es gibt erhobene Hände dafür, dass dies ein einfacher Verstoß sei. Wenn es sich um einen groben Verstoß handelt, so folgt daraufhin schon der Ausschluss aus der Einigen-Familie. Und darum schweigen die Menschen, keiner entscheidet sich dafür, eine Frage zu bilden. Der Leiter schweigt auch.“
22. „Und wer hat diese Frage überhaupt thematisiert? Jemanden hat doch dieses Thema beunruhigt?“
23. „Ja, das ist ja auch die Frage.“
24. „Und derjenige, den das beunruhigt hat, will auch keine Frage formulieren?“
25. „Man schweigt.“
26. „Das ist eine negative Seite der Einigen-Familie. Dies spricht von noch geringer psychologischer Reife. Einer sehr geringen. So wird es schwer sein, Disziplin und erfolgreiches Zusammenwirken zu organisieren, sehr schwer.
27. Nun, was kann Ich hier sagen? Wenn man die Frage nicht aufstellen will , dann kann man das Problem auch nicht lösen. Aber wenn zu bemerken ist, dass das Problem nicht gelöst wird und es weiterhin besteht, dann kann die Familie durchaus annulliert werden. Das heißt, diese Formalität aufzuheben, dass es dort sozusagen eine Einige-Familie gibt.
28. Wir überführen sie einfach aus dieser Kategorie “vorhanden“ in die Kategorie “nicht vorhanden“. Wir werden sie ausschließen und werden dieser Ortschaft keine Aufmerksamkeit mehr schenken, wenn es um die Anwesenheit einer Einigen-Familie in dieser Ortschaft geht. Dort gibt es keine Einige-Familie. Es gibt einfach eine Gruppe von Menschen, die sozusagen danach streben, etwas Richtiges zu machen, aber das Vorhandensein der Familie wird dort nicht betrachtet . So kann es auch durchaus sein.
29. Und auf was kann dann hier noch hingewiesen werden... Die Initiative muss nur bei euch vorhanden sein. Wenn es diese Initiative nicht gibt, dann sind eure Orientierungen nicht richtig. Und wenn ihr eine nicht richtige Orientierung habt, so geratet ihr unbedingt in eine Sackgasse, unbedingt. Dann kann es für einen schon zu spät sein.“

30. „Eine Frau, die kein Mitglied der Einigen-Familie ist, beschuldigt uns, Sachen gestohlen zu haben, die wir nicht gesehen und auch nicht weggenommen haben, mit der Begründung, dass wir in ihrem Haus gewohnt haben, und sie fordert, dass wir ihr diese Sachen bringen. Wäre es unter diesen Umständen richtig, dass wir ihr unsere Sachen abgeben, oder neue für sie kaufen? Sie fordert unsere Sachen anstelle der ihren.“
31. „Will sie, dass ihr anstelle ihrer Sachen eure Sachen abgebt?“
32. „Ja, das ist unsere Frage.“
33. „Nein, das ist nicht richtig, sie auf diese Weise zurückzugeben. Ihr habt das Recht, so zu handeln, wie ihr es seht. In diesem Fall, wenn ihr aufrichtig seht, dass der Mensch in Wirklichkeit Unwahres spricht, und von euch das fordert, was ihr nicht genommen habt, so müsst ihr dies nicht erstatten und vergüten, worum der Mensch da bittet.“
34. „Aber der moral-ethische Rat der Einigen-Familie gibt uns den Hinweis, dass wir bei dem Menschen eine Anspannung verursachen, folglich sollen wir die Einige-Familie verlassen.“
35. „Das ist ein nicht richtiger Hinweis, ein nicht fachkundiger Hinweis. Und was ist denn mit all dem zu machen, was Ich euch bis jetzt mehrmals gesagt habe? Rechtschaffene Handlungen können bei einem anderen Menschen leicht eine Anspannung hervorrufen. Gerade rechtschaffene Handlungen.
36. Wenn diese richtigen Handlungen neben einem Menschen vollzogen werden, der nicht danach strebt, richtig zu leben, dann beginnt ihr damit, sein nicht Rechtschaffenes zu betonen, er wird dies verspüren. Dies wird ihn beunruhigen, er wird ernsthaft verwirrt sein. Das kann sogar Aggressionen hervorrufen. Aber das bedeutet doch nicht, dass ihr aufhören sollt, richtig zu handeln. Überhaupt nicht.
37. Weshalb das eigentliche Vorhandensein von Unzufriedenheit bei einem Menschen – wenn neben ihm jemand richtig handelt, überhaupt keine Ursache für eine Befriedigung des Wunsches des Menschen darstellt, um damit dessen Unzufriedenheit abzustellen, den anderen zu erfreuen. Darum ist der Hinweis in diesem Fall nicht fachkundig.“

38. „Lehrer, war es ein Fehler des Mannes (in seiner Naturfamilie gibt es fünf nicht volljährige Kinder), dass er die Verantwortung für eine weitere Frau übernommen hat (er hat ein Dreiecksverhältnis gegründet), einer Frau, die nicht in der Einigen-Familie ist und fünf nicht volljährige Kinder großzieht? Der Mann und seine Ehefrau haben einen großen Haushalt (eine Kuh, ein Pferd, Ziegen), und die Einige-Familie meint, dass sie sich kaum selbst versorgen können (die Einige-Familie hilft und auch die Verwandten). Sie haben sich nicht im voraus mit der Einigen-Familie beraten, wo seine Ehefrau, als sie von den beidseitigen Gefühlen des Mannes und dieser anderen Frau erfuhr, ihn völlig frei hat handeln lassen.“
39. „Zu viele überflüssige Details, was hat das mit Kühen zu tun, wenn das Übernehmen von Verantwortung für eine andere Frau betrachtet wird?“
40. „Die Einige-Familie sieht einfach eine große Schwierigkeit...“
41. „Was für eine Schwierigkeit? Das Vorhandensein von Kühen haben wir nicht betrachtet, als wir über die Möglichkeit gesprochen haben, Verantwortung  für eine Frau zu übernehmen. Eine Schwierigkeit kann nur in der Verletzung des Gesetzes liegen.
42. Das Richtige beim Erfüllen dieses Schrittes liegt nicht daran, ob irgendwelche wirtschaftlichen Objekte vorhanden sind, sondern daran, wie man diesen Schritt von einem Menschen zum anderen überhaupt richtig vollziehen  muss. Nur dort kann ein Fehler betrachtet werden, keinesfalls aber wegen dieser oder jener Objekte, die vorhanden sind.“
43. „Gut. Versteht man es richtig so, dass es dadurch bestimmt sein wird, ob diese Naturfamilie in der Einigen-Familie sein wird, sodass...“
44. „Mir ist vorläufig das Problem noch nicht klar, wo ein fehlerhafter Schritt des Menschen betrachtet wird.“
45. „Nun, man meint, dass er seine fünf Kinder habe...“
46. „Selbst diesen Teil soll man nicht betrachten.“
47. „Die Einige-Familie hat keinen groben Fehler gesehen. Es wurde als ein schöpferischer Fehler betrachtet, dass er die Einige-Familie nicht im voraus hat wissen lassen, dass sie beabsichtigt hatten, die Verantwortung füreinander zu übernehmen.“
48. „ Die Einige-Familie? Und hat er seine Naturfamilie das auch nicht wissen lassen?“
49. „Seine Frau hat ihm diese Handlungen gestattet.“
50. „In diesem Fall darf die Einige-Familie dies nicht entscheiden. Das wird individuell entschieden. Das Gründen einer Familie solchen Charakters wird nur durch die Naturfamilie selbst bestimmt. Dies entscheidet nicht die Einige-Familie.
51. Das heißt, ihr entscheidet euch für diesen Schritt, und im weiteren kann schon die Einige-Familie betrachten, inwieweit sie Kräfte hat, die größer gewordene Familie zu betreuen. Aber sogar in diesem Fall bedeutet das nicht, dass man die Einige-Familie verlassen soll.
52. Das Einzige, was sein kann, wenn die Einige-Familie nicht imstande ist, etwas zu machen, wobei sie sagt, dass sie in diesem Fall keine Möglichkeiten findet, noch einen weiteren Menschen zu versorgen. Dann muss einfach der Mensch, der diese Verantwortung übernommen hat, irgendwelche seiner Unternehmungen aktivieren, um schon den Bedarf des neuen Menschen zu decken.“
53. „Das heißt, wenn die Einige-Familie die Möglichkeit nicht sieht, aufzunehmen...“
54. „...diese ganze Familie, die größer wurde...“
55. „Dann verlassen sie sie, so findet das statt...“
56. „Ich habe schon gesagt, dass, wenn sie in der Einigen-Familie waren und eine Vergrößerung eingetreten ist, so bedeutet das überhaupt nicht, dass sie die Einige-Familie verlassen sollen, selbst dann nicht, wenn die Einige-Familie sie nicht betreuen kann. Das bedeutet das überhaupt nicht. Dieser Teil wird einfach beraten.
57. Viele treten nämlich in die Einige-Familie ein, wenn zum Beispiel eines der Mitglieder ihrer Naturfamilie nicht in der Einigen-Familie ist, der Mensch aber will aufrichtig an allem in der Einigen-Familie teilnehmen. Er wird aufgenommen, er hört sich die Treffen an, mit allen nimmt er an allem teil, arbeitet...
58. Aber in diesem Fall gibt es so ein Detail – seitens der Einigen-Familie kommt keine Hilfe für diesen Hof, weil es dort einen Menschen gibt, der nicht in die Einige-Familie eintreten will, und folglich löst er dieses Problem selbstständig. Nur durch dieses Detail unterscheidet er sich von den Mitgliedern der Einigen-Familie. In allem anderen ist er ein Mitglied der Einigen-Familie.
59. So ist es auch hier. Worin besteht die Schwierigkeit? Warum soll man unbedingt die Einige-Familie verlassen? Wenn die Einige-Familie die neue Frau nicht ernähren kann (die Lebensmittel wurden für alle verteilt, es reicht gerade so aus, aber für eine weitere Person nicht), so bedeutet das überhaupt nicht, dass man die Einige-Familie verlassen muss. Dann soll einfach der Mann, der die Verantwortung übernommen hat – wie Ich schon sagte – seine Unternehmungen aktivieren, und diese nicht abgedeckte Lücke mit Lebensmitteln auffüllen.“
60. „Es ist einfach so, diese Frau hat noch fünf Kinder.“
61. „Die Einige-Familie der gläubigen Menschen soll immer danach streben, all denen zu helfen, die bereit sind, mit ganzem Herzen in diese Einige-Familie einzutreten und mit allen zusammen diesem wahren Weg zu folgen. Das heißt, ihr sollt dieses Streben unbedingt  haben, es soll erstrangig sein. Und weiter seht schon, was gelingt.
62. Umso mehr, wenn es um Kinder geht. Ihr müsst euch bemühen, überhaupt alle Kinder zu versorgen, überhaupt, ohne Frage, ob unerwartet Tausend Kinder erscheinen – ihr sollt sie aufnehmen, wie schwer es euch auch sein mag. Wem werdet ihr sonst ähneln, wenn ihr sagt: „Oh, so viele Kinder nehmen wir nicht, spaziert weiter im Wald herum“? Prächtig, das werden wundervolle Gläubige sein!... - lächelte der Lehrer.
63. Darum, wenn wir von Kindern reden, vergesst sowieso das Thema, wie schwer sie auch zu versorgen sind. Versorgt sie. Macht es so, dass ihr sie versorgt bekommt.“

64. „Ist so ein Verständnis richtig, dass Männer, die mit der Verantwortung für die Ehefrau und die Kinder belastet sind, sich erst mit einem Priester oder dem Lehrer beraten sollten, bevor sie den Schritt zu einer zusätzlichen Verantwortung vollziehen (gemeint: Dreiecksbeziehung eingehen)?“
65. „Das Dreieck betrachten wir nicht als irgendeine nutzbringende Notwendigkeit, eine rationale, wo wir technische Seiten abwägen: „Ja, dieser Mensch hat solche Kräfte, und wir haben hier dies nötig, hier ist ein Bau nötig, hier muss man Essen zubereiten... Also, wer kann kochen? Ich brauche ein “Dreieck“. Ihr sucht es doch nicht so.
66. Wir sprechen vor allem von Gefühlen. Das Dreieck – das ist mit Gefühlen verbunden. Wenn es mit Gefühlen verbunden ist, wenn man Freunde sein kann, wenn die Fähigkeit besteht, dass man zusammenziehen kann, füreinander die Verantwortung übernehmen kann, friedlich sein kann und noch zu mehr wohlbringenden Handlungen fähig ist, - worüber soll man sich in so einem Fall noch beraten? Ein Rat wird hier schon unangebracht sein, das muss gerade die Familie selbst bestimmen.
67. Ihr nehmt nämlich noch einen Menschen mit in eure Familie auf, folglich müsst ihr auch die Verantwortung für denjenigen tragen. Es handelt sich nicht um einen Teddybären, wo ihr, nachdem ihr mit ihm gespielt habt und es langweilig wurde, ihn beiseite legt. Nein, es handelt sich um einen Menschen. Wenn ihr ihn aufgenommen habt, dann dürft ihr daraufhin nicht zu schreien beginnen: „Nein, das gefällt uns nicht, so geht das aber nicht!“ So etwas darf man schon nicht sagen.
68. Wenn ihr die Verantwortung übernehmt, müsst ihr euch bemühen, sie bis zu irgendwelchen Grenzen hin zu erfüllen, Grenzen, die wir vormals schon als Ausnahme betrachten konnten, wo in so einem Fall schon eine Übertreibung stattfindet und dazu auch noch eine ernsthafte.
69. Von daher wägt das die Familie selbst ab. Und sie lässt die anderen einfach wissen: „Leute, wir haben eine solche Freude!“ Und alle rufen: „Hurra!“
70. Nicht aber in der Weise: „Und wie denn so? Was ist das denn? Jetzt gibt es da noch einen. Und ich möchte nicht mit jemandem etwas teilen... Muss ich dorthin noch arbeiten gehen, ja“. Wenn ihr so darüber nachdenkt, was ist das dann für eine Einige-Familie? Ihr könnt lediglich rufen: „Hurra! Prima! Wir wünschen euch Glück. Wir werden euch bei allem helfen, womit wir auch immer helfen können.“ Wo ist eure positive Herangehensweise, eine solche, die den Menschen helfen will?
71. Ihr seid doch schon eine Einige-Familie, ihr müsst euch eigentlich über die Vergrößerung eurer Einigen-Familie freuen. Je größer sie ist, umso stärker ist sie, umso besser ist sie; vielleicht kann sie mehr Positives erfüllen. Wenn alles richtig gemacht wird, kann sich dies nur in die bessere Richtung ändern, nicht aber in die schlechtere.“

72. „Ist es richtig, dass einer, der wegen der Handlungen eines anderen bedrängt ist, bei diesem anderen persönlich nachfragt? Oder kann dies aufgrund eigener Initiative eine dritte Person tun, wobei sie die schwierige zwischenmenschliche Beziehung und den bestimmten Grad voreingenommenen Verhaltens dieser beiden berücksichtigt? Also, zwei Personen bedrängen einander und können nicht ruhig miteinander sprechen. Kann eine dritte Person ihnen helfen, die Situation zu klären?“
73. „Natürlich, natürlich. So soll es auch sein – dass eine dritte Person dabei ist.“
74. „Eben anwesend?“
75. „In diesem Fall soll diese Rolle vor allem ein Priester spielen.“
76. „Und bei uns in Guljaewka gibt es keinen Priester.“
77. „Vertraut dann dies so einem Menschen an, der sich schon in der Praxis mehr oder weniger als einer gezeigt hat, der fähig ist, irgendeinen Dialog zu führen, zu helfen, zu raten, der Die Schrift gut kennt.“

78. „Handelt es sich um einen gewichtigen Grund, einen Bruder vorläufig nicht in die Einige-Familie aufzunehmen (so, wie dies die Mehrheit entschieden hat), weil der Bruder die Regeln der Leitung der Versammlungen regelmäßig verletzt, indem er emotional fordert, die angenommenen Entscheidungen zu erklären?“
79. „Wenn der Mensch die Regeln verletzt, so darf er nicht in der Einigen-Familie sein.
80. Einige Ausnahmen sind zulässig für denjenigen, der psychisch wirklich nicht genug ausgeglichen ist. Er darf die Versammlungen nicht besuchen. Es wird ihm einfach nicht erlaubt, in die Umstände zu geraten, die ihn leicht aus dem Gleichgewicht bringen.
81. Er muss dies auch selbst gut verstehen, nicht an dem Platz hochzugehen, wo er von den notwendigen Orientierungen schnell „abspringt“ und beginnt, ernste Fehler zu machen. Er muss sich doch auch um dieses Thema kümmern. Wenn er sich kaum zurückhalten kann, dann soll er solche Umstände lieber vermeiden.
82. Darum ist so etwas möglich. Aber dies kann als Ausnahme betrachtet werden, für irgendwelche einzelne Personen. Und nun arbeitet der Mensch, er nimmt an allem teil, lebt mit ganzem Herzen mit der Einigen-Familie, aber es ist dann für ihn wünschenswert, nicht an diesen Versammlungen teilzunehmen, wenn er  seine Emotionen nicht bewältigen kann.
83. Aber Ich betone: das soll als eine Ausnahme betrachtet werden. Weil dies ja die Arbeit an sich selbst ist, der Mensch muss lernen, sich zu beherrschen. Und ihr alle seid gewissermaßen  emotional. Wenn ihr nun von jenen Blockierungen, die ihr euch selbst während des Lebens angeeignet habt, befreit wäret, dann würdet ihr natürlich erst recht “ohne Zügel“ sein, so ein Lärm könnte dann losgehen!... Indem ihr die Freiheit gespürt habt und alles, was ihr habt, äußern wollt, werdet ihr einander überhaupt nicht zuhören, ihr werdet euch nur bemühen zu reden. Aber so wird sich eine große Unannehmlichkeit ergeben.
84. Daher gelingt es euch noch, Versammlungen zu führen, weil ihr Komplexe habt, und jemand von euch einfach Angst hat, sich zu zeigen, er bemüht sich zu schweigen, und wenn sogar er zu reden versucht, dann irgendwie zurückhaltend, mit Angst, irgendwie gehemmt. Dies ist gewissermaßen sogar günstig. Und in erster Linie muss man schon mit denjenigen ins Klare kommen, die doch mutig wurden...
85. Ja, und bei wem soll man anfangen? Natürlich muss man bei den Mutigen anfangen. Daher möchte Ich, dass die Mutigen keine Angst haben, sondern sich bemühen, ihre Schritte zu machen.
86. Aber nicht gleichzeitig hartnäckig ist wie ein Bock. Dass sie, indem sie ihre Schritte machen, gleichzeitig objektiv verstehen können, dass beim Aufzeigen irgendeiner Initiative auch durchaus Fehler vorkommen können. Und wenn sie durchaus auch Fehler machen können, dann warten sie auch auf einen Hinweis.
87. Wenn einer es zulässt, dass er Fehler macht, so ist er bereit zu lernen. Und wenn er dies nicht zulässt, ist es sinnlos, ihn auf etwas hinzuweisen, er ist noch nicht bereit zu lernen, er kann nur sich selbst anhören...
88. Und so, wenn der Mensch doch fähig ist, an sich zu arbeiten, es aber zulässt, nicht zurückhaltend zu sein und die Regeln der Einigen-Familie verletzt, dann soll man ihn nicht in die Einige-Familie aufnehmen.
89. Wenn es schon irgendwie bemerkt wurde, dass jemand sich in diese Richtung irgendwie äußert, so könnt ihr ihn dann für eine Probezeit in die Einige-Familie aufnehmen. Um eben zu sehen, inwieweit der Mensch wirklich begonnen hat, sich zu beherrschen, oder zumindest die Aufmerksamkeit darauf zu richten, inwieweit eine Tendenz zu seiner Veränderung vorhanden ist.
90. Das heißt, ihr seht, dass er bereit ist und er auch diese Bereitschaft äußert: „Ich bin bereit zu lernen. Gebt mir nur rechtzeitig Hinweise, wo ich mich halten soll“, und ihr könnt ihm so eine Möglichkeit bieten.
91. Ihr wisst, dass er impulsiv ist, er kann emotional sein, aber er hat sozusagen die Bereitschaft gezeigt, sich dann zu beherrschen, wenn ihr anfangen werdet, ihm rechtzeitig Hinweise zu geben, - das ist alles, ihr setzt für ihn einen Helfenden ein, der bei den Versammlungen neben ihm sitzt und rechtzeitig sagen kann: „Stopp, stopp, leise. Hier musst du dich schon beherrschen.“
92. Und weiter wird schon die Tendenz zu sehen sein – bemüht er sich wirklich, sich zu halten oder nicht (wenn er schon begonnen hat, schon Ende, er hört schon nicht mehr, wer da was sagt). Das heißt, wenn sich bei ihm alles automatisch abschaltet und der Mensch schon “zügellos“ ist, dann wird es natürlich keine Tendenz geben.
93. Dann wird er, indem er in der Versammlung ist, die Menschen in der Versammlung nur stören. Ihr werdet nur mit einem Menschen zurechtkommen und letztendlich vielleicht sogar auch versuchen, ihn irgendwie zurückzuhalten, weil er beginnen kann, sehr stark zu gestikulieren und laut zu schreien. Aber so etwas wird schon keine Versammlung sein.
94. Ihr könnt natürlich in diesem Moment leise weggehen, er aber wird weiter reden. Ihr versammelt euch woanders und führt euer Treffen weiter, er aber fährt fort, seine Gedanken in den leeren Raum zu Ende zu bringen. Man kann so eine Möglichkeit bieten, aber man muss schnell weggehen, solange er den Gedanken noch nicht beendet hat. Und wenn der Mensch von seinem Gedanken so mitgerissen ist, kann er nicht einmal bemerken, dass alle weg sind, - lächelte der Lehrer. -
95. Nun, natürlich ist so eine Anwesenheit auf der Versammlung nicht angebracht. Ihr habt viele verschiedene Probleme, verschiedene Themen zu lösen, und wenn sich so eine nicht zurückhaltende Nuance äußert, stört sie alles, eure Versammlung dehnt sich dann auf Stunden aus, und letztendlich könnt ihr nichts lösen.
96. Daher ist dies zulässig, aber in irgendwelchen einzelnen Fällen, wo es ein oder zwei Menschen (dies ist an irgendwelchen zusätzlichen Umständen zu sehen) erlaubt sein kann, auf solche Weise in der Einigen-Familie zu sein. Aber alle anderen müssen lernen, an sich zu arbeiten, ihre Emotionen zurückzuhalten, sich zu beherrschen, lernen, ihre Nächsten anzuhören. Das muss sein, das ist die Basis Des Gesetzes.“

97. „Ist es zulässig, einen Bruder zeitweilig (solange, bis sein Haus fertig gebaut ist) nicht in die Einige-Familie aufzunehmen, wenn es dort momentan schon so viele gibt, die bauen und für die schon kaum Hilfe geleistet werden kann?“
98. „Wenn ihr diesem Menschen kaum Hilfe leisten könnt und, da er an seinem Bau arbeitet, so wird er tatsächlich auch nicht am Leben der Einigen-Familie teilnehmen, warum soll man ihn dann formal in die Familie aufnehmen? Er wird dort sowieso nicht sein, er wird sich mit seinem Bau beschäftigen. Natürlich ist es so möglich.
99. Oder ihr habt Kräfte und könnt seinen Bau beschleunigen, gleichzeitig wird er auf irgendeine Weise auch am Leben der Einigen-Familie teilnehmen. Dann kann man ihn auch aufnehmen, dann kann man sehen, dass er auch an eurem Leben teilnimmt, und ihr könnt ihm auch noch helfen. Dann führt ihr schon eine gemeinsame Tätigkeit aus, ihr werdet schon zu einem einheitlichen Ganzen. Dann ist es normal, dies ist vernünftig.
100. Aber wenn er nur in der Liste stehen wird und weder ihr noch er am Leben der Familie teilnehmen könnt, warum soll man ihn dann in die Einige-Familie aufnehmen? Wofür? Um irgendwo in der Liste zu erscheinen? Nun, das wird eine Dummheit sein.
101. Daher muss man das hier rational anschauen. Betrachtet alles aufmerksam, logisch, rational, damit es sich hierbei wirklich um irgendeine Tätigkeit handelt, nicht aber um irgendeine Fiktion, irgendeine formale Erwähnung.“

102. „Ist sexuelle Befriedigung in jungen Jahren zulässig, wo der Halbwüchsige beginnt, seinen Körper kennenzulernen? Schadet dies der Seele oder dem Körper?“
103. „Das schadet der Seele nicht, was den Körper angeht – abhängig davon, inwieweit der Mensch mitgerissen ist und welche Handlungen vorgenommen werden. Der Seele schadet dies nicht. Das Erkennen seiner selbst ist kein Verstoß gegen das Gesetz.
104. Das Gesetz kann dann verletzt werden, wenn ihr beginnt, dieser Richtung zu folgen und anfangt, verschiedene Methoden zu benutzen, wo schon etwas einsetzen kann, was auch gefährlich werden kann, was entweder zu irgendwelchen Störungen in der Physiologie führen, oder noch jemandem Schaden bringen kann. Das heißt, dort können gefährliche Folgen auftauchen. Aber in der Frage selbst, so, wie du es ausgedrückt hast, gibt es keine Beeinträchtigung der Seele, das soll man nicht als damit gleichbedeutend  ansehen.“
105. „Und gibt es irgendeine Periode oder Etappe im Leben, wo dies schon nicht mehr angebracht ist?“
106. „Das hängt von verschiedenen Umständen ab. Man kann nicht eindeutig so etwas sagen, so eine Periode lässt sich nicht bezeichnen. Es gibt keine eindeutige Phase, kein Alter, keine Zahlen, bei welchen man sagen kann: „Bitte, das wär´s, das ist alles, hier ist die Grenze, jetzt nicht mehr“. Alles hängt von sehr verschiedenen Umständen ab.
107. Das ist der Natur-Teil des Menschen, gegen den man nicht kämpfen soll. Er soll organisiert werden, aber kämpfen, um ihn zu verriegeln, abzuschalten, das darf man nicht. So werden schon gerade dadurch die eigentlichen Grundlagen der Natur verletzt, was unvermeidlich eine psychische Abweichung verursachen wird, was seine Folgen haben wird.
108. Also, dies ist von der Natur gegeben, und das darf nicht ausgegrenzt werden. Aber dies zu organisieren, in Ordnung zu bringen, zu irgendeiner Kultur zu bringen -  das gerade ist eine wichtige Aufgabe für den Menschen.
109. Weil ihr ja keine Tiere seid, ihr seid Menschen, das heißt, euch ist das Schöpferische eigen, euch ist der Kulturanteil eigen, welcher euch zu einer Verbesserung von dem führt, was euch gegeben ist. Ihr kommt zu etwas, was interessanter ist, schöner ist, was interessante Früchte gibt, positive Früchte gibt. Dies ist das, womit ihr euch beschäftigt, wovon ihr euch mitgerissen fühlt, aber zuweilen begeht ihr ernsthafte Fehler. Aber dies ist nicht zu vermeiden.
110. Ohne Fehler zu machen, könnt ihr nicht verstehen, was euch fehlt. Indem ihr euch  von Fehlern mitreißen lasst, kommt ihr manchmal unvermeidlich zu irgendeiner Sackgasse, die euch zwingt, etwas zu durchdenken, was ihr früher für richtig gehalten habt. Das ist auch die Erkenntnis, das ist der Weg der Weisheit. Daher ist es unmöglich, euch sofort eindeutig in irgendeine Richtung zu führen und irgendwie zu zwingen, keine Fehler zu machen. Das ist unmöglich so zu machen.
111. Und vor allem muss denjenigen etwas erklärt werden und Hinweise gegeben werden, die reif geworden sind, ihre eigenen Fehler zu begreifen. Und der Mensch ist nur dann bereit, sie zu erkennen, wenn er selbst vermutet, dass er scheint´s etwas nicht richtig macht.
112. Gleich, nachdem der Mensch selbst in seinem Innern diese Schlussfolgerung getroffen hat, dass er anscheinend einen Fehler begeht, setzt bei ihm die Suche nach einer Lösung ein. Dann kann man mit ihm sprechen. Solange er sicher ist, dass er es richtig macht, ist es sinnlos, mit ihm zu reden. Er kann das Gehörte irgendwohin einspeichern, aber er wird dies nicht nutzen.“

113. „Soll man bei der Einigen-Familie um Erlaubnis fragen, wenn ein Mensch, der kein Mitglied der Familie ist, bittet, während seiner Abwesenheit den Ofen in seinem Haus zu heizen? Einige Mitglieder der Einigen-Familie befürchten, dass der Besitzer des Hauses materielle Beschwerden anmelden wird.“
114. „So eine Situation kommt leider vor, wo jemand etwas aufrichtig äußert, und es gibt den Nachhall, einen gemäß der Wahrheit richtigen Nachhall, und man beginnt, dem Menschen zu helfen, ihm entgegenzukommen, aber in irgendeinem Moment geschieht etwas mit seiner Stimmung, er wird unerwartet töricht und beginnt, irgendwelche Forderungen zu stellen.
115. Und da solche Situationen hin und wieder geschehen, führt dies zur Entstehung eines Komplexes und dazu, dass ihr doch anfangt, vom richtigen Weg abzuweichen. “Und was, wenn der Mensch irgendwelche Beschwerden äußern wird?“ - denkt ihr. Und was dann, sollt ihr ihm auf irgendeine Weise seine Bitte abschlagen, wird es sich so darstellen? Zu sagen: „Und wenn du dann Anforderungen stellst...“?
116. Aber in diesem Moment hat er gar keine solche Gedanken, er glaubt doch, dass alles normal verlaufen wird, er wendet sich im Guten an euch, er wartet auf Hilfe. Ihr aber sagt ihm: „Und was wenn sich herausstellt, dass du zu einem Schuft wirst, mich verklagen wirst?“ Und das wird irgendeine Dummheit sein, wenn ihr anfangt, so etwas zu sagen. Wie werdet ihr euch dann gegenseitig vertrauen können?
117. Natürlich muss man es machen. Wenn alles mit den Gesetzen der Wahrheit im Einklang steht, soll man entgegenkommen. Und dann schon, je nachdem wie es sein wird... nun, dann werden wir die Situation betrachten.
118. In gewisser Weise habe Ich heute schon die Antwort gegeben: wenn ein Mensch bei euch um das, was ihr nicht weggenommen habt, bittet, und ihr erinnert euch wirklich gut daran, so braucht ihr dem nicht nachzukommen. Weil das bei jedem von euch auf dem Gewissen liegen wird.
119. Aber die Folgen (im negativen Sinne) werden sich vor allem bei demjenigen einstellen, der lügt. Diejenigen, die in rechter Weise handeln, werden nichts davon abbekommen (in dem Sinne von etwas Schlimmem), sie werden etwas anderes bekommen, eine kleine Pastete, oder einen Lebkuchen. Aber es wird für sie keine Peitsche geben, sie werden sie nicht bekommen. Habt also keine Angst...“

120. „Guten Tag, Lehrer. Meine Berufung führt mich dazu, eine “Stadt des Glücks“ und eine Vernetzung der “Städte des Glücks“ in Russland zu gründen. Ist diese Richtung richtig? Wie sehen Sie das?“
121. „Ist es richtig, danach zu streben, “Städte des Glücks“ zu gründen?“
122. „Ja.“
123. „Nun, die Worte sind gut. Wenn dort wirklich Glück sein wird, warum dann nicht gründen?
124. Also das Streben selbst ist das eine. Das gehört zu so einer Bedingtheit wie eine Losung. Die Menschen können eine gute Losung vertreten, aber wie man sie erreicht, die Methoden...
125. Dies ist wie beim Kommunismus: es wird allen gut gehen, alle werden alles in Unmengen haben!...Ein wunderbarer Aufruf... Und nun erfahren sie: sieh mal! Auch dort gibt es Schurken, und da haben die Schurken etwas angerichtet... Nun, die Losung war eigentlich wirklich wunderbar.
126. Daher kommt alles darauf an, wie dies erreicht werden wird. Aber wenn wirklich etwas Gutes geschaffen wird, und die Menschen wirklich etwas im Leben machen, was wenigstens einen Schritt besser ist (mag es auch nicht ganz der Wahrheit entsprechen, jedoch in Bezug auf sich selbst), so ist dies wichtig.
127. Man kann nicht alle gleichzeitig zwingen, das Richtige zu tun. Die Menschen machen das Richtige allmählich, indem sie beginnen, sich diesem Richtigsten Schritt für Schritt anzunähern. Aber wenn der Mensch am heutigen Tag irgendeinen Schritt macht, aber am nächsten Tag begeistert ihn etwas und er etwas besser macht, - so ist dies prima, es ist das, was dem Göttlichen Vorhaben entspricht: der Mensch entwickelt sich. Daher, wenn dies durch Handlungen wirklich zum Besseren führen wird (mag dies den Menschen einen Schritt besser machen), prima, natürlich soll man dies machen.“
128. „Danke, Lehrer. Und die zweite Frage. Mein Herz und die Zeichen sagen mir, warum auch immer, dass dies irgendwelche Jugend-Städte sein sollen, wo es die Menschen mit offenem, reinen Herzen geben wird (obwohl das Alter auch unterschiedlich sein kann). Und ich benötige einen Hinweis, welche Grundlagen ich für die Gründung dieser Städte verwenden soll.“
129. „Und gerade dies ist das Wichtigste. Weil alles sein Gesetz hat, bei allem, was in Wirklichkeit, im Dasein, geschieht, gibt es Ein Gesetz. Diejenigen, die Ihm genau folgen, können maximal harmonisch leben. Alle, die Es weniger genau erfüllen, leben in so einem Maße unharmonisch, in dem die Ungenauigkeit geschieht.
130. Daher kommt alles darauf an, wer dieses Gesetz in seinem idealen Sinne geben kann, so, wie Es sein soll. Bei allem Übrigen... handelt es sich schon um eine Abweichung von Der Wahrheit.
131. Daher wird alles dadurch bestimmt, was die Menschen in ihrem Leben finden, welche Idee sie für sich als Gesetz annehmen, woran sie als das Richtigste zu glauben beginnen.
132. Dabei handelt es sich schon um die Psychologie des Menschen. Er wird dem folgen, was er heute für sich als das Richtigste hält, das ist für ihn der Rahmen. Er kann nicht etwas befolgen, wenn er weiß, dass er dort, in jener Richtung Die Wahrheit erfüllt, hier aber erfüllt er sie nicht, aber irgend etwas Interessantes gibt es doch. In diesem Fall ist es für ihn schwer, in jene Richtung zu gehen, wo er dies nicht endgültig für die ideale Wahrheit hält. Er wird es sowieso hereinlassen, dass dies ein Fehler ist.
133. Ihm ist die Vorstellung wichtig, dass er das Richtigste annimmt, dann kann dies den Menschen sehr stark begeistern. Man kann dem Menschen unter solchen Umständen nicht Die Wahrheit geben und sagen: „Das ist die Wahrheit, ihr sollt an Sie zu glauben beginnen“: Wenn er selbst nicht bereit ist, an Sie zu glauben, kann er Sie nicht annehmen. Sie soll ihm auch nicht gegeben werden. Das heißt, er muss sowieso selbst wählen.
134. Daher, wenn du so eine Idee erklärst, so steht dir dann bevor, schon diejenigen zu suchen, denen alles gefallen wird, was du beginnen wirst zu erzählen. Nur sie kann man mitreißen, diese Menschen, denen alles gefallen wird, was du ihnen erzählst.
135. Aber im weiteren wird eine natürliche Frage auftauchen – sie werden in Wechselwirkung mehr untereinander handeln müssen. Und hier muss man das mitteilen, was beginnen wird, alle Probleme zu lösen, die während der Kontakte der Menschen untereinander entstehen.
136. Hier muss es irgendein System an Erklärungen geben, das all diese Probleme harmonisch beseitigen wird. Wo unter jedem so einem Zusammenstoß eines Menschen mit einem anderen eine Basis gestellt sein muss, die erklärt, warum dieser Zusammenstoß, diese Spannung, vor sich geht und erklärt, wie man handeln soll, dass dies nicht geschieht.
137. Und sie müssen glauben, dass dem wirklich so ist und dem folgen. Dann kann man ein friedliches Existieren miteinander aufbauen.
138. Wenn es so eine Basis nicht geben wird, so wird dies nur eine Losung sein, sie werden nichts aufbauen können. Schon die ersten Versuche, sich in der Arbeit zu vereinigen, irgendein neues Haus  zu bauen – das wird sofort ein Problem. Sie werden beginnen zu streiten: „Und warum bestimmst du hier alles? Und vielleicht weiß ich es aber besser“. Das war´s dann, Ende, man kann aufhören. Lächeln, einander die Hand schütteln, sagen: „Prachtkerle seid ihr, Leute, habt einen guten Wunsch, aber gehen wir lieber nach Hause, da bringen wir mehr fertig“. “
139. „Verstanden. Danke.“
140. „Das ist alles. Ich wünsche euch Glück. Bis zum nächsten Treffen.“


Girlande

Kapitel  15

1. Der dreizehnte Oktober. Das Treffen mit dem Lehrer im Tal der Verschmelzung.
2. „Hat es die Einige-Familie richtig gemacht, als sie durch mehrheitliche Abstimmung so eine Äußerung für zulässig eingeschätzt hat: „Auf der Versammlung wird stets nach dem Negativen gesucht“? Wobei der Mensch, der das gesagt hat, das Thematisieren grober Verstöße meinte und nicht gesagt hat, aufgrund welcher konkreten Worte er das Negative sah.“
3. „Dabei handelt es sich um eine unzulässige Äußerung. Sie ist mehr mit einer Verurteilung verbunden. Konstruktiv ist so ein Vorschlag nur, wenn in der Aussage klar wird, worum es konkret geht, um welche vermutlich nicht richtige Handlung, aber konkrete Handlung.
4. Und wenn man auf der Versammlung “immer“ sagt, so setzt das voraus, um wörtlich daran heranzutreten, dass, was immer ihr auch machen würdet, sich daraus ergibt, dass all eure Handlungen ausgesprochen negativen Charakter haben und kein einziges positives Verhalten vorgekommen ist. So geschieht es bei euch doch aber wohl kaum. Von daher ergibt sich, dass dies mehr zum Verurteilen gehört. Die Aussage wurde nicht richtig aufgebaut.“

5. „War bei einem Bruder dies ein Grund für eine Entschuldigung, nicht zur verpflichtenden Versammlung gekommen zu sein: er hat eine schwache Gesundheit und hat sich beeilt, die Kartoffeln vor dem Dauerregen auszugraben.“
6. „Nein, dies ist kein Entschuldigungsgrund. Erstens, wenn der Mensch nicht dorthin kommen kann, wohin in der Einigen-Familie er zu kommen verpflichtet ist, so soll er Der Familie schon im voraus mitteilen, dass  dies für ihn wegen dem oder dem schwer ist zu schaffen.
7. Und wenn in diesem Fall die Möglichkeit erwähnt wird, die Kartoffeln auszugraben, und es wäre wirklich wünschenswert, sie zu einem bestimmten Zeitpunkt zu ernten, denn dies ist mit eurem Hauptprogramm der Selbstversorgung verbunden, so sollte sich hier dann einfach die Einige-Familie einmischen. Dies wird im voraus besprochen, Die Familie findet Kräfte und hilft dem Menschen, diese Kartoffeln in der nötigen Frist auszugraben, um die Ernte zu retten. Und das ist alles, so wird das Problem gelöst.“

8. „Die Mehrheit der Einigen-Familie hat bei der Abstimmung gezeigt, dass sie nicht die Aufrichtigkeit der Reue eines Bruders gesehen hat. Ist es dabei richtig, der Bitte des Bruders nachzukommen und ihm zu erlauben, ein zweites Mal die Reue zu äußern und die Abstimmung bezüglich Aufrichtigkeit der Reue wiederholt durchzuführen?“
9. „Nicht ganz klar wegen der Wiederholung. Also hier ist die Situation nicht ganz konkret. Es ging so vonstatten, dass er gesagt hat: „Vergebt mir, ich werde es nicht mehr so machen“, alle haben so abgestimmt: „Nein, nicht aufrichtig“, er sagte: „Erlaubt es mir dann bitte noch einmal“ - „Bitte, noch einmal“. Und er hat versucht zu weinen: „Und, hat es jetzt so geklappt“? “
10. „So ungefähr.“
11. „Also, so ähnlich? Sofort eine wiederholte Reue? Oder sind Jahre vergangen, er kam noch einmal und sagte: „Darf ich noch einmal kommen? Ich habe schon Vieles neu bedacht und versuche noch einmal, meine Reue zu äußern“? Das ist schon eine ganz andere Situation.“
12. „Die Reue erfolgt sofort danach, er kniete...“
13. „In Wiederholung?“
14. „Ja.“
15. „Das war schon nicht richtig. Wenn sofort nach einigen Minuten der Versuch gemacht wurde, die Reue zu wiederholen, so ist dies nicht richtig. Es handelt sich um irgendein Spiel.
16. Wenn die Reue aufrichtig ist, dann ist es unmöglich, sie aus irgendeinem zufälligen Versehen unaufrichtig zu äußern, um dann schon aus neue zu spielen und seine wahre Reue dann schon normal zu zeigen. Wenn sie vorhanden ist, dann ist sie vorhanden. Sonst setzt dies irgendein komisches psychologisches Spiel voraus.
17. Oder es waren irgendwelche Details nicht erwähnt worden, die in diesem Fall für diese Frage wichtig waren. Aber so, wie es mitgeteilt wurde, sieht das unsinnig aus.“

18. „Ich bin verantwortlich für den Bereich “Information“. Zufällig erhielt ich eine genaue Information darüber, dass der Priester und seine Frau sich nicht mehr als Naturfamilie bezeichnen. War es richtig, dass ich in der Einigen-Familie nicht öffentlich darüber berichtet habe? Die Bedrängnis wurde dadurch verursacht, dass es die Meinung gibt, dass ich, da ich keine genaue Information dazu gegeben habe, die Verbreitung von Gerüchten gefördert habe.“
19. „Eine offizielle Information soll der Mensch geben, der dafür zuständig ist. Er präzisiert etwas dort, wo die Information aufzugreifen ist, und wenn die Menschen, die diese Information geben, nach einer Präzisierung sehen, dass er sie wirklich richtig verstanden hat, kann er die Information weitergeben.
20. Nicht einfach so – er ging vorbei, hörte etwas und dachte, er könne dies mitteilen. Dann kann durchaus eine große Ungenauigkeit entstehen, die aufgrund natürlicher psychologischer Besonderheiten der Menschen von einem zum anderen schnell weitergegeben wird, wobei sie sehr schnell so verzerrt wird, dass darin nicht mehr die ursprüngliche Information zu erkennen ist. Auf diese Weise kann man natürlich untereinander ernsthaft Verwirrung erzeugen.
21. Wenn jemand aber vorhat, etwas zu verkünden und vorhat, sozusagen bedingt über etwas offiziell zu sprechen, irgendeine Tatsache fixieren will, dann ist es wünschenswert, dass dieser Mensch sich diesbezüglich verantwortungsvoll verhält und dieses Thema maximal präzisiert und vorausgehend sagt, dass er dies erst dann bekanntgeben möchte, wenn  die Erklärung äußerst klar, äußerst genau sein wird.“
22. „Es ist sowieso nicht ganz klar. Ich habe es zufällig gehört und maximal präzisiert, Fragen gestellt, ausführlich beantwortet bekommen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass ich dies unbedingt allen mitteilen sollte, denn mir wurde ja auch nicht aufgetragen: „Geh hin und berichte“. Also, wie eben beschrieben, habe ich es gemacht, wobei ich meinte, dass die Situation kritisch sein könnte, und ich wollte, wenn man mich schon fragen würde, eine genaue Information geben. Mir wurde aber gesagt: „Warum hast du das nicht offiziell mitgeteilt?“ Hätte ich in dieser Situation hingehen und sagen sollen: „Leute, es gibt eine Information“? Ich bin nicht gebeten worden, sie zu verbreiten oder zurückzuhalten.“
23. „Wie du willst. Weshalb hast du es nicht gesagt? Weil du nicht wusstest, ob du es darfst, ob du es sollst oder nicht, deswegen hast du auch nichts gesagt. Dies gehört nicht zu so einer Information, wo jemand etwas unbedingt tun soll (insbesondere derjenige, der vorbeigelaufen kam und etwas gehört hat). Dies gehört nicht zu so einer Information.
24. Wenn ein Mensch etwas für sich präzisiert hat, so hat er dies für sich gemacht. Und wenn die Situation entsteht, erzählt er das, was er für sich schon klären konnte, den anderen, die sich dafür irgendwie interessieren. So etwas ist auch möglich.
25. Aber es ist besser, wenn ihr die Fragen, die bei euch auf Resonanz treffen können, maximal genau fixiert (die Information über diese Situation) und sie all euren Mitmenschen nahebringt, es erzählt, um falsche Vermutungen und Deutungen auszuschließen.
26. Es wäre besser, es so zu machen. Aber hier muss man schon speziell Bemühungen dafür aufwenden. Nicht zufällige Bemühungen, wo jemand vorbeiläuft (das ist schon zufällig), sondern es ist möglich, speziell dafür Bemühungen aufzuwenden.“

27. „Frage der Verantwortlichen für den Arbeitseinsatz für Frauen. War es zulässig, dass ich eine Schwester vom Jäten an den gemeinsamen Kartoffeln der Einigen-Familie befreit habe, es waren wenige Frauen vor Ort? Die Arbeit war für eine Stunde geplant. Die Schwester rief an und sagte, sie habe keine psychischen Kräfte, sie müsse ihren Hafer ernten, und morgen müsse sie in die Kollektiv-Wirtschaft zur Arbeit gehen, sie habe dort einen offiziellen Job.“
28. „Ich habe nichts verstanden. Mir ist nicht klar, welchen geistigen Sinn das hat. Irgend etwas Rationelles wird in Bezug auf die Kolchose und auf die Kartoffeln betrachtet...
29. Was du sagst, das scheint überhaupt nicht zum Geistigen zu gehören. Also, Ich kann an dem, was du sagst, kein Problem geistigen Charakters sehen.“
30. „Es kommt mir so vor, dass das Problem darin besteht, dass die Schwester mich anrief und anfing, Gründe aufzuzählen, warum sie nicht zum gemeinsamen Arbeitseinsatz kommen könne, zum Jäten an den Kartoffeln...“
31. „Siehst du, du hast nun schon begonnen, ein Schlüsselwort zu erwähnen – “Arbeitseinsatz“. Endlich. Sonst aber... es werden irgendwelche Probleme aufgezählt, die zum Geistigen in Wirklichkeit keinen Bezug haben.
32. Aber wenn du das berührst, was mit der Einigen-Familie verbunden ist (es gibt bei euch den Arbeitseinsatz, wo ihr alle vereint zum Arbeiten geht, - jemand aber sagt wegen irgend etwas ab zu kommen, und ihr bezweifelt, dass dies ein guter Grund sei, der den Menschen hindern kann, zu dem Einsatz zu kommen), - dies ist schon ein wenig eine andere Frage, hier beginnt schon das Geistige spürbar zu werden. Weil dann die Wahl des Menschen zu sehen ist – mit allen zusammen zu sein, oder aber allein zu bleiben und etwas zu tun.
33. Dies ist so ähnlich dem, was Ich vorher schon beantwortet habe. Erstens wisst ihr immer im voraus, dass ihr morgen oder übermorgen irgendeine gemeinsame Handlung unternehmen werdet. Wenn der Mensch es sieht, dass seine Umstände in diesem Moment so sind, dass er nicht dorthin kommen kann, so bespricht er dies im voraus.
34. Er lässt es die anderen nicht dann wissen, wenn der Einsatz schon stattfindet, sondern er muss im voraus besprechen, dass es die Wahrscheinlichkeit gibt, dass er aus diesem oder jenem Grund nicht kommen kann, dass bei ihm dann Schwierigkeiten entstehen, wenn etwas Bestimmtes nicht gemacht wird, und es verderben könnte, und dass er bei seinen Mitmenschen um Rat bittet, wie er handeln soll.
35. Und dann sagt die Einige-Familie: „Gut, wir können dir dabei wirklich nicht helfen, es muss aber gemacht werden. Dann sind wir einverstanden, dass du wegbleibst und deine Sachen machst“. Oder sie sagen: „Gut, zwei oder drei Menschen haben wir noch frei, sie können dir helfen. Wir helfen dir – und du kommst schon ruhig, ohne Gewissensbisse, zur gemeinsamen Arbeit“.
36. Also, ihr löst das dann schöpferisch. Aber dies wird im voraus besprochen. Wenn so etwas an dem Tag gesagt wird, der für die gemeinsame Tätigkeit bestimmt wurde, dann gibt es für dies alles keinen bedeutenden Grund. Keinen schwerwiegenden.
37. Ein gewichtiger Grund – man hat sein Bein gebrochen, oder man wurde so krank, dass man sich nicht vom Bett erheben konnte. Das kann unerwartet passieren, und natürlich kann der Mensch nicht zum Treffen kommen. Er hat das nicht im voraus geplant. Er hatte weder vor, sein Bein zu brechen, noch krank zu werden. Aber es geschah so, dass er wach wurde und nicht aufstehen konnte: er hat Kopfschmerzen, und alles tut schrecklich weh. Das ist eine andere Sache, da handelt es sich um einen gewichtigen Grund.
38. Wenn aber ein Mensch direkt vor dem Arbeitseinsatz sagt, dass bei ihm etwas nicht geerntet wurde, zudem das und das nicht erledigt wurde und jenes nicht aufgeräumt ist, so gehört das nicht zu einem gewichtigen Grund. Selbst wenn diese ganze Arbeit sogar irgendeine wichtige Rolle spielt in der Hauswirtschaft, aber eben deswegen, weil dies erst am Tag des Einsatzes besprochen wird, ist dies kein schwerwiegender Grund. Das müsste man früher ansprechen und zusammen mit der Einigen-Familie zu irgendeiner Lösung kommen.“
39. „Und spielen hier die psychischen Kräfte eine Rolle oder nicht? Der Mensch sagt, er habe nicht die psychischen Kräfte, er könne nur seinen Hafer ernten, aber zum gemeinsamen Arbeitseinsatz könne er nicht kommen...“
40. „Für einen Gläubigen spielt das keine Rolle. Für alle anderen – spielt es eine Rolle. Der Gläubige ist so einer, der alle seine Kräfte zur Überwindung seiner selbst aufwendet. Alle Kräfte. Und hier werden nicht alle Kräfte eingesetzt. Wenn der Mensch immerhin noch etwas tun kann, so hat er noch Kräfte.
41. Was ist das: “man habe keine psychischen Kräfte“? Für was konkret gibt es sie nicht? Um mit den Menschen zu kommunizieren? Man muss nun im weiteren ein Detail aussondern, warum man Kräfte für eine Arbeit haben würde, für die andere aber nicht (und dies wird eben mit der psychologischen Seite in Zusammenhang gebracht).
42. Was genau? Ist der Kontakt mit den Menschen unangenehm, kompliziert? Kann man nicht kommen, weil man durch irgendwelche komplizierten Fragen überfordert sein wird, und man wird es einfach nicht aushalten, man wird belastet werden und nicht arbeiten können, und man wird überhaupt kraftlos werden? Also, was ist das für ein Problem? Für was konkret reichen die Kräfte nicht? Hier ist es notwendig, schon einen charakteristischen Fehler zu betrachten, den der Mensch begehen kann.
43. Aber für einen Gläubigen muss das kein Problem sein. Er strebt stets danach, sich zu vervollkommnen. Folglich nimmt er an allem teil, woran er wenigstens irgendwie teilnehmen kann, um mit seinen Mitmenschen zusammen zu sein, um das, was um ihn herum vor sich geht, besser zu sehen, um besser zu begreifen, was er im Innern ändern muss.
44. Je aktiver ihr miteinander in Kontakt seid, umso breiter und tiefer beginnt ihr, alle eure Besonderheiten, die euch heute eigen sind, zu begreifen.
45. Und je besser ihr eure Besonderheiten seht, umso leichter könnt ihr irgendwelche Probleme, die mit euch verbunden sind, lösen. Das heißt, ihr habt mehr Möglichkeiten, etwas in euch aufs Neue zu durchdenken.
46. Also, einfach so eine Ausrede, man habe keine psychischen Kräfte, - das reicht nicht aus. Es wäre gut, tiefer zu betrachten, was denn in Wirklichkeit nicht stimmt. Hier wird in diesem Fall irgendein ernster Fehler zugelassen.
47. Es kommt vor (soweit Ich das zu hören bekomme), dass einige von euch die Einige-Familie verlassen, müde werden von der Erfüllung der Gesetze, der Forderungen, die es im Innern der Einigen-Familie gibt, wobei sie sich weiterhin sozusagen für diejenigen halten, die noch den Weg Der Wahrheit gehen. Aber dies ist nicht so.
48. Wenn ihr wegen irgendwelcher Regeln, die innerhalb der Einigen-Familie existieren, ermüdet, so muss man dringend in sich das Problem suchen, das euch zwingt, dadurch zu ermüden. Ihr legt ein falsches Verhalten an den Tag. Das ist ein markantes Kennzeichen.
49. Ihr selbst stellt irgendwelche übermäßige Forderungen, die ihr in euch zulasst, was euch daher unvermeidlich zur Müdigkeit führt. Euch bedrängen die Forderungen eurer Mitmenschen, irgendwelche Gesetze, die etwas von euch fordern, aber eure Schwäche zeigt sich darin, dass ihr selbst dazu neigt zu fordern. Und eure gegenseitigen Forderungen prallen aufeinander, was eure Müdigkeit verursacht.
50. Und die Regeln der Familie – das sind natürlich gewissermaßen Forderungen. Wenn ihr irgendwelche Regeln festsetzt, so müsst ihr sie erfüllen. Also, das ist so eine bedingte Forderung, aber dies führt zu organisiertem Handeln, sie ist notwendig.
51. Viele von euch fühlen sich bedrängt, wenn man von euch etwas fordert, wenn man euch zwingt, etwas zu machen, was ihr heute nicht tun möchtet. Etwas in eurem Innern will das nicht, widersetzt sich – da ist ein Gesetz, na, so etwas! das muss man auch noch erfüllen. Und irgendwelche egoistischen Dummheiten, die eine Empörung im Innern des Menschen auslösen, schalten sich ein. Und dann beginnt er schon im weiteren, indem er dieser inneren Rebellion nachgibt, ernste Fehler, die für einen Gläubigen unzulässig sind, zu begehen.
52. Daher (wir wiederholen noch einmal), je aktiver ihr miteinander in Kontakt seid, umso besser könnt ihr eure Mängel sehen. Besonders innerhalb der Einigen-Familie, wo ihr versucht, euch zu organisieren, wo die dafür Verantwortlichen erscheinen, die anfangen, etwas “mir nichts, dir nichts“ zu übertreiben.
53. So etwas kommt vor und das nicht wenig, aber das ist nicht auszuschließen. Es gibt ein Sprichwort: Willst du einen Menschen erkennen – gib ihm Macht. Selbst wenn ihr nur ein wenig Macht besitzt (ihr werdet für etwas verantwortlich, und jemand muss sich euch unterordnen), tauchen bei euch schnell irgendwelche Macken auf, die es in Unmengen im Innern gibt, und nicht selten beginnt ihr, irgendwelche Dünkel zu zeigen, ihr beginnt dort leicht zu übertreiben, wo dies gar nicht gemacht werden müsste. Das ist wirklich dumm, vom vernünftigen Standpunkt aus gesehen. Aber ihr werdet mitunter einfach zügellos: Ihr seid doch verantwortlich – und das ist alles.
54. So etwas geschieht sehr häufig in kleinen Dingen. Und gerade da muss man aufmerksam sein. Wenn der Versuch da ist, etwas zu organisieren (und folglich wird jemand zum Verantwortlichen erklärt, wo jemand das letzte Wort haben wird), müsst ihr lernen, auf ihn zu hören. Gehorsam sein, um zu lernen, sich zu entwickeln.
55. Man wird keine Dummheiten von euch fordern. Obwohl, man kann euch auch bitten, etwas Unsinniges zu machen. Aber wenn dies nicht den Gesetzen Der Wahrheit widerspricht, so erledigt es dann mit Lächeln. Bittet der Verantwortliche euch, so etwas zu tun – gut, lächelt, findet im Innern Frieden.
56. Es handelt sich ja um Lektionen, elementare Schulstunden. Und wenn ihr darüber stolpert, euer Hochmut euch erhitzt, - so heißt das, euer Hochmut ist vorläufig noch größer als die zulässigen Normen, und ihr stolpert seinetwegen, er, so eine “Kröte“, setzt euch zu.
57. So orientiert euch, verliert keine Zeit. Während ihr miteinander umgeht, schaut aufmerksam auf euch selbst. Es zerreißt euch mitunter unsinnig, ihr verliert leicht die Formen von Anmut, ihr werdet wie Kröten, ihr bläht euch auf.“
58. „Also sollte ich als Verantwortliche sie nicht von der Arbeit befreien, als ich diese Gründe erfuhr, oder sie doch wieder gehen lassen?“
59. „So, wie du das machst, so machst du es. Aber wir sprechen von so einer Situation, die sich nicht wiederholen soll. Ich sagte schon, habe die Antwort schon gegeben, die so eine Wahrscheinlichkeit grundsätzlich im weiteren überhaupt ausschließen soll.
60. Das heißt, du als diejenige, die das organisiert, sollte so etwas im weiteren überhaupt nicht mehr erleben. Wenn die Gläubigen das hören, was der Lehrer sagt, so wird das keiner mehr am Tag der gemeinsamen Arbeit so machen.
61. Und wenn er im voraus anfragt, dann entscheidet nicht der Verantwortliche, sondern der Wirtschaftsrat, der kann betrachten, ob es möglich ist, dem Menschen bei seinem wirtschaftlichen Problem zu helfen, damit er mit allen zusammen arbeiten kann, er nämlich, als Gläubiger, will unbedingt mit allen an der vereinten Arbeit teilnehmen. Zusammen kommuniziert man besser, hilft man sich gegenseitig besser. Er als der Gläubige will das sehr, es juckt ihn ja alles, so sehr will er beim gemeinsamen Arbeitseinsatz dabei sein. Und wenn es nicht juckt, stellt euch die Frage: Was macht ihr hier? Wohin strebt ihr?“

62. „Guten Tag. Hat es in der folgenden Handlung meinerseits einen Fehler gegeben, als ich eine Schwester an die Regel erinnert habe, dass man bei der Arbeit bleiben soll und erst danach, wenn sie mit etwas nicht einverstanden ist, diese Frage thematisiert? Sie wollte vom gemeinsamen Arbeitseinsatz weggehen, um in ihrem Garten zu arbeiten, ohne auf die Verantwortliche zu hören, wobei sie das auf ihre psychische Müdigkeit zurückführte.“
63. „Das gehört zum Gleichen. Was ist das denn, psychische Müdigkeit? Das ist eine Frage an die Gläubigen. Also, bevor einer einfach so “psychische Müdigkeit“ dahersagt, wäre es gut zu schauen, woran er sich stößt, was ihn so schwer belastet, dass er anfängt, müde zu werden.
64. Dies ist gerade die Arbeit für ihn. Das ist dasselbe, als ob er eine Aufgabe in der Mathematikstunde lösen müsste, es ihm aber nicht gelingt, und er sagt. „Ich gehe nach Hause“.
65. Stellt euch eine Schule vor, die euch sehr bekannt ist... Die erste Aufgabe wird immer wieder nicht gelöst –  der Schüler steht auf, geht nach Hause. Der Lehrer sagt: „Wo gehst du denn hin! Du musst noch weiter versuchen, die Aufgabe zu lösen. Arbeite weiter daran, lass uns die Lösung suchen“. - „Ich bin schon müde, das ist alles, ich kann nicht mehr. Ich kann sie nicht lösen. Ich gehe“. Wie soll man euch in so einem Fall etwas beibringen? Das heißt, ihr müsst lernen, ihr müsst eine Lösung suchen.
66. Gleichzeitig, das füge Ich natürlich noch hinzu, kann so eine psychische Müdigkeit vorkommen, wo der Mensch letztendlich an irgendeine innere Grenze gelangt, wo, wenn man noch ein wenig mehr belastet, er einfach abstürzt, er wird irgendeinen ernsten psychologischen Absturz erleben. Und er wird sich für gar nichts eignen und wird sehr traurig werden, wird zudem auch noch seine Mitmenschen traurig stimmen. Natürlich ist es dann besser wegzugehen und sich zu entspannen. Das ist möglich.
67. Aber das ist eine Aufgabe, die man schon an dieser Stelle konkret betrachten muss, und jedermann muss sie betrachten. Diejenigen, die die Situation von außen beobachten, als auch derjenige, der das Epizentrum dieser Situation darstellt, der, bei dem irgendein Absturz sich zu formen beginnt.
68. Er muss schon selbst anfangen, daran zu denken, was ihn bedrängt: warum ist er müde geworden, als er gekommen ist? Womit ist seine Müdigkeit verbunden? Was hat ihm nicht gefallen? Hat ihm der Ton desjenigen nicht gefallen, der die Arbeit organisiert, - und er sagt: „Wie denn so? Wie sprichst du mit mir?!“? So kann all dies im Innern aufsprudeln.
69. Wenn ein Mensch davon müde wird, so muss er deswegen nicht weggehen. Er muss sich besiegen, hingehen und machen. Und ein weiteres Mal darum bitten, dass der Verantwortliche ihm noch einmal etwas auf diese Art befehle, und noch einmal versuchen, hinzuschauen, zu lächeln und leichten Herzens hinzugehen und die Arbeit zu machen, die der Verantwortliche aufgetragen hat.
70. Obwohl er ihn vielleicht angebrüllt hat, die Stirn gerunzelt hat und euch so angesehen hat, wie wenn ihr ein Schwächling wäret, - ihr lächelt und erfüllt es friedlich. Und ihr bittet noch einmal darum, sagt: „Mach´s noch einmal so, Stirne runzeln, los. Schrei mich noch einmal so an, sodass ich zusammenzucke“. Und lächelst noch einmal: danke, prima. Du gehst hin und machst, alles ist wunderbar.
71. Findet die Lösung in euch selbst, eilt nicht, die Lektion zu versäumen. Es handelt sich nämlich um eine Lektion, in diesem Moment gibt euch die Aufgabe so eine Art bedingter Lehrer. Das heißt, einer, der in eurer Nähe ist, euer Mitmensch. Und er erscheint in dieser Rolle, wo er euch etwas geben soll, euch etwas bestimmen soll, die Richtung irgendeiner Bewegung.
72. Also, er wurde in diesem Fall zu so einem Mikro-Lehrer. Und er verschafft euch auch in diesem Fall noch einen psychologischen Anteil, der euch irgendwie anspannt. Aber dies ist doch eine Lektion, euch wurde einfach eine Lektion gegeben. Ihr seid doch gekommen, um zu lernen, da ist eure Lehrstunde. Wo lauft ihr denn hin? Und wofür seid ihr dann gekommen? Das sind alles Lehrstunden.
73. Darum kann man hier nicht eine einzige Antwort auf diese Frage geben. Also, so scheint´s, kann man euch auch befreien, wenn es dort eine Schwierigkeit gibt und der Mensch wirklich abstürzen kann (in diesem Fall ist es ihm natürlich leichter, sich zu entfernen und sich zu entspannen), aber andererseits wäre es gut, dass ihr euch selber darüber klar werdet, nicht vorschnell unbedacht des öfteren sagt: „Ich gehe, ich bin psychisch müde“. Wurde denn alles getan, damit man psychisch nicht müde wurde? Wodurch begann sich diese Müdigkeit anzusammeln?“
74. „Durch die Versammlungen.“
75. „Wenn er zur Versammlung gekommen ist, zur Arbeit in normalem Zustand gekommen ist, so begann sich die Müdigkeit folglich im Verlauf irgendeiner Handlung zu formen. Da muss man gerade hier schauen, was angefangen hat, euch zu zwingen, sich so anzuspannen.
76. Und im Prozess, solange dies alles heiß ist (wie in der Schmiede, solange das Metall heiß ist...), beginnt ihr daran zu arbeiten. Sonst, wenn ihr weggeht, kühlt dieses “Metall“ ab, es wird sinnlos  sein, damit zu arbeiten. Mit ihm muss man arbeiten, solange es heiß ist.
77. Wenn dieser ganze Wirrwarr bei euch einsetzt, muss man lernen, mit all dem ins Klare zu kommen und letztendlich jenen friedlichen Zustand finden, der euch helfen soll.
78. Die Nächsten bemühen sich doch auch, alles richtig zu machen, aber sie können das nicht immer. So muss man es schaffen, sich gegenüber irgendwelchen Fehlern wohlwollend zu verhalten, gegenüber Übertreibungen, die ein Mensch in irgendeiner Stimmung äußern kann.
79. Ihr könnt nämlich mitunter auf den Versammlungen wirklich eure Stirn runzeln. Ihr seid sozusagen berufen zu lächeln, aber ihr sitzt dort sauer, streng. Und wird auf irgend jemanden gezeigt: „Hier hat es einen Fehler gegeben“, so drehen sofort alle ihre Köpfe, runzeln die Stirn und werden denjenigen durchdringend betrachten, so, wie einen Lumpen.
80. So werdet ihr es schwer haben, die Aufgaben zu lösen. Sowieso ist dies eure schwächste Stelle – wenn man euch so anschauen mag, euch ausschimpfen mag, euch irgendwie tadelt und sagt, dass ihr nicht gut seid. Und bei euch beginnen sich schnell die Komplexe einzuschalten und euch zu hemmen.
81. In Wirklichkeit müsst ihr euch noch gegenseitig helfen, all diese Komplexe und Fehler zu überwinden. Das heißt, man muss irgendwo lächeln, irgendwo einen Witz machen, man muss unterstützen können.
82. Das heißt, man muss so eine psychologische Atmosphäre gestalten, die euch mutiger miteinander kommunizieren und irgendwelche von euren inneren Geheimnissen aufdecken lässt, solche, die es gerade brauchen, aufgedeckt zu werden und die einer gemeinsamen Ansicht bedürfen, damit eure Nächsten euch helfen, sich darüber klar zu werden, was wahrscheinlich nicht richtig gemacht wurde. Dann müsst ihr ehrlich in euch etwas aufdecken und die Nächsten um einen Rat bitten.
83. Nötig ist eine vertrauliche Atmosphäre, und insofern müsst ihr diese gegenseitige argwöhnische Sicht maximal wegschaffen. Das heißt, man muss sich mutiger öffnen, freundlicher anlächeln, so eine Atmosphäre schaffen. Und dann ist dies alles einfacher zu erledigen.
84. Natürlich ist es sehr schwer, diese Atmosphäre sofort zu bilden. Und folglich kann es bei einem irgendwo durchaus zu einer Übertreibung kommen.
85. Und wenn die Übertreibung eine Grenze erreicht hat, wenn es wirklich besser ist, dass der Mensch sich entfernt und entspannt, so kann man dies erlauben. Aber das sage Ich dem, der dieses Thema von außen regeln kann ( einen gehen oder nicht gehen lassen).
86. Aber gleichzeitig wird der Hinweis auch demjenigen gegeben, der an eine Grenze gekommen zu sein scheint. Und hat er alles dafür getan, um nicht überfordert zu sein? Damit er selbst aufmerksam das einschätzt, was bei ihm im Innern vor sich geht, wie er diese Aufgabe löst.
87. Weil er nun vielleicht wirklich besser weggehen sollte, um Atem zu holen, wobei er irgendwelche Dinge fixiert, die er nicht richtig wahrnimmt und die ihn überfordern.
88. Damit er danach, nachdem er sich erholt hat, dieses Thema aufs Neue aktivieren kann. Aber schon mit jemandem zusammen. Und für sich um Weisheit und Rat bittet, wie er diesen Umstand, der für ihn nicht  aufzuklären war, lösen kann. Ihr konntet keine richtige Lösung finden – und bittet um Rat.“
89. „Also war mein Hinweis nicht angebracht? Und wenn ich sehe, dass ihr psychischer Zustand etwas schwierig ist, kann man sie auf fürsorgliche Weise an die Regel erinnern, sodass es keinen Verstoß dagegen gibt?“
90. „Erinnern kann man daran, dass dies ein Verstoß sein könnte. Aber der Verstoß ist in so einem Fall gegeben, wenn der Mensch wirklich noch anwesend bleiben könnte. Dabei beeilt er sich aber zu sehr, seinen Charakter zu zeigen und wegzugehen. Dies ist ein Verstoß.
91. War der Mensch aber wirklich an seiner Grenze und jeden Moment abstürzen könnte und weggegangen ist (eben deswegen weggegangen ist, weil er merkt, dass, wenn nun noch ein wenig passiert – stürzt er ab und stellt Dummheiten an), dann soll man das nicht so einschätzen, dass er ein Gesetz verletzt hat, und man kann ihn deswegen nicht aus der Einigen-Familie ausschließen. Er hat richtig gehandelt, als er weggegangen ist.
92. Und dann derjenige, der versuchte, ihn zu halten, hat die Situation unterschätzt, er war nicht fähig, sie richtig einzuschätzen, als er von dem Menschen gefordert hat zu bleiben, dort, wo er besser nicht bleiben sollte.
93. Also, es kommt darauf an, was in Wirklichkeit vor sich gegangen ist. Wahrscheinlich stimmt auch, dass es so einen Hinweis gibt, aber man muss schauen, inwieweit es angebracht war, die Situation von der einen oder von der anderen Seite zu betrachten.“

94. „Guten Tag, Lehrer. Wenn es vom Lehrer bestimmt wurde, dass es günstig ist, Babys an ihrem siebten Lebenstag für das Leben zu segnen, ist es dann zulässig, Kinder später zu segnen, wenn man es zum Beispiel nicht geschafft hat, bis zum siebten Tag das Entbindungsheim zu verlassen? Oder die Mama und das Kind sind nicht gesund, und der Arzt empfiehlt ihnen, das Haus zu hüten. Und eine dritte Variante: angenommen, das Kind wurde in der Stadt geboren, und die Eltern sind im Nachhinein gekommen und bitten darum, das Kind zu segnen.“
95. „Ja, natürlich. Gründe, die man berücksichtigen soll, sind solche, die es offensichtlich nicht ermöglichen, dieses Sakrament rechtzeitig zu vollziehen. Eben sie lassen es offensichtlich nicht zu. Das heißt, der Mensch bemüht sich, er ist bereit, dies zu machen, aber etwas Äußeres lässt dies einfach nicht zu. Dann ist so ein Grund zulässig, er wird so betrachtet.
96. Aber wenn der Mensch es wirklich in die Wege leiten könnte, jedoch irgendwelche Gründe nennt, die ihn nicht offensichtlich gehindert haben, dann ist dies schon  ein nicht richtiger Grund, man kann ihn schon nicht anführen.“
97. „Und wenn er sagt: „Ich wusste nicht, dass man dies am siebten Tag vollziehen soll“, gilt dies als triftiger Grund?“
98. „Nun, wenn man es nicht gewusst hat... Und wie kann man von einem Menschen etwas fordern, was er nicht weiß?“
99. „Und gibt es irgendeine obere Grenze für dieses Sakrament? Zum Beispiel ein Jahr, zwei Jahre, ein Monat, drei Monate...“
100. „Es gibt keine Grenze. Wenn ihr das Kind segnet, so bedeutet dies nicht, dass irgendein besonderes Sakrament in den ersten Lebenstagen des Neugeborenen verläuft. So eine Genauigkeit des Bestimmens gibt es nicht bei diesem Sakrament. Ihr segnet das Kind für das Leben. Einfach ist dieser Moment des Wohltuenden wichtig, spielt seine Rolle, in dieser frühen Periode geht eine bestimmte Informationskorrektur vonstatten.
101. Beim Erwachsenen findet auch eine Korrektur statt, aber der Mensch hat schon Vieles angesammelt, und die Korrektur kann sich nicht so aktiv auswirken, so, wie gerade im ganz jungen Alter. Diese Periode ist einfach, wie gesagt, am günstigsten. Nicht verpflichtend, sondern am günstigsten.
102. Alles übrige wird weniger günstig sein. Sie ist angebracht, aber je mehr die Frist verschoben wird, umso wenig günstiger ist es gerade vom Standpunkt der Informationskorrektur her gesehen. Weil es dort schon eine andere Rolle spielt. Aber sowieso ist das Segnen immer normal für den Menschen.“
103. „Ist klar. Und wenn das Kind im Winter zur Welt kommt, wo es sehr frostig ist, muss man dann das Ritual des Segnens für das Leben zum Beispiel im Zentrum der Stadt der Morgendämmerung durchführen, oder in der kalten Kirche in Petropawlowka, oder ist es besser, dieses Sakrament zu Hause zu vollziehen?“
104. „Es wurde wieder nicht richtig gefragt. Alles kommt darauf an, inwieweit in diesem Fall etwas Nicht-Normales oder etwas Nicht-Annehmbares zu sehen ist.
105. Zum Beispiel ist berücksichtigt worden, dass das Kind in ein Wässerchen eintauchen sollte... Ist es normal, dass es dort eintaucht, wo man vorher das Eis aufbrechen musste? Oder ist es immerhin woanders möglich, da, wo es warm ist, damit man dann nicht das zitternde Kind bei Kälte herausnehmen muss (sofort bilden sich Eiszapfen an ihm)? Ja, natürlich, in diesem Fall ist es dann besser, dies im Warmen zu tun.
106. Und was eine “kalte Kirche“ bedeutet – scheint sozusagen nicht klar zu sein. Was, zieht man dem Baby den Schneeanzug aus, um es zu segnen, oder behält es den Schneeanzug an, in dem es sowieso draußen im Winter schläft? Es kommt vor, dass die Kinderchen in ihren Schneeanzügen ruhig in ihrem Kinderwagen schlafen. Und was, wenn es dort zwei, drei Stunden schlafen kann, und hier mag es für einige Minuten in die kalte Kirche gebracht werden... Oder ist die Kirche ein Froster, wo es noch kälter ist als draußen?
107. Das heißt, hier muss eine Nuance vorhanden sein, die für das Kind gefährlich sein könnte, wo sich irgendeine seltsame Komplikation zeigen könnte. Dann betrachten wir sie. Nicht so, dass wir es einfach so bezeichnen, dass es sich um einen kalten Raum handelt.“
108. „Eines der Elemente dieses Sakramentes ist einfach das Waschen des Kindes. Und wenn es kalt ist...“
109. „Wenn ihr es wascht, wenn dies mit Wasser verbunden ist, dann ist dies natürlich besser in einem warmen Raum zu machen. Dann ist es besser, ja. Oder dann dies während der kalten Periode vermeiden.“
110. „Braucht man das Kind dann nicht waschen?“
111. „Nein. Dies ist nicht so eine Handlung, die traditionell werden soll. Jede Nuance, die ihr in den rituellen Teil aufnehmen könnt, kann irgend einen zusätzlichen günstigen Effekt haben. Einen zusätzlichen, aber sie ist nicht obligatorisch. Und aufgrund irgendwelcher sich ändernden Bedingungen braucht ihr sie nicht durchführen. Sie ist eine zusätzliche, aber nicht eine hauptsächliche Nuance.
112. Darum, wenn sich der Winter lange hinauszieht und es bei euch irgendeine Kammer gibt, wo ihr diese Handlung durchführt, die Kirche aber steht leer und kalt (ihr aber vollzieht es dort nicht, weil man doch mit dem Wässerchen benetzen soll, doch das geht nicht, alles friert dort ein), dann ist es natürlich besser, dies alles in der Kirche zu veranstalten (da ist immerhin eine andere Atmosphäre, eine mit Gebet erfüllte Atmosphäre), besser, als dies in einer Werkzeugkammer zu unternehmen, in der man Geräte repariert oder sonst etwas (dort ist es sozusagen warm, und man kann das Kind befeuchten und segnen).
113. Oder aber ihr organisiert dann einen separaten Raum, der gerade mit dem Segnen von kleinen Kinderchen verbunden wird, der geheizt, auf seine Weise ausgerüstet und schön gestaltet werden kann. Auch wie ein kleines Kapellchen, gemütlich und warm, wo sich aber nicht eine Menge von Leuten versammeln muss. Auch so etwas ist möglich.
114. Aber besser ist, es dort zu vollziehen, wo der Raum mit Gebet erfüllt ist, wohin die Menschen in gehobenem Zustand hinkommen, mit dem Streben, Gott zu preisen. Diese Atmosphäre und der Platz selbst werden auch nicht von geringer Bedeutung, dies ist wie so eine Informationskorrektur für das kleine Kind.“
115. „Gut. Und wenn es zum Beispiel keine Kirche gibt, aber es gibt einen Raum, wo der Gottesdienst durchgeführt wird, aber dort werden auch Versammlungen abgehalten – kann dann dort dieses Sakrament vollzogen werden?“
116. „Wenn es sich um eine Unvermeidlichkeit handelt, dann ist es eine Unvermeidlichkeit. Die Versammlungen sind von ein wenig anderem, emotionalen Charakter, nicht selten von aggressivem Charakter, was nicht mit der Kirche verbunden ist.“
117. „Oder dies zu Hause machen?“
118. „Zu Hause können auch emotionale und aggressive Manifestierungen vorhanden sein, dieselbe Atmosphäre. Wenn ihr einen Raum habt, wo Versammlungen und Liturgien durchgeführt werden, so kann es dort sogar besser sein. Denn zu Hause finden normalerweise Versammlungen statt, aber es wird keine Liturgie durchgeführt. Also dann ist es dort schon wenigstens irgendwie besser, da, wo die Liturgie abgehalten wird: es wird zumindest etwas gereinigt.“
119. „Und wie steht es mit den Menschen, die beim Ritual des Segnens für das Leben anwesend sein möchten? Ist es besser, dass die Eltern ihnen irgendwie vertrauen? Das Kind ist doch an seinem siebten Lebenstag noch klein, man bemüht sich in dieser Zeit, es überhaupt nirgendwohin weit hinauszutragen, nicht den Menschen zu zeigen, um nicht irgendeine Infektion einzufangen.“
120. „Nun, eine Infektion... das ist natürlich so eine heikle Sache. Wie kommen die Menschen bei euch zusammen, auf welche Weise? Ich kann hier nicht irgendwelche Bedingungen festsetzen. Es gibt keine Bestimmung, dass dies nur die Eltern sein sollen, nur diejenigen, denen sie vertrauen, sonst findet irgendeine übermäßige Korrektur in eine nicht notwendig Richtung statt.
121. Ich kann nicht sagen, dass dies festgelegt werden muss, weil die anderen Menschen wirklich die Grippe, Tuberkulose und sonst noch etwas mitbringen können, und dann überträgt sich dies alles auf das Kind. So können wir das nicht festlegen.
122. Natürlich setzt diese Atmosphäre an sich einen Kreis gläubiger Menschen voraus. Ihr segnet doch. Das ist ein Kreis von Gläubigen, in dem sich alle behutsam und wohlwollend in Bezug zu einem Sakrament verhalten. Und dabei ist es schon nicht wichtig, wie viele Menschen anwesend sein können. Ein normaler Zustand – das ist immer gut, das ist immer ein heilender Zustand.
123. Und wenn dort jedermann hinkommt (man ist einfach vorbeigekommen, wischte sich das Schmieröl ab – was ist hier los? – hat vorbeigeschaut, kam dazu, zupfte an etwas herum), wenn alle auf diese Weise zusammenkommen werden, dann kann man natürlich wer weiß was anrichten.“

124. „Eine andere Frage. In Der Schrift haben wir so ein Bild gefunden, dass wir jedes Mal den Segen erhalten, wenn wir das Lebendige Wort berühren, wenn auch nur in Gedanken. Und wenn Christus weggeht, vertraut er die Erfüllung dieses Sakramentes den Priestern an. Wie ist es richtig, um den Segen bei der Erfüllung der Liturgie zu erbitten? Den Lehrer darum bitten? Gott bitten? Gott bitten und danach Den Lehrer?“
125. „Immer Gott bitten, immer Gott bitten. Ihr wendet euch an Gott, ihr preist Gott. Aber solange Ich hier mit euch bin, ist Meine Anwesenheit in diesem Fall gewissermaßen unvermeidlich, weil wir alle in Einem verbunden sind. Uns verbindet das eine Sakrament, und die Naturkräfte verbinden.
126. Darum, indem ihr glaubt, indem ihr lernt, Gott zu glauben, so glaubt ihr schon Dem, Der gekommen ist, über Gott zu verkünden, Gesetze nahezubringen. Also bei euch ist dies wie ein Ganzes, ein Erscheinen.
127. Indem ihr Gott preist, lasst ihr Mich unvermeidlich neben euch sein und an all dem im notwendigen Maße teilnehmen. Das ist unvermeidlich, und man muss sich nicht speziell an Mich wenden, das ist überhaupt nicht notwendig.“

128. „Wenn ein Mensch lange krank ist, ist es dann günstig, für ihn zu beten, für seine Gesundheit Gebetshilfe im Kreis mit anderen während des gesamten Krankheitsverlaufes zu geben, oder nur im Laufe von vierzig Tagen? Es existiert die Meinung, dass, wenn der Mensch während dieser Periode nicht die Gebetshilfe nutzen konnte, so ist es dann sinnlos, ihm weiter auf so eine Weise helfen zu wollen.“
129. „Es ist nicht wichtig, wann ihr helft und wie lange ihr helft. Wenn ihr für jemanden betet und möchtet, dass sich die Gesundheit des Menschen verbessert, er sich besser fühlt, und dass etwas bei ihm korrigiert wird, - solange ihr betet, läuft dieser Segen zu ihm, er wirkt. Hört ihr auf – läuft er nicht.
130. Alles kommt darauf an, wie er sich selbst zum Göttlichen verhält, inwieweit er selbst vor Gott offen ist. Aber dieser Segen wird immer mit ihm sein. Ihr könnt das verstärken oder nicht verstärken.
131. Aber so eine Regel gibt es nicht, dass ihr bis zu einem bestimmten Zeitpunkt geben sollt, doch ab irgendeinem Zeitraum wird es schon nicht mehr gelingen zu geben. Nein, das sind Dummheiten.“
132. „Und dieser Zeitraum – vierzig Tage – was ist das überhaupt?“
133. „Vierzig Tage... Was, ist er denn gestorben?“
134. „Irgendein bestimmter Zyklus...“
135. „Keine Zyklen. Wie soll das gehen! Ihr helft – das heißt, ihr helft. Wird etwa euer Segen irgendwie transformiert, wo ihr beim Beten für jemanden denkt, dass der Segen im Laufe irgendeiner Zeit effektiv wird, und danach wird er irgendwie seltsam, wie ein leeres Gebet? Da findet so ein Unsinn statt.
136. Nein, solange ihr betet, helft ihr. Denkt ihr gut an diesen Menschen – helft ihr, das heißt, der Segen läuft währenddessen ständig von euch zu ihm.
137. Nun, und noch zusätzlich dazu – in was für einem Zustand ihr seid. Denn wenn ihr in einem schwierigen Zustand seid und dabei an den Menschen denkt, dann läuft gewissermaßen auch eure Schwere zu ihm hin. Das kann auch sein.
138. Darum, wenn ein Mensch an seine Mitmenschen, Verwandte, an gut bekannte Menschen denkt , und es ist schwer in ihm in diesem Moment, so können diese Menschen anfangen, sein Bild zu sehen und können beginnen, etwas Unruhiges zu spüren. Also, wenn sie das Bild in irgendeinem Moment erregt in sich wahrnehmen, dann können sie davon ausgehen, dass es diesem Menschen jetzt schlecht geht. So wird so eine Informationswelle weitergegeben.
139. Darum, wenn ihr jemandem helfen wollt, bemüht euch, dies in eurem günstigsten Zustand zu tun. Dann ja, dann wird dies eurerseits maximal günstig sein.“

140. „Noch eine Frage. Ist die Aussage von mir grob und erniedrigend gegenüber einem Bruder, als ich gesagt habe: „Das Bewusstsein des Bruders ist wie das eines Kindes, naiv und einfach“? Dies wurde deshalb gesagt, um wenigstens irgendwie den Bruder zu rechtfertigen, der das Glockenläuten versäumt, oder sich verspätet hatte.“
141. „Das ist doch ein Lob, dies ist doch ein ausgezeichnetes Kompliment! Das Bewusstsein ist nicht verhärtet, es ist so frei, kindlich, leicht, rein, nicht verdorben. Er hat einfach ein Kompliment ausgesprochen. Der andere lächelt, verbeugt sich: „Danke, ich wusste es nicht einmal. Ich dachte ja, dass ich es geschafft habe, schon etwas von dem Unrat abbekommen zu haben. Es zeigt sich, dass ihr mich noch als einen Kleinen wahrnehmt. Wunderbar!“
142. Man muss über all diese Dinge lächeln können, natürlich. Aber andererseits muss man vorsichtig damit sein, Einschätzungen vorzunehmen. Hier muss man sofort schauen, was ihr damit betonen wolltet: dass sein Denkvermögen dem eines Kindchens entspricht?, dass er nicht fähig sei, vernünftig zu denken? Dies gehört aber schon zu einer Verurteilung.
143. Es ergibt sich so, dass all dies in diesem Bild widergespiegelt wird, dass man alles, was man will, voraussetzen kann. “Das kindliche Bewusstsein“ - Ich habe das Bild gezeichnet – als ein günstiges Bild. Aber im gegebenen Fall hat er doch kein günstiges Bild gemeint, er wollte doch den Menschen irgendwie rügen... Es ergibt sich so, dass er in Wirklichkeit gerade durch dieses Bild angefangen hat zu verurteilen.
144. Man muss das Motiv anschauen – was war gewollt? Betonen, dass der Mensch vorläufig noch nicht genügend entwickelt ist, sich nicht normal entwickelt hat? Das ist doch grob, dabei handelt es sich um eine Verurteilung.
145. In dieses Bild wurde gerade etwas Ähnliches eingelegt. Und folglich trägt schon das Bild selbst die Verurteilung in sich, die Energie dieses Menschen, der versucht, seine Empörung zu äußern, die aus seinem Innern kommt.
146. Er sucht, anderen irgendwelche wohltuende Bilder aufzuzeigen. Aber die Energie vermittelt er schon, er äußert seine Unzufriedenheit. Darum muss man diesen Verlauf im Innern bremsen, seine Unzufriedenheit nicht vorschnell äußern.
147. Wenn zu sehen ist, dass ein Mensch unter irgendwelchen Umständen mit etwas nicht zurechtkommt, so muss man dies einfach berücksichtigen. Man muss versuchen, es so zu lösen, sodass ihm dies gelingt.
148. Sieht man, dass dieses Thema bei ihm überhaupt nicht vorankommt, - so kann es einfach so sein, dass gerade für diesen Menschen so ein Problem vorläufig wirklich nicht lösbar ist. Es kann sein, dass es auch bis ans Ende seines Lebens nicht gelöst werden wird.
149. Also, es gibt vorläufig irgendeine Besonderheit in ihm, die nicht von der Stelle zu rücken ist, solange er eine Reihe anderer Besonderheiten, die damit verbunden sind, noch nicht von der Stelle rücken wird. Und solange er diese nicht vorher löst, ändert sich diese Besonderheit nicht.
150. Darum kann es sinnlos sein, diese Besonderheit separat anzustoßen. Ihr könnt es versuchen: vielleicht mangelt es ihm da wirklich an etwas. An Aufmerksamkeit, Konzentration, es mangelt ihm vielleicht an Gefühl für irgendeine Verantwortung, und ihr versucht dann, ihm irgendwo einen Hinweis zu geben, ihn rechtzeitig zu erinnern, an Details zu erkennen, ob dieses Problem beginnt, gelöst zu werden oder nicht.
151. Wenn ihr seht, während ihr versucht, das Problem in Bewegung zu bringen, dass es nicht gelöst wird, so nehmt ihm diese Verantwortung ab. Einfach so reicht es aus. Gebt ihm etwas anderes, wofür er die Verantwortung tragen kann, aber übertragt ihm diese überhöhte Verantwortung nicht.
152. Das heißt, ihr berücksichtigt die Nuance, die mit diesem Menschen verbunden ist (dass bei ihm in diesem Fall eine Schwierigkeit vorhanden sein kann). Dann, was soll´s, wenn nicht, dann nicht, bitteschön. „Mach dann vorläufig das da. Und mit diesem Sakrament kommst du zur Zeit nicht in Berührung, weil es dir vorläufig noch nicht gelingt“.
153. Er ist nicht schlecht, aber es gelingt ihm vorläufig nicht. Weil irgendwelche innere, nicht gelöste Aufgaben vorhanden sind, die noch gelöst und gelöst werden müssen.
154. Man muss sich wohlwollender verhalten. Man darf nicht sofort betonen, dass er irgendeine unterentwickelte Erscheinung sei, so ein Invalide unter euch sei, der immer noch nicht die Glocke läuten könne. Warum muss man das so betonen?
155. Er ist in einer Sache ein Invalide, ihr in einer anderen. Na und, ihr seid alle hier zusammengekommen und tretet einander mit den Füßen: „Dein Bein ist krumm“. - „Und wo willst du denn mit deiner Hand hinlangen?!“

156. „Die Frage einer Frau der Einigen-Familie. Kann man im Rahmen eines eigentümlichen Klubs den Gottesdienst durchführen, das Einige-Verständnis formen, die Schrift mit anderen Frauen studieren, wenn sie und die Organisatoren des Klubs nicht in der Einigen-Familie sind, und wenn die Schwester entsprechend nicht vollwertig mit ihnen vereint ist?“
157. „Und warum sind sie nicht in der Einigen-Familie?“
158. „ Nun ja, sie gehen nicht in Die Familie.“
159. „Sie wollen nicht in Die Familie gehen – wofür dann dorthin gehen? Sie wollen es also nicht, sie verweigern es, das zu erfüllen, was mit den Gesetzen des Letzten Testaments verbunden ist. Und ihr wollt dorthin gehen und etwas mit denjenigen zusammen machen, die es nicht wünschen, die sich weigern, das Letzte Testament aktiv zu erfüllen?
160. Dann zeigt sich hier irgendein interessantes Spiel, um den Schein zu erwecken, dass alle immerhin irgendwie im Prozess sind, alle zusammen Schritt halten (nun, mag es nicht in der Einigen-Familie sein, aber immerhin hält man Schritt). Aber dies wird eine Äußerlichkeit sein, sie halten schon nicht mehr Schritt. Indem der Mensch verweigert hat, ein aktives Erfüllen jener Aufgaben, die für die Einigen-Familien gestellt sind, bewusst auf sich zu nehmen, hat er dadurch schon seit dem eigentlichen Beginn darauf verzichtet, mit allen Schritt zu halten.“
161. „Aber bei dieser Frau gibt es so eine Schattierung, dass es ihr dort gelingt, sich zu öffnen, dort hört man ihr zu, verhält man sich ihr gegenüber verständnisvoll, man rät ihr zu etwas. In der Einigen-Familie jedoch, wenn sie kommt, um sich zu öffnen, kann man sie zurechtweisen und sagen: „Das ist doch aber ein Verstoß“.“
162. „Und vorher habe Ich es lange für denjenigen, der lernen will, erklärt. Was – möchte er (derjenige, der lernen will) einfach allen von all seinen Fehlern erzählen? Alle lächeln so traurig, unterstützen ihn, klopfen ihm auf die Schulter: „Macht nichts, macht nichts, alles ist in Ordnung“, und damit endet alles. Alle sagen: „Wir haben die selben Probleme“.
163. Es ist ebenso, als ob Alkoholiker kommen... „Ja, ich bin ein Alkoholiker“. Alle reden so, nehmen es an... Keiner verurteilt einen, man führt ein Gespräch darüber, dass man Alkoholiker ist, - normal, man geht weg, ruhig, alle haben einander verstanden. Und was? Und wie kann man da eine Lösung finden?
164. Man kann nämlich irgendeine Handlung nur in dem Fall anraten, wo eine vorherige Handlung als eine nicht richtige bezeichnet wird. Dann wird darauf hingewiesen, wie es richtiger zu machen ist. Wenn nicht bezeichnet wird, dass diese Handlung nicht richtig ist, auf was kann dann hingewiesen werden? Dann gibt es keine Suche nach einer Lösung.
165. Wenn die Versammlung durchgeführt wird, wo man nach einer Lösung sucht, nach der richtigen Handlungsweise sucht, dann muss man im voraus bezeichnen, was nicht richtig gemacht wurde: „Nun, du machst es da doch wirklich nicht richtig. Also, vielleicht besser so... Hier muss man versuchen, es so zu lösen. Lasst uns sehen, welche Variante es sonst noch gibt, was wissen wir aus dem Letzten Testament, oder aus der Lebenserfahrung, wenn dies im Letzten Testament noch nicht erfasst ist“.
166. Also, ihr sucht nach diesen Lösungen. Aber man sucht diese Lösungen da, wo vorher eingestanden wurde, dass die eigene Handlung nicht richtig war. Man darf keine Angst davor haben, das ist ein erster Schritt dahin, um zu beginnen, etwas in sich zu verändern.
167. Der erste Schritt ist verbunden mit dem Anerkennen des eigenen Fehlers, irgendeiner, bedingt gesagt, Sündhaftigkeit, anerkennend, dass man noch irgendwelche sündhaften Erscheinungen zulässt, und nun sucht man nach einer Lösung. Aber dann musst du doch gestehen, dass du etwas nicht richtig machst. Und die anderen werden das natürlich ebenfalls sehen und sagen.
168. Aber eine andere Sache ist es, wo alle in so einer behaglichen Versammlung sagen: „Ja, das ist ein Fehler. Ja, das ist nicht richtig. Macht nichts, ist normal. Ich begehe auch diese Fehler. Lasst uns überlegen, wie man das richtig lösen kann“. So eine behagliche Atmosphäre ermöglicht es, irgendwelche richtige Lösungen zu suchen.
169. Und da findet eine offizielle Versammlung statt... Alle setzen sich, jemand sagt: „Du hast etwas nicht richtig gemacht!“ - und alle: „Oh – oh! Du hast etwas nicht richtig gemacht. Wie hast du nur so etwas tun können! Warum bist du hierher gekommen?...“ Alle haben ihre Meinung geäußert, und da weint er natürlich schon beinahe. Er wollte ja mit seinen Nächsten etwas lösen, aber sie haben ihn “mit einem Brett heruntergedrückt“.
170. Dann ist das natürlich schon so ein Problem der Einigen-Familie. Wo ist denn ihre Liebe? Wo ihr gütiges Verhalten? Wo ihr Wohlwollen? Wo ist ihr Streben, zusammen zu sein, eine Stütze für den Mitmenschen zu werden, ihn im notwendigen Moment zu beruhigen, um ihm miteinander zu helfen, dieses Problem zu lösen? Wo ist dies denn alles? Wenn es dies alles nicht gibt, dann handelt es sich um das Problem der Einigen-Familie.
171. Dann ist es wirklich besser, dies alles in dieser kleineren Gruppe zu lösen, weil es einfacher ist, dies dort zu lösen. Dort wird einer beruhigt, unterstützt ihn und findet eine Lösung, wenn man doch wirklich nach einer Lösung sucht und versucht, sich auf die Gesetze zu stützen. Dann ist dort die Atmosphäre besser, sie ist richtig.
172. Die Einige-Familie muss umgekehrt, dadurch ausgezeichnet sein, dass man dort jemanden unterstützen, anlächeln kann, scherzen, beruhigen kann. Denn sie sind zusammen. Diese ganze Atmosphäre fühlt sich wie Eine-Familie an.
173. Wirklich Die Familie, nicht aber irgendeine Gesellschaft, wo die Menschen durch irgendwelche Regeln, irgendwelche Eide, irgendwelche Gesetze verbunden sind, aber sie sind alle verschieden.
174. Ihr müsst wie ein einheitliches Ganzes sein. Ihr seid durch die Gesetze verbunden, ihr seid natürlich durch viele Regeln verbunden, ihr seid durch den allgemeinen Geist verbunden, aber ihr müsst euch auch im Vertrauen vereinen.
175. Und im Vertrauen vereinen kann man sich dann, wenn ihr keine Angst voreinander habt. Und um keine Angst voreinander zu haben, muss man sehr aufmerksam dem gegenüber sein, wie man seine Strenge ausdrückt. Sie kann sehr unangebracht sein. Obwohl sie auch irgendwo geäußert werden muss.
176. Dies ist ja das gleiche wie die Fähigkeit zu scherzen. Man soll dort scherzen, wo man dich wirklich verstehen und lächeln kann.
177. Ein Scherz setzt ein Lächeln voraus, nicht aber irgendetwas Unklares, wo der Mensch nicht versteht, was los ist, es kommt ihm so vor, als ob er beleidigt wurde. Das ist schon kein Scherz mehr, obwohl die anderen sagen: „Wir scherzen doch“. Aber es handelt sich schon um keinen Scherz mehr.
178. Ihr habt den Menschen beleidigt, ihr habt ihm einen Schlag versetzt. Aber indem ihr  euch so ungeschickt verhaltet, redet ihr euch damit heraus, dass ihr nur gescherzt habt. Dabei geht es einfach um eine ungeschickte, nicht fachkundige Handlung.

179. Und so muss man dazu fähig sein, dort richtig zu scherzen, wo die Menschen aufgrund eurer Worte wirklich lächeln, nicht aber sich anspannen und ihre Stirn runzeln werden.
180. So auch hier: wenn ihr Strenge ausdrückt, so zeigt sie dann dort, wo der Mensch sich wirklich anfangs ein wenig anspannen mag, aber er wird euch verstehen. Er wird verstehen, was diese Strenge verursacht hat und wird euch dankbar sein, dass ihr ihn in diesem Fall in die notwendige Richtung streng angeregt habt. Er wird das verstehen, wird dies schnell kapieren.
181. Aber vorschnell mit Strenge um sich werfen... damit muss man sehr vorsichtig sein. Weil dort, wo man euch nicht verstehen kann, dies nur eine zusätzliche Anspannung erzeugt, ein zusätzliches Verspüren einer kalten Atmosphäre. Und es ist schwer, sich in einer kalten Atmosphäre zu öffnen.
182. Schaut man ringsum – die Menschen bezeichnen sich als Einige-Familie, aber in der Tat sind sie psychologisch gesehen keine Familie. Sie sind alle unterschiedlich, und ehe man sich versieht, bringen sie es fertig, einander zu schlagen, wobei es so scheint, als ob man in Bezug auf das Gesetz irgendwie eifrig sei. Aber in der Tat bemüht man sich einfach, seine Aggression, die man noch nicht bewältigen kann, an den Tag zu legen. Sie können ihre Verurteilung, ihre Forderung, die heftig aus dem Innern hochkommt, nicht bewältigen.
183. Und auf dieser Welle der Forderungen und Verurteilungen kommt es leicht zu dieser Strenge. Und sie beginnt, mehr dieser groben, primitiven Aggression zu ähneln, nicht aber einer sorgsamen Strenge (der väterlichen, oder einer brüderlichen Strenge, der Strenge eines Freundes). Es handelt sich um eine nicht ganz freundschaftliche Strenge, darum muss man mit ihr sehr vorsichtig umgehen.
184. Beeilt euch vor allem zu unterstützen, zu lächeln, den Menschen zu beruhigen und weiter darauf hinzuweisen, wie es richtig ist. Dann wird dies einen auf der Versammlung dazu bringen, aufrichtiger zu sein, sich mehr zu öffnen, keine Angst vor den anderen zu haben. Dies wird das Kostbarste sein. Dabei handelt es sich gerade um das Werden der Einigen-Familie, des einigen Ganzen.
185. Je mehr gegenseitiges Vertrauen ihr habt, umso mehr formt sich das einige Feld eures Bewusstseins. Es beginnt sich in diesem Fall zu verdichten. Man muss es formen. Worüber wir ständig reden.“

186. „Wenn wir auf einer gemeinsamen Versammlung gesehen haben, dass eine Schwester einen vermutlich groben Verstoß begangen hatte, sie aber am nächsten Tag nur beim Morgenkreis der Männer bereut hat, konnten dann die Männer mit Mehrheit die Aufrichtigkeit der Reue bestimmen? Oder sollte man der Schwester vorschlagen, auf einer gemeinsamen Versammlung zu bereuen, damit die Aufrichtigkeit der Reue die ganze Familie bestimmt?“
187. „Je nach dem, womit dies verbunden ist. Wenn irgendwie gegenüber Männern nicht richtig gehandelt wurde, dann kann man vor den Männern bereuen. Wenn die Handlung alle betroffen hat, dann ist es besser, dies auf der Versammlung zu tun, damit alle es hören können, nicht aber nur eine Gruppe von Menschen.“

188. „Ist es richtig, dass ein Ehepaar in der Einigen-Familie ist, wenn die beiden im Laufe von zehn Jahren  ständig mit gegenseitigen Anforderungen und Provokationen zu tun haben? Während der Abstürze flucht der Mann, schreit, die Frau verhält sich grob. Die Einige-Familie hat auf drei Versammlungen die Situationen dieser Naturfamilie angeschaut. Danach gab es wiederum einen Absturz, wiederum hat der Mann sein Geschimpfe und das unzensierte Fluchen  bereut. Der Mann gesteht seine Fehler ein und bereut nach seinen Abstürzen. Die Einige-Familie hat immerhin eine Tendenz zur Besserung des Verhältnisses gesehen.“
189. „Wenn es eine Tendenz gibt, dann kann man weiter helfen.
190. Aber dann muss man diese Tendenz wirklich feststellen, damit dies an irgend etwas offensichtlich bemerkbar ist: zuerst hat er jeden Tag geschimpft – jetzt aber jeden zweiten Tag; ein bisschen später – schimpft er nur noch zweimal wöchentlich. Ja, man sieht – etwas bewegt sich.
191. Oder aber werden bei der Schimpferei nun andere Ausdrücke verwendet – und die Tendenz zeigt sozusagen Änderungen. Die selbe Schimpferei, aber wiederum haben sich die  Ausdrücke geändert – schau, der Mensch ändert sich! Aber er schimpft ebenso intensiv. Dann ist das zwar eine Tendenz, geht aber nicht in die bessere Richtung. Er schimpft einfach auf vielfältigere Weise.“
192. „Eine Schattierung der Tendenz ist daran zu erkennen, dass sie dies früher selten zum Thema gemacht haben, und nun tun sie dies ziemlich aktiv.“
193. „Wenn sie dies thematisieren und ebenso weiter schimpfen, dann gibt es hier keine Tendenz.“
194. „Immerhin begreifen sie.“
195. „Tendenz – bedeutet Verringerung: er hat bereut, dass er etwas Schlechtes gemacht hat und hat damit aufgehört; oder es gelingt ihm schon, dies bedeutend weniger zu tun. Aber dass es ihm gelingt, dies weniger oft zu machen, muss auffallen.
196. Schaut, was sind die Gründe, warum dies getan wird. Vielleicht wird er mehr von außen provoziert, er stolpert dabei, konnte es einfach aufgrund seiner Eigenart nicht anders. Dann muss schon derjenige bereuen, der ihm ein Bein stellt, und danach sieht man, ob er schon seltener ein Bein stellt.
197. Wenn ein Mensch etwas bereut hat, so heißt das, dass er etwas nicht mehr machen wird. Gerade das nicht mehr tun wird, was er bereut hat.
198. Oder wenn er es doch tut, dann muss erkennbar sein, dass – er sehr schwach ist, wirklich schwach ist, und wenn er sein ganzes Leben lang nur mit nicht normalen Handlungen gelebt hat – es ihm schwer fallen kann, sie sofort wegzuschaffen. Er kann das nicht sofort aufgeben, vorläufig gibt es nichts, wodurch er Seines ersetzen kann, er hat noch nichts anderes in seiner Erfahrung angesammelt.
199. Und dann bemerkt man aufgrund seiner Bemühungen das Erscheinen von etwas Neuem und die Verminderung dessen, was er lassen wollte. Das muss zu bemerken sein. Kein Schönreden passt so, wie ob es da vielleicht etwas gibt, oder eventuell nicht, worüber man nichts Konkretes sagen kann. So etwas zeigt keine Tendenz.
200. Tendenz heißt, wenn man es bemerkt. Der Mensch beherrscht sich wirklich und gebraucht schon weniger von diesen Ausdrücken, überhaupt stürzt er seltener ab, er strengt sich stark an, und die Nächsten fangen an, das zu bemerken. Dann ist es sinnvoll, weiter in diese Richtung zu gehen. Hier wird sich schon unbedingt der Sieg einstellen. Aber diese Bewegung muss bemerkbar sein.
201. Und dass dies thematisiert wird... na, das ist gut, dass man dies thematisiert. Aber so etwas zum Thema machen, das sollt ihr überhaupt schon von Beginn an bei Gründung aller Familien. Darüber haben wir schon längst gesprochen.“
202. „Aber sie besprechen sich, sie versuchen zu klären, manchmal gestehen sie schon ihre Fehler ein...“
203. „Es wäre gut, wenn sogleich, nachdem ein Mensch seinen Fehler begriffen hat, er ihn nicht mehr macht. Er hat doch verstanden, also macht er ihn nicht mehr.
204. Oder ihm ist etwas noch nicht endgültig bewusst geworden, und er hat unvermeidlich wiederum den Fehler begangen, aber diesmal mit irgendeiner anderen Schattierung, weil etwas noch nicht völlig begriffen war. Das kann man verzeihen.
205. Aber normalerweise, wenn ein Mensch seinen Fehler begriffen hat, soll er ihn nicht wiederholen. Wiederholt er ihn, so wird schon extra betrachtet, warum er ihn wiederum gemacht hat, was für ein Ausnahmemoment sich in diesem Fall ergeben hat, was wirklich als Grund zählen könnte, wo man sich dem gegenüber, was er aufs neue getan hat, nachsichtig verhalten kann.
206. Aber was war das für ein Grund? Wenn man ihn als einen Ausnahmegrund einschätzt, - nun gut, man verhält sich dem gegenüber nachsichtig, man verzeiht. Wenn es sich nicht um einen Ausnahmegrund handelt und er, nachdem er dies bereut hatte, das selbe wiederum gemacht hat und keine notwendigen Bemühungen unternommen hat, so heißt das, es gibt keine Tendenz, er hat den Fehler schon bewusst vollzogen.
207. Eine Sache ist es – wenn er anfangs, ohne sich dessen bewusst zu sein, einen Fehler zulassen konnte; eine andere Sache ist es – wenn er den Fehler schon eingestanden hat und ihn wiederholt, ihn bewusst macht, das ist schlimmer.
208. Deshalb muss man hier an sich arbeiten. Worüber wir auch gesprochen haben. Es handelt sich um eine Heldentat, sich zu besiegen. So muss man sich für die Heldentat dementsprechend anstrengen, das kann man nicht so nebenbei machen.“

209. „Lehrer, habe ich mich richtig entschieden, dass ich nicht zum Geburtstag eines Kameraden gegangen bin, weil es dort für die Ortsansässigen Alkohol gab und mich das gestört hat? Und handelt es sich ihm gegenüber bei den Worten „Entschuldige, dann kann ich an der Feier nicht teilnehmen“ um eine Selbsterhöhung?“
210. „Nein, es ist nicht nötig, so streng zu sein. Man kann auf den Geburtstag gehen. Kannst du.“

211. „Danke. Die zweite Frage. Ich fahre einen Minibus und musste einmal die Plätze unter den Fahrgästen verteilen. Eine Mama war kategorisch nicht damit einverstanden, dass ihre elfjährige Tochter auf einem Rucksack zwischen den Sitzen Platz nahm. Deswegen setzten sich vier Erwachsene auf drei Sitze. Um nicht die psychologische Atmosphäre vor der schwierigen Fahrt zu erhitzen, fuhr ich ab, wobei ich wusste, dass ich gegen die Verkehrsregeln verstieß. Habe ich es richtig gemacht, dass ich gefahren bin, oder hätte ich doch abwarten sollen, bis meine Entscheidung als Verantwortlicher erfüllt wurde?“
212. „Verkehrsregeln sollen nicht nur als eine “trockene“ Bedingung betrachtet werden, sondern wirklich von dem Standpunkt aus, dass etwas gefährlich sein kann. Die Regeln existieren nämlich zur Sicherheit im Verkehr.
213. Aber da gibt es Regeln, die in irgend einem Moment unter bestimmten Bedingungen sinnlos erscheinen können. Zum Beispiel wäre es gut, den Sicherheitsgurt anzulegen, wenn man mit hoher Geschwindigkeit fährt; fährt man langsam, so braucht dies überhaupt keine Rolle spielen, es kann hier sowieso kein Unfall geschehen, dem braucht man keine Beachtung schenken. So versuche Ich auf die Schnelle einen gewissen Unterschied zu bezeichnen.
214. Deshalb muss man in diesem Fall von dem Standpunkt ausgehen, was wirklich gefährlich sein kann. Zum Beispiel sieht man, dass da drei oder vier Menschen so sitzen, dass einer, wenn es irgendwie rüttelt, sich nicht festhalten kann, er fällt und kann sich verletzen. Eine gefährliche Situation. Er kann es schaffen, sich festzuhalten oder auch nicht, es kann sich ein Unfall ereignen. Dann muss man so etwas berücksichtigen.
215. Wenn es mehr mit Komfort verbunden ist und tatsächlich nicht gefährlich ist, so kann man sich dazu nachsichtiger verhalten (eben mit Rücksicht darauf, die psychologische Atmosphäre nicht zu erhitzen). Nun beharrt die Person auf dem Ihren, gut, wir können es anders machen. Es wird nicht bequem sein, aber macht  nichts. Dann soll man sich hier nachsichtiger verhalten.“
216. „Mich hat gerade das gestört, weil kurz vorher in den TV-Nachrichten und im Rundfunk erzählt wurde, dass gerade mit Minibussen Unfälle geschehen, und einer der Gründe sei die Überladung. Und in meinem Fall, wenn man mich angehalten hätte, so hätte das mindestens ein Bußgeld gekostet, oder den Entzug des Führerscheins.“
217. „Und wurdet ihr im Wald angehalten?“
218. „Nein, nein. Zweihundert Kilometer musste ich bis Tajata fahren.“
219. „Und fährt man denn auf der normalen Straße?“
220. „Ja.“
221. „Nun, dann muss man den Verkehrsregeln folgen. Dort, wo kontrolliert werden kann, wo es gerade damit verbunden ist, dort ist der Fahrer – der Herr. Dann muss schon der Fahrer auf dem bestehen, was er für richtig hält. Hauptsache, dass es sich nicht um ein trockenes Nörgeln handelt.
222. Wenn du dir in deinem Innern dessen fest bewusst bist, dass dies wirklich mit irgendeinem Verstoß verbunden ist, der leicht ernste Folgen haben kann, so darfst du in diesem Fall auf dem Deinen bestehen.“
223. „Und hätte ich damals einfach nicht fahren und darauf warten sollen, bis dies erfüllt wurde?“
224. „Ja, ja. Zu bitten, dieses Problem zu lösen, und wenn es nicht gelöst wird, fährst du nicht, du hältst es nicht für richtig zu fahren.“

225. „Ein Bruder hat auf der Männerversammlung gesagt, dass er die Einige-Familie verlassen wolle, um seine wirtschaftlichen Fragen zu lösen und dass er die Antwort des Lehrers nicht abwarten werde, ob seine Handlung richtig sei, wobei er verstehen würde, dass dies seinerseits ein Verstoß sei. Am nächsten Tag kam er zur Versammlung und bereute sein Verhalten...“
226. „Schluss, ab diesem Moment Beginnt ein Jahr Probezeit. Ab dem Moment der Reue beginnt das Jahr der Probezeit.“

227. „In der Einigen-Familie gab es eine Versammlung zum Einigen-Verständnis hinsichtlich der Frage über die verpflichtende Teilnahme an den Versammlungen zum Einigen-Verständnis, wobei sich zwei Gesichtspunkte zeigten. Welchen soll man als den richtigen nutzen? Der erste – die Versammlungen zum Einigen-Verständnis sind Pflicht für alle Verantwortlichen der Arbeitsbereiche, für Direktoren der Schule der Gemeinschaft, für Versammlungsleiter, für Mitglieder des Moral-Ethischen-Rates, also für alle, die Schlüsselposten in der Lebensgestaltung der Einigen-Familie inne haben. Der zweite Gesichtspunkt – es besteht keine Pflicht für alle, an solchen Versammlungen teilzunehmen, aber im Fall systematischer Abwesenheit der oben genannten Personen bei den Versammlungen zum Einigen-Verständnis können diese Posten anderen Personen anvertraut werden, solchen, die am Einigen-Verständnis teilnehmen.“
228. „Dies ist eine Frage, auf die man nicht antworten möchte. Weil das Streben, zu einem Einigen Verständnis zu kommen, eins der Hauptrichtungen der Bemühungen der Gläubigen ist. Wenn die Gläubigen daran zweifeln, ob sie dort teilnehmen müssen, oder richtiger gesagt, irgend einen Widerstand (wrtl. Unwunsch) äußern, teilzunehmen an dem, was für einen Gläubigen mit ein Hauptgrund beim Bestreben ist, sich geistig zu vervollkommnen, wie kann man ihnen dann Hinweise geben?
229. Ich möchte nicht diejenigen in das Geistige hineinjagen, die dafür nicht reif sind und dies in ihrem Innern nicht wollen. Ja, meinetwegen mag man seinen Weg gehen, Ich möchte so jemanden nicht anspornen.
230. Es gibt Sachen, an welchen leicht festzustellen ist, wer ihr seid. Einfach euch etwas geben und danach beobachten... Ihr werdet sofort zeigen, wer ihr seid, ob ihr reif seid, oder nicht.
231. Wenn Ich erklären muss: „Wisst ihr, dies da ist Pflicht... und das da muss man... dies da führt zu dem, und dahin, und zu diesem...“ und ihr habt es gehört: “Gut“, und ihr habt entschieden wegzugehen, - so seid ihr kein gläubiger Mensch, wenn es Meinerseits erforderlich war, es euch so lange erklären zu müssen.
232. Für einen Gläubigen reicht es, wenn Ich sage: „Man muss dorthin gehen, es wäre wünschenswert mit so einer Eile, mit so einer Bemühung,“ und ihr fragt nicht warum, wofür, ihr ruft einfach: „Hurra!“ Dorthin? Wunderbar“, ihr lauft, ihr stürzt los. Ihr seid allein wegen des Vorschlags, irgendwohin zu gehen, begeistert. Für einen Gläubigen ist das die Norm.
233. Wenn ihr stehen bleibt, zu denken anfangt, euch zu bremsen erlaubt, so spricht das schon von Unreife. Das heißt, etwas in euch beginnt, dem normalen Voranschreiten zu widerstreben. Und ihr fangt an, dem nachzugeben, ihr erlaubt euch, etwas zu bremsen. Dabei handelt es sich schon um einen Mangel.
234. Deshalb sieht so eine Frage natürlich sehr spezifisch aus. Man könnte hier eigentlich etwas dazu sagen, aber gleichzeitig möchte Ich es nicht. Wenn es bei euch diejenigen gibt, die nicht auf die Versammlung gehen wollen, wie soll Ich ihnen dann sagen: „Es ist doch notwendig, was denn, das ist doch ausgezeichnet! Das ist euch von Nutzen“.
235. Das wird schon kindisch sein. Wo man ein Kind bittet: „So iss doch bitte, sonst wirst du nicht wachsen. Du musst essen, du brauchst solche und jene Vitamine...“, die Eltern überreden das Kind zu essen, aber es ist launisch: „Ich will nicht, lieber doch eine Praline“. - „Warum denn eine Praline! Du wirst deine Zähne verlieren“, und sie beginnen aufs neue zu argumentieren...
236. Das heißt, das Kind wählt, was es möchte, das, was ihm schon früher geschmeckt hat. Es geht sofort auf das Angenehme zu, es denkt nicht besonders darüber nach, womit dies verbunden ist. Aber die Erwachsenen beginnen hinzuzufügen, womit das denn verbunden ist. Und hier etwas Ähnliches. Hier passt der Begriff “Kinderbewusstsein“, wo einem Erwachsenen erklärt werden muss, wozu dies gemacht werden soll.
237. Reicht es euch nicht, dass euch dies für eine wohlbringende Entwicklung gegeben wurde? Ich habe euch einst gesagt: „Und jetzt müsst ihr lernen, zu einem einigen Verständnis zu kommen, das heißt, Ich gebe euch etwas, aber ihr beginnt dann nachzudenken, ob ihr alle daran teilnehmen müsst?
238. Jetzt haben wir's! Ich gebe den Gläubigen, aber die Gläubigen fangen an nachzudenken, ob sie alle daran teilnehmen sollen: „Mögen vielleicht die “Schlüsselpositionen“ dorthin laufen und sich damit beschäftigen? Auch so haben wir schon genug Geistiges im Garten zu tun“. Irgendein seltsames Bild hat sich da ergeben.
239. Ein kleiner Hinweis kann hier noch gegeben werden. Ein kleiner Hinweis. Wenn man auf der Versammlung zu einem einigen Verständnis kommt, zu irgendeinem Entschluss und etwas als das Richtige bestimmt und am nächsten Tag derjenige, der auf der Versammlung nicht anwesend war, dies nicht macht, was auf der Versammlung beschlossen wurde, - so heißt das, dass er bewusst Das Gesetz gebrochen hat, er muss die Einige-Familie verlassen.
240. Du kannst es unterlassen dort hinzugehen, aber du musst alles erfüllen, was auf dieser Versammlung bestimmt wurde. Wie du dies erfährst – ist deine Sache. Wenn du dich bemühst, es zu erfahren, wirst du es erfahren, wirst in der Nacht gehen, egal wann, wirst diejenigen Verantwortlichen finden und alles das für dich erfragen, was da beschlossen wurde, um dich nicht von den Nächsten abzusondern, um nicht vom Weg abzuweichen, den sie gemeinsam zu gehen beschlossen haben. (und du bist sozusagen mit ihnen zusammen).
241. Darum... man braucht nicht unbedingt hinzugehen, aber dann gilt ein Nichterfüllen wie ein bewusster Verstoß. Also, es ist eine einfache Klassifizierung anzuführen: wenn einer das Gesetz nicht kennt, so befreit ihn dies nicht von der Verantwortung. Du müsstest hier schon wissen. In diesem Fall gibt es keinen Grund, es nicht zu wissen.
242. Eine Sache ist es, man wurde krank, man hat sich etwas gebrochen, konnte nicht kommen, es gelang offensichtlich nicht. Dann kommen die Nächsten, kümmern sich um ihn und sagen: „Weißt du, wir sind zu dem Verständnis gekommen, wir müssen so, so und so handeln“. Und er: „Wunderbar, jetzt weiß ich es. Danke euch, dass ihr mir Bescheid gegeben habt“. Und er beginnt schon sofort, sobald er gesund ist, so zu handeln, wie es die Nächsten für sich beschlossen haben.
243. Aber sie brauchen denjenigen kein Bescheid zu geben, die zur Versammlung hätten kommen können, aber nicht gekommen sind. Ihr müsst sie nicht benachrichtigen. Es wurde etwas beschlossen – fertig, ab morgen beginnt ihr gemäß dem Beschluss des einigen Verständnisses zu handeln.
244. Wenn jemand am nächsten Tag mit euch nicht Schritt hält, weil er in seinem Garten umgegraben hat (er hat verstanden, dass er keine “Schlüsselstelle“ inne hat und er deswegen nicht unbedingt dort sein muss), - fertig, er bricht damit bewusst das Gesetz, das von der Einigen-Familie eingeführt wurde und verlässt die Einige-Familie wie einer, der einen Verstoß begangen hat.“
245. „Ja, so, wenn es um Wirtschaftsfragen geht. Aber das Bilden eines einigen Verständnisses, bezogen auf die Schrift, setzt irgendwelche moral-ethische Fragen voraus.“
246. „In Bezug auf das Benehmen könnt ihr irgendwelche Nuancen betrachten... Zum Beispiel seid ihr in der Einige-Familie zu der einigen Meinung gekommen, dass sich Männer doch so und so verhalten müssen (ihr habt das präzisiert, seid euch darüber klar geworden), derjenige aber, der nicht auf der Versammlung war und diesen Fehler in seiner Familie begangen hat, also es nicht so gemacht hat, wie ihr beim Bilden des einigen Verständnisses bestimmt hattet, - fertig, es handelt sich um einen bewussten Verstoß. Also ergibt es sich, dass er bewusst darauf verzichtet hat, das zu erfüllen, was von der Einigen-Familie als das Richtigste bestimmt wurde...
247. Es entsteht so eine Frage – wie kann man einen am Ohr ziehen, der sich als Schelm erweist? Aber das ist schon eine primitive Herangehensweise. Überhaupt sollte so eine Frage bei einem Gläubigen nicht entstehen. Bei denen, die danach streben, alles zu erfüllen, immer zusammen zu sein, um das einige Verständnis zu gestalten, damit es beim Begreifen keinerlei Unterschiede  gibt.
248. Ihr kommt doch zu so einer Versammlung, um mit den anderen eure Überlegungen zu teilen. Ihr lernt zu überlegen, einander zu helfen, Tuchfühlung zu erleben. Also, ihr seid zusammen, und es ergibt sich in diesem Moment eine einheitliche Erscheinung.
249. Das ist bei euch so eine Versammlung, in der ihr lernt, einander zu vertrauen, wo ihr den Überlegungen der anderen zuhört und lernt, eure Nächsten in diesem Moment nicht wegen seiner ungeschickt gestalteten Rede zu verurteilen, wegen seiner überflüssigen Emotionen. Ihr lernt, ihn richtig wahrzunehmen, euch nicht wegen ihm beleidigt zu fühlen und zu verurteilen.
250. Das heißt, ihr könnt sehr viel lernen, solange ihr zusammen seid. Hier muss man sehr weit blicken, nicht aber in der Weise – welche Frage wird berührt (an diesem Thema wollt ihr lieber nicht teilnehmen, weil ihr die Antwort auf diese Frage sowieso kennt, die anderen aber mögen inzwischen das einige Verständnis bilden).“
251. „Muss man denn das so eindeutig verstehen, dass der Gläubige danach dürsten soll, die Versammlung  zu besuchen, wo das einige Verständnis gebildet wird?“
252. „Ob er dürsten soll? Wenn er überhaupt nicht dürstet, so wird er auch nicht dürsten. Also, das ist so eine Erscheinung, bei der man sofort sehen kann, ob es sich um einen Gläubigen handelt oder nicht.
253. Wenn der Mensch das vermeidet, was ihm empfohlen wurde, so habe Ich nichts weiter zu sagen. Er gehört nicht zu der Anzahl jener Menschen, denen Ich jetzt bereit bin, das zu geben, was Ich habe. Er nimmt es nicht an. Er ist nicht zu Mir gekommen, er steht abseits und wählt das, was ihm bequemer ist, was auf alle in Unmengen fällt. Er schaut aufmerksam darauf und wählt das aus, was ihm am heutigen Tag bequem ist.
254. Gläubige ergreifen alles, was auf sie fällt, sie versuchen, es in sich hineinzunehmen. Es überdehnt sie fast, aber sie versuchen, es zu packen, weil sie Dürstende sind. Solange der Mensch dürstet, ergreift er alles, es reicht ihm niemals aus.
255. Aber es gibt... einen Nicht-Dürstenden, er beißt einfach ein wenig daran herum, er wählt. Er scheint sozusagen zu wollen, davon etwas abzubeißen, aber ein bisschen hier abbeißen, oder hier und da...und er wählt das Bequeme. Er ist kein Dürstender, alles, was Ich gebe, bezieht sich nicht auf ihn. Ich kann so einem Menschen schwerlich einen Hinweis geben.
256. Schluss, genug, sonst werdet ihr schon “überdehnt“. Dass ihr nicht “platzt“... - lächelte der Lehrer. - Glück euch. Bis zum nächsten Treffen.“


Girlande

Kapitel  16

 Der zwanzigste Oktober. Das Sonntagstreffen mit dem Lehrer im Tal der Verschmelzung. 2. „Ein Bruder ist nicht zu einer verpflichtenden Versammlung gekommen. Ist es ein Entschuldigungsgrund, dass er sich nach einem harten Arbeitstag für zehn Minuten entspannen wollte und unbeabsichtigt eingeschlafen ist – er ist erst aufgewacht, als die Versammlung schon beendet war.“
3. „Wenn er ungewollt eingeschlafen ist, so ist dies möglich. Wenn es wiederum geschieht, dann muss man schon nach einer Lösung suchen. Wenn es sich aber um einen Einzelfall handelt, nun, dann ist es möglich... er hat es selbst nicht bemerkt.“

4. „Die Einige-Familie hat einem Bruder vorgeschlagen, dass er alle seine angesammelten Fragen, betreffend Einige-Familie und Wirtschaftsrat, die ihn weiterhin stören, auf einer Versammlung mit dem Priester thematisieren soll, aber er hat selbst entschieden, die Einige-Familie zu verlassen, ohne den Lehrer zu fragen. Er nannte folgende Gründe: „Ich kann nicht in der Atmosphäre der Einigen-Familie verweilen. Ich vertraue dem Wirtschaftsrat nicht. Es gibt nicht genug Kraft und Zeit, meinen Mangel an Vertrauen anzuschauen, es muss noch dringend ein Zimmer am Haus für die Enkelinnen fertig gebaut werden“. Die Frage lautet: Handelt es sich bei so einer Art von Verlassen der Einigen-Familie um einen Verstoß?“
5. „Es handelt sich nicht um einen Verstoß, der Mensch ist einfach nicht bereit, in der Einigen-Familie zu sein. Wenn er nicht kann, dann kann er nicht.“
6. „Und beim nächsten Mal, wenn er schon wieder eintreten will, soll man ihm dann nicht ein Probejahr geben? Er ist einfach bereit...“
7. „Doch, das muss man, weil man sehen muss, inwieweit er während so eines Jahres dann zeigt, dass er schon vertrauen kann. Er vertraut doch einfach nicht. Nun, er kann es nicht, so kann er nicht in so einer Einigen-Familie sein, so, wie sie besteht. Aber dann wird er sonst wie zeigen, dass er es irgendwie schon kann.
8. Daher eine Probefrist – das, wo der Mensch zeigt, dass er nun schon dazu fähig ist. Nicht aber so einfach – er hat entschieden, dass er es jetzt schon kann, nach einer Woche aber sagt er aufs neue: „Ich will wieder nicht“ und sonst noch etwas und begründet es.“

9. „Habe ich eine Schwester als Diebin beschuldigt, wenn ich mit Behauptung gesagt habe: „Außer dir hat keiner das Haus betreten, und du hast meinen Brief zufällig, aus Versehen, mitgenommen“. Der Brief wurde im Haus dieser Schwester entdeckt.“
10. „Aber wenn jemand anderer doch ins Haus gekommen ist?“
11. „Man hat nicht gesehen, dass noch jemand das Haus betreten hat, anscheinend ist keiner hinein gegangen. Aber der Brief wurde im Haus jener Schwester gefunden.“
12. „Solche Umstände besser nur vermuten, behauptet sie nicht. Wenn etwas mit einer Entlarvung eines Menschen verbunden ist, so äußert dies nicht vorschnell auf behauptende Weise, wenn keine genaue Information vorliegt.
13. Ihr könnt nur vermuten, dass dies vielleicht allem Anschein nach so geschehen ist. Ihr stellt sozusagen eine Frage. Aber wenn der Mensch beginnt, aktiv zu verneinen und ihr sowieso keine Beweise habt, so ist es sinnlos, darauf zu bestehen.“
14. „Hat es sich denn dabei um die Beschuldigung eines Diebstahls gehandelt, wenn es so ausgedrückt wurde?“
15. „Wenn man vermutet, dass es der Mensch unvorhergesehen mitnehmen konnte, dann nicht. Zufällig/versehentlich – bedeutet kein Stehlen.
16. Stehlen heißt, wenn der Mensch zielbewusst hineingeht, es für nötig hält, dass man dies stehlen muss und es macht. Es absichtlich wegnehmen – heißt stehlen. Wenn er es für sich selbst unerwartet, ganz zufällig, unabsichtlich tut, wobei er etwas in seine Tasche legt, noch etwas dazulegt, was er nicht mitnehmen sollte, so ist dies kein Stehlen.“

17. „Ist es für den Menschen, der die Anwärter aufschreibt, die mit dem Liturgie-Bus zum Berg fahren wollen, zulässig, so einer Schwester per Telefon zu antworten: „Ich will nicht mit dir reden“ und auf diese Weise das Gespräch zu beenden? Die Schwester bestand darauf, dass man sie für die nächste Fahrt aufschreibt, obwohl der dafür Zuständige ihr fünfmal gesagt hat, dass es nur bestimmte Tage gibt, an welchen die Mitfahrer aufgeschrieben werden, so ist dies von der Einigen-Familie in Petropawlowka festgelegt worden, und man solle sich eben an diesem Tag diesbezüglich an ihn wenden.“
18. „Und was verwirrt euch hier?“
19. „Ist es zulässig, dass der Verantwortliche sagt: „Ich will nicht mit dir reden“ und danach auflegt?“
20. „Nun, er will nicht reden... Wo ist da ein Verstoß zu sehen? Dass er nicht reden will? Das ist kein Verstoß. Unter verschiedenen Umständen kann man unterschiedlich handeln. Es gibt keine konkrete Verordnung, dass, wenn jemand versucht, mit euch zu sprechen, ihr unbedingt sprechen müsst.“

21. „Guten Tag, Vissarion. Bring mir bitte bei, wie ich meine Gefühle beherrschen kann. Alkohol quält mich. Er bringt mir keine Freude, er quält mich nur wieder und wieder. Ich kann dem allein nicht entgehen.“
22. „Ausschließlich das eigene Bemühen ist notwendig. Eine Willensanstrengung, die man in sich erarbeiten muss. Einfach dem keinen Lauf lassen, nicht loslassen, die Schwäche nicht zulassen. Soweit es möglich ist, soll man sich bemühen, alle seine Kräfte anzuwenden. Man kann die Hilfe seiner Nächsten nutzen, man kann sich an seine Nächsten wenden. Das heißt, irgendeine schöpferische Aufgabe, eine Lösung ausdenken. Vielleicht wird dies absurd aussehen, aber wenn dies das Problem lösen wird, so nutze es mutig. Das heißt, es ist eine selbstständige Entscheidung notwendig.
24. Wenn es notwendig ist, Ich wiederhole noch einmal, es mit den Handlungen seiner Nächsten in Einklang zu bringen, damit sie so zu einem Sieg irgendwie beitragen. Vor allem aber – ist die Willensanstrengung, die man in sich erziehen muss, notwendig. Nur dann wird diese Ursache aus dem Innern beseitigt.
25. Nun, die anderen Fälle... wenn einer sich gar in eine Höhle einsperren lässt, wird dort eingemauert, man bringt ihm Essen... Dann kann dem Menschen auf diese Weise die Abhängigkeit genommen werden. Dabei handelt es sich aber nicht ganz um seine eigene Anstrengung.
26. Wenn ihr Hindernisse beliebiger Art überwindet, so ist der eigentliche Moment der Überwindung für die Entwicklung sehr wichtig. Daher, wenn einer künstlich isoliert (wrtl. abgeschnitten) wird, werden Umstände geschaffen, wo er nichts zu überwinden braucht, er muss es einfach erdulden, und so handelt es sich nicht um eine völlig normale Entwicklung.
27. Wenn ihr euch aber, bei allen Möglichkeiten zu stolpern, anstrengt, nicht zu stolpern, so ist dies die günstigste Situation für eure allseitige innere Formung.
28. Daher ist es sehr wichtig, dass diese innere Bemühung angewendet wird. Nicht wichtig,  wie lange sich das hinzieht, - Hauptsache, dass die Bemühung deinerseits immer vorhanden ist. Dies ist der Prozess deiner Formung.
29. Je stärker irgendeine sündhafte Abhängigkeit vorhanden ist, umso länger ist es natürlich nötig, sie zu überwinden. Je weniger Kräfte vorhanden sind, umso schwieriger ist dies.
30. Aber nicht das Wichtigste vergessen – der Prozess der Überwindung. Den Weg bewältigt der Voranschreitende. Wenn du losgehst, verkraftest du den Weg. Wenn du gehen wirst – verkraftest du es unbedingt.
31. Nicht aber, wo du für dich im voraus bestimmst: „Das ist so ein Weg, der hat gerade solche Besonderheiten, solche Parameter... Wahrscheinlich schaffe ich es nicht... oder schaffe es doch, vielleicht“. Mit diesen Überlegungen kann man auf keine Weise den Weg durchschreiten, du wirst ihn nicht erfahren. Aber wenn du begonnen hast zu gehen, dann wirst du ihn erkennen. Wenn du dich bemühen wirst zu gehen, so wirst du ihn unbedingt durchschreiten. Wenn du auch langsam gehst, aber du wirst ihn entlanggehen, du wirst auf dem Weg sein.
32. So ist es auch hier – wichtig, dass du die eigentliche Bemühung aufbringst.
33. Was für eine Schwierigkeit von dir auch verspürt wird, vergiss nicht: die Schwierigkeit, die dich gewissermaßen berührt, dich psychisch niederdrückt, drückt nun in Wirklichkeit jetzt in verschiedenem Maße (doch reichlich genug) alle nieder, das heißt, sie ist über alle hereingebrochen. Und jedermann hat Besonderheiten, die sich in dieser Zeitperiode auswirken. Sie wirken sich eben dadurch aus, dass sich auf psychologischer Ebene starkes Unwohlsein bildet. Und diesen Druck erlebst nun nicht nur du, sondern alle ringsum.
34. Einfach, dass du nicht denkst, dass es über dich hergefallen ist, aber allen anderen scheint es leichter zu sein. Nein, sie haben ein Unbehagen anderer Art. Und es drückt sie auch ziemlich stark, und es wird von ihnen auch ihre eigene Bemühung gefordert.
35. So, wie sie sich bemühen werden, so werden sie das notwendige Hindernis bewältigen. Wenn sie sich nicht bemühen werden, das zu tun, werden sie nervös werden, abstürzen, sie werden ein unwürdiges Verhalten zulassen; werden sie nichts überwinden, so wird das Hindernis nur stärker werden, es wird größere Ausmaße annehmen.
36. Und letztendlich wird man schon sagen können: und tatsächlich kannst du es hier schon nicht mehr überwinden. Natürlich kannst du auf einer Stelle springen, aber das Hindernis ist schon so groß, die Kräfte aber schon so gering, dass es eher schon zu einer Bedingtheit wird.
37. Aber immerhin, wenn der Mensch springen wird ( selbst wenn er sich wie eine kleine Ameise vor einer riesigen Mauer befindet), wenn er einfach hüpfend etwas zu tun versucht, so gehört das natürlich auch zur Entwicklung.
38. Aber je mehr Zeit ihr verliert, umso weniger Möglichkeit gibt es, etwas in sich zu verändern.
39. Denn es verbleiben immer weniger Kräfte, doch die Schwierigkeiten werden anscheinend immer größer. Obwohl die Schwierigkeiten die selben sind. Das seid einfach ihr, die ihr in eurer Größe kleiner werdet, und wenn euch das Hindernis irgendwann nur bis zum Knie ging, so schaut ihr irgendwann schon darauf wie eine kleine Ameise, und es kommt euch riesig und unüberwindbar vor. Obwohl es das selbe Hindernis geblieben ist. Ihr aber habt euch zur kleineren Seite hin verändert.
40. Deshalb diese Bemühung... Wenn du alle Kräfte anwendest, formst du dich. Schau nicht darauf, wie schwer es ist, - das Wichtigste ist, dass der Prozess der Formung bei dir nicht aufhört. Das ist das Wertvollste.
41. Seid nicht auf irgendeine Ruhepause aus. Weil oft eine Verlockung entstehen kann: wie lang kann es denn noch dauern! Wie gerne würde ich etwas ausruhen! Und ihr fangt an, wobei ihr einer richtigen Handlung ausweicht, Varianten zu suchen, die euch sozusagen eine Möglichkeit bieten, etwas auszuruhen. Wollt ihr euch mit etwas anderem ablenken, so verliert ihr Zeit.
42. Und gegenüber dem Hindernis, das ihr nicht überwunden habt (es war aber für die Überwindung reif), beginnt ihr, kleiner zu werden. Ihr könnt etwas anderes machen – es wird euch anscheinend leichter werden, ihr aber seid von der Hauptarbeit abgewichen. Psychologisch gesehen wird es leichter sein, aber ihr werdet weiterhin kleiner, gerade in Bezug auf dieses Hindernis, welches zu überwinden ihr verzichtet habt.
43. Und später, wenn ihr euch dem zuwendet, wird es euch mit der Zeit immer größer vorkommen. Ihr werdet einfach gerade in diesem Fall immer kleiner und kleiner.
44. Deshalb soll man besser keine Zeit verlieren. Wie schwer es auch sein mag, sei standhaft: magst du auch Erde essen, halte stand und tu das, was nötig ist (wie man etwas überwinden muss, wie man auf etwas verzichten muss, wie man sich von etwas abwenden muss). Ob es Brüder sind, die helfen, etwas zu verschließen, etwas abzuwenden, oder die Situation irgendwie zum Besseren zu wenden, aber man muss versuchen, es schöpferisch zu lösen.
45. Denn deine innere Bemühung hinsichtlich Überwindung – das bedeutet deine Überwindung. Und du änderst dich in diesem Fall gerade in die Richtung, in die du dich verändern musst. Und keiner wird dich in diese Richtung ändern können außer du selbst. Dies gerade ist sehr wichtig. Deshalb muss man sich einfach hartnäckig mit aller Kraft anstrengen und “die Erde mit der Nase umgraben“.“
46. „Ich habe nämlich selber versucht, zur Klarheit zu kommen, aber ich kann es nicht. Weißt du, ein Jahr, sogar zwei Jahre geht alles normal, dann – zack – sitze ich mit einer Flasche Wodka am Ufer und weiß nicht einmal mehr, wie ich sie im Geschäft gekauft habe, und die Flasche ist schon halb leer... so, als ob das überhaupt nicht ich bin. Ich kann nicht verstehen, wie so etwas vor sich geht.“
47. „Was ohne dein Bewusstsein geschieht, dafür trägst du keine Verantwortung. Dir wird für all das die Verantwortung auferlegt, was du verstehst und begreifst.
48. Und wenn etwas vorkommt, was du nicht unter deiner Kontrolle hast, so bedeutet dies, dass die Verantwortung von dir genommen ist. Das heißt, von dir wird in diesem Fall schon nichts gefordert, du bist nicht fähig, dies zu kontrollieren. Kontrolliere das, wozu du imstande bist, was du sehen kannst, fixieren, besinnen. Eben das kontrolliere. Verliere gerade diese Nuance nicht. Daraus, das ist so, bildet sich nämlich das Wichtigste.“
49. „Verstanden. Aber irgendwie drängen sich die Brüder nicht, sich mit mir zu befreunden. Eine Schwester hat sogar gesagt: „Du bist ein Verräter“.“
50. „Entweder wird sich einer von ihnen finden, der helfen kann, oder sie verstehen nicht, was sie tun sollen, und ihr werdet euch gemeinsam besprechen und irgendwelche Details betrachten. Vielleicht werden sie dir etwas raten. Und ihr werdet irgendeine Lösung finden.
51. Aber wenn sich letztendlich keiner gefunden hat, so ist das auf seine Art auch nicht zufällig. Folglich gibt es in diesem Fall keinen, der helfen kann. Und das heißt, du brauchst sie auch nicht. Also ist deine persönliche Bemühung erforderlich.
52. Das heißt, wichtig ist, dass du versucht hast, das Problem breiter zu lösen, mit deinen Nächsten. Und wenn es letztendlich keine Reaktion gibt, so verhalte dich dem gegenüber einfach: das heißt, das ist vorläufig nicht notwendig.
53. Wichtig ist, dass es nicht zu einer Verurteilung führt: “Wieso seid ihr denn so, ich habe mit euch gerechnet, ihr aber seid nicht gekommen“, damit sich dieser Teil nicht einschaltet. Das wäre ein großer Fehler. Das würde bedeuten, dass du in eine Situation geraten bist und schon eine der Aufgaben nicht bewältigt hast.
54. Ein Gläubiger darf niemanden verurteilen. Er muss lernen, die Realität zu verstehen, muss lernen, sie richtig einzuschätzen.
55. Und alles, was in der Realität vor sich geht... wenn sich dies so ereignet hat, dann sollte das in diesem Moment auch so sein. Deshalb musste alles, was daran teilgenommen hat, dem entsprechen, um diese Folgen zu ergeben. Es konnte keine anderen Folgen geben. Es handelt sich darum um normale Resultate mit Rücksicht auf die Wirklichkeit. Das ist normal.
56. Betrachtet nur dasjenige Anormale, das euch persönlich angeht. In euch selbst könnt ihr nämlich das Anormale bestimmen. Aber die anderen... sie handeln so, wie sie können.
57. Ihr aber seht aufmerksam auf das, wo ihr etwas machen könnt und dies – warum auch immer – nicht macht. Hier vor allem muss man aufmerksam schauen: warum macht ihr dies nicht? Hat sich da vielleicht Faulheit gezeigt, und es ist irgendein Grund erschienen... Und dann müsst ihr euch die Frage stellen: ist dies wirklich eine ernsthafte Ursache, oder soll man ihr überhaupt keine Aufmerksamkeit schenken und sie lieber beiseite lassen? Hier kann es schon sein, dass ihr nicht würdig handelt.
58. So müsst ihr, indem ihr all dies analysiert habt, euch bemühen, all das zu tun, was von euch abhängt. Die übrigen aber... sie handeln so, wie sie können, für sie ist das normal.
59. Die Lebensumstände sind jetzt überhaupt nicht einfach, und sie betreffen alle. Sie treffen alle sehr stark.
60. Diejenigen, von denen man Vieles erwarten konnte, solche, die nicht richtige Bemühungen aufgebracht haben, sind in eine Situation geraten, wo schon überhaupt nichts mehr von ihnen zu erwarten ist. Das heißt, sie haben schon das verloren, was ihnen vormals eigen war.
61. Es gibt in der Gemeinschaft solche Leute, die ein gutes Potential hatten, aber damals keine richtige Einschätzung getroffen haben, und allmählich sind sie in Umstände geraten, wo nur allein der Wunsch bleibt – versuchen, irgendwohin wegzufahren, weil sie sich hier sozusagen wie überflüssig vorkommen. Ist auch richtig: sie konnten mit allen anderen nicht Schritt halten und stehen jetzt etwas abseits.
62. Als ihr alle über das Schöne gelärmt habt, einfach gelärmt und vorläufig noch nichts vollbracht hattet, sondern nur einfach lärmend und emotional etwas geäußert habt, - da wart ihr alle sozusagen etwas Gemeinsames. Als aber das Handeln und die gemeinsame Bemühung in ein und die selbe Richtung erforderlich wurden, da habt ihr begonnen, euch allmählich auszusondern.
63. Und je früher einige ausgeschieden sind, umso einen größeren Abstand begannen sie mit der Zeit zu verspüren, so, als ob sie überflüssig wären. Sie sind auf eine  Art auch mit allen zusammen, aber gleichzeitig fühlen sie, dass sie doch schon nicht mit allen zusammen sind.
64. Und entweder versuchen sie, ihre eigene Initiative zu ergreifen, irgendeine persönliche Initiative und irgend etwas zu organisieren, etwas Ausgedachtes, oder sie werden fühlen, dass es ihnen hier gar nicht passt, sie werden versuchen zu überlegen, irgendwie wegzufahren (aber die Situation hat sich bei euch geändert, die Häuser werden jetzt nicht mehr so einfach verkauft werden, so, wie das früher war).
65. Also, ihr alle geratet in Verhältnisse, die ihr im Grunde genommen selbst wählt. Ihr selbst bringt für etwas eure Bemühungen auf, und davon, wie ihr sie aufbringt, ergibt sich ein unterschiedlicher Effekt. Bei dem einen geht alles normal weiter, mit Mühe, aber auch mit Freude, mit dem Gefühl, dass man sich doch weiter mitten in den Geschehnissen bewegt, bei den übrigen – gar nicht.
66. Es geht also um die persönliche Mühe, sie darf nicht verloren gehen. Weil es Sachen gibt, die nicht so einfach zu berichtigen sind. Hat man etwas versäumt – das war's dann, und danach kann man dies nicht mit einem Fingerschnippen berichtigen. Es handelt sich um eine innere Distanz, eine innere Reife, sie fängt an, sich auszuwirken.
67. Also, es ist nicht mehr einfach so – gehst aus der Tür, stehst eine Weile dort vor der Tür, öffnest die Tür wieder, gehst hinein (kommst dort hinein, von wo du weggegangen bist). So wird es nicht gelingen.
68. Hinter dieser Tür ereignen sich Geschehnisse, und wenn ihr die Tür wieder einmal öffnet und versucht, dort hineinzugehen, so ereignet sich dort etwas ganz anderes, ihr werdet nicht zu dem zurückkehren, was früher dort war, wovon ihr weggegangen seid. Alles ändert sich im Leben.
69. Deshalb verliert keine Zeit, man muss sich immer bemühen, sich zu verändern und mitten in den Geschehnissen zusammen zu sein, das heißt, sich bemühen, in einer Bewegung mit allen zu sein. Ansonsten... es wird ein wenig Zeit vergehen – ihr fühlt, ihr seid schon sozusagen überflüssig geworden, ihr steht irgendwo am Rande.“
70. „Ja, ja, genau so etwas passiert mir nun gerade. Schon eineinhalb Jahre lebe ich im Wald, ich bin aus Guljaewka weggegangen. Und ich fühle, dass alles im Dorf sozusagen bekannt ist, aber weißt Du, einige haben nicht einmal den Wunsch zu grüßen. Ich sehe – sie versuchen, sich irgendwie wegzudrehen und mir aus dem Weg zu gehen. Und ich verstehe nicht, was passiert ist. Als ob ich irgendwie ein Aussätziger geworden wäre.“
71. „Bemühe dich... Deine Nächsten haben ihre eigenen “Ameisen“ im Kopf, “Kakerlaken“ und andere “Insekten“. Diese zwingen sie, sich in verschiedene Richtung zu bewegen. Manchmal, wobei sie sich gut vorstellen, wie sie es machen müssten, bewegen sie sich irgendwohin in eine andere Richtung und tun nicht das, was man von ihnen erwarten möchte.
72. Stolpere daher weniger darüber, was deine Nächsten tun. Es gibt dich, und es gibt den Vater, und es gibt die Natur. Also vor allem soll man damit anfangen. Dass du dir selbst nicht erlaubst, etwas Überflüssiges zu tun.
73. Können die Nächsten helfen – sie werden das selbst entscheiden, das ist ihre Aufgabe. Sie werden alles beobachten, sie werden irgendwelche Entschlüsse treffen, sie haben ihre Wahl. Aber es gibt dich, den Vater, die Natur, und sich in ihr harmonisch zu verhalten, das muss man lernen. In erster Linie ist das die Grundlage.
74. Und die Übrigen... gewinnen sie hinzu – so wird es mehr, vermehren sie nicht – so hast du dich nicht verloren, du warst in Harmonie, und du bemühst dich, weiterhin darin zu bleiben.“


Girlande

Kapitel  17  (bis Vers 85)

1. Der dritte November. Das Treffen mit dem Lehrer im Tal der Verschmelzung.
2. „Der achtjährige Sohn wurde ein zweites Mal beim Rauchen ertappt, und nach einem Gespräch war zu sehen, dass er Angst vor Strafe hatte, er hat sich versteckt, doch die Veranlagung ist geblieben. Lag der Fehler des Vaters daran, dass er aus Erziehungsgründen Zigaretten gekauft und mit dem Sohn solange geraucht hat, bis sich der Sohn ein bisschen schlecht fühlte? Es ging um das Ziel, eine echte Gefühlsabneigung gegen das Rauchen hervorzurufen.“
3. „Ich bin kein Fachmann auf diesem Gebiet. Dieser Bereich ist schon mit der Physiologie verbunden. Inwieweit günstig der ein oder andere Grad an Vergiftung ist – dabei handelt es sich schon nicht um Mein Gebiet. Weil dies mit einer Vergiftung des Organismus und dem Hervorrufen irgendeiner Abneigung verbunden ist ( es dabei aber sowieso irgend einen entsprechenden Schaden geben wird). Dann schon braucht man Mich nicht zu fragen.
4. In der Lehre gibt es keine Anhaltspunkte, die angeben, wie man einem das Rauchen oder das Alkohol-Trinken abgewöhnen kann. Ob man mit dem ein oder anderen Menschen zusammen rauchen oder einige Liter trinken sollte, damit es allen schlecht wird, und danach wird einer vielleicht das auch nicht mehr praktizieren wollen. Vielleicht. Aber vielleicht vergeht eine Weile, und man will noch mehr davon wollen.
5. Und das ist schon eine Seite, die zur Wahrheit keinen Bezug hat. Aber sie ist gefährlich. Die Überdosis eines beliebigen Stoffes, die vom Organismus eingenommen wird, wird natürlich irgendwelche Veränderungen hervorrufen.“
6. „Handelt es sich bei so einem Rauchen seitens des Vaters um einen Verstoß, der ihn nicht in der Einigen-Familie verbleiben lässt?“
7. „Wenn es sich um ein einziges Mal gehandelt hat (dieser Versuch, es auf diese Weise zu tun), dann nicht. So streng braucht man Sanktionen nicht anzuwenden. Aber man sollte lieber so nicht handeln.“

8. „Guten Tag. Ist es zulässig, dass man bei der Aufstellung einer Regel für die Einige-Familie, was während des Hörens und Besprechens des Wortes des Lehrers vor sich geht, ein direktes Zitat aus dem vom Lehrer Gesagten aufschreibt? Oder soll man die Regel lieber mit eigenen Worten formulieren, da man keine Zitate festhalten soll?“
9. „Eine Regel – besser mit den eigenen Worten... Ihr lernt, Hinweise zu verstehen, und in diesem Fall ist es zulässig, dass ihr schon eine eigene Formulierung entsprechend dem, was ihr als Hinweis verstanden habt, einführt.“
10. „Bei uns in der Einigen-Familie gab es in diesem Zusammenhang eine Unstimmigkeit. Wir hatten die Regel so aufgeschrieben, wie wir sie beim Zuhören der CD verstanden hatten. Danach sagte ein Mensch, der in die Einige-Familie eingetreten war: „Ihr habt hier eine Regel... sie stimmt nicht. Worauf stützt ihr euch damit?“
11. „Er muss aufzeigen, wegen was sie nicht stimmt.“
12. „Er zeigt ein Zitat aus der Schrift (gemeint: Letzte Testament)...“
13. „Und seht ihr denn, dass es dem nicht entspricht? Folglich habt ihr die Regel nicht richtig aufgestellt. Das heißt, ihr müsst sie aufs Neue anschauen.“
14. „Wir sehen, dass wir die Regel eingeführt hatten, nachdem wir die CD gehört hatten, und sie ist richtig. Aber das Zitat passt hier nicht.“
15. „Dann müsst ihr eine extra Frage bilden und das präzisieren, was euch als Unstimmigkeit vorkommt, wo ihr nicht wisst, was ihr wählen sollt.“

16. „Alles klar. Versteht man es so richtig, dass nun jedermann, der das Treffen mit dem Lehrer besser im Kopf behalten will, Schlüsselwörter aufschreiben darf?“
17. „Das ist eine sehr eigenartige Frage – Schlüsselwörter... Zu den “Schlüsselwörtern“ kann man alles mögliche zählen. Jemand wird Schlüsselwörter als ganze Sätze verstehen und anfangen, alles kurz zusammenzufassen. Oder ihr fixiert wirklich nur ein Wort. Ist dies wirklich gerade ein Wort? Ist das Schlüsselwort nur – eines? Es gibt einen Satz, es gibt eine Erklärung, aber ihr habt nur ein Wort aufgeschrieben?“
18. „Man möchte wenigstens ein Wort von der gestellten Frage aufschreiben, um besser zu behalten.“
19. „Aber das wird sowieso nicht behalten. Was ist das , ein “Schlüsselwort“? Kann man etwa ein Schlüsselwort mit einer ganzen Äußerung vergleichen? Ob euch ein Schlüsselwort wirklich reicht, um eine ganze Äußerung auswendig zu behalten? Das stimmt doch so nicht.
20. So etwas wird nicht gelingen, selbst wenn ihr ein Wort fixieren werdet. Daher spielt das keine besondere Rolle.
21. Die Treffen werden im Laufe der Jahre durchgeführt, ihr versucht, etwas zu begreifen... und in erster Linie kommt bei euch von all dem von Mir Gesagten das an, wozu ihr in diesem Moment reif geworden seid.
22. Also, das wird jene Umstände betreffen, die euch irgendwie “anzünden“, eure Besorgnisse hervorrufen. Ihr denkt an diese Umstände, ihr denkt über dieses Thema nach, und dann wird der gehörte Hinweis schnell alles an seinen Platz stellen, das, was sich in eurem Bewusstsein in einem chaotischen Zustand befindet. Dann wird schnell das notwendige Verständnis entstehen.
23. Wenn ihr versucht, das zu behalten, was in diesem Moment nicht euer Leben betrifft, eure Handlungen, die ihr in den letzten Tagen ausgeführt habt und ihr nicht über dieses Thema täglich tief nachdenkt, dann werdet ihr auch nichts Besonderes behalten. Ihr werdet dem keine notwendige Aufmerksamkeit schenken, weil euch dies in Wirklichkeit nicht betrifft.
24. Ihr könnt nur noch irgendeinen kleinen Anhaltspunkt im Kopf vermerken, und wenn dieses Thema entstehen wird, wird bei euch etwas davon auftauchen, was ihr euch aufmerksam angehört habt, was aber am Anfang sozusagen nicht aufmerksam wahrgenommen wurde.
25. Wenn es nötig sein wird, könnt ihr bei jemandem noch nachfragen. Oder wenn dies buchstäblich irgendwo auf den Seiten der Schrift gedruckt wurde, so könnt ihr dort nachlesen.
26. Aber alles, was da betrachtet wird, sofort zu behalten, ist unmöglich und auch nicht nötig. Ihr hört einfach aufmerksam zu. Und das, was ihr schon bereit seid aufzunehmen, werdet ihr aufnehmen. Es wird alles im Innern seinen Platz einnehmen.
27. Auf diesen Treffen berührt ihr so eine Breite an Umständen... und das betrifft nicht alle gleichzeitig. Dies betrifft entweder einen, oder eine weitere Menschengruppe unter ähnlichen Umständen. Aber das bezieht sich nicht auf alle gleich.
28. Doch wir berühren dies nicht nur an einem Tag. Ab und zu berühren wir den ein oder anderen Bereich, den ihr, wenn ihr ihn früher nicht erlebt habt, im Nachhinein erleben könnt. Und er wird zu einem heißen Thema für euch, ihr erkennt schnell den Hinweis. Das heißt, ihr seid für ihn reif geworden.
29. Daher versucht nicht, alles auf einmal in euch hineinzunehmen. Hört einfach aufmerksam zu.“
30. „Lehrer, handelt es sich hier um einen Verstoß, wenn ein Mitglied der Einigen-Familie beim Zuhören der Antworten auf die Fragen kurz das von ihm Verstandene aufschreibt? Er erklärt es damit, dass sich bei ihm im Laufe des Lebens so eine Arbeitsweise mit der für sein Verständnis wichtige Information bilde.“
31. „Lieber nicht notieren, weil das, was dem Papier übergeben wird, letztendlich nicht selten länger lebt, als der Mensch selbst. Sodass dies später nicht zu einem Führer für jemanden wird.
32. Wo bei einem anderen Menschen eine hohe Wahrscheinlichkeit entstehen kann, dass er das nicht richtig durchdenkt, was von der Wahrheit gegeben wurde. Es kann sich also um etwas Verfälschtes handeln.
33. Deshalb soll man es natürlich lieber nicht so machen. Lieber versuchen zu lernen, die Information schon so aufzunehmen, wie sie im gegebenen Fall angeboten wird.“
34. „Wenn man es so nicht machen soll, kann er dann, wenn er nach dem Zuhören nach Hause kommt, das Wort, so, wie er Es verstanden hat, aus seinem Gedächtnis hervorholen und so, wie er das Wort verstanden hat, auf Papier niederschreiben?“
35. „Nun, so ist es möglich. Das kann man noch mehr oder minder zulassen. Sonst wird es schon zu viel sein, es wird sonst zu ernsthaft sein...“

36. „Seit acht Jahren kommt einmal jährlich mein Freund zu Besuch. Ich habe ihm gegenüber Naturgefühle, er weiß davon, macht aber keine Schritte, um mit mir eine Familie zu gründen. Ist es richtig, wenn ich ihn bitte, nicht ein weiteres Mal zu mir zu kommen, weil seine Besuche meine Gefühle sehr stark anheizen, diese aber nicht realisiert werden können. Er kann sich bei anderen Freunden aufhalten.“
37. „Wenn du fühlst, dass dies bei dir wirklich eine große Unannehmlichkeit, ein inneres Unbehagen hervorruft, dann ist so ein Vorschlag möglich. Das ist möglich, es entsteht dabei keine Verletzung der Wahrheit.“
38. „Wird dadurch aber nicht unsere Freundschaft leiden?“
39. „Dies hängt auch von ihm ab. Man kann nicht Freundschaft erzielen, indem man nur von einer Seite richtige Bemühungen aufbringt. Oder wenn man nur denkt, dass die Freundschaft dann besteht, wenn ihr danach strebt, einander verschiedene Launen zu befriedigen. Dies wird keine Freundschaft sein.
40. Freundschaft bedeutet richtige Handlungen, die richtig wahrgenommen werden. Dann handelt es sich um eine echte Freundschaft.
41. Alles übrige aber – verfälscht die Freundschaft, wo ihr versucht, dem anderen etwas zuliebe zu machen, wo ihr fürchtet, etwas zu tun, was ihn traurig machen könnte, obwohl ihr bereit seid, richtig zu handeln, und ihr beginnt, nicht richtig zu handeln und dabei denkt, ihr würdet so die Freundschaft stärken. Nein, dies gehört nicht zur Freundschaft.
42. Und ihr werdet an dieser Freundschaft leicht zerbrechen. In einem nächstfolgenden Moment werdet ihr dann einfach innerlich schon darauf verzichten, das zu tun, was ihr wirklich für einen nicht richtigen Schritt eurerseits haltet. Weil es zu irgendeinem Moment sehr schwer für euch sein kann, gegen euer eigenes Gewissen zu handeln. Und da ihr bisher Schritte gegen euer Gewissen gemacht habt und der Mensch sich daran gewöhnt hat, so wird euer sogenannter “Freund“ beim nächsten Mal, wenn ihr das nicht mehr macht, sehr traurig sein.
43. Bisher habt ihr so gehandelt, nun aber sagt ihr, warum auch immer, ab. Er wird denken, dass ihr jetzt launisch seid. Und wenn er nicht bereit ist, sich gegenüber euren Handlungen richtig zu verhalten, dann wird eure Freundschaft schnell einen Riss bekommen. Sie wird natürlich keine gute sein können, weil sie auch keine gute war.
44. So lernt, einfach die richtigen Schritte zu machen, ohne daran zu denken, wie dies die anderen wahrnehmen werden. Und unter diesen Bedingungen werdet ihr einen echten Freund finden können, der schon günstigere Eigenschaften hat.
45. Denn wenn jemand weiterhin mit euch kommunizieren wird und euer Freund sein wird, dann wird es schon einer sein, der gerade diese eure richtigen Handlungen annehmen wird. Er wird damit einverstanden sein. Und dies wird schon mehr zu einer Freundschaft passen.
46. So habt keine Angst, jemanden zu verlieren, der nicht bereit ist, eure richtigen Handlungen anzunehmen. Dieser Mensch ist nicht bereit für eine Freundschaft, wenn er sich euch gegenüber so verhält. Habt keine Angst, ihn zu verlieren, handelt weiterhin richtig.“

47. „Ist so ein Zustand einer Frau richtig, dass, wenn sie Gefühle hat und sie nicht realisieren kann, da dies den Mann bedrängen könnte... Und sie verschließt sich dahe wie in einem Kosmonauten-Anzug, es ist ihr sogar schwer, mit diesem Menschen zu sprechen.“
48. „Versuche nun, diese Frage noch einmal etwas einfacher zu formulieren. Du verkomplizierst die Frage. Stell sie einfacher: Ist es normal für eine Frau, dies oder das in diesem oder einem anderen Fall zu machen? Vereinfache die Frage zu so einer Form.“
49. „Wenn eine Frau ihre Gefühle realisieren möchte, dies aber nicht gemacht werden darf...“
50. „Wer sagt denn, dass man das nicht darf? Warum darf man es nicht?“
51. „Weil ich sehe, dass dies den Mann bedrängt.“
52. „Warte mal, du stellst Mir die Frage und beantwortest sie selber sofort. So frage doch: Wie soll man richtig handeln, wenn eine Frau ihre Gefühle realisieren will? Was soll sie tun?... Weil man Gefühle unterschiedlich realisieren kann.“
53. „Wenn die Gefühle zu intensiv sind, möchte ich ihm sagen, wie wunderbar er ist, wie gut man sich ihm gegenüber verhält...“
54. „Man möchte dem Menschen einfach ein Kompliment machen, ja?“
55. „Man möchte bewundern, weil man es wirklich so fühlt.“
56. „Deine Bewunderung gegenüber seinen Handlungen zeigen, stimmt's? Ob du dies tun darfst, ob dies normal ist, ja?“
57. „Dabei möchte man ihn aber auch zum Beispiel im Vorübergehen leicht umarmen.“
58. „Umarmen ist aber eine aktivere Handlung. Hier muss man schon eine Grenze kennen, das stimmt. Weil man dabei mehr oder weniger sicher sein muss, dass das, was du tust, von dem Menschen wohlwollend, normal aufgenommen wird, dass er sich dem gegenüber gut verhält.
59. Wenn ihr euch dabei nicht sicher seid, so umarmt ihn nicht vorschnell. Denn dies kann so ein Aufzwingen sein, das wirklich eine gewisse Empörung bei einem Menschen hervorrufen kann, es kann so etwas hervorrufen.
60. Man sollte dies lieber nicht provozieren. Aber irgendwelche deiner guten Worte ihm gegenüber zu äußern, ist möglich, das ist normal. Aber du sagst: „Wenn ich versuche, sie zu äußern, beginnt er, sich dabei verlegen zu fühlen“, dabei handelt es sich schon ein wenig um eine andere Entwicklung der Ereignisse.
61. Aber ist dies so, war dies wirklich in deinem Leben so? Oder vermutest du, dass dies so sein könnte?“
62. „Nun, es kommt mir so vor, dass sich der Mensch etwas bedrängt fühlt, da er mir gegenüber doch nicht ebenso solche Gefühle hat.“
63. „Dir scheint es jedoch so. Du sagst dem Menschen einfach etwas Gutes. Und wenn ihr jemandem gegenüber keine Gefühle habt, sagt ihr dann überhaupt nichts Gutes?“
64. „Sagen wir.“
65. „Ihr sagt es. Woran liegt es dann? So oder anders etwas Gutes dem Menschen zu sagen, ist eine normale Erscheinung. Sie ist nicht mit Aufzwingen verbunden.
66. Aufzwingen heißt, wenn du anfängst, ihm nachzulaufen und alle fünf Minuten wiederholst, wie gut er sei. Dann handelt es sich um ein Aufzwingen.
67. Er wird beginnen, sich zu erschrecken, wird bedrängt sein, wird sich in einer Speicherkammer verstecken, dort abwarten. Nun, dann muss man ihm nicht nachrennen, an die Türe klopfen und dabei sagen: „Du bist so gut“, um ihn überhaupt nicht irgendwohin zu jagen.
68. Deshalb ist es normal, einfach etwas Gutes zu äußern. Ohne daran zu denken, er könnte sich bedrängt fühlen. Man kann dann irritiert sein, wenn ein Aufzwingen stattfindet. Einfach gute Worte zu äußern – das ist normal, hab keine Angst.
69. Und so kann man eine ganze Reihe irgendwelcher Momente berühren, die du als Verschlossenheit einer verliebten Frau betrachtest, sodass dies nicht zu einer Übertreibung führt, die negative Folgen haben kann.
70. Und hier muss man schon schauen: man möchte dies – darf man das aber machen? Ist das normal? Und das da?... Und so kannst du eine Reihe irgendwelcher Umstände durchaus betrachten. Beeile dich aber nicht zu sagen, er werde sich bedrängt fühlen. Betrachte zuerst das Richtige in deiner Handlung.
71. Wenn ihn überhaupt jeder Versuch deinerseits verwirrt, wo du ihm gegenüber etwas Gutes äußerst, dann handelt es sich schon um seine Komplexe, das spricht von etwas Negativem, dem man nicht folgen soll.
72. Du kannst auch weiterhin mutig etwas Gutes auf zurückhaltende Weise bekunden, und wenn er dies nicht will, so möge er dann von dir wegrennen. Das ist normal, möge er dann wegrennen.“
73. „Danke.“

74. „Guten Tag, Lehrer. Eine Frage der Einigen-Familie aus Tajata. Eine Schwester war in einem psychologisch schwierigen Zustand und hat Alkohol zu sich genommen, um von den Sorgen, die sie nicht bewältigen konnte, abzuschalten. Dies hat sie bereut und gesagt, dass sie im Fall psychischer Probleme die Einige-Familie um Hilfe bitten werde. Ist es richtig, dass wir sie in der Familie gelassen haben?“
75. „Das war richtig, dass ihr sie gelassen habt. Aber ich möchte noch einmal betonen – natürlich kann man durch Alkohol den Problemen nicht davonlaufen. Solche Sachen sind schon der Medizin bekannt, dass Alkohol in Wirklichkeit die Probleme nicht abschaltet, sondern er verschärft dies alles, verschlechtert die Situation. So soll man nicht vorgehen.
76. Ihr habt schon so ein großes Vermächtnis mit etlichen Beschreibungen einiger Besonderheiten bekommen, die mit der Zeit der Wende verbunden sind, wo man lernen muss, sich richtig zu beherrschen.
77. Ganz, ganz am Anfang, wenn sich irgendwelche Emotionen einstellen, die mit irgendeiner ernsten Aufregung, mit irgendwelchen ernsten Komplikationen in eurem Leben verbunden sind, müsst ihr es sofort schaffen, anhand irgendwelcher ersten Zeichen dessen, was euch zu entzünden beginnt, an euch richtig zu arbeiten, euch zu beherrschen.
78. Nicht diesen Moment außer Acht lassen, weil, wenn sich das Schwungrad dieser schwierigen Emotionen losdreht, dann ist es sehr schwer zu versuchen, es aufzuhalten, es zu kontrollieren. Man muss lernen, so eine Entwicklung der Ereignisse gleich am Anfang zu kontrollieren, wo die allerersten Zeichen von dem einsetzen, das euch sehr bedrängt.
79. Hier gerade soll man sich richtig beherrschen und lernen zu modellieren (wir sprachen schon so viele Male über dieses Thema). Dann ist es interessant, dann ist diese eure Arbeit mit eurer Veränderung verbunden. Ihr arbeitet daran – ihr verändert euch.
80. Wenn ihr entfacht seid und dann einfach Alkohol getrunken habt (dabei braucht man ja anscheinend so viel, um abzuschalten, um alles zu vergessen, sodass dies die Gesundheit stark beeinträchtigen wird), so ist damit aber das Problem nicht gelöst.
81. Ihr habt euch also nicht bemüht, es fachlich richtig zu überwinden, ihr habt nicht angefangen, richtig zu arbeiten. Das heißt, bei euch setzen keine Veränderungen zur besseren Seite ein. Wenn sich diese notwendigen Veränderungen nicht eingestellt haben und ihr das Hindernis nicht richtig überwunden habt, so muss es erneut wiederkehren.
82. Aber im Leben ergibt sich so ein Umstand, dass dies nicht auf gleiche Weise wiederholt werden kann. Das ist unmöglich. Weil es sich dabei nicht um irgendeine mathematische Größe handelt, oder so etwas, wo ein Modell leicht konstruiert und gewählt werden kann, das einem anderen gleicht und die selben Eigenschaften besitzt.
83. Ihr bringt einander schwierige Emotionen, und seid dabei in Verhältnissen, wo jeder von euch einmalig ist. Das heißt, ihr beginnt euch in jedem neuen Augenblick unwiederholbar zu zeigen, und die Situation kann nicht wiederholt werden. Ein und der selbe Mensch kann euch unter ein und den selben Bedingungen absolut unterschiedliche Prüfungsbedingungen schaffen.
84. Deswegen, wenn für euch etwas wiederholt werden muss, so kann dies in einer schwierigeren Weise wiederholt werden. Da dies nicht auf die gleiche Weise wiederholt werden kann, wird es verstärkt werden. Aber leichter wird es euch nicht gemacht werden. Das ist ein Gesetz.
85. Wenn ihr das Überwinden des Hindernisses verweigert – so wird es verstärkt werden. Versucht ihr es wiederum zu umgehen, so wird es noch mehr verstärkt werden, bis ihr euch daran so stark stoßt und versteht, dass es nicht gelingt, ihm zu entgehen, es muss gelöst werden.        

  
 
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