Startseite Vissarion

Vissarions Lehre
> Vissarions Schriften
> Vadims Jahresberichte
> Stichwortliste
Vissarions Werdegang
Vissarion als Künstler
Vissarion in den Medien

Die sibirische Gemeinschaft
Fotogalerie
Service

Aktuelles
                                      zurück     rückwärts blättern     vorwärts blättern  
 
  Zur Download-Seite  
Vadim berichtet über die Ereignisse des Jahres 2013:   Teil 23

      Kapitel    -1-   -2-   -3-   -4-    -5-   -6-   -7-   -8-   -9-    -10-   -11-   -12-  
                                                                                                                                                                        
Kapitel 1

Am fünfzehnten Januar antwortete der Lehrer im Haus von Vadim auf die Fragen von Journalisten aus Polen und Norwegen. Das Treffen dauerte etwa zwei Stunden. Hier einige Auszüge aus diesem Treffen.
2. „Welche Rolle haben Mann und Frau in der Familie?“
3. „Wenn wir über den Mann und die Frau in der Familienbeziehung sprechen, so ist es sehr schwer, dies kurz zu benennen.
4. Als erstes muss man den Unterschied betrachten, der im Grunde des Wesens von Frau und Mann liegt. Dieser Unterschied existiert, er bildet die Grundlage der Motive des Verhaltens von Frau und Mann, und folglich sind dementsprechend die beiden (sowohl der Mann als auch die Frau) aufgerufen, sich auf irgendeine Weise zu bekunden. Nicht auf gleiche, sondern auf eigene Weise. Ihr Verhalten wird sich unterscheiden.
5. Und im weiteren kann man schon sehr viele Fragen anschauen, die natürlich auf wünschenswerte Weise richtig zu betrachten sind. Und dabei nicht zu versuchen, das zu ebnen, was niemals geebnet werden kann. Es handelt sich dabei um das unterschiedliche und auf gleiche Weise Wertvolle.“
6. „Was können Sie über solche Begriffe wie “Gleichberechtigung“ und “Feminismus“ sagen?“
7. „Mir fällt es schwer, diese Begriffe, die in der Gesellschaft verwendet werden, genau zu kommentieren. Ich lebe nicht so dicht an den Ereignissen, die in der Gesellschaft vor sich gehen. Hier wäre es besser zu versuchen, irgendwie anders, konkreter zu fragen. Was genau möchte man in diesem Fall präzisieren?“
8. „Dann so eine konkrete Frage zum Beispiel... Über die Möglichkeit dessen, dass ein Mann mehr als eine Ehefrau haben kann, doch umgekehrt – nicht. In Norwegen gibt es viele Feministinnen, und viele halten es für nicht logisch, dass eine Frau nicht mehr als einen Mann haben kann...“
9. „Wenn von Logik gesprochen wird, dann wollen wir einen ganz natürlichen Umstand betrachten: wenn ein Mann einige Frauen hat, und bei einer Frau gibt es mehrere Männer, wo wird es dann zum Überleben nach einem Jahr mehr Kinder geben?“
10. „Ist dies damit verbunden, dass mehr Kinder geboren werden?“
11. „Ich spreche über das Logische. Wenn man das Wort “Logik“ benutzt, so führe Ich hier die logische Entwicklung der Umstände an, wo die Notwendigkeit entsteht, dass eine Gesellschaft überlebt.“
12. „Danke. Jetzt erlebt Europa eine Krise, und viele Norweger meinen, dass ihre Lebensweise nicht mit der Unversehrtheit der Natur zu vereinen ist. In welche Richtung soll dann die Entwicklung in Europa gehen?“
13. „Stimmt. Das Verhalten der Menschen zur Natur ist allzu sehr das eines Verbrauchers. Und gerade  der Charakter der Entwicklung der bestehenden Gesellschaft verstärkt so ziemlich das Bedürfnis hinsichtlich dessen, dass der Mensch der Natur etwas entnimmt. Aber dies ist nicht der einzige Hauptgrund. Einer der Hauptgründe ist, dass sich der Mensch gegenüber allem, was sich um ihn herum ereignet, grundsätzlich falsch verhält.“
14. „Können Sie bitte etwas detaillierter darüber sprechen, inwiefern der Mensch alles übrige, was es um ihn herum gibt, falsch sieht?“
15. „Solange der Mensch die sich ereignende Realität nicht richtig wahrnimmt und nicht richtig auf seine Nächsten reagieren kann, geht unvermeidlich  ein geistiges Degenerieren vor sich.“
16. „Haben Sie die Ansicht, dass es das größte Problem ist – dass die Menschen miteinander nicht richtig umgehen?“
17. „Und überhaupt nehmen sie die Realität nicht richtig wahr, die gesamte Realität – nicht richtig. Würden die Menschen die Realität richtig wahrgenommen haben, dann gäbe es auf der Erde eine Familie. Alle Menschen würden eine einzige Familie ergeben.“
18. „Meinen Sie, dass wir am Vorabend irgendeines Absturzes der Weltgemeinschaft stehen?“
19. „Ja, das stimmt.“
20. „Und was wird geschehen? Was kann geschehen?“
21. „Das muss man nicht mitteilen. Doch die bestehende Lebensgestaltung, auf welcher die Menschheit gründet, wird unbedingt zerstört werden. Wenn diese nicht zerstört werden wird, wenn den Menschen die Möglichkeit gegeben wird, immer mehr, alles, was sie von der Erde haben wollen, zu fördern, wenn ihnen mehr Naturschätze eröffnet würden, dann werden die Menschen endgültig zugrunde gehen, es wird keinen geben, der zu retten ist.“
22. „Und wissen Sie denn, wie diese Situation gelöst werden kann? Gibt es denn eine Lösung in der Gesellschaft, in der ich mich im Moment befinde, das heißt hier, wo Sie leben?“
23. „Ja.“
24. „Könnten Sie dann mitteilen, wie diese Lösung aussieht?“
25. „Ich spreche schon zwanzig Jahre über dieses Thema... und sage immer wieder Unterschiedliches.
26. Die Menschen auf der Erde haben eine sehr primitive Vorstellung von Gott, die der Realität sehr wenig entspricht. Und die Menschen haben wenig an richtiger Vorstellung darüber, was das ist, das Gesetz der geistigen Entwicklung. Alle Vorstellungen der Menschen über die geistige Entwicklung laufen in der Regel auf rituelle Bekundungen hinaus. Aber so verhält es sich überhaupt nicht.
27. Darum, um über die Gesetze der geistigen Entwicklung zu sprechen, müsste man sehr vieles dazu sagen, und kurz ausdrücken kann man das nicht...“
28. „Hat es Sie enttäuscht, dass Ihnen so wenige Menschen gefolgt sind, dass die Masse der Menschen auf der Erde doch beiseite bleibt?“
29. „Das ist ein unvermeidbarer Umstand. So ist das Gesetz. Wenn man sich eine beliebige Gesellschaft vorstellt, so kann man leicht erkennen, dass progressive Lösungen nur von einzelnen Personen vorgebracht werden, nicht aber von der Menge. Und je progressiver die vorgebrachte Lösung ausfällt, umso weniger Nachfolger wird diese Lösung haben.“
30. „Ist es etwa kein Problem – dass Ihre Lehre nur für eine kleine Gruppe funktioniert?“
31. „Es muss die Basis geschaffen werden, die die gesamte übrige Gesellschaft überleben wird, und allmählich werden alle dazukommen, sie werden sich auf diese Grundlage stellen.“
32. „Ungeachtet dessen, dass in Norwegen die umweltfreundliche Lebensweise sehr populär ist, sind viele Menschen sowieso keine religiösen Leute, und für sie ist es sehr befremdend, dass hier in Russland die Menschen in der Taiga zum neuen Jesus gezogen sind. Haben Sie ihnen etwas zu sagen, gerade denjenigen, die dies für seltsam halten?“
33. „Diese Frage kann von zwei Seiten beantwortet werden. Diejenigen, die sich für klug halten brauchen keine Hinweise, für sie gibt es keinen Lehrer, sie sind selbst für sich Lehrer.
34. Andererseits, ihre Religiosität beruht auf der eigenen Einschätzung der traditionellen Vorstellungen über das Göttliche. Und wenn sie nicht an die Gedankenbilder, die während der letzten Jahrtausende geformt wurden, glauben, dann kann man sagen, dass sie damit auch richtig liegen. Weil das, was in diesen Gedankenbildern existiert, wenig der Realität entspricht.
35. Deswegen kann man die Tatsache, dass sie atheistisch sind, von zwei Seiten aus betrachten. Einerseits sind es die Menschen, die grundsätzlich nicht an die Existenz von etwas, was mit Gott verbunden ist, glauben wollen. Aber andererseits haben sie einfach keine richtige Vorstellung davon, deswegen gelingt es ihnen natürlich nicht, an etwas zu glauben.
36. Man kann darauf aufmerksam machen, dass Mein Erscheinen in einem völlig atheistischen Land vollzogen wurde. Und doch erschienen Gläubige, die früher zu ausgesprochenen Atheisten zählten. Aber das sind gebildete Menschen, viele von ihnen haben Hochschulbildung, und viele kamen hierher.“
37. „Sie haben die Ansicht, dass sogar Atheisten, wenn sie denkende Menschen sind, dies beurteilen können?“
38. „Richtig. Man muss lernen, richtig, tiefer, breiter zu denken. Lieber bemühe man  sich nicht, das zu verneinen, wovon man nicht die leiseste Ahnung hat. Das, was Ich euch erzählen muss, ist gerade auf denkende Menschen hin ausgerichtet, hin auf frei Denkende.“
39. „Wie fühlen Sie sich als geistiger Lehrer im heutigen Russland? Hindern die Behörden Ihre Tätigkeit, oder ist es umgekehrt?“
40. „Nein, sie stören nicht. Es gibt auch unter ihnen vernünftige Menschen. Viele Jahre geht das hier schon vor sich, sie beobachten und sehen... Und wenn sie anfangs irgendwelche Mutmaßungen hatten, so merkten sie daraufhin aber, was gerade hier vor sich geht und darauf kann nur ein sehr dummer Mensch schimpfen.“
41. „Wie schätzen Sie das Verhältnis zum Glauben im heutigen Russland ein? Wie verhalten sich die Menschen zum Glauben?“
42. „Wie zu einer Partei/Gruppe.“
43. „Könnten Sie das kommentieren?“
44. „Wenn jemand in Russland sagt: „Ich bin russisch-orthodox“, so will er vor allem betonen, dass er ein Russe ist.
45. Jetzt gibt es in Russland sehr viele Gruppierungen, und alle spielen Politik. Und zum Religiösen verhält man sich ebenso, wie zu politischen Parteien. Leider verhalten sich die Vertreter  der offiziellen Religion selbst auch nur wie die Vertreter einer Partei.“
46. „Meinen Sie, sie seien nicht aufrichtig, es sei mehr etwas Äußerliches?“
47. „Die Menschen wissen nicht, was Glaube bedeutet, sie haben keine richtige Vorstellung davon. Darum eignen sie sich leicht Tendenzen an, solche kennzeichnenden Tendenzen, die aktiv in der Gesellschaft zum Ausdruck kommen. Sie sagen aufrichtig, sie seien russisch-orthodox, aber wenn man sie fragt, ob sie die Schriften, Riten und Besonderheiten, die mit dem russisch-orthodoxen Glauben verbunden sind, kennen, so haben sie davon keine Ahnung.“
48. „Was meinen Sie, ist es möglich, so eine Gemeinschaft in Skandinavien aufzubauen?“
49. „Die Gesetze, die Ich gebracht habe, sind mit allen psychologischen Erscheinungen des Menschen in Bezug auf die umgebende Realität und vor allem in Bezug auf den anderen Menschen hin verbunden.
50. Wenn die Menschen beginnen, etwas Großes zu bauen, so werden sie täglich über viele Fragen unvermeidlich streiten, bei ihnen werden kontroverse Umstände entstehen.
51. Es gibt schöpferische Fragen, wo eine Teilnahme des Lehrers nicht nötig ist, man braucht dabei eine Sache nur mittels Mehrheit abzustimmen. Es gibt aber psychologische Fragen, wo man unbedingt alles richtig machen muss. Und da solche psychologischen Fragen täglich in großer Menge entstehen, kommt es, wenn die Teilnahme des Lehrers an diesen Fragen möglich ist, zu keinem Konflikt.“
52. „Und was wollen Sie denn durch Ihre Lehre erreichen?“
53. „Meine Lehre wird einst die Menschen dazu bringen, dass es auf der Erde eine Familie gibt. Die Menschen werden aufhören, sich untereinander aufgrund geistiger Grundsätze und Lebensansichten zu teilen. Das Schlimmste besteht darin, wenn sich die Menschen in ihren Herzen untereinander trennen.“
54. „Was meinen Sie, diese einige Familie wird während Ihrer Lebenszeit entstehen?“
55. „Ich kann über dieses Thema nicht nachdenken, Ich kann nur wünschen.“
56. „Wenn Sie nicht mehr da sind, wer wird dann diese psychologischen Probleme lösen helfen?“
57. „Ich werde eine genügende Menge an Hinweisen hinterlassen, die ausreichen werden. Diese konkreten Hinweise sind in vielen Büchern über zwanzig Jahre niedergeschrieben. 58. Denn jetzt ist es notwendig, eine Lehre zu geben, nicht aber einfach zu sagen: glaubt an  Gott. Einst sollten die Menschen aufgerufen werden, demütig zu sein, jetzt aber muss ihnen beigebracht werden, wie sie dies erfüllen können.
59. Ebenso wie man einst die Menschen aufrufen musste, einander zu lieben, nun aber muss man sie lehren, dies richtig zu machen.“
60. „Bedeutet dies, dass lieben – sehr individuell ist in jeder Situation?“
61. „Richtig. Liebe ist ein ganzer Komplex von richtigen Äußerungen in Bezug darauf, was der andere neben euch macht, es handelt sich dabei nicht um irgendeinen Gefühlsausdruck von Sinnlichkeit.“

62. Das erste Treffen mit Gläubigen nach dem Geburtstag des Lehrers fand am vierundzwanzigsten Februar im Tal der Verschmelzung statt.
63. „Darf ein Besitzer seine Ziege, die an Blähungen im Bauch leidet, unbehandelt lassen und sie eines natürlichen Todes sterben lassen? Darf man dabei seine Frau darum bitten, die Ziege ebenfalls nicht zu behandeln (obwohl die Frau das sehr wünscht), denn es ist materiell sehr schwierig, die Ziege zu halten, da es keine zusätzliche Wiese zum Heu- machen gibt, und es gibt noch eine weitere, gesunde Ziege?“
64. „Wenn ein Tier krank wird, so muss man feststellen, inwiefern es wirklich möglich und günstig ist, es zu heilen, damit dieses Tier weiterhin normal in der Natur (in eurer Familie oder grundsätzlich in der Natur) existieren kann.
65. Es kommt vor, dass ein Tier infolge einer Erkrankung oder aus Altersgründen in so einen Zustand kommt, dass es für dieses Tier (Ziege, Hund oder ein anderes Tier) nicht gut sein wird, ihm sein Leben zu verlängern, das wird einfach nicht günstig sein.
66. Das heißt, ihr stimuliert einen Organismus, der schon nicht mehr in Harmonie leben kann. Ihr dehnt einfach die Zeit der Qualen für dieses Tier aus. Dabei erleichtert ihr aber nicht die Situation, weil der ganze Organismus dieses Tieres schon im Prozess des Verfalls befindlich ist.
67. Daher muss man hier auf die Umstände schauen. So etwas ist doch möglich, wenn man einsieht, dass es sinnlos ist zu stimulieren, und dass es besser ist, wenn die Existenz des Tieres allmählich auf natürliche Weise endet.
68. Weiter aber ergeben sich Details: wie und was vor sich geht; was ihr unternehmen wollt; wie ihr irgendwelche Bemühungen ansetzt. Hier könnten irgendwelche Nuancen auftauchen, wo Ich sagen könnte, dass man dies lieber nicht tun sollte. Dies aber sind Details, die weiter betrachtet werden müssen.“

69. „Danke, Lehrer. Ein Bruder hat mich um ein Buch gebeten, um es zu lesen; ich habe ihm gesagt, ich könne ihm das Buch nur unter einer Bedingung geben, nämlich dass er mir eine Frist nennt, nach welcher er mir dieses Buch zurückgibt. War es richtig, dem Bruder so eine Bedingung zu stellen?“
70. „Nein, nicht richtig. Eine Frist soll man nicht nennen.
71. Ihn bitten, mit dem Buch ordentlich umzugehen, kann man – das ist normal. Fristen aber soll man nicht fixieren, denn wie kann er nämlich die Frist einhalten? Vielleicht wird ihm etwas Unvorhergesehenes passieren, wo er es nicht zu Ende lesen kann, und er wird dies auf den nächsten Tag verschieben müssen, aber er hätte es dir eigentlich schon zurückbringen müssen, obwohl ihm da eine Seite noch übrig geblieben ist, um bis ans Ende zu lesen.
72. Und es wird bei euch irgendeine Unannehmlichkeit einsetzen, wenn er es riskiert und bis zu Ende liest und dabei denkt: „Ist doch nur eine Kleinigkeit – eine Seite nur“, er wird aber das Buch einen halben Tag später abgeben. Du wirst dann etwas daran auszusetzen haben: „Siehst du, wir haben etwas vereinbart, du musst dein Wort halten“ und wirst auch noch irgendeinen anderen Unsinn daherreden.
73. Man soll so etwas nicht bestimmen. Weil dies ein zusätzlicher Bereich ist, wo ihr überflüssige Forderungen leicht aufbaut, bisweilen sogar auch ganz unangebrachte Forderungen. Na, wofür solche Sorgen?
74. Einfach im Prozess des Kennenlernens, wenn du das Buch ausleihst, siehst du, wie sich der Mensch dem Buch gegenüber verhält, in welchem Zustand er es zurückgibt, wie lange er es bei sich behält – hier können dann zusätzliche Fragen entstehen, wo du auch deine wohl angebrachte Strenge zeigen kannst.
75. Zum Beispiel würde noch irgendwer dieses Buch lesen, doch der andere hält es zu lange bei sich, liest es vielleicht sogar nicht einmal, es kommt vor, dass er sich dazu irgendwie zu speziell verhält, und dabei ist es sinnlos, ihm das Buch zu geben. Lieber werden es zehn Menschen lesen, als dass er es allein so lange bei sich behält, wo diese zehn Menschen es hätten lesen können. Da gebe man es lieber denen. Du kannst da schon rationell herantreten.
76. Oder er soll seine Bemühungen mobilisieren: will er es lesen, wird er sich bemühen, wird er schneller machen. So eine schöpferische Herangehensweise ist auch möglich. Seid aber vorsichtig mit der Strenge und mit dem Stellen von irgendwelchen Forderungen. Das wird eine gefährliche Sache sein.“

77. „Lehrer, kann man Kinder-Psalmen mit Handbewegungen begleiten, wobei man Bilder, die in diesen Psalmen enthalten sind, verdeutlicht?“
78. „Das ist möglich.“

79. „Kann man in der Kirche während der Kinder-Liturgie ein Puppen-Märchen oder eine Theateraufführung zu einem Weltanschauungsthema veranstalten?“
80. „In einer Kirche lieber nicht. Eine Kirche dient mehr den heiligen Handlungen. Das aber – ist Theater... Ihr habt zu versuchen, es irgendwie zu organisieren und irgendeinen entsprechenden Raum zu finden.“

81. „Sollte man das Ende des Märchens von “Snegurotschka“ (“Schneechen“) in der Weise neu schreiben, dass Snegurotschka sich in ein lebendiges Mädchen verwandelt, da es einige Pädagogen verwirrt, dass sie sich in eine Wolke verwandelt, also stirbt?“
82. „Na, warum stirbt...“
83. „Es entsteht so das Bild, dass sie sozusagen stirbt.“
84. „Anscheinend bezog sich die vorherige Frage auf etwas Weltanschauliches, wo ihr versucht, die Erkenntnis der Wahrheit zu veranschaulichen, hier aber handelt es sich nicht um eine Erkenntnis der Wahrheit. Es gibt doch keinen Tod.
85. Nun, sie hat sich in Dunst verwandelt... Aus Dunst war sie gewissermaßen gemacht, ist wieder in Dunst zurückgekehrt, das ist ein guter Zustand. Warum ist dieser Zustand schlecht?
86. Dann muss man schauen, was eure Anhänglichkeit an diesen Menschen, der aus Schnee gemacht ist, verursacht. Was ist das für eine Abhängigkeit, warum soll man sie leben lassen? Weil man sie sehen möchte? Mag es nicht für lange sein, aber man möchte sie noch sehen... Also, ihr betrachtet in diesem Fall mehr eure eigene Anhänglichkeit.
87. Doch vielleicht ist es für Snegurotschka besser, endlich wieder zurückzukehren, sich von allerlei menschlichem Unsinn, wo es so viele Sorgen gibt, zu befreien... Hier, zack – und ab in die Wolke. Prima! Sie fliegt und schaut auf alles – und das sind ganz andere Gefühle.
88. Ihr selbst werdet dort bestimmt glücklich, wenn ihr eure Körper verliert. Wie leicht alles wird, man fühlt sich so gut, und man möchte gar nicht zurückkehren. Und hier wollt ihr sie zurückbringen.
89. Ihr könnt es so, als auch anders machen, dies ist nicht prinzipiell. Man muss einfach lernen. Diese Gemütsbewegung richtig betrachten. Wovor hat man Angst? Davor, dass sie stirbt? Aber sie stirbt nicht, sie geht einfach in ihre andere normale Existenz über, in welcher sie eigentlich auch verdichtet worden war. Jetzt aber wurde sie weniger dicht, also sie ist in ihren ersten, natürlichen Zustand übergegangen. Nun, ein normaler Zustand.
90. Also, man kann ebenso weiter schauen: wenn es nötig sein wird, wird einer der Zauberer ( der Weihnachtsmann oder sonst irgendwer) wiederum zaubern – und sie wird aufs neue leben, bald wird sie weniger dicht, bald wieder verdichtet... Also, sie kann ein endloses Leben haben.
91. Also, sie kann wieder zurückkehren. Warum soll es unbedingt so sein, dass, wenn sie weggeflogen ist, werden wir sie nie mehr sehen, wir werden sie nun nicht mehr wiedersehen. Und nun sitzt ihr da und seid traurig: „Ende, sie wird niemals zurückkehren, sie wird nie mehr da sein“. Und bei euch ist alles so: “immer“, “niemals“... und so geht es weiter und weiter...“

92. „Danke. Ist es richtig, die Kinder im Kindergarten mit den grundlegenden Wahrheiten der Weltanschauung anhand eines bestimmten Programms bekannt zu machen, wobei man sich bemüht, ihnen die Grundbegriffe (Entstehung des Weltalls, des Himmlischen Vaters und des Menschen) kontinuierlich und logisch zu vermitteln? Oder ist es besser, ihnen diese Begriffe nahezubringen, indem man von ihren Fragen und Lebenssituationen ausgeht?“
93. „Wie ihr wollt, so oder so. Aber je schwieriger das Thema ist, umso aufmerksamer müsst ihr dabei sein, auf welche Weise ihr diese Wahrheiten vermittelt, damit das Bild nicht zu primitiv ausfällt. Sowieso muss man sich bemühen, das berührte Thema tiefer und breiter zu betrachten, wobei man irgendwelche Beispiele anführt, die man in der Natur und im Alltag sehen kann.
94. Also, man muss lernen, das Thema maximal zu erweitern. Nicht einfach so – ihr sprecht streng und trocken darüber: es gibt da zwei Punkte und so weiter... Was sind das für Punkte? Dann muss man den Kindern erklären, womit es verbunden ist, was das für Begriffe sind, was für ein Bild sich dahinter verbirgt, und ob da irgendetwas Analoges im Alltag, in der Natur zu finden ist.
95. Und ihr sucht nach diesem Gleichartigen, damit sie beginnen, besser zu verstehen, nicht aber einfach irgendein simples Bild trocken behalten (das wird ein sehr primitives Bild sein). Darum, je schwieriger das Thema ist, umso aufmerksamer müsst ihr euch dem gegenüber verhalten.“
96. „Danke.“

97. „War es richtig, dass der Mann zu seiner Frau so etwas gesagt hat: „Schimpf nicht“, wenn sie während eines  emotionalen Gesprächs einige Male sagt: „Immer siehst du fern. Hättest lieber weiter an den Schränkchen gearbeitet“ ?“
98. „Und wozu sagst du: „Schimpf nicht“ ?“
99. „Ich mag es nicht besonders, wenn sie nicht ganz genau mitteilt...“
100. „Na, erkläre, warum du nicht am Schränkchen arbeitest. Warum sagst du: „Schimpf nicht“? Erst recht, wo so ähnliche Situationen noch öfter vorkommen können. Insofern muss man schon berücksichtigen, dass ihr das nicht gefallen mag. Du kannst ihr zuvorkommend sagen: „Entschuldige bitte, jetzt kann ich nicht das Schränkchen machen; ich habe überhaupt keine Kraft, kann nur dumm herumsitzen und mir irgendeine Serie ansehen“. Erkläre es ihr, sag´: „Na, ich bin halt vorläufig noch so“.
101. Das ist schon ein Gespräch, das ist schon die Weise, wie ihr euer gegenseitiges Verhältnis aufbaut. Natürlich kann man hier vieles sehr interessant lösen, wobei es keine Spannung, keinen Ehekrach gibt. So aber hast du geantwortet: „Schimpf nicht“ und hast angefangen, sie gewissermaßen zu beschuldigen (da steht sie nun sozusagen und schimpft). Sie hat nur gefragt und das, was sie beunruhigt, ein wenig emotional ausgedrückt. Sie möchte den Mann im Haus sehen, der aber sitzt vor dem Fernseher und das beunruhigt sie. Na, eigentlich ist es normal, dass so etwas jemanden ein bisschen beunruhigen kann.
102. Es kann übermäßige Beunruhigung aufkommen. Es kann unterschiedlich sein. Es kommt auf die Stimmung an: mal wird gar nicht über etwas gesprochen, dann aber fängt man unerwartet an, davon zu sprechen (abhängig davon, in welchem Zustand ein Mensch ist).
103. Lieber erklärt man sanft, ruhig, warum es nicht gelingt. Als Antwort aber geht man lieber nicht in Verteidigung oder Angriff über. „Schimpf nicht“ - im Grunde genommen hast du somit angefangen, sie anzugreifen. Zwar leise, aber du hast schon angefangen, sie zu attackieren.“

104. „Ist es richtig, wenn ich auf die Frage meiner Frau hin, warum ich so lange keinen Wunsch nach Intimität habe, mit der Vermutung antworte: „Vielleicht ist das die Auswirkung von der körperlichen Müdigkeit. Vielleicht kann ich irgendwelche deiner Handlungen nicht auf normale positive Weise annehmen“ ?“
105. „Nein, “irgendwelche“ - so geht das nicht. Über Müdigkeit – das ist möglich. Aber du kannst genau wissen, warum es nicht stattfindet.
106. Also, man kann durchaus für sich klären, in welchem Zusammenhang etwas vor sich geht. Vielleicht bist du wirklich sehr müde: du hast viele Kräfte anzuwenden (Bäume fällen oder sonst etwas), und du wirst so ausgelaugt sein, dass dir deine Kräfte nur dafür ausreichen, zum Fernseher zu kriechen und die Fernsehtaste zu drücken. Also, man muss schon sowieso irgendwelche wahrheitsgetreuen Erklärungen abgeben.
107. Aber wenn einem bei irgendeiner Handlung etwas nicht gefällt, dann ist es besser, dieses Thema behutsam zu berühren und zwar dann, wenn diese Handlungen vonstatten gehen. Auf sanftmütige Weise zu verstehen geben, dass sie lieber so etwas nicht machen soll, weil du dadurch traurig wirst, es macht dich betroffen, und so eine Befangenheit kann einen Abstand entstehen lassen. Einfach, je größer die Distanz zwischen euch ist, umso mehr kann diese Zuneigung gedämpft werden.“
108. „Wenn ich nicht direkt antworte, heißt das dann, dass ich etwas in mir nicht gänzlich analysiert habe?“
109. „Wenn du selber tatsächlich nicht weißt, weswegen dies so ist, dann hast du etwas nicht bis zu Ende analysiert. Du kannst genügend genau herausfinden, was dabei eine Rolle spielt.“
110. „Kann es sein, dass hier auch mehrere Faktoren eine Rolle spielen?“
111. „Kann sein. Aber du kannst sie genau benennen. Irgendwo hat Müdigkeit eine Rolle gespielt, ja, zusätzlich haben dich noch irgendwelche Gespräche mit deiner Frau ernsthaft betroffen gemacht, wo du nicht weißt, wie du das aufgetauchte Problem lösen kannst, und deswegen bist du emotional angespannt. Das kann auch sein.
112. Auch, wie du dich ernährst, dein physiologischer Zustand... Viele verschiedene Probleme können sich aktiv bei diesem Prozess auswirken. Aber dies soll man lieber versuchen herauszufinden. Umso mehr, wenn dies mit dem Verhalten der Frau verbunden ist, dann wäre es gut, wenn man dieses Thema ab und zu anspricht.
113. Weil hier entweder der Mann irgendwelche negative Schattierungen einbringt und die Verbindung, die zwischen beiden besteht, allmählich zerstört und schwächt, oder die Frau drückt beharrlich auf irgendeine Seite, wodurch alles beginnt, gedämpft zu werden, ein Abstand bildet sich, das heißt, der Mann ist schon auf der Hut, er fürchtet sich vor etwas. Aber wenn er vor irgendwelchen wahrscheinlichen Handlungen der Frau ein wenig Angst hat, so kann sich dann bei ihm dieses Gebiet auch verschließen, es kann versiegen.
114. Obwohl dies alles auch noch von bestimmten Hormonen abhängt, von der Menge im Körper des Menschen. Also, diese Menge kann so groß sein, dass es nicht wichtig ist, wie sich die Frau benimmt, das ist ihm gleich (und überhaupt, ob dies eine Frau oder jemand anderer ist). Dabei kann schon der Kopf nicht mehr richtig sachgemäß und vernünftig funktionieren. Einfach beginnt er, es wie ein Tier zu betrachten. Das ist schon ein tierisches Hormon, und wenn es davon zu viel gibt, kann es das Bewusstsein sehr stark blockieren, und es manifestiert sich im Menschen mehr von der tierischen, als von der menschlichen Seite.
115. Ihn deswegen zu beschimpfen, ist auch sinnlos: er hat dies nicht selbst angesammelt, das ist die Natur, die Physiologie... Es ergab sich das Zusammentreffen solcher Umstände, wo es nicht in seiner Kraft ist, dies zu bewältigen. Er ist wirklich nicht imstande, dies zu bewältigen. Also, dies ist ein wirklich besonderes Thema.
116. Ihr seid ein bisschen andere hier. Ihr lebt anders, diese Seite kann sich bei euch auch verändern, sich umgestalten.
117. Aber dies ist ein sehr großes Thema. Und natürlich soll man vor allem darauf schauen, wie ihr einander wahrnehmt, um rechtzeitig anzufangen zu überlegen, was dich an der Frau stört, ob man dies irgendwie verändern kann, oder musst du dein Verhalten in dir ändern (es könnte nicht richtig sein). Das heißt, irgendeine Einstellung gibt es in deinem Kopf, und an irgendwelchen Forderungen, die du an deine Frau stellst, stolperst du schon, sie aber sind bei dir nicht richtig. Folglich hast du sie bei dir wegzuschaffen.
118. Oder macht dich wirklich irgendein Benehmen befangen, dann muss man dieses Thema behutsam berühren und sich klar darüber werden. Und wenn deine Frau es nicht wünscht, dieses Thema mit dir richtig zu klären, dann sind es schon ihre Bemühungen in so eine Richtung, die eure Beziehung zerstören. Dies ist aber schon ihre Verantwortung, sie wird auf ihrer Schulter liegen. Du musst deinerseits Anstrengungen unternehmen, und   im weiteren hängt dann schon alles von ihr selbst ab.“
119. „Während so eines Gespräches kann ich irgendwelche Gründe anführen, und in  der Regel hat meine Frau deswegen dann einen Absturz. Darf ich beim nächsten Mal, wenn sie wieder fragt: „Welche meiner Handlungen....“ - wiederum dasselbe antworten?“
120. „Sage: „Mich macht einfach diese Nuance betroffen“. Du bist dir dabei schon im Klaren, wie Ich dir gesagt habe, und hast verstanden, dass deine Betroffenheit angebracht ist.  Also dies ist dann schon wirklich eine nicht richtige Handlung seitens deiner Frau.
121. Man kann vereinfacht sagen: der Mann muss sein Verhalten in jedem Fall umgestalten. Aber... es gibt einfach eine Frau (eine beliebige Frau, die der Mann draußen trifft), und es gibt die Ehefrau zu Hause. Also, euer Verhalten gestaltet sich mit der einen und der anderen verschieden. Deshalb kann man hier nicht so vereinfachen.
122. Gegenüber einer beliebigen Frau kannst du diese Forderung fallen lassen, dies ist normal, weil ihr sowieso nicht so miteinander verflochten seid. Doch mit diesem Menschen seid ihr eng verflochten, bei euch soll alles maximal gegenseitig zueinander offen sein, es soll ein maximales Vertrauen vorhanden sein. Je größer das Vertrauen ist, je spielerischer ihr euch miteinander verhaltet (ihr werdet wegen des anderen nicht verwirrt sein), umso besser geht alles unter euch vonstatten.
123. Doch dieses Vertrauen ist mit der Abwesenheit von gegenseitigen Forderungen verbunden. Wenn ihr voneinander irgendeine Handlung erwartet und ständig darüber stolpert und euch betroffen fühlt, wenn ihr den Menschen anstoßt, er solle so handeln, wie ihr es wünscht, so etwas soll es nicht geben.
124. Wenn ihr euch aber richtig, freundschaftlich miteinander verhaltet, dann werdet ihr diese Themen unbedingt mit Vergnügen besprechen, weil ihr versteht: je schneller ihr dies betrachtet und irgendein unnötiges ungeschicktes Verhalten in euch ändert, umso harmonischer wird euer gegenseitiges Verhältnis sein.
125. Also, ihr sollt beiderseits interessiert sein, dies alles zu lösen. Wenn jemand von euch nicht interessiert ist, so hat er deutlich zu verstehen: er wird zur Grundlage der Zerrüttung der Beziehung. Unvermeidlich wird er sie zerstören. Weil man dies nicht so belassen darf, dies ist immer der Hintergrund eurer Beziehungen.
126. Je öfter es so sein wird (oder es tritt ständig zutage), umso deutlicher und stärker beginnt sich bei demjenigen eine Verteidigungshaltung zu formen, der die emotionalen Unannehmlichkeiten aushalten muss. Das heißt, von demjenigen, von dem nicht die Lösung abhängt, doch er empfängt all diese negativen Bekundungen, da er sich unvermeidbar neben seinem Ehepartner befindet. Bei ihm wird sich Abwehr entwickeln.
127. Also, er wird diesen Vorgang allmählich abwehren. Und später fühlt er, dass ihr euch  in irgendeinem Moment schon fremd seid, dass die Frau schon nicht mehr als Ehefrau wahrgenommen wird, obwohl früher alles da war, jetzt aber ist es einem irgendwie egal. Dazu wird es unvermeidlich kommen, wenn man sein Interesse nicht richtig äußern wird.“
128. „Und kann das ein objektiver Grund sein für meine Unzufriedenheit, dass es zum Beispiel auf dem Tisch keinen Löffel gibt, keinen Teller?“
129. „Das ist überflüssig. Überflüssig. Es kann vorkommen, dass deine Frau diese Details nicht bemerkt. Steh auf und nimm es dir selbst. Stolpere nicht darüber, das ist eine Kleinigkeit. Es wäre besser, solche Details für dich allein zu klären, damit sich der Kreis irgendwelcher Erwartungen an deine Frau verkleinert.
130. Nun, es mag bei einer Frau so eine Eigenschaft geben. Jemand bemerkt sofort alles irgendwie, jemand anderem aber fehlt die Erfahrung, sie bemerkt es nicht (oder ihre Gedanken streben sonst wohin, irgendwelche Prozesse im Kopf lassen sie die Umstände ringsum nicht genügend weitsichtig sehen). Es kann sich um so eine Gegebenheit handeln. Eine Gegebenheit, die aufzugreifen sinnlos ist, sie wird sich auf so eine Weise nicht ändern, nicht anders werden.
131. Eine Sache ist es, sie möchte nicht für dich sorgen und umgekehrt, bestrebt sein, dir keinen Löffel hinzulegen, damit du so ständig unzufrieden dasitzt. So etwas ist aber schon eine andere Seite dieses Themas. So etwas sollst du nicht voraussetzen. Und da du weißt, dass der Mensch dir helfen will, es dir zuliebe machen will, dir Freude bereiten will, aber keinen Löffel gebracht hat, so soll dich dies nicht stören, weil du eines weißt – sie will, dass du dich freust, sie will dir helfen.
132. In erster Linie stützt du dich auf dieses Bild: sie will es machen, doch sie vermag es nicht. Nun, wenn sie etwas nicht kann, dann machst du es. Allmählich wird sie lernen, das zu bemerken... ungefähr in hundert Jahren wird sie es schon fertigbringen, die Sachen hinzulegen...“
133. „Und kann es zum Beispiel so einen Grund geben, wenn meine Frau in emotionalen Gesprächen sagt: „Du trägst niemals das Wasser hinaus. Du bringst niemals die Holzscheite hinein. Du bist immer nur am fernsehen“? Irgendwie verletzt mich dieses “Nie“ und “Nur“...“
134. „Nun ja, stimmt, das wird kratzen. Man kann versuchen, darüber zu sprechen, damit sie es nicht so ausdrückt, dass du immer, immer, immer... Weil es sich so darstellt (das Bild von dir ist auf so eine Weise gezeichnet), als ob du überhaupt unnütz wärst, einfach auf dem Sessel angewachsen wärst und überhaupt nicht aufstehst.
135. Wenn man dich also als so einen wahrnimmt, dann ist es natürlich schwierig, sich von der sexuellen Seite aus der Frau gegenüber, die dich so wahrnimmt (und du dies von ihr hörst), zu öffnen. Sich öffnen ist dann schwierig. Das wird dich abtöten, hemmen; dich werden solche Äußerungen unvermeidlich verschließen.
136. Nun, man muss versuchen, miteinander zu sprechen... und gleichzeitig sich auch irgendwo beobachten: vielleicht erlaubst du dir wirklich, übermäßig viel zu sitzen, obwohl dies und das zu tun ist.“

137. „Wenn es so einen Scherz-Tanz gibt, wo die Männer und Frauen, sie stehen im Kreis nebeneinander, sich gegenseitig mal an der Nase, mal am Ohr, mal an der Taille, mal am Knie festhalten und sich so im Kreis bewegen, ist es dann für einen Mann normal, an so einem Tanz teilzunehmen?“
138. „Das soll man nicht tun.“

139. „Die Frage kommt von einer Frau, die eine erwachsene, dreißigjährige Tochter hat: Ist es zulässig, einer erwachsenen Frau zu sagen: „Bist du aber ein Geizhals!“, wenn jene Frau eine DVD mit guten Zeichentrickfilmen ihrer leiblichen Schwester und deren Kinder nicht  gegeben hat?“
140. „Das soll man nicht, das ist zu kategorisch: „Bist du aber ein Geizhals“. Man kann sagen: „Es lohnt sich nicht, geizig zu sein. Man kann Freunde verlieren, wenn man sich so benimmt“. Also, ihr führt Analogien, Parallelen an, wo, wenn man sich so benimmt, dann kann das solche Folgen haben... dass würde dem gleichkommen. Beschuldigt aber nicht.“

141. „Ist es zulässig für einen Mann (er ist der Hausbesitzer), dem elfjährigen, weinenden Jungen, der mit seiner Mutter im Hause dieses Mannes lebt, zu sagen: „Wenn du dich nicht beruhigen kannst, so geh nach oben, beruhige dich und iss danach“, ohne nachzufragen, was ihm geschehen ist und was er mit seiner Mama besprochen hat, denn er meint, der Junge solle lernen, sich selbst zu beruhigen.“
142. „Nein, so soll man nicht sprechen. Lieber soll man verstehen, worum es geht, was geschehen ist und ihn beruhigen. Man kann nur vorschlagen, dass es vielleicht besser wäre, sich zu beruhigen und danach zu essen, weil es ungesund sei, in so einem Moment zu essen. Das heißt, solche milden Vorschläge kann man anführen. Aber besser ist es natürlich zu verstehen, was da vor sich geht, als irgendetwas streng zu entscheiden.“
143. „Also sollte man erst mit der Mama reden, um zu präzisieren?“
144. „Nein, einfach sich ihm zuwenden und fragen. Du hast doch irgendwelchen Kummer, irgendetwas Unangenehmes angetroffen, du fragst direkt, was los ist, indem du sofort die Bereitschaft bekundest zu helfen, zu erklären, zu beruhigen. Und erst dann, wenn das schon klar geworden ist, kannst du, wenn du es für nötig hältst, vorschlagen, dass es   vielleicht sinnvoll ist sich zu beruhigen, damit man dann besser essen kann. So ist es möglich.“

145. „Die Frage kommt von einem neunzehnjährigen Mädchen, das aus Deutschland hierher gekommen ist: „Lehrer, wenn ich mit Menschen Umgang habe, die depressiv sind, so fühle ich, wie sie mir sehr stark meine Lebenskräfte abziehen. Ebenso geht es mir, wenn sie an mich denken, sogar, wenn ich davon nichts weiß. Was soll ich tun?“
146. „Weiter leben. Dies war und wird immer so sein. Aber der Mensch soll seine Aufmerksamkeit nicht darauf richten, er soll weiter leben und jeden seiner neuen Schritte gemäß der Wahrheit vollziehen.
147. Je stärker er sein wird, umso weniger wird sich dies bei ihm auswirken. Aber der Mensch muss sich bemühen voranzuschreiten. Man soll sich auf keine Weise  davor schützen, und auf keinen Fall solche Bemühungen anwenden – um sich zu schützen. Man darf sich nicht vor den Menschen verschließen. Man muss sich bemühen, weiter voranzuschreiten und alles richtig zu machen.“

148. „Guten Tag, Lehrer. Hier sind einige Fragen der Einigen-Familie aus Tscheremschanka. Wenn die Besitzerin eines Hauses ein Ehepaar als Verwalter ins Haus eingeladen hat, später aber, als sie die aufgekommene psychologische Anspannung nicht bewältigt, dieses Ehepaar von ihr gebeten wird, das Haus wieder zu verlassen, obwohl sie keine einzige Situation in der Versammlung der Einigen-Familie thematisiert hat, ist dann so ein Verhalten als Regelwidrigkeit anzusehen, das nicht mit dem Verbleib in der Einigen-Familie zu vereinbaren ist?“
149. „Man kann dies wie eine Verletzung ansehen. Aber in diesem Fall kann man mit einem etwas mildernden Schritt an die Lösung dieser Frage herangehen – nämlich  ihr untersagen, ab jetzt keine Menschen mehr zum Wohnen in ihr Haus einzuladen. Also, der Mensch läd niemals mehr aufgrund solcher Bedingungen Menschen in sein Haus ein. Folglich macht sie nun selber alles allein, solange sie in der Einigen-Familie ist. Wenn sie sich noch einmal so verhält, dann handelt es sich schon um eine Verletzung, woraufhin dieser Mensch die Einige-Familie verlassen muss.
150. Das heißt, basierend auf seinen persönlichen Emotionen darf man mit Menschen nicht spielen. Man muss fähig sein, die Menschen zu schätzen. Wenn ihr sie irgendeine Verantwortung tragen lasst – so könnt ihr diese Verantwortung nur aus einem wirklich nicht zu entschuldigenden Grund aufheben, nicht aber aufgrund eigener Launenhaftigkeit und Stimmung. Das ist zu primitiv, ein zu grobes Verhalten gegenüber den anderen. Man muss lernen, für seine Handlungen verantwortlich zu sein.“
151. „Und wenn sich diese Situation bei ihr schon wiederholt hat?“
152. „Und ihr fragt erst jetzt? Nach dem ersten Mal sollte es so eine eben genannte Entscheidung geben. Wenn ihr dies nicht gewusst habt, na gut, was kann man da machen. Aber jetzt kann das keiner mehr zweimal tun. Also, dem Menschen wird das Recht genommen, unter solchen Bedingungen Menschen einzuladen, in seinem  Haus zu wohnen.“
153. „Danke.“
154. „Das war alles. Ich wünsche euch Glück.“

Girlande

Kapitel  2

Hier etwas von dem Treffen mit dem Lehrer im Tal der Verschmelzung am achtundzwanzigsten April des Jahres 53 der Epoche der Morgendämmerung.
2. „Guten Tag, Lehrer. Ich habe  einer Schwester vorgeschlagen, die von mir angesammelten Küchenabfälle den Nachbarn für deren Ziege zu bringen, worauf die Schwester geantwortet hat: „Ich bin doch keine Magd“. Dann habe ich vorgeschlagen, dass sie diese für ihre Ziege mitnimmt. Die Schwester hat zugestimmt, ich aber habe bei mir gedacht: „Ich hätte so nicht gehandelt, ich würde die Küchenabfälle diesen Nachbarn gebracht haben.“ War dieser Gedanke eine Verurteilung? Und war es in diesem Fall angebracht, der Schwester anzubieten, dass sie die Abfälle dann für ihre eigene Ziege nehmen kann?“
3. „So einen Vergleich herzustellen war nicht richtig. So soll man nicht vergleichen – so,wie ihr es gemacht hättet.“
4. „Es ist mir ungewollt passiert, dass ich verglichen habe.“
5. „Besser ist so ein Vergleich: wo du sehen kannst, dass du es deinerseits schlechter gemacht haben würdest (und in diesem Moment siehst du einfach schon für dich ein Vorbild des Handelns, das vor deinen Augen geschehen ist und stellst für dich eine neue Messlatte auf, zu der man sich anheben muss).
6. In dem Fall ist es normal, wo du still für dich sagen kannst, dass du es schlechter gemacht hättest. Aber nicht über sich sagen, dass man es hätte besser machen können. So zu vergleichen ist nicht richtig. Nun, hat sie ihn genommen, so hat sie ihn halt genommen. Du hattest vorgeschlagen... ein normaler Vorschlag, darin war keine Verletzung enthalten.“

7. „Brauche ich es nicht zu bereuen, wenn ich zum wiederholten Mal vergessen habe, die Glocke zu läuten? Oder sollte man dies jedes Mal bereuen?“
8. „Es wäre gut, die Gründe zu analysieren, warum sich der Fehler wiederholt hat, und wenn es notwendig ist, dann befestige einfach an einem Draht ein großes Plakat in deiner Nähe, worauf in großen Buchstaben steht: “Glocke dann und dann läuten“, und läufst damit die Straßen entlang.
9. Man muss sich selbst irgendwelche solcher Methoden anbieten (sie mögen auf den ersten Blick simpel, primitiv erscheinen), die sehr gut helfen, Umstände zu fühlen, sich umzugestalten, zu disziplinieren. Also, man kann irgendein Verhalten bis hin zu einem Schmunzeln steigern, aber das berichtigt dann und diszipliniert sehr stark.
10. Und so, wo es im Innern nicht irgendwie besonders betrachtet, durchgearbeitet ist , da ergibt sich dann natürlich irgend so eine Formalität. Du hast die Regel verletzt – na ja, hast es bereut: hast sie wiederum verletzt, bereust das wieder, und weiter nichts.
11. Das ist  natürlich eine leere Beschäftigung, sie ergibt nichts Positives bei der Entwicklung, doch bei der Verschlechterung spielt sie eine Rolle. Sogar, wenn der Mensch in diesem Fall bereut, kann sich dies zur schlimmeren Seite hin entwickeln, wenn dies schon formal gehandhabt wird, ohne irgendeine Arbeitsanstrengung.
12. Reue setzt das Nicht-Wiederholen von Fehlern voraus. Wenn sie sich aber wiederholen, entsteht irgendwo eine “Lücke“, ein Bruch, also ihr arbeitet etwas irgendwo nicht genügend durch, man muss im Innern irgendeine Nuance umbewerten und sein Verhalten ändern. Man darf schon nicht mehr wie früher handeln. Die frühere Variante funktioniert nicht mehr, folglich muss man etwas Neues einführen.
13. Und hier muss man schon experimentieren, schöpferisch herangehen. Und wenn es schöpferisch durchgearbeitet wird, immer eine neue Variante gesucht wird, doch ein neuer Vorfall zwingt einen, wieder den Fehler zu begehen, dann ist die Reue wünschenswert.
14. Reue heißt, wenn man vor seinen Nächsten die Bereitschaft äußert, einen Fehler nicht zu wiederholen, die aufrichtige Bereitschaft, so einen Fehler nicht zu wiederholen.“

15. „Danke. Die zweite Frage. War es zulässig für den Diensthabenden in der Kapelle, eine Frau, die sich in einem schwierigen Zustand befand, während seines Dienstes in das Dienstzimmerchen einzuladen, um ihr Tee anzubieten und darauf zu antworten, wie sie in komplizierten Situationen handeln solle, wobei in der Regel für den Diensthabenden die Forderung besteht: nicht über Themen zu sprechen, die nicht mit dem Dienst verbunden sind.?“
16. „Wenn die Forderung schriftlich fixiert ist, dann wäre es wünschenswert, dass man sie erfüllt. Aber was ist das – wenn sich in der Nähe ein Mensch in einem schwierigen Zustand befindet? Wenn dabei wirklich irgendwelche besondere Hilfe gebraucht wird, und der Mensch in einem sehr schwierigen Zustand ist, dann darf man ihn natürlich nicht allein draußen lassen und soll ihn lieber beruhigen, es wäre gut, wenn man das tun würde.
17. Nun aber bleibt noch die Nuance: um was für einen Menschen, um was für einen Zustand es sich handelt, inwiefern benötigt dieser Zustand unbedingt eine dringende Einmischung. Oder handelt es sich wiederum um eine Laune, die regelmäßig zutage tritt, und vielleicht kann die Frau in einigen Minuten nach ihrem Weggang wieder in so einen Zustand verfallen, weil im Innern für diesen Tag so eine Eigenheit ansteht.
18. Solche Nuancen spielen dann dabei weiter eine Rolle, ob man in so einem Fall Aufmerksamkeit widmen muss, oder könnte man dies irgendwie anders lösen. Aber dabei handelt es sich schon um irgendeine Herangehensweise, wo viele zusätzliche Kleinigkeiten, die das Richtige der Bemühungen genauer bestimmen können, eine Rolle spielen. Eindeutig etwas zu sagen wäre aber nicht richtig, eine eindeutige Antwort kann nicht gegeben werden.“

19. „Danke. Und die dritte Frage: Auf die Frage „Worin hast du einen geistigen Fehler gesehen?“ antwortete der Bruder, der die Frage zur Diskussion gestellt hatte: „Mir ist nicht wichtig, ob es hier einen geistigen Fehler gibt, vielmehr halte ich diese Handlung einfach für unzulässig.“ Hat der Versammlungsleiter richtig gehandelt, als er das Betrachten der thematisierten Frage gestoppt hat, indem er dem Bruder vorschlug, entweder ein Zitat aus der Schrift (LT), oder eine logische Argumentation seiner Ansicht anzuführen?“
20. „Es ist nicht klar, um welche Handlungen es geht (um Handlungen dieses Menschen, oder betrachtet er die Handlungen eines anderen) und auf welche Weise ihr dies dort betrachtet habt. Die Umstände sind nicht ganz klar.“
21. „Wir hatten begonnen, eine Handlung, die der Bruder für unzulässig hielt, zu besprechen. Keiner konnte in der besprochenen Handlung einen geistigen Fehler sehen, er aber hat ihn gesehen, aber keine Argumentation angeführt. Wie muss der Versammlungsleiter richtig handeln?“
22. „Wenn er weiter kein Argument anführen kann, dann besprecht ihr dies nicht weiter.
23. Das Thema ist nicht ganz klar. Was ihr erreichen wollt – erfasse Ich nicht. Mir ist nicht klar, was ihr da macht. Er hat gesagt, er habe keine Argumente... Nun, wenn nicht, dann nicht, und das wäre dann sozusagen alles.“
24. „Nun, man hat ihm vorgeschlagen, Argumente anzuführen.“
25. „Und warum? Wofür? Welches Ziel habt ihr in der Versammlung verfolgt?“
26. „Zu einem einigen Verständnis zu kommen.“
27. „Aber er kann nicht zum gleichen Verständnis kommen. Folglich habt ihr durch die Mehrheit bei der Abstimmung alles bezeichnet. Also bleibt dann nur diese Lösung, auch wenn er allein dies nicht für richtig hält.“
28. „Er aber sagt, dass die ganze Einige-Familie sich nicht richtig verhalten habe.“
29. „Nein, er muss, wenn er keine Argumente anführen kann, dem folgen, was mittels Mehrheit bei der Abstimmung bezeichnet wurde.
30. Also, indem man zu einem einigen Verständnis kommt, haben alle irgendeine einigende Meinung bezeichnet, aber ein Mensch, ohne irgendwelche Argumente anführen zu können, sieht es anders. Dann wird er allen beistimmen müssen.
31. Vielleicht haben auch alle einen Fehler gemacht. Aber solange ihr keine genauere Frage und keine genaueren Details findet, anhand derer man sagen kann: ja, das ist eine fehlerhafte Meinung (oder auch nicht), - so wird er dem, was die Mehrheit bestimmt, folgen müssen.
32. Wenn ihr mittels Mehrheit abgestimmt habt, dass man etwas da so machen soll (er fühlt aber, dass es sozusagen anders sein müsste), so muss er es nach der Mehrheit  machen.
33. Wenn er es so nicht macht, ist dies sein Fehler, er verletzt das Gesetz der Einigen-Familie. Dieser Fehler ist in diesem Fall für einen Gläubigen unzulässig. Selbst wenn sich möglicherweise alle irren.
34. Wenn alle meinen, dass es so richtig sei (irgendeine Unternehmung ihrerseits), dann muss man sie so handeln lassen. Wenn die Handlung nicht richtig ist, so heißt das, sie verstehen noch nicht das Wesen dessen, was sie da tun; folglich sind irgendwelche Details für sie noch nicht ganz klar, und eine oberflächliche Sicht auf irgendwelche Nuancen lässt sie nur diese Lösung sehen.
35. Das ist weiter nicht schlimm. Das ist kein schlimmer Fehler. Sie werden entsprechend dem Mehrheitsergebnis zu handeln beginnen, irgendwelche Bemühungen in diese Richtung anwenden, aber der Verlauf der Umstände selbst, der Verlauf der Zeit, wird unvermeidlich aufzeigen, wo ihr Fehler liegt. Denn es werden irgendwelche Details beginnen aufzutauchen, die sie bis dahin nicht sehen und entsprechend bedenken konnten.
36. Dies wird unbedingt erscheinen, und dann könnt ihr das Problem schon genauer bestimmen, die Frage stellen und schon eine endgültige Antwort erhalten hinsichtlich dessen, ob es richtig oder nicht richtig ist, es so zu machen. Aber der Mehrheit muss man sich unterordnen...
37. Ihr habt von einer ursprünglichen Regel auszugehen: ihr alle denkt anders, alle, ohne Ausnahme. Hinsichtlich irgendwelcher Nuancen unterscheidet ihr euch immer in eurem Denken voneinander.
38. Wenn ihr an dasselbe denkt, den selben Baum betrachtet, so beschreibt ihr ihn alle anders. Obwohl ihr alle dasselbe seht, aber wenn man euch eine selbstständige Beschreibung machen lässt, beschreibt ihr ihn alle unterschiedlich. Doch der Baum ist der selbe, aber die Beschreibungen sind anders.
39. Und wenn ein Fremder, der diesen Baum nicht gesehen hat, alle eure Beschreibungen liest, so kann er sich kein Bild von diesem Baum verschaffen. Verschiedene Beschreibungen lesend, kann er ihn sich nicht richtig vorstellen. So ist es um die Besonderheit des Denkens des Menschen, seiner Wahrnehmung, bestellt.
40. Daher genügt es nicht, sich einfach auf ein “ich fühle das so“ zu stützen. Wenn ihr eine Gesellschaft, ein Kollektiv baut, so müsst ihr lernen, euch zu bezähmen und zusammen mit den anderen zu gehen. Nicht bei allem. Es gibt Nuancen, wo ihr wirklich, sogar wenn alle auf der Welt sagen, ihr sollt es so machen, es nicht tun sollt. So eine Nuance kann es geben.
41. Aber solch ernste Gesetze haben wir schon vielmals besprochen. Also, ihr könnt jetzt nach dieser eurer Erfahrung schon kaum wie zufällig davon weggehen. Wir haben alle ernsthaften Momente mittels verschiedener Gebote betrachtet, ihr seid durch Hinweise bereichert worden. Und nun bleiben in eurem Leben irgendwelche Nuancen, Unebenheiten, übrig, wo ihr etwas einfach nicht fragen konntet, weil ihr miteinander dorthin noch nicht geraten seid (weshalb ihr danach auch nicht gefragt habt).
42. Indem ihr zusammen in irgendwelche (sozusagen bekannte) Umstände geratet, beginnt ihr zu begreifen, dass irgendwelche raue Eckchen erscheinen, die euch zwingen, euch etwas schmerzhaft zu stoßen. Das ist der Moment, wo ihr durch neues Nachfragen zusätzlich präzisiert und das berührte Thema vertieft, wobei ihr erfahrt, wie man sich richtig verhalten soll. Also, seid in diesem Fall aufmerksam. Denn bei euch kommen viele verwickelte Angelegenheiten vor.“

43. „Habe ich es richtig gemacht, dass ich einem Jungen, Schüler der zweiten Klasse, gesagt habe, dass er einem Mädchen sympathisch ist und dass sie gerne mit ihm befreundet sein möchte, wenn mich das Mädchen selbst mehrfach darum gebeten hat und ich wusste, dass dieses Mädchen dem Jungen auch gefällt?“
44. „Ja, das ist möglich.“
45. „Danke.“
46. „Und was macht dich in diesem Fall so befangen? Du stellst doch eine Frage. Etwas scheint dich zu verwirren.“
47. „Ich befürchte, dass ich den Jungen durch meine Handlung in Verlegenheit bringen könnte.“
48. „Du sagst aber, er habe nichts dagegen.“
49. „Nun, er reagierte mit Schweigen.“
50. „Und  du meinst, er solle hier einfach entzückt einen Freudensprung machen? Es macht ihn doch verlegen. Es handelt sich um ein Thema, das einen verlegen macht, in Verwirrung bringt. Er hat geschwiegen, das ist normal.“

51. „Wäre es richtig, die Entscheidung über den obligatorischen Besuch der Liturgie für alle aufzuheben, damit jetzt jeder von uns nicht unter Kontrolle, sondern selbstständig die Verantwortung für seine Wahl tragen kann – ob er die Liturgie besucht oder nicht?“
52. „Ich wünsche es natürlich sehr, dass ihr nicht unter Kontrolle in die Liturgie geht.
53. Doch ihr gebt mit dieser Frage eine sehr interessante Schattierung dieses Themas ein. Denn diejenigen, die nicht in die Liturgie gehen, gehören nicht zu den Gläubigen. Wenn sie aber nicht zu den Gläubigen gehören, was machen sie dann in der Einigen-Familie?
54. Ihr könnt sie nicht zwingen. Aber diejenigen, die nicht kommen, könnt ihr aus der Familie führen. So ergibt es sich, - lächelte der Lehrer.“
55. „Und wie wäre so eine Variante: für diejenigen, die nicht kontrolliert werden wollen, die Entscheidung aufzuheben, doch die übrigen – kontrollieren?“
56. „Und warum sie befreien? Man will, aber man kann nicht gehen, so?“
57. „Zum Beispiel den Menschen, der diese Frage aufgeschrieben hat, befreien...“
58. „Das kann man so nicht betrachten. Ich habe jetzt Umstände angeführt, unter denen die Frage selbst ein Lächeln hervorruft. Natürlich soll man keinen zwingen. Ihr seid doch anscheinend Gläubige. Und kann einem Gläubigen etwa das Streben, Gott zu lobpreisen, Dankbarkeit zu äußern, fehlen?
59. Die Liturgie ist doch der Ausdruck eurer Freude, eurer Dankbarkeit. Ihr macht das einfach ab und zu in organisierter Weise(Sonntags und an anderen Tagen), ihr bestimmt selber irgendwelche Tage und feiert sie. Ihr äußert einfach den Jubel eurer inneren Welt, ihr äußert Dankbarkeit. Sie ist euch nützlich, sie ist auch für die umgebende Welt sehr nutzbringend.
60. Natürlich hört das der Himmlische Vater nicht, das habe Ich euch schon erklärt. Weil es sich dabei in gewissem Maße um einen anderen Kommunikationsfluss handelt, von anderer Art, von anderer Struktur. Aber dies ist für euch notwendig. Indem ihr euch auf diese Weise äußert, entwickelt ihr euch, ihr formt eure innere Welt und verändert den umgebenden Raum.
61. Dies ist also die Arbeit. Die Liturgie, das Lieder-Singen, Psalmen-Singen – dies alles ist eure Arbeit an der Veränderung des umgebenden Raumes. Weswegen ihr auch geschaffen wurdet.
62. Folglich, wenn ihr auf die Arbeit in diese Richtung verzichtet, so zeigt ihr automatisch eure Unreife, das heißt, ihr seid nicht reif, gläubig zu sein, ihr seid nicht reif, diesen Weg der Arbeit zu betreten.
63. Es handelt sich nicht um ein einfaches Singen, da geht es um die Veränderung des umgebenden Raumes mit der Hilfe von Tonschwingungen, wo ihr eure Gefühle hineinlegt (was auch Schwingung ist). Diese doppelte Schwingung, indem sie sich ineinander verflechtet, ändert die Struktur der umgebenden Schwingung, sie ändert die Energie der Erde. Das ist eine Arbeit, eine wohlbringende Arbeit, wo sich vor allem die Gläubigen beeilen, sie zu erfüllen.
64. Dort, wo ihr dies macht, wird der Raum um euch herum gereinigt, er wird reiner, das kann man messen. Ich denke, die Wissenschaft entwickelt sich schon bald bis hin zu solchen Feinheiten (obwohl sie in gewissem Maße schon so weit herangewachsen ist und beginnt festzustellen, dass sich in diesem Fall das Feld ringsum wirklich zu verändern beginnt, es wird anders, es wird reiner.)
65. Der Mensch selbst wird anders. Wenn er betet, wird er anders, die Schwingungen seines Gehirns ändern sich, die Impulse der Gehirntätigkeit ändern sich. Also sehr viele Nuancen beginnen sich rasch zu verändern und dabei in eine wohltuende Richtung.
66. Darum ist dies eure wichtige Arbeit. Und man soll sich ihr gegenüber wie zu einer Arbeit verhalten, die ihr anstrebt, ihr wünscht es im Innern, sie zu tun. Ihr stellt sozusagen ein Schild auf - “ich wünsche es“. Weil der Wunsch – so etwas ist, was sich immer auf einer bestimmten Ebene eurer Entwicklung zeigt.
67. Wenn es in eurer Entwicklung irgendeinen kennzeichnenden Wunsch gibt, dann verspürt ihr auf dieser Entwicklungsebene nicht solche Wünsche, die einer anderen Entwicklungsebene entsprechen. Ihr werdet sie einfach nicht haben. Ihr werdet verstehen, dass ihr sie haben sollt, aber ihr werdet es nicht wünschen können, solange ihr euch nicht bis zu dieser Ebene hin entwickelt habt, und nur dann beginnt ihr, dies zu wünschen. Man kann dies nicht im voraus wünschen.
68. Darum habt ihr alle andere Wünsche, obwohl ihr das selbe Letzte Testament studiert. Man kann nicht sagen, dass ihr all das, was dort steht, auf die gleiche Weise wünscht. Jemand will dies schon erfüllen, er fühlt das Bedürfnis, er ist bis zu diesen Wahrheiten schon herangereift. Ein anderer aber zögert, er weiß, dass er dies tun soll, aber allzu sehr möchte er es noch nicht, und er zwingt sich, dies zu machen. Dabei handelt es sich um eine niedrigere Ebene, das heißt, man ist noch bei der Formung, man ist noch nicht reif.
69. Wenn Ich sage: „Ihr müsst euch wünschen, dies zu machen“, dann bedeutet das soviel wie eine Messlatte. Ich sprecht euch vor: „Ja, ich will das machen“, aber das ist natürlich mehr wie eine Vereinbarung für diejenigen, die noch nicht wollen. So zieht ihr sozusagen eine psychologische Grenze, eine psychologische Markierung, bis zu welcher ihr euch anzuheben strebt. Also, dies soll man machen.
70. Man soll sich aber schon gut dem gegenüber verhalten, nicht wie gegenüber einer groben Arbeit, sondern mit innerem Stolz. Ihr vollzieht doch eine große Arbeit, folglich muss man sich da entsprechend verhalten, nicht aber einfach so. „Also, schleppe ich Steine, verdammt noch mal“, - so sagt der eine. Und ein anderer sagt: „Ich aber baue eine Kirche“, er trägt diese Steine mit Stolz.“

71. „Wie soll ich richtig handeln, wenn ich sehe, dass von Mitgliedern der Einigen-Familie vermutlich das von Dir Gesagte nicht erfüllt wird. Im Innern durcharbeiten und mich bemühen, weniger in die Vorgänge um mich herum einzutauchen, indem ich berücksichtige, dass es um eine Periode der Prüfung geht?“
72. „Nein, wenn du einen eventuellen, vermutlichen Verstoß siehst, dann soll man natürlich versuchen, dies zu klären. Versuchen, mit jemandem zusammen zu durchdenken, schauen, wie dies die anderen sehen. Wenn es möglich ist, in einer Versammlung für sich um Weisheit bitten, damit man dir erklärt, warum man dies  in diesem Fall für richtig hält, du aber nicht.
73. Aber du musst deinerseits irgendwelche Argumente anführen (oder ein Zitat aus der Schrift), oder du hast etwas irgendwo unmittelbar gehört, was aber vielleicht noch nicht schriftlich fixiert ist. Du musst dieses Thema berühren. Und weiter soll dies dann hier schon als Frage erscheinen.“
74. „Und wenn danach nichts entschieden wird?“
75. „Du kannst selbst fragen. Aber dies wird schon kein Hinweis für die Einige-Familie sein, sondern so etwas wie ein Ratschlag, der das, was getan wird, tiefer aufs neue bewerten lässt. Weil etwas vielleicht wirklich nicht so, wie es sein soll, gemacht wird, irgendeine Feinheit vielleicht. Kann sein, dass du nicht genau nachfragen wirst, aber nichts desto weniger berührst du das Thema, und, nachdem du eine Antwort auf das berührte Thema bekommen hast, können sie schauen, ob sie so handeln, wie es im besagten Thema bezeichnet wird.
76. Aber man soll es unbedingt berühren. Also, hier darf man sich nicht einfach nachgiebig verhalten. Wenn du siehst, dass die Familie wirklich irgendwelche Abweichungen in ihren Handlungen zulässt, so muss man versuchen, dieses Thema zu berühren. Nicht auf eine fanatische Weise und ohne Beleidigungen und Verurteilungen, aber Varianten suchen, wie man dieses Thema immerhin durch eine Frage berühren kann und sie dann hier stellen.
77. Aber gemäß dem Grundgedanken, der bei euch schon gebildet sein soll, kann keiner in der Einigen-Familie einem verweigern, eine Frage zur Zufriedenheit zu klären. Wenn einer unter den Gläubigen eine Frage hat, die ihn quält, wo er in seiner Vorstellung vermutet, dass ein Gesetz der Familie der Gläubigen verletzt wird, dann muss dieses Thema unbedingt betrachtet werden, man darf dieses Thema nicht aufschieben. Ansonsten gehört dies schon zu einer wahrscheinlichen, sehr ernsten Verletzung.“
78. „Da ist noch so eine Nuance. Vielleicht wird die Sache nicht gelöst, weil ich im Innern nicht das richtige Verhältnis dazu habe?“
79. „Kann sein. Aber wenn du dies zur Betrachtung vorgeschlagen hast, und etwas nicht entschieden wird, dann geschieht das nicht allein wegen deines Zustandes. Wenn du herumläufst und schweigst, und etwas wird nicht gelöst, so ist dies schon etwas anderes. Aber dieses Thema soll betrachtet werden. Von selbst, da kann es lange dauern, bis sich das löst.
80. Es wird natürlich sowieso gelöst werden. Ich habe euch schon davor gesagt, dass, was immer ihr für einen Fehler machen werdet, er muss für euch zugelassen werden, wenn ihr beharrlich meint, dass dies alles richtig sei. Obwohl dies in Wirklichkeit fehlerhaft ist, muss es zugelassen werden, dass ihr so handelt. Damit ihr das macht und den Charakter des Fehlers analysiert und begreift, wo ihr etwas immer noch nicht völlig richtig eingeschätzt habt. Und ihr werdet gemeinsam Weisheit erlangen.
81. Hauptsache – euch nicht zu fürchten. Um euch herum sind keine Spione, das heißt, keiner strebt danach, die Einige-Familie zerfallen zu lassen, solche Menschen gibt es nicht. Ihr alle seid aufrichtig, oft aber zieht ihr in verschiedene Richtungen. Und deswegen macht ihr euch entsprechende Sorgen. Und die Besorgnis verleitet einen zu Verurteilung.
82. Also, wenn der andere euch in die Seite tritt, so, als ob hier die Konterrevolution stattfindet, so kommt einem sofort Felix Edmundowitsch (F.E.Dserschinski, Person z.Zt. der Oktoberrevolution 1917) in den Sinn: „An die Wand!“ (so etwas fängt dann schon an, im Kopf zu rotieren), „schneller erschießen“ und weiter so etwas.
83. Betagte Menschen vorgerückten Alters denken immer noch so. Sie sehen fern, und wenn dort die Regierung gezeigt wird, reden sie ständig vor sich hin; „Möge man euch alle erschießen!“, „An die Wand!“. Von nicht wenigen kann man so etwas hören. Dabei handelt es sich um das alte Denken.
84. So lächle Ich auch nun... Also, in Wirklichkeit basiert dies alles auf der besonderen Psychologie des Egoismus des Menschen: wenn einer nicht handelt wie er, so sind sie Feinde. Eine sehr primitive Einteilung.
85. Also, Hauptsache: werdet nicht nervös. Wird nicht nach euch gehandelt – so werden sie keine Feinde, es sind eure Freunde; vorläufig aber sehen sie die Sache anders , warum auch immer. Und vielleicht sehen sie es wirklich richtig, ihr aber – eurerseits nicht richtig. Lasst diesen Gedanken zu, geht vor allem davon aus.
86. Wenn ihr annehmt, dass ihr nicht richtig denkt und dies euch quält, so geht ihr dann mit einer Frage zu euren Mitmenschen: „Leute, helft mir bitte, ich habe mich schon genug gequält, alles brennt im Innern, ich kann es nicht verstehen. Ich sehe es so, als ob dies nicht richtig ist... Na, erklärt mir bitte, wie ich dies in Wirklichkeit anschauen soll, warum halten dies die anderen für richtig?“
87. Daraufhin soll ein beliebiger Gläubiger reagieren, der dies zumindest irgendwie anders sieht, als ihr. Er versucht, dies von seinem Gesichtspunkt zu erklären. Wenn es nicht ganz klar ist – so fragt bei einem anderen nach.
88. Aber dies soll man unbedingt erklären. Weil Gläubige sich darum kümmern, was mit ihren Mitmenschen geschieht, sie können nicht gleichgültig bleiben. Gläubige können nicht gleichgültig sein. Die übrigen können es. So etwas kann doch von einem Ungläubigen nicht erwartet werden, er trägt nicht so eine Verantwortung.“

89. „Guten Tag. Die Frage ist folgendermaßen: Ist Scham ein untrennbarer Teil des Gewissens? Ist dies irgendwie mit dem Gewissen verbunden? Also, wenn man kein Gewissen hat, so hat man auch keine Scham?“
90. „Scham kann sich auch, abhängig von zusätzlichen Bedingungen, die im Verlauf der Erziehung des Menschen geformt wurden, äußern. Darum kann es sich auch um falsche Scham handeln, das heißt, dort, wo man sich in Wirklichkeit nicht zu schämen braucht, scheint es einem , als ob es eine Schande sei.
91. Solche Sachen müssen sich in eurem Innern richtig bilden. Also, es sind solche natürlichen Erscheinungen der Gefühlswelt, die organisiert werden müssen.
92. Etwas ist schon dank irgendeiner Einmischung der Eltern unter dem Einfluss des umgebenden Milieus in der Kindheit geformt worden. Der Mensch wächst, formt sich... die jungen Jahre... wieder geschieht etwas Störendes, neue Erziehung, irgendwelche neue Schamgefühle erscheinen, oder es verschwinden irgendwelche bisherigen Schamgefühle.
93. Das alles ist ein Prozess der Formung. Er kann spontan sein. Abhängig davon, wie verschiedene Menschen, die nebeneinander verweilen, sich zu ein und demselben Ereignis verhalten. Und so eine Störung kann sich ab und zu auch bei euch bilden.
94. Aber jetzt erkennt ihr die Wahrheit, folglich soll bei euch schon eine echte, normale Organisation der inneren Welt vor sich gehen, wo ihr für euch (wenn ihr in irgendeinem Fall in Verwirrung gekommen seid – soll man sich vor so einer Äußerung schämen, oder handelt es sich um eine normale Erscheinung?), schon so eine Frage stellt und beginnt, euch zu formen, indem ihr euch zwingt, etwas zu machen.
95. Scham ist eine Manifestierung des Gefühls, die mit irgendeiner Ebene eurer Entwicklung verbunden ist. Und wenn man euch irgendwelche neue Maßstäbe gibt, so fühlt ihr sie nicht sofort, man muss sich ihnen gegenüber durch Willensbemühungen hocharbeiten. Folglich muss man irgendwelche  Anstrengungen unternehmen, und danach wird sich dieses Gefühl schon in einer neuen Art bekunden.“

Girlande

Kapitel  3

1. Der fünfte Mai. Das Sonntagstreffen mit dem Lehrer im Tal der Verschmelzung.
2. „Guten Tag. Fragen über das Wasser. Ist es für einige Gläubige normal, Wasser, das durch Gebete veredelt wurde, nicht zu trinken? Ist es ein Fehler, wenn sie meinen, es sei nur für den Körper wichtig und habe nichts mit dem Geistigen zu tun?“
3. „Also braucht ein Gläubiger nicht das zu tun, auf das der Lehrer als etwas Günstiges hingewiesen hat?“
4. „Das folgt daraus.“
5. „Sogar wenn ihr fragen werdet: „Und kann man auch nicht an das Letzte Testament  glauben?“, so werde Ich sagen: „Kann man“. Dabei handelt es sich um so eine Kategorie von Fragen. Wenn jemand fragt: „Kann man lieber an den Teufel glauben, ihm unsere Seele überlassen und zu seinem Wohl arbeiten?“, so werde Ich natürlich sagen: „Kann man“. Wenn ein Mensch sieht, dass es ihm dann besser geht, so möge er es so tun.
6. Es handelt sich dabei um so eine Klasse von Fragen, wo auf alles, wo ihr fragen werdet – kann man, oder kann man nicht – Ich entweder „Man kann“, oder „Man kann nicht“ sagen werde, abhängig von der Frage. Fragt ihr: „Ob man ... darf?“, so werde Ich sagen: „Man darf“. Fragt ihr: „Doch vielleicht soll man nicht ...?“, - so  werde Ich sagen: „Man soll nicht“.
7. Also, dies gehört schon nicht mehr zu der Kategorie des Glaubens. Dabei handelt es sich um die Suche des Menschen, wo, wenn er meint, dass er etwas versuchen soll, so möge er es versuchen. Folglich fehlt ihm etwas, um noch Weisheit zu erlangen, um zu etwas Größerem reif zu werden.
8. Wenn ihr wegen des Wassers fragt, so könnt ihr ebenso generell über Nahrung so etwas fragen: „Wozu ist es nötig zu essen?“, denn dies braucht sowieso der Körper, das hat nichts mit dem Geistigen zu tun. Ihr könnt überhaupt aufhören zu essen, einfach beten, und zumindest irgend etwas wird sich bei euch bis zum Moment eures Todes bessern. Wenn ihr abgemagert euren Körper verlassen werdet, wird schon etwas irgendwie vielleicht interessant sein, weil ihr eure letzten Tage im Gebet, ohne Wasser durchlebt habt, ohne Essen. Passt auch so.
9. Darum ist dieser Gedanke für einen Gläubigen sozusagen sehr spezifisch. Weil in Wirklichkeit so eine Frage einem Gläubigen grundsätzlich nicht einfallen würde. Grundsätzlich.
10. Wenn sie entstanden ist, heißt das, er ist auf der Suche, er kennt vorläufig noch nicht das Sakrament des Glaubens. Er ahnt etwas, er beginnt vielleicht dazu zu neigen, etwas zu versuchen, grundsätzlich aber wurde er noch nicht zu einem Gläubigen, seine Seele wurde also noch nicht reif, ansonsten würde so eine Frage in seinem Kopf nicht entstehen.
11. Natürlich kann sich das nicht auf das Geistige beziehen, das heißt, das Gebetswasser erhöht nicht das Geistige. Aber alle Gebote, von denen wir reden, gehören zwar zum Geistigen, aber sie gehen vor allem die Arbeit am eigenen Körper an, die Arbeit an der eigenen Psyche (was auch vor allem zum Körper gehört – zum Egoismus, der zum Körper gehört). Die Hand streckt sich aus, um zu stehlen, ihr aber haltet sie durch Willensanstrengung fest – das geht sowieso den Körper an.
12. Darum, welche Ratschläge auch immer gegeben werden, sie werden nicht umsonst gegeben. Wenn gesagt wird: „Es ist günstig“, so ist das dann schon eine eigenartige Frage: „Kann man das unterlassen, was günstig ist?“ Sie hört sich schon seltsam an. Natürlich kann man. Man kann auch alles umgekehrt machen: beginnen, alles, was ungünstig ist, tun. Aber dies wird auch ungünstig enden. Nun, dafür kann man dann besser verstehen, was das bedeutet, das Ungünstige. Vielleicht habe Ich schon verständlich genug geantwortet?“
13. „Ist es besser, wenn jeder persönlich das Wasser mit dem Gebet auflädt?“
14. „Ja, das ist besser. Ich habe über das Individuelle gesprochen. Ihr legt die individuelle Information eures Gebetes hinein. Und wenn ihr das Wasser trinkt, das ist dasselbe, als ob ihr die Wirkung des Gebetes an euch erlebt, weil während des Gebetes bei euch ein spezifisches, interessantes Feld geformt wird, das euch in Vielem teilweise jünger macht, eure Gesundheit stärkt, die Tätigkeit aller möglichen Gehirnfunktionen verbessert.
15. Also, das Gebet stabilisiert eure innere Welt. Das ist eine sehr gesunde, wertvolle Handlung. Natürlich ist sie vor allem mit der Psyche verbunden, direkt mit eurem Körper. Und nachdem ihr gebetet habt (und das Wasser war neben euch) und das Wasser trinkt, so wirken diese Bilder weiterhin auf euch ein, sogar, wenn ihr das Gebet nicht sprecht.
16. Im Verlauf des Betens nämlich wird ein Bild geschaffen, ein Feld geschaffen. Aber dann geht ihr vom Gebet über zu verschiedenster Geschäftigkeit, und dieses Feld beginnt sich zu verändern und ordnet sich jenen Gedanken unter, die sich bei euch weiter zu bilden beginnen. Die Sorgen um die Kartoffeln, Möhren, Keller, darum, was gebaut werden muss... jemand hat irgendwo etwas nicht Richtiges gegessen, hat Bauchschmerzen... ihr fangt an, euch Sorgen zu machen, euer Feld verändert sich. Die Veränderung dieses Feldes geht stetig vonstatten.
17. Wegen ganz natürlicher Umstände könnt ihr nicht ständig im Gebet verweilen. Aber nachdem ihr beginnt, dieses Wasser zu trinken, so ist es dasselbe, als ob ihr beginnt, das Gebet aufzusagen, dies wird einer sehr ähnlichen Handlung entsprechen. Das heißt, es aktiviert eure inneren Energien und die anderen, festeren Körper in die selbe positive Richtung.
18. Also, dies ist eine sehr wichtige , kostbare, gesunde Sache. Dies wird besser sein als Medizin, die man bisweilen einnimmt. Na, weiter schaut schon selber... Aber besser ist es individuell aufzuladen, weil dies gerade dem Eingeben der persönlichen Information entspricht.
19. Einst (Ich kann noch so ein Moment erwähnen) wird der Mensch auch noch auf technische Weise seine Körperzellen verändern können, sie verjüngen, wenn es ihm gelingt, mit Hilfe der Wissenschaft so ein Gerät zu erfinden, das sein biologisches Feld aufnehmen kann. Einst, wenn er lernen wird , dies zu machen, indem er das biologische Feld im günstigen Alter aufnehmen wird, es vollständig kopieren wird, wird man ab und zu in dieses Feld eintauchen können, und die Körperzellen werden schnell beginnen, die Information dieses jungen Organismus wieder herzustellen.
20. Ihr könnt sehr gut und um ein Beträchtliches die Lebenstätigkeit eures Körpers durch so eine einfache, grobe Variante verlängern, ohne die übrigen Funktionen einzuschalten, die mit dem Kode eurer Gehirntätigkeit fixiert sind. Man kann auf solche Weise sein Leben ganz simpel in großem Maßstab verlängern.
21. Aber das Wasser trägt in sich in einem gewissen Maße auch so einen Aspekt , weil es die Information dieses Zustandes, wo ihr im Gebet verweilt, aufnimmt (das ist euer sehr guter Zustand in irgendeinem aktuellen Moment).
22. Eine besonders starke Wirkung des Wassers ergibt sich dann, wenn es sich in einem sehr gelungenen Augenblick eures Gebetes auflädt. Euer Gebet kann verschieden ausfallen. Manchmal betet ihr mit großer Mühe. Und es kommt auch vor, dass man sehr gut gelaunt ist, sich in einem sehr guten Zustand befindet, und ihr betet. Also, wenn sich das Wasser in diesem Moment neben euch befunden hat und diese Information aufgenommen hat, so kann es natürlich maximal günstig weiter auf euren Körper einwirken.
23. Aber besonders in dieser Periode gehen viele unterschiedliche Veränderungen der Erdschwingungen vonstatten (was mit der Schwingung des menschlichen Körpers verbunden ist), dies beeinträchtigt stark das Immunsystem, belastet es beträchtlich. Die Abwehreigenschaften des Immunsystems, das euch verteidigt, eure Lebenstätigkeit unterstützt, können verloren gehen, es kann in dieser Periode schwächer werden. Darum ist es natürlich und von nicht geringer Bedeutung, den eigenen Körper in dieser Zeit zu unterstützen.
24. In den letzten Jahren geht so eine ernsthafte Einwirkung vor sich, sie wird stärker, sehr starke Veränderungen gehen vor sich, und auf die Menschen wirkt sich das ernstlich aus. Darum, wenn man sich nun psychologisch nicht richtig  in der nötigen Richtung hält, nicht danach strebt, sich geistig zu formen, dann wird natürlich die Physiologie einen enormen Bruch erleiden.
25. Und darum kann man beobachten, dass viele Jugendliche sehr krank sind. Und Menschen der älteren Generation – wenn sie an ihre Jugendzeit denken – können sich nicht an so etwas erinnern, wo so viele junge Leute, wie heutzutage, so oft die Polikliniken besuchen. Und es handelt sich um sehr ernste Erkrankungen, zahlreiche Herzleiden und auch andere Krankheiten... All dies setzt gerade bei Jugendlichen ein.
26. Das heißt, der Organismus zerfällt in dieser Periode beträchtlich. Wenn es nicht die notwendige Orientierung gibt, wird es schwer sein, die Menschen zu retten, sie beginnen aktiv auszusterben.
27. Ihr steht auf einem Weg, wo ihr die Chance habt, euch nicht nur festzuhalten, um noch  irgendeine Zeit zu durchlaufen, sondern auch noch eure Kinder robuster und gesünder zur Welt kommen zu lassen und sie im Laufe der Zeit stärker werden zu lassen, wo ihr sie durch euer gutes Feld schützen und sie allmählich daran gewöhnen werdet, diese Tätigkeit schon selbstständig weiter durchzuführen, eine Tätigkeit, die günstig für sie und die Umgebenden ist. Also, ihr formt dieses Milieu.
28. Und das Wasser... Indem man die zauberische Eigenschaft des Wassers richtig nutzt, kann man dabei viel Interessantes für sich gewinnen. Den eigenen Körper zu unterstützen, ist wichtig.“
29. „Ist es besser, dass jemand das Wasser persönlich mit Gebet auflädt? Kann ein beliebiger Gläubiger in einem wohlbringenden Zustand für alle das Wasser so aufladen? Und ändert das Wasser, in das man das Gebetswasser dazugießt, seine Struktur? Und wie lange hält sich diese Energie?“
30. „Na, grundsätzlich habe Ich diese Frage schon beantwortet. Das Einzige, was hinzugefügt werden kann (ob man das Wasser dazugießen kann, und ob sich die Struktur verändert), - ja, die Energie wird sich in diesem Fall ändern. Diese Energie wird auch auf das neue Wasser übergehen. Aber allmählich wird sie sich vermindern, weil neue Elemente des Wassers, die anderen Elemente, diese Energie teilweise auflösen und diese Energie verdünnen, in die sie hineingegossen werden.
31. Und solange die bestehende Energie den größten Teil einnimmt (wenn es mehr Gebetswasser ist und nur ein kleinerer Teil zusätzliches Wasser), dann wird sie in diesem Fall natürlich auch das neue Wasser aufladen. Aber ihr werdet, indem ihr allmählich noch Wasser hinzugießt, beginnen, es immer mehr zu verdünnen, die Energie wird sich ein wenig verändern, weil die Energie des Wassers, das verschiedenen Quellen entnommen ist, unterschiedlich ist, und ihr beginnt, diese Energien zu vermischen.
32. Wenn es sich um reines Wasser (ohne Energie) handeln würde, dann könnte man es hineingießen, unwichtig wie viel, es würde diese Energie aufnehmen, nichts würde sich ändern. Es wird aber mit einer anderen Energie hineingegeben, und diese Energien beginnen, aufeinander einzuwirken, verändern einander.
33. Darum ist es besser zu erneuern. Besonders dann, wenn ihr fühlt, dass ihr mit sehr guter Stimmung beten könnt, dann ist es besser, es so zu machen.
34. Alle anderen können es auch tun, aber besser ist es individuell. Das heißt, in dieser Hinsicht gibt es kein Verbot, es für jemand anderen zu machen. Aber dies wird nicht so effektiv sein, wie wenn der Mensch dies selbstständig für sich macht, umso mehr er gläubig ist, nicht aber darauf hoffend, dass man anstatt seiner besser betet, und es bei ihm dann besser im Innern sein wird.
35. Das ist schon Unglaube an sich, ein nicht richtiges Verhalten gegenüber der Realität. So etwas beginnt schon ursprünglich seine geistige Welt zu zerstören, und es wird schwieriger sein, ihm von außen zu helfen. Sonst findet ihr so eine “Kuh“... sie wird nur so sitzen und mit Eimern Wasser ringsum beten, und alle übrigen wühlen im Garten und kommen immer wieder und trinken... Das ist nicht das Richtige, nicht das Richtige.“
36. „Und wie lange hält die aufgeladene Energie?“
37. „Solange es das Wasser gibt, hält sie auch. Solange es nicht austrocknet. Geweihtes Wasser hält diese Energie sehr lange, solange es das Wasser selbst gibt.“

38. „Lehrer, die Kinder von den für mich sehr nahestehenden Menschen sind sehr oft krank, ich bete für sie. Wie soll ich richtiger beten? Mir die Bilder der Kinder oder die Bilder der Eltern vorstellen?“
39. „Der Kinder. Wenn du für die Kinder betest, so heißt das, du wünschst ihnen Gesundheit. Und wenn man einem Kind Gesundheit wünscht, ist es sinnlos, sich die Eltern vorzustellen. Gerade das Kind selbst stellst du dir vor.
40. Du äußerst ihm doch konkret deinen Wunsch für Gesundheit. Und durch eure Liebe, Güte und irgendwelche Bilder, die als irgendetwas Interessantes geformt werden können (eine Wolke oder sonst noch irgendwelche Strukturen), hüllt ihr das Kind ein und äußert ihm eure guten Wünsche. Dies wird sofort auf das Kind unmittelbar wirken.
41. Wenn ihr euch an das Kind erinnert, sein Bild im Kopf halten könnt, dann, je genauer dieses Bild im Kopf gehalten wird, umso stärker werdet ihr wirken können, abhängig von euren Möglichkeiten.“
42. „Also die Vorstellung darüber, dass die Kinder infolge nicht richtiger Handlungen der Eltern oder irgendwelcher nicht richtigen Verhältnisse oft krank sind...“
43. „Das ist etwas anderes. Dann muss man  den Eltern etwas anderes wünschen.“
44. „Also dann ist es besser, dafür separat zu beten?“
45. „Du betest, äußerst für das Kind deinen Wunsch, danach schaltest du deine Aufmerksamkeit auf einen Elternteil um, äußerst für ihn irgendeinen anderen Wunsch: irgendeine innere Ausgeglichenheit, damit der Mensch innerlich weniger aufbraust, damit er sich unter irgendwelchen schwierigen Umständen besser hält, nicht abstürzt.
46. Nämlich alle Krankheiten der Kinder – resultieren aus der  Unausgeglichenheit der Eltern (oder des Elternteils, der häufig bei den Kindern ist, und im unausgeglichenen Zustand verweilend, wird sehr stark ihr Immunsystem geschwächt).“

47. „Danke. Und die zweite Frage. Die Zeitung „Das Gelobte Land“ ist äußerlich  nicht mehr tauglich, sie ist unlesbar geworden. Es sieht so aus, dass man sie verbrennen kann. Und es gibt zwei Meinungen dazu: eine Meinung – die Zeitung kann man nur dem Feuer übergeben, und die zweite Meinung – man könne mit dieser Zeitung auch das Feuer zünden (und danach wird sie verbrennen).“
48. „Lieber einfach verbrennen.“
49. „Klar. Danke.“

50. „Lehrer, sag´ bitte... Ich erlebe immer Situationen, wo, wenn ich mit anderen  eine Gesetzesübertretung von jemandem betrachte, werde ich schuldig...“
51. „So müsst ihr das in der Versammlung klären, worin deine Schuld besteht.“
52. „Bei der ersten so einer Situation, wegen der ich die Bergsiedlung  (Stadt) verlassen musste, hatte ich einen psychologischen Absturz, weil ich das, was geschehen war, als absurd wahrgenommen hatte.“
53. „Wenn du jemanden beschimpft und erniedrigt hast, so ist dies eine grobe Verletzung, eine sehr grobe Verletzung.“
54. „Nun, falls Folgendes als schimpfen und erniedrigen bezeichnet wird, wenn man sagt : „Diese Frau ist stärker als ihr“...“
55. „Das ist jetzt unklar, Tanja. Du fängst nun schon an, etwas seltsam zu stammeln.“
56. „Schimpfen – das heißt doch, etwas mit irgendwelchen schlimmen Wörtern zu benennen?“
57. „Ja.“
58. „Erniedrigen – das ist doch auch eine Frage, ob sich der Mensch erniedrigt fühlt...“
59. „Ja, das sind auch irgendwelche Wörter, irgendwelche konkreten Wörter, die wirklich erniedrigen.“
60. „“Diese Frau ist stärker als ihr, sie manipuliert euch“ - ist das erniedrigend?“
61. „Eigentlich erniedrigt das, natürlich. Es handelt sich um eine Verurteilung. Was bedeutet dieses “manipuliert“? Manipuliert sie wirklich, oder hast du das einfach so gesagt, nur um ein gewisses Rosinchen ins Gerede einzustreuen?
62. Benenne nun konkret, wie sie manipuliert. Nenne genau die Handlung, die eindeutig charakterisiert, dass der Mensch jemand anderen manipuliert.
63. Zumal du auch noch von einer Mehrzahl sprichst, somit nenne einige Handlungen, an welchen wir nun genau verstehen werden, dass sie alle manipuliert. Wenn du dies nicht genau benennen kannst, Tanja, so gehört dies schon zu einer Verurteilung, die auf Vermutung basiert.“

64. „Lehrer, hast Du die Möglichkeit, nochmals auf einen Platz hinzuweisen, wo man eine Lehranstalt bauen kann, wo das Verschmelzen der Gotteskinder mit der Quelle der Wahrheit gelehrt wird?“
65. „Seltsam, Ich habe doch so einen Hinweis nicht gegeben. Warum dann - “nochmals hinweisen“ ?“
66. „Ich habe mir erzählen lassen, dass Du über irgendeinen Platz gesprochen hast, wo man diese Lehranstalt bauen könnte.“
67. „ In Bezug auf die Verschmelzung habe Ich nichts dergleichen gesagt, Ich habe keine Plätze bezeichnet, um die Verschmelzung zu lehren.“
68. „Aber der Glaube ist doch die wahre Verschmelzung, ist das Hauptsächliche?“
69. „Grundsätzlich – ja. Wenn ihr die Gesetze der Wahrheit erfüllt, verbindet ihr euch sozusagen mit Seele und Herz völlig mit dieser Wahrheit (wenn ihr mit eurem ganzen Wesen die Wahrheit erfüllt). Ja, grundsätzlich kann man das so nennen. Aber dann muss man den Begriff “Verschmelzung“ anders bezeichnen. Handelt es sich um eine Anstalt, wo man in Bezug auf das Letzte Testament lernt?“
70. „Ja, das Erfüllen der Gesetze.“
71. „Na, es wird schwierig sein, das Erfüllen des Gesetzes beizubringen. So, ihr seid nun zusammen... wir reden von jenen Versammlungen, wo ihr, indem ihr miteinander kommuniziert, lernt, das Gesetz zu erfüllen. Aber dass jemand von euch kommt und den Kindern beibringt, Gesetze zu erfüllen... das wird schon schwierig sein.“                                
72. „Genauer gesagt, sogar sie nicht zu erfüllen, sondern eine einige Sicht in dieser Lehranstalt zu erarbeiten... Jetzt werden einheitliche Weltanschauungen gelernt, und die einheitliche Sicht ist vorläufig – warum auch immer – verschoben.“
73. Und wodurch unterscheiden sich “Weltanschauung“ und die “Sicht“?“
74. „Nun, die Sicht... heißt, wenn der Mensch erst sozusagen sieht, wohin er gehen soll.“
75. „Die Sicht... heißt das, er solle mit den Augen sehen, oder durch sein Verständnis?“
76. „Die Sicht – heißt, wohin er gehen muss, die Richtung.“
77. „Genau. Das Wort “Sicht“ bedeutet normalerweise, dass der Mensch sieht, er schaut. Wenn der Mensch über die “Sicht“ spricht, indem er Gedanken, irgendwelche Handlungen meint, so ist dies sein Verständnis davon, das heißt, er versteht es so. Aber er bezeichnet dies oft mit dem Wort “Sicht“ (Wzgljad, A.d.Übers.).
78. Bei der Übersetzung in eine Fremdsprache kann dies vielleicht eine andere Bezeichnung haben, dies ist möglich. Denn da der russische Mensch reich an Gedankenbildern ist und oft das benutzt, worunter im direkten Sinne oft sozusagen das Eine gemeint wird, aber die Gewohnheit schon so ist, so etwas ein wenig anders wahrzunehmen.
79. In euren einfachen Gesprächen untereinander gebraucht ihr die Bilder sehr spezifisch, und ihr versteht, worum es geht. Obwohl, wenn man all dies in Übersetzung bringt, so wird alles, was gesagt wurde, sehr unklar. Nun, dies ist wie so etwas Einfaches: „Wirst du es tun?“ (Ty budjesch?) - „Aber nein“ (Da njet). So, nun übersetzt dieses „Da njet“ in eine andere Sprache, damit es für einen Ausländer klar wird. „Yes no“ - nun, normal, und ist hier alles sofort klar? Euch aber ist es klar, worum es geht.
80. So auch hier. Die Sicht und das Verständnis – das ist in Wirklichkeit dasselbe. Darum, indem ihr das einige Verständnis über irgendwelche Ereignisse formt, bildet ihr auch die einige Sicht auf diese Ereignisse, ihr beginnt, das Gleiche zu sehen. Aber nicht mit den Augen, weil man darauf nicht mit den Augen sehen kann, sondern dies hat sich in eurem Kopf geformt, etwas Einiges, eine Vorstellung. Das ist gerade die Sicht.
81. Ihr seid dabei, dies zu lernen. Und ihr werdet noch lange lernen. Weil es ist so eine Sache: ihr habt irgendetwas über irgendwelche Handlungen im Letzten Testament gelesen, aber weiter geschehen Ereignisse, wo sich zusätzliche Details ergeben, die früher nicht besprochen wurden. Und ihr alle werdet diese Details unterschiedlich wahrnehmen, ihr werdet dazu schon ein unterschiedliches Verhalten äußern.
82. Bei euch werden sich sofort die Gefühlseindrücke bilden und werden euch dazu zwingen, auf eure eigene Weise zu denken, weil Gefühle den Menschen in die Richtung zu denken zwingen, welche ihm angenehm ist. Er beeilt sich nicht, in eine unangenehme Richtung zu denken, aber er beginnt, in die angenehme zu denken, in diejenige, zu der er gemäß seiner inneren Welt neigt. Und da diese Welt bei euch unterschiedlich ist, beginnt ihr, in verschiedene Richtungen zu denken, irgendwelche Detail anders wahrzunehmen.
83. Und es kommt vor, dass etwas klar gesagt wurde, ein Hinweis gegeben wurde, aber die Handlungen zeigen so etwas, was gerade nicht bezeichnet wurde, und dies ist eine gute Versuchung, dass sich bei euch wiederum unterschiedliche Ansichten formen, ein unterschiedliches Verständnis über einen Umstand. Und weiter, indem ihr dies besprecht, formt ihr das einige Verständnis, ihr beginnt, eine Sicht auf irgendeinen Umstand zu erwerben.
84. Und so werdet ihr im Laufe des langen Lebens das ganze Letzte Testament von verschiedenen Seiten allmählich betrachten, indem ihr an verschiedene praktische Erscheinungen in eurem Leben herantreten werdet. Dies wird helfen, eine einige Sicht auf alles, was sich um euch herum ereignet, zu erwerben.
85. Dies ist also die große Lebensschule. Es wird nicht gelingen, in irgendeinen Raum zu gehen und dies zu machen. Darum versammelt euch dort, wo ihr zusammenkommen könnt, um dieses Thema zu lösen, und löst es.
86. Aber Ich kann nicht irgendeinen Platz bezeichnen, wo ihr dafür irgendeinen Raum bauen sollt. Das ist nicht nötig. Dort, wo ihr selber darauf hinweist, dass ihr es dort machen könnt, da macht ihr es.
87. Aber dies wird wie ein eigenartiger Tempel sein, weil der Platz, wo ihr zu euren Versammlungen zusammenkommt, soll auch gut und schön sein, wo alle sehen: das ist der Platz, wo ihr in euren gemeinsamen Besprechungen zusammen zu Gott kommt.
88. Damit es sich nicht einfach um irgendein Zelt handelt... Obwohl, das andere wird euch jetzt kaum gelingen, ihr habt weder die Kräfte noch die Möglichkeiten, um viele verschiedene schöne Gebäude aktiv zu bauen. Das wäre schön, aber es ist wirklich sehr schwierig, dies zu bewerkstelligen. Darum macht es so, wie es euch gelingt.“

89. „Lehrer, wenn die Glocke läutet und ich bete, so geschieht es, dass mein Gebet etwas früher als das Glockenläuten endet, und so entsteht eine Zeitspanne, wo ich entweder ein zweites Mal bete...“
90. „Du kannst mit Gedankenbildern, mit schönen Gedankenbildern irgendwem einfach Gesundheit wünschen, dich einfach auf jemanden konzentrieren, beleuchte einfach den dich umgebenden Raum mit deinem inneren Licht. Du kannst in diesem Moment viele interessante, schöne Gedankenbilder verwenden. Nicht unbedingt das Gebet immer aufs Neue wiederholen.“
91. „Wenn ich es wiederhole, so schaffe ich es manchmal nicht. Ich habe es irgendwie unterbrochen.“
92. „Ja. Dann ist es nicht schlimm, du sollst es beenden. Ja gut, die Glocke läutet nicht mehr – du vollendest weiter dein Gebet.“
93. „Nach der Glocke, ja?“
94. „Nun, warum denn nicht. Was stimmt dabei nicht? Es gibt nicht so eine Begrenzung: die Glocke läutet nicht mehr – und du hörst sofort beim halben Wort auf zu beten, stehst auf und läufst irgendwohin.“
95. „Ich habe einfach bemerkt, dass, wenn die Glocke bei uns in der Liturgie läutet, bekreuzigen sich die Menschen erst nach dem Glockenläuten (sie haben das Beten sozusagen beendet), so eine allgemein übliche Handlung. Und während des Läutens bekreuzigt sich keiner.“
96. „Nun, man geht davon aus, dass alle beten, sie befinden sich sozusagen im Zustand des Gebetssakraments.
97. Aber das Sakrament des Betens –  bedeutet nicht nur, Worte eines konkreten Gebetes aufzusagen, sondern wenn du nach dem Gebet mit Gedankenbildern, die dem Gebetszustand entsprechen, den dich umgebenden Raum weiter umhüllst, am Leben von irgendwem teilnimmst. Dies alles ist wie ein Gebet. Und danach geht ihr nach dem Läuten zu irgendeinem anderen Sakrament über.“
98. „Danke. Darf ich noch eine Frage stellen? Bei mir wohnte ein Bruder einer anderen Glaubenslehre und blieb bei mir einige Nächte. Einmal habe ich bemerkt, dass er Dein Portrait, das in dem Zimmer, in dem er schlief, mit der Bettdecke zugehängt war. Ich nahm die Decke ab und sagte zu dem Bruder, er dürfe dies nicht tun. Daraufhin erwiderte er: „Ich kann nicht beten, wenn das Portrait Vissarions vor mir ist“.“
99. „Nun, möge er zum Beten in ein anderes Zimmer gehen.“
100. „Aber er hat dort übernachtet und mich gebeten, das Portrait zu entfernen.“
101. „Dann ist es besser, dass er in einem anderen Haus übernachtet. Es handelt sich um ein nicht richtiges Verhältnis zu dem Haus, in das der Mensch gekommen ist.“
102. „Also sollte man genau so handeln, ja?“
103. „Ja, natürlich.“
104. „Ich bin seiner Bitte nicht nachgekommen, und einmal, im Winter, hat er in der Nacht entschieden, zu Übernachtung in ein anderes Dorf zu gehen.“
105. „Bitteschön.“
106. „Und das hat mich irgendwie ein bisschen betroffen gemacht.“
107. „Nein, nein, dies ist normal. Wenn ein Mensch euch als Gast besucht, so muss er eure innere Ordnung achten. Das heißt, indem ihr einen Gast empfangt, sollt ihr eure Lebensweise nicht dem Gast unterordnen.
108 Ihr könnt ihn freundschaftlich empfangen, ihm zu essen geben, ihm Obdach, einen Platz anbieten, wo er schlafen und sich wärmen kann, - all dies ihm anbieten, aber in dem Rahmen, den ihr vorgebt.
109. Und entweder nimmt er dies dankbar an, oder, wenn er beginnt herumzuwühlen, zu nörgeln, so nimmt er dies nicht an. Aber ihr sollt euch nicht ihm anpassen. Will er es nicht annehmen, so möge er einen anderen Platz suchen. Dies ist seine Wahl, es ist wichtig, dass er selbst mit sich ins Klare kommt. Man darf sich in diesem Fall nicht dem Gast unterordnen.“
110. „Und wenn ich mir Dein Wort anhöre, so geht er auch weg.“
111. „Meinetwegen. Wenn es für dich wichtig ist, es einzuschalten, um es dir selber anzuhören...“
112. „Ja, nicht mit Kopfhörern, weil es mit Kopfhörern unbequem ist.“
113. „Wenn es für dich wichtig ist, dies irgendwie bequem zu machen, du machst es so, wie es dir bequem ist. Wenn der Gast fühlt, dass es für ihn unbequem ist, so ist es normal, wenn er hinaus geht, um nicht zu stören, wobei er die Atmosphäre des Gastgebers  achtet. Um diese Atmosphäre nicht zu zerstören, und indem er sie achtet, verlässt er diese Atmosphäre, er geht hinaus hinter ihre Grenze, indem er sich eben mit Achtung dem gegenüber verhält, was dem Gastgeber viel bedeutet.
114. Also, Ich gebe euch diese beidseitige Regel, für die empfangende  und für die eintretende Seite. Hier kann man nicht nur eine einseitige Regel geben – wie man einen Gast empfangen soll. Ihr könnt genauso als Gast irgendwohin kommen, ihr müsst euch dort schon richtig benehmen.“
115. „Das heißt, wenn ich zum Beispiel ein Haus betrete, in dem ein anderer Glaube herrscht...“
116. „Du musst alles, was da ist, achten. Wenn dich etwas verwirrt, so insistiere nicht, du gehst einfach in diesem Moment lieber beiseite, da, wo dich was irritiert, und du fühlst, dass du das mit deinem inneren Zustand zerstören könntest, das, was für diese Menschen teuer ist.
117. Aber zeige nicht, dass es dir nicht gefällt, dass du dies nicht annimmst, dass du gegen all dies bist. Du demonstrierst das alles nicht, du gehst einfach vorsichtig, behutsam beiseite, wobei du den Glauben des Gläubigen achtest.“

118. „Lehrer, wenn die ehemalige Frau meines Mannes gesagt hat, sie könne sich von ihm nicht scheiden lassen, da habe ich meinen Mann gebeten, diese Frage zu thematisieren und habe vorgeschlagen, dass wir dann vorläufig keinen Intimverkehr haben (in so einer Situation, wo wir nicht kirchlich getraut sind und er nicht geschieden ist, möchte ich nicht, dass dabei ein Kind kommen könnte). Er sagte, man solle dies alles nicht thematisieren, weil die ehemalige Frau das alles nicht aushalten könne, und dass wir dann die Bergsiedlung einfach verlassen müssten.“
119. „ Na, angeblich habt ihr dieses Thema schon gelöst. Oder immer noch nicht gelöst, und du versuchst wiederum zu fragen?“
120. „Wir haben es gelöst. Meine Frage ist folgende: war es damals vor zwei Monaten richtig, dass ich diese Frage nicht thematisiert habe, wobei ich der Bitte meines Mannes gefolgt bin? Ich habe ihm sozusagen vertraut, dass, wenn ich diese Frage thematisiere, so werden wir die Bergsiedlung verlassen müssen.“
121. „In eurem Leben soll es keine solchen Umstände geben, wo ihr ein Thema nicht anschneidet, ihr habt Angst, das Thema anzusprechen, das mit einem wahrscheinlichen Verstoß verbunden ist. So etwas soll es nicht geben.
122. Wenn ihr Angst habt, eine Sache, die einen Verstoß bedeuten kann, zu thematisieren, so heißt das, ihr wollt diesen Verstoß aufrecht erhalten. Ihr wollt ihn nicht betrachten – folglich wollt ihr den Verstoß dementsprechend aufrecht erhalten.
123. Jemand irrt sich vielleicht aufrichtig, er denkt, dass er es richtig macht. Aber indem ihr das Thema nicht berührt, unterstützt ihr dadurch den Menschen, der das sich Ereignende bei seiner Wahl falsch einschätzt, und ihr lasst ihn diesen Fehler weiterhin machen.
124. Also, ihr beginnt dadurch dazu beizutragen, dass der andere Mensch anfängt, sich in seinen Fehler zu vertiefen und sich irgendwelchen unangenehmen, unvermeidlichen, negativen Folgen anzunähern. Sie werden damit unbedingt verbunden sein.
125. Indem ihr versucht, irgendeine negative wahrscheinliche Entwicklung zu verbergen, dadurch, dass ihr Umstände verheimlicht, werdet ihr es zu noch unangenehmeren Folgen führen. Darum ist dies grundsätzlich eine nicht richtige Entscheidung.“

126. Bei Beendigung des Treffens sagte der Lehrer:
127. „Ihr lebt in einer nicht einfachen Zeit, und Ich muss nicht einfache Handlungen beobachten. Dies ist aber das Ergebnis der Entwicklung der “wunderbaren“ Zivilisation der “Könige“ der Natur.
128. Ja, man möchte schon sehr eine andere Variante der Entwicklung sehen – damit endlich etwas Normales auf dieser wunderbaren Erde aufblühe und sich behaupte. Die ganze Hoffnung liegt darum bei euch – dass ihr jetzt, während ihr mit euren Hörnern stoßt und eure Seiten gegenseitig schon durchbohrt, die Form eures Benehmens doch noch ändert...
129. Ich freue Mich, dass ihr euch ändert und dass bei euch, wenn auch mit großem Zähneknirschen, mit Schwierigkeiten, alles zumindest ein wenig, aber doch besser wird. Ihr werdet anders, das ist ausgezeichnet.
130. Lasst nicht weiter nach in eurem Schritttempo in die nötige Richtung. Alles wird gelingen, der Sieg wird kommen! Mögt ihr auch Wenige an der Zahl sein, aber es ist so, je nachdem, womit man es vergleicht, je nachdem, welchen Ereignissen man es gegenüber stellt.
131. Andererseits müsst ihr daran denken – alles, was geschieht (wenn es diese Realität gibt, so heißt das, dass sie irgendwelchem Vorhaben, irgendeinem manifestierten Willen entspricht), - dies ist das, was notwendig ist. Folglich hängt davon noch etwas ab, und Vieles kann noch geschehen. Also müsst ihr weitermachen, damit all das, was von euch abhängt, geschieht.
132. Gut. Ich wünsche Euch Glück. Bis zum nächsten Treffen.“      

Girlande

Kapitel  4

1. Der sechzehnte Juni. Sonntag. Das Treffen mit dem Lehrer im Tal der Verschmelzung.
2. „War es ein Fehler der Einigen-Familie, einen Mann in der Familie zu lassen, der (so sagt er) bis auf unflätiges Geschimpfe in seiner Naturfamilie einmal monatlich abstürzt, wobei aber eine positive Tendenz beobachtet wird.“
3. „Du hast ja gesagt, dass eine positive Tendenz beobachtet wird, insofern ist dies schon nicht schlecht.
4. Man soll sich gegenüber solchen Handlungen, die jetzt erwähnt wurden, nicht kategorisch verhalten und dies in so einer Form betrachten, dass, wenn der Mensch einen Verstoß begeht, so soll er auch sofort aus der Familie ausgeschlossen werden. Denn ihr habt alle einen unterschiedlichen Kräftevorrat, und der Charakter der Prüfungen, der eingegeben wird, ist auch anders.
5. Darum, wenn ein Mensch sich bemüht, sich zu verändern und dies ihm immer besser und besser gelingt, und er lässt immer weniger Abstürze zu, dann soll man ihn nicht aus der Einigen-Familie ausschließen.
6. Eine andere Sache ist es, wenn dies mit irgendwelchen ernsteren Verstößen verbunden ist. Aber dies ist ein separates Thema, das wir ebenso an separaten konkreten Fragen zu betrachten beginnen: in diesem Fall ist es so, aber in einem anderen Fall schätzen wir es anders ein.
7. Darum, wenn ihr ab und zu eine Reihe von Fragen zu diesem Thema stellt, so sammelt sich bei euch ein Umfang von bestimmten Kenntnissen an: in Bezug  auf welches Handeln man kategorischer sein kann, irgendwo anders aber – nachsichtiger.
8. Wenn das erwähnt wird, was nun gesagt wurde, so ist es zulässig, dass der Mensch in der Einigen-Familie gelassen wird, und man beobachtet weiter, was in seinem Leben vor sich geht. Wobei man zusätzlich noch betrachtet, was für ein Charakter an Versuchungen dort vonstatten geht.
9. Wenn nämlich der Mensch schimpft, so schimpft er nicht zufällig: es ist nicht so, dass er morgens aufsteht und beginnt, bei all dem Wohlergehen und Wohlstand unerwartet zu schimpfen. Nein, irgendeine Versuchung gibt es.
10. Und die Versuchung kann unbedeutend sein, wo der Mensch versucht, sich zu besiegen. Aber manchmal kann die Versuchung sehr stark sein, wo es für einen sehr schwierig sein kann, sich anzuhalten und die Tendenz der normalen Entwicklung zu zeigen (dass es immer besser und besser vor sich geht). Weil sich der Charakter der Prüfung verändert hat, sie wurde viel stärker.
11. Das muss man hier auch berücksichtigen und sich in diesem Fall zu irgendeinem Absturz des Menschen wohlwollend verhalten, weil für ihn eine Prüfung offensichtlich nicht nach seinen Kräften war, sein Absturz musste sein. Und hier ist schon derjenige schuldig, der diese Prüfung brachte, nicht aber derjenige, der abgestürzt ist.
12. Darum soll man auch diesen Teil betrachten: welche Art von Prüfung im Leben dieses Menschen entsteht, und warum eine andere Person diese Prüfung bringt, inwieweit sie versteht, dass sie dies nicht tun soll, es aber immerhin macht. Dieser Teil muss auch betrachtet werden.“

13. „Guten Tag. Ist es richtig für einen gläubigen Rentner von vierundsechzig Jahren (die Gesundheit ist normal), Finanzmittel für sein Begräbnis von dem Geld zu nehmen und zurückzulegen, das übriggeblieben ist, nachdem der notwendige Anteil für den jeweiligen Fond eingezahlt war, mit dem Ziel, später andere nicht damit zu belasten. Oder handelt es sich dabei um mangelndes Vertrauen sich selbst gegenüber? Oder mangelndes Vertrauen Gott gegenüber?“
14. „Mangelndes Vertrauen gegenüber was? Dass sie die Möglichkeiten immerhin selbstständig finden, oder dass er nicht stirbt?“
15. „So und so.“
16. „Natürlich, so ist es zulässig.“

17. „Ist es richtig, auf den Behälter für Trinkwasser die Worte “Dank sei Gott“ aufzukleben, wenn dieses Wasser auch für den Abwasch benutzt wird und um sich zu waschen?“
18. „Das ist so möglich, es ist möglich. Das hat keinen irgendwelchen negativen Charakter. Das Wasser wird dafür gebraucht, um sauber zu machen, und solche Worte sind damit verbunden, um zu säubern, das heißt, irgendeine Atmosphäre, das Milieu, das Informationsfeld zu verbessern. Darum ist dies zulässig.
19. Wenn dieses Wasser bei euch dafür gebraucht wird, um in der Toilette nachzuspülen, wird es psychologisch nicht angenehm sein, dies damit zu vergleichen. Aber wovon du sprichst, so ist dies zulässig.“
20. „ Danke. Welche Wörter geben dem Wasser die stärkste positive Ladung: “Dank sei Gott“, “Gott“, “Liebe“, “Wahrheit“, “Licht“ ?“
21. „Das spielt keine Rolle. Beliebige heilige Gedankenbilder strukturieren das Wasser im positiven Sinne. Man soll nicht so ein Wort suchen, welches es maximal strukturieren sollte, und das schon für lange Zeit und sehr stark. So etwas gibt es nicht.“
22. „Verstanden. Wenn ich sieben oder acht Mal täglich in der Zeit bete, zu welcher gerade die Bergglocke läutet und ebenso sieben – acht Mal täglich das Wasser trinke, das mit dem Gebet aufgeladen ist, und wenn ich das wohlbringende Wirken auf meinen Organismus verstärken will, was ist dann besser: die Zahl der Wiederholungen des Gebetes, oder die Menge und die Häufigkeit des Trinkens des “Gebetswassers“ zu vergrößern?“
23. „Nein, nein, nein... Das Geistige wächst dadurch, wie der Mensch auf Ereignisse reagiert, die um ihn herum vor sich gehen, wie er sich ihnen gegenüber verhält, welche Handlungen er zu unternehmen beginnt.
24. Die eine Sache ist: ihr verweilt immer im Gebetszustand und nehmt an einer anderen Lebenstätigkeit nicht mehr teil. In irgendeinem Maße wird es für euch im Innern nicht schlecht sein. Ist das Feld bei euch im Innern gut und in diesem Moment maximal harmonisch eurem Körper eigen – so wird eine Harmonisierung vonstatten gehen. Aber dabei wird keine Entwicklung stattfinden.
25. Entwicklung (das heißt, die Verstärkung eures Potentials) – das ist, wenn eure innere geistige Welt stärker , stärker und stärker wird. Das ist nur dann möglich, wenn ihr mit euren Mitmenschen umgeht, ihr mit der euch umgebenden Wirklichkeit in Kontakt tretet und euer Verhalten ihr gegenüber äußert, also, ihr nehmt an dieser Wirklichkeit irgendwie teil (mit Worten, Gedanken).
26. Gerade dadurch beginnt sich die Entwicklung zu vollziehen. Dies ist nicht der Moment des Gebetes, dies geht vonstatten, wenn ihr den Handlungen eurer Nächsten gegenüber irgendwelche eurer Bilder äußert (wie ihr euch dazu verhaltet, wie ihr den Nächsten wahrnehmt, der das eine oder andere macht). Hierin verbirgt sich die Entwicklung.
27. Es wird nicht gelingen, das geistige Potential durch die Menge der Gebete anzusammeln. Ihr werdet es nur dank solcher Handlungen vergrößern können, wenn ihr mit der umgebenden Wirklichkeit eng in Kontakt seid.
28. Das Mönchstum und das Einsiedlerleben (wo die Menschen irgendwohin gehen und beginnen, mehr im Gebet zu verweilen) ist in irgendeinem Maße nicht schlecht. Vielleicht ist dies sogar am Lebensende nicht schlecht, wenn schon auch für alle anderen Kontakte immer weniger Kräfte vorhanden sind, und der Mensch versucht, mindestens irgendwie in seinem Innern irgendwelche Anhänglichkeiten zu “säubern“, zumindest irgendetwas zu verbessern und dieses Potential bis zum Ende seiner Tage des Verweilens auf der Erde zu bewahren. Dies ist in gewissem Maße nicht schlecht.
29. Aber es handelt sich nicht um eine bessere Weise, das Geistige zu steigern. Dies ist nicht die bessere Methode. Die bessere Methode – das ist der Kontakt mit der umgebenden Welt, das ist das, wie ihr versucht, auf alles zu reagieren.
30. Darum, wenn euch die Entwicklung interessiert, rennt nicht voneinander weg, vermeidet nicht die Umstände, die euch prüfen können, irgendeine Versuchung bringen können. Das heißt, hier muss man schon die Versuchung überwinden, nicht aber davonlaufen.
31. Dabei ist wichtig, wie ihr euch zu überwinden bemüht. Vielleicht werdet ihr sie auch nicht so überwinden, wie man dies von euch im idealen Fall erwarten möchte, aber nicht das ist wichtig. Wichtig ist, wie ihr euch Mühe gebt, dies zu tun. Gerade darin besteht der Prozess der Entwicklung.
32. Sogar, wenn ihr irgendeine Versuchung nicht richtig besiegen könnt, ihr entwickelt aber eure Bemühungen, dies richtig zu machen, so werdet ihr besser, also euer inneres Potential wächst.
33. Deshalb ist diese Arbeit sehr wichtig. Wenn ihr diese Arbeit vermeidet, so sucht nicht nach irgendwelchen separaten idealen Dingen, welche euch sofort auf die bessere Art und Weise maximal mit dem Geistigen füllen können. Es gibt keine anderen Wege, sein Geistiges zu verbessern.
34. Deshalb sind die Menschen auch geboren, um zusammen zu sein, miteinander umzugehen. Nicht aber, damit sie einfach als lose Pünktchen auf dieser Erde verweilen und diese Erde im Gebet umhüllen. Darin liegt nicht die Entwicklung.
35. Dereinst wird dies im Menschenleben in gewissem Maße vorkommen. Aber bis dahin muss man sich anheben, das Norm-Niveau durchlaufen, auf die normale Entwicklungsebene kommen. Und dann sind solche Varianten möglich, wo ihr irgendwo in kleinen Gruppen (oder sogar allein) auf diesem Planeten, auf einem anderen Planeten verweilen werdet und die umgebende Realität mit euren Gedanken, Bildern und Gebeten verändern könnt. Und das wird günstig sein, weil vor euch schon keine Frage mehr über irgendeine ernste Entwicklung steht.
36. Jetzt aber stellt sich diese Frage ernstlich. Denn wenn man sie nicht betrachtet, dann ist das Zugrundegehen des Menschenlebens mit der Wahrscheinlichkeit verbunden, völlig aus dieser Realität zu verschwinden.
37. Wenn ihr aber die Norm-Ebene durchschreitet, so wird es schon so eine Wahl nicht mehr geben, dass die Wahrscheinlichkeit besteht, zugrunde zu gehen. Nein, ihr werdet schon nicht mehr zugrunde gehen. Ihr werdet entweder mehr oder weniger den Verlauf des wohlbringenden Wirkens auf die umgebende Realität beschleunigen. Aber negative Folgen wird es schon nicht mehr geben. Entweder mehr, oder etwas weniger, aber in jedem Fall wird das positive Wirken beginnen.
38. Und jetzt seid ihr in der Situation, dass, wenn ihr keinen positiven Schritt macht, so ist dies unvermeidlich mit negativen Folgen verbunden. Unvermeidlich. Darum ist dieses Entwicklungsstadium vorläufig noch sehr heiß/brisant und ist mit einer sehr großen Gefahr verbunden, mit der Wahrscheinlichkeit, aus dieser Welt zu verschwinden.“
39. „Ich entschuldige mich, aber ich wollte etwas über den Organismus nachfragen. Weil wir ihn doch auch unterstützen müssen.“
40. „Was genau willst du fragen?“
41. „Wie ich verstanden habe, wenn wir das “Gebetswasser“ trinken, so verbessert unser Organismus alle unsere Eigenschaften...“
42. „Er wird gesünder.“
43. „Ja, und die Frage ist: wie ist das Verhältnis zwischen Gebet und Wasser?“
44. „Wofür? Um völlig gesund zu werden? Das wird nicht gelingen.“
45. „Ich spreche doch nicht über Gesundheit, sondern um einfach den Körper im normalen Zustand zu halten.“
46. „Dies ist ein Gespräch über Gesundheit. Das Wasser trinken heißt – es geht um Gesundheit. Ich antworte dir gerade im Hinblick auf Gesundheit. Und du sagst: „Ich rede nicht über Gesundheit“. Und wovon? Vom Geistigen? Hinsichtlich des Geistigen habe Ich jetzt sehr viel gesagt: es handelt sich um Arbeit, den Kontakt mit den Mitmenschen...
47. Einfach das Wasser zu trinken – da geht es um Gesundheit. Ihr verbessert eure Physiologie, aber ihr verbessert sie nicht maximal gut, wenn ihr nicht das Geistige ändert (worüber Ich jetzt viel gesprochen habe).
48. Es wird keine Genesung geben, wenn es keine richtigen Reaktionen gibt, wenn kein richtiges Verhalten erfolgt. Es wird ein Versuch sein, das zu unterstützen, was immer zu fallen, zu zerbrechen neigt. Ihr unterstützt – es neigt immer dazu zu zerbrechen.
49. Also, ihr bemüht euch sozusagen, eine Variante zu suchen, wie ihr euer Gefäß komplett füllen könnt, ein Gefäß, aus welchem das Wasser herausfließt (es hat Löcher), in so einem Tempo, sodass das Wasser im Gefäß immer ausreicht und währenddessen dabei denkend, dass, wenn es reichlich Wasser gibt, dann sei alles normal, und ihr bemerkt nicht, wie es herausfließt.
50. Natürlich, wenn ihr mehr Wasser ergänzen werdet, als herausfließt, so ist es wahrscheinlich, das Gefäß ziemlich gefüllt zu halten. Aber das ist keine Lösung des Problems. Das Wasser wird herausfließen, und folglich wird das Gefäß zerbrechen, und die Risse werden sich vergrößern.
51.Und dann, wenn ihr es schafft, es auch zu irgendeinem Moment mit Wasser anzufüllen, so wird eine Grenze erscheinen, wo ihr es nicht mehr schaffen werdet. Wie viel auch immer ihr dort hineingießen werdet, es beginnt, in noch größerem Umfang herauszufließen. Und das war´s.
52. Darum ist dies bloß ein Hilfsmittel. Wasser, Gebet, dies ist bloß ein Hilfsmittel, damit ihr euch mehr oder weniger (besonders in dieser Zeitperiode) in irgendeinem Gleichgewicht halten könnt. Es ist jetzt im Zusammenhang mit dem sich Ereignenden schwer für euch, es aufrecht zu erhalten, aber nichts desto weniger werdet ihr euch dadurch helfen.
53. Nun, hier kann man nichts über den Umfang sagen. Alles kommt schon darauf an, wie ihr miteinander lebt.“
54. „Ich habe verstanden. Danke.“

55. „Wenn ein Bruder in den Versammlungen und in persönlichen Gesprächen oft solch eine Äußerung verwendet: „Ich würde Köpfe abreißen“, war es dann ein Fehler der Einigen-Familie gewesen, dass sie die Frage wegen Grobheit dieser Äußerung nicht gestellt hat?“
56. „Das ist eine grobe Äußerung, die für einen Gläubigen nicht zulässig ist. Nicht zulässig.
57. Wenn nicht darüber nachgefragt wurde, so spricht dies über die Qualität der Gläubigen der Einigen-Familie. Wenn dies keinen beunruhigt hat, so spricht dies über ein niedriges Niveau der ganzen Einigen-Familie.“
58. „Verstanden. In persönlichen Gesprächen hat man ihm das gesagt, und in den Versammlungen ist das Verhalten irgendwie so... Er hat einfach Befürworter. Es gibt doch immer irgendeinen, der sagt: „Was habt ihr an dem Menschen auszusetzen!“, aber jemand anderer meint, dass dies eine Grobheit sei.“
59. „Der Versuch, sich darüber klar zu werden bei irgendeinem negativen Umstand, der zwischen dem einen und dem anderen Menschen als ein Konflikt entsteht, kann elementar so betrachtet werden, als ob der Mensch etwas auszusetzen hätte. Also, ihr habt etwas getan, was ihn verwirrt hat, er versucht, bei euch nachzufragen. Normalerweise wird dies auch so wahrgenommen, als würde man beginnen, an euch etwas auszusetzen. Dies ist eine nicht richtige Reaktion auf eine normale Handlung.“

60. „Guten Tag, Lehrer. Dies ist die Frage einer Frau. Ist die Äußerung: „ Also, geh weg!“ (ohne den Gebrauch von Schimpfwörtern) ein ebenso grober Verstoß wie grobe Schimpfwörter?“
61. „Alles kommt darauf an, wohin sie ihn geschickt hat. „Geh ins Geschäft!“ - nun, so ist es möglich. Obwohl das sowieso etwas grob ist. Warum hat sie nicht gesagt: „Magst du vielleicht ins Geschäft gehen?“
62. Und wenn das negativ gemeint ist, so ist das ebenso eine negative Aussage. Das heißt, etwas Negatives wurde geäußert, ein nicht schönes Bild wurde ausgedrückt. Schimpfwörter wurden nicht benutzt, aber es wurde schon so gemeint... Und es ist schon nicht wichtig, ob der Mensch diese Worte laut ausgesprochen hat oder nicht. Sie klangen im Innern, das reicht.
63. Darum kommt alles darauf an, was grundsätzlich gemeint wird, wenn irgendein Bild angesprochen wird, irgendein Bild gezeichnet wird. Wenn das negativ ist – so ist all das negativ. Nicht wichtig, ob er einen Buchstaben im Satz gebraucht hat, oder den ganzen Satz.“
64. „Nun, auf einen groben Befehl des Mannes hin hat sie es einfach so gesagt...“
65. „Wenn sie gesagt hätte: „Also...“, ohne zu sagen „geh weg“ und weiteres, einfach: „Also...“,  - das ist schon genug. Sie hat geschimpft. Oder hat gesagt: „A...“ - dann hat sie schon geschimpft, unangebracht geschimpft.
66. Ihr seid gewohnt, ein Schimpfwort nur dann wahrzunehmen, wenn es ausgesprochen wurde. Die Schimpferei existiert schon, wenn man daran denkt. Sie existiert, sie formt sich um den Menschen herum. Wenn er dies auf einen anderen Menschen ausrichtet, so läuft dies schon ab, selbst wenn kein Wort erklungen ist.“
67. „Auf der Versammlung hat sie gesagt, dass sie „lass mich“ meinte, weil der Mann ihr auf eine scharfe Weise im Befehlston etwas gesagt hat.“
68. „Wenn sie meinte: „Lass mich“, das heißt „Geh doch beiseite“, so ist dies sowieso etwas grob. Nun, hätte sie gesagt: „Geh, tritt ein wenig zur Seite“. Ihr müsst lernen, milder zu reden, höflicher, gütiger. Das gute Wort scheint euch zu entfallen. Die Höflichkeit und die Güte – das bedeutet, sich auf milde Weise an den Mitmenschen zu wenden.“
69. „Gut, danke. Und noch meine persönliche Frage. Ein Bruder wohnt mit mir im gleichen Haus und bittet darum, dass ich mich bei jeder beliebigen Bitte ihm gegenüber, ihn mit seinem Namen anspreche, ihm in die Augen schaue und „bitte“ sage. Ist es dabei für mich richtig, meine Bitte mit solchen Worten zu äußern: „Du bist ein guter Meister, und keiner außer dir wird Behälter für Wasser herstellen. Kannst du mir diese Behälter herstellen?“ Wird so eine Form der Bitte eine Manipulation sein?“
70. „Und wofür sagst du das?“
71. „Weil es mir mit meinen Bitten nicht gelingt, ihm nahezubringen, dass er etwas für mich macht, mit so viel Mühe macht.“
72. „Ja, genau. Also, du willst dies durch Manipulieren erreichen?“
73. „Na ja, es sieht so aus.“
74. „Du willst dies durch Manipulation erreichen, und dabei fragst du, ob diese Handlung eine Manipulation sei?“
75. „Nun… Handelt es sich um Manipulation?“ (Bei diesen Worten lachten die Zuhörer auf.)
76. „Und was denkst du? Wenn du Worte äußern willst, ist dies das Äußern der Worte?“
77. „Ja.“
78. „Und warum fragst du dann Mich das gleiche?“
79. „Nein, ich weiß einfach nicht, ob dies richtig ist, oder nicht, ihn so zu fragen.“
80. „Dann muss man fragen, ob es richtig sei zu manipulieren. Wir sagten doch: es handelt sich um eine Manipulation. Und wie kann man eine Manipulation noch irgendwie anders nennen?“
81. „Und wie kann ich ihn besser bitten, sodass er mir entgegenkommt?“
82. „Damit er dir unbedingt entgegenkommt?“
83. „Damit er etwas macht.“
84. „Das kann man nicht. Es ist völlig ausgeschlossen, dass er dir unbedingt entgegenkommen muss.“
85. „So entsteht bei mir eine Schwierigkeit im gegenseitigen Verhältnis zu dem Bruder. Ich weiß einfach nicht, wie ich mit ihm kommunizieren soll.“
86. „Willst du ihn unbedingt zwingen? Wenn er nicht kann, nicht will, - nun, dann möge er es nicht machen.“
87. „Ich bemühe mich, mit ihm so umzugehen, wie er...“
88. „Soll ein Gläubiger seinen Mitmenschen nötigen, das zu machen, was er will?“
89. „Nein, das soll er nicht.“
90. „Nun, siehst du, eine einfache Frage, du kennst die Antwort sofort.“
91. „Und wie wäre es besser, mit ihm umzugehen?“
92. „Wie wäre es richtig, ihn zu zwingen, ja?“
93. „Ja“, lächelte der Fragesteller.
94. „Wenn man jemanden nicht zwingen soll... Aber wie kann ich ihn richtig zwingen? Genug, es reicht schon mit dieser Frage.“
95. „Nun gut, danke.“

96. „Lehrer, wie wäre es für mich richtig zu handeln, oder, in welcher Form soll ich es weiter machen, wenn ich gegenüber einer Schwester kein Vertrauen mehr habe, nach ihren gewissen Handlungen, ihren Aussagen und auch ihren Gedankenbildern aufgrund des von mir Gesagtem (ohne bei mir nachzufragen bleibt sie bei ihrer Meinung)? Auf den Versammlungen der Einigen-Familie habe ich gesagt, dass ich das Vertrauen verloren habe hinsichtlich der Worte dieser Schwester . Soll ich weiter etwas unternehmen und auf der Versammlung noch einmal die Frage darüber thematisieren, dass es in der Einigen-Familie nur ein völliges Vertrauen geben kann? Oder dies alles lassen?“
97. „Es wäre schön, dahin zu kommen. Aber ihr werdet nicht sofort ein völliges Vertrauen erreichen können. Das heißt, dies wäre gut, aber es wird nicht gelingen, es sofort zu erreichen.
98. Darum braucht man Geduld und das Vorbild irgendwelcher Leute, Mitmenschen, die schon fähig sind, dies zu bewerkstelligen. Bleibt nicht bei denjenigen stehen, die zurückbleiben. Für sie seid ihr ein Vorbild. Diejenigen, die stärker sind und das Vorbild für die richtige Handlung besser aufzeigen können, gerade vor allem daran soll man sich halten. Nicht von allen auf gleiche Weise eine Bekundung des völligen Vertrauens fordern.
99. Also, man sollte nicht zu viel auszusetzen haben. Wenn du verstehst, dass der Mensch in diesem Fall vorläufig noch nicht ganz richtig reagiert, so heißt das, dass du beim Kommunizieren mit ihm schon vorsichtiger sein wirst, du wirst dich bemühen, ihm weniger Versuchungen zu bringen, um schon nicht derjenige zu werden, der eine Versuchung untergeschoben hat, die nicht in der Kraft des Mitmenschen ist (und er ist deshalb “ausgerutscht, ist gefallen... ist wieder zu sich gekommen – ist schon in Gips“). Damit so etwas gar nicht erst passiert, gehst du schon vorsichtiger mit ihm um.
100. Du aber denkst nicht so: „Was soll ich denn mit ihm so vorsichtig umgehen! Ich muss doch vertrauen, und man muss mir auch vertrauen. Warum tut er das nicht?“ Dies ist schon ein Anspruch. Schon beginnt sich ein Anspruch gegenüber einem anderen zu äußern – warum denn entspricht er nicht den nötigen Parametern! Das ist nicht richtig.“
101. „Noch zur Präzisierung. Angenommen, ich sehe, dass , wenn ich mit der Schwester kommuniziere, so, unabhängig davon, welches Thema ich entwickle, lassen die Ängste der Schwester sie weiter ihre eigene Meinung bezüglich des sich Ereignenden zusammenspinnen. Eigentlich scheint sogar das Kommunizieren seinen Sinn verloren zu haben.“
102. „Dies ist jetzt eine Verallgemeinerung. Du kannst nur über irgendeine konkrete Handlung nachfragen. Lieber nicht irgendein großes Thema aufgreifen.“
103. „Gut. Soll ich bewusst zu dieser Schwester gehen? Früher habe ich sie als Gast besucht.“
104. „Um was zu machen?“
105. „Um mich mit ihr einfach freundschaftlich zu unterhalten, so, wie ich früher mit ihr kommuniziert habe.“
106. „Wenn du bemerkt hast, dass bei so einem Umgang das negative Hinzudenken leicht aufkommt, was absolut nicht dem entspricht, was beim Gespräch gemeint wurde, und der Mensch anfängt, dieses negative Bild beizubehalten, ohne etwas zu präzisieren, ohne irgendwelche Bemühungen anzuwenden, um dieses innere negative Bild wegzuschaffen, dann musst du diesen Umgang beschneiden.
107. Wenn sie fragt: „Warum kommst du jetzt nicht mehr, besuchst mich nicht mehr?“, dann kannst du erklären, warum. Aufrichtig erzählen, dass du einfach keine Versuchung schaffen willst, weil du nichts Negatives meinst, aber siehst, dass sich Negatives bildet, und du möchtest nicht dieses Negative durch dein Kommunizieren mit ihr entstehen lassen. Du willst einfach dem Menschen nicht durch deinen vielleicht ungeschickten Umgang ein Bein stellen.
108. Vielleicht kannst du deine Aussagen nicht richtig gestalten, und der Mensch zieht daraus leicht ein negatives Bild. So sag auch: „Da ich begrenzt denke und nicht fähig bin, gute Aussagen zu formen, schaffe ich wahrscheinlich leicht eine Versuchung. Darum möchte ich nicht die Atmosphäre durch mein nicht normales Kommunizieren verderben“. Führe alles sofort auf dich zurück und zeige, dass du ungeschickt bist und nicht alles verderben möchtest.“
109. „Danke. Ich wünsche Dir Gesundheit!“

110. „Lehrer, treffe ich die richtige Wahl, wenn ich mit Kindern arbeite und die meisten meiner Kräfte dieser Tätigkeit widme? Ich bin verantwortlich für die Organisation des Kindergartens und der Schule, und deswegen gelingt es mir nicht, alle Regeln der Einigen-Familie zu erfüllen (zum Beispiel, einmal innerhalb von drei Monaten zur Bergsiedlung hochzugehen, so, wie es nun festgelegt ist, oder zum Dienst in der Kapelle während des Schulbetriebes. Ich kann dies nur im Sommer irgendwie nachholen).“
111. „Wenn ein objektiver Grund dies nicht zulässt, dann gibt es hier keinen Verstoß.
112. Wenn man dich von irgendeiner Tätigkeit ablenken will, um dich irgendwohin zu schicken, dann muss man hier schauen, was tatsächlich vor sich geht, was sich für ein Verlust ergibt. Ihr besprecht das alle zusammen. Wenn es keinen besonderen Ausfall gibt, bist du damit einverstanden, dass man dich schickt.
113. Oder man kann sehen, dass es nicht gelingt, dich gehen zu lassen, und dich selbst irritiert es insofern, als dies für dich vielleicht ein Verlust ist, dass du nicht gehen kannst. Nein, es gibt in diesem Fall keinen Verlust, wenn es eben so ist.“
114. „Nun, danke. Die Einige-Familie gestattet mir, dies zu unterlassen. Und zweitens... Ich organisiere außerdem die Kinderliturgie (ich helfe dem Priester, ich organisiere die Kinder). Bei uns geht dies nun so vor sich, dass sofort nach der Liturgie der Erwachsenen die Kinderliturgie beginnt, und ich kann nicht immer zur Liturgie der Erwachsenen kommen...“
115. „Dies ist auch nicht schlimm. Die Liturgie mit Kindern ist auch eine Liturgie.“
116. „So ist es möglich? Das wäre alles.“
117. „Wenn sich die Kinder ebenso wie die Erwachsenen bemühen, all dies auszudrücken, so ist dies dasselbe, es gibt da keinen Unterschied.“

118. „Lehrer, lieber Freund, ich kann schon viele Jahre nicht in den Versammlungen sein, die mit der Thematisierung von Situationen moral-ethischen Charakters verbunden sind. Bei mir setzt eine psychologische Schwierigkeit ein, ich beginne an Kopfschmerzen, Herzklopfen und Schwindel zu leiden. Und ich stehe leise auf und verlasse die Versammlungen. Und neulich sagte mir ein Bruder: „Und warum überwindest du dich nicht? Bemühe dich, unterstütze deinen Gebetszustand, sei auf den Versammlungen“. War diese Weisheit richtig?“
119. „Zu versuchen, alle diese inneren negativen Folgen mit Hilfe des Gebetszustandes zu überwinden?“
120. „Ja, durch Willenskraft, Kraft des Geistes sich zu zwingen, auf der Versammlung zu sein. Ordnung und Disziplin zu unterstützen, Emotionen gerade durch die eigene Geisteskraft zu ebnen.“
121. „Wir sprechen darüber, dass solche Versammlungen dazu berufen sind, euch zu helfen, um zu lernen, einander zu verstehen, eure eigenen Fehler zu verstehen, eure Mitmenschen zu verstehen, weil sich hier irgendwelche Seiten eurer Mitmenschen öffnen, die ihr nicht kennen konntet. Und wenn ihr diese Seiten kennenlernt, öffnen sich bei euch in breiterem Maße die Möglichkeiten, um euren Nächsten Hilfe zu leisten, indem ihr irgendwelche Nuancen, die mit ihren Besonderheiten verbunden sind, schon kennt.
122. Wenn all dies im Ganzen berufen ist, euch zu einer Verbesserung der gegenseitigen Verhältnisse zu führen, zum Aufbau des notwendigen Vertrauens, aber dann diesem aus dem Weg zu gehen – das kann man überhaupt nicht als positiv bezeichnen.
123. Also, etwas stört, um in dem allen aufzugehen. Vielleicht irgendeine verschleppte Schwäche, die, indem sie sich immer mehr formt, euch unfähig macht, etwas zu tun (und das ist in der Regel das erste, das, was häufig passiert). Dann muss man sich natürlich daraufhin bemühen, sich richtig in Ordnung zu bringen, um an dieser Versammlung richtig teilnehmen zu können.
124. Ihr müsst lernen, an der Versammlung teilzunehmen, sich nicht in solchen Versammlungen anzustrengen, lernen, einfacher zu betrachten, mit Vertrauen, mit Lächeln, sich nicht voreinander fürchten. Denn wenn ihr Angst voreinander habt, beginnt mehr Aggression, Unzufriedenheit aus euch herauszuströmen. Und das ist natürlich nicht gut. Das schafft eine schwierige Welle und kann die Psyche leicht überlasten, leicht, das heißt, dies macht euch verletzbarer.
125. Es wäre schön, so etwas zu vermeiden. Besonders zu dieser Zeitperiode (Ich betone mehrmals immer diesen Umstand, er ereignet sich wirklich). Und von Jahr zu Jahr werdet ihr ein wenig anders, milde gesagt, als in der Zeit vorher.
126. Und auch in euch gehen bestimmte ernste Prozesse zur Veränderung eures Wesens vor sich. Ihr werdet nun immer größere Belastungen auf eure Psyche erleben, dies hat gewissermaßen einen Einfluss auf die Physiologie.
127. Also, eure Lebensordnung wird immer extremer, aber ein wenig anders als das, was außerhalb der Gemeinschaft vor sich geht. Eure extremen Verhältnisse sind milder, sie schaffen die maximal günstigen Möglichkeiten, um sich in die bessere Richtung zu verändern.
128. Drumherum von dem gibt es das nicht. Dort entsteht eine ernste psychologische Anspannung, aber keiner trifft die richtigen Entscheidungen. Und auf der gewohnten Bahn geht unter Beschleunigung eine ernste innere Zerstörung vor sich, die Selbstzerstörung des Menschen. Aber alle erleben jetzt die Belastung, und die Belastung wird stärker.
129. Erinnert euch an die von Mir längst schon gesagten Worte: diesen Weg kann nur der Gläubige bewältigen, die übrigen werden keine Kräfte haben, um dies zu schaffen, ihre Kräfte werden dafür nicht ausreichen.
130. Nur die Gläubigen werden die Möglichkeit haben, sich an die nötigen Orientierungen richtig festzuklammern, die nötigen “Bojen“ ergreifen. Nicht den ersten besten Strohhalm ergreifen, sondern die richtig fixierten “Bojen“. Ihr werdet euch festklammern, euch  über Wasser halten und versuchen, euch weiter zu bewegen.
131. Also, ihr habt etwas, woran ihr euch halten könnt. Darum, wenn ihr viel versäumt, ist das natürlich ein Fehler. Dann wird das Auftauchen immer schwieriger und schwieriger werden.
132. Also, bemüht euch, solche Umstände zu besiegen. Und versucht, auf den Versammlungen zu bemerken, inwieweit bei euch eine psychologische Belastung entsteht, wie groß die Anspannung ist. Vielleicht ist es notwendig, dass ihr einfach aufsteht und irgendein fröhliches Lied singt, um die Atmosphäre zu entspannen. Einfach so: „Lasst uns mal singen, Leute!“ - und ihr singt mit Lächeln irgendein scherzhaftes Liedchen, erzählt irgendeine lustige Geschichte. Das ist alles, ihr habt Ablenkung... „Mögen wir jetzt fortfahren“.
133. „Also, dies alles ist zulässig. Solche einfachen Übungen sind auf der Versammlung zulässig. Hauptsache – lasst nicht so eine komplizierte, ernste Anspannung entstehen. Ihr gebt ihr leicht nach, und es wird überhaupt nicht einfach, die Versammlung zu führen. Darum lernt zu spaßen und ebenso auch auf eure eigenen Fehler mit Humor zu schauen, wenn jemand sie auf der Versammlung betrachtet.
134. Es kommt vor, dass, wenn ihr seht, dass man eure Schritte betrachten wird, oder sogar, wenn ihr während der Versammlung plötzlich erfahrt, dass man beabsichtigt, irgendwelche eurer falschen Handlungen zu betrachten, so könnt ihr euch sofort stark anspannen und große Angst davor bekommen. So muss man das mit Humor anschauen können, leicht und mit dem richtigen Begreifen, dass dies doch prima ist, dass man nur eure Fehler betrachten werde. Dies ist doch eine wunderbare Möglichkeit für euch, jetzt sofort etwas zu verstehen.
135. Hauptsache, ihr habt im Gedächtnis: wenn man von eurem Fehler ausgeht, so kann es sein, dass ihr euch wirklich völlig falsch verhalten habt. Lasst einfach zu, dass ihr einen Fehler gemacht habt.
136. Euer hauptsächlicher Fehler besteht darin, dass, wenn man versucht, euch auf euren Fehler hinzuweisen, bei euch schon die innere Einstellung vorhanden ist, dass ihr alles richtig gemacht habt, und dass man euch nicht versteht. Und obwohl dieser Gedanke nicht ausgesprochen wird, habt ihr im Innern schon diese Einstellung. Darum spannt ihr euch sofort an. Es sieht so aus, als ob man sich bemüht, euch bei etwas zu ertappen, was ihr sozusagen verbrochen habt, somit sind es irgendwelche Feinde, sie versuchen, euch umzuwerfen, euch ein Bein zu stellen; ihr steht gut, und man bemüht sich, euch irgendwie zu brechen.
137. Also, bei euch entsteht eine Reihe von negativen Gedankenbildern in Bezug auf das sich Ereignende. Dies wird natürlich noch mehr Anspannung mit sich bringen.  Euer  in fernen Zeiten eingelegtes Programm wird eingeschaltet: “um euch herum sind Feinde“.
138. Wenn der Mensch unter extremen Verhältnissen lebt, kann er leicht anfangen, die umgebende Realität als eine aggressive Realität wahrzunehmen, wo man stets auf der Hut sein muss, ansonsten wird man “aufgefressen“. Das heißt, wie in einem Dschungel, wie die Tiere: hat einer irgendwo etwas nicht bemerkt – so wirst du gefressen.
139.Aber ihr lebt in einer anderen Welt. Und ihr beginnt, diese neue Welt immer mehr zu formen, zu verbessern, zu festigen, zu erweitern. Und in dieser Welt soll es auch  diejenigen nicht geben (eigentlich gibt es sie hier nicht), die euch “auffressen“ möchten.
140. Darum muss man lernen, einander zu vertrauen, keine Angst voreinander zu haben, euren Nächsten erlauben, in Bezug auf euch einen Fehler zu machen. Sie können euch aus Trägheit auch sehr aggressiv überfallen, um zu klären, warum ihr da euren Kragen hochgeklappt habt, und sie werden ihr Gesicht verziehen, als ob ihr die ganze Nation verraten hättet und so weiter.
141. Nun, das ist auch normal. Nun, ihr habt gefehlt, ja, habt hochgeklappt... vielleicht habt ihr wirklich die ganze Nation verraten. „Na, vergebt mir, Freunde, grob bin ich noch, schwach. Ich werde mich anstrengen, alles richtig zu machen.“
142.  Betrachtet es einfacher, lasst euren Fehler zu, und alles wird bei weitem  leichter verlaufen. Wenn ihr aber beginnt zu meinen, dass ihr recht habt, aber man fällt hier über euch irgendwie ungerecht her, - das war´s, in diesem Fall ist eure Aggression unvermeidlich. Ihr beginnt, euch zu verteidigen, und alles wird sich wie immer ergeben, so, wie es auf dieser Erde Jahrtausende vonstatten ging. Man muss sein Verhalten ändern.
143. Das ist für heute alles. Ich wünsche euch Glück. Bis zum nächsten Treffen.“

Girlande

Kapitel  5

1. Am zweiundzwanzigsten Juni gab der Lehrer im Haus von Vadim einer jungen Frau namens Kim ein Interview, einer Frau, die mit ihrem zehnjährigen Sohn aus Österreich nach Sibirien gekommen war. Kim drehte einen Film für den australischen Kanal SBS. Sie sprach Russisch.
2. Hier einige Momente dieses Treffens...
3. „Als Journalistin habe ich viele schreckliche Ereignisse in der Welt gesehen. Ich habe Filme über das Leben in Afghanistan gedreht, über Menschen, die in vielen Teilen der Welt in Armut leben. Oft habe ich Filme über Alkoholismus, Drogenabhängigkeit, Aids, Nuklearkatastrophen, Kriege gedreht. Oft habe ich mir Gedanken über die Zukunft der Menschheit gemacht. Nun habe ich einen Sohn, er ist zehn Jahre alt. Ich bin etwas beunruhigt hinsichtlich Zukunft. Was meinen Sie, gibt es einen Grund für diese Beunruhigung?“
4. „Es gibt einen sehr ernsten Grund. Die Menschengesellschaft in der Art, wie sie jetzt existiert, darf nicht bestehen bleiben. Sie ist in ihrem Wesen unharmonisch, sie lässt  es nicht zu (entsprechend den Gesetzen, wonach sie besteht), dass sich der Mensch normal entwickelt.
5. ...Das Gesetz der Entwicklung – das ist die Fähigkeit des Menschen, mit anderen Menschen umzugehen. So umzugehen, dass das Zusammensein für sie immer angenehm ist, so, dass sie immer weiter miteinander verkehren wollen. Das ist die Fähigkeit, die umgebende Realität so wahrzunehmen, dass sich die Natur neben so einem Menschen entwickelt, nicht aber verlöscht. Hierin verbergen sich die Gesetze der Entwicklung.
6. Und Gebete, Riten, von denen die Religion begleitet wird, -  das sind zusätzliche Erscheinungen. Die mag es geben, oder auch nicht. Nicht darin liegt der Sinn.  Der Sinn besteht darin, wie der Mensch seinen Nächsten wahrnimmt, wie er sich bemüht, ihm zu helfen, wie er lernt, Freund für ihn zu sein.
7. Die Mitmenschen zu lieben heißt, für die Mitmenschen Freund zu sein. Sich nicht einfach begeistern, so, wie man üblicherweise denkt. Die Liebe, man ist verliebt... Das ist sozusagen damit verbunden, dass man sich für einen anderen Menschen, den man liebt, begeistert. Hier handelt es sich aber um eine etwas andere Variante der Bekundung.
8. Die geistige Liebe ist das ewige Streben, sich um die Mitmenschen zu sorgen, für sie nützlich zu sein. Du denkst immer daran: wie kannst du für sie nützlich sein. Und dabei lernst du schon, alles richtig zu machen.
9. ...Letztendlich ist die normale Gesellschaft auf der Erde – eine Familie von Menschen. Einfach eine große Familie. Die Menschen haben keine Grenzen (Grenzen sind eine riesige Dummheit), sie haben keine unterschiedlichen Sprachen (hierzu besteht keine Notwendigkeit), sie haben einfach das einige Verständnis, dass sie eine Einheit, eine Ganzheit sind.
10. Dann formt sich bei ihnen ein einiges Feld des Bewusstseins, das vor ihnen unglaubliche – so kann man sagen – Möglichkeiten für das heutige Begreifen des Menschen eröffnet. Doch dafür braucht man das einheitliche Feld des Bewusstseins. Das ist nur dann möglich, wenn alle Menschen auf gleiche Weise einander völlig vertrauen und keine Angst voreinander haben. Nur dann ist dies möglich.
11. Ohne dieses sind die Menschen verurteilt. Das heißt, es handelt sich um eine nicht harmonische Gesellschaft, wo ihre Mitglieder voreinander Angst haben. Wenn sie voreinander Angst haben, werden sie sich wegen irgendeiner möglichen Hinterlist gegenseitig verdächtigen, bei der Wahrscheinlichkeit, dass da irgendeine Gefahr hervorgerufen wird. Und sie werden sich bemühen, immer daran zu denken, wie sie sich vor ihren Mitmenschen schützen können. So, wie es jetzt auch vonstatten geht.
12. Solange das Niveau der technischen Entwicklung nicht groß ist, kann man das noch irgendwie ebnen. Aber man kann nicht ewig die wissenschaftlich-technische Entwicklung bremsen, der Mensch entwickelt sich ungeachtet dessen, und der rapide Aufschwung auf diesem Gebiet (was nun vor sich geht, in der letzten Zeit) wird die Menschen unvermeidlich zur Selbstzerstörung führen. Unvermeidlich.
13. Das heißt, was zur Zeit besteht, hat kein Recht auf weitere Existenz. Denn so einen Schaden, den der Mensch jetzt verursacht, kann ein Tier nicht verursachen.
14. Folglich muss man eiligst die Sicht auf die ganze Realität ändern. Nicht wirtschaftliche Auswege suchen: wie man ernähren kann, wie man irgendwo irgendetwas bauen kann... Das ist diesbezüglich nicht das Notwendige, das ist wiederum nur ein Spiel. Ein Spiel, das vom Hauptsächlichen wegführt.
15. Man muss die inneren Werte neu einschätzen, verstehen, wofür der Mensch  generell geboren ist. Nämlich darin besteht der Sinn. Der Mensch ist nicht zufällig geboren, er ist nicht zufällig erschienen. Er ist für eine bestimmte, sehr wichtige Handlung geboren. Dieses Ziel muss man jetzt begreifen, es richtig verstehen.
16. Ich bin bereit, darüber zu berichten, gäbe es aber nur diejenigen, die wünschen, dies zu hören.“
17. „Wie kann man all diese Tragödien, die sich immer öfter auf der Erde ereignen, vermeiden? Haben Sie hier die Gemeinschaft dafür gegründet, damit die Menschen diese Probleme vermeiden?“
18. „Diese Probleme kann man nur dann vermeiden, wenn eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten geformt wird. Diejenigen, die diese Gemeinschaft richtig formen können, sind fähig zu versuchen, maximal diesen Tragödien, die die übrige Gesellschaft begleiten, zu entgehen.
19. Doch dies alles ist nicht sehr einfach. Denn dann muss der Lehrer unbedingt neben ihnen sein. Sobald sich irgendeine Gemeinschaft zu formen beginnt, stößt man dort unvermeidlich auf einfache Alltagsfragen. Es müssen zusammen ihre Arbeitstage und die ihrer Erholung irgendwie organisiert werden, ihre gemeinsamen Bemühungen in irgendeine Richtung gebildet werden, das heißt, bei ihnen entsteht eine Menge an verschiedenen Aufgaben, wo sie unvermeidlich zu streiten beginnen. Und wenn sie schon zu streiten beginnen, so ist irgendeine Autorität notwendig.
20. Wenn diese Autorität ein Mensch ist, verstehen folglich alle, dass er sich auch irren kann. Und dann ergibt es sich so: Lohnt es sich denn, alle Bemühungen in jene Richtung anzuwenden, die fehlerhaft sein kann? Es wird ebenso eine andere Autorität entstehen, welche beginnen wird, die Gesellschaft zu spalten. Wenn es zwei oder drei Autoritäten geben wird, so werden sie unvermeidlich anfangen, diese Gesellschaft zu spalten.
21. Das heißt, es ist dasselbe, wie einst in der Schrift der Gläubigen über das Erscheinen von zwei Königen in einem Reich gesagt werden musste: Wenn sie erscheinen, wird das Reich unvermeidlich zerfallen. Es kann nur einen Regierenden geben. Das heißt, sozusagen eine Quelle, nach der man sich auszurichten sucht. Sie muss unbedingt nur eine einzige sein.
22. Diese Besonderheit ist vor allem gerade mit dem Menschen verbunden. Der Mensch hat eine spezifische Besonderheit – er nimmt die ihn umgebende Realität nicht rein vernünftig wahr, er ist nicht fähig, sie nur bloß vernunftmäßig wahrzunehmen. Er nimmt die Ereignisse vor allem mittels seiner Gefühle wahr.
23. Daher begreift er Gehörtes und Sichtbares nicht immer völlig nüchtern. Er sieht es vor allem so, wie er sich dem gegenüber mit seinen Gefühlen verhält. Wenn es ihm nahe ist, beginnt er es zu verteidigen, auch wenn er dabei manchmal sogar irgendwelche Dummheiten aussprechen kann. Und es ist möglich, dass er nicht einmal bemerkt, dass er Dummheiten ausspricht, weil er das Bedürfnis verspürt, das zu verteidigen, was ihm lieb ist.
24. Und diese Gefühlsanhänglichkeiten sind bei den Menschen unterschiedlich. Darum teilen sich die Menschen leicht untereinander und beginnen, absolut unterschiedliche Phänomene heftig zu verteidigen, sogar ohne sich Mühe zu geben, das nüchtern einzuschätzen, was sie zu verteidigen suchen.
25. Darum ist es für den Menschen eine nicht einfache Aufgabe – das aufzugreifen, was als die Wahrheit  anzunehmen ihm bevorsteht. Er braucht eine nicht geringe Zeit, damit er, während er sich innerlich ändert, anfängt, unausweichlich das Richtige der Ereignisse zu begreifen. Nur infolge der Entwicklung öffnet sich beim Menschen die Möglichkeit, dies besser und richtiger zu sehen.
26. Darum ist der Lehrer natürlich wichtig, damit man diese Lebensfragen, die sich in dieser Gemeinschaft zu formen beginnen, immer lösen kann, und man muss die Antworten der Wahrheit  zu hören bekommen, weil dies alles mit den Gesetzen der Entwicklung des Menschen verbunden ist.
27. Hier kann man die Dinge schon nicht mehr so lösen, wie es einem einfällt, man darf sie nur richtig lösen. Und eine Regel für alle kann nur der Lehrer geben, das heißt, die Autorität soll ideal sein, weil sie nicht bestritten werden darf.
28. Wenn man sie zumindest nur ein klein bisschen anzweifelt, so ist eine Spaltung nicht vermeidbar. Das Erscheinen unterschiedlicher Meinungen – erneut Spaltung, wieder können sich die Menschen nicht vereinigen.
29. Darum ist die Notwendigkeit des Erscheinens des Lehrers einfach völlig natürlich. Dies ist wie eine rationale Notwendigkeit, eine vernünftige Notwendigkeit. Das heißt, das ist das einzige, was notwendig ist, um den Menschen aus dem herauszuführen, wo er sich jetzt befindet.
30. Und natürlich musste sich zu dieser Stunde auch eine andere Kraft darum kümmern, dass die Menschen nirgendwo hinkommen können. Darum fürchten die Menschen Autoritäten sehr stark (das heißt, es gibt zu viel Negatives über verschiedene Autoritäten), sie haben Angst vor Autorität.
31. Aber man kann nicht auf demokratische Weise zur Wahrheit  kommen. Dies ist grundsätzlich unmöglich. Es ergibt sich so, dass in der Gesellschaft die Gesetze so festgelegt werden, dass sie dem Menschen die Möglichkeit entziehen, die Wahrheit  zu finden. Das heißt, es ist maximal alles getan, damit sich die Menschen nicht aus der komplizierten Situation herauswinden können.
32. Aber dies ist berücksichtigt. Darum besteht so eine Bedingung nicht (wie Ich schon sagte), eine maximale Anzahl von Menschen auf der Erde zu retten, nein. Erforderlich ist eine notwendige, günstige Menge, damit dennoch die Basis gelegt werden kann. Und diese Menge gibt es. Diese Menschen leben schon nach den notwendigen Regeln.“
33. „Apropos, ich war in der Sowjetunion. Zum ersten Mal war ich in Moskau im Jahr 1990.
Ich besuchte die Sowjetunion gerade zur Zeit ihrer Spaltung und sah, dass meine Freunde sich verloren fühlten, sie wussten nicht, woran sie glauben sollten. Die einen meinten, sie sollten den christlich-orthodoxen Glauben annehmen, die anderen fanden die Hare-Krishna-Bewegung... Alle suchten etwas. Ihre Nachfolger (ich habe mit ihnen gesprochen), unter ihnen auch Vadim, sagten, dass sie zu jener Zeit auch gesucht haben, sie suchten die Wahrheit.
34. Sie sind in dem Moment gekommen, wo das existierende Lebenssystem im Land zerstört war, Unordnung herrschte. Warum war gerade dieser Moment für ihr Erscheinen günstig?“
35. „Die günstigsten Verhältnisse formten sich im Laufe von vielen Jahrhunderten. Es wird nicht gelingen, zu ergreifen und extra an irgendeinem Ort im letzten Moment die günstigen Verhältnisse für irgendeine Rettung zu schaffen. So geht es nicht.
36. Wenn es vor allem um Menschen geht (die Basis soll nämlich vor allem aus Menschen bestehen, nicht aber aus Gegenständen, die man sammeln und anderswo hinstellen kann), so ist es nötig, dass eine bestimmte Gesellschaft anfängt, die günstigsten psychologischen Eigenschaften zu haben, um die Wahrheit  anzunehmen und zu beginnen, sie durchzusetzen.
37. Und es war längst vorauszusehen, wie das Ereignis geschehen wird, wie der Mensch sich formen wird, wie sich seine Psyche verändern wird. Es war ursprünglich klar, dass diese Formung hier günstig vor sich gehen wird, in dieser Gegend.
38. Darum wurde der Mensch zu dieser Stunde ohne Zwang (denn ein direktes Einmischen in das Leben des Menschen darf nicht sein: der Mensch muss die Freiheit der Wahl haben), also ohne Zwang zu bestimmten Bemühungen bewegt, zu Verwirklichungen, Formungen, welche diese günstige Basis schaffen.
39. Hier war der Glaube ausreichend gefestigt – im Rahmen der orthodoxen Kirche. Aber wenn sie sich erhalten hätte ( für sich genommen brachte sich dieser Glaube schon recht stark in Misskredit, obwohl es noch viele interessante Menschen gab, aber der Glaube erreichte schon sein kritisches Stadium), so konnte doch diese fanatische Haltung, die der traditionellen Kirche eigen war, stark hindern (hätte vielleicht sogar das sich Ereignende sehr beträchtlich behindern können). Dieses System sollte zerbrechen. Zudem hätte es in  normaler Art und Weise sowieso nicht mehr bestehen können, es war schon veraltet.
40. Deshalb musste eine Reihe von Ereignissen geschehen, Ereignisse, die sehr vieles durchstreichen mussten, um, bildlich gesprochen, den Boden, die Erde, so neu zu pflügen, damit der Boden bereit wurde, neue Samen aufzunehmen. Dieser Boden musste vorbereitet werden.
41. Und eine Reihe von Ereignissen ging vonstatten, die all dies sehr stark durcheinander brachte, auf ihre Weise schrecklich. Aber dies war unvermeidlich und notwendig.
42. Es entstand die Situation, wo nach der Zerstörung der Kanons, die sich in Russland vor der Revolution gefestigt hatten, nun andere Kanons festgesetzt wurden, die der wahren Formung ebenfalls im Wege standen. Aber sie sollten es  dem Menschen ermöglichen, im Laufe der Zeit den Durst in Richtung Wahrheitssuche zu verspüren.
43. Und dann sollte der Zeitpunkt kommen, wo diese freie Suche zugelassen werden konnte. Gerade in dem notwendigen Moment.
44. Und da stürzten sich alle ins Suchen, sie verspürten Durst. Es war nicht einfach nur deswegen, weil man nichts zu tun hatte, sie hatten Schwierigkeiten: die Lebensmittel reichten nicht aus, man musste vor den Geschäften Schlange stehen... Man musste sozusagen auf der Suche nach Lebensmitteln losstürzen. Aber sie rannten woandershin. Selbst wenn es von all dem, so wie früher, nicht genug gab, stürzten sie sich in Richtung Kenntnisse. Zu irgendwelchen besonderen Kenntnissen, wo solcher Mangel im Innern sozusagen sehr stark gefühlt wurde.
45. Dabei handelt es sich um eine günstige Möglichkeit, die Wahrheit  anzunehmen. Aber genauso ist dies eine günstige Möglichkeit, das nicht Wahre anzunehmen. Und insgesamt wurde man mit sehr Vielem überschüttet, weshalb es zu einem großen Durcheinander kam. Vieles gab es, was zu traurigen Folgen führte. Doch das war unvermeidlich. Aber es war die einzige Voraussetzung, wo die Wahrheit  wie ein Same vom Boden aufgenommen werden konnte.
46. Und natürlich (Ich wiederhole das nochmals) war es notwendig, dass in der Gesellschaft das freie Predigen erlaubt wurde. Ansonsten wäre dies sehr schwer zu machen gewesen.
47. Insofern sollte dies nur zur notwendigen Stunde einsetzen, nicht früher. Früher hätte dies nicht gelingen können. Die Menschen selbst hätten dies sehr stark behindert. Und so geschah auch all dies zur notwendigen Stunde. Darum konnte dies in den 90-er Jahren beginnen.“
48. „Schade, dass die meisten Menschen dies nicht hörten, sie dachten nur an das Materielle.“
49. „Das hat sich während der Jahrtausende gebildet. Den Menschen ist eine starke Angst eigen, die Sorge darum, wie man am nächsten Tag weiterleben kann. Und dies versteht der Mensch am besten – das Handeln, irgendwelche große materielle Werte erlangen, sich dadurch sozusagen das künftige Dasein sichern.
50. Aber das ist niemals gelungen. Und selbst, wenn die Menschen etwas zusammensparen konnten, wurden sie nicht glücklich.“
51. „Mein Sohn und ich sind auf sehr langem Weg hierher gereist, um Sie zu treffen. Er hat mich gefragt, wer Sie sind, warum man so weit fahren muss, um Sie zu sehen, und was es Wichtiges bei Ihnen gibt. Wie kann ich dies dem zehnjährigen Jungen erklären?“
52. „Auf keine Weise, - lächelte der Lehrer. - Nur so, wie er es sehen, fühlen kann – das reicht, mehr ist nicht nötig.
53. Das heißt, hier darf man nicht das Wichtigste vergessen: wenn der Mensch das Erscheinen der Wahrheit  fühlt, so wandelt sich sein Leben. Bei ihm setzt eine riesige Unruhe darüber ein bezüglich dessen, was er tut: ist es vielleicht an der Zeit, alles zu ändern, abrupt zu ändern?
54. Und wenn er es nicht ändern wird, wird es ihn stark beunruhigen. Er kann sich allmählich beruhigen, ohne etwas geändert zu haben, aber dies bedeutet, dass er das verloren hat, wozu er aufgerufen wurde. Er hat es verloren, er degeneriert, er hört auf, dies zu fühlen.
55. Darum, wenn er etwas Wichtiges fühlt, so wird er alles ändern müssen. Alles loslassen und sein Leben ändern. Und dafür muss der Mensch bereit sein. Darum soll kein anderer, einer, der dafür noch nicht reif ist, all dies fühlen.
56. Darum möge er es so sehen, wie er es kann. Und das ist alles, nichts weiter.“
57. „Ja, das ist sehr interessant, aber dies ist natürlich schwierig: er ist zehn Jahre alt, und er versteht kein Russisch. Aber das ist eine sehr interessante Erfahrung... In der Gemeinschaft gibt es sehr viele Kinder, und auch Sie haben Kinder. Sie sind unsere Zukunft. Was meinen Sie, welche hauptsächlichen Werte sollen wir unseren Kindern beibringen?“
58. „Die Kinder von der Information in der Gesellschaft wegzureißen, völlig abzuschneiden, ist sehr schwer. Das heißt, bei uns wird so ein Ziel nicht gestellt – die Gemeinschaft vom umgebenden Raum völlig zu isolieren. Das wird schwierig sein.
59. Man kann eine sehr kleine Menschengruppe isolieren, aber dies wird keine Basis für die Zukunft sein. Hunderte, Tausende Menschen kann man nicht isolieren. Und folglich ist der Kontakt mit einer bestimmten Information, die der umgebenden Gesellschaft eigen ist, unvermeidbar.
60. Der Kontakt wird vor sich gehen, und diese Information wird erscheinen, und das Kind wird wählen müssen. Darum muss man ihm ohne Zwang das Richtige des Lebens, des Weges insgesamt aufzeigen. Aber weiterhin wird das Kind mit der anderen Information konfrontiert werden, und dabei wird es schon nur von ihm abhängen, welche Wahl es treffen wird.
61. Daher erkennen diejenigen, die eine größere Reife haben, schnell das Richtige. Diejenigen, die weniger reif sind, brauchen die Bewegungen, hierhin, dorthin: um das eine und  das andere zu versuchen, sich zu quälen, zu leiden, aber allmählich zu etwas sehr Wichtigem heranzureifen.
62. Deshalb müssen die Kinder die Gesetze erlernen, die sie untereinander verbinden. Sie müssen kommunizieren können. Das heißt, es wäre gut, ihnen schon in der Kindheit in der Schule zu erklären, wie man richtig auf diese oder andere Äußerungen seiner Nächsten reagieren soll, wie man Situationen, wo ein Streit entstanden ist, richtig betrachten und thematisieren soll.
63. Also, dies alles ist mit den Gesetzen der Entwicklung verbunden. Man muss lernen, auf all dies richtig zu reagieren. Sie lernen das hier, sie versuchen es. Deshalb führen sie schon viele Versammlungen so durch, wie viele Erwachsene das noch nicht können. Dies kann schon ein Vorbild sein.
64. Also, sie lernen, richtig zu klären, sie lernen, aufrichtig ihre Schwächen, ihre Fehler einzugestehen. Wenn ein Kind schwach wurde, so gesteht es: „Ja, ich hatte nicht recht“. Diese Fähigkeit zu gestehen, ist für Kinder sehr wichtig. Weil sie die Neigung haben, sich zu verteidigen und immer zu sagen: „Das war ich nicht, das war ich nicht“.
65. Diese Fähigkeit ist sehr wichtig, wo sie Reue zeigen können, im Nachhinein letztendlich um Verzeihung bitten können bei denjenigen, die sie  gekränkt haben. So ein Ergebnis der Versammlungen ist sehr wichtig. Aber man muss sich um all dies regelmäßig kümmern und versuchen, ihnen dies nahezubringen.
66. Natürlich wäre es besser, dass man den Kindern in den Schulen das kreative Schaffen beibringt. Nicht Informationen eingeben, die mit Krieg verbunden sind. Es wird gesagt, dass, wenn sie solche Information nicht kennen, so könnten sie angeblich wiederum leicht ohne diese Kenntnisse leicht dazu kommen. Das ist nicht wahr, das ist ein nicht richtiges Verständnis.
67. Umgekehrt, je mehr Information über negative Bekundungen der Gesellschaft sie kennen, umso mehr beginnen sie das zu lernen. Sie eignen sich negative Erfahrung an, sie behalten so etwas und beginnen, sie zu nutzen.
68. Wenn irgendwo jemand irgendwohin geraten ist, indem er nicht gute Taten vollbracht hat, dann entsteht nur das Verständnis, dass er ungewollt dorthin geraten sei, derjenige aber, der dies erlernt hat, der werde nicht dorthin geraten, denn er würde klüger sein. Die Information über negative Erscheinungsformen bringt nicht das bei, was beizubringen wünschenswert wäre. Es ist besser, nur das kreative Schaffen zu erlernen und auf die Information, die mit Kriegen, mit dem Negativen verbunden ist, zu verzichten.
69. Es möge besser so sein, dass, wenn die Kinder Geschichte durchnehmen, dass sie die Daten, die Errungenschaften, die mit der schöpferischen Seite der Gesellschaft verbunden sind, behandeln, nicht aber die mit der zerstörerischen Seite. Was zu der einen oder anderen Zeitperiode erschaffen wurde – das muss man sie lernen lassen, erlernen, kreativ zu gestalten.
70. Weil der Hauptwert des Menschen in der Fähigkeit liegt, schöpferisch zu sein. Mit seinen Händen zu schaffen, mit seiner Stimme. Diese poetische Besonderheit des Menschen, seine schöpferische Besonderheit – das ist sein höchster Wert, der wichtigste Wert. Er soll gerade dank dieses Wertes die ihn umgebende Welt der Materie verändern.
71. Und alles übrige, was damit verbunden ist, entwickelt den Menschen nicht. Es bringt ihn durcheinander, führt ihn weg, schafft falsche Ziele, falsche Interessen, Sorgen, aber dies alles ist nicht das Richtige.
72. Das ist ein inhaltsloses Spiel, es lässt nicht zu, dass sich der Mensch formt. Er wird nicht erfüllt sein, er entwickelt sich nicht. Er versucht, das Seine zu befriedigen, aber er bleibt im Leben unglücklich, er wird nichts haben.“
73. „Ich habe in der Welt viel Leiden gesehen. Hungrige Kinder, Flüchtlinge in Afghanistan, Naturkatastrophen... Was meinen Sie, warum lässt Gott all dies zu?“
74. „Gott kann dies nicht zulassen und nicht verbieten. Weil Sein Wesen sich nicht so aktiv in das Menschenleben einmischt. Es handelt sich hier um ein Niveau von solch einer Feinheit und so einer komplizierten Struktur der Informationsfelder, was grundsätzlich vom Bewusstsein des Menschen nicht wahrgenommen werden kann.
75. Der Mensch kann Stimmen hören, kann mit einem Bewusstsein kontaktieren, das seinem Bewusstsein ähnlich ist. Selbst wenn die Entwicklung dieses Bewusstseins tausendfach das menschliche Bewusstsein übertrifft, doch wenn es der Struktur noch ähnlich ist, kann der Mensch diese Information wahrnehmen. Das heißt, er kann mit der Welt des Weltalls, mit Vertretern anderer Zivilisationen, Kontakt haben.
76. Aber warum kann er keinen Kontakt mit Gott haben? Weil es sich nicht um ein ähnliches Bewusstsein handelt, sondern um ein Über-Bewusstsein. Es hat eine andere Struktur. Deshalb kann der Mensch in Wirklichkeit Gott nicht hören. Gott kann nicht mit ihm kommunizieren. Mehr als dies, Der Vater sieht den Menschen nicht so, wie dies der Mensch möchte. Gott hat nicht solche Augen, wie sie der Mensch hat.
77. Also, der Mensch ist es gewöhnt, angenehmer zu denken, nämlich dass Gott ihn beobachtet. Hier sieht Er: „Ah, hier laufen Kinder... hier, da gehen sie... da fällt eines“, - auf solche Weise macht Er sich sozusagen Sorgen um Seine Kinder.
78. Aber dies ist Ihm nicht eigen. Er hat keine Emotionen. Dies ist eine Erscheinung ganz anderer Art. Weil mit Emotionen kann nicht alles, was auf der Erde vor sich geht, wahrgenommen werden: das würde verbrennen.
79. Erstens, es handelt sich um Naturemotionen, sie können außerhalb der Erde nicht gebildet werden. Es handelt sich um eine Naturerscheinung, ein Natur-Informationsfeld. Und solche Emotionen gibt es auch bei Tieren; die des Menschen jedoch sind komplizierter. Sie sind nur einem Naturorganismus eigen.
80. Wenn Gott keinen festen Naturkörper hat (Er hat keinen), so kann Er folglich diese Emotionen nicht haben. Das heißt, Er nimmt den Menschen anders auf.
81. Der Vater gibt dem Menschen das Leben und die Gesetze, die der Mensch begreifen soll, und der Mensch soll die richtigen Schritte machen. Er kann den Menschen nicht dazu bewegen, richtig zu handeln.
82. Der Mensch verspürt in seinem Innern irgendeine Stimme (das heißt, die Stimme besteht nicht einmal aus Worten, sondern sie ist wie die Stimme des Gewissens), er fühlt in irgendeinem Moment, dass es nicht gut wäre, so zu handeln, so, wie sich ihm gerade eine Möglichkeit eröffnet. Und er hat die Wahl – es zu tun oder zu lassen.
83. Tut er etwas nicht Gutes, so schaltet er unvermeidlich die Naturgesetze ein, wo dasjenige unbarmherzig vernichtet wird, was diese Gesetze zerstört. Also, der Mensch schaltet selbst die Gesetze ein, und er soll unvermeidlich mit dem Verlauf der Folgen dieser Veränderungen zusammenstoßen.
84. Darum hungern die Kinder nicht grundlos. Ihnen werden ihre Eltern zugeführt, ihnen wird die Gesellschaft zugeführt, die keine richtigen Schritte machen will. Also eine ganze Reihe an Ereignissen... Die Menschen selbst – indem sie darauf verzichten, etwas richtig zu machen – aktivieren diese Gesetze, die diese schwierigen Folgen entstehen lassen.
85. Aber die Menschen selbst gehen beharrlich dorthin. Der Himmel kann ihnen nicht zurufen: Halt! Wo geht ihr hin?! So kann es nicht sein. Selbst wenn dies sogar so geschehen würde, so würde man sich erschrecken, man würde etwas anhalten können, aber dies ginge bei ihnen weg, und sie liefen aufs neue dorthin, wohin sie laufen möchten.
86. Also, sie leben unter Verhältnissen, wo sie durch Angst festgehalten werden. Das sind keine normalen Verhältnisse. Es handelt sich um eine unvernünftige Existenz. Um das niedrigste Niveau der Existenz, wo der Mensch von seiner Angst geleitet wird. Nicht von einem Begreifen des Richtigen, sondern von Angst. Dies gehört nicht zu Gott, niemals leitet Gott die Menschen durch Angst.
87. Und es stellt sich heraus, dass alles, was man jetzt beobachten kann, das Ergebnis der Tätigkeit des Menschen ist, von der er zwangsweise nicht fortgeführt werden kann. Es kann einfach nicht sein, es ist unmöglich, ihn davon wegzuführen.
88. Er bekommt immer Hinweise. Jeder Mensch, der in schwierige Verhältnisse gerät, fühlt einen Hinweis in sich, dass er dorthin nicht gehen soll. Jeder beliebige Mensch.
89. Sei es eine Katastrophe, oder irgendwo eine Flugzeugunglück, alle ohne Ausnahme fühlen einen Hinweis: man  soll nicht fahren. Aber sie fahren. Warum? Sie beweisen sich selbst, dass sie dies machen müssen, dass dies alles Unsinn sei, dass alles gelingen werde. Und sie fahren. Und sie kommen “erfolgreich“ um. Aber jedermann von ihnen wurde gewarnt: man solle es nicht tun.
90. Das ist die Besonderheit des Menschen. Wenn ihm gesagt wird: „Nicht klettern. Todesgefahr“, - er klettert, weil es für ihn interessant ist. Es scheint ihm, dass nichts Schlimmes passieren werde, er werde nicht umkommen.
91. Und das ist eine traurige Erscheinung. Das ist eine Unvermeidlichkeit, von welcher der  Vater den Menschen nicht befreien kann. Ansonsten müsste das als eine gewaltsame Einmischung in das Menschenleben verstanden werden. Aber das ist nicht möglich, dies widerspricht allen Grundlagen des Seins, der Harmonie.
92. Zudem, wenn der Mensch eine Tragödie erlebt, so hilft ihm dies oft, eine richtige Entscheidung zu treffen, seine Weltanschauung zu ändern. Oft gibt ihm dies die Möglichkeit zu beginnen, etwas in sich anders einzuschätzen.
93. Nun müssen wir die Seele erwähnen. Es handelt sich bei dem unzerstörbaren Wesen der Seele des Menschen um etwas, das die Erfahrung seiner Lebenstätigkeit ansammelt. Diese Erfahrung kann nur der Mensch selbst ändern, von außen kann diese Erfahrung nicht geändert werden.
94. Aber diese Erfahrung beginnt, sich bei einer neuen Verkörperung im Leben des Menschen auszuwirken, das heißt, er beginnt, eine innere Neigung zu etwas herauszubilden, und diese beginnt, den Menschen dazu zu veranlassen, sich in irgendeine Richtung zu bewegen.
95. Das heißt, es wäre falsch zu denken, dass einige Kinder als talentiert geboren werden, die anderen, warum auch immer, aber nicht. Nein, ursprünglich waren alle Kinder gleich zur Welt gekommen, mit den gleichen Starteigenschaften.
96. Das Phänomen aber, dass sich nun talentierte und untalentierte zeigen, das hat mit der Erfahrung zu tun. Dies beweist nochmals, dass der Mensch mehrmals auf die Erde zurückkehrt und diese Erfahrung bei ihm bleibt.
97. Also, es kommt vor, dass sich eine derartige negative Erfahrung ansammelt, wo zu sehen ist, dass der Mensch selbst bei einer neuen Verkörperung nicht imstande sein wird, diese in die richtige Richtung zu bringen. Er wird in Verhältnisse geraten müssen, die ihn zwingen werden, diese negative Erfahrung auszumerzen.
98. Das heißt, die Kinder geraten in schwierige Umstände... Dies von außen zu beobachten, ist traurig. Aber wenn dies aus der Sicht des Gesetzes betrachtet wird, ist darin eine günstige Notwendigkeit zu ersehen. Wenn die Emotion abgeschaltet wäre, und man nur auf das Gesetz und auf die Folgen schauen würde (gerade das zu betrachten, was in seinem Inneren vorgeht), so wäre zu erkennen, dass ihm dies von Nutzen ist, dass ihm dies in seiner Entwicklung hilft.
99. Dies nivelliert bei ihm irgendwelche negativen Abweichungen, verbrennt sie in diesem Leben. Und wenn er auch sogar seinen Körper früh verlässt, aber einige seiner negativen Veranlagungen verschwinden, die sich bei seiner weiteren Verkörperung schon nicht mehr stark auswirken. Das heißt, etwas Günstiges hat sich in seiner Entwicklung eingestellt.
100. Es ergibt sich somit, dass dies alles von der Position der Wahrheit aus nicht so anzusehen ist, wie mit den Augen der Menschen. Es tut dem Menschen leid, es muss ihm leid tun, er muss mitfühlen. Er hat dieses Gefühl dafür, damit er, wenn er dies sieht, nach Kräften und Möglichkeiten in sich sucht, um die Situation zu ändern.
101. Aber dies sind gerade die Aufgaben des Menschen – zu sehen und zu lösen, seine Wahl zu treffen, inwieweit aktiv er sich bemühen wird, sein Leben zu verändern... Oder er wird sagen: „Ich kann nichts tun, dies steht nicht in meinen Kräften. Ich werde das machen, was ich gewohnt bin“. Nein, jedermann kann vieles ändern, man muss nur seine Sache auch tun.
102. An sich zu glauben, ist sehr wichtig. Kein einziger Mensch ist zufällig auf dieser Erde. Viele können Vieles ändern.“
103. „Mein Sohn lernt in Österreich die christliche Glaubenslehre. Die meisten Menschen dort sind Katholiken. Er war sehr interessiert, als ich sagte, dass wir Sie besuchen werden, und dass Sie Christus sind. Er fragt: wenn Sie die Wiedergeburt von Jesus seien, ob Sie dann etwa Angst vor einer erneuten Kreuzigung hätten? Dies ist bestimmt eine dumme Frage, aber sie wird von dem Zehnjährigen gestellt. Er wollte, dass ich diese Frage stelle.“
104. „Nichts wiederholt sich. Alles geschieht immer anders.
105. Wenn das Wort Gottes kommt, so kommt Es immer bei schwierigen Umständen. Man rettet nämlich diejenigen, die sich irren, nicht aber diejenigen, die gedeihen. Das heißt, nur bei schwierigen Verhältnissen zu kommen. Schwierige Verhältnisse schaffen natürlich auch eine Menge an Gemütsbewegungen, die in so einem Fall unvermeidlich sind.
106. Aber wenn das Wort Gottes kommt, vollzieht Es vor allem Sein Werk, ohne daran zu denken, womit das enden kann. Das kann nicht bestimmend sein.
107. Das heißt, wenn ein Mensch zur Welt kommt, beginnt er Luft einzuatmen, ohne daran zu denken, dass er in irgendeinem Moment nicht richtig einatmen würde und den Lungen etwas passieren könnte. Er atmet einfach, weil er das Bedürfnis zu atmen hat. Er atmet und lebt.
108. Ebenso auch das Wort Gottes. Wenn Es kommt, so kommt Es, um zu wirken, um die Wahrheit zu geben. Es kann nicht anders. Was auch drohen mag, was auch ringsum geschehen mag, es wird nicht anders sein, das ist das Wesen des Lehrers. Er kommt und gibt.
109. Wenn man nimmt – so freut Er sich, wenn man nicht nimmt – so ist Er traurig. Es ist Ihm unmöglich, nicht zu geben, Er ist berufen zu geben, das ist Sein Leben. Und komme, was da wolle.“
110. „Mein Sohn hat auch gefragt, ob es beim ersten Mal weh getan hat? Können Sie sich daran erinnern?“
111. „Wird damit die weit entfernte Zeit gemeint? Nein, Ich erinnere mich nicht, das kann man nicht behalten. Dies wäre sehr schwer, wenn man es behalten müsste. Deswegen muss man den Körper wechseln.
112. Der Körper soll in der Gesellschaft zur Welt kommen, wenn etwas erfüllt werden muss. Das ist dafür notwendig, damit der Körper, während er sich in dieser Gesellschaft formt, die Gesetze der Gesellschaft in sich aufnimmt, sich auf der Ebene  dieser Gesellschaft formt. Und dann ist es leichter, das nahezubringen, was das Wort beinhaltet. Das heißt, Ich kann mit den Menschen verständlich kommunizieren. Dafür ist eben dieser neue Körper notwendig.
113. Nicht mit dem vorherigen Körper erscheinen. Zudem, mit ihm kann man nirgendwohin weggehen, er wird in der anderen Welt nicht gebraucht. Darum, wenn man in einem neuen Körper kommt, verschwindet alles, diese Erinnerungen des alten Körpers.
114. Das eigene Wesen bleibt. Aber die Details dieser Gemütsbewegungen, die einstmals  vorhanden sein konnten, sollen nicht erhalten bleiben. Sie sammeln sich auch ohnedies in nicht geringem Maße an, doch wenn zusätzlich noch die Last der früheren Sorgen getragen werden müsste, wäre das sehr schwer. Dann wäre es sehr kompliziert, im Körper zu verweilen. Dann wäre es besser, ihn sofort wieder zu verlassen, - lächelte der Lehrer. - Weil nur im Körper solche Emotionen erlebt werden können.“
115. „Er fragte noch: wie Sie nach dem Tod zurückgekehrt seien?“
116. „Aber es gibt doch keinen Tod. Nur der Körper verschwindet. Der Körper stirbt, der Mensch verlässt diesen Körper, und das ist alles.
117. So, wie dies bei jedem Menschen vor sich geht. Der Körper stirbt, der Mensch kann danach von außen auf sich schauen, lächeln. Aber dies ist schon ein anderer Zustand. Es handelt sich um eine normale Erscheinung für den Menschen. Es gibt keinen Tod, man braucht keine Angst davor zu haben.“
118. „Und können Sie Wunder bewirken?“
119. „Es sollen keine Wunder bewirkt werden! Es werden jetzt schon genug Wunder auf der Erde veranstaltet. Viele tun es. Man kann es sehen, sich wundern, sich begeistern. Aber Ich darf ihnen nicht ähnlich sein. Ich bin in meiner Art einzigartig. Warum soll Ich mich nach ihnen richten? Nicht nötig. Lieber wirke Ich keine Wunder.
120. Das hauptsächliche Wunder ist, dass Ich die Lehre gebe, das Gesetz eröffne. Was kann damit verglichen werden? Dies ist das Allergrößte, was der Mensch braucht. Die übrigen Wunder... der Mensch wird selbst einmal lernen, diese Wunder anzuwenden.
121. Dabei handelt es sich auch um Gesetze, die der Mensch vorläufig noch nicht kennt. Aber er wird sie kennenlernen, und er wird sie nutzen. Dies wird dem Menschen immer eigen sein. Also, ihm steht noch bevor, dies zu erlernen.“
122. „Gut. Mein Sohn fragt noch: ob Sie auf dem Wasser laufen könnten? Er liest die Bibel...“
123. „Nun, wenn es damals notwendig war, darauf zu gehen... Wenn es nötig sein wird, werde Ich gehen. Aber Ich sehe es nicht als notwendig an. Wahrscheinlich kann Ich es vorläufig noch nicht.“
124. „Er fragt noch: warum Sie diesmal zurückgekehrt sind? Ob Sie damals etwas versäumt hätten?“
125. „Die Lehre war nicht gegeben. Es blieb damals nur der Aufruf zurück – eine allgemeine Schilderung über Gott. Und jetzt muss schon mitgeteilt werden, wie man die Gesetze der Liebe erfüllen kann.
126. Zu sagen „liebt einander“, sagt beinahe nichts. Und irgendwer kann darin sogar einen negativen Sinn sehen. Nämlich mit “untereinander lieben“ kann einer auch sexuelle Beziehungen, alles, was einem gerade gelegen kommt, meinen. Also alles, was einem einfällt, was damit verbunden ist, entsprechend seiner Erfahrung, all dies kann er unter diesen Worten verstehen.
127. Es ergibt sich so, dass es nicht genug ist zu sagen – liebt einander. Es reicht nicht zu sagen – seid demütig. Es reicht nicht aus. Es muss erklärt werden, wie man in dem einen und anderen Fall handeln soll, damit gerade dies unter Liebe zu verstehen ist, damit gerade dies Demut ausmacht. Und solche Fragen gibt es zu Tausenden.
128. Darum muss die Lehre gegeben werden. Jetzt wollen alle allgemeinen Aufrufe erklärt werden, die einst nur als eine allgemeine Orientierung den Menschen zurückgelassen wurden, als eine gewisse Vorstellung von etwas Neuem, Besonderem, Interessantem.
129. Die Lehre soll erst jetzt eröffnet werden. Sie soll dann eröffnet werden, wo bei den Menschen bedingt die gleichen Möglichkeiten entstehen, diese anzunehmen. Es gibt sie nun, diese Umstände. Sie sind spezifisch, aber sie sind immerhin gleich.
130. Das heißt, jedes Volk kann damit in Berührung kommen. Ich bin bereit, dies allen zu erklären. Diese gleichen Umstände sollen am Ende der Zeiten zur Verfügung gestellt werden. Nicht aber, dass dies das Eigentum nur irgendeines einzigen Volkes ist.“
131. „Sehr schön. Und die letzte Frage. Nicht viele in Australien wissen etwas über Sie. Wollen Sie Australien besuchen? Wenn ja, dann warum? Und worüber werden Sie dort sprechen?“
132. „Meine Wahrnehmung der Realität unterscheidet sich von der des Menschen. An sich interessiert Mich kein einziger Ort auf der Erde. Und Ich werde dann dorthin reisen, wenn es dort Wünschende gibt, die das hören möchten, was Ich habe.
133. Wenn es sie gibt, komme Ich gerne und erzähle. Aber Ich fahre vor allem zu diesen Menschen, nicht zu einem Ort.
134. Ich kann irgendwelche Schönheiten auf dieser Erde bewundern. Aber Ich habe keinen Wunsch, sie zu sehen, das heißt, Ich habe kein Streben, sie anzuschauen, Mich zu ihnen hinzubewegen. Sie interessieren Mich nicht.
135. Also, die Erde selbst, in dieser Hinsicht, wie dies dem Menschen interessant ist, interessiert Mich nicht. Aber der Mensch interessiert Mich. Der Mensch selbst. Darum, wenn er dieses Interesse hat, komme Ich immer mit Bereitschaft zu ihm.“

Girlande

Kapitel  6

1. Der dreißigste Juni. Das Treffen mit dem Lehrer im Tal der Verschmelzung.
2. „Hat es sich um eine Forderung gehandelt, meine Frau ein zweites Mal zu bitten (am nächsten Tag nach dem ersten Mal), dass sie Klavier mit einem Bruder spiele, einem Saxophonisten? Dabei wurde betont, dass der Bruder mit der Hoffnung zum Bauen unseres Hauses gekommen war, um gemeinsam zu musizieren, - wenn meine Frau bei der ersten Bitte sagte, sie sei müde?“
3. „Hast du sie gebeten, oder hast du es gefordert?“
4. „Ich habe sie gebeten.“
5. „Dann ist nicht klar, warum das für eine Forderung gehalten wird, worum du gebeten hast. Es handelt sich um eine Besonderheit der Erscheinung, die als Forderung bezeichnet werden kann. Und hinsichtlich dessen, was du fragst, ist nicht klar zu erkennen, was in Wirklichkeit geschehen ist.
6. Es kommt dir so vor – als ob du gebeten hättest, ein anderer Mensch sagt – du hättest gefordert. Und warum er gedacht hat, dass du forderst – ist nicht klar. Es gelingt nicht, eine Frage zu stellen. Du fragst sozusagen: „War das, worum ich gebeten habe, eine Forderung?“ Und wie kann man dies bei so einer Frage bestimmen?
7. Deine Frage „War es eine Forderung, falls ich...“ - und zu bestimmen, wie du gefragt hast, mit welcher Intonation oder sonst einem Druck, oder wurden irgendwelche Worte gesagt, an denen gerade eine Forderung abgelesen werden konnte. Ansonsten hat es sich so ergeben: „Spiele bitte mit dem Bruder“ - und ob dies eine Forderung war? Du hast sozusagen in der Weise gefragt, und dies passt auch in deine Frage hinein. Aber dies kann keine Forderung sein.
8. Oder: „Geh mal bitte mit dem Bruder spielen“ - das ist auch eine Bitte, aber sie ist schon grob, sie ist schon nicht richtig. Aber dies bezieht sich auf eine Bitte. Du sagst also: „Ich habe gebeten“, aber wie du  das gemacht hast – darüber wurde nichts gesagt.“
9. „Es geht darum, dass ich auf die erste Bitte erwidert habe, dass ich nicht könnte, ich sei sehr müde, ich hätte weder die Kräfte noch die Stimmung dazu“, schaltete sich die Ehefrau in das Gespräch ein.
10. „Nun, verstanden. Und die zweite Bitte, wenn sie nach fünf Minuten wiederholt wurde – so ist das unangebracht. War es aber am nächsten Tag, so hast du dich in dieser Zeit erholen können.“
11. „Ich war aber so müde, dass ich mich auch am nächsten Tag nicht erholt hatte.“
12. „Und woher wusste er das?“
13. „Ich habe auch am nächsten Tag gesagt, dass ich nicht könne.“
14. „Nun, und woher kommt dann die Forderung? Wer hat vorgebracht, dass dies eine Forderung sei, oder dass es keine sei?“
15. „Und er hat dann schon am nächsten Tag gesagt: „Der Mensch ist gekommen, um uns am Bau zu helfen. Warum kannst du nicht? Was gibt es da bei dir für eine Wand?“ Ich aber habe gesagt: „Ich kann jetzt nicht.“ Sollte ich mich überwinden und mit Überwindung spielen?“
16. „Nein, wenn du nicht kannst, so kannst du auch nicht. Und was weiter?“
17. „Eben, ich wollte ja auch fragen.“
18. „Nun, ihr habt es doch besprochen. Und bei wem entstand der Anspruch, dass dies eine Forderung sei? Oder ihr fragt euch einfach selbst, ob ihr den Bogen nicht überspannt habt, indem man den anderen so etwas gefragt hat?“
19. „Ja, bei uns ist sozusagen  ein unangenehmes Gefühl geblieben. Und es bedrängt mich, dass ich nicht folgsam war.“
20. „Nein, das ist so möglich. Was jetzt beschrieben wurde, ist eine zulässige Erscheinung, es gibt hier keinen Verstoß. Nun, das einzige vielleicht, dass der Mann nicht unbedingt nachfragen sollte, was für eine Wand denn da sei, wenn du schon gesagt hattest, dass du nicht kannst.
21. Obwohl so eine Frage dann möglich ist, wenn man voraussetzt, dass sich bei dir vielleicht irgendeine Einstellung einschaltet, die dich hindert, etwas zu tun, was seiner Ansicht nach günstig wäre. Und dann hätte durch diese Frage die Möglichkeit entstehen können, etwas zu klären und – wenn dies bei dir eine fehlerhafte Einstellung sein würde – zu versuchen, sie wegzuschaffen.
22. Aber wenn du sagst: „Ich bin müde“, dies bezieht sich nicht auf eine Einstellung, so etwas ist möglich. Der Mensch ist müde, und ihm fällt es schwer, sich schöpferisch irgendwie zu äußern.“
23. „Und wenn ich gehorcht hätte, wäre dann vielleicht meine Müdigkeit verschwunden?“
24. „Kann sein. Ich weiß es nicht. Man kann sich nur durch seine Handlungen davon überzeugen.“
25. „Eine weitere Frage. Meine Frau hatte zwei Tage lang schlechte Laune wegen meiner folgenden Bitte: „Es müssen fünf Reihen im Kartoffelbeet gejätet werden, ich muss schon mit dem Anhäufeln beginnen.“ In meiner Intonation hört sie oft einen Befehlston, den ich nicht bemerke. Wäre es richtig, dass ich zusammen mit ihr an meiner Intonation arbeite? Ist es möglich, bei einem wahrscheinlichen Misserfolg, Bitten schriftlich zu äußern?“
26. „Dies ist das, wozu ihr fähig sein müsst, so etwas zusammen lösen zu können: warum scheint der Ton wie ein Befehl zu sein? Und wie wäre es richtiger? Wobei ihr seht: vielleicht ist es wirklich nötig, etwas an sich zu ändern. Aber es ist das, wo ihr zusammen ins Reine kommen müsst, ihr sollt irgendwie besprechen, was bedrängt. Was gerade konkret bedrängt. Um zu versuchen, das zu betrachten wäre, und wie es besser wäre, und wie dies als akzeptabel angesehen wird, welche Worte wären ihr ihrer Ansicht nach mehr gelegen.
27. Aber es handelt sich darum, wo ihr miteinander kommunizieren können müsst und diese Varianten finden sollt. Es ergibt sich so, dass du weiterhin aufgrund des ungelösten Problems fragst: Und musste damals vielleicht etwas zusammen unternommen werden? Aber ursprünglich hat sich bei eurer Kommunikation etwas nicht richtig gestaltet, das ist vorläufig noch nicht gelöst. Gerade das müsst ihr lösen.“
28. „Wenn ich auf seine Frage: „Was hat dich denn angespannt?“ antworte: „Die Stimme, die Intonation“, ist es dann zulässig, so etwas zu sagen? Oder sollte ich sagen: „Nichts besonderes, ich arbeite einfach an mir“? “- trat die Frau wieder ins Gespräch ein.
29. „Die Stimme ist nicht eindeutig ein Verstoß. Du kannst sagen: „Ja, mir schien die Stimme irgendwie so... sie hat mich bedrängt. Aber ich verstehe, dass ich dumm bin und deine Handlungen nicht richtig wahrnehme. Darum möchte ich jetzt an mir arbeiten. Beachte es einfach nicht. Nun, deine Frau ist halt so begriffsstutzig. Ich versuche, mit mir zurechtzukommen.“ Hast du nicht versucht, es so zu machen? Nun, versuch es, das ist nützlich.
30. Sag du: „Na, wie du willst. Du kannst mich natürlich auch anschreien, das ist normal. Ich verstehe – du liebst mich, du bist mein Freund. Ich bemühe mich, dein Freund zu sein. Mich verwirrt es einfach, es ist für mich ungewohnt, dass man mich anschreit. Nun ja, ich verstehe, dass deine Stimme einfach laut ist, das ist bestimmt normal“.
31. Wo ist also euer Versuch, so eine demütige Lösung der Situation zu finden? Euch bedrängt jede Dummheit.
32. Er kam auf dich zu, brüllte dir ins Ohr, und du bist aufgesprungen, hast den Löffel fallen lassen (du hast gegessen und dich beinahe verschluckt) – dann, was soll´s, kann man das betrachten: er hat hier übertrieben, warum auch immer. Obwohl, vielleicht hat er auch nur so gespielt. Und da kann man schon denken, dass er keine böse Absicht hatte. Nun, er hat auf so eine Art gespielt, er war ausgelassen, der “Kleine“.
33. Siehst du, da kann man schon lächeln. Und ihr geratet sofort vorschnell in Anspannung und ertappt ihn bei der Spionage zugunsten Amerikas.“

34. „Guten Tag, Lehrer. Kann ein Priester einen Psalm in die Liturgie einbringen, den er für schön und erhaben hält, wenn wegen der komplizierten Melodie oder des schwierigen Chorsatzes nicht alle Leute der Gemeinde mitsingen können?“
35. „Wenn es sich nur um diesen Grund handelt, dann ist es möglich. Und haben sich die Menschen beklagt, dass sie nicht alle mitsingen konnten? Sie können doch auch still für sich mitsingen. Es ist doch nicht unbedingt nötig, dass alle genau den Psalm mitsingen, alle, die in den Raum kommen, gleich gut mitsingen können, still für sich oder mit Stimme.
36. Wenn man still für sich mitsingt, dann ist es eigentlich nicht wichtig, ob es gelingt, irgendeine Tonart zu erfassen oder nicht.
37. Wenn der Mensch nämlich irgendein Kunstwerk aufnimmt, betrachtet, so kann er dies alles nicht immer wiedergeben. Aber er nimmt es mit Genuss wahr, er lernt etwas. Darum, wenn dies von dem Standpunkt aus betrachtet wird, dass es ein schöner Psalm sei, aber es gelinge nicht allen, etwas wiederzugeben, so ist das nicht schlimm. Das Schöne – es lehrt, es führt einen mit sich.
38. Oder es kommt jemandem schön vor (solche Klangfolgen), aber die anderen Fachleute sehen – etwas verwirrt sie, es ist irgendwie  zu kompliziert, sie finden es nicht schön. Dann ist dieser Punkt schon strittig, wo man die Zulässigkeit, so einen Psalm einzuführen, betrachtet.“
39. „Hier ist es vielleicht mehr damit verbunden, dass, wenn es viele solche schöne, aber komplizierte Psalmen gibt, so wird bei den Menschen die Möglichkeit geringer werden, selbst zu singen. Dann hören sie mehr zu, und es ergibt sich sozusagen so ein Konzert für geistiges Singen. Dies bedrängt mehr.“
40. „So etwas ist auch möglich. Dies ist immerhin möglich, wenn dies zu etwas Schönem gehört. Schönes lehrt/erzeugt Schönes, das heißt, der Mensch folgt dem Schönen, er strebt nach diesem Schönen. Wenn etwas nicht gelingt, beginnt er allmählich gemäß seinem Streben, etwas immer besser zu machen. Es gelingt nicht sofort, aber es fängt an, allmählich zu gelingen.
41. Man kann nicht so einen Psalm wählen, der für alle gleichermaßen passt. Darum ist so eine Herangehensweise möglich, dabei ist nicht eindeutig irgendeine Fehlerhaftigkeit, eine Unzulässigkeit zu sehen.
42. Wenn aber zum Beispiel ein Psalm so schwierig ist, dass ihn nur ein Mensch singen kann, alle übrigen aber versuchen irgendwie, Laute zu äußern, alles unpassende Töne, dann hat man vielleicht schon übertrieben. Dann ist der Autor einfach genial, aber ein wenig seiner Epoche voraus (um ein Jahrhundert), und entsprechend ihren Stimmeigenschaften sind die Menschen einfach noch nicht imstande, diese Töne nachzubilden, er kann sie nur allein wiedergeben.
43. Nun, möge er mal allein singen, ist auch zulässig, dass es solche Varianten in der Harmonie gibt... Alle haben sich gewundert, standen schweigend da, erhaben gestimmt, aber keiner war fähig, etwas davon wiederzugeben. Dann endet natürlich die Epoche der Psalmen: der Komponist ist gestorben – und Ende, es gibt keine Psalmen mehr.“
44. „Ist es zulässig, hier irgendein Maß zu bestimmen? Zum Beispiel, dreißig Prozent schöne Psalmen, die aber nicht von den anderen mitgesungen werden können...“
45. „... und siebzig Prozent – unschöne, aber die durchaus wiederzugeben sind?“
46. „Ja, siebzig Prozent, angenommen alte Psalmen, die alle kennen.“
47. „Nein, so nicht. Ihr schafft etwas Gutes, Harmonisches, es soll doch so sein, vor allem soll es euch leiten. Gutes, Harmonisches, Schönes, das einen erhabenen Zustand hervorruft, - dies möge auch das Maß sein. Normal.“
48. „Es gibt schöne Psalmen, die...“
49. „... immerhin, nachdem man sie eingeübt hat, wiedergegeben werden können? Das ist normal.“
50. „Und selbst, wenn die meisten Psalmen in der Liturgie so sein werden, ist das normal?“
51. „Nicht schlimm, ja. In der Liturgie singt hauptsächlich der organisierte Chor. Alle übrigen haben die Möglichkeit, daran innerlich teilzunehmen, zu versuchen, innerlich mitzusingen, möge es auch vielleicht nicht ganz genau sein. Das ist zulässig, wenn man versucht, innerlich für sich mitzusingen. Aber mit der Seele verschmilzt man mit dem schon sich ereignenden Sakrament, das harmonisch, organisiert und schön ist.“
52. „Verstanden. Ist die Meinung, die man auf einer Versammlung geäußert hatte, richtig, nämlich dass die größte Gefühlsöffnung der Seele nur von denjenigen Psalmen hervorgerufen wird, in denen diese Worte wiederholt werden: „Lob sei Dir, Gott“, „Ich liebe Dich, Gott“, doch die Psalmen mit anderen Äußerungen, die auf das Göttliche und Erhabene ausgerichtet sind, bei weitem weniger die Gefühlswelt öffnen?“
53. „Nein, dies ist damit überhaupt nicht verbunden. Gott ist in allem. Gott ist in allem, was mit der Harmonie verbunden ist. Darum, bei jeder Erwähnung der Harmonie erwähnt ihr gewissermaßen den Vater.“
54. „Ist die auf der Versammlung geäußerte Meinung richtig, dass der Priester lieber fünfzig Prozent der Psalmen eben mit solchen Äußerungen einführen soll, wo diese Äußerungen mehrmals wiederholt werden und dieses Gefühl des sich an Gott Wendens unterstützen?“
55. „So lässt man sich schon mitreißen, das ist der Versuch, auf etwas Einfaches und Harmonisches sehr kompliziert zu schauen. Das heißt, hier bekunden sich bei euch die natürlichen, menschlichen Besonderheiten, wo immer die Neigung vorhanden ist, sich gegenüber etwas sehr Einfachem sehr kompliziert, sehr verwickelt hinzubewegen. Das ist wiederum ein Versuch, das zu verkomplizieren, was sehr einfach ist.
56. Schönheit ist einfach. Sie ist genial und einfach. Sie muss leicht zugänglich sein, um sich ihr anzunähern und um sie leicht zu verstehen.
57. Vielleicht gelingt es nicht immer, sie wiederzugeben, aber das muss man lernen. Dafür organisiert ihr euch, ihr steigert eure Möglichkeiten, Fertigkeiten, ihr lernt und wachst bis zu dem Schönen hinauf. Es wird dann zugänglich, ihr werdet dies leicht wiedergeben können. Aber ihr werdet dies lernen.
58. Aber dies ist schon eine komplizierte Herangehensweise – in Prozenten zu bestimmen, welche Worte zu wiederholen sind und welche nicht. Es handelt sich nicht um irgendeine Magie, wo irgendwelche Worte in irgendeiner Reihenfolge unbedingt ausgesprochen werden müssen, und dann wird irgendwo ein Krug zerspringen.“
59. „Habe ich es richtig verstanden, dass nicht unbedingt ein Liturgie-Psalm direkt zu Gott und ein direkter Lobpreis sein muss? Kann es solche Psalmen geben, die die Göttliche Welt, oder die Gefühle des Menschen, der diese Welt berührt, gefühlsbetont beschreiben?“
60. „Das ist mir jetzt nicht klar. Ob es reicht, einfach Gefühle des Menschen im Psalm zu beschreiben?“
61. „Der Mensch, der das Göttliche berührt.“
62. „Also erwähnt ihr immerhin das Göttliche?“
63. „Ja, ja, natürlich.“
64. „Nun, eine beliebige Erwähnung des Göttlichen ist schon gut.
65. Wenn ihr meistens einfach eure Gefühle äußert: „Das da tut mir gut, so ist es mir angenehm, es ist so wunderbar...“, und so singt ihr, singt, und irgendwo am Ende sagt ihr noch ein wenig über Gott, so rühmt ihr dann eher euch selbst, eure Gefühle.
66. Darum, das Wichtigste bei einem Psalm ist das, wo ihr Göttliche Sakramente berührt und die Freude, die ihr eben gegenüber diesem Göttlichen Sakrament zur Erscheinung bringt, gegenüber dieser Göttlichen Harmonie.
67. Also (wir wiederholen nochmal), ein Psalm ist der Versuch des Menschen, Gott zu preisen, Gott seine Dankbarkeit auszudrücken. Das ist das Grundlegende beim Psalm. Die Menschen gestalten dies organisiert zusammen, sie bemühen sich, dies schön zu gestalten, wobei sie sich auf die schöpferischen Besonderheiten, Eigenschaften, die sie haben und zu entwickeln suchen, stützen, und jedes Mal gelingt es ihnen, dies besser und besser zu bewerkstelligen.“
68. „Ist es zulässig, dass die Kinder in der Kinderliturgie im Kreis einige Psalmen singen, indem sie einander an den Händen halten und sich langsam (oder in einem normalen Tempo) im Kreis bewegen, wobei sie mit den Armen Bewegungen ausführen? Zum Beispiel heben die Kinder sie gen Himmel, oder sie reichen sich gegenseitig die Hände.“
69. „Das ist möglich.“
70. „Kann man, indem man einen neuen Musiksatz für einen alten Psalm gestaltet, ein Wort , oder mehrere, wenn diese nicht besonders gelungen waren, austauschen, nachdem dies mit dem Autor und dem Priester besprochen wurde?“
71. „Natürlich.“
72. „Und wenn mehrere Menschen der Gemeinschaft dadurch irritiert sind, dass einige Psalmen verändert wurden?“
73. „Hier handelt es sich wieder um eine komplizierte Herangehensweise, eine nicht richtige.
74. Ihr führt doch, soweit ihr imstande seid, allmählich zu etwas sehr Schönem. Insofern könnt ihr, nachdem ihr etwas festgesetzt habt, dies durchaus aufs Neue betrachten und noch verbessern. Ihr entwickelt euch doch immer mehr, und der Autor hat das Recht, ein beliebiges Werk aufs Neue zu schreiben, zu verändern, es noch interessanter zu gestalten. Dies ist zulässig.“
75. „Und wenn die veränderten Werke in diesem Fall jemanden bedrängen, und irgendwem kamen sie nicht besonders gelungen vor, was soll man dann machen? Soll man die Meinung der Mehrheit über diese Veränderung befragen, oder reicht es, dass dies von den Priestern und dem Chor entschieden wird?“
76. „In diesem Fall treffen die Priester natürlich die letzte Entscheidung und gewissermaßen die Fachleute auf diesem Gebiet (Musik, Singen). Darum kann man nachfragen, und der Mensch soll seine Argumente nennen. Es ist nicht genug zu sagen “nicht gelungen“. “Nicht gelungen“ ist mit etwas verbunden, mit einem konkreteren Problem.
77. Angenommen, diese Worte sind in der Folge mit dem nächsten Wort irgendwie für die Zunge sehr schwierig auszusprechen, es ist sehr schwer, von einem Wort zum anderen zu wechseln, man stolpert irgendwo. Also soll es den Versuch geben, dieses Problem konkreter zu beschreiben und nicht nur auf  so einer Einschätzung “nicht gelungen“ zu pochen. Die anderen aber sagen: „Gelungen“ - und das ist alles, das ist gleichwertig.“
78. „Wenn der Priester und der Chor meinen, dass das beweglichere und leichtere Klingen eines alten Psalms zu einem leichteren, schwebenden Zustand beiträgt, ist dann eine Tempoveränderung möglich, wobei früher dieser Psalm gedehnter und langsamer gesungen wurde? Wenn das Tempo so verändert wird, so bedrängt das einige Menschen, man ist es gewohnt, wie früher zu singen.“
79. „Versteh ich nicht. Hier ist doch nichts Negatives zu sehen.“
80. „Nun, man ist daran gewöhnt, langsam zu singen – und plötzlich...“
81. „Das Tempo an sich kann nichts Negatives bezeichnen. Der Übergang zu etwas Schnellerem... daran ist noch nichts Negatives zu sehen. Ja, und was ist?
82. Eine andere Sache ist – man würde sagen: „Hier haben wir eine getragene, fließende Melodie gesungen, und dann haben wir so gesungen, dass man schnell laufen möchte“, und alle fangen schon an, sich ruckweise zu bewegen und sich beinahe schon Sportkleidung anziehen. Dann habt ihr schon offensichtlich übertrieben.
83. Nun, wiederum ist irgendetwas Konkretes nötig. Etwas ein wenig beschleunigen... und was denn? Ist doch möglich.“
84. „Es werden solche Argumente angeführt, dass es ungewöhnlich, ungewohnt klingen würde...“
85. „Das ist keine Orientierung. “Ungewöhnlich, ungewohnt“ - ist keine Orientierung, auf die man sich stützen soll. Qualität schaut auf die Qualität... was genau begann einen konkret zu bedrängen. Ein zu schnelles Tempo kann schon ein Objekt der Verwirrung sein. Aber einfach das Tempo kann man nicht als Verwirrung betrachten.“
86. „Gut. Was ist wichtiger und richtiger bezüglich der Organisation der Liturgie: alle Teilnehmer in der Kirche singen, preisen mit Aufwallung Gott durch ihr natürliches, bei weitem nicht harmonisches  und vielleicht nicht richtiges Singen, aber aufgrund ihrer Seelenbewegung, oder reicht es, dem Chor zuzuhören, der komplizierte Psalmen auf schöne Weise singt (aber nicht alle Menschen können dann in diesem Fall mitsingen)?“
87. „Innerlich mitsingen reicht. Wenn der Mensch, ohne seinen Mund zu öffnen, ohne seine Stimme erklingen zu lassen, still für sich ein Lied singt, so singt er es beinahe ebenso wie diejenigen, die dies laut tun.
88. Wenn ihn die Teilnahme am Singen interessiert, so reicht dies durchaus, also, das Sakrament ereignet sich schon. Aber dann verletzt er in diesem Fall nicht die Harmonie der Klänge, er nimmt am Singen teil, ohne das , was erklingt, zu stören. Das ist normal.
89. Das heißt, es handelt sich schon um eine fehlerhafte Deutung, die vor allem vom Egoismus des Menschen her rührt, wo er denken mag: „Was ist das für ein Singen, wenn mich keiner hört!“. Wenn dies aber Gott zugewandt ist, so hört Er es.
90. Was bedrängt euch dann? Dass euer Mitmensch, ein Nachbar, euch nicht hört? Ja, wenn er sich hinreißen lässt, um nur von sich etwas herauszuschreien, dann hört er doch sowieso nichts. Er ist doch auch davon begeistert, um irgendwie lautstark teilzunehmen, sonst können die anderen ihn doch nicht hören. Und was kann sich dann ergeben?
91. Das kommt natürlich von Herzen, bei allen von Herzen. Aber dann wäre es schon besser zu sagen: singt lieber alle still mit – so wird es angenehmer sein. Oder besser wäre es dann, dass Taube zusammenkommen und singen, so wird es harmonischer sein. Dann geschieht alles harmonischer und normal, keiner ist unangenehm berührt, die Brillengläser zerspringen nicht.“
92. „Es wird so ein Argument geäußert, dass, wenn die Menschen zusammen singen, entsteht ein Gefühl von Einheit...“
93. „Zusammen – das ist auch das, was im Schweigen vollzogen wird. Also, die Melodie klingt, jemand singt mit hörbarer Stimme, ein anderer singt schweigend, aber er gibt sich Mühe, in das, was er hört, hineinzupassen. Das heißt auch zusammen, das geht schon zusammen vor sich. Aber der Egoismus möchte, dass man ihn hört, daran eben stolpert ihr.
94. “Darf ich lauter singen, damit ich unter den anderen Chorsängern besser gehört werde, wenn die Menschen mich bitten, lauter zu singen, damit sie sich auf meine Stimme, auf meinen Zustand einstimmen können?“
95. „Um sich darauf einzustimmen – nein.“
96. „Der Chorleiter bittet mich ab und zu, leiser zu singen und einige Psalmen überhaupt nicht mitzusingen, indem er dies dadurch motiviert...“
97. „Wenn es einen Leiter gibt, der den Chor organisiert, dann folgt man den Wünschen des Leiters.“
98. „Um das harmonische Klangbild des Chors nicht zu stören, ja?“
99. „Nun ja... Hier muss man auf das gesamte Werk sehen, das in diesem Fall entsteht. Damit sich nicht so etwas ergibt: da ist ein Bild... irgendeine Figur auf dem Bild ist interessant, sie ist farbig, alles übrige ist schwarz-weiß. Dann beginnt das Bild auch zu verlieren, wenn man bloß nur eine Figur hervorgehoben hat.
100. Man muss den nötigen Eindruck im Gesamten bewirken können, damit keine Farbe verliert (wenn es sich um ein Bild handelt). Dasselbe auch hier: am Klang soll nichts vermindert werden, er soll so gestaltet werden, dass, wenn etwas betont werden soll, so wird es betont, aber das alles soll dann richtig, sachkundig vereint werden.“
101. „Dann trifft der Chorleiter die endgültige Entscheidung?“
102. „Derjenige, der der Leiter ist. Wenn es einen Leiter gibt, der den Chor organisiert, dann trifft er die endgültige Entscheidung. Er macht es doch so, wie er es kann. Man soll auf ihn hören, er ist der Leiter bei euch.“
103. „Ist es für den Chorleiter zulässig, dass er während der Liturgie – indem er vor dem Chor sitzt – ziemlich aktiv mit den Händen dirigiert, wobei er von allen Menschen gesehen wird? Der Chor ist den Menschen zugewandt, vor dem Chor befindet sich der Chorleiter.“
104. „Lieber so nicht. Besser ist, es so nicht zu machen. Ob er will oder nicht, aber er zieht die Aufmerksamkeit auf sich.“
105. „Ja, das bedrängt die Menschen.“
106. „Ja, es ist besser, sich zu bemühen, ohne dieses Gestikulieren auszukommen.“
107. „Ist es zulässig, dass der Chorleiter vor den Psalmen dem Chor ziemlich laut die Tonlage vorsingt? Dies stört die Menschen ebenfalls.“
108. „Das ist möglich. Und was stört daran? Was, fahren alle auf, wenn er das macht?“
109. „Nun, er macht es laut, und es ist sozusagen auffällig.“
112. „Nun, soweit Ich es mitbekomme, macht ihr es hier so.“
113. „Hier bemühen wir uns, es ganz leise zu machen.“
114. „Und dort irgendwo ist dies viel lauter, ja?“
115. „Lauter. Der Chor ist größer.“
116. „Was genau bedrängt? Dann doch konkreter... Wenn ihr dies wirklich irgendwie schlagartig laut macht, und dies versetzt die Menschen irgendwie anders in den bebenden Zustand, dann soll man das nicht machen, nehmt auf diese Situation Rücksicht.“
117. „Ist es zulässig, dass der Priester sich eine Stunde vor der Liturgie alleine in der Kirche auf das Sakrament einstimmt? Das heißt, er betet allein in der Kirche und ist nicht zum Einsingen in der Chorprobe, die eine Stunde vor Liturgiebeginn stattfindet, und wo sich der Chor auf das richtige Erfüllen der Liturgie vorbereitet.“
118. „Wenn so eine Frage entsteht, dann ist sie folglich mit irgendeinem Problem verbunden.“
119. „Das Problem liegt daran, dass, wenn er vorher nicht zur Chorprobe kommt, so klingt sein Gesang im Chor nicht ganz genau.“
120. „Dann ist es nicht richtig. Wir haben schon gesagt: wenn es einen Chorleiter gibt (er wurde als Leiter bestimmt, ihr habt ihn selber gewählt), der für die Organisation des Chores verantwortlich ist, so muss also der Chorleiter zufriedengestellt werden. Das heißt, alle, die unter seiner Leitung daran teilnehmen, - müssen es so machen, dass sie seine Empfehlung erfüllen: er ist der Leiter.
121. Deshalb, wenn der Mensch die vom Chorleiter bestimmte Harmonie nicht verletzt, so bitte, mag er auch zwei Stunden vorher, oder einen halben Tag vorher, oder einen Monat vorher kommen, um sich vorzubereiten. Wenn sich keine Störung ergibt. Wenn das aber doch mit einer Störung verbunden ist, dann soll man vor allem nicht stören.“
122. „Noch eine Frage. War es für den Priester zulässig, dass er sich von April bis Mai bei den Chorproben verspätet hat, oder gar nicht kam, weil nach einer Operation die Gartenarbeit für ihn ziemlich schwer war, und er körperlich sehr müde wurde? Der zweite Grund bestand darin, dass man ihm beim Bau des Gewächshauses half, und er zeigte den Helfern, was sie tun sollten, und deshalb konnte er nicht kommen. Und der dritte Grund bestand darin – er war wegen eines Seminars vor dem Fest abwesend.“
123. „Das spricht davon, dass in der Einigen-Familie nicht alles geregelt ist. Das heißt, warum muss er müde werden, wenn man sich beeilt, ihm zu helfen?“
124. „Nun, dort beeilt man sich nicht besonders. Dort ist die Entscheidung getroffen worden...“
125. „Aha, dann handelt also die Einige-Familie nicht ganz normal. Wenn sie nicht richtig handelt, dann ist natürlich eine Reihe von Komplikationen unvermeidbar. Wie kann Ich sagen, ob etwas richtig oder nicht richtig ist, wenn schon von Grund auf etwas wegen der Organisation des Lebens der Einigen-Familie nicht richtig läuft.
126. Das heißt, er hätte nicht müde werden dürfen. Oder, wenn man weiß, dass er ermüden wird, dann muss die entsprechende Bitte an die Einige-Familie ein positives Echo ergeben, und jemand muss ihm helfen, damit er als Priester normal an den heiligen Sakramenten teilnehmen kann.
127. Natürlich ist er vor allem für die heiligen Sakramente verantwortlich, für ihre Erfüllung, und er soll dies gut machen, wenn man ihn als Priester gewählt hat. Folglich soll alles übrige, was er nicht schaffen kann, oder was ihn vom richtigen Erfüllen der heiligen Sakramente ablenken kann, durch die Einige-Familie abgedeckt werden.“
128. „In letzter Zeit (April – Juni) wurden die Beziehungsschwierigkeiten in den Naturfamilien stärker, und der Priester musste zwei- dreimal soviel Zeit investieren, um den Menschen zu helfen. Und gleichzeitig sollte er seinen Garten bearbeiten, damit die Nutzung...“
129. „Dies alles bezieht sich darauf, wovon wir gesprochen haben, ja?“
130. „Aber in der Einigen-Familie wurde diesbezüglich die Entscheidung getroffen, dass der Priester – so, wie alle anderen – alles selbst für seine Versorgung unternimmt.“
131. „Nun, das ist nicht das richtige Verständnis. Wenn die Mitglieder der Einigen-Familie den Priester benötigen, so muss er folglich vor allem diesen Teil als Priester realisieren. Und dann muss die Einige-Familie das abdecken, was er zuhause benötigt.
132. Wichtiger ist in der Einigen-Familie die psychologische Atmosphäre, nicht aber irgendein im voraus festgesetzter Umfang an Kartoffeln und anderem Gemüse. Dieser allgemeine psychologische Zustand in der Einigen-Familie muss gut und richtig sein. Aber dies sollen auch in erster Linie alle Gläubigen pflegen. Und der Priester – in erster Linie, so stellt es sich dar.
133. Vor allem soll er zügig dorthin laufen, wo er sieht, dass sich so etwas wie eine psychologische Komplikation zu entwickeln beginnt, um wie ein Arzt zumindest irgendeine erste Hilfe zu leisten. Irgendwelche erste Hilfe, irgendwelche erste Unternehmungen, die das Problem allmählich auf irgendeine Ebene hinausführen, wo es schon durch Fragen, durch irgendwelche andere Handlungen gelöst werden kann.
134. Aber wenn irgendeine Krankheit auf psychologischer Ebene entstanden ist, so muss sich der Priester schon beeilen, dort zu erscheinen, um sich darum zu kümmern, seine Aufmerksamkeit darauf zu richten und zu klären, was sich da für eine Krankheit in dieser Familie anfängt zu formen.
135. Und wenn er sich auf diese Weise kümmern wird, und wenn dies häufig geschieht, umso mehr darf die Einige-Familie ihm dies nicht untersagen, sie muss dies als etwas sehr Wichtiges betrachten. Und wenn ihm folglich seine Kräfte, in diesem Fall für den Garten, nicht ausreichen, so muss man in diesem Garten andere Kräfte einsetzen.“
136. „Danke, Lehrer.“

137. „Lehrer, ist es richtig, beim Wechsel eines Menschen in die Einige-Familie eines anderen Dorfes seine groben Gesetzesverstöße in der Charakteristik zu erwähnen, wenn er diese Fehler erkannt und bereut hat? Die Frage ist entstanden, weil es einen Hinweis darüber gab, dass, wenn der Mensch seinen Fehler erkannt und bereut hat, so soll  man ihn dann nie mehr daran erinnern.“
138. „Stimmt. Wenn der Mensch dies bereut hat, - fertig, dieses Gebiet beginnt von Grund auf neu betrachtet zu werden, sozusagen wie ein weißes Blatt.
139. Wenn der Mensch systematisch die Regeln verletzt, dann kann dies erwähnt werden, aber mit dem Zweck, um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken und dem Menschen zu helfen zu erkennen, wo sein schwacher Punkt ist, um eben in dieser Richtung aufmerksamer zu sein und schon im voraus zu wissen, wie man sich dem gegenüber verhalten muss. Nicht mit so einer Art Forderung, so, als ob der Mensch es zum ersten Mal getan hätte, sondern wenn man versteht, dass dies seine Schwäche ist, und diesbezüglich von ihm irgendeine schnelle Veränderung nicht gefordert werden kann. Man muss vorsichtiger sein, man muss im Verhältnis zu ihm feinfühliger sein, aufmerksamer, nicht auf seine kranke Stelle treten.
140. Das heißt, ein Erwähnen ist möglich, aber nur, wenn dies schon als eine Besonderheit des Menschen verstanden wird. Nicht aber, wenn er etwas zum ersten Mal gemacht hat und verstanden hat, dass dies wirklich ein Fehler war, und er war bereit, dies nicht mehr zu tun. Vergesst dann diesen seinen Fehler, man soll ihn nicht mehr erwähnen.“

141. „Ist es normal, einer ledigen Frau zu erlauben, bei einer Männer-Versammlung anwesend zu sein, wenn sie ihre Bitte mit dem Wunsch begründet, sich mit männlicher Energie aufzufüllen?“
142. „Nein, das ist nicht richtig.“

143. „War es in der Situation richtig, als ein Nachfolger aus Moskau, der an unserer Kirchenprozession teilnahm, auf seiner Brust eine Ikone mit dem Bild der Zarenfamilie trug, ihm den Hinweis zu geben, dass es nicht angemessen sei, so eine Ikone bei unserer Kirchenprozession zu tragen?“
144. „Nun, das stimmt so eigentlich. So könnte man auch beginnen, ein Portrait des Präsidenten zu tragen und vielleicht auch von irgendeinem Vertreter vom IWF (Internationaler-Währungs-Fond) und des Präsidenten Obama und so weiter. Die Zarenfamilie – ist ebenso eine Familie, wie die eines jeden Menschen. Dass sie sehr hoch erhoben wurde, - ist nicht richtig. Sie waren ebensolche Menschen, wie auch alle anderen ringsum.“

145. „War es richtig, einem Nachfolger aus einer anderen Stadt, der an der Kirchenprozession teilnahm, das Tragen des Laternen-Feuers anzuvertrauen?“
146. „Das Feuer tragen nur Vertreter der Einigen-Familie.“

147. „War meine Handlung normal: ich habe einem Schüler in der Klasse in der Zeichenstunde mit seinem Einverständnis die Aufgabe gestellt, die Skulptur der Venus zu zeichnen? Die Frage ist dadurch entstanden, dass ein Pädagoge Bedrängnis hatte, dass solche Art von Aufgaben im Schulprogramm nicht vorhanden sind, und er darin eine Verletzung der Wahrheit sah.“
148. „Und worin liegt denn der Verstoß der Wahrheit? Im Letzten Testament gibt es so ein Verbot nicht – dass Kinder bis zum Alter von sechzehn Jahren nicht die Venus zeichnen dürfen.“

149. „Eine weitere Frage. Nachdem sich der Versammlungsleiter an die alleinstehenden, betagten Rentner gewandt hatte, einen Geldbetrag für die Begräbniskosten zur Seite zu legen, um diese hohen Kosten nicht den anderen aufzuerlegen, bedrängte dies einen Menschen sehr stark. War mein Aufruf angemessen?“
150. „Und es könnte jemand sagen: „Geld... was nützt hier Geld, man läuft danach mit diesem Geld herum, alles muss gekauft werden, gehobelt... Bereitet schon mal alles vor, legt euch dorthin regelmäßig schlafen, damit man euch dann nicht von einem Platz zum anderen schleppen muss“. Nun, so kann man das natürlich ad absurdum führen.
151. Und wenn ihr zu Beginn nicht richtig handelt, so folgt daraus ein weiterer logischer Schritt, der dem vorherigen sehr ähnlich ist, der ihn aber verkompliziert. Und so geht es bei euch weiter... Deshalb, wenn ihr euren ersten fehlerhaften Schritt unternehmt, wird alles übrige so, dass es dann auch erlaubt ist, falls die erste Handlung zugelassen wurde.
152. Darum ist es natürlich besser, die erste Komplikation, die schon beginnt, eine nicht richtige Entwicklung zu formen, sofort als eine nicht richtige zu bezeichnen.
153. So ein Aufruf ist nicht richtig. Wie ist es denn um das freundschaftliche Verhältnis bestellt? Nun ja, alles kann sein, der Mensch kann in jedem Moment diese Erde verlassen, ja und? Vielleicht hat sein Geld nicht gereicht, aber ihr werdet doch mit Freude euer letztes Geld geben, um zu helfen, alles schön zu gestalten, würdig. Ihr werdet lächeln, euch über seinen weiteren Fortgang freuen.
154. Nun, so ein Aufruf ist irgendwie nicht schön. So zeigt sich schon eine ungute Schattierung der Sorge um euren Nächsten. So kümmert sich der Mensch sozusagen um sich selbst. Das wird ja bei euch eine Einige-Familie sein, wenn ihr so etwas machen werdet!“

155. „Eine weitere Frage. Ist es besser für mich, wenn ich sofort nach dem Anhören des Treffens mit dem Lehrer weggehe, ohne die Besprechung abzuwarten, wo die Einige-Familie ein einiges Verständnis formt, wenn ich fühle, dass mich die Besprechung daran hindert, das Gehörte zu behalten?“
156. „Möglich, natürlich möglich. Eine Besprechung brauchen nur diejenigen, die dies für notwendig halten. So etwas ist besser als eine innere Notwendigkeit des Menschen zu betrachten, es mit den anderen zu teilen, die Meinung von jemandem zu hören. Aber ihn durch eine Regel dazu zwingen, soll man nicht.“

156. „Guten Tag. Ich habe eine frage wegen der Liturgie. Du hast dazu geantwortet, aber vielleicht sind noch nach irgendwelchen Genauigkeiten zu fragen. Habe ich es richtig verstanden, dass die Hauptmelodie der meisten Psalmen, die in der Liturgie erklingen, in so einer Tonart sein soll, die die Menschen, die zur Liturgie kommen, unterstützen können? Es kommt vor, dass die Melodie sehr hoch angesetzt ist, und die Menschen, indem sie versuchen, mit dem Chor mitzusingen, die hohen Töne nicht schaffen, und so ergibt dies ein falsches gemeinsames Singen. Darf ich mich an den Chorleiter mit der Bitte wenden, eine niedrigere Tonart zu wählen, damit es für die Menschen leichter und harmonischer wird, oder ist so eine Bitte nicht angemessen? Wie kann man mit dem Problem umgehen?“
158. „Nur so, wie Ich schon darauf hingewiesen habe. Wenn es einem Menschen nicht gelingt, das zu tun, was von einer schon festgesetzten, organisierten Gruppe, der man die Erfüllung des Sakramentes anvertraut hat, vorgesehen ist, dann vollzieht er das im Schweigen. Das heißt, sein wahres Streben in die Richtung, mit den anderen zusammen zu sein, realisiert sich schon durch den Versuch, dies im Stillen zu machen.“
159. „Ist es nicht taktlos von mir, wenn ich zum Beispiel im Rahmen der Liturgie in der Kirche bin, diese Menschen singen höre und danach auf sie zugehe und sage...“
160. „Auf diese Weise, wenn sie es im Stillen machen?“
161. „Nein, nein, wenn sie sehr begeistert singen, aber die Töne verfehlen. Kann man mit ihnen so ein Gespräch führen?“
162. „Ja, in diesem Fall soll der Mensch lieber still für sich singen.“
163. „Und kann man generell, wenn die Melodie nicht schwierig ist, aber einfach die Tonart sehr hoch angesetzt ist, dem Chorleiter raten: „Wähle eine niedrigere Tonart, und die Menschen werden es schaffen, und es wird besser“?“
164. „Nicht anraten, sondern vorschlagen...“
165. „Ja, vorschlagen.“
166. „Nun, vorschlagen kannst du, aber dies ist kein Rat, das ist einfach eine Frage. Ihr fragt, ob sie es erfüllen können, oder ob sie meinen, dass dies nicht zu vertreten wäre.“
167. „Nun ja. Zumal ich  zum Beispiel weiß, dass dieser Psalm früher tiefer gesungen wurde.“
168. „Nun, fragen kannst du. Aber wenn gesagt wird: „Nein, nein, das wird schlechter sein“... er ist der Leiter.“
169. „Dann sollte man schon die Menschen, die mitsingen, entsprechend zähmen?“
170. „Es handelt sich doch um keine Herde, die irgendwohin gejagt werden soll. Es handelt sich doch sozusagen um Gläubige. Und Gläubige sind doch so demütig, sie beeilen sich nicht, es den Mitmenschen zu erschweren.
171. Beim Gläubigen muss die Frage aufkommen: „Entschuldigt, Freunde, verletze ich vielleicht etwas oder störe ich euch vielleicht, wenn ich so versuche mitzusingen?“ Es ist doch seine persönliche Sorge.
172. Wenn er etwas Sichtbares, Hörbares tun will für diejenigen, die in seiner Nähe sind, so soll er sich schon darum kümmern, ob er nicht ihre Stimmung stört, ihren Zustand. Nicht aber einfach denken, dass er an allem teilnehmen möchte. Was um ihn herum vor sich geht, wie das anfängt, auf die Mitmenschen um ihn herum zu wirken – das ist für  einen sehr bescheidenen Menschen die Hauptsache.
173. Ein Gläubiger – ist ein sehr bescheidener Mensch. Deshalb spricht so eine Darstellung der Gesangstimme davon, dass der Mensch das Letzte Testament noch nicht völlig verstanden hat, wenn ihn sogar noch nicht einmal die Frage beunruhigt, ob er nicht jemanden unter seinen Nächsten stört. Dies spricht davon, dass ihm das Letzte Testament nicht einmal bekannt ist, er es nicht aufmerksam liest, seine Besonderheiten nicht verstanden hat. So sprecht miteinander darüber: ob dies ein gläubiger Mensch ist? Warum er bei solch einfachem Verhalten so unaufmerksam ist?“
174. „Und kann man es berücksichtigen, dass es in Tscheremschanka viele stimmkräftige Menschen gibt und somit beim Bilden eines einigen Verständnisses so eine Frage gestellt wird, ob nicht alle in der Weise singen sollten, dass der Chor sowieso als Dominierender gehört wird?“
175. „Ja, so ist es wünschenswert. Jemand kommt sonst und versteht nicht, was er da gehört hat.“
176. „Danke. Noch so eine Frage. Es gibt Psalmen, die schon viele Jahre gesungen werden, und in der Gefühlswelt sind sie schon im Tempo und im Wortlaut sozusagen festgesetzt. Und dann beginnt der Chor bei einer nächstfolgenden Liturgie, diese Psalmen in einem neuen Musiksatz zu singen (anderes Tempo, eine wesentlich veränderte Geschwindigkeit, zum Teil veränderter Text), aber die Menschen in ihrer Gewohnheit, sie wissen, dass sie gerade diesen Psalm singen, singen ihn mit dem alten Text. Und so ergibt sich eine Schwierigkeit.“
177. „Heißt das, dass sie nicht hören, was sie singen / was zu singen ist?“
178. „Nein, dort sind nur ein oder zwei Worte geändert.“
179. „Aber es ist so, dass sie nicht hören, was sie singen / was zu singen ist, sie sind gekommen, um das Eigene zu singen.“
180. „Sie meinen, dass an dieser Stelle da so ein Wort hingehört.“
181. „Wenn sie zuhören, vertun sie sich nicht. Wenn sie sich beeilen zu singen, dann geht es daneben.“
182. „Und verstehe ich es somit falsch, dass, wenn ein Psalm sich in der Gefühlswelt gefestigt hat, und die meisten Menschen ihn so angenommen haben, und dann, wenn einfach nach vielen Jahren Worte oder Tempo plötzlich verändert werden – das wirft ein wenig aus dem Gefühlszustand des Preisens, es ist nötig zu denken, was für ein Tempo, welche neuen Worte ausgedacht wurden?“
183. „Bevor irgendeine Veränderung erklingt, so wäre es wünschenswert, die Menschen im voraus wissen zu lassen: „Leute, hier wird der Psalm nun mit einigen Veränderungen erklingen“. Dann werdet ihr dies eure Mitmenschen einfach im voraus wissen lassen, damit sie nicht sofort vorschnell so wie früher singen, sondern versuchen zu hören, zu fühlen, das Neue zu verstehen.
184. Aber wenn man das Neue eingebracht hat, so sollen sie auch ihr Vertrauen dazu bekunden. Bei denen, die für dieses Sakrament verantwortlich sind, gibt es einen eigenen Geschmack, irgendwelche eigene Ansichten, Vorstellungen, Empfindungen, die ihrerseits nicht auf die gleiche Weise von allen ebenso wahrgenommen werden können. Sie können sich in den Wahrnehmungen unterscheiden.
185. Deshalb kann man einen Psalm nicht in der Weise passend gestalten, dass er alle gleichermaßen befriedigt. Irgendwelche Veränderungen sind durchaus möglich, und das mag  mit gewissen Wünschen nicht zusammenfallen. Das ist nicht schlimm, dem muss man auch positiv vertrauen.“
186. „Und sicher soll man doch so eine rechtzeitige Mitteilung über die Veränderung des Psalms nicht in der Liturgie verkünden, sondern vielleicht in der Versammlung?“
187. „Man kann im voraus darauf aufmerksam machen: morgen ist Liturgie, und dieser Psalm wird mit Veränderungen gesungen. So kann man es machen. Aber diejenigen, die im Stillen mitsingen, werden in keiner Weise stören. Wiederum geht es um diejenigen, die in einen Strom mit dem Chor geraten wollen und das dabei so, dass man sie hört.“
188. „Lehrer, ist es überhaupt ein allgemeines Gesetz – zur Liturgie zu kommen und nur im Stillen mitzusingen, ja, möge der Chor singen? So?“
189. „Es ist besser, wenn der Chor singt.“
190. „Schweigen all die übrigen?“
191. „Sie singen still für sich.“
192. „Ah, verstanden. Ja, das beseitigt einige Probleme.“
193. „Wenn sie sich darum sorgen, ob sie denn nicht durch ihr grobes Singen ihre Mitmenschen stören. Das ist doch nicht einfach eine Regel, sie beruht vor allem auf der Demut des Menschen.
194. Ihr seid doch in der Schule des Lebens, ihr eignet euch geistige Sakramente und Gesetze an. Und während wir von etwas Äußerem sprechen (am Chorgesang teilnehmen oder nicht), müssen wir in Wirklichkeit über Gesetze sprechen, die die Basis für all dies bilden. Und man muss sie, diese Gesetze, fühlen, nicht aber diesen äußeren Schmuck einer oder keiner Teilnahme der Stimmen am Psalm.
195. Deshalb seht weiter, was euch zu beunruhigen beginnt, warum man es nicht so machen möchte, so, wie es früher war. Und wenn ihr auf diese Weise anfangt, aufmerksam zu beobachten, dann seht ihr, dass alles vor allem gerade mit euren nicht guten Wurzeln verbunden ist, die in wünschenswerter Weise zuerst zu ändern wären, um erst dann so ein Thema aufzubringen.“
196. „Da gibt es noch einen Aspekt. Serjoscha hat erwähnt, dass die Veränderungen am Psalm mit dem Autor vereinbart wurden. Was aber, wenn dies nicht mit dem Autor vereinbart wurde, sondern die Priester einfach gemeint haben, dass es so besser sein würde...? Ich habe beim Autor nachgefragt und der sagte aber: „Nein, man hat nichts mit mir vereinbart, man hat selbstständig entschieden“. Dies ist doch dasselbe, wie ein gemaltes Bild? Oder ist es nicht so?“
197. „Das ist nicht so. In diesem Fall soll es nicht so sein. Der Psalm – das ist das, was Allgemeingut sein soll, wo es keinen Autor gibt. Dies ist wie im Fall einer Ikone: wenn eine Ikone geschaffen wird, so ist es besser, sie nicht zu signieren.
198. Es handelt sich um etwas Heiliges, es soll beginnen, allen zu gehören, wo der Autor besser nicht in Erscheinung tritt. Im Falle eines Werkes ist so ein Hervortreten möglich. Aber wenn dies kanonisiert wird, dann besser nicht.
199. Und Psalmen sind das, was gewissermaßen kanonisiert wird, das heißt, sie beginnen, euer geistiges Eigentum, euer kultureller Wert zu werden, sie sammeln sich allmählich an, das kann man zu verschiedenen Zeiten singen. Aber sie beginnen, sozusagen allen zu gehören. Und wenn mit der Zeit jemand sieht, dass etwas noch zu verbessern ist, und den Autor gibt es schon nicht mehr, nun, sicher kann man versuchen, es noch besser zu machen.“
200. „Vielen Dank.“

201. „Können die Mitglieder der Einigen-Familie in einem Geschäft arbeiten, wo sie gezwungen sind, Kindern und Erwachsenen solche Lebensmittel zu verkaufen, die der Gesundheit schädlich sind: Ketchup, Mayonnaise, Büchsenmilch, Tomatenmark, Speiseeis, Bonbons und Pralinen, Gebäck und weitere Süßigkeiten?“
202. „Einen Gläubigen bedrängt das. Wenn ein Mensch bestrebt ist, die Wahrheit zu erfüllen, so wird ihn dies persönlich bedrängen. Und wenn ihn das persönlich bedrängt, dann soll er nicht (als gläubiger Mensch, als ein Mensch, der sich bemüht, alles maximal richtig zu machen) gegen sich handeln, sonst beginnt etwas in seinem Innern gefühllos zu werden. Das ist ein Gesetz.
203. Gerade diesen Grund/Ebene muss man besonders anschauen. Nicht aber einfach so: du bist doch gläubig, du sollst das nicht machen!
204. Ihr seid alle unterschiedliche Gläubige. Jemand ist sehr aufmerksam in Bezug auf all seine Veränderungen in seinem Innern und bemüht sich, seiner Intuition sehr genau zu folgen, seinem Gewissen, seinem Verständnis gemäß der Wahrheit, er bemüht sich sehr eifrig, alles möglichst noch richtiger zu erfüllen. Und ein anderer sieht auf alles milder, sozusagen lächelnd, er verschiebt etwas auf spätere Zeiten, wobei er denkt: „Nun, ist mir irgendwie ein wenig zu kompliziert, ich mache es vorläufig noch so, wie es mir heute näher am Herzen liegt“.
205. In der Weise geht ihr unterschiedlich an die Wahrheit heran. Darum wäre es hier nicht richtig, eine Regel einzuführen. Umgekehrt, wenn es etwas gibt, was nicht offensichtlich bezeichnet ist, hilft euch dies, euch in diesem Leben besser zu formen. Und je nachdem, wie ihr diese oder andere Stellen auf der Erde einnehmt, ist sehr gut zu sehen, was jeder von euch wert ist, auf wen man sich stützen kann und auf wen – nicht.
206. Wenn gesagt würde: „Nun, wo sind die Gläubigen? Ich verteile an euch nun etwas, was materiell von hohem Wert ist!“ - ein Wald von Händen, keine Fichten mehr zu sehen, einzig Hände. Und wenn Ich sagte: „Ich verteile euch nun etwas für euch sehr Wichtiges“ - ... So sehe Ich, wo die Gläubigen sind, um dann schon ruhig loszugehen und es dort zu verteilen, wo man dies wirklich annehmen will.“
207. „Das heißt, die Einige-Familie trägt keine Verantwortung für diejenigen, die...“
208. „In der Einigen-Familie soll es natürlich sehr streng angeschaut werden. Und diese Grundlage anzuschauen, ist wünschenswert – das, was ihr macht.
210. Wenn wir die Einige-Familie als Gruppe derjenigen bezeichnen, die sich angeblich in eifrigem Streben vereinigen, die Wahrheit zu erfüllen, dann wie Ich schon gesagt habe: ein eifrig Strebender muss sich bedrängt fühlen. Er kann nur das tun, was offensichtlich wirklich gesund ist, was ihm zumindest im Innern keine Bedrängnis bereitet. Und wenn eine Bedrängnis entstanden ist, so kann er irgendwo nachfragen, tiefer und genauer erfahren, ob es wirklich so ist, und, indem er sich vergewissert hat, dass es normal ist, so nimmt er an diesem Normalen teil.“
210. „Danke.“
211. „Das ist alles. Ich wünsche euch Glück und Festigkeit in eurer Bewegung auf diesem nicht einfachen Weg. Haltet durch! Ich wünsche euch Glück. Bis zum nächsten Treffen.“

Girlande

Kapitel  7

1. Das Sonntagstreffen mit dem Lehrer am vierzehnten Juli im Tal der Verschmelzung.
2. „Lehrer, ich habe gemerkt, dass ich mich in der Begegnung mit einigen Mädchen feiner zeige, und mit den anderen habe ich beinahe ebensolchen Umgang, wie mit meinen Freunden, den Burschen. Hängt das von der inneren Welt des Mädchens ab, oder von meinem unbewussten Interesse an ihr oder einem Desinteresse? Soll ich mich bemühen, das Verhältnis zu allen Mädchen feiner aufzubauen – ohne Ausnahme?“
3. „Richtig ist, es feiner aufzubauen. Das hängt nicht nur von dir ab, in Vielem hängt das auch von dem Mädchen selbst ab: wie sich ihre innere Welt bildet, inwieweit sie sich richtig zu den jungen Männern verhält, wie sie sich in dieser Richtung selbst erzieht.
4. Sehr viele Prioritäten haben sich in dieser Welt geändert, deswegen kann man ein sehr spezifisches Benehmen gerade der Mädchen beobachten. Vieles ändert sich, und es ändert sich nicht richtig. Darum müssen sich die Männer gegenüber den Mädchen gut, richtig verhalten, gerade das feinere Verhalten muss es geben. Nun, da gibt es schon viele verschiedene Nuancen eines großen Gespräches.“
5. „Also ergibt es sich, dass dies gewissermaßen genauso von irgendwie einer Erziehung abhängt, als auch von meinem Interesse oder Desinteresse?“
6. „Das kann von deinem Interesse abhängen. Dem soll man schon nicht allzuviel Aufmerksamkeit widmen.
7. Hauptsache, dass du das richtige Verhalten zu ihnen aufbaust, selbst wenn sie sich bisweilen wie Jungen benehmen, versuchen, sich mit Männern, mit Jungen,   gleichzustellen und versuchen, mit demselben Jargon zu reden, den die Jungen verwenden.
8. Sie wollen also unter den Jungen gleich aussehen, das aber schadet ihnen. Obwohl es ihnen so vorkommt, dass es normal sei, oder, wie man sagt, “cool“. Aber es ist nicht normal.
9. Darum verhalte dich ihnen gegenüber erhaben. Wie sehr sie auch immer versuchen werden, sich herabzuwürdigen, sich grober zu formen und zu vereinfachen, du musst dies in dir nicht vergröbern, nicht vereinfachen.“
10. „Die zweite Frage. War die folgende Handlung gegenüber einer Freundin grob: mein Freund und ich habe sie an Händen und Füßen gefasst und sie mit ihrer Kleidung in den See geworfen? Sie hat sich humorvoll dazu verhalten.“
11. „Humorvoll? Nun, das war natürlich ein wenig grob. Aber wenn ihr so eine Umgangsform miteinander habt und all dies mit Lächeln wahrgenommen wurde, lustig... so ist dies sozusagen auch zulässig.
12. Aber da muss man schon vorsichtiger sein. Das heißt, man muss sehr sicher sein, dass sie daran wirklich Spaß hat und das irgendwelche sehr interessante Gefühle erzeugt, für die sie dankbar ist.“

13. „Guten Tag, Lehrer. Ich habe einen Unfall vorausgesehen, habe ihn aber nicht ernst genommen, bin dann aber dort hineingeraten. Ist es richtig, wenn ich mir ein anderes Mal eine glückliche Lösung solcher gefährlichen Situationen, die ich voraussehe, vorstelle, wenn so etwas ziemlich oft geschieht?“
14. „Um damit zu versuchen, sie in eine bessere Richtung zu wenden?“
15. „Ja.“
16. „Nein, du kannst nichts ändern. Man soll einfach die Situation berücksichtigen und nach Möglichkeit lernen, sich in dieser Hinsicht richtig zu verhalten. Das heißt, wenn du siehst, dass ein Unfall wahrscheinlich ist, - so kannst du es vermeiden, in dieses Auto einzusteigen, du kannst diejenigen warnen, wo du in so einem Fall fühlst, dass es notwendig ist, sie zu warnen.“

17. „Lieber Lehrer, es gibt jetzt in den Massenmedien viel Information darüber, dass verschiedene UFOs erscheinen, und dass Außerirdische die Menschen entführen und sie erforschen. Ich habe andauernd Angst, dass mir so etwas geschehen kann, besonders, wenn ich abends allein unterwegs bin. Worauf soll ich mich stützen, auf welches Verständnis, damit ich mir versichere, keine Angst haben zu müssen? Kann so etwas ohne meine Zustimmung geschehen? Kann Neugier ein Einwirken auf mein Bewusstsein seitens des außerirdischen Verstandes fördern?“
18. „In diesem Fall wird alles durch deine Wahl der Lebenspositionen, durch die das Schicksal lenkenden Prioritäten bestimmt. Wenn du dich bemühst, richtig zu gehen und dich an der Wahrheit orientierst, dann wird bei dir so etwas nicht angewendet werden, also bei dir wird so ein Erkenntniszweck nicht manifestiert.
19. Er kann existieren, aber gegenüber Menschen anderer Art. Diejenigen, die sich richtig bewegen, tragen ein gewisses Siegel, an dem leicht zu erkennen ist, dass dieser Mensch gewissermaßen unberührbar ist, er darf nicht erforscht werden.
20. Also, alles hängt von dir ab. Doch wenn du den Weg richtig wählst, so fürchte dich nicht, keiner wird dich in diesem Fall berühren. Sie können dich von außerhalb beobachten, aber sie werden dich nicht berühren, sie werden es nicht dürfen. Drohe ihnen mit deinem Fingerchen.“

21. „Lehrer, mein Vater hat unsere Familie vor etwa zwei Jahren verlassen. Mein Verhältnis gegenüber ihm scheint gut zu sein, aber manchmal gibt es Spannungen, weil er von mir etwas fordert (ihm am Bau seines Hauses zu helfen, den Zaun zu reparieren), so, als ob er mit uns zusammenleben würde. Soll ich auf ihn hören, oder ist es richtiger einzuschätzen, wo die Not größer ist: bei uns oder bei ihm?“
22. „Verhalte dich dem gegenüber von dem Standpunkt aus, dass ein gläubiger Mensch immer danach strebt, seinen Mitmenschen Hilfe zu leisten. Und dementsprechend setzt dies natürlich voraus, dass eine große Menge an Menschen Hilfe benötigt, und du musst in diesem Fall wählen, wo deine Teilnahme zu dem Zeitpunkt am wichtigsten ist. Du wählst.
23. Wenn du siehst, dass es nichts Wichtigeres gibt als das, worum dein Papa bittet, so hilf ihm. Aber nur, weil du zuerst die Bereitschaft hast, allen zu helfen. Es ist nicht wichtig, wie er bittet und wie er sich dazu verhält. Du bist bereit, einfach zu helfen, so, wie ein Mensch einem anderen hilft.
24. Wichtig ist, dass dich in diesem Moment keine Kränkung hindert, sei da aufmerksam. Das wird ein schlechter Ratgeber sein, und in der Regel führt er zu großen Fehlern.
25. Aber wenn du siehst, dass deine Hilfe in diesem Moment weniger für diesen Mann als vielmehr in eurem Haus nötig ist, dort, wo die Mama lebt, so erkläre ihm, dass du jetzt nicht kannst, dass du hier den Zaun bei dir zuhause reparieren musst und da auch etwas in der Art machen musst, das würde einfach deinen dringenden Einsatz, deine männlichen Kräfte erfordern. Und nur das ist nötig zu erklären.
26. Also verhalte dich einfach so, wie zu einer Bitte eines Menschen, das ist das Wichtigste. Denn wenn zusätzlich das Wort “Papa“ beeinflusst, werden einige Nuancen hinzugefügt, die durchaus mit dem verletzten Egoismus verbunden sein können, und dabei kann man sehr leicht Fehler machen.
27. Er ist ein Mensch, er macht seine Schritte so, wie er kann, inwieweit er imstande ist, dies zu tun. Und wenn er etwas nicht so machen konnte, wie du es möchtest, so ist das nicht deswegen, weil er irgendwie ein schlechter Mensch ist, er ist einfach wirklich nicht imstande, dies zu machen. Aber man kann einen doch nicht tadeln, der nicht imstande ist, etwas zu machen. Das wird sehr dumm aussehen.
28. Man muss den Menschen Fehler machen lassen, versuchen, ihm zu helfen, sie nicht zu machen, nach Möglichkeit irgendwo irgendetwas als Hinweis geben, keinesfalls aber schimpfen. Weil jedermann seine Lektionen bekommt, und für seine Lektionen wird jeder von euch unbedingt bezahlen, ihr werdet so einem Lohn nicht entgehen.
29. Und gerade das muss man verstehen und lernen, weiser zu werden. Ihr sollt nicht versuchen, jemandem das zu vergelten, was ihm angeblich zusteht. Er wird seinen Lohn finden und selbst bezahlen.“
30. „Danke.“

31. „Lehrer, meine Eltern sind geschieden, aber sie leben auf ein und demselben Grundstück. Die jüngeren Brüder (acht und elf Jahre alt) leben bei der Mama. Wenn meine Eltern eine Auseinandersetzung haben, kann ihr Gespräch in der Anwesenheit meiner Brüder in Zank übergehen, sie weinen danach, sind unglücklich und manchmal verurteilen sie den Papa. Die Eltern meinen, dass die Kinder später sowieso das erfahren, worüber sie sich auseinandergesetzt haben. Ist es richtig, wenn ich meine Brüder während des Streits der Eltern woandershin wegführe, auch wenn sie mir sagen, sie wollen bleiben?“
32. „Und wie kannst du sie wegführen, wenn sie bleiben wollen? Gewaltsam?“
33. „Nun, ich werde versuchen, sie irgendwie wegzulocken.“
34. „Kann man versuchen, sie wegzulocken, sie von dem Streit abzulenken? Ja, man kann versuchen abzulenken. Und dass sie angeblich später das erfahren... nein, nicht unbedingt, sie brauchen es auch nicht zu erfahren.
35. Und wenn du immerhin siehst, dass sich die Situation auf so eine Weise entwickelt, wo die Kinder zu Zeugen von irgendwelchen Ereignissen werden, so finde die Worte, die ihre Wahrnehmung, ihre Bilder milder gestalten, versuche, ihnen etwas zu erklären, was ihnen das Negative, das in ihrem Bewusstsein entsteht, der Wahrnehmung dessen, was zwischen den Eltern geschieht, zumindest irgendwie abmildern kann.
36. Wichtig ist, dass sie keinen verurteilen: weder Papa noch Mama. Ja, sie zanken sich, so einen Charakter haben sie, anders können sie es vorläufig noch nicht. Nun, sie lernen, das Leben wird ihnen sowieso die nötigen Lektionen bescheren, sie werden besser werden, aber nicht sofort. Man darf sie nicht dafür verurteilen, weil man selbst auch noch genau so ist. Das heißt, hier muss man schon die Umstände beachten und versuchen abzumildern.
37. Versuche es, aber wenn es dir nicht gelingt, dann soll es also auch so sein. Folglich brauchen sie das wirklich. Aber in diesem Fall besorgt zu sein ist erforderlich. Also, wenn es eine Möglichkeit gibt, sie davor zu schützen, so schütze sie.“

38. „Lehrer, die Einige-Familie hat mich für eine unbestimmte Zeit in die “Welt“ fahren lassen, um meine sterbende Mutter zu pflegen. Ich bin nach vier Monaten zurückgekehrt. Bin ich wie früher Mitglied der Einigen-Familie, oder soll ich aufs neue eintreten?“
39. „Das heißt, irgendein Ritual vollziehen?“
40. „Ja.“
41. „Ich weiß hier nicht, was ihr euch da an Riten ausdenkt. Ein Mensch tritt in die Einige-Familie ein... und was hat er in diesem Fall zu erleben, was für eine Weihe?“
42. „Man hat mir gesagt, dass ich automatisch die Einige-Familie verlassen habe. Ich war vier Monate nicht da...“
43. „Nun, du bist gekommen, trittst in die Einige-Familie ein. Und was für Schwierigkeiten gibt es, um sofort da hineinzugelangen?“
44. „Man schickt mich zum Wirtschaftsrat. Ich gehe hin, man fragt mich, ob ich das Letzte Testament lese. Ich antworte: „Ja, ich lese es.“ - „Weißt du, dass du in der Welt zurückgeblieben bist?“ - „Ja, kann sein.“ - „Nun, entschuldige, wir haben jetzt keine Zeit, komm morgen wieder.“ Aber morgen...“
45. „Um dich in das Heft derjenigen, die eingetreten sind, einzutragen, ja, dir ein Abzeichen auszuhändigen? Nun, siehst du... so ist das menschliche Leben, es hat so eine Besonderheit.. Dem gegenüber muss man sich demütig verhalten.
46. Du erzählst Mir Neuigkeiten. Siehst du, Jahre vergehen, und Ich kenne nicht einmal solche Nuancen – das, was ihr euch da ausdenkt. Und ihr formt jeden Tag solche Nuancen und stoßt dann selbst dagegen.
47. Ja, natürlich kannst du … du trittst einfach in die Familie ein. Eigentlich kommst du einfach wieder in die Einige-Familie.“
48. „Es geht darum, dass sie sich sozusagen auf Deinen Hinweis stützen, dass wenn der Mensch in die Welt fährt und aus Gründen, die nicht von ihm abhängig sind, mehr als einen Monat nicht anwesend ist, so tritt er automatisch aus der Einigen-Familie aus.“
49. „Nun, in diesem Moment ist er natürlich nicht in der Einigen-Familie. Er ist nicht in der Familie. Wie soll er formell bezeichnet werden, wozu? Ihr sollt nicht Formalität spielen. Wenn er nicht da ist, so ist er eben nicht da. Warum soll man denn versuchen, sich in irgendeiner Liste zu erhalten: „Ich bin aber doch in der Familie“? Als ob sich bei euch in diesem Moment irgendein Dienstalter ansammelt und ihr Angst habt, es zu verlieren. Nun, ihr versucht, irgendeinen Unsinn zu betreiben.
50. Wenn man weg ist, dann ist man nicht in der Einigen-Familie. Ist man gekommen und will eintreten, so tritt man ein. Wenn an diesem Menschen keine Verstöße zu sehen sind – nun, bitte, er kann sofort eintreten.
51. Wenn man irgendwelche stabile Verstöße bemerkt, dann kann eine Probefrist gestellt werden, in der man den Menschen beobachtet. Er kommt, arbeitet, um mit seinem Benehmen zu zeigen, dass man ihm vertrauen kann, dass man bei ihm nicht jederzeit mit einem bösen Streich rechnen muss. Aber er ist vorläufig noch kein vollwertiges Mitglied der Einigen-Familie.“

52. „Lehrer, ist es günstig, das Gebet während des Stillens aufzusagen? Ändert sich die Qualität der Milch genauso wie die des Wassers?“
53. „Ob man während des Stillens beten kann?“
54. „Ich verstehe, dass man es kann. Aber ob dies günstig ist, ob es besser ist?“
55. „ Und wozu willst du dann fragen, ob dies günstig ist?“
56. „Manchmal möchte ich mich einfach entspannen, einfach liegen.“
57. „Ja, bitte, leg dich hin. Du fragst, ob du beten musst?“
58. „Nicht unbedingt “muss“... Ob dies die Milch ändern wird?“
59. „Na, du fragst sozusagen dies. Weil du in diesem Moment auch liegen möchtest, nicht beten, aber du stellst die Frage. Also ist sie mit “ob ich muss“ verbunden, oder mit “ist es ungünstig, wenn ich nicht bete“. Aber alles dreht sich sozusagen um dasselbe. Nun, willst du eine Zeit lang liegen – dann liege. Betest du – gut.“
60. „Aber ändern sich die Eigenschaften der Milch so, wie die des Wassers?“
61. „Ob es besser ist, wenn du betest? Eine gute Frage hast du...“
62. „Verstanden. Danke.“

63. „Guten Tag, Lehrer. Hier gibt es vier Fragen aus der Einigen-Familie von Tajaty: Ich habe sechs- bis siebenjährigen Kindern im Kindergarten folgenden Text beigebracht: “Der Tempel bewahrt die Gebote Gottes, der helle Weg führt zum Tempel, wir werden diesen Weg gehen, indem wir alle Gebote erfüllen“. Bei jedem Wort werfen wir einen Ball. Vielleicht handelt es sich hierbei um ein nicht erhabenes Verhalten im Bezug zu heiligen Bildern? Und darf man den Namen Gottes in dieser Form erwähnen?“
64. „Das ist normal.“
65. „Ist es zulässig, auf diese Weise mit Kindern zu spielen?“
66. „Ja.“

67. „Danke. Die zweite Frage. Zeigt sich meine Bedrängnis als nicht richtig, wenn mein Mann tagsüber zuhause in Anwesenheit der Kinder (Jungen von sechs und acht) zärtlich zu mir ist, wobei er intime Körperregionen berührt?“
68. „Nun, dabei lieber vorsichtig sein. Ich kann anhand dieser Worte vorläufig kein vollwertiges Bild entnehmen bezüglich dessen, was in Wirklichkeit vor sich geht, was denn nun in diesem Fall gemeint ist, aber dabei muss man schon vorsichtiger sein.
69. Zärtlichkeit ist eine normale Erscheinung, aber wie sie geäußert wird, da sollte man hier etwas vorsichtiger, aufmerksamer sein.“

70. „Danke. Als die Kinder kleiner waren, haben die Eltern mit ihnen mit Zwergen gespielt: sie haben sich Märchen über Zwerge ausgedacht, haben im Namen der Zwerge kleine Geschenke gemacht und ebenso auch umgekehrt die Kinder den Zwergen. Wie sollen sich die Eltern verhalten, wenn das achtjährige Kind die direkte Frage stellt: ob es wahr ist, dass es wirklich Zwerge gibt? Sollte man antworten: „Es gibt sie, aber wir sehen sie einfach nicht“, oder erklären, dass sich die Erwachsenen dieses Spiel ausgedacht haben?“
71. „Nun, das bedeutet nicht, dass man etwas unbedingt soweit erklären soll, dass das Kind daran eindeutig glaubt, obwohl es sie vielleicht niemals sehen wird. Das ist dasselbe, wie irgendwelche Gesetze des Weltalls zu erklären, welche es niemals berühren wird. Aber das, was für euch sozusagen verständlich ist, kann in Wirklichkeit überhaupt nicht zur Wahrheit gehören.
72. Eure Schlussfolgerungen sind einfach zu irgendeinem Moment derartig, ihr habt irgendeine Schlussfolgerung gezogen, habt euch gefreut, dass sich da sozusagen etwas geordnet hat, sozusagen klar geworden ist. Obwohl ihr nach einer gewissen Zeit daran zweifelt und versteht, dass dies eine falsche Meinung war. Aber heute scheint sie glaubwürdig zu sein. So etwas kommt auch bei euch vor. Und auf der Ebene gelehrter Männer geschieht dies ebenso: es wird etwas behauptet, was nicht der Wahrheit entspricht.
73. So auch in diesem Fall. Man darf nicht vorschnell irgendwelche Erklärungen abgeben, damit das Kind schon völlige Klarheit bekommt. Du kannst sagen, dass es sie wahrscheinlich gibt, so heißt es jedenfalls, und aus irgendeinem Grund wird darüber in Märchen geschrieben; wahrscheinlich gibt es sie, aber es ist dir nicht gelungen, sie anzutreffen.
74. Und weiter... vielleicht klappt es bei ihnen wirklich, sie zu treffen, bei euch aber – nicht.“

75. Danke. Kann ein Mensch, der kein Mitglied der Einigen-Familie ist, dort aber hilft und zu Versammlungen eingeladen wird und zum Anhören des Wortes des Lehrers mittels Tonträger, darf so ein Mensch an der Abstimmung teilnehmen, was die Aufrichtigkeit einer Reue betrifft? Es bedrängt, dass das Nicht-Mitglied an einer schicksalhaften Entscheidung gegenüber einem Mitglied der Einigen-Familie teilnimmt.“
76. „Nein, Nicht-Mitglieder der Einigen-Familie dürfen nicht an der Abstimmung auch nur einer der Frage, die schicksalhaften Charakter tragen und die Organisation in der Einigen-Familie betreffen, teilnehmen. Ein Nicht-Mitglied der Einigen-Familie darf daran nicht teilnehmen.“
77. „Aber es ist so ein Verständnis vorhanden, dass auf den moral-ethischen Versammlungen bezüglich Aufrichtigkeit der Reue die Hauptmitglieder der Einigen-Familie abstimmen können, wie auch diejenigen, die zur Arbeit kommen, die Helfer, denen es erlaubt ist, an den Versammlungen teilzunehmen und die das Wort des Lehrers hören dürfen.“
78. „Gibt es bei euch Helfer, die gleich sind mit den Hauptmitgliedern der Einigen-Familie?“
79. „Ja.“
80. „Sie sind wie Mitglieder der Einigen-Familie, sie können nur aufgrund von Umständen, die nicht von ihnen abhängig sind, nicht ein Mitglied der Einigen-Familie sein. So jemand ist ebenso ein Mitglied der Einige-Familie.
81. Nur eine Funktion ist bei ihm anders – dieser Mensch kann in seinem Haus nicht die Hilfe der Einigen-Familie erwarten, in seiner Hauswirtschaft, weil dort auch Menschen leben, die nicht in die Einige-Familie eintreten wollen und nicht in die Einige-Familie eintreten. Und folglich sind die Probleme ihres Hauses von ihnen selbst zu lösen.
82. Im Extremfall wird die Einige-Familie natürlich allen helfen, sie wird allen helfen müssen, die das benötigen, aber diese Bitte können sie von sich aus nicht äußern.
83. Nur das ist das einzige, was so einen Helfer von allen anderen Mitgliedern der Einigen-Familie unterscheidet. Deshalb stimmt er genauso bei allem mit ab, er ist ebenso ein Mitglied der Einigen-Familie.
84. Wenn die Menschen einfach kommen um zu helfen, aber andere Handlungen vorgenommen werden, die diese Menschen von der Einigen-Familie entfernt halten, dann tritt schon das in Kraft, was Ich bereits gesagt habe. Aber für die erste Kategorie, die Ich nun bezeichnet habe, da gibt es keinen Unterschied, dabei handelt es sich genauso um ein Mitglied der Einigen-Familie. Deshalb kommt es darauf an, um welchen Menschen es geht, um was für einen Helfer.“
85. „Habe ich es richtig verstanden, dass solche Menschen nicht an der Lösung der wirtschaftlichen Fragen teilnehmen und nicht abstimmen, ja? Oder stimmen sie doch beim Lösen wirtschaftlicher Fragen mit ab?“
86. „Welche Menschen? Von denen Ich jetzt gesagt habe, sie sind ebenso Mitglieder der Einigen-Familie?“
87. „Ist klar, danke.“

88. „Lehrer, wenn eine Frau, die Kindern das Flechten aus Weidenzweigen beibringen will, sich die einfachen Elemente von fünfzehn Übungsstunden nicht aneignen kann, wie soll ich da handeln: die Übungen aufgeben, oder sie weiterführen, solange sie den Wunsch hat?“
89. „Du fragst, ob du helfen oder nicht helfen sollst, wenn man dich um Hilfe bittet, und wenn dem Menschen etwas schwerfällt, er aber trotzdem um deine Hilfe bittet?“
90. „Jedes Mal ist bei ihr alles wie am Anfang.“
91. „Aber der Mensch hat den großen Wunsch, dass du ihm hilfst, es sich anzueignen, ja?“
92. „Zumindest benimmt er sich äußerlich so.“
93. „Und du weißt nicht, ob du ihm absagen sollst oder nicht? Ist es richtig abzusagen, weil es ihm schlecht gelingt?“
94. „Also, wenn es lange nicht gelingt, so ist dies kein Argument?“
95. „Nein, kein Argument. Der Mensch kommt doch, er bittet um Hilfe, das heißt, er bekundet irgendeine Beharrlichkeit, er will es erlernen. Und solange er lernt, entwickelt er sich. Natürlich kann es ihm nicht sofort gelingen. Aber wenn die Beharrlichkeit in die Richtung geht, etwas zu erschaffen, so hat der Mensch die Veranlagung zur Entwicklung. Und wenn man ihm in diesem Fall hilft, wird bei ihm diese Entwicklung eintreten.
96. Wenn im Innern des Menschen wegen irgendeiner einstweiligen Tätigkeit, die er früher ausgeübt hat, wenige Fähigkeiten entwickelt wurden, dann werden die Veränderungen langsam vor sich gehen. Wenn der Mensch eine große schöpferische Erfahrung hat, so wird er schnell das lernen, was er für sich in diesem Fall anzueignen versucht. Die Fähigkeiten können sich unterschiedlich bekunden.
97. Hier muss man auf das Streben des Menschen achten. Es ist sinnlos, irgendwelche Fertigkeiten zu vermitteln, wenn der Mensch Faulheit an den Tag legt, nicht lernen will, an seinen Handlungen ist zu sehen, dass er nicht danach strebt, sich diese Kenntnisse anzueignen. Dann wird natürlich gewissermaßen Zeit vergeudet, du versuchst, das zu vermitteln, was abgelehnt, was nicht angenommen wird. Dann ist es sinnlos, dafür Zeit zu verlieren, in diesem Fall wird es keine Entwicklung geben.“
98. „Danke.“
99. „Schluss, wir hören auf. Ich wünsche euch Glück. Bis zum nächsten Treffen.“

Girlande

Kapitel  8

1. Der achtzehnte August. Das Fest. Zwei Liturgiegruppen (die eine kommt vom Tempelgipfel, die andere – vom Tempelplatz) trafen sich im Tal der Verschmelzung.
2. Das Erklingen der Psalmen. Das Erwarten des Lehrers. Die Flammen der Kerzen, die in den Händen der Gläubigen brennen...
3. Der Lehrer kam langsam zum Tal der Verschmelzung herab. Eine Weile stand Er neben der schlanken, mächtigen Zeder, während Er die große Anzahl der Gläubigen, die zu Ihm an diesem festlichen Tag gekommen waren, lange betrachtete. Er ließ sich in den Sessel nieder.
4. Und das Wort dauerte nicht lange:

5. „Guten Tag. Ich freue mich sehr, die Feuerchen eurer Herzen wiederzusehen.
6. Ich möchte heute nicht eure Köpfe mit allen möglichen Weisheiten füllen. Ihr solltet schon ausreichend klug sein.
7. Nun, und Weisheit... kann man nicht weitergeben. Weisheit wird durch Erfahrung erworben.
8. An einem ähnlichen Festtag habe Ich euch vormals ein Wort gesagt – „beeilt euch“. Und jetzt, warum auch immer, fällt es Mir ein, euch die eigenartige rhetorische Frage zu stellen: nun, seid ihr bereit?
9. Ich bin froh, dass ihr noch versucht, in eurem nicht leichten Leben nach Möglichkeit zu feiern. Es muss nämlich viel geschafft werden. Prachtkerle. Sich freuen muss man können, und man muss die Freude halten können. Damit von so einer Flamme eine beliebige Kerze angezündet werden mag (bei jemandem, dessen Kerze, warum auch immer, erlöscht ist).
10. Nun, wollen wir unser wichtiges Sakrament erfüllen und versuchen, in Stille zu einem einzigen etwas sehr Großen, Mächtigen zu werden. Was letztendlich grenzenlos sein wird. Und dorthin geht ihr.
11. Das Grenzenlose und die Ewigkeit... diese Begrifflichkeit wird eurem Verständnis vollkommen zugänglich werden.
12. Jetzt werden wir still.“
13. Die Minuten der Verschmelzung. Das Läuten der großen Glocke. Das Meer der Kerzenflammen in der Stille...
14. „Frohes Fest! Ich wünsche euch Glück. Bis zum nächsten Treffen“, - sagte der Lehrer zum Abschluss des Sakramentes.
15. Der Lehrer segnete die Brote. Dann lächelte Er die Gläubigen an. Während Er auf dem Pfad zu Seinem Haus hinaufstieg, drehte Er sich noch einmal zu denjenigen um, die zu Ihm gekommen waren und winkte...

16. Am nächsten Tag traf sich der Lehrer mit zwei jungen Männern aus Australien, die durch die halbe Welt gekommen waren, um den Lehrer zu sehen und zu hören.
17. Ihnen schlossen sich Journalisten des TV-Kanals “Russia Today“ an. Mit dem Einverständnis der Australier nahmen sie deren Gespräch mit dem Lehrer auf einen Tonträger auf.
18. Das Gespräch mit dem Lehrer wurde von einem der beiden jungen Männer geführt, der andere fotografierte die Gesprächssituation und hörte sich dabei aufmerksam die Antworten an. Das Gespräch wurde von Tamriko übersetzt, die zu der Zeit in der Gemeinschaft lebte und mit ihrer Sprachkenntnis den Aufenthalt der ausländischen Gäste in der Gemeinschaft erleichterte.
19. „Ich wollte mich für die Möglichkeit dieses Treffens bedanken. Ich habe, nachdem ich eine bestimmte Information gelesen habe, es so verstanden, dass Sie ein gewisses verbindendes Kettenglied zwischen Mensch und Gott verkörpern. Haben Sie irgendeine Verbindung mit dem Absolut, oder dem Alleinigen (wie das im Letzten Testament heißt)? Wie ich verstanden habe, hat das Absolut, oder der Alleinige keinen geistigen Anteil.“
20. „Mit dem Alleinigen hat jeder feste Körper, der im Weltall vorhanden ist, eine Verbindung.“
21. „Sprechen Sie mit Gott jeden Tag, oder haben Sie schon die gesamte Information?“
22. „Das ist eine komplizierte Frage, es ist schwer, kurz zu antworten.
23. Mit Gott kann überhaupt keiner sprechen. Wenn der Mensch das Wort “sprechen“ benutzt, so ist dabei die Teilnahme des Bewusstseins des Menschen gemeint. Was Gott angeht, hat Er überhaupt kein solches Bewusstsein. Es handelt sich vielmehr um den Zustand des Überbewusstseins, mit welchem zu sprechen auf der Ebene des Menschen-Bewusstseins generell unmöglich ist.
24. Mein Wesen wurde ein wenig anders gestaltet, als der Mensch geschaffen wurde. Ich werde im Innern immer alles fühlen, was zu Gott gehört. Und das Bewusstsein des Menschen brauche Ich, damit Ich das, was Ich in Mir fühle, den Menschen zugänglich machen kann.
25. Deshalb kann der Lehrer nicht immer in ein und demselben Körper kommen. Wenn es an der Zeit ist, etwas mitzuteilen, muss Er in dieser Zeit zur Welt kommen, damit das Bewusstsein in dieser Zeitperiode auf der Ebene der Menschen, die Ihn umgeben, geformt wird. Und dann entsteht eine gute Möglichkeit, etwas Neues den Menschen auf zugängliche Weise mitzuteilen.“
26. „Gibt es irgendeinen besonderen Grund dafür, dass Sie gerade in Russland erschienen sind und russisch sprechen?“
27. „Das waren die günstigsten Bedingungen. Das sind auf psychologischer Ebene Bedingungen der Gesellschaft selbst, als auch die geophysischen Bedingungen der Erde (in dieser Zeitperiode wird die Erdoberfläche gerade große Veränderungen erfahren). Um die Grundlage der Rettung der Menschen zu legen, muss dies dort geschehen, wo dies wirklich am günstigsten ist.“
28. „Als Sie jetzt über die günstigsten Bedingungen in der Gesellschaft gesprochen haben, wurde Russland gemeint. Spielt hier zum Beispiel der Kommunismus eine historische Rolle, der in Russland bestanden hat?“
29. „Spielt er. Es handelt sich dabei um Umstürze in der Gesellschaft, die berufen waren, den Boden maximal dafür vorzubereiten, damit wohltuende Samen wachsen konnten.“
30. „Wie fühlen Sie es, ist es schwer, ein Gottgesandter, ein Vermittler zu sein?“
31. „Leicht kann es grundsätzlich niemals sein. Weil Ich immer Fehler sehen werde, immer versuchen werde, sie zu ändern, aber Ich kann die Menschen nicht zwingen, sich zu verändern. Die Menschen müssen die Wahl selbst treffen.
32. Deshalb besteht Mein Los darin – zu sehen, wie viele in den Abgrund stürzen, Selbst aber keine Möglichkeit zu haben, sie zu verändern.
33. Wann immer Ich auch kommen mag, Ich werde immer wissen, was Ich im weiteren lehren muss.“
34. „Ich habe hier erfahren, dass im Letzten Testament steht, dass, wenn man abseits steht und die Wahrheit nicht anerkennt, so ist es dasselbe, als ob man auf den Abgrund zugeht. Gibt es irgendein Limit, bevor ich anfange, in jene Richtung zu laufen und in den Abgrund fallen werde? Oder befinde ich mich schon in dieser Richtung?“
35. „Das ist eine nicht ganz richtige Deutung. Jeder Mensch hat eine Aufgabe, welche auf seine Möglichkeiten zugeschnitten ist. Daher ist immer im voraus zu sehen, dass der eine oder andere Mensch grundsätzlich noch nicht imstande sein wird, die Wahrheit im Laufe seines Lebens zu finden. So ein Mensch wird nicht zugrunde gehen.
36. Das heißt, die Menschen können unterschiedliche Verständnisse haben, zu denen sie herangereift sind. Einfach, das Wesen des Menschen, der die Wahrheit noch nicht gefunden hat, neigt immer dazu, sich in Richtung des Zerfalls zu bewegen, oder des Zugrundegehens. Und unter Berücksichtigung von all dem, was mit jedem Menschen verbunden ist, wird vor jeden Menschen die Aufgabe gestellt, die er zu lösen hat, und er muss etwas sehr Wichtiges finden.
37. Deshalb, wenn wir nun über irgendeine große Tragödie sprechen... wenn sogar viele, ohne die Wahrheit gefunden zu haben, zugrunde gehen werden, dann wird ihr Körper zugrunde gehen, doch nicht die Seele.
38. Die Menschen haben sehr schwierige Verhältnisse zum Überleben geschaffen, darum werden wirklich viele zugrunde gehen. Aber es gibt keine so eine Aufgabe, dass in diesem Fall innerhalb einer kurzen Zeitperiode alle Menschen auf der Erde zu retten sind. Das ist nicht realistisch. Weil für den Menschen immer die Freiheit der Wahl bestehen bleibt. Und die Milliarden an Menschen sind alle untereinander unwiederholbar. Das stellt die riesige Schwierigkeit dar, ihnen eine und dieselbe Wahrheit nahezubringen.
39. Darum, wenn wir über die Rettung der Menschen sprechen, muss unvermeidlich  ein gewisser Umstand vorausgesetzt werden, wo es gelingen wird, die Grundlage für die Zukunft zu bilden. Aber die Übrigen werden ihre Existenz beenden müssen, um im Nachhinein schon in dieser neuen Gesellschaft wohlbehalten verkörpert zu werden.“
40. „Wie ich verstanden habe, sind Sie jetzt hier, um neues Wissen zu vermitteln. Und es gibt so eine Einladung, dass die Menschen hierher kommen, um in einem gewissen Maße alle Religionen zu vereinen. Aber was geschieht mit den Menschen, die, angenommen, vor Ihrer Ankunft gestorben sind, nichts von Ihrer Existenz gewusst haben?“
41. „Das ist eine normale Erscheinung. Sie alle haben die Aufgaben, die ihnen gestellt wurden, gelöst. Also, sie alle haben in Zukunft die Möglichkeit, auf die Erde zurückzukehren und in günstigere Verhältnisse zu geraten.
42. Gerade in Bezug auf den Menschen gilt die Regel, wo man sagen kann, dass es keinen Tod gibt. Aber alle übrigen sterben.“
43. „Wird gemeint, alle, außer den Menschen?“
44. „Ja, eben außer den Menschen. Alle, die keine Seele haben, sterben. Und von ihnen verbleibt in der Natur nur eine einfache, in primitiver Form ringsum verbreitete Information.
45. Und sogar die Vertreter der Welt des Verstandes, von denen es sehr viele gibt, sind – außer dem Menschen – ebenso sterblich. Auch wenn sie Hunderte von Jahrtausenden lang leben können, aber nach ihrem Tod hinterlassen sie nichts außer einer einfachen Information. Diese Information verbleibt im Feld des Sternes, auf dem der Körper  stirbt. Aber der Mensch, indem er stirbt, bleibt bestehen.“
46. „Habe ich es richtig verstanden, dass diese außerirdischen Wesen vom Absolut geschaffen wurden?“
47. „Speziell wurden sie vom Absolut nicht geschaffen. Das Absolut gab die Gesetze der Entwicklung der festen Körper ein. Es ließ diese Gesetze starten. Es handelt sich um Gesetze , die die Entwicklung von immer komplizierter werdenden Formen voraussetzen. Deshalb ist die Entwicklung eines beweglichen Verstandes das natürliche Ergebnis der Entwicklung der Welt des Weltalls.
48. Der bewegliche Verstand ist der Organismus, der bei seiner Entwicklung imstande sein wird, den Planeten, wo er geboren wurde, zu verlassen und über dessen Grenzen hinauszugehen.
49. Und allen Stoffen und Objekten sind primitive Eigenschaften des Bewusstseins eigen.“
50. „Ich bin etwas verwirrt... da dieser primitive Verstand – und außerirdische Zivilisationen...“
51. „Der Verstand des Tieres und der Verstand des Menschen sind schon zwei sich grundsätzlich unterscheidende Qualitäten hinsichtlich des Verstandes. Der primitive Verstand zwingt den Organismus, der auf einem Planeten geboren wird, von diesem Planeten sehr abhängig zu sein, und er wird sich von ihm nirgendwohin selbstständig losreißen.
52. Und der Mensch – ist derjenige, der später das ganze Weltall besiedeln wird. Der Sinn der Entstehung des Menschen besteht darin, sich im gesamten Weltall zu verbreiten, seine einzigartige Mission erfüllend.
53. Zuerst muss der Mensch lernen, sich zu kontrollieren, seine Werte zu begreifen, und danach wird es ihm erlaubt werden, über die Grenzen der Erde hinauszugehen. Und solange er dieses Bewusstsein nicht besitzt, wird sich der Mensch nicht weit von der Erde losreißen. Er kann es versuchen, aber nichts wird ihm gelingen.
54. Mit dem Übel, das dem Menschen eigen ist, darf er vorläufig noch auf keinen anderen Planeten wechseln.“
55. „Für diejenigen, die ihre Aufgabe nicht erfüllen können, ist dies sozusagen das Ende?“
56. „Nein, nicht sofort das Ende, aber das Ende ist möglich. Wenn der Mensch die gestellte Aufgabe vermeidet, erwirbt er sehr starke negative Eigenschaften. Und um sie zu korrigieren, müssen ihm in einer weiteren Verkörperung schwierigere Verhältnisse bei seinem Erscheinen auf der Erde gegeben werden. Bis hin zu einer Verkörperung in einen Invaliden.
57. Dabei handelt es sich nicht um ein Verdammen seitens Gottes, dies ist vielmehr das, was für ihn am günstigsten ist. Das heißt, wo und als was der Mensch auch geboren wird, so sind es gerade für ihn die günstigsten Bedingungen. Und das muss man dankbar annehmen. Man soll in diesem Fall nicht ungehalten sein und irgendwie seinen Zorn äußern, von wegen, dass Gott einen nicht lieben würde. Zumindest so ist dies eine nächstfolgende Möglichkeit, auf der Erde zu erscheinen.
58. Aber wenn auch diese letzten Möglichkeiten nicht richtig ergriffen werden, sammelt sich in der Seele des Menschen solch ein Umfang an negativen Besonderheiten an, was sein erneutes Erscheinen auf der Erde sinnlos werden lässt. Das bedeutet, dass er bei einer beliebigen Verkörperung schon nicht mehr imstande sein wird, seine innere Welt zu berichtigen.
59. Und schon dann ist eine volle, radikale Reinigung seines Wesens nötig. Er muss, bedingt gesagt, den zweiten Tod erleben: seine Individualität wird völlig ausgeräumt, sie wird verschwinden. Aber das geistige Gewebe bleibt. Dort wird eine neue Individualität eingelegt, und eine neue Geburt wird stattfinden.“
60. „Habe ich es richtig verstanden, dass alle, die jetzt auf der Erde leben, - sind reinkarnierte Menschen, solche, die früher schon gelebt haben?“
61. „Viele werden aufs neue geboren, einige aber kommen zum ersten Mal auf die Welt. Das Erscheinen der neuen Seelen geht ständig vonstatten. Um das Weltall zu  füllen, werden sie in großen Mengen gebraucht.
62. Eine erfahrene Seele wird dadurch charakterisiert, dass das Kind im frühesten Alter beginnt, seine besonderen Neigungen zum schöpferischen Schaffen zu äußern.
63. Das heißt, es kann nicht so sein, dass erstmalig talentierte und nicht talentierte Kinder geboren werden. Ursprünglich werden in alle Menschenkörper sich ungefähr gleichende Seelen eingelegt, und nur die Erfahrung, die von der Seele angesammelt wird, beginnt, sich im Nachhinein zu zeigen. Also, bei dem Kind beginnt die Neigung dazu zu entstehen, womit seine schon angesammelte Erfahrung verbunden ist.
64. Eine junge Seele hat keinerlei Neigung zu irgendwelchem Schaffen. Sie ist mehr dem Egoismus untergeordnet, der sich im Körper entwickelt, und dadurch ist so ein Mensch mehr dazu geneigt, sich an seiner eigenen Person zu begeistern. Eine junge Seele liebt es, sich zu demonstrieren, und die erfahrene Seele strebt danach, sich im Handeln, im Schöpferischen, in Fertigkeiten zu bekunden...“
65. „Können Sie sehen, angenommen, wie oft irgendeine Seele reinkarniert ist, ist sie zum zweiten Mal geboren, oder schon mehrfach?“
66. „Das braucht man nicht zu sehen. Dies ist mit den Gesetzen der Materie verbunden, in die Ich nicht so tief eintauchen soll. Für Mich wird dies nicht günstig sein.
67. Es handelt sich dabei um ein spezifisches Informationsfeld, in das man nicht nur teilweise eingehen kann. Wenn man da hineingeht, dann wird damit noch sehr viel  von dem verbunden sein, was man wird erfahren müssen. Aber Mir sind die Gefühle des Menschen eigen, und wenn diese Gefühle funktionieren, so kann das sehr schwere Gemütsbewegungen erzeugen.
68. Ein Mensch kann mittels bestimmter Quellen teilweise in diese Information, von der du sprichst, eingehen (genauer gesagt, wird er nicht selbst hineingehen, aber mittels der Quelle, die mit ihm Kontakt aufnehmen wird) und verschiedene Informationen bekommen, die wahr und nicht wahr sein können.
69. Ich kann nicht durch irgendeine Quelle irgendwohin kommen. Entweder gehe Ich völlig hinein, oder es ist besser für Mich, dort nicht hineinzugehen.
70. Deshalb kann auch der Himmlische Vater keinen Körper haben, der dem Menschen ähnlich ist: der würde sofort verbrennen.
71. Der Mensch ist vor so etwas Ähnlichem nur dadurch bewahrt, dass er beinahe nichts davon weiß, was um ihn ringsum vonstatten geht. Selbst wenn es dem Menschen jetzt möglich wäre, den Kummer, der auf der Erde geschieht, in jeder Minute zu hören und zu sehen, so würde er nicht lange leben, die Naturpsyche würde dies nicht aushalten.
72. Und das Überbewusstsein setzt die Möglichkeit voraus, alles gleichzeitig zu sehen. Darum, wenn man von Gott spricht, sollte man nicht denken, dass Er die Menschen so sieht, wie es dem Menschen eigen ist. Sein Verhalten gegenüber den Menschen kann Liebe genannt werden, aber davon gibt es nichts, was man in der Heiligen Schrift lesen kann (dass Er jemanden nicht lieben würde, jemanden sogar irgendwie als negativ bezeichnen würde). Ihm sind negative Bekundungen irgendjemandem gegenüber grundsätzlich fremd.
73. Darum musste den Menschen vor zwei Jahrtausenden zum ersten Mal gesagt werden (zum ersten Mal!), dass Gott alle gleichermaßen liebt. Den Rechtschaffenen, als auch einen beliebigen Sünder – gleichermaßen. Sogar dann, wenn ein Mensch offen Flüche gegenüber Gott ausruft, wird Er ihn genauso gleichermaßen lieben.
74. Und dass dem Menschen etwas Ungutes widerfährt, ist keine Strafe Gottes.  Da funktionieren die ganz natürlichen Gesetze der Harmonie. Je aktiver ein Mensch  diese Gesetze verletzt, umso stärker wird er der Selbstzerstörung unterworfen. Man muss immer wissen: Gott hat noch niemals jemanden bestraft. Niemals.“
75. „Ich möchte noch ein wenig über Sie sprechen. Sind Sie die ganze Zeit das verbindende Kettenglied zwischen Mensch und Gott, oder gibt es irgendwelche Momente wie solche im Leben eines normalen Menschen?“
76. „Das Wesen, das Ich habe, ist nicht imstande, in seiner reinen Art auf der Erde zu leben. Wenn es keine menschlichen Eigenschaften erhält, dann ist es nicht fähig, auf der Erde zu leben.
77. Darum, wenn Mein Wesen verkörpert sein soll, muss es sehr sorgfältig bis zu irgendeinem Moment, dem Moment des Erwachens, abgedeckt werden. Aber ab dem Moment beginnt ein Verlauf, der unumkehrbar ist.
78. Also, zuerst zeigen sich die menschlichen Eigenschaften, die bis zu dieser Stunde erworben wurden. Aber in dem Maße der Eröffnung des wahren “Ichs“ wird auch das Selbst-Gewahrsein einsetzen, die Verbindung mit der Erde wird schnell verloren gehen.“
79. „Ich weiß, dass Sie Kinder haben und eine Frau. Wurden sie auf irgendeine besondere Art ausgewählt? Verfügen sie über irgendwelche höhere Kenntnisse im Vergleich zu neuen Seelen?“
80. „ So etwas Kompliziertes ist nicht nötig... Es ist wichtig für Mich, dass Ich auf der Erde einige Besonderheiten verstehe, damit Ich den Schülern etwas besser erklären kann. Es gibt viele Umstände, wo es besser ist, sie selbst zu fühlen, dann verstehe Ich sie besser und bekomme die Möglichkeit, dies den anderen besser zu erklären.
81. Umso mehr muss den Menschen geholfen werden zu verstehen, dass die Harmonie zwischen Mann und Frau eine sehr wichtige Erscheinung für die Entwicklung ist, und dass man das nicht vermeiden soll. Und zu denken, die Lebensweise als Mönch sei irgendwie ideal für die Entwicklung, ist ein großer Fehler.
82. Viele erinnern sich, dass der Lehrer einst alleine ging... Aber das muss alles geändert werden.
83. Nun, es gibt auch eine  einfache Besonderheit: Ich brauche jemanden als Freund, der mir hilft, Mich an die Erde festzuklammern.“
84. „Möglicherweise gibt es einen Rat, den Sie mir als so einem Menschen geben können, der mit offenem Herzen und Verstand gekommen ist?“
85. „Es kann nichts Besonderes gegeben werden, du siehst alles schon selbst. Es ist einfach notwendig, sich selbst nicht zu belügen. Wenn du etwas Wichtiges fühlst, was du gefunden hast, so sollst du imstande sein, mutig auf dieses Wichtige zuzugehen.
86. Ein sehr starker Mangel an Selbstbewusstsein schadet den Menschen. Und wenn sie etwas sehr Wichtiges finden, was das Schicksal ändern kann, erscheinen in der Nähe nicht selten die nahestehenden Menschen, die diese Wahl kritisieren. Und der Mensch kann Angst bekommen, seinen Schritt in diese Richtung zu unternehmen. So gehen viele Auserwählte verloren.
87. Glaube dir selbst und lerne, deine Schritte mutig zu machen, unabhängig davon, was die Mitmenschen um dich herum darüber sagen. Selbst wenn die ganze Welt dir sagt: „Du sollst diesen Schritt nicht machen“, du aber fühlst, dass er richtig ist, so musst du ihn machen.“
88. „Gestern auf dem Treffen mit den Menschen hast Du die Frage gestellt: „Seid ihr bereit?“ Um was geht es bei dieser Frage?“ - schlossen sich die Journalisten von “Russia Today“ dem Gespräch an.
89. „Wenn Ich das nicht den Schülern gesagt habe, wozu soll Ich es dann allen übrigen erzählen?“
90. „Sie haben hier, vom geistigen Gesichtspunkt aus gesehen, sozusagen ein ideales Modell der Gesellschaft aufgebaut. Und was meinen Sie, kann man dieses Modell inmitten Russlands an anderen Plätzen verwirklichen? Ist das grundsätzlich möglich?“
91. „Ich würde Mich freuen, wenn dies überall so wäre. Aber es gibt da so eine einzigartige Schwierigkeit...
92. Die geistige Entwicklung setzt das Befolgen der Gesetze voraus, die gerade den Menschen helfen, sich zu entwickeln. Es handelt sich nicht um Rituale, mit welchen normalerweise das Wort “Religion“ verbunden ist, nicht um irgendwelche Sakramente, die in der Kirche vor sich gehen (dies alles ist etwas Zusätzliches, und es ist dies eher, einfach ausgedrückt, wie Rüschen, wie Flitter).
93. Die geistige Entwicklung bedeutet das richtige Befolgen der Gesetze. Um diese Gesetze zu eröffnen, müssen beinahe alle Aspekte berührt werden, die mit der Tätigkeit des Menschen verbunden sind, auf beliebigen Gebieten, wo vor allem die Menschen miteinander verkehren.
94. Dabei handelt es sich um eine riesige Menge von anscheinend für viele gut bekannte Begriffe: auf welche Weise man sich besucht, wie man kommuniziert, wie man Kontakte gestaltet, wie man auf den einen oder anderen Umstand, in den Mitmenschen ringsum geraten, reagiert...
95. Es geht um ein riesengroßes Erscheinungsfeld, und das für alle zugänglich zu machen, ist dem Lehrer grundsätzlich unmöglich. Denn sich mit allen zu treffen und die Einzigartigkeit und irgendwelche unwiederholbare Besonderheiten von jedem zu betrachten, ist unmöglich.
96. Während diese Gesellschaft aufgebaut wird, verschließt sie natürlich nicht die Türen, sodass alle Dieses hier berühren können.
97. Aber dabei sollen schon die Menschen Aktivität zeigen. Ich bin bereit zu helfen, soweit dies möglich ist, aber sie selbst müssen dies wünschen.
98. Denn es ist sehr schwer, sich selbst zu ändern. Alle sind gewohnt, es so zu machen, wie es ihnen gefällt, und sie wollen sich nicht so ändern, wie es notwendig ist. Alle wollen das Bequeme finden, aber sie finden es überhaupt nicht und leiden ihr ganzes Leben lang.
99. Diese Regeln muss man einfach lernen anzunehmen... Aber die Aktivität dazu muss der Mensch selbst bekunden.“
100. „Und wie verhalten Sie sich persönlich dazu, dass Sie in den westlichen Massenmedien als “der russische Christus“ bezeichnet wurden?“
101. „Nun, wie beliebt, das ist überhaupt nicht wichtig. Es handelt sich dabei um ein Wortspiel, und es wird bei jedem mit irgendetwas Eigenem  assoziiert. Und selbst wenn man alle gläubigen Christen bittet zu beschreiben, was dies denn buchstäblich heißt, was darunter zu verstehen ist, so werden sie alle unterschiedlich geformte Bilder wiedergeben. Aber es geht doch um eine einzige Erscheinung, nicht um verschiedene. Deshalb klammere man sich besser nicht daran.
102. Es gibt die Wahrheit, es gibt Den, Der berufen ist, diese Wahrheit nahezubringen. Und wie man Ihn nennt, ist überhaupt nicht wichtig.“
103. „Aber fühlen Sie Ihre Reinkarnation?“
104. „Das ist natürlich das Ungewöhnlichste, etwas, was am meisten Streit hervorruft, was Verwirrung hervorruft... Aber das ist gerade auch Mein Leben. Macht nichts, was kann Ich denn tun. Ich musste einst den Anfang schaffen, die Frohe Botschaft starten lassen, wo Ich darüber berichten musste, dass Gott alle gleichermaßen liebt (wobei es unwichtig ist, welchem Volk du angehörst, Er wird dich gleichermaßen lieben).
105. Diese Einzigartigkeit über die Liebe, über Selbstlosigkeit, musste überbracht werden. Aber die Lehre konnte nicht gegeben werden. Es war klar, dass dies auch sowieso die zu fest eingefahrenen Traditionen bedrängt hätte  und angefangen hätte, die Menschen zu erschrecken.
106. Daher konnte nicht mit einer langen Schaffensperiode gerechnet werden. Nötig war eben, mit Erfolg das Wichtigste zu vermitteln. Und danach musste man kommen und die endgültige Lehre geben.“


Girlande

Kapitel  9

1. Am zwanzigsten August gab der Lehrer für den TV-Kanal “Kultur“ ein Interview.
2. „Ich habe viele Eurer Werke gesehen und war erstaunt, als ich erfuhr, dass Sie dies absolut niemals gelernt haben. Erzählen Sie bitte, was hat Sie überhaupt bewegt zu malen?“
3.“So eine eigenartige Tätigkeit birgt zwei Aspekte. Der eine ist mit der Selbsterhaltung verbunden. Die umgebende Welt ist Meiner inneren Welt sehr fremd. Und in irgendeinem Moment begann die Wahrnehmungsschwierigkeit dessen zu entstehen, was ringsum vor sich geht, und Ich musste Mich ernsthaft ablenken.
4. Das ist das erste, was geschehen musste, was seinerseits auch in alles übrige harmonisch eingeflochten wurde.
5. Weil die bildende Kunst, als auch eine beliebige andere Kunstform, wo der Mensch strebt, das Schöne zu besingen – den Hauptteil der geistigen Entwicklung ausmacht. Und dies darf keinesfalls von dem Begriff  des “Geistigen“ abgesondert werden.
6. Deshalb, wenn Ich Mich dieser Tätigkeit gewidmet habe, musste Ich sie gleichzeitig besser fühlen können. Anfangen, jene Schattierungen des Menschen wahrzunehmen, die Ich würde nutzen können, um den Schülern schon etwas nahezubringen.
7. Ich bringe ja nicht irgendeine Information, die in Meinem Bewusstsein sozusagen hätte fixiert sein sollen. Ich formte sie, diese Information. Aber um sie zu formen, muss Ich das fühlen, was vor sich geht. Ich muss dies berühren, fühlen und in eine bekannte, dem Menschen verständliche Form hüllen.
8. Daher muss Ich viele Nuancen, die zu berühren wichtig sind, besser verstehen, diese Nuancen berühren, sie fühlen. Und dann ist Mir das klarer, was mit dem Menschen geschieht, Ich kann es ihm dann besser erklären.
9. Das Geistige und die Kunst sind zwei solche Hälften (wobei es vielleicht sogar zulässig wäre zu sagen) wie Mann und Frau. Das heißt, bei der normalen Entwicklung sollen Mann und Frau eins sein. Ebenso auch die Kunst und das Geistige – sollen eins  sein.
10. Das Geistige setzt vor allem die grundsätzliche Fähigkeit voraus, die eigene Gefühlswelt zu beherrschen, indem man sie richtig organisiert. Und bildende Kunst – heißt, die Fähigkeit, die Gefühlswelt, die im Innern schon schön ausgebildet ist, in die Werke, die der Mensch zu gestalten vermag, einfließen zu lassen.
11. Und wenn ein Mensch zu schaffen beginnt, so fängt er an, den ihn umgebenden Raum zu verändern. Indem er Bilder mit Liebe gestaltet, stellt er heilende Werke her, neben ihnen kann man genesen.
12. Wenn er versuchen wird, nur sich zu zeigen (also die entgegengesetzte Seite von Gestaltung und geistiger Entwicklung, so sind das die egoistischen Manifestierungen), dann handelt es sich um gefährliche Bilder.
13. Es gibt sehr viele davon, man versucht, sie hoch zu bewerten, aber sie tragen in sich todbringende Gefahr. In ihrer Nähe, wenn man offenen Herzens ist, kann man sich mit der Zeit schlecht fühlen. Irgendeine Schwere beginnt den Menschen zu befallen, er fängt an zu fühlen – dass etwas nicht stimmt. Es geht von dem Hintergrund dieser Bilder eine negative Wirkung aus. Diese negative Wirkung wird von dem Hintergrund dieser Bilder ausgestrahlt. Man kann solche Phänomene sogar messen, das heißt, sie sind real und messbar.“
14. „Sagen Sie bitte, welche Aspekte Ihrer Lehre, Ihres Wortes, das, was Sie den Menschen überbringen, welche Aspekte sind also besser nicht mittels Worten, sondern eben visuell weiterzugeben?“
15. „Schwer, etwas darüber zu sagen. Vielleicht ist etwas möglich... Aber über dieses Thema habe Ich nie nachgedacht. Weil das, was Ich bringe, vor allem mit den Gesetzen der geistigen Entwicklung des Menschen verbunden ist und dies durch Worte mitgeteilt werden kann. Vermittelt in zugänglicher, klarer Form.
16. Mehr noch, nachdem Ich Mich früher schon mitgeteilt hatte, musste Ich daraufhin mehrmals dieses Thema von den Seiten berühren, die jemandem in diesem Moment noch nicht klar waren.
17. Darum ist festzustellen, dass Ich während der zwanzig Jahre Meines Predigens nicht selten die Fragen berühren musste, die Ich schon in den ersten Jahren besprochen hatte.
18. Es kommt vor, dass eine Frage von so einer Seite berührt wird, wo Ich kaum ahnen konnte, dass dem Menschen gerade dies nicht klar werden konnte, dass es irgendeine Nuance in seinem Bewusstsein gibt, die ihn gestört hat, dies richtig aufzunehmen.
19. Denn der Mensch nimmt alles, was er erlebt, nicht mit dem Verstand wahr, sondern mit den Gefühlen. Würde dies durch den Verstand stattfinden, wäre es einfacher, eine Erklärung würde reichen.
20. Aber der Mensch, das kann man lächelnd sagen, ist in der Tat ein pseudo-vernünftiges Wesen. Das heißt, er ist mit dem Verstand ausgestattet, aber er nimmt alles durch seine Gefühle wahr. Und sein Verstand wird dem untergeordnet, so, wie er fühlt. Das heißt, er nimmt für sich dasjenige als Wohl an, was ihm gefällt. Nicht dasjenige, was richtig ist, sondern das, was ihm in diesem Moment gefällt.
21. Aber wenn er von Anfang an vorläufig noch nicht richtig geformt ist, so ist alles, was ihm gefällt, zuerst einmal nicht richtig. So muss dies alles zerbrochen werden. Also ist solch ein Hinweis zu geben, der in der Tat dem Menschen nicht gefällt.
22. Aber er muss irgendwie reifen, anfangen zu fühlen und irgendwo im Innern zu verstehen, dass man es tatsächlich anscheinend wirklich so machen sollte, obwohl man es nicht möchte. Aber indem er dies in sich zerbricht, kann er sich besiegen und alles, alles im Innern auf diese Weise ändern.
23. Deshalb werde Ich vor allem über Gesetze sprechen, Ich werde sie mitteilen. Und sie sind mit den gegenseitigen Beziehungen von Menschen verbunden (das ist das erste) und damit, wie der Mensch die ihn umgebende Realität wahrnehmen muss.
24. Aber Ich muss sehr viel zu diesem Thema sagen. Es einfach zu zeigen – ist schwierig. Nun, in diesem Fall ist es Mir vielleicht auch gelungen, in dieser Zeit irgendetwas mit den Händen zu schaffen, etwas damit zu zeigen.
25. Aber Ich bin kein Maler, Ich habe etwas sozusagen einfach angepackt und gemacht, das war keine besondere Mühe für Mich.
26. Aber dies hat seine Spezifik. Vor allem ist dies mit der Fähigkeit des Menschen verbunden, die umgebende Realität visuell wahrzunehmen und damit, wie diese Information in seinem Bewusstsein bearbeitet wird und wie sie weiter mit dem Bewegungssystem, mit seinen Händen, in Zusammenhang gebracht wird.
27. Der Mensch muss lernen, diese Erscheinungen in seinem Organismus, seiner Physiologie, zu koordinieren, und dies soll ihm nicht irgendeine besondere Mühe bereiten.
28. Seine Hauptarbeit liegt für ihn nicht darin, malen zu lernen, sondern darin, möglichst tiefer die Begeisterung an dem, was man sieht, zu äußern. Das ist das Wichtigste beim schöpferischen Tun – seine Augen am Anblick der umgebenden Realität weiden.
29. Weil nur dieser Grundsatz richtig und in nötigem Maße die umgebende Realität ändern kann. Wofür der Mensch auch geboren wurde – diese umgebende Realität zu ändern.
30. Deshalb ist der Mensch für die Ewigkeit geboren und nicht nur für eine kurze Zeit, um zu strampeln, um es fertigzubringen, irgendwohin zu springen und dann in der weiteren Ewigkeit Weintrauben und Gebäck zu genießen. Das ist äußerst großer Unsinn.
31. Dafür wurde der Mensch nicht geschaffen, dies wäre eine große Dummheit.“
32. „Heißt das dann, dass Gott den Menschen dafür geschaffen hat, damit er die umgebende Realität ändert?“
33. „Ja. Weil er in diesem Fall das tut, was der Vater selbst nicht tun kann. Der Vater kann nicht direkt auf die Welt der Materie einwirken. Sein Wesen befindet sich in einer anderen Realität.
34. Der Mensch hat einen festen Körper. Der Mensch ist nämlich vor allem nicht sein Körper, sondern Seele, die direkt aus der Realität des Vaters geschaffen wurde. Sie ist einzigartig. Aber sie musste so eine Verdichtung erleben, die sie fähig gemacht hat, sich mit dem Biologischen, das auf der Erde seine Existenz begann (das heißt, mit diesem Organismus, den der Mensch jetzt hat), zu vereinen.
35. Und im allgemeinen sollen die natürlichen menschlichen Naturempfindungen, die Gefühle, sein Naturego, sich mit den Gefühlsbesonderheiten der Seele verbinden.
36. Bei dieser Zusammensetzung ist der Mensch in sehr ungewöhnliche Verhältnisse geraten, er ist über die Grenzen, die in der Harmonie der Natur zugelassen waren, hinausgegangen.
37. Also, in der Welt der Natur ist alles so ausgeglichen, dass der biologische Organismus den Gesetzen der Harmonie leicht zu folgen beginnt. Er findet schnell den harmonischen Weg und beginnt, diesem intuitiv zu folgen.
38. Der Mensch, wie ihr von eurer Geschichte her schon wisst, kann sich schon seit Jahrtausenden immer noch nicht in diese Harmonie einfügen. Wohl fühlt er auch etwas, aber er läuft in eine andere Richtung, warum auch immer. Das ist so, weil seine Gefühlswelt dank des geistigen Gewebes um ein Vielfaches verstärkt wurde, stärker, als dies unter den natürlichen Verhältnissen der Natur zugelassen war.
39. Das geistige Gewebe, welches der Gefühlswelt des Menschen gewissermaßen ähnlich ist, vergrößerte bei dieser Vereinigung stark die Erscheinungen der Gefühlswelt des Menschen. Und das Bewusstsein des Menschen geriet elementar unter den Einfluss des Egoismus des Menschen selbst.
40. Diese Periode der Existenz der Menschen ist damit verbunden, dass der Mensch lernen muss, seinen Wert zu verstehen, sich zu erkennen und seine Gefühlswelt zu organisieren. Sofort, nachdem ihm dies gelungen ist, öffnet sich vor ihm das gesamte Weltall.
41. Aber solange er dies nicht tun kann, darf er nicht über die Grenzen der Erde hinausgehen. Denn dies würde dann ein großes Unglück für die Welt des Weltalls bedeuten.
42. Alle Fantasien, die der Mensch über Kriege im Weltraum darstellt, sind nur im Kopf des Menschen selbst. In der Welt der Harmonie geschieht so etwas nicht, keiner führt solche Kriege. Darum kann er nicht hinausgelassen werden.
43. So eine globale Aufgabe steht vor dem Menschen. Und es gibt ebenso ein globales Problem – es ist unmöglich, den Menschen zu zwingen, die richtigen Schritte zu machen, er selbst muss sich entschließen, diese zu tun. Das heißt, es geht um die Freiheit der Wahl. Und das ist das Allerschwierigste.
44. Es kann ihm gezeigt werden, wie es richtig ist, aber nur diejenigen wählen dies Richtige, die dazu am meisten reif geworden sind. Alle übrigen wenden sich ab und beweisen etwas anderes. Wodurch sie zugrunde gehen, leiden, aber sie bewegen sich beharrlich in die gewählte nicht richtige Richtung.
45. Aber das System der Reinkarnation, das dafür absichtlich eingeführt wurde, zwingt den Menschen immerhin, positive Erfahrungen anzusammeln und auf dieser Erde immerhin noch zu bestehen.
46. Wodurch man sehen kann, dass Kinder einen unterschiedlichen Grad an Talenten, warum auch immer, an den Tag legen. Und man kann dann, indem man von den primitiven Vorstellungen über Gott ausgeht, eine ebenso primitive Frage stellen: was, liebt Gott etwa nicht alle gleichermaßen?, warum kommen talentierte als auch nicht talentierte Kinder zur Welt? Ursprünglich sind bei allen Kindern die Seelen gleich, aber diese angesammelte Erfahrung beginnt, sich gerade da auszuwirken.
47. Je mehr es die schöpferische Schaffenserfahrung gibt, umso früher beginnt das Kind, eine Neigung zum Schöpferischen zu zeigen. Es beginnt, etwas selbst mühselig und geduldig anzufertigen, das gefällt ihm. Und je weniger von dieser Erfahrung vorhanden ist, umso unruhiger ist die Seele, es läuft überall herum, fordert für sich mehr Aufmerksamkeit, aber schaffen kann es vorläufig noch nicht. Hier braucht man schon Geduld und viel Kraft, um ihm das beizubringen.“
48. „Gott hat Ihnen Talent gegeben. Oder ist dies bei Ihnen kein Talent, sondern eine Fähigkeit, und sie ist bei Ihnen auf irgendeine Weise erschienen?“
49. „Vor allem sind es einige Besonderheiten, die mittels Wahrnehmung der umgebenden Welt - durch Meine Physiologie - verbunden sind. Man kann sagen, dass es sich um eine gewisse Veranlagung handelt, die bei der Formung Meines Körpers, der unter bestimmten Bedingungen geboren werden musste, berücksichtigt wurde. Ein passender Körper, der maximal günstig das realisieren kann, was Ich machen muss.
50. Dies wird berücksichtigt, aber er wird nicht von Gott geschaffen. Er wird entsprechend dem natürlichen Verlauf der Entwicklung berücksichtigt. Kann sein, dass so eine nicht große  Korrektur erfolgen kann, aber dabei handelt es sich um eine nicht große Korrektur, wo die Gegebenheit berücksichtigt wird, immerhin von einem Menschen selbst geboren zu werden.
51. Und wie Ich schon gesagt habe, Ich bin doch kein Maler. Ich kann Mich mit allem möglichen beschäftigen. Wenn Mir Zeit zur Verfügung gestellt wird und Ich interessiert bin, ist es für Mich keine Mühe, ein beliebiges künstlerisches Gebiet zu beherrschen.
52. Aber für Mich ist das ein Spiel. In einem Moment von Interesse zieht es Mich an. Aber Mein Interesse ist vor allem mit Meiner hauptsächlichen Mission verbunden. Gleich, nachdem das Interesse verschwindet, interessiert Mich dies überhaupt nicht mehr. Das heißt, Ich kann deswegen nicht entbrennen, Ich habe diese Eigenschaft nicht.
53. Bei so etwas handelt es sich um ausgesprochen menschliche Besonderheiten, wegen welcher der Mensch geboren wurde, damit er weiter auf der Erde eine Ewigkeit lang brenne. Brennen eben wegen des Schöpferischen, nicht einfach wegen irgendwelcher negativen Emotionen.
54. Und negative Emotionen kann er nur wegen des Einen haben – dass er etwas nicht ganz richtig geschafft hat. Wenn er sieht – er hat etwas gestaltet, was ihm nicht ganz gefällt, er will es aufs neue versuchen und noch besser machen. Nur auf diese Art darf er brennen.
55. Daher, alles, was mit Mir verbunden ist... ist gewissermaßen anders. Ihr braucht sogar nicht einmal fragen, es ist nicht auf den Menschen anzuwenden.“
56. „Wie in etwa, mit zwei Worten gesagt, ist Ihre Mission? Und ändert sie sich im Laufe der Zeit? Sie sind schon zwanzig Jahre bei uns, Sie lehren uns... Hat sich dadurch die Mission geändert?“
57. „Nein. Die Mission kann sich niemals ändern. Weil Mein Wesen nur für das Eine geschaffen wurde – in dem Moment, wo die menschliche Gesellschaft, oder (anders gesagt) die Wesen, die das geistige Gewebe besitzen (um diesen Begriff zu erweitern, das Weltall berücksichtigend, nicht aber nur die Erde), in der einen oder anderen Welt eine Korrektur ihrer Entwicklung benötigen (ansonsten eine Gefährdung ihrer Existenz entstehen kann, sie könnten sich selbst zerstören), - dann muss Ich dort erscheinen, in ihrem Körper zur Welt kommen, im Laufe irgendeines Zeitraumes geformt werden, damit Mein Bewusstsein sich auf die Ebene dieser Gesellschaft einstimmt.
58. Und dann, indem Ich Meine Gefühlswelt aktiviere, fange Ich an, sofort zu sehen, was nicht richtig vor sich geht. Im weiteren werde Ich dies in die für ihre Bewusstseinsebene verständliche Formen und in Bilder umwandeln...
59. Aber dieses Wesen ist nur für das Eine geschaffen, und es ist nicht berufen, einfach so wie der Mensch zu leben. Darum ist Mir eine gewisse Nuance eigen, die diese Existenz problematisch gestaltet. Sie kann nicht problematisch sein, solange Mein “Selbst“ nicht geöffnet ist, aber sofort, nachdem es geöffnet ist, setzt unvermeidlich die offene Tätigkeit ein. Aber die Tätigkeit führt unvermeidlich zum Selbst-Gewahr-Werden, was aktiv zu verlaufen beginnt, das heißt, das “Ich“ beginnt sich immer mehr zu öffnen.
60. Aber je mehr es ins Äußere kommt, umso schwieriger ist es, Mich an der umgebenden Realität festzuhalten: sie ist nicht die Meine.
61. ...Das Meine – das sind die Menschen. Wenn sie das Meine annehmen – lebe Ich, Ich sehe den Sinn. Wenn sie aufhören entgegenzunehmen, so interessiert Mich alles übrige nicht, Ich verliere dann den Sinn Meiner Existenz.
62. Und hier gibt es Schwierigkeiten. Aber sie sind zu überwinden. Weil es Mir gelingt, irgendwelche interessante Momente zu finden, Mich an sie zu halten, irgendwelche Freuden daraus zu entnehmen und irgendwelche emotionale Befriedigung zu bekommen.“
63. „Und können Sie sich an Ihr erstes Erscheinen auf der Erde erinnern?“
64. „An einige Nuancen kann Ich Mich sozusagen erinnern. Aber es fällt Mir schwer, diesem eine Einschätzung zu geben: was ist das, was ist das für eine Information, und warum manifestiert sie sich bei Mir irgendwo ein wenig (vor allem auf der Gefühlsebene).
65. Sie bringt starke Gemütsbewegungen mit sich, aber sie ist von kurzer Dauer, nicht lang anhaltend. Sie bezieht sich mehr auf die letzten Stunden. Und das reicht, um zu verstehen, dass es besser ist, sich nicht daran zu erinnern.
66. Die natürliche Gefühlswelt – da geht es um Erlebnisse. Und Meine Lehre ist nicht damit verbunden, was im Osten praktiziert wird ( ein gewisser ausgeglichener Zustand, wo der Mensch sozusagen wegen etwas keine Gemütsbewegungen empfindet). Auf Meine Lehre bezogen ist das unmöglich.
67. Der Mensch soll gefühlsmäßig offen sein. Das ist schmerzhaft, aber nur so kann man sich entwickeln. Wenn man sich verschließt, in einen neutralen Zustand übergeht, kann man sich nicht entwickeln. Man ist natürlich nicht verwundbar hinsichtlich irgendwelcher emotionalen, aggressiven Ausbrüche, die ringsum stattfinden, aber es gelingt nicht, sich normal zu entwickeln. Deshalb soll der Mensch offen sein.
68. Und auf die Weise erwirbt man bei einer geöffneten Gefühlswelt unvermeidlich irgendwelche Anhänglichkeiten. Und wenn sie zerrissen werden, fühlst du Gemütsbewegungen. Das lässt sich auf keinerlei Weise voneinander abtrennen, das ist einfach ein Ganzes.
69. Deshalb, wenn es einmal einst irgendwelche Anhänglichkeiten, irgendwelche sorgenvollen Gefühle gegeben hat, so ist es besser, sie lieber nicht auch noch zu denen hinzuzufügen, die sowieso ständig aufkommen. Das ist zu viel. Also hier kann man schon seinen Körper, seine Physis, einem großen Risiko unterwerfen. Der Körper ist nämlich nicht etwas Feuriges mit grenzenlosen Möglichkeiten, er ist ebenso verwundbar.
70. Es gibt auch ohnedies genügend Sorgen, die stark schwächen und immer mehr verwundbar machen. Es entsteht Müdigkeit, und sie ist nicht wegzuschaffen, weil es nicht so eine  Erholung gibt.
71. Wenn du alles siehst und all das Nicht-Richtige wahrnimmst und keine Möglichkeit hast, etwas zu ändern und dabei weißt, dass all dies zur Vernichtung führt (aber DU musst etwas ändern, doch DU kannst dies nicht machen), so ist das alles andere als einfach. Deshalb ist es besser, sich an Jenes nicht mehr zu erinnern.“
72. „Wahrscheinlich sind sehr große Bemühungen notwendig, um das zu vergeben, was Ihnen die Menschen damals angetan haben.“
73. „Vergeben... Ich kann Mich grundsätzlich nicht gekränkt fühlen oder etwas verspüren, was dieser Erscheinung ähnlich ist, das ist grundsätzlich unmöglich. Aber all diese Bitterkeit... davon gibt es natürlich nicht wenig.“
74. „Nun, in diesem Leben gibt es bei Ihnen mehr Angenehmes. Zum Beispiel können Sie es sich erlauben, Frauen, Kinder zu lieben. Irgendwie fühlen sich die Menschen zu Ihnen mehr hingezogen, sie kommen aus den verschiedensten Orten...“
75. „Stimmt, stimmt. Ich habe diese Mal mehr Glück, es ist interessanter. Nicht so viele Schwierigkeiten, Begrenzungen. Das ist auch ein wichtiger Umstand, der Mich an der Natur, am Leben festhalten lässt.
76. Weil dabei irgendwelche zusätzliche interessante Momente entstehen, die nicht neutral wahrgenommen werden können, sie schaffen eine zusätzliche Anhänglichkeit, und das heißt Freude. Und auch Sorgen. Wenn die Kinder krank werden können, ist dies natürlich nicht mit Freude oder irgendwie neutral wahrzunehmen, Sorgen entstehen.
77. … Aber gleichzeitig ist dies eine Möglichkeit zu zeigen, dass die geistige Entwicklung nicht ohne Vereinigung des Männlichen und Weiblichen betrachtet werden soll.
78. Früher hat man das so gedeutet, dass, wenn der Lehrer alleine ging, so sei dies folglich wahrscheinlich interessanter für die geistige Entwicklung. Die Frau wurde über Jahrhunderte hinweg als ein Hindernis für die geistige Entwicklung betrachtet.
79. Aber das ist eine sehr große Dummheit, die sogar einfach das widerlegt, was im Alten Testament steht. Dort wurde doch erwähnt, dass die Frau für den Mann geschaffen wurde, von Gott geschaffen wurde (die beiden mögen eines werden, und der Mensch möge sie nicht trennen).
80. Also, man durfte nicht daran denken, dies irgendwie zu trennen. Dies sollte man immer nur als Eines betrachten. Aber es wurde wiederum vom Egoismus interpretiert und sehr ernstlich entstellt.
81. Die Lebensweise als Mönch führt überhaupt nicht zu einer normalen geistigen Formung. Dabei handelt es sich um eine große Tragödie, viele Schwierigkeiten, wo die Schwachen leicht beginnen, sich damit zu beschäftigen, was einfach überhaupt der geistigen Entwicklung entgegensteht, weil sie grundsätzlich ihre Physis nicht beherrschen können.
82. Insofern zerbrechen jetzt natürlich Meine Handlungen schon sofort grundsätzlich diese Deutung, die zu diesem Thema entstehen konnte.“
83. „Nun, und Liebe fühlen Sie ebenso wie die Menschen?“
84. „Nein, so etwas kann Ich gerade nicht fühlen. Ich konnte dies vor Meinem Erwachen fühlen... Weil diese einzigartige Nuance mit dem Menschen verbunden ist, sie ist berufen, dem Menschen zu helfen, aber sie bindet den einen an den anderen zu stark.
85. Ich habe so eine Anhänglichkeit nicht. Für Mich werden immer alle Menschen auf die gleiche Weise wertvoll sein. Und diejenigen,  die Mir nachfolgen, werden für Mich natürlich am wertvollsten sein. Darum kann für Mich keiner aus dieser Menge als der Wichtigste bezeichnet werden.
86. Es handelt sich um ein interessantes Gefühl, aber es ist ein gefährliches Gefühl. Deshalb muss der Mensch auch unterschiedliche Szenarien schaffen / Theaterstücke aufführen und betrachten, wie tragisch Liebe sein kann, wie jemand wegen dieser Liebe einen verletzen kann... Es gibt so etwas. Aber dies wird sich mit der Zeit natürlich ein wenig verändern.
87. Obwohl das Naturgefühl bleiben muss. Es ist dazu berufen zu helfen, die optimale Variante der Vereinigung des einen mit dem anderen Organismus zu finden. Dies ist sein Hauptprinzip.
88. Deshalb lässt es ursprünglich diesen Impuls starten, der diese Menschen zueinander zieht und ihnen helfen muss, jene Schwierigkeiten zu überwinden, die unter ihnen als solche Reibungen entstehen – Ecken, die sie miteinander begreifen, überwinden und annehmen sollen. Und sich danach schon endgültig richtig vollends vereinigen.
89. Dieses Aufflammen ist berufen, jene Gefühlsbekundungen zu betäuben, die die Menschen voneinander abstoßen können (Zorn, Unzufriedenheit, was bei ihnen entstehen kann; Kränkungen, die anfangs entstehen können). Das Gefühl der Liebe ist berufen, diese ersten Äußerungen zu besiegen, zu löschen, den Menschen zu helfen, irgendeine Zeit durchzuhalten und sich weiterhin normal zu vereinigen.
90. Diese erste Liebe selbst, die sich unter den Menschen formt und sie vereint, kann man nicht während des ganzen Lebens bewahren. Sie ändert sich und wandelt sich in einen anderen Zustand.
91. Also, sie hat ihre besondere Nuance und sie hat ihre spezifische Berufung.“
92. „Und ist es überhaupt schwer, den Menschen nahezubringen, was gut und was schlecht ist?“
93. „Nun ja, nicht einfach. Aber es gibt eine Regel, die in diesem Fall zu befolgen ist: Ich werde all diejenigen lehren, die dies wollen. Die übrigen werde Ich nicht belehren, das heißt, Ich habe nicht das Bestreben, ihnen zu geben.
94. Ich bin in Sorge wegen ihnen, wenn Ich sehe, dass etwas nicht richtig getan wird. Ich werde fühlen, dass Ich nichts ändern kann. Dieses Gefühl der inneren menschlichen Entrüstung gegen sich selbst: „Nun, warum gelingt es nicht! Vielleicht mache Ich etwas nicht so, wie es nötig wäre“, eine einfache menschliche Selbstkritik, äußert sich, bringt irgendwelche Sorgen mit sich.
95. Aber wenn Ich Mein Wesen aktiviere, dann verstehe Ich natürlich, dass Ich grundsätzlich nichts tun kann. Solange ein Mensch nicht selbst herangereift ist, das entgegenzunehmen, was Ich bringe, kann ihm dies nicht gegeben werden, er kann es einfach nicht annehmen. Und wenn er nicht nehmen kann, wie wird er dann alle dies erfüllen?
96. Darum bin Ich berufen, Mich vor allem auf diejenigen zu stützen, die dazu irgendwie reif wurden, bedingt aufgerufen wurden. Bedingt. Obwohl “aufgerufen“ - bedeutet nicht, dass er unbedingt gehen wird. Er hat auch seine Wahl, verschiedene Umstände, in welche er eintauchen wird, und er wird selbst entscheiden, wohin er gehen muss und wohin – nicht.
97. Darum ist hier alles nur mit einer bestimmten Reife verbunden. Und wenn der Lehrer kommt, so stellt sich die Aufgabe nicht, möglichst viele Menschen heranzuziehen. Diese Aufgabe besteht einfach nicht. Damit beschäftigen sich gerade diejenigen, die die Wahrheit nicht verstehen.
98. Der Versuch, möglichst viele mit verschiedenen Tricks oder sonst wie zu begeistern, ist das erste Merkmal, dass dies nicht zur Wahrheit gehört. Weil man Sie nicht tragen kann, wenn man Sie nicht versteht.
99. Und für denjenigen, der gereift ist, reichen auch schon kleine Anspielungen, man spürt sofort ein gewisses Brodeln (das heißt, etwas kocht auf), er verspürt etwas Inspirierendes. Es fängt an, ihn zu beflügeln, er fühlt – er muss gehen. Er kann das nicht völlig verstehen, was er gehört hat, aber er fühlt, dass dies das Seine ist.
100. Diesen inneren Aufruf muss er hören, dann gibt es Hoffnung, dass er diese seine gewisse Berufung realisiert. Wird er ihm nicht folgen – wird dieser Aufruf nicht wiederholt werden, er beginnt zu erlöschen, und nach einer gewissen Zeit verschwindet er. Darum, wenn man den Aufruf nicht rechtzeitig nutzt, so kann man ihn dann niemals wieder hören.
101. Und diese Beflügelung befähigt zu sehr vielen mutigen Schritten bei Überwindung von Ängsten und Komplexen, erste Schritte werden schnell unternommen. Und danach schon, während der Mensch sich festigt, wird es für ihn leichter weiterzugehen. Aber wenn man dies vorübergehen lässt und die Komplexe stärker werden und die Ängste stärker werden, Unsicherheit stärker wird, dann können unter Umständen die Kräfte schon nicht mehr reichen, um dies überwinden zu können.
102. Also sind solche Auserwählte notwendig. Daher musste Ich viele Jahre reisen, wobei es nur dadurch gelungen ist, dass Menschen selbst mitunter ihren Wunsch geäußert haben. Jetzt ist aber die Zeit, sich nicht mehr damit zu beschäftigen. Zeit und Umstände passen nicht, um so zu reisen und diejenigen heranzuziehen, die darauf zumindest irgendwie zu reagieren bereit sind.
103. Ich bin sicher, dass, wenn man das Wort in aller Breite hinauslaufen lässt, könnte sich noch eine Unmenge an Menschen anschließen. Aber es ist keine Zeit, ihnen das beizubringen, weil alles seine Zeit hat.
104. Es ist notwendig zu schaffen, die Basis zu legen und zu formen, sie bis zu dem Reifegrad reifen zu lassen, wo man – unabhängig davon, was ringsum vonstatten geht -  leben kann. Und wenn man überleben wird, wird man die Wahrheit bewahren und Sie weitergeben.
105. Aber sie brauchen Zeit, weil dies nicht einfach der Aufruf ist – “liebt einander“. Ich muss Tausende, Hunderttausende Mal diesen Aufruf unter verschiedenen Aspekten wiederholen: wie man dies in so einem Fall erfüllen kann... und wie dies in diesem Fall aussehen wird... und hier – wird das Liebe gegenüber dem Mitmenschen sein, oder muss das alles irgendwie anders sein...
106. Das heißt, es gibt sehr viel von allem, wo man noch in der Praxis sehen muss, wie dies gemacht wird. Indem die Menschen etwas machen, lassen sie wieder irgendetwas Unverständliches auftauchen; wird etwas nicht klar, braucht es wieder eine Korrektur.
107. Also, notwendig ist so ein ständiges, bedingt gesagt, Trainieren, nur dann geht ein Reifen vor sich. Nicht aber einfach so – die Lehre geben, alle haben sie im Gedächtnis und sich damit beruhigt. So wird es nicht klappen, man braucht diese Zeit.
108. Darum ist es sinnlos, einen ständigen Zufluss an Menschen zu veranlassen. Sie werden die ersten auch durch ihre große Verwirrtheit stören, und selbst können sie es auch nicht schaffen, sich das anzueignen, was notwendig ist. Also, auch dadurch kann noch eine große Schwierigkeit entstehen.
109. Darum ist diese Periode vorbei, und nun bleibt nur, mit dem zu rechnen, was vorhanden ist, zu hoffen, dass es gelingen wird, etwas für die Rettung der Menschen zu tun. Es ist nämlich wichtig, dass der Teil der Menschen erhalten bleibt, der die elementaren Bedingungen für eine normale Wandlung und Wiederherstellung ihrer Gattung bewahrt.
110. Nötig ist diese Menge. Nicht wie bei Noah (dort fuhr eine kleine Familie irgendwo auf einem Lastkahn... und danach entstand die gesamte Menschheit), dies alles sind Bedingtheiten. Aber notwendig ist eine nicht geringe Anzahl an Menschen. Und das heißt, schließlich auch Kinder... das ist sehr viel von allem. Und das sind schon schwierige Bedingungen.
111. Und diese Menschen sollen fähig sein, unter diesen schwierigen Bedingungen zu überleben. Und überleben können sie nicht, wenn bei ihnen alles voll von gehorteten Lebensmitteln und sonst noch irgendwelchen Vorrichtungen ist, sondern wenn sie lernen, zusammen als Eine Familie zu leben. Dann haben sie sehr gute Möglichkeiten zu überleben, ihre Kraft ist dann vereint, sie überwinden Vieles.
112. Wenn sie sich einfach so vereinigen und ihre Waffen, Lebensmittel oder sonst etwas zusammenlegen, überleben sie sowieso nicht. Weil sie sich im Laufe der Zeit unvermeidlich prügeln, sie werden einander müde/leid werden. Da sie sich gegenseitig nicht richtig verhalten, werden sie ihre Handlungen nicht koordinieren können, sie werden beginnen zu streiten.
113. Streiten bedeutet, anfangen zu fühlen, dass man Verantwortliche suchen muss. Werden sich Verantwortliche zeigen – mehr als einer, so werden sie sich voneinander absondern.
114. Also einfache und normale Bedingungen, wie dies auf der Erde immer vor sich geht: die Menschen fangen schnell an, sich untereinander zu teilen. Und dies ist ihr Hauptfehler. “Das Reich“ soll sich keinesfalls teilen.
115. Wenn es einen Glauben gibt, so darf er nur einer sein. Wenn im Glauben verschiedenartige Quellen erscheinen, die gewisse Ideale, Absolutheit, oder ein Reich beanspruchen, wird die Welt des Glaubens nicht gleichartig sein. Und folglich ist sie verwundbar und taugt wenig für die normale Entwicklung des Menschen...“
116. „Sehr interessant. Und Sie erscheinen in dieser Zeit als Gottesmensch?“
117. „Ich weiß nicht, wie dies alles bezeichnet werden soll, weil es für Mich in Wirklichkeit gar nicht wichtig ist, wie man Mich irgendwie nennen wird. Mein geistiges Gewebe ist ähnlich dem des Menschen geschaffen, aber es gibt Besonderheiten.
118. Damit die Seele im Körper existieren kann, muss sie, wie Ich schon erwähnt habe, bis zu einem bestimmten Maß verdichtet werden. Damit sie existieren kann, ohne die Psyche, die Gefühlswelt des biologischen Organismus, zu zerstören. Weil dies wie ein Feuerchen ist: wenn es nicht richtig verdichtet wäre, würde es den Körper verbrennen.
119. Daher kann der Vater keinen Körper haben, dies ist grundsätzlich unmöglich. Aber aus Sich schafft Er die Menschenseelen. Also wenn man sich die Sonne und die Strahlen vorstellt, so werden aus diesen Strahlen Fünkchen verdichtet und es werden die Seelen mit einer bestimmten Vorbestimmung erschaffen, mit einem bestimmten Maß der Verdichtung, sie geraten in die Körper.
120. Also jener Grad an Verdichtung, bei welchem sich die Seele mit dem Körper auf günstige Weise vereinigen kann, macht den Menschen für die Wahrnehmung des Göttlichen wenig empfindlich. Das heißt, sie ist der Natur näher.
121. Und so entsteht eine gewisse Komplikation: der Mensch scheint etwas Richtiges zu spüren, aber dies klingt in ihm nicht so stark. Er macht leicht Fehler, während er sich in den Gemütsbewegungen seines Egoismus verirrt. Er kann irgendwo das Richtige intuitiv finden, aber ebenso leicht kann er das Nicht-Richtige finden, wobei er sich sicher ist, dass, wenn er dies doch fühlt, so ist es folglich auch so (obwohl dies ein falscher Weg ist).
122. Und um gefährliche Wendungen zu berichtigen, welche in der Gesellschaft dieser Menschen entstehen können, musste für irgendeine zeitlich begrenzte Etappe noch ein Wesen erschaffen werden, also Ich.  Aber Es hat einen anderen Dichtegrad. Es hat so einen Dichtegrad, der Mich für Schmerz sehr empfindlich macht.
123. Aber dann werde Ich nicht fähig sein, in Meiner reinen Form auf der Erde zu leben. Deshalb kenne Ich mich nicht, habe keine Erinnerung an Mich bis hin zu dem bestimmten Moment des Sich-Selbst-Erkennens, wo das Bewusstsein gebildet wird. Obwohl Ich im Innern etwas fühle, es bewegt sich, und Ich fühle diese umgebende Welt, Ich sehe auf sie ein wenig anders.
124. Aber dies lässt Meine innere Welt nicht mit allem vollständiger in Berührung kommen. Denn wenn sie geöffnet wird, beginnt sie zu handeln. Aber dies darf nicht spontan vor sich gehen: dies bringt sofort eine Menge an Ereignissen und Umständen mit sich, zu denen die Umgebenden zumindest irgendwie bereit sein sollen.
125. Darum habe Ich bis hin zu diesem Moment keine Erinnerungen an Mich, das Erkennen der umgebenden Realität geht einfach vor sich und sozusagen nicht ganz nach Meinem Willen. Ich gerate in unterschiedliche Verhältnisse, die im voraus berücksichtigt wurden, die für Mich, für Meine Erkenntnis, für Mein Mich-Einstimmen günstig sein sollen.
126. Und nur zu irgendeinem Zeitpunkt setzt das Erwachen ein. Aber dann beginnt schon der unumkehrbare Verlauf, das heißt, das Meine beginnt heftig aus dem Innern herauszuströmen. Und das fängt an, die natürlichen Anhänglichkeiten zu zerstören.
127. Und die Welt fängt unvermeidlich an, ihre Farbigkeit, die sie bisher hatte, zu verlieren. Irgendeine emotionale Anhänglichkeit, die eine sehr wichtige Rolle spielt, beginnt dann, grau zu werden, an Farben zu verlieren.
128. Nur die Menschen bleiben “farbig“. Und meistens sogar nur diejenigen, die mehr Interesse zeigen. Die übrigen enthalten auch “Farbe“, aber um den beschleunigten Verlust dieser Verbindung mit der Natur zu vermeiden, darf Ich ihretwegen keine starken Sorgen haben.
129. Das heißt, mit ihnen habe Ich nicht so einen Kontakt, obwohl Ich sie alle fühle, Ich fühle das, was auf der Erde geschieht, Ich fühle einen bestimmten Hintergrund. Nicht die Details. Weil es dann nämlich überhaupt unwahrscheinlich, ja, unmöglich wäre, damit zu leben. Aber als Hintergrund fühle Ich dies unvermeidlich. Aber es wird mit jedem Mal schwieriger, diese Empfindung zu halten.
130. Also, wenn Ich beginne zu erwachen, weiß Ich sofort, was Göttliches ist und was – alles übrige. Und wo immer Ich auch erscheinen würde, stimmte Ich Mich immer auf die Gesellschaft ein, Ich werde wissen, welche Abweichungen dort in diesem Moment stattfinden, wo man sich nicht richtig orientiert.
131. Dies ist Meine Aufgabe – Gesetze sichtbar zu machen, sie zu erläutern. Diese Gesetze in der Sprache der existierenden Menschen (oder der Wesen eines anderen Planeten) sichtbar zu machen, tastbar, das heißt, hörbar, damit man sie wahrnehmen kann – das ist Meine Aufgabe.“
132. „Und gibt es Heilige Menschen?“
133. „Dann muss man zusätzlich klären: was versteht man unter der Wortverbindung “heiliger Mensch“? Wenn dies ein Mensch ist, der durch seine Bemühungen, seine Heldentaten, interessante Gipfel in der geistigen Entwicklung erreicht hat, - so gibt es viele solcher Menschen.
134. Sie sind gute Menschen, die sehr viel erreicht haben, und sie sind wunderbare Gotteskinder, Prachtkerle. Aber sie sind auch Menschen, und deshalb, wenn in irgendeinem Moment ihre Mission zu Ende geht und es zu sehen ist, dass es nun günstiger ist, den Körper zu verlassen, so verlassen sie ihren Körper. Sie werden schon später in jener normalen Gesellschaft zur Welt kommen, wo es diese Dummheiten schon nicht mehr geben wird, Dummheiten, die jetzt allen eigen sind.
135. Also, es verläuft jetzt so ein Prozess, wo die Seelen nicht nur reinkarniert werden, sondern ständig neue Seelen entstehen. Die Anzahl der Seelen vermehrt sich endlos. Sie wird sich vergrößern. Nun, wie Ich schon erwähnt habe, da der Mensch das Weltall füllen und dorthin gehen soll, so sind dann sehr viele Seelen notwendig.
136. Und der Anfang vollzog sich nur auf der Erde. Und sogar das, was es gibt, was sich im Laufe von Jahrtausenden angesammelt hat, - das ist nur ein sehr, sehr kleines winziges Tröpfchen. Obwohl es davon, entsprechend dem Maß der bestehenden Menschen, natürlich schon sehr viele gibt. Denn es werden ständig weitere Seelen geboren. Und die zahlreichen Inkarnationen, wo das Ansammeln von Erfahrung noch notwendig ist...
137. Und so sind alle Umstände, die mit der Entwicklung des Menschen verbunden sind, gerade darauf ausgerichtet, dass alles Positive, was es im Menschen gibt, allmählich gesammelt werden kann.
138. Dann setzt ab der Geburt das schöpferische Tun ein, beginnt das Streben, das Schöne zu verbreiten. Dann setzt sich schon das Wichtigste im Menschen durch. Schon sogar ohne daran zu denken, beginnt er sofort den Weg zu betreten, der von Gott vorbestimmt ist. Dieses soll er erreichen...“
139. „Und nun zum Schluss eine Frage, die ich früher schon einmal gestellt habe, aber keine genaue Antwort erhalten habe. Sind Sie der Sohn Gottes?“
140. „Alle, die aus Seinem Wesen geboren sind, sind Seine Kinder. Einfach, Meine Vorbestimmung ist ein wenig anders – das Wort zu sein. Um es bedingt zu benennen, irgendeine Parallele zu ziehen, passt am meisten der Begriff das „Wort“. Das Wort Gottes.
141. Das heißt, alles, was Ich über die geistige Entwicklung sage – das ist dasselbe, als ob der Vater spricht. Er kann dies einfach grundsätzlich nicht tun. Die Bedingungen der Existenz des Überbewusstseins lassen es nicht zu, dass das normale Bewusstsein mit Ihm in Berührung kommt. Deshalb, wenn gesagt wird, dass jemand Gott hört, dann ist das nicht die Wahrheit. Niemand war jemals dazu fähig, das Bewusstsein ist nicht darauf abgestimmt.
142. Deshalb war es notwendig, ein geistiges Gewebe von so einem Niveau an Charakteristiken zu schaffen, einem Niveau, das das Richtige des Göttlichen spüren und dies alles ausdrücken kann. Und es ergibt sich so, als ob sozusagen der Vater spricht. Das Wort Gottes, aber nicht Gott.“
143. „In der Gemeinschaft sagt man, dass Sie die zweite Erscheinung Christi seien... Folglich sind Vissarion und Jesus Christus der eine Mensch?“
144. „Die Namen – das ist so eine spielerische Bedingtheit, die in der Welt der Menschen besteht. Es ist für sie wichtig, jemanden irgendwie zu bezeichnen, damit man, während man in der Masse kommuniziert, jemanden aussondern kann. Das heißt,  dies ist eine primitive Bedingung von Kontakten.
145. Tatsächlich braucht der Mensch keinen Namen. Wenn der Mensch später in seiner Entwicklung die nötigen Höhen erlangt, verschwindet dies alles. Weil die Menschen mittels ihrer Gedanken kommunizieren werden. Sie brauchen den Freund nicht mit Namen rufen, indem sie sagen – „He!“ – und mit Namen nennen. Dies wird dann unsinnig und dumm aussehen. Aber jetzt ist dies sozusagen nötig.
146. In jenen Zeiten war es auch nötig, irgendwelche Namen zu geben. Damals, jetzt... Aber dies ist einfach irgendwie notwendig. Aber das Wesen ist das eine.
147. Und Ich habe schon erwähnt, dass es gewisse Anhänglichkeiten gibt, die unvermeidlich beibehalten werden mussten, die ihrerseits aber unvermeidlich eine gewisse Komplikation mit sich bringen, weil der Mensch seine Vorstellungen hat.
148. Wenn Ich gesagt habe, dass es nur einen einzigen Lehrer geben darf und dass Ich wiederkommen werde, so sollte dies gesagt werden, weil die Menschen darauf warten sollten. Und eben auf den einzigen Lehrer warten sollten. Jenen Lehrer, den es gegeben hatte. Das ist eine wichtige Bindung. Aber im Laufe des Erwartens schufen sie so eine Menge an Gedankenbildern und Nuancen, die zur Wahrheit überhaupt keinen Bezug haben.
149. Aber die Menschen, indem sie durch dieses Prisma blicken, beginnen zu warten. Also setzen sie sich Brillen von irgendeiner Farbe auf und erwarten Jenes, das ihre Erwartungen gerade befriedigt. Sie warten nicht darauf, was es in Wirklichkeit gibt, sie warten darauf, was sie sich wünschen.
150. Und Schluss, und sie haben vor sich das Tor geschlossen. Also, sie wurden selbst blind und lassen die anderen nicht sehend werden, bei dem Versuch, etwas zu beweisen, was ihnen gefällt. Das ist wiederum eine Schwierigkeit, die sich gezeigt hat.
151. So ist auch in einem bestimmten Maße die Notwendigkeit entstanden, dass auf der Erde – wo etwas Hauptsächliches getan werden muss (was auch jetzt vor sich geht) – diese “Brillen“ so zerbrechen mussten, dass sie von den Augen der Menschen herunterfielen.
152. So geschah auch eine Reihe von Ereignissen, die im Leben der Menschen auf ganz natürliche Weise entstanden. Aber durch diese Ereignisse mussten gerade diese “Brillen“ zerbrechen. Damit bei den Menschen die Veranlagung und der Wunsch hervortraten, die Wahrheit zu suchen, damit sie das Bedürfnis nach Ihr zu fühlen begannen und frei darüber denken können. Nicht anhand irgendwelcher Stereotypen, sondern frei suchen, vergleichen, denken. Diese Bedingungen mussten geschaffen werden. Nun, sie sind erfolgreich geschaffen worden.
153. Onkelchen Antichrist, der gegen die Kirche kämpfte, diente in Wirklichkeit dem Wohl, ohne das zu wissen, obwohl traurige Dinge vonstatten gingen.
154. Aber dies ist schon kein Vorhaben Gottes, denn der Vater schafft keine Veranlagung der Menschen, Dummheiten zu machen. Dies ist einfach ein natürlicher Mechanismus, der berücksichtigt wird. Also, das ist das natürliche Potential des Menschen.
155. Aber dies ist so organisiert, dass diese Menschen – indem sie all dies als etwas Unvermeidliches in ihrem Leben gemacht haben – gleichzeitig das Notwendige zum Wohl getan haben, sie haben etwas Günstiges vorbereitet, obwohl sie mit eifrig leuchtenden Augen danach gestrebten, das Gott – Widrige zu tun.
156. Also, dies sollte genutzt werden, es wurde die Vereinigung, das Entstehen der Seelen, auf solche Weise zusammengestellt, dass ihre markante Tätigkeit immerhin das nötige Ergebnis brachte. Und so ist es auch geschehen.
157. Danach öffnete sich, hier in Russland, die Möglichkeit, dass eine große Menge an Menschen sich in verschiedene Richtungen auf der Suche nach dem Geistigen stürzte. Natürlich ist dies ein sehr guter Boden, um gute Samen zu säen, aber auch gleichzeitig guter Boden, auch alles mögliche zu säen. Und es wurde alles geworfen., und alles begann heftig zu wachsen. Und natürlich ist hier schon, grob gesagt, das Chaos ausgebrochen. Was gibt es nur alles jetzt in dieser Welt.
158. Aber nichts desto weniger war dies die einzige Bedingung, wo es notwendig war zu beginnen, das Wort hervorzubringen. Und gerade in dieser Periode musste Ich anfangen, dies zu tun. Dies war die günstigste Zeit. Diejenigen, die das nutzen konnten, haben es geschafft. Es ist gut, dass dies gelungen ist.
159. Aber nun ist diese Zeit schon vorüber, sie änderte sich und nahm andere Eigentümlichkeiten an. Die Menschen hörten auf zu suchen, sie wurden sehr stark von Bedingungen abhängig (das musste ebenfalls sein), die nicht zum Göttlichen gehören.“

Girlande

Kapitel  10

1. Der fünfundzwanzigste August. Sonntag. Das Treffen des Lehrers im Tal der Verschmelzung.
2. „Eine Frage meiner Naturfamilie. Wird es eine Verletzung der Wahrheit sein, wenn wir das kostenlose staatliche Programm der außerkörperlichen Befruchtung nutzen, weil die Eileiter meiner Frau zugebunden sind. Wir sind zwölf Jahre als Mann und Frau zusammen.“
3. „Ich verstehe nicht, was du sagst. Du erwähnst irgendwelche Begriffe, die Mir nicht verständlich sind. Wofür? Du führst solche Details an, die mit der Medizin verbunden sind. Ich verstehe nichts davon. Schnupfen – das ist Mir klar, was das ist. Wofür du Mir dies nun sagst, ist Mir nicht verständlich.“
4. „Die Eileiter meiner Frau sind abgebunden...“
5. „Wiederhole Mir das nicht, erschrecke Mich nicht. Was willst du von Mir in diesem Fall? Was hat dies mit einer geistigen Frage zu tun?“
6. „Wird dies ein Verstoß gegenüber der Wahrheit sein, wenn wir uns an die Medizin wenden, um...“
7. „Ob man sich grundsätzlich einfach behandeln lassen kann, die Schulmedizin nutzen kann? Ist dies kein Verstoß der Gesetze der Wahrheit, wenn der Gläubige ab und zu die Hilfe der Schulmedizin nutzt? Bezieht sich die Frage darauf?“
8. „Um ein Kind auf künstliche Weise zu empfangen.“
9. „Ob man ein Kind auf künstliche Weise empfangen darf?“
10. „Ja, meine Frau.“
11. „Grundsätzlich ist dies möglich. Nicht wichtig, für wessen Frau. Aber man muss für jene Nuancen bereit sein, die nicht mit eurer Familie verbunden sind, die nicht mit deiner persönlichen Prüfung (deiner Prüfung und die deiner Frau) verbunden sind. Das sind zusätzliche Prüfungen.
12. Ihr tragt in diesem Fall eine Information ein, die nicht mit eurem persönlichen Lebensweg, mit eurer das Schicksal tragenden Linie verbunden ist. Ihr verkompliziert einfach euer Schicksal zusätzlich. Wenn ihr es gut lösen werdet, ist das natürlich möglich. Das auf diese Weise geborene Kind wird eine Seele haben.“

13. „Eine Frage meiner Frau: Mein Mann ist in der Einigen-Familie für die Verteilung der Arbeit verantwortlich, und nachmittags fährt er wegen Angelegenheiten der Einigen-Familie weg. Habe ich es richtig gemacht, dass ich meinem Mann vorgeschlagen habe, am Vormittag anstelle der gemeinsamen Arbeit sich selbst das Anhäufeln der Kartoffeln in unserem Garten zuzuteilen?“
14. „Nicht ganz klar. Das ist eine Frage, die umfangreicher ist als das, was du fragst. Mir ist diese einseitige Herangehensweise zu der Frage nicht verständlich.“
15. „Meine Frau erhielt den Hinweis, dass sie mir unangebracht vorgeschlagen hat, dass ich am Vormittag unsere Kartoffeln anhäufle.“
16. „Warum unangebracht? Warum wurde so etwas gesagt, in welchem Zusammenhang, mit welcher zusätzlichen Nuance wurde dies gesagt? Du hast gefragt, ob du die Kartoffeln selbst anhäufeln kannst? Nun, anscheinend kannst du es. Und weiterhin ist nicht verständlich, was für Schwierigkeiten bei euch entstanden sind.“
17. „Ich habe mich für die zweite Tageshälfte bereit gemacht, um auf die Konferenz zu gehen. Und in der ersten Hälfte dachte ich, zur gemeinsamen Arbeit zu gehen. Aber ich bekam Kopfschmerzen. Und da gab mir meine Frau den Hinweis: „Vielleicht wirst du am Vormittag zuhause unsere Kartoffeln anhäufeln, weil die Zeit schon reif ist?“ Man sagte ihr, das sei ein falscher Hinweis gewesen, dass sie mich in dieser Weise beeinflussen würde.“
18. „Ihrem Mann einen Hinweis zu geben?“
19. „Ja.“
20. „Ob die Frau ihren Mann bitten darf, etwas zu tun? Eine sehr seltsame Frage. Was heißt “beeinflussen“? Weil sie ihren Mann gebeten hat? Oder konzentrierte sie sich und zwang ihn, gegen seinen Willen zu handeln? Ihr stellt seltsame Fragen. Da gibt es bei euch irgendeine ungute Übertreibung, Chaos ist im Kopf.“

21. „Eine Frage vom Wirtschaftsrat. Ist die Entscheidung des Wirtschaftsrates zulässig, eine Bezahlung für die Lieferung von Mist mittels des Pferdes der Familie für die Familienmitglieder zu verlangen, damit davon die Kosten für den Unterhalt des Pferdes zum Teil gedeckt werden? In der Familie fehlt es an Mitteln, um die Baumaterialien für das Gemeinschaftshaus zu kaufen.“
22. „Nicht verständlich. Fragt nicht nach solchen Sachen. Kommt hierher, wenn ihr nicht richtig mit wirtschaftlichen Fragen zurechtkommen könnt; vielleicht wird euch hier in der Einigen-Familie auf dem Berg in wirtschaftlichen Fragen geholfen, um mit euch deren Erfahrungen zu teilen. Mir sind alle diese Nuancen nicht verständlich.
23. Ich weiß nicht, was ihr dort entscheidet. Warum bei euch solche Entscheidungen getroffen werden, worauf sie beruhen; aufgrund welcher Merkmale findet ihr Prioritäten in der Tätigkeit eurer Einigen-Familie, im wirtschaftlichen Teil: warum diese Frage plötzlich thematisiert sein muss, und warum nicht die anderen über dieses Thema nachgedacht haben – Ich verstehe dies alles nicht.
24. Ich muss dann tief in eure Wirtschaftstätigkeit eintauchen und sehen, warum ihr dort irgendwelche Entscheidungen getroffen habt, um weiter zu berichtigen, damit ihr es nicht übertreibt.
25. Also, die Frage, die du stellst, muss überhaupt von einem anderen Standpunkt aus gestellt werden. Die Familie sollte so eine Frage stellen: sollen wir unsere Aufmerksamkeit auf das Füttern des Pferdes richten (oder so ähnlich), wenn so eine Arbeit vor sich geht, aber der Halter kann nicht bezahlen (oder füttern)?
26. Also sollte man von einem anderen Blickwinkel aus auf dieses Problem schauen. Nicht aber von dem Standpunkt aus, ob man bitten sollte, das Pferdchen zu füttern.
27. Wenn man es nutzt und keiner daran denkt, wie man es füttert, so spricht das schon davon, dass es im Kopf nichts gibt, es gelingt immer noch nicht, logische, normale, vernünftige Schlussfolgerungen zu formen.
28. Wenn ihr euch auf die Hilfe von irgendwem stützt, so müsst ihr euch schon darum kümmern, was ihr benutzt, in welchem Zustand dasjenige ist, was ihr versucht zu benutzen. Nicht aber so, wo derjenige, der etwas besitzt, was jemand benutzen will, sich zu kümmern beginnt, wie er dies alles in der normalen Weise weiterhin halten kann, weil man hier und dort dasjenige benutzen will. Wiederum keine richtige Sichtweise.“
29. „Das Pferd gehört der Einigen-Familie, es ist kein persönliches Pferd von irgendwem.“
30. „ Das heißt, es steht bei allen gleichzeitig im Hof?“
31. „Es steht bei einem konkreten Menschen, aber es gehört der Familie.“
32. „Bei einem Menschen, der für es die Verantwortung trägt? Oder nicht?“
33. „Ja, er ist für das Pferd verantwortlich, und er wendet sich in allem an die Familien-Kasse.“
34. „Davon spreche Ich doch: warum begann er, sich an die Familie zu wenden, wenn der Familie das Pferd gehört? Keiner in der Einigen-Familie denkt mehr nach, sondern es denkt nur der Mensch, bei dem dieses Pferd steht. Ich spreche gerade davon: warum?“
35. „Der Wirtschaftsrat schlug auch vor, die Lieferungen für die Familien-Mitglieder gegen Bezahlung zu unternehmen, damit sich die Futterkosten für das Pferd zumindest irgendwie tragen.“
36. „Füreinander sollt ihr in der Einigen-Familie überhaupt nichts gegen Bezahlung unternehmen. Bei euch muss das Verbot stehen, die Zunge sich sofort verstecken, sich versperren und lahmlegen, wenn eine Notwendigkeit oder der Wunsch entsteht, bei jemandem Geld für seine Leistung zu erfragen. Einfach soll sie bei euch in diesem Moment erlahmen.
37. Euch können nur eure Mitmenschen der Einigen-Familie eine Bezahlung anbieten, wobei sie verstehen, dass das, worum sie bei euch bitten, für euch notwendig ist, aber gerade in diesem Moment braucht ihr das nicht (vorläufig ist es nicht nötig, grundsätzlich aber braucht ihr dies, und ihr werdet dies sowieso kaufen müssen).
38. Dann, indem sie ihre Bitte äußern, dass ihr mit ihnen etwas teilen könntet, kümmern sie sich schon selbst um die Wiederherstellung dessen, um was sie bei euch bitten. Sie verstehen – Ich wiederhole dies wiederum – dass ihr dasjenige sowieso braucht, und ihr werdet es sowieso etwas später kaufen müssen.
39. Aber dies muss derjenige vorschlagen, der euch bittet, etwas bei euch zu benutzen. Aber ihr fangt niemals damit an, wenn ihr eure Dienste anbietet, dass ihr dafür bezahlt werden müsst. Verstanden?“
40. „Und ich möchte noch ein wenig präzisieren. Der Wirtschaftsrat...“
41. „Und weiter verteilt ihr durch den Wirtschaftsrat. Der Wirtschaftsrat betrachtet auch, was notwendig ist, um das Pferdchen zu füttern und betrachtet, wie er die Hilfe leisten wird und woher die Möglichkeit zu finden ist, um diesem Pferdchen zu fressen zu geben. Nicht aber, damit jemand mit dem Pferdchen herumläuft und darauf anspielt, dass  man dafür bezahlen muss.“
42. „Gerade der Wirtschaftsrat hat es so vorgeschlagen, nämlich Mist für die  Familie zu liefern, aber dabei einen geringen Betrag als Ausgleich festzulegen, damit das Pferd unterhalten werden kann und man nicht die Mittel  vom Familien-Fond (für das Gemeinschaftshaus) abzweigen muss. Aber einen eigentlichen Verstoß gibt es hier nicht?“
43. „Bei euch bilden sich doch diese Familien-Fonds dafür, damit ihr einander auf diese Weise helft. Wofür sind diese Fonds? Ihr bildet sie, gebt ein Zehntel ab, und noch etwas... Und wofür? Nun, dies gehört gerade hierher: wenn das Pferd der Einigen-Familie gehört, so versorgt ihr es und helft euch gegenseitig gerade mit diesem Pferd.“
44. „Und bei uns ist das Problem entstanden, dass es wenig Finanzmittel für das Gemeinschaftshaus gibt. Und daher hatten wir entschieden, auf solche Weise zusätzliche Mittel zu sammeln...“
45. „Ich kann nun dort schon nicht mehr eintauchen. Das ist ein Thema, dass ihr richtig lösen können müsst, indem ihr von jenen konkreten Hinweisen zu diesem Thema ausgeht, die Ich euch gebe.
46. Bei euch soll das Gespräch wegen des Umgangs mit Geld  im Innern der Einigen-Familie überhaupt auf ein Minimum reduziert werden. Löst es so, dass ihr es nicht besonders erwähnen müsst, wenn ihr einander Hilfe leistet.
47. Natürlich braucht das Pferd etwas zu fressen. So versucht auch, dies sehr interessant zu lösen, damit es nicht so aussieht, dass diese Hilfe bei euch zu bezahlen ist. Helft einander, macht dies zu einer Freude.“

48. „ Lehrer, kann man auf folgende Weise einem Kind gegenüber mit Worten äußern, dass man mit dem, was es macht, nicht zufrieden ist: „Lass das! Kannst du das immer noch nicht leiser machen?“ Es schepperte mit einem Topf, während in der Nähe der Kleinere schlief.“
49. „Weil einem keine anderen Wörter eingefallen sind? Oder was?“
50. „Ich benutze oft diese Ausdrucksweise. Und plötzlich fing ich an zu zweifeln...“
51. „Wenn Ich dir sage, diesen Ausdruck nicht mehr zu benutzen, so findest du einen anderen ähnlichen. Du wirst das Kind doch irgendwie bremsen müssen, und einmal wirst du es leid sein, überfordert sein, und du wirst wieder etwas anderes sagen. Du wirst dich bemühen, gerade diesen Ausdruck nicht zu verwenden, aber du findest noch eine von Tausend Varianten ähnlicher Ausdrücke, die du sagen kannst, dann aber nachfragen wirst. Aber wiederum werden Tausende Varianten neuer Ausdrücke folgen.
52. Auf seinen eigenen Zustand muss man die Aufmerksamkeit richten, und von diesem Zustand wird es auch abhängig sein, was ihr dem Kind sagt. Je besser der innere Zustand ist, umso bessere Ausdrucksweisen werden gewählt. Und umgekehrt.“
53. „Also ist es besser, dass ich mich überhaupt bemühe, dass, wenn ich irgendwie unzufrieden bin, einfach nichts sage, solange ich nicht ruhig bin, ja?“
54. „Strenge ist bei Kindern nötig. Aber dieses Gebiet ist sehr groß, es ist nicht mit knappen Worten zu besprechen. Strenge kann notwendig sein, aber man muss sehr vorsichtig sein, damit man das Kind nicht mit seinen Worten schlägt. Mit Worten kann man kräftig schlagen.“

55. „Lehrer, ich bin gut vierzehn Jahre alt, ich lebe mit meiner Mama in Novokusnetzk. Ich möchte gerne hierher übersiedeln, weil ich das Gefühl habe, dass ich in der Stadt sterbe. Aber meine Mama will nicht hierherziehen. Darf ich gegen den Willen meiner Mama hierher zu meiner Oma ziehen, oder soll ich weiterhin mit meiner Mama leben?“
56. „Ich kann hier kaum einen Hinweis geben. Ich kann nicht sagen: Verlasst euch. Ich kann nicht dazu aufrufen, euch zu verlassen. Dies gehört zur Kategorie individueller Entscheidungen, die ein Mensch selbst abwägen muss. Weil davon gewissermaßen wirklich sein Leben abhängt.
57. Aber in welchem Maße er alles aufrichtig abgewogen hat, richtig einschätzen konnte, hängt nur von ihm ab, es wird sich sein Schicksal entscheiden. Auch muss man die Folgen bedenken, welche in diesem Fall möglich sind, die muss man auch abwägen.
58. Ob der Mensch bereit zu solchen Folgen dieser Art ist, und wie er bereit ist, seine Probleme zu lösen, die dann unvermeidlich im Zusammenhang mit diesem Schritt auftauchen werden; dies alles muss man abwägen und durchdenken. Aber aufrufen und sagen „Ich erlaube es“, oder „Ich bin damit einverstanden“, das kann Ich in diesem Fall nicht.“

59. „Hat der Wirtschaftsrat einen Fehler gemacht, als er einen Rentner gefragt hat, ob es ihm möglich ist, die gemeinsamen Kartoffeln anzuhäufeln? Der Bruder ist aufgrund seines Gesundheitszustandes und wegen dem Bau seines Hauses von der gemeinsamen Arbeit befreit – seine Kartoffeln hatte der Bruder selbst angehäufelt. Das Motiv des Wirtschaftsrates: dass der Bruder mit den Männern bei der Arbeit zusammen ist, und dann würden die Männer ihm beim Häufeln seiner Kartoffeln helfen. Dieses Motiv wurde dem Bruder nicht mitgeteilt.“
60. „Das ist möglich so. Hier gibt es keinen Verstoß, nichts Grobes.“

61. „Der Wirtschaftsrat hat die Entscheidung getroffen, zehn Aar zu nutzen, um Getreide zu säen. Nach dem Einsäen gab der Wirtschaftsrat seinen Fehler zu, dass er seine Vollmacht überschritten hatte. Und im weiteren hat er auf einer Versammlung die Frage thematisiert: ob die Einige-Familie für dieses Feld die Verantwortung übernehmen würde. War es ein Fehler, dass die Familie mittels Mehrheit der Stimmen entschieden hat, die Verantwortung für das Feld zu übernehmen? Es meinte ein Bruder, dass das Thema nicht besprochen wurde, und die Meinungen nicht zum einigen Verständnis gebracht wurden.“
62. „Und das ist schon nicht wichtig. Wenn die Mehrzahl der Menschen eine Entscheidung getroffen hat, so würde das Besprechen zu demselben Ergebnis geführt haben: die Mehrheit würde es wünschen. Wenn aber eine Mehrheit vorhanden ist – bitteschön.“
63. „Also hat die Einige-Familie dabei keinen Fehler begangen?“
64. „Und was für einen Fehler könnte es hier geben, wenn die Mehrheit damit einverstanden ist, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Jetzt kann man dazu elementar eine Parallele ziehen – wenn ihr zu diesem Thema im voraus gesprochen hättet, würde dieselbe Mehrheit sagen: „Gut, wir wollen sie übernehmen“. All dasselbe würde sich auch herausstellen.“
65. „Und ist es noch möglich, die Seite des Wirtschaftsrates zu klären?“
66. „Der Wirtschaftsrat sollte in diesem Fall nicht voreilig die Entscheidung selbstständig treffen, das ist wirklich so.“

67. „In welchem Zustand ist es günstiger, seinem Nächsten Hilfe zu leisten: im Zustand des Brennens, oder im Zustand der Freude? Ich kann Hilfe mit Willensanstrengung leisten, wenn ich brenne. Aber wie ist es für meine Entwicklung günstiger?“
68. „Für den Menschen ist immer der Zustand gut, wo bei ihm alles im Innern normal ist. Wenn nicht, so übertreibt er leicht... Für den Nächsten ist es nicht wichtig, in welchem Zustand man ihm hilft. Magst du auch in Raserei sein. Es wird für ihn sowieso gut sein. Wenn er damit richtig zurechtkommt, so ist dies nützlich für ihn.
69. Hier braucht man nicht sagen, in welchem Fall es günstiger sei, dem anderen zu helfen. Frag dann schon einfach: „Und welcher Zustand ist für mich der günstigste, für meine Entwicklung: wenn ich brenne, oder wenn in mir normaler Friede herrscht?“ “
70. „Wenn ich brenne, lasse ich etwas verbrennen.“
71. „Ja, kann sein. Und wenn du es falsch einschätzt, kann dies das Brennen verstärken.“
72. „Ja. Und wenn ich dies richtig bewältige, so verbrenne ich dies doch?“
73. „Wenn du richtig zurechtkommst... Das kann nützlich sein, wenn du es richtig bewältigst. Und wenn nicht...“
74. „Nun ja, dann ist es ein Verlust. Verstanden, danke.“
75. „Wenn ihr im Zustand des Brennens versucht, etwas noch mit eurem Nächsten in der Kommunikation aufzubauen, wo ihr versucht, ihm sozusagen zu helfen (und öfters helft ihr nicht dann, wenn man euch darum bittet, sondern wenn ihr es selbst seht, dass dies günstig wäre), so ist dies dann eine Möglichkeit, den Nächsten sehr gut anzuzünden, ihm die Versuchung eines noch stärkeren Brennens zu bringen. Und dabei kann man so übertreiben, dass er dies alles natürlich auch nicht bewältigen kann, und es für ihn nicht gut sein wird.“
76. „Ich meinte mehr so eine Hilfe, wo du für einen Menschen etwas Konkretes machst. Mein Brennen ist nicht damit verbunden, wem ich helfe.“
77. „Das heißt, kann man im Zustand, wo im Innern etwas zu brennen begann, bei seinem Nachbarn Kartoffeln ernten, weil er die Ernte nicht allein schafft? Kann man im Zustand des Brennens ernten, ja?“
78. „Oder im Zustand von Freude sein...“
79. „Und in diesem Fall wird dieser Teil nicht wichtig sein.“
80. „Nicht wichtig?“
81. „Nein. Weil sowieso zu verstehen ist, dass du dich im Zustand des Brennens bemühst, an etwas Gutes zu denken.
82. Das kann beim Menschen sehr oft vorkommen. Daher, wenn er in diesem Zustand verweilt, kann man gar nicht sagen, dass er seine Teilnahme an irgendeiner Tätigkeit begrenzen soll. Sei es wegen Hilfe für jemand anderen, oder für sich selbst.
83. Sowieso gibt es genügend Arbeit, und man muss lernen, sie zu leisten und zur rechten Zeit zu leisten, je nach Wetterverhältnissen... Ernten, das ist doch so eine Arbeit, wo nicht gefragt ist, wie man heute gelaunt ist. Es muss geerntet werden.
84. Daher, wenn man brennt, bemüht man sich natürlich, an sich richtig zu arbeiten und die ganze Arbeit zu erledigen. Das ist normal. Ich hoffe, dass der Mensch davon nicht vergiftet wird.“

85. „Guten Tag, Lehrer. Ich bin sieben Jahre lang verheiratet. Ich hatte ein normales gegenseitiges Eheverhältnis mit meinem Mann. Vor einem Jahr und vier Monaten führte mein Mann durch seine Initiative eine zweite Frau in unsere Familie ein. Er hat die ideale Liebe mit dieser Frau. Ab jener Zeit begann sich seine Natur mir gegenüber zu verschließen, meine Natur aber – umgekehrt. Ist meine heftige Bekundung nach Intimität ihm gegenüber eine Forderung? Ich überfalle meinen Mann mit Küssen und Umarmungen, er aber sagt, dass meine Forderungen seinen Wunsch blockieren, mir Zärtlichkeit zu schenken.“
86. „Wenn er aufgrund seiner Initiative eine zweite Frau in die Familie eingeführt hat, so, wie du sagst, - hat er schon begonnen, nicht entsprechend der Wahrheit zu handeln, hier setzten schon ernste Störungen ein. Und danach startete schon eine Reihe an natürlichen Ereignissen, die mit dem zugelassenen Fehler verbunden sind und die sich zu entwickeln begannen, indem die Fehler zusätzlich wucherten.
87. Wenn du siehst, dass das für ihn ein Problem ist, so darfst du ihm deine Zärtlichkeit nicht aufzwingen, wie stark sie sich auch immer meldet. Also, dabei handelt es sich um ein Aufzwingen. Dies ist keine Forderung, das ist einfach der Versuch, ihm das aufzuzwingen, was er nicht will.
88. Wenn ihr verstärkt versucht, irgendeinem Menschen das zu geben, was er nicht will, so handelt sich dies um ein Aufzwingen. Aufzwingen, das einen negativen Charakter trägt und nicht von euch gemacht werden darf.“

89. „Mein fünfjähriger Sohn neigt zu den exakten Wissenschaften und interessiert sich für Computerspiele. Er geht zu unseren Nachbarn und hat mich schon mehrmals gebeten: „Mama, ich will auch so etwas spielen“.“
90. „Neigt er zu exakten Wissenschaften, oder zu Spielen?“
91. „Nun, da gibt es Spiele für Kinder und deren Entwicklung.“
92. „Ich wurde schon ein wenig unruhig und dachte, er wolle dringend Physik studieren.“
93. „Nein, da gibt es unterschiedliche Spiele, einige sind für die Entwicklung der mathematischen Fähigkeiten, es gibt aber auch einfache Unterhaltungsspiele. Aber er mag das alles.“
94. „Es ist natürlich gut, die Kenntnisse spielerisch beizubringen. In Wirklichkeit ist es für Kinder sehr nützlich, wenn unterschiedliche Kenntnisse als Spiel beigebracht werden. Sie werden sich in diesem Moment diese Information sehr leicht aneignen. Und dabei noch am Computer... das ist angenehm, natürlich, viele verschiedene Bilder.“
95. „Mich bedrängt, dass das Kind davon abhängig werden kann. Ich sehe bisweilen, wie die Kinder ringsum davon abhängig werden.“
96. „ Kann er, er kann davon abhängig werden. Aber Ich werde nichts eindeutig sagen. Man kann auch wirklich in seiner Entwicklung etwas beschleunigen, so etwas ist möglich. Aber wie dies vonstatten geht – das muss man schon jeden Tag und im Verlauf seiner übrigen verbleibenden Zeit im  Leben anschauen.
97. Das heißt, man muss irgendwo, wenn man die Gefahr fühlt, dies analysieren: vielleicht ist es schon an der Zeit, etwas zu ändern. Aber sofort eindeutig Angst zu haben, ist irgendwie sinnlos. Weil es dann sowieso nötig sein wird,  irgendwie zu bedenken, auf welche Weise der Computer benutzt wird.
98. Also, man will sofort feststellen, bei welchem Ordnungsmaß dies günstig sein wird, bei welcher Häufigkeit in der Benutzung des Computers nicht unbedingt eine übermäßige Abhängigkeit entsteht. Eine Reihe von Fragen wird aufkommen, die nicht zufriedenzustellen sind. Weil alle Menschen unterschiedlich sind, sie gehen unterschiedlich an etwas heran, sie können anfangen, von etwas unterschiedlich gefesselt zu werden.
99. Und darum soll man hier bloß beobachten und aufmerksam schauen, ob sich nicht irgendwo im Innern ein Signal meldet, weil irgendwo etwas übertrieben wird. Da ist es dann schon an der Zeit, wo man etwas aufs Neue bedenken, überlegen, muss und vielleicht etwas begrenzen muss. Aber in dem Moment, wo dies gespürt wird. Nicht aber im voraus Angst haben.
100. Weil der Computer grundsätzlich als eine Möglichkeit der schnelleren Entwicklung nicht auszuschließen ist. So etwas kann nützlich sein.
101. Für ältere Menschen sind Computerspiele auch nützlich. Der Zustand ihres Bewusstseins kann spezifisch sein, eine bestimmte Hemmung gibt es, auf irgendeiner Etappe fängt das an, und die Spielinhalte der Computerspiele können die Gehirntätigkeit ein wenig aufrütteln und die Tätigkeit des Bewusstseins des Menschen beschleunigen.
102. Bei ihm wird das Bewusstsein etwas verjüngt, das ist eine reale Erscheinung. Weil dort auch das Reagieren nötig ist, auch Schnelligkeit des Denkens (das, was im ruhigen Leben normalerweise nicht vor sich geht).
103. Also, wenn es irgendwo stabil ist, das einfache Leben abläuft, es einfache Aufgaben gibt, wo der Mensch schon automatisch weiß, was er jeden Tag machen wird, dann ist dies anscheinend auch gut so, für den Menschen ist es ruhig, aber die Geschwindigkeit der Verarbeitung von Information in seinem Bewusstsein beginnt in diesem Fall allmählich primitiver zu werden. Und hier kann das Spiel dies sehr gut aufrütteln.
104. Ich habe schon früher etwas Ähnliches erwähnt, und einige habe es sofort aufgegriffen und wurden froh: „Ah, man kann Spiele spielen!“ - und saßen fest... Und die Ehefrauen mäkelten: „Was ist denn das! Hier gibt es so viel zu tun, und die hier sitzen da bis um Mitternacht, wenn nicht gar bis morgens“. - „Der Lehrer hat es doch erlaubt, alles ist normal“. Alle fingen an, sich als Rentner zu fühlen und begannen scharf, ihre Gehirntätigkeit zu verbessern.“
105. „Und kann es sich bei der Ehefrau (wenn Du das Thema über Männer und Frauen schon berührst) so anfühlen, dass, wenn der Mann lange spielt, verschwindet die ganze gute Energie irgendwohin, die “Ladung“, die es im Haus gibt?“
106. „Es kann so sein, natürlich. Das Spiel bringt Gemütsbewegungen, Anspannung, mit sich. Im Spiel geht ein bestimmter Wettbewerb vonstatten, wo man sozusagen überleben muss, irgendwelche Monster zur Vernunft bringen muss und so weiter. Dies alles gestaltet sich unerwartet in verschiedenen Bildern, und man ist emotional mächtig angespannt.
107. Abhängig davon, wie sich der Mensch in diese Anspannung einschaltet, welche Emotionen er zu erzeugen beginnt, kann er auch eine überhaupt nicht gute, angespannte Atmosphäre um sich herum schaffen, leicht kann das so geschehen.
108. So wäre es sehr wünschenswert, dass man dem eine besondere Aufmerksamkeit schenkt. Könnt ihr nicht richtig reagieren, ist es euch irgendwie gar nicht gut zumute, beginnt ihr zu fühlen, dass ihr bereit seid zu schimpfen, nervös zu sein, hört lieber auf, lasst euch von solchen Spielen nicht mitreißen, weil ihr die ganze Atmosphäre des Hauses durch diesen Zustand verderbt, dies wird schon gefährlich. Daher gibt es hier ein sehr, sehr ernstes Minus, und hier muss man wachsam sein.“
109. „Und wenn der Ehemann lächelt, ist entspannt, er ist, im Gegenteil, glücklich...“
110. „Wenn er in gutem Zustand ist, dann gibt es nichts Zerstörerisches. Entweder fühlt man dann etwas anderes, oder die Frau übertreibt irgendwelche Bedingtheiten schon selbst, und durch diese Übertreibung, wobei sie an ihre Bedingtheiten, die sich in ihrem Bewusstsein bilden, glaubt, fängt sie schon selbst an, verderblich zu wirken ( und sie beginnt sozusagen zu spüren, dass etwas drumherum schlechter wird). Aber schon sie wirkt verderbend, nicht er.
111. Darum hängt in diesem Fall alles von ihm ab. Wenn es bei der Frage um ihn geht, wie ist dann seine reale Stimmung, sein Zustand, dies ist hier wichtig. Wenn sie gut ist, dann wird die Atmosphäre nicht schlechter. Umgekehrt, sie kann sich sogar verbessern.
112. Wenn er zum Beispiel vorher irgendwie schwer belastet war, und er sich in diesem Moment ablenken konnte, seine Aufmerksamkeit auf irgendeinen Spielverlauf umgeschaltet hat und sich irgendwie beruhigt hat, von etwas anderem hingerissen wurde (wo es seine Siege, seine Freuden gibt, man manchmal emotional irgendwie sehr gut angehoben wird), so kann er in diesem Moment die umgebende Atmosphäre durch seinen Zustand sehr verbessern.“
113. „Und solche Spiele, wo Blut am ganzen Bildschirm spritzt, - ist das nichts?“
114. „Nun, am ganzen Bildschirm... Besser solche Spiele natürlich nicht spielen, wenn am ganzen Bildschirm wirklich Blut ist. Eine Übertreibung.“
115. „Aber es gibt zum Beispiel solche Spiele wie “Panzer“...“
116. „Dieses populäre Spiel “Panzer“ ist in diesem Fall natürlich interessanter. Da gibt es keine Menschen, und keiner kommt um. Dort macht man die Besatzung kampfunfähig, sie bleibt aber am Leben. Da ist es irgendwie einfacher: Metall stößt gegen anderes Metall. Aber dies regt einen auch auf, und man kann auch genügend Emotionen erleben.“
117. „Danke, gut.“

118. „Lehrer, wenn ein Mensch irgendwo anders, weit von hier, aber auf diesem Planeten, seinen Körper verlässt, kann er entsprechend dem Wunsch eines Verwandten zum Beispiel hierher fliegen?“
119.“Und warum fragst du das?“
120. „Meine Oma ist gestorben, ich möchte ihr etwas mitteilen, ohne irgendwelche Worte ihrerseits zu erwarten, einfach ihr sagen...“
121. „Und du befindest dich jetzt in einer schwierigen Lage, möchtest etwas Gutes sagen, und was, wenn es sie nicht mehr gibt?“
122. „Nein, und was, wenn sie es nicht hört?“
123. „Und dann stehst du da wie eine dumme Gans und redest mit wem auch immer, ja?“
124. „Nun ja. Wenn sie überhaupt nicht da ist und nichts hört.“
125. „Nun, prima. Vielleicht werdet ihr dann jedes Mal nachfragen: „So, ich möchte jetzt etwas mitteilen... Lehrer, schau mal genau nach, ob sie nicht in der Nähe steht. Damit ich nicht umsonst Zeit für irgendwelche guten Worte verschwende.“ ?“
126. „Kann sie denn grundsätzlich herüberfliegen? Oder bleibt sie nur beim Körper und bei den Verwandten, die sich in der Nähe des gestorbenen Körpers befinden?“
127. „Möglich.“
128. „Kann sie herüberfliegen, ja?“
129. „Sie kann an einem beliebigen Ort sein, ja. Aber “kann“, dieses Wort bedeutet, dass sie nicht unbedingt auf deine Bitte hin, deinen Wunsch hin, sofort in der Nähe erscheint.“
130. „Ja, klar. Einfach denke ich – was, wenn sie überhaupt nicht herüberfliegen kann,an den Körper gebunden ist.“
131. „Selbst wenn sie es nicht könnte, so ist dies überhaupt nicht wichtig. Du äußerst ja irgendeinen Gedanken, ein Bild. Wenn es positiv ist, deine Grundlage im Innern positiv ist und du etwas Positives äußern willst – so tust du es ohne zu überlegen, egal, ob es gehört wird oder nicht.
132. Dein Motiv im Innern ist gut, dein Verlangen ist gut – es sollte realisiert werden. Darum darf man nicht so eine Frage stellen, ob man dich hört oder nicht hört. Sprich – und dich wird sowieso das ganze Weltall hören. Das gesamte Weltall wird deine Worte hören. Und dies wird ihre Ohren schon sowieso erreichen.“
133. „Und sage bitte, hört sie nur Worte, oder auch meine Gedanken?“
134. „Wozu darüber nachdenken? Drücke es aus.“
135. „Mit Gedanken oder mit Worten?“
136. „Drück es einfach aus, äußere alles, was du willst. Das bedeutet nicht, dass du dies unbedingt laut sagen musst.“
137. „Nicht unbedingt? Einfach in Gedanken?“
138. „Natürlich. Weil sie die Schallwellen nicht braucht.“
139. „Und sage bitte, verstehe ich es richtig, dass ich sie in der nächsten Welt irgendwann sehen, fühlen werde? Ich verstehe es so, ich glaube daran. Oder ist dies sozusagen...“
140. „Ob dein Glaube daran unbedingt nötig ist? Ob er nicht deiner geistigen Entwicklung schadet?“
141. „Entspricht er der Realität oder nicht? Oder einfach an Gutes glauben, unabhängig davon, ob es wahr ist oder nicht?“
142. „Ob du an Gutes glauben musst? Oder man muss nur dann an Gutes glauben, wenn du genau weißt, dass dies sein wird, ja?“
143. „Und es besser nicht genau wissen, ja?“
144. „Und wofür? Und wofür gibt es dann den Glauben? Glaube setzt kein Wissen voraus. Du glaubst daran, was bei dir im Innern geformt wird, und du nimmst das als etwas Gutes an. Das ist eine sehr gute Erscheinung beim Menschen. Eben beim Menschen.
145. Vieles nämlich, was Ich euch sage, kann Ich euch nicht zeigen. Ich kann es sogar nicht einmal im Detail erzählen, es gibt dafür keine Wörter.
146. Viele Phänomene erwähne Ich einfach, wenn wir über den Vater sprechen. Ich berühre, Ich fühle eine gewisse Schwierigkeit, Ich kann nicht die passenden Worte finden, um das zu äußern, was damit verbunden ist. Ich versuche, irgendwelche Parallelen zu finden, aber Ich verstehe, dass sie zu sehr begrenzt sind.
147. Ihr braucht nämlich Begriffe, die in euer Bewusstsein hineinpassen, das heißt, solche, die ihr euch vorstellen könnt. Aber man kann nicht mit solchen Worten das erzählen, was man sich nicht vorstellen kann. Es ist sehr schwer, Worte zu finden. Darum muss Ich vieles erzählen, woran ihr nur glaubt, aber ihr könnt all dies vorläufig nicht wissen.“
148. „Und kann ich noch etwas fragen?“ - seufzte die Fragestellerin.
149. „Seufzt du vor Kummer, oder wegen was? Oder wurde es dir leichter?“
150. „Nein, alles ist normal. Und gehört denn das zum Unglauben, dass ich meine Mama gebeten habe: „Mama, sage bitte der Oma, sie möge zu mir herüberfliegen“. Bedeutet das, dass dies meiner Seele widerspricht, ja?“
151. „Nun, du bist ja eine Frau, das ist zu verzeihen, zulässig. Wenn ein Mann diese Frage gestellt hätte, würde Ich es vielleicht dann so betrachten... es wäre ein wenig seltsam, so etwas von ihm zu hören. Weil er ein anderes, rationales Denken haben muss.
152. Für ein junges Mädchen ist das normal. Du kannst jemanden bitten, sie dort leicht anzustoßen, damit sie schneller herüberfliegt. Oder bitten: „Vielleicht zieht ihr sie mir an einem Fädchen herüber wie einen Luftballon, ich binde sie dann an meinem Balkon an“. Und da wird dann deine Verwandte immer in der Nähe fliegen, und du wirst ab und zu hinausgehen und ein Gespräch mit ihr führen.“

153. „Und kann ich noch etwas fragen? Ich stille manchmal mein Kind... Wenn ich fühle, dass ich unzufrieden bin, ist es dann richtig, das Kind nicht zu stillen, das heißt, zu versuchen, es zu beruhigen?“
154. „Du erschreckst Mich. Wenn das Kind hungrig ist und man ihm nichts gibt – das sind schreckliche Bilder für Mich. Gib dir die allergrößte Mühe, mach es dabei aber so, dass du wunderbar gelaunt bist, dass du nur an Gutes denkst, und stille das Kind so viel, wie hineingeht.
155. Das ist deine Aufgabe, die Aufgabe der Frau, der Mutter – immer rechtzeitig zu essen zu geben. Natürlich ist es nicht sehr gut (Ich habe es abgemildert  - “nicht sehr gut“), wenn ihr böse seid, oder in negativen Bildern im Kopf herumwühlt, während ihr stillt. Ihr beeinträchtigt natürlich die Psyche des Kindes in diesem Moment, ihr legt eine ungute Information ein. Aber die Aufgabe heißt – an Gutes denken.
156. Selbst wenn du anfängst in Sorge zu geraten, denke an das Gebet, bete, wiederhole einfach gedankenlos die Worte. Wenn du dir kaum irgendwelche Bilder vorstellen kannst, wiederhole einfach die Worte. Wiederhole sie und bemühe dich, die Aufmerksamkeit nur auf diese Worte zu richten, stille in diesem Moment. Dies ist wenigstens etwas, es wird aber günstig sein. Also, man muss sich Mühe geben.“
157. „Und wenn ich mir zum Beispiel einen Film angesehen habe, und in mir tauchen diese Bilder aus dem Film auf, während ich das Kind stille, schädigt dies das Kind? Das heißt, muss ich mich bemühen, nicht an diese Bilder zu denken, ja?“
158. „Ja, wenn sie negativ sind. Diese Emotionen ändern die Struktur der Milch. Dass Kind nimmt diese Emotionen zu sich, es beginnt sie zu trinken. Das ist nicht gut.“
159. „Verstanden. Man darf in dieser Zeit nur an Gutes denken.“
160. „Ja. Eine beliebige Flüssigkeit, wenn sie in der Nähe von irgendeinem Gerät steht, das spezifische Schwingungen hat, so ändert das ihre Struktur. Sogar wenn ihr am  Computer sitzt und Tee trinkt (ein Glas Tee steht daneben), ändert sich seine Struktur, und es kann schon nicht mehr günstig sein, ihn zu trinken. Also dies erschwert innere Verläufe.“

161. „Lehrer, welches Verhalten wäre für mich das richtige, wenn ich eine Frau liebe, sie aber mir gesagt hat: „Ich habe gegenüber einem anderen Menschen Gefühle“? Soll ich danach nichts mehr bekunden?“
162. „Wenn du ihr helfen und dein gutes Verhalten ihr gegenüber irgendwie äußern möchtest, so ist das möglich. Du darfst nicht das Thema berühren, das eindeutig davon spricht, dass du mit ihr eine Familie gründen möchtest. Weil, wenn sie schon über ihre Anhänglichkeit zu einem anderen Menschen spricht, so heißt das, sie hat den inneren Wunsch, eine Familie mit einem anderen Menschen zu gründen.“
163. „Ja.“
164. „Das ist alles, du darfst dieses Thema nicht mehr berühren, wenn du dies schon weißt. Und helfen – bitteschön. Weil du doch vor allem danach strebst, Freund zu sein. Das heißt, mit einer Frau kann man einfach befreundet sein, sich nicht nur unbedingt in eine Richtung bemühen.“
165. „Und wird dies nicht ihre Gefühle zu mir entfachen?“
166. „Du hilfst einfach als Mensch, als Freund, das ist normal.
167. Vielleicht wirst du sie entfachen, das ist möglich. Aber wenn sie Gefühle in irgendeine andere Richtung hat, so bedeutet dies gar nicht, dass das Schicksal sich unbedingt dorthin fügen wird. Dies kann sich auch ändern. Die Zeit kann vieles ändern. Aber du darfst dies schon nicht erreichen wollen, also ihr diese Idee nicht aufzwingen. Du hast ihre Vorzüge erkannt – das ist alles, zwinge ihr jetzt diese Idee nicht auf.
168. Und Freund sein... Wenn du daran zweifelst, ob deine freundschaftliche Teilnahme sie nicht stört, so kannst du nachfragen: „Bedränge ich dich vielleicht, wenn ich hier versuche, dir irgendwie zu helfen, mein gutes Verhalten, meine Achtung, dir gegenüber zu äußern?“ Wenn sie sagt: „Nein, da bedrängt mich nichts“, dann bitte, mach das. Oder sie sagt: „Das bedrängt mich, das stört meine Gedanken, und es wird mir dadurch irgendwie schwer“. Dann schon musst du aufhören, musst vorsichtiger damit sein.
169. Aber eine freundschaftliche Teilnahme sollte wohl nicht besonders anspannend wirken, falls du nicht immer wieder dieselbe Idee aufzwingst.“
170. „Noch eine Frage. Ist die Stelle aus dem Alten Testament jetzt noch aktuell: „Wünsche dir nicht das Haus, den Sklaven und nicht die Frau eines anderen“?
171. „Buchstäblich sollte man diese Aussage nicht deuten. Sie ist berufen, etwas mehr  zu beinhalten.
172. Wenn dem Menschen etwas gefällt, beginnt er unvermeidlich, sich dasjenige zu wünschen. Er kann nicht anders, so ist die Gefühlswelt gestaltet. Wenn euch etwas gefällt, wollt ihr dies haben. Ihr wollt, dass euch das auch gehört, entweder dass ihr etwas Ähnliches bekommt, oder das, was es dort gibt (ihr meint – dass es dies nicht noch einmal gibt). Das heißt, so ein Wunsch wird entstehen.
173. Aber es ist mit dem Wunsch noch etwas verbunden, nämlich dass ihr beginnt, Varianten zu betrachten, auf welche Weise das, was ihr euch wünscht, letztendlich zu euch geraten kann. Das heißt, eure Wünsche beginnen, ein wenig von einer anderen Art zu werden.
174. Nicht, wenn ihr einfach versteht – ja, es ist prima, ihr möchtet so etwas auch sehr gerne haben, aber wenn nicht, dann eben nicht. Nun, es ist angenehm, das zu sehen, was es beim Nachbarn gibt, und ab und zu – wenn ihr dies antrefft, erfreut ihr euch einfach beim Betrachten daran, aber ihr zieht dies nicht zu euch mit irgendwelchen Gedanken und besonders gar mit irgendwelchen konkreten Handlungen, - bei dem Versuch, dies irgendwie zu euch herüberzuziehen. Vor allem darf dieser Teil bei euch gar nicht vorhanden sein.
175. Und dass ihr euch am Anblick dessen erfreuen könnt... ja, bitte. Und wenn ihr etwas beim Anblick bewundert (wir wiederholen dies noch einmal), wird dies unvermeidlich mit eurem Wunsch verbunden sein, dasjenige selbst zu haben. Entweder wollt ihr etwas aus eurer näheren Umgebung haben (oder euch irgendwo darin befinden), oder ihr wollt es nicht.
176. Also, bei euch wird alles mittels eines Wunsches wahrgenommen. Das ist die Gefühlswelt, ihre Besonderheiten. Gefällt es euch – ihr wünscht es euch, gefällt es euch nicht – so wünscht ihr es nicht. Reagiert ihr nicht – dann ist es euch ganz egal. Aber das alles ist mit Wünschen verbunden.
177. Nebeneinander herlaufend sagt ihr: „Ja, das würde ich nicht haben wollen“. So etwas kann nämlich nicht selten im Leben vorkommen. Ihr seht die Frau eures Mitmenschen und sagt: „Pfui, wie gut, dass ich das nicht habe“. Da ergibt sich eine andere Variante (Das gemeinsame Lachen begleitete die Worte des Lehrers).
178. Deshalb schaut, dies ist immer mit etwas Individuellem verbunden, und dies ist – wie Ich schon sagte – eben unvermeidlich mit euren Gefühlen verbunden. Also, man muss mit Wünschen etwas vorsichtiger sein: sie sind fähig, in Erfüllung zu gehen. Und danach kann man es bedauern“, - lächelte der Lehrer.

179. „Die Frage handelt vom Genuss einiger Lebensmittel. Im Jahr vierunddreißig hat man Dich zu Deiner Ernährung befragt, und Du hast gesagt, dass Du kein Öl verwendest...“
180. „Ja, das war unterschiedlich. Und was jetzt?“
181. Und ist das jetzt noch aktuell?“
182. „Ich habe schon mehrmals gesagt: bezüglich Ernährung kann etwas nicht sehr streng gegeben werden, dies gehört nicht zur Lehre. Das kann durch irgendeine Notwendigkeit entstehen. Diese Notwendigkeit kann mit irgendwelchen äußerlichen Faktoren verbunden sein, mit Erscheinungen in der Welt, in der Natur. Das heißt, etwas kann sich ändern, und das wird irgendeine Reaktion vom Organismus fordern, und dann muss vielleicht etwas geändert werden. Aber dies ist mit dem Fühlen davon verbunden, wie umgebende Veränderungen vor sich gehen.
183. Darum kann dies hier nicht als etwas sehr Strenges angeschaut werden. Außer jenen Begrenzungen, die einst genannt wurden. Dabei bleibt ihr auch (also, bei euch darf nicht das Bestreben sein, Fleisch zu essen).
184. Aber wiederum, wenn ihr in sehr schwierige Umstände geratet, wo ihr einfach nichts zu essen habt, aber das Wild erscheint, - so ist es nicht ausgeschlossen, dass Ich sagen muss: „Ja, bitte, esst“.
185. Also, ihr werdet überleben müssen, und eure Kinder werden überleben müssen. Aber dies alles hängt von irgendwelchen extremen Umständen ab. Hier wird nicht irgendeine sehr harte, eindeutige Aufgabe gestellt: nein, und das ist alles.
186. Aber die geistigen Aufgaben können wir bestimmen. Und dabei gibt es sogar nicht wenige, bei denen Ich sage: ja, in diesem Fall ist es zulässig. Also je nachdem, wie sich bei euch alles bewegt und inwieweit eure Kräfte reichen. Ich kann Mich zu irgendetwas wohlwollend verhalten (gegenüber euren nicht großen Abweichungen), aber manches besprechen wir streng: das da dürft ihr einfach als Gläubige keinesfalls machen, eindeutig und genau. Und was in der Welt auch geschehen mag, ihr dürft dies grundsätzlich niemals machen.
187. Und alles, was die Ernährung angeht, so ist dies ein flexibles Gebiet. Alles hängt von den Umständen ab, wo ihr lebt, unter welchen Bedingungen ihr beginnt, euch weiter zu entwickeln, was sich um euch herum ändern kann...
188. Also hier kann Ich euch nicht irgendwelche Orientierungen geben, sie sind nicht mit der geistigen Entwicklung verbunden. Dies ist mit der Harmonie eurer Physis verbunden: wie eure Physis auf starke Veränderungen, die in der Umwelt vor sich gehen, reagiert. Daher können auch irgendwelche Veränderungen in der Ernährung notwendig werden, bisweilen könnt ihr sie fühlen.“
189. „Es ist einfach so, die Mitmenschen halten Schafe, Hühner, Ziegen, und ich möchte das sozusagen nicht. Aber nicht, weil ich faul bin...“
190. „Kinder trinken Milch – so braucht man schon Ziegen.“
191. „Und wenn man keine Kinder hat, und man trinkt selbst auch keine Milch?“
192. „Ja bitte, trink sie nicht, iss nichts davon und halte keine Tiere. Wenn du so etwas wirklich nicht zu dir nimmst, dann halte sie nicht.“
193. „Und ist das Streben zur alternativen, feineren Ernährung zulässig? Oder handelt es sich dabei um eine psychische Abweichung?“
194. „Dabei geht es schon eher um eine psychische Abweichung – bei der feinen Ernährung. Schon wird ein Begriff eingeführt “feine Ernährung“, das heißt, so eine feine – feine Ernährung... Wie einen Faden zieht ihr sie heran und kaut dieses “Fädchen“. Es ist so dünn, sehr dünn (je dünner, umso besser) – und ihr werdet so durchsichtig, so gut... schon seid ihr manchmal nicht mehr sichtbar. So interessant wird es mit euch sein!
195. Also, es handelt sich schon um eine Abweichung. Alle Lebensmittel sind gewissermaßen “fein“. Man wird nicht dadurch dick, dass man “dicke“ Speisen isst.“
196. „Zu diesem Thema kann man also...“
197. Sich besser nicht damit so tiefgehend belasten, das wird schon fehlerhaft sein.“
198. „Aber zumindest kann man an Rohkost irgendwie vorsichtig herangehen?“
199. „Kann Ich auch nicht sagen.“
200. „Ja? Ich sehe einfach, dass Rohköstler gesünder sind.“
201. „Wenn einer will – ja, bitte. Ihr habt eine unterschiedliche Konstitution, ein unterschiedliches Verhalten zur Realität, eine unterschiedliche Verausgabung von Energie, indem ihr irgendetwas macht und wo ihr euch anstrengt (ihr lebt unterschiedlich und diese Energie wird unterschiedlich genutzt und verbraucht).
202. Für irgendwen ist es interessanter, jemand anderer fühlt, dass ihm offensichtlich einfach dazu die Kräfte nicht reichen. Einfach offensichtlich. Er wird dann kaum stehen können. Nun, warum soll man sich auf diese Weise so verfeinern? Man kann auch essen, es gibt in diesem Fall keine Schwierigkeiten.
203. Das heißt, man muss individuell herangehen, macht keine Lehre daraus. Wenn jemand etwas macht, so möge er es machen. Du hörst davon, wägst ab. Wenn du es versuchen willst, versuche es. Aber folgere daraus nicht irgendein Postulat, kein Gesetz. Du willst es einfach in diesem Moment versuchen – versuch es. Im weiteren entscheidest du selbst, ob es für dich harmonisch ist, oder nicht.
204. Also, ihr habt eine gewisse Neigung, ein psychologisches Bedürfnis (gerade auch auf diesem Gebiet), beinahe eine Lehre daraus zu formen. Man darf dies nicht machen, das ist ein Fehler. Dem gegenüber muss man sich flexibler verhalten. Ich bin doch kein Rohköstler.“
205. „Nun ja. Aber früher hast Du Dich immerhin feiner ernährt.“
206. „Und nun habe Ich begonnen, mich dick zu ernähren, ja?“
207. „Nein, nicht dick. Es ist einfach dann in meinem Kopf sozusagen ein Brei. Im Jahr vierunddreißig habe ich gehört...“
208. „Nun, Ich wollte es damals so, und das ist alles. Du denkst, dass Ich irgendeine Information bekommen hatte, dass man sich so ernähren muss, und Ich begann daran anhänglich zu werden? Nun, Ich wollte es mit euch teilen.
209. Ihr habt Mich gefragt, wie Ich Mich ernähre, und so habe Ich es euch erzählt. Damals fiel Mir ein, warum auch immer, es so zu machen, und es gefiel Mir. Danach hörte Ich damit auf, das gefiel Mir auch. Ich bemühe Mich einfach, so zu essen, dass es Mir gefällt. Will Ich Mich an Pralinen satt essen – werde Ich mich satt essen, und mag man da sagen, was man will.“
210. „Und daraufhin sind dann auch die Zähne kaputt“, - lachte der Fragesteller auf.
211. „Nun, wenn es nötig ist – werden wir uns auch die Zähne behandeln lassen. Und was? - antwortete der Lehrer unter allgemeinem Gelächter. - Aber Mir ist es angenehm, und die Stimmung ist gut.
212. Alles ist einfacher, alles ist einfacher: sei gut gelaunt, lebe mit Freude.
213. Bisweilen muss man natürlich auch etwas beachten. Aber in diesem Leben ist es überhaupt nicht einfach, auf alles aufmerksam zu sein, und man muss irgendwohin ausweichen (unter anderen Umständen wäre es vielleicht nicht nötig, abzuweichen).
214. Manchmal möchte Ich einfach so Schokolade essen, weil das zumindest irgendeine positive Emotion erzeugt. Wenn es natürlich nur lauter positive Emotionen gäbe, wäre so etwas vielleicht auch gar nicht nötig. Nun, wäre es nicht nötig – würde Ich das auch nicht essen.
215. Hier gibt es keine Lehre, kein Gesetz. Aber man muss aufmerksam sein. Weil ihr unter Bedingungen lebt, wo nicht alles harmonisch ist. Und indem ihr mit irgendwelchen diesbezüglichen Handlungen in Berührung kommt, sollt ihr zu irgendwelchen charakteristischen Folgen, die damit verbunden sind, bereit sein.
216. Ihr müsst diese Folgen richtig betrachten, erwägen und begreifen, wie ihr diese Probleme lösen werdet, dann, wenn es so eine wahrscheinliche Konsequenz gibt (ob da eine Möglichkeit ist, dies zu lösen, oder ob es doch ein Problem sein wird, und dann muss man bei der Befriedigung irgendwelcher Wünsche vorsichtiger sein).
217. Also, man muss daran einfach vernünftig herangehen. Vernünftig, aber nicht irgendwie ideologisch. Eben einfach vernünftig abwägen.“

218. „Lehrer, ist so eine Äußerung gegenüber einem Bruder zulässig: „Wo bist du gewesen? Wir haben Holz gehackt, du aber warst nicht da“ ?“
219. „Ja, das ist eher eine Beschuldigung. Keine direkte, zählt aber als Beschuldigung. Hier wird gemeint, das der Mensch das Holzhacken irgendwie bewusst umgangen hat, das heißt, hier beginnt schon die Beschuldigung.
220. Wenn ihr gefragt hättet: „Ist dir etwas passiert? Wir haben Brennholz gehackt, und du warst nicht da. Ist bei dir nicht zuhause etwas passiert, ist alles normal?“ - „Ja, alles ist normal“. - „Ah, nun gut“. Und das ist schon alles, und das Thema wird weiter nicht berührt.
221. Nicht aber so: „Ah, warum bist du nicht gekommen?!“ Dass es im weiteren bei euch solche Fragen nicht mehr gibt. „Wir haben nämlich gehackt! Was war ich müde... oh-oh, war ich fertig! Du aber warst nicht da! Und ich denke: wo ist denn mein Bruder? Und hacke immer weiter, wie ein Dummkopf“. Damit es nicht so in eurem Kopf abläuft.“
222. „Meine Ansicht war ein wenig anders. Er hat mit einfach erwidert: „Und was, soll ich dir jetzt etwa Bericht erstatten, was willst du?“.“
223. „Dabei handelt es sich schon um die andere Seite: wie muss man darauf richtig reagieren.“
224. „Wenn ich auf seine Worte „Wo warst du? Wir haben hier Holz gehackt“ ihm so geantwortet hätte: „Und was, soll ich dir gegenüber Bericht erstatten?“ - wäre das richtig?“
225. „Ja, ja...weil dies schon eine Beschuldigung war. Und sobald eine Beschuldigung ertönt, beginnt ihr euch in der Regel sofort zu verteidigen, Verteidigung schaltet sich ein.
226. Aber wenn ihr fragen würdet: „Ist zuhause alles in Ordnung? Ist nichts passiert? Wir haben gestern Holz gehackt, auf dich gewartet, und du bist nicht gekommen. Ich habe schon gedacht, dass bei dir etwas passiert ist“, so würde hier nicht der Wunsch entstehen zu sagen: „Und was denn, muss ich jetzt vor dir Bericht erstatten?“ Dann wird das Gespräch eine ganz andere Schattierung bekommen. Weil hier Fürsorge für den anderen Menschen ausgedrückt wird, man ist um ihn besorgt. Wenn ihr ihn aber auf diese Weise überfallt, wird er sich natürlich verteidigen.
227. Als wirklich Gläubiger sollte er sich nicht verteidigen. Aber ihr seid doch... sozusagen wie Gläubige. Zwanzig Jahre lang die Schrift studieren – das ist noch recht wenig, der Zeitabschnitt sehr klein. Wäre doch noch ein Jahrhundert vor uns!...
228. Na, es hat dich ja ganz schön gepackt.“
229. „Entschuldige, danke.“
230. „Gut, enden wir damit. Sonst bleibt da nichts mehr übrig, um später zu fragen. Gehst weg und verlierst schon den Sinn des Lebens: es ist keine einzige Frage übriggeblieben.
231. Na gut. Ich bin froh, dass ihr lächeln konntet. Lächelt weiter so. Alles ist bei weitem einfacher, wenn ihr es mit Lächeln betrachtet. Sonst runzelt ihr eure Stirn – das Leben kommt einem schrecklich vor.
232. Ich wünsche euch Glück. Bis zum nächsten Treffen.“

Girlande

Kapitel  11

1. Aus dem Sonntagstreffen mit dem Lehrer am ersten September im Tal der Verschmelzung.
2. „Guten Tag, Lehrer. Im Mai des nächsten Jahres wird die Schule der Gemeinschaft überprüft werden, die Kenntnisse der Absolventen werden geprüft. Meine Klasse wird die Abgangsklasse sein (die elfte). Wenn ich die Schule verlasse, dann werden die übrig gebliebenen Schüler es eher nicht schaffen, und die Schule wird das Recht verlieren, Kinder zu unterrichten. Ist es richtig, wenn ich weiterhin in der Schule bleibe, obwohl ich sie verlassen möchte, um mehr Zeit für Handarbeiten und für die Weiterbildung im Musikbereich zu haben?“
3. „Ich habe die Frage nicht ganz verstanden.“
4. „Ich möchte von der Schule gehen, um mich mit Handarbeit und Musik zu beschäftigen. Aber wenn ich die Schule verlasse, kann es sein, dass die Schule geschlossen wird.“
5. „Und warum?“
6. „Weil die Kenntnisse überprüft werden müssen, aber in der Schule gibt es sehr wenige Schüler mit guten Kenntnissen.“
7. „Aber Ich verstehe nicht, warum deinetwegen der Schulbetrieb geschlossen wird?“
8. „Weil die Pädagogen meinen, dass ich gute Kenntnisse habe. Man rechnet mit mir, damit die Überprüfung gut über die Bühne geht.“
9. „Die Überprüfung ist eine Formalität, ist keine ernste Angelegenheit. Denn in Wirklichkeit ist alles, was ringsum besteht, so, wie es ist. Und dir schlägt man eine Bedingung vor – an etwas teilzunehmen, wo man den Anschein dessen schafft, was es nicht gibt. Aber dies ist schon ein Spiel, das keinen Bezug zur Wahrheit hat.
10. Deine eigene Wahl bestimmt dein Leben. Dein Leben hängt davon ab. Nicht irgend etwas Bequemes, irgendetwas Kollektives, sondern dein Leben. Das ist bei weitem wertvoller, als einfach irgendeine Bequemlichkeit, selbst wenn es eine Million Menschen betrifft. Wenn sich aber ihr Leben beginnt zu entscheiden, dann ist das schon eine andere Sache. Aber in diesem Fall geht es um das Bequeme. Und in diesem Fall überwiegt dein Leben.
11. „Also wähle so, wie du es selber fühlst, wie du es siehst. Damit dies nicht deinem inneren Elan, deiner Entscheidung, den Werten, die du im Innern hast und die du schätzt, widerspricht. Vor allem muss man sich davon leiten lassen.“

12. „Seit der ersten Klasse lerne ich Klavier spielen. Der Pädagoge hat mich gefragt, ob ich vorhabe, in die Musikschule einzutreten. Ich verstehe es so, dass es in der Gemeinschaft Menschen geben soll, die fähig sind, Kindern Musik beizubringen, aber mich verwirrt dabei etwas: ist es richtig für ein Mädchen, einen schöpferischen Beruf zu erlernen, wo es doch die Vorbestimmung der Frau ist, dem Mann zu dienen?“
13. Mit dem Schöpferischen kann man sich beschäftigen, umso mehr, wenn du es als wahrscheinlich einschätzt, Kindern etwas beibringen zu können, dass du so etwas kannst.
14. Also, es stellt sich nicht so eine Aufgabe, dass nur Männer Kinder unterrichten können. So stellt sich die Frage nicht. Wenn eine Frau irgendein künstlerisches Gebiet beherrscht und dies Kindern beibringen kann, dann gut, dies kann durchaus stattfinden. Also dies ist möglich.
15. Eine andere Sache ist es, dass dies mit einigen Schwierigkeiten, die sich letztendlich in deinem Familienleben zeigen können, verbunden sein kann. Hier muss man einfach zu einigen Schwierigkeiten in diesem Bereich bereit sein. Die Kunst verlangt sehr viel Aufmerksamkeit, und, indem sich die Frau von der Kunst mitreißen lässt, widmet sie dem Bereich weniger ihre Aufmerksamkeit, zu dem sie vor allem berufen ist – zu betreuen, mit ihrem Wesen zu veredeln.
16. Darum ist eine kreative Frau für eine Familie etwas sehr Spezifisches. Und hier hängt schon alles davon ab, was für ein Mann an ihrer Seite erscheint, wie er eben diese Eigenschaft der Frau wertschätzt, und ob er einverstanden ist, sie im Haushalt, im Haus, in der Familie – in dem Moment, wo sie begeistert  musiziert und daraufhin Kinder unterrichten geht – gewissermaßen zu ersetzen.
17. Also diese Wahrscheinlichkeit an Schwierigkeiten erhöht sich. Die Männer... sie sind ja auch nicht gerade kleine Egoisten. Sie wünschen Aufmerksamkeit... wünschen, dass alles für sie da ist, dass ihnen alles rechtzeitig geboten wird. Und wie kann man hier, Musik spielend, noch rechtzeitig etwas anbieten? Dies kann Schwierigkeiten ergeben.
18. Wenn er verständnisvoll ist und ein auf normale Weise Liebender ist, dann dürfte sich solch eine Schwierigkeit sozusagen nicht ergeben. Aber nur dann, wenn er ein normal Liebender ist. Aber das ist schon ein nicht kleines Problem. Das können bei weitem nicht alle.“

19. „Lehrer, was soll ich tun, wenn ich in einer schwierigen Situation so einen egoistischen Zustand habe, dass ich mir weder Gott, noch Dich vorstellen kann, obwohl ich das möchte?“
20. „Dich bemühen. Die Hauptsache ist, sich zu bemühen.
21. Doch wenn du fällst, ist es wichtig, dich zu bemühen zu erheben. Nicht unbedingt sofort auf den Beinen zu sein: erst dachtest du – sofort stehst du wieder. Nein, du beginnst, dich zu bemühen aufzustehen. Das heißt, du stützt dich mit den Händen, du bemühst dich irgendwie, dich zu erheben. Aber du bist nicht sofort auf den Beinen. Und dieser Verlauf des Bemühens ist sehr wichtig.
22. Man kann ein anderes Beispiel anführen. Wenn du stark sein willst und du probierst an der Reckstange dich hochzuziehen, so wirst du dich doch nicht sofort viele Male hochziehen können. Aber wenn du dich anstrengst (sei es ein wenig, aber du bemühst dich; mag es dir nicht gelingen, aber du bemühst dich weiterhin, du strengst deine Kräfte an), dann kannst du dies Stück für Stück überwinden und kannst jedes Mal immer mehr Klimmzüge schaffen. So gerade verläuft das Trainieren. Und der Mensch wird stärker.
23. So muss man das auch hier verstehen – die Bemühung. Du musst dich bemühen, es richtig zu machen. Mag es dir nicht sofort gelingen, aber bemühe dich beständig. Und es wird dir allmählich immer mehr gelingen. Die Hauptsache – du bemühst dich, gerade darin selbst besteht der Hauptwert.
24. Also erschrecke dich nicht, wenn etwas nicht sofort klappt. Versuche es.“

25. „Die Frage ist von einem fünfzehnjährigen Mädchen. „Nach Deiner Antwort über das feinere Verhalten der Jungs gegenüber Mädchen habe ich angefangen zu bemerken, dass einige Witze, die ich sonst als normal wahrgenommen hatte, anfingen, mir etwas grob vorzukommen. Handelt es sich in diesem Fall um die Verfeinerung, dass ich mich auf die entstandene Vorstellung stütze, nicht aber auf die Empfindung?“
26. „Wenn dir die Witze schon etwas grob vorkommen, so sollst du deine Aufmerksamkeit darauf richten und darum bitten, nicht mehr solche Witze zu machen.“

27. „Danke. Hier die Frage von einem vierzehnjährigen Mädchen: „Meine Freunde bitten mich oft, dass ich ihnen helfe, mit ihren Problemen klarzukommen. Ich spüre, dass ich richtige Handlungen fühle. Kann ich meinen Gefühlen trauen und den Freunden Hinweise geben? Ist nicht meine Zuversicht in die Fehlerlosigkeit meines Verständnisses eine Erscheinung unangemessener Selbstsicherheit?“
28. „Hinweise kann man in diesem Fall geben. Wichtig ist in diesem Fall, dass sie nicht vergisst, dass sie sich natürlich irren kann. Aber sie würde das in diesem Moment so fühlen. Vielleicht kann sie das irgendwie nicht begründen, worauf sie hinweist, aber sie teilt mit ihnen ihr momentanes Verständnis davon, ihre Empfindungen.
29. Das heißt, sie darf nicht die Rolle des Lehrers einnehmen, sondern die Rolle eines Kameraden, der in diesem Moment seine Meinung äußert. Das ist normal.
30. Darum sollen diejenigen, die ihr zuhören, auch begreifen, dass alles, auf was sie hinweist, ihre persönliche innere Erfahrung ist, die richtig als auch irgendwie fehlerhaft sein kann. Aber sie sieht das in diesem Moment als richtig an. Und hier entscheiden sie selbst, ob sie diesem Hinweis folgen oder nicht. Das heißt, sie dürfen von dem Hinweis nicht abhängig sein.“

31. „Danke. Noch eine Frage von einem vierzehnjährigen Mädchen: „Wenn bei der Liturgie Psalmen erklingen, die wir beim Abschied von Verstorbenen gesungen haben, so sinke ich in Emotionen und Schmerz, was mit den Ereignissen jenes Tages verbunden ist, Tränen kommen, ich kann mich nicht auf die Bilder der Psalmen konzentrieren, obwohl mir die Psalmen selbst gefallen. Ist es richtig, mit Überwindung weiterzusingen? Was soll ich tun, um nicht in diese Gemütsbewegungen einzutauchen?“
32. „Das eigene Verhalten umgestalten. Psalmen sind nicht dazu da, um die Seele, die sich vom Körper trennt, irgendwie, irgendwohin in eine andere Welt zu begleiten. Alle Psalmen sind doch darauf gestimmt, Gott zu preisen. Oder beinhaltet der Psalm bei euch andere Worte?“
33. „Das Preisen Gottes.“
34. „Und wenn es sich um die Lobpreisung Gottes handelt, dann ist es nicht wichtig, wo die Psalmen gesungen werden, an welcher Stelle. Das heißt, sie sind immer der Lobpreis an Gott. Und dies ist in diesem Fall einfach eine psychologische Bedingtheit, die sich bei dem Menschen festgesetzt hat, und die vorläufig noch nicht weggeschafft wurde. Aber man muss sie beseitigen. Vor allem ist dies der Lobpreis Gott gegenüber, nicht aber ein Abschiednehmen von irgendwem irgendwohin.“

35. „Danke. Noch eine Frage von einem dreizehnjährigen Mädchen: Meine Liebe ist einseitig. Ich weiß, dass sie dafür da ist, um zu lernen, nicht für sich zu lieben. Aber ich kann diese Situation nicht annehmen. Vergröbert dieses Nicht-Annehmen meine Gefühlswelt?“
36. „Man muss sich bemühen, dem Negativen, das sich im Innern formt, der Unzufriedenheit mit sich selbst, mit den eigenen Gefühlen, keine Aufmerksamkeit zu schenken. Darauf braucht man keine Aufmerksamkeit richten und zudem noch zusätzliche Gedanken drumherum flechten.
37. Es ist notwendig, dies achten zu lernen. Wenn man schon dieses Verständnis hat, so muss man dem gegenüber schon Achtung bewahren, das heißt, irgendein positives Verhalten, das man imstande ist zu bestimmen, es ist notwendig, sich zu bemühen, sich daran zu halten.
38. Wiederum ist hier das Wort “sich bemühen“ wichtig. Also versuchen, alle Kräfte anzustrengen, damit sich gerade ein positives Verhalten dazu einstellt, nicht aber ein negatives und nicht diese Erscheinung der einseitigen Liebe in sich verurteilen.
39. Und so wird allmählich die geistige Kraft erworben, und die inneren Eigenschaften werden sich ändern. Dann kann die Notwendigkeit dieser Prüfung auch verschwinden. Oder, wenn sie noch nicht verschwindet, und wenn sie sich noch einmal zeigt, wird sie irgendwelche neue Schattierungen enthalten, die das Mädchen wiederum sehen können muss und durch ihre Bemühung ändern muss. Aber das Negative muss man besiegen. Damit es auf keinen Fall vorhanden bleibt.“

40. „Lehrer, die Frage ist von einem Bruder: „War es zulässig, die Bitte meiner Frau, den Fernseher auszuschalten, nicht zu erfüllen (sie wollte schlafen), da ich in diesem Moment krank war und fühlte, dass, wenn ich mir meinen Lieblingsfilm ansehe, so wird sich dies auf meinen allgemeinen Zustand wohltuend auswirken?“
41. „ Ein kranker Mensch braucht, einfach gesagt, überhaupt nicht fernsehen. Das ist kein richtiges Empfinden. Fernsehen – bedeutet Anspannung. Irgendein Leben, irgendwelche Erscheinungen zu beobachten, bringt zusätzliche Gemütsbewegungen mit sich. Dass der Mensch fernsieht, schafft für die Wahrnehmung eine zusätzliche Belastung, für sein Sehvermögen, sein Gehirn. Das heißt, dies ist in Wirklichkeit eine zusätzliche Belastung, sie entspannt nicht.
42. Fernzusehen – ist immer eine Belastung. Dies kann einfach unterschiedliche Emotionen verschaffen, irgendwelche Interessen befriedigen (abhängig davon, was ein Mensch finden will), aber in jedem Fall ist es eine Belastung, das gehört nicht zu irgendeinem Relaxen oder zur Entspannung.
43. Darum ist seine Meinung nicht richtig. Und andererseits  gibt es – die Fürsorge für einen anderen Menschen (selbst wenn du krank bist). Wenn der Nächste Hilfe braucht, muss man sich bemühen, sie dem anderen gegenüber zu leisten, ohne dabei an sich zu denken (dass du deines sozusagen mehr brauchst). Also, zwei Fehler von seiner Seite.“

44. „Handle ich richtig, wenn ich  - ungeachtet dessen, dass die schwere Körperarbeit für mich ungesund ist – mich mit Holzbeschaffung beschäftige, wobei ich denke, dass dies eine notwendige und wichtige Arbeit für die Einige-Familie ist, sodass ich dies für wichtiger halte, als meine eigene Gesundheit?“
45. „Hier muss man schon individuell auf die Umstände achten, inwieweit groß die Not bei den anderen ist, damit der Mensch seine Gesundheit zum Wohle der Mitmenschen opfert. Wie groß die Not in diesem Fall ist, damit gerade er dies übernimmt, wo kein anderer dieses Problem lösen kann.
46. Das muss man schon umfassend, tiefer betrachten. Wenn dies seine Gesundheit beeinträchtigt, muss die Familie die Verantwortung für ihn weiter tragen. Das heißt, gewissermaßen ist es auch gut, dass er opfert, aber gleichzeitig trägt er zu der Wahrscheinlichkeit bei, dass ihn dann die ganze Einige-Familie betreuen muss und ihm Aufmerksamkeit schenken muss.
47. Das ist normal, aber jedoch die Herangehensweise... Man muss schon sehen, inwieweit dies in diesem Fall als das Günstigste und wirklich Gerechtfertigte anzusehen ist. Das heißt, hier muss man mehr als eine einzige Frage stellen.“

48. „Lehrer, als ich zugestimmt habe, Liturgie-Gewänder für den Kindergarten zu stricken, und dies meiner Meinung nach den Haushalt nicht beeinträchtigt, meinte mein Mann aber, dass ich auch ohnedies viel zu tun habe. War es dann richtig, ihm zu antworten: „Würdest du dich vielleicht lieber nicht in die Angelegenheiten von uns Frauen einmischen, wir werden schon selber damit klarkommen. Für dich schickt sich das nicht.“? Das ist mir so entschlüpft.“
49. „Nun, das ist nicht grob. Man kann es so sagen“, - lächelte der Lehrer.

50. „Handle ich richtig, wenn ich in der Kirche vermeide, von einem der Brüder, die das Brot verteilen – der aber nicht in der Einigen-Familie ist – das Brot anzunehmen und auf ein Mitglied der Familie oder den Priester zukomme, um von ihm das Brot zu empfangen?“
51. „Und wenn er die Einige-Familie verlassen hat, warum verteilt er Brot? Das darf entweder der Priester, oder irgendein begrenzter Kreis an Menschen tun, denen alle vertrauen.“
52. „Bei uns lädt der Priester Brüder zur Brotverteilung ein, und es kommen diejenigen, die es wünschen.“
53. „So ist es nicht richtig.“
54. „Das heißt, wenn dies ein Mann verteilt, der nicht Mitglied der Einigen-Familie ist, so habe ich mich richtig verhalten?“
55. „Du hast jetzt gefragt – und Ich denke, alles wird schnell berichtigt werden.“

56. „Ist es zulässig, dass ich einen Bruder, der auf dem “Stuhl der Weisheit“ sitzt, nach dem Motiv seiner Handlung befrage, wenn dies in einem anderen Fall nicht gelungen ist?“
57. „Wenn es nicht gelungen ist, dann kann man das natürlich fragen.“

58. „Guten Tag, Lehrer. Dies ist eine Frage einer Schwester, die mich gebeten hat, für sie zu fragen: Ist es für ein Mitglied der Einigen-Familie indiskret, im Badeanzug durch das Dorf zum Fluss zu gehen? Oder ist es besser, sich erst am Ufer umzuziehen? Dabei irritieren einige Umstände: dass es im Dorf  nicht üblich ist, im Badeanzug zum Strand zu laufen, und dass dies für hiesige angetrunkene Männer die Versuchung bringt, sich aggressiv zu benehmen.“
59. „Ja, einfach so: kann dies irgendeine Aggression hervorrufen? Kann sie. Dann eine weitere Frage – hat es Sinn, so etwas hervorzurufen? Nein, hat keinen Sinn. Na, dann ist auch sofort die Antwort klar.“
60. „Einfach so, da ist es einmal vorgekommen, dass die Schwester im Badeanzug durchs Dorf gelaufen ist, und es ist ein betrunkener Mann auf sie zugekommen.“
61. „Nun ja, natürlich werden sie darauf zukommen, - sie werden unbedingt auf sie zukommen. Sie werden entweder scherzen, oder noch etwas anderes machen... Das ist eine sehr ernste Provokation.“
62. „Und ist es als richtig zu verstehen, dass es für eine ältere Frau nicht ästhetisch ist, so herumzulaufen, sich so zu entblößen?“
63. „Sie wird dadurch eine große Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wenn ein Mensch dies möchte, heißt das, dass bei ihm der Wunsch vorhanden ist, diese Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen? Oder will die Frau das nicht? Wenn sie das nicht will, so soll sie dies nicht tun. Wenn sie große Aufmerksamkeit auf sich ziehen will, so spricht dies schon von einer gewissen Störung in ihrer inneren Welt.
64. Ihr lebt in Verhältnissen, wo schon viele verschiedene Richtlinien geschaffen wurden, und wenn ihr sie verletzt, so ruft ihr bei anderen, die damit in Berührung kommen, eine bestimmte emotionale Unruhe hervor.
65. Wenn wir von irgendwelchen primitiven Stämmen sprechen, dann ist dies kein Problem, denn dort laufen alle so herum. Gleich von Kindheit an befinden sich alle in der Situation, wo die Mitmenschen, Nachbarn nackt oder halbnackt herumlaufen, alle. Das heißt, dort gibt es keine Richtlinie zu diesem Thema, die eine scharfe emotionale Unruhe von irgendwem hervorrufen würde.
66. Hier aber habt ihr andere Richtlinien, und man muss sie gewissermaßen berücksichtigen. Viele davon kann man als unangebracht bezeichnen, man kann sie als überflüssig bezeichnen, aber man kann sie nicht sofort beseitigen. Man muss daran denken und im weiteren schon die Frage stellen: und was wollt ihr in diesem Fall tun, was wollt ihr erreichen und dabei verstehen, dass, wenn ihr einen bestimmten Schritt unternehmt, wird das bestimmte Folgen haben?
67. Natürlich werden Folgen entstehen. Und ihr fragt euch einfach weiter: meint ihr wirklich, dass dies günstig ist? Ist es notwendig, dass solche Folgen entstehen? Wofür sollen sie entstehen? Denkt ein wenig über dieses Thema nach.
68. Daher, wenn es mitunter sogar irgendeine überflüssige Richtlinie gibt, so ist es auch nicht immer nötig, sie irgendwie scharf zu ändern. Wenn sie überflüssig ist, verschwindet sie. Aber sie wird milder, auf natürliche Weise verschwinden.“

69. „Lehrer, war es für einen Trainer im Alter von dreiundvierzig (ledig, keine Kinder, seit vier Jahren leitet er Geräteturnen) zulässig, während eines zweitägigen Ausfluges in seinem Drei-Personen-Zelt mit zwei dreizehnjährigen Mädchen zu übernachten – alle schliefen in individuellen Schlafsäcken? Verursacht wurde es dadurch, dass die Jungen nicht einverstanden waren, ihr Zelt den Mädchen zur Verfügung zu stellen, aber der Trainer hielt es für unpädagogisch, darauf zu bestehen. Oder hätte er neben dem Lagerfeuer übernachten sollen?“
70. „Worauf konnte er nicht bestehen?“
71. „Darauf bestehen, dass die Jungen ihr Zelt den Mädchen zur Verfügung stellten. Für die Mädchen gab es keine andere Übernachtungsmöglichkeit.“
72. „Er muss darauf bestehen. Wie denn anders? Es geht hier doch um Erziehung. Wenn er nicht in der Lage ist, dies zu regeln, dann darf er sich nicht mit dieser Tätigkeit beschäftigen. Und wie soll man denn sonst bei den Jungen das richtige Verhalten zu Frauen, zu Mädchen, mit denen sie beginnen, Umgang zu haben, erziehen, die Bereitschaft erziehen, alles zu überlassen, was sie haben? Sie geraten vielleicht in eine sehr unbequeme Situation, aber sie stellen den Platz zur Verfügung, indem sie ihre edlen Eigenschaften zeigen (wenn auch mit Widerwillen).“
73. „Und ist die eigentliche Tatsache seiner Übernachtung unter diesen Umständen eine ernste Verletzung, wenn er, angenommen, meinte, dass es unpädagogisch war, darauf bei den Jungen zu bestehen?“
74. „Es wäre besser gewesen, einzeln zu schlafen. Das heißt, so, wie er es von den Jungen gerne gesehen hätte... nun, dafür selbst ein Vorbild zu sein. Sonst, wie kann man es denn von ihnen fordern, wenn er selbst kein Beispiel zeigen konnte?“

75. „Lehrer, habe ich einen Fehler gemacht, wenn ich auf den Hinweis eines Bruders hin, den Wasserkocher nicht voll mit Wasser aufzufüllen, ihm erwidert habe, es wäre so für mich günstiger (die Thermosflasche würde damit auch sofort zu füllen sein)? Und weiter setzte er hinzu: „Was, sogar meinetwegen würdest du das nicht machen?“ Ich spürte eine Forderung in den Worten des Bruders und erwiderte sofort scharf: „Sogar dir zuliebe mach ich es nicht“. Habe ich in diesem Gespräch mit dem Bruder einen groben Fehler begangen?“
76. „Hier kommt alles darauf an, womit dieses “meinetwegen“ verbunden ist. Das heißt zum Beispiel, es war für ihn sehr dringend, dass das Wasser aufkochte, weil seine Gesundheit davon abhing (er musste schnell die Kräuterchen aufbrühen und trinken, weil er schreckliche Kopfschmerzen hatte), du aber sagst: „Nein! Mag es lange dauern, bis es kocht, mir ist es wichtig, auch die Thermoskanne damit füllen zu können. Was hat dies mit deinem schmerzenden Kopf zu tun?“ Wenn dies deine Sichtweise war, dann hast du nicht richtig gehandelt.
77. Wenn dies überhaupt mit nichts verbunden war, der Mensch wollte einfach, dass du wenigstens etwas seinetwegen tust (obwohl ihm dies gar nicht wichtig ist), dann liegt hier wahrscheinlich keine Grobheit vor.“

78. „Und noch eine Frage betreffend meines Umgangs mit einer Schwester. Die Schwester klagte, weil sie krank wurde, und ich, ohne lange zu überlegen und um meine Teilnahme irgendwie auszudrücken, platzte heraus: „Bete, bereue und versuch, den Grund der Krankheit zu finden“. Die Schwester hatte  aufgrund meiner Worte einen emotionalen Ausbruch. Hat sich in diesem Fall im Umgang mit der Schwester Grobheit gezeigt?“
79. „Es handelt sich dabei um so eine eigenartige Unkorrektheit, so eine allgemeine Anweisung über nichts. Es ist nicht richtig, so zu handeln.“
80. „Nicht richtig? Und wie dann?“
81. „Wenn ein Mensch erkrankt ist, schau, ob du irgendeine Hilfe leisten kannst, kümmere dich, frage, was weh tut. Vielleicht kannst du dich an irgendwelche einfache Sachen erinnern, was man besser machen kann, damit es vergeht.
82. Und du beginnst sofort mit einer Belehrung: „Erinnere dich, lies die Schrift, bete“. Das macht sie ja wahrscheinlich auch. Du musst sofort annehmen, dass sie dies macht, aber vorläufig gelingt es ihr  irgendwie noch nicht. Irgendwelche Übertreibungen werden zugelassen, und dies ruft irgendwelche natürlichen Krankheiten hervor.
83. Aber sogar wenn ein Mensch gut betet und alles liest und die Schrift erfüllt, - was denn, kann er jetzt nicht mehr krank werden? Er kann.“

84. „Lehrer, habe ich das Recht, aufgrund verschiedener Versuche, eine freundschaftliche Beziehung mit einem Mann aufzubauen, müde zu werden? Vor beinahe einem Jahr gab er meinem Vorschlag, eine freundschaftliche Beziehung aufzubauen, seine Zusage, und er begann, sich dementsprechend aktiv zu zeigen. Danach aber wandte er sich scharf ab. So geschah es einige Male im Laufe des Jahres, und jedes Mal gelang es immer wieder nicht, die Ursache zu erfahren, warum er sich so abrupt abgewendet hatte. Wobei wir das letzte Mal im April dieses Jahres sozusagen endgültig alle Verwirrungen abklären konnten, uns auf Freundschaft einstimmten und sogar besprachen, was für Nuancen unsere Freundschaft haben kann (hauptsächlich im Hinblick auf seine Einwilligung bezüglich dessen, was er als zulässig ansieht). Und plötzlich...“
85. „Dabei handelt es sich nicht um Freundschaft. Du hast schon viele Nuancen erwähnt, die zu Freundschaft grundsätzlich keinen Bezug haben. Es handelt sich um einen Versuch das Verhältnis zu beiderseitigem Nutzen wie ein Handelsverhältnis festzusetzen. Aber zu einer Freundschaft gehört das nicht.
86. Freundschaft setzt völlige Offenheit, völliges Vertrauen voraus und das Streben, bei erstbester Möglichkeit, sofort, wenn sie erscheint, zu helfen. Und wenn ihr Bedingungen besprecht – was zulässig ist und was nicht – so ist aus dem was du sagst, klar, dass dies zur Wahrheit keinerlei Bezug hat...“
87. „Nein, er hat gerade dies alles mit der Schrift verglichen.“
88. „Verglichen, wo man Freundschaft pflegen kann, aber wo nicht?“
89. „Ja.“
90. „Nun, so etwas gibt es, denke Ich, in der Schrift nicht.“
91. „Nein, ich habe ihn gefragt, ob man sich so oder anders zeigen kann, und er erinnerte sich daran, dass dies gemäß der Schrift zulässig ist. So ein Dialog war... Zum Beispiel habe ich ihn konkret gefragt: „Darf ich dir eine SMS schreiben darüber, dass ich dich vermisse?“ Er überlegte und sagte...“
92. „Dies gehört schon nicht zur Freundschaft. Wenn er über dieses Thema anfing nachzudenken, so kannst du dich abwenden und in eine andere Richtung gehen, irgendwohin, weiter weg von ihm. Du sprichst schon von einem sehr seltsamen Verständnis über das generelle gegenseitige Verhältnis, über den Umgang zwischen Mann und Frau.“
93. „Gut. Und darf ich Dich über sozusagen den Anfang des gegenseitigen Verhältnisses fragen? Ist es normal, dass ich spürte, dass der Mann sein Interesse mir gegenüber nicht einfach wie ein Interesse zu einem anderen Menschen zeigte, sondern auch eine natürliche Sympathie, als sich der Mann auf folgende Art zeigte? Als ich bei ihnen lebte und arbeitete, saß er jeden Abend mit mir eineinhalb – zwei Stunden (meistens unter vier Augen) zusammen, und als er schlafen ging, fragte er jedes Mal, ob er mich umarmen dürfe, und ich bemerkte, dass die Umarmungen jedes Mal zärtlicher wurden. Er bat mich, ihn zu massieren, nannte aber seine Bitte, warum auch immer, unbescheiden. Draußen umfasste er mich oft an den Schultern und hob mich etwas auf seine Arme. Einmal streichelte er meinen Kopf und sagte: „Wie schön dein Kopf ist“. Ein anderes Mal sagte er, dass er – warum auch immer – jedes Mal, wenn er mich sieht, lächeln möchte. Nun, und noch eine Menge von allerlei kleinen Bekundungen...“
94. „Nun ja. Und was?“
95. „Ist bei mir so eine Illusion entstanden über eine Natur-Sympathie, oder kann man dies wirklich als natürliche Sympathie annehmen?“
96. „Nein, das ist keine Illusion.“
97. „Keine Illusion, ja?“ Ich habe hier nur die eine Hälfte der Bekundungen aufgezählt. Verstehst Du, einfach, damit begann alles bei uns... Danach aber sagte er, dass zwischen uns nichts gewesen sei, dass ich eine Schwester für ihn sei. Und daher begannen wir, uns so über Freundschaft und Eintracht zu verabreden. Und es wurde kompliziert. Ich habe das ein halbes Jahr ertragen, und ich wurde müde...“
98. „Das tut Mir leid, Ich bedauere es sehr.“
99. „Das heißt, konnte ich wegen diesem Verhältnis müde werden, ja?“
100. „Ja.“
101. „Nun, das ist alles. Danke. Dann werde ich mich erholen.“
102. „Bitteschön“, - antwortete der Lehrer unter Lachen der Zuhörer.

103. „Die Frage einer Großmutter wegen ihrer Enkelkinder. Das Kind ist eineinhalb Jahre alt, darf man ihm kein zusätzliches Essen geben (damit sich sein Magen nicht überdehnt), nachdem es soviel gegessen hatte, wie in seine zwei Händchen voll hineinpasst, und es um noch mehr Nahrung bittet? Seine Mama will ihm nicht mehr geben. Ich frage warum. Sie argumentiert so: „Der Lehrer hat gesagt, dass man etwa so viel geben müsse...“.“
104. „Ich habe nicht gesagt, dass man so viel geben solle.“
105. „Nun, sie hat es so verstanden.“
106. „So eine Festlegung gibt es nicht.“
107. „Man kann dem Kind noch etwas geben, wenn es noch etwas will, stimmt´s?“
108. „ Möge es essen. Aber es kann noch so eine Nuance geben: abhängig davon, wie die Psyche des Kindes gestört ist, kann bei ihm einfach ein ständiges Bedürfnis entstehen zu essen.
109. Das heißt, es kann sein, dass es auch keine besondere Notwendigkeit gibt, dass es isst, aber wenn es mit Lebensmitteln in Berührung kommt, so kann es wiederum essen wollen. Was für seinen Organismus schon nicht mehr günstig ist.
110. Hier muss man schon aufmerksam sein, die Situation analysieren, wie es sich grundsätzlich zu Lebensmitteln verhält. Je besser die Psyche des Kindes ist, umso einfacher kann es sich der Ernährung gegenüber verhalten, es wird sich nicht darum kümmern, dass ihm das Essen vielleicht nicht reicht.
111. Es kommt vor, dass so eine Störung bei Kindern entsteht. Das ist schon damit verbunden, wie die Eltern leben, was für psychische Abstürze vorkommen. Das kann eine Störung verursachen.“
112. „Noch eine Nuance. Ist es zulässig, dem Kind von drei – vier Jahren etwas anderes zu essen zu geben, wenn es schon vor zehn Minuten Brei gegessen hat? Das Argument der Mama: nichts geben, um nicht alles zu vermischen. Es geht darum, dass beide meiner Enkeltöchterchen von Geburt an Probleme mit der Verdauung haben, es kommt vor, dass sie zwei Tage keinen Stuhlgang haben. Und bei der älteren (vier Jahre alt) ist dies mit so einem starken Schmerz verbunden, sodass sie Angst hat, sich auf den Topf zu setzen. Aber sie isst sehr wenig. Aber manchmal will sie keine Suppe und bittet nur um Brot.“
113. „Dies muss man ärztlich behandeln lassen, die Gesundheit verbessern. Ihr fragt über eine Situation nach, wo die Gesundheit beeinträchtigt ist, wo eine Störung der Physiologie vorliegt. Man muss physiologische Störungen korrigieren, jedoch nicht über die Ernährung nachfragen.“
114. „Und wie soll man physiologische Abweichungen korrigieren?“
115. „Ich bin kein Arzt. Ich sage nun, dass du Nuancen bezeichnet hast, die mit physiologischen Abweichungen verbunden sind. Ich bin kein Doktor, um zu sagen, wie dies zu behandeln ist.“
116. „Ich denke, dass dies weniger damit verbunden ist, was das Kind isst, sondern mit dem Zustand der Mama. Irre ich mich?“, fragte die Großmutter weiter.
117. „Du willst ihr einen Hinweis geben, die Schrift zu lesen, dann wird sich vielleicht alles bessern, stimmt´s?“
118. „Aber nein. Wahrscheinlich muss man zum Arzt... Und welche geistigen Gründe können bei Kindern solche Störungen verursachen?“
119. „Du sprichst wieder über die Schrift. Um ihr einen Hinweis zu geben, was die Mama zu tun hat. Wie man sich ändern soll, dem Letzten Testament folgen soll, damit sich danach etwas bei den Kindern ändert. Willst du darauf hinweisen?“
120. „ Nein, ich bin wirklich wegen der Kinder in Sorge.“
121. „Ich sage dir: den Kindern muss die Physiologie berichtigt werden. Sie ist schon beeinträchtigt, die Störungen setzen schon ein. Das ist alles.“
122. „Danke. Und sage bitte, was Bestrafung angeht... Ist es zulässig, ein Mädchen von drei – vier Jahren so am Öhrchen zu greifen, dass es vor Schmerz zu schreien beginnt? Ich verstehe es so, dass man es so am Öhrchen nehmen darf, dass es ihm unangenehm ist, nicht aber so, dass das Kind anfängt, scharf zu schreien.“
123. „Fragt Mich lieber solche Sachen nicht, dafür bin Ich ein schlechter Ratgeber. Beginnt ihr, auf Mich zu hören – so könnt ihr überhaupt niemanden bestrafen und überhaupt keine Strenge anwenden. Ich kann alles verderben.“

Girlande

Kapitel  12


1. Sonntagstreffen mit dem Lehrer am achten September. An diesem Tag gab es keine Fragen, die schon auf den Versammlungen der Einigen-Familie einzelner Dörfer abgestimmt  wurden. Der Lehrer ließ die Gläubigen nicht abgestimmte Fragen stellen.
2. „Lehrer, war es mein Fehler, dass ich mir bei folgender Situation so etwas eingebildet habe?“ Ein Bruder, dem ich vorgeschlagen hatte, mein Freund zu werden, begann mich schon am dritten Tag anzurufen und schickte mir derartige SMS: „Guten Morgen, meine Schöne“, „Guten Morgen, meine Sonne“. Dann sprachen wir täglich ein oder zwei Stunden miteinander. Er sagte: „Es gefällt mir, mich mit dir zu unterhalten. Du gefällst mir sehr als Mensch.“ Und so geschah es, dass er in dieser Woche vom Berg nach Petropawlowka für eine Weile herunterkam, und da ich dort auch etwas zu erledigen hatte, dachte ich, dass ich ihn sehen könnte, und er werde mich auch sehen wollen... Und war das denn eine Einbildung (nach all diesen Worten und Bekundungen), dass er auch mit mir zusammen sein wollte?“
3. „Und weshalb fragst du?“
4. „Ich möchte einfach nach dieser ganzen Geschichte Schlussfolgerungen ziehen, an welcher Stelle ich angefangen habe, mich zu täuschen.“
5. „Du fragst über das, was deiner Natur entspricht, was du schon seit Kindheit hattest, und was du immer bis ins hohe Alter haben wirst. Alle beliebigen Gedanken von dir, Überlegungen über etwas, was du nicht siehst und nicht kennst – dies alles ist Einbildung. Warum fragst du, ob es sich um Einbildung handelt, wenn dies grundsätzlich  eine Form deiner Überlegung ist, die dir immer eigen sein wird? Weshalb fragst du dies dann?“
6. „War dies vielleicht irgendeine nicht zulässige Einbildung? War dies ein Fehler? „
7. „Was siehst du Negatives daran? Worin besteht hier deiner Meinung nach das Negative? Wenn du dies nicht siehst, so hast du keine Frage.“
8. „Ich sehe es nicht, er sieht es. Er sieht darin meinen Fehler. Ich habe ihn gefragt: „Welchen Fehler siehst du in meinem Verhalten? Warum ist unser gegenseitiges Verhältnis schief gelaufen?“
9. „Und was hat er gesagt?“
10. „Er hat mir gesagt, dass ich die Tendenz habe, mir etwas einzubilden.“
11. „Hast du generell die Tendenz, dir einfach etwas einzubilden, stimmt das?  Ja. Ich habe doch schon geantwortet: du wirst dies immer haben (eigentlich wird dies bei ihm ebenso sein). Und was?“
12. „ Jetzt weiß ich nicht mehr, was los ist.“
13. „Ich verstehe auch nicht, was du jetzt fragen willst. Versuche, sofort eine Frage zu stellen.“
14. „Wir waren eigentlich seit mehr als zwei Wochen miteinander bekannt...“
15. „Und was? Weiter.“
16. „Aufgrund seines Charakters habe ich nicht erwartet, dass er sich so aktiv zeigen würde. Und können seine aktiven Bekundungen auf meine Gefühle so wirken, dass sie sich auch schnell entwickeln?“
17. „Möglich. Und was?“
18. „Und dann haben wir uns getroffen, und er wollte keinen Umgang mit mir haben.“
19. „Nun gut, er will nicht – muss er auch nicht. Und was willst du klären?“
20. „Das hat mich stark verwirrt.“
21. „Dass er einfach mit dir nicht sprechen wollte?“
22. „Ja.“
23. „Nun, auch gut. Natürlich verwirrt das. Nun, er wollte nicht, muss er auch nicht, und was ?“
24. „Er wollte einfach nur nicht, er hat mich gefragt: „Und warum willst du unbedingt so mit mir kommunizieren“? .“
25. „Nicht wichtig. Wenn du keinen Fehler bei dir siehst, dann ist nichts zu machen, wenn er nicht will. Du lernst den Menschen kennen: er hat solche Besonderheiten und was?“
26. „ Deswegen ergaben sich einfach bei uns irgendwelche Unstimmigkeiten.“
27. „Denk richtig nach, lerne, einen Fehler, einen wahrscheinlichen Fehler auszusondern, wo deine konkrete Handlung möglicherweise das Gesetz verletzt hat. Gerade dies betrachte. Verheddere dich nicht in Emotionen, dies ist immer gewesen und wird immer sein. Wo du von einem Fehler ausgehst – das betrachte.
28. Siehst du keinen, so heißt dies, es gibt keine Frage, lebe weiter und mache dich mit dem bekannt, was um dich herum vorhanden ist. Du erkennst die Welt. Wenn du so eine Frage stellst, spricht das davon, dass du noch wenig davon angetroffen hast, daher ist dies für dich so etwas Verwirrendes, sozusagen etwas Neues. Das kannst du noch tausende Male antreffen. Und was?
29. Dann wird sich diese Aufgabe vereinfachen, dann wirst du deine Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken, wiederum wird sich dir irgendeine neue Erscheinung zuwenden, mit irgendwelchen neuen Überraschungen. Nun, du wirst neue Überraschungen kennenlernen, die du früher nicht bemerkt hast. Und so haben alle irgendwelche eigene Besonderheiten.
30. Natürlich wird dich alles in Bedrängnis versetzen, was nicht mit deinen Wünschen zusammenfällt. Das gehört zur Bedrängnis. Du hast das gesehen, was nicht mit deinen Wünschen zusammenfällt, es hat deinen Gedankengang gestört, deine Idee, deine Träume und Phantasien. Das ist eine Bedrängnis.
31. Ja, dies bedrängt, weil es nicht so ist, wie du angenommen hast. Und was? Du kennst es nun, du weißt jetzt: ja, es gibt so eine Erscheinung. Und was weiter?
32. Entsprechend dieser Erkenntnis wählst du, wie du dich verhalten sollst, schon mit dem Wissen, dass dies brennen kann. Folglich muss man vorsichtiger mit diesem Feuerchen umgehen, man muss es nicht in alle Ecken schieben. Auf diese Weise erkennst du das Leben.
33. Hier gibt es keine Frage, das ist einfach das Leben und das Erkennen der umgebenden Realität. Das ist kein Anlass für irgendeine innere Panik, du erkennst einfach. Nun kennst du diese Erscheinung – das ist alles, sei nun aufmerksam, berücksichtige so eine Wahrscheinlichkeit.
34. Aber wenn du an irgendeinem deiner Schritte zweifelst, so versuche dann zu bestimmen, ob du richtig gehandelt hast, ob du nicht das Gesetz verletzt hast. Versuche, dich auf irgendeine konkrete Handlung zu konzentrieren, die deiner Meinung nach (anscheinend hast du irgendwo im Testament schon davon gelesen), dem Letzten Testament widerspricht. Nicht einfach so fragen, wie es dir einfällt, sondern wo du schon wirklich zu vermuten anfängst, dass hier  in deinen Handlungen ein Widerspruch zum Gesetz zu entstehen beginn. Dann wird bei dir schon eine Frage entstehen.“
35. „Voriges Mal habe ich Dich einfach gefragt, ob bei mir nicht die Illusion der natürlichen Sympathie entstanden ist...“
36. „Na und? Ob sie entstand oder nicht – das ist absolut unwichtig. Und was? Schau du auf Verstöße der Gesetze, nicht aber, warum bei dir die eine oder andere Phantasie entsteht. Dabei handelt es sich um deine innere Erscheinung, die sich bei dir irgendwie als charakteristisch zeigt.
37. Aber das ist das gleiche, was alle Menschen haben. Das heißt, sie alle sind mit diesen Eigenschaften ausgestattet: phantasieren, träumen, Bilder schaffen. Das hat jeder Mensch. Es geschieht dies allen einfach unterschiedlich. Du willst wieder über so etwas nachfragen, was keiner Frage bedarf, nicht irgendeiner Erklärung bedarf.“
38. „Kann ich dann etwas über Bekundungen fragen? Also, nachdem sich dieser Mensch so aktiv gezeigt hatte...“
39. „Frage über einen Fehler nach, einen wahrscheinlichen Fehler. Alles übrige... lerne es kennen und erkenne. Und indem du erkennst, berichtige deine Handlungen. Und nichts anderes. Frage nur, wenn du einen Fehler vermutest. Nicht aber über irgendwelche einfachen Lebenserscheinungen bei dir. Es ist nicht nötig, so etwas zu fragen.“
40. „Nun gut, ich frage dann wegen was anderem, aber das selbe Thema betreffend. Wie soll man mit seinen Gefühlen zurechtkommen? Du hast mir beim vorigen Mal gesagt, dass ich von diesem Menschen davonlaufen soll...“
41. „Warte mal, warte... Mit den Gefühlen kann man nicht zurechtkommen.“
42. „Und wie soll ich dies mit der Äußerung vereinbaren - “von diesem Mann weglaufen“?“
43. „Mit Handlungen kann man zurechtkommen: soll man etwas machen, oder soll man sich zurückhalten und versuchen, etwas Konkretes nicht zu machen? Nicht aber “soll man etwas mit den Gefühlen unternehmen, gegen sie ankämpfen“. Sie zum Kampf aufrufen, bekämpfen, sie irgendwie so interessant herumwerfen, damit sie zur Besinnung kommen.
44. Du kannst mit ihnen nichts machen. Du kannst nur mit Handlungen etwas machen, Handlungen, zu denen dich deine Gefühle bewegen. Darum musst du schon selbst in der Frage richtig darauf schauen, ansonsten wirst du wieder über das plaudern, was zu betrachten nicht nötig ist, das wird nicht ernsthaft aussehen.“
45. „Nun, bei Psychologen gibt es konkrete Ratschläge, die wirklich helfen. Zum Beispiel den Namen des Menschen an eine Wand schreiben und alle seine negativen Eigenschaften und das jeden Tag lesen und neue dazuschreiben. Hilft sehr schnell, die Gefühle verschwinden. Ich verstehe, dass dies nicht unsere Methode ist...“
46. „Ja, andere versuchen vorzuschlagen, das Gesicht des Menschen auf einen Sandsack zu malen und dann zuzuschlagen, zu prügeln, seinen Ärger einfach an dem Sandsack auszulassen, wobei jener Mensch sozusagen nicht berührt wird.
47. Es gibt so eine Episode in “Jeralasch“ (in Russland, schon aus Sowjetzeiten, sehr bekannte Kinderserie, Anm.d.Ü.), erinnerst du dich nicht? Vielleicht hast du den gesehen (Ich weiß das noch aus Meiner früheren Schulzeit, wo ein verärgerter Junge – man hatte ihn verprügelt – nach Hause kam und sich diesen Rowdy auf einem Kissen vorstellte. Wie er dieses Kissen zu zerreißen, zu schlagen anfing... da sind Federn... mit dem Fuß dieses Kissen... Und es klingelte an der Tür. Er machte auf – der Freund kam herein, bedeckt mit blauen Flecken, sein Haar zerzaust und sagt: „Hör mal, aber mit dem Fuß habe ich dich doch nicht getreten“. (Gemeinsames Lachen.)
48. In der Tat, selbst wenn du das auf so eine Weise machst, tust du Böses.“
49. „Ich verstehe. Ich werde das nicht tun. Ich habe einfach nur von so einem Rezept gehört.“
50. „Und was willst du suchen? Etwas Ähnliches in Meinem Hinweis?“
51. „Nein. Nun, nehmen wir an...“
52. „ „Schreib nun all seine positiven Eigenschaften auf.“
53. „Davon gibt es genug. Ich habe sie aufgeschrieben.“
54. „Und was, das ist Mein Hinweis für dich, und du beginnst, dich schon zu widersetzen?“
55. „Nein, warum, zuhause liegen bei mir ganze Listen mit seinen positiven Eigenschaften.“
56. „Genau. Aber wenn du anfängst, deine Aufmerksamkeit darauf zu konzentrieren, beginnen deine Gefühle wieder aufzuflammen.“
57. „Aufflammen... darum geht es mir ja auch. Und wofür brauche ich das?“
58. „Und was willst du denn fragen?“
59. „Darf ich zum Beispiel, damit sich meine Anhänglichkeit nicht vergrößert, mir selbst wenigstens sagen, dass mir dieser Mensch fremd ist? Und mich selbst daran erinnern, dass mir der Lehrer gesagt hat, in eine andere Richtung weg von ihm zu laufen? Wird dies da kein Widerspruch sein?“
60. „Man darf nichts Negatives tun.“
61. „Und ist das schon etwas Negatives?“
62. „Natürlich, dies alles ist negativ.“
63. „Und warum sagst Du mir dann die Worte - “in eine andere Richtung weg von ihm zu laufen“ ?“
64. „Das kann man doch mit einem Lächeln anschauen. Und was, bist du losgerannt? Hast dir den Jogginganzug übergezogen und bist gelaufen, so etwa? Ich habe dir doch ein Bild gezeigt. Und was verstehst du darunter?“
65. „Ich weiß eben auch nicht, was darunter zu verstehen ist, deshalb frage ich auch.“
66. „Kehren wir noch einmal zum Einfachen zurück: wegen welcher Handlung willst du nachfragen?“
67. „Ob ich eine Initiative zum weiteren Umgang mit ihm äußern soll?“
68. „Das Äußern ist keine Handlung, dies ist ein Bild von einem Komplex an Handlungen, wo tausenderlei Handlungen möglich sind, die zulässig, aber auch völlig unzulässig sein können. Das heißt, man darf in einer Frage kein Bild äußern, das entgegengesetzte, sich gegenseitig ausschließende Tatsachen beinhaltet.“
69. „Interessant.“
70. „Wegen einer Handlung frage Ich dich. Was hast du vor zu tun, und du stellst dir die Frage: „Soll ich dies machen?“ .“
71. „Soll ich zum Beispiel auf ihn zukommen und versuchen, mit ihm zu sprechen?“
72. „Wenn er das nicht will? Oder was? Das “Wenn“ musst du hinzufügen.
73. Du hast doch eine Frage, folglich zweifelst du an etwas. Dann also solltest du jetzt fragen: „Kann man auf ihn zugehen und mit ihm über etwas reden, wenn...“ Und nenne, was dich in diesem Fall verwirrt.“
74. „Ich verstehe nicht, ob er will oder nicht. Gestern kam er zum Beispiel von selbst auf mich zu...“
75. „Das heißt, wenn du nicht weißt, ob er sprechen will oder nicht – kannst du dann auf ihn zugehen und ihn ansprechen? Ja, bitte.“
76. „Und wenn er zum Beispiel von selbst auf mich zukam, mich grüßte und fragte, wie es mir geht? Und erst danach habe ich angefangen zu reden. Und er hat mich an Deine Worte erinnert und sagte: „Du weißt doch, was der Lehrer dir gesagt hat“ .“
77. „Und was habe Ich dir gesagt?“
78. „Du hast gesagt: „Lauf in eine andere Richtung weg von ihm“ .“
79. „Frag ihn einfach: „Kommst du deshalb auf mich zu, damit ich jetzt irgendwohin losrenne?“ Frag bei ihm nach. Warum fragst du denn Mich? Frage ihn, was er von dir will.“
80. „Nun, so ein nicht zu begreifender Mensch! Darum versuche ich auch, ihn durch andere Menschen zu verstehen.“
81. „Schon zwanzig Jahre lang versuche Ich euch zu erklären: fragt konkreter, was der andere meint, wenn er etwas äußert und es euch nicht klar ist. Nun, geht auf ihn zu und fragt. Was hindert euch?“
82. „Auf diese Weise habe ich auch gefragt. Und er hat mir so geantwortet.“
83. „Frage bei ihm nach: „Was denn, soll ich gleich wegrennen? Meinst du das? Dass ich sofort in Startposition gehe und irgendwo anders hin losrenne, ja? Und bist du deshalb auf mich zugekommen, damit ich gerade dies mache?“ Frage bei ihm über diese einfache, primitive Sache nach, die in diesem Fall sozusagen gemeint sein kann (und du bist verwirrt, ob du rennen sollst oder nicht).
84. Was willst du Mich in diesem Fall fragen? Du hast dich in Bilder vertieft, in Emotionen, du bist zu keiner konkreten Entscheidung gekommen. Daher, wenn du jetzt die Frage in der Einheitlichen-Familie besprechen würdest, könntest du sie nicht einmal stellen.
85. Deshalb ist es auch notwendig, seine eigenen Fragen dort abzuklären, damit Ich nicht versuchen muss, bei dem ganzen Treffen nur mit einem Menschen zu kommunizieren, ihn irgendwie zu etwas hinzuführen, zu dem, was er sozusagen zu fragen versucht (aber in seinem Kopf ist nur Chaos)“
86. „Ich habe seinerzeit diese Frage in der Familie besprochen...“
87. „Stopp, stopp, lass dich nicht von dieser leeren Aussage hinreißen, so, wie du jetzt begonnen hast, wirst du nicht in der Lage sein, etwas zu fragen. Wenn dich irgendeine konkrete Handlung verwirrt, dann fragst du gerade wegen ihr nach. Aber wegen der Handlung, nicht wegen eines Bildes.“
88. „Wenn bei mir der Eindruck entstanden ist, dass der Mensch mit mir nicht kommunizieren will...“
89. „Wenn du nicht genau weißt, ob er mit dir sprechen will oder nicht, gehe auf ihn zu und frage: „Verstehe ich es richtig, dass du jetzt mit mir keinen Umgang haben möchtest?“ Und nur das. Stell ihm eine einfache Frage.“
90. „Gut, mach ich.“
91. „Wenn er sagt: „Ich will“ - sprich mit ihm. Wenn er sagt: „Ich will nicht“ - dann sprich nicht mit ihm. Das ist alles, das ist die Lösung, eine einfache Lösung.“
92. „Danke.“

93. „Auf vorherigen Treffen hast Du gesagt, dass es grundsätzlich möglich sei, dass sich eine Frau mit dem Schöpferischen beschäftigt, besonders dann, wenn das im Bezug zu Kindern geschieht. Und bei mir entstand eine Frage in eigener Sache. Es gibt den Wunsch und das Bedürfnis von Menschen meiner Umgebung, dass ich mich mit den Kindern beschäftige (es geht um Choreographie), aber ich habe gesehen, dass, wenn man sich mit den Kindern vollwertig beschäftigt, so nimmt dies dann sehr viel Zeit in Anspruch, und das beginnt, sich auf den Haushalt nicht gut auszuwirken. Das heißt, es gelingt mir dann nicht mehr, meine Energie vollwertig – so, wie es die Frau machen soll – in den Haushalt einzubringen. Und dann bin ich besorgt, weil in mir ein Vergleich vonstatten geht (ich sehe, wie wunderbar meine Nachbarn mit ihrem Garten zurechtkommen). Und so gibt es in meinem Innern eine Bedrängnis, ich denke: was soll ich denn machen? Sich mit Kindern zu beschäftigen, scheint wichtig zu sein, und den Haushalt zu führen...“
94. „Wichtig ist das eine wie auch das andere. Doch diese Komplikation ist natürlich. Die Gesellschaft ist noch nicht harmonisch aufgebaut. Dies alles wird später einmal gestaltet werden, wird allmählich berichtigt werden, und jedermann wird richtig seinen Platz einnehmen können. Wenn sich alle Zellen gänzlich füllen werden, ihren Platz einnehmen werden und unter ihnen der notwendige wechselseitige Zusammenhang entstehen wird, dann wird es diese Komplikationen nicht mehr geben. Jetzt aber gibt es eine große Menge an Komplikationen.
95. Daher ist das, was zu tun wünschenswert wäre, nicht immer zu realisieren. Weil eine ganze Reihe von Gründen entsteht, wo es in keiner Weise möglich ist, das zu bewerkstelligen, Gründe, die auch beachtet werden müssen. Aber dies ist das Ergebnis davon, was noch vorläufig vonstatten geht.“
96. „Und heute steht vor mir die Wahl: lieber ein ideales Beet schaffen, oder lieber Tanzstunden mit Kindern durchführen? Ich weiß nicht, wie ich wählen soll.“
97. „Ein ideales Beet bedeutet vor allem, dass der Mensch satt wird. Was ist das, ein ideales Beet? Einfach, dass das gut heranwachsen soll, was dann benötigt wird.
98. Nicht nur, um sich selbst zu ernähren, sondern auch, so wie es aussieht, denjenigen, dem das nicht gelungen ist, oder dem aus irgendwelchen Gründen alles verdorben ist. Denn es gibt ja auch nicht wenige Naturkatastrophen. Jemand hat Setzlinge herangezogen und herangezogen und dann, hopp – ist alles hin, hopp – unerwarteter Frost, oder sonst etwas, und viele Menschen könnten hungern. Und wenn ihr etwas aus eurem Garten entnehmen konntet, so auch mit der Möglichkeit, dies mit jemandem zu teilen. Das heißt, dies ist so  sehr eine Grundlage des Lebens...
99. Das Schöpferische – ist das Zusätzliche, ist sozusagen die Bühne des Lebens. Aber die Basis des Lebens ist vorläufig die Ernährung, das sind solche einfachen, primitiven Sachen, und natürlich müssen sie bei euch in Ordnung sein.
100. Und dies wird jetzt besonders anfangen, sich immer mehr zu zeigen. Und davon, wie ihr gelernt habt anzubauen, wird nun schon – das kann man sagen – direkt euer Leben abhängen. Und für viele wird dies ein großes Problem werden.“

101. „Danke. Und noch eine lustige Frage aus dem Alltag. Mein Mann kommt immer aus der Banja, nur mit einem Handtuch um die Hüften geschlungen, und manchmal, wenn Gäste kommen, kann er sich so, wie er aus der Banja gekommen ist, zum Teetrinken dazusetzen. Und bei mir ist eine kleine Verwirrung entstanden, genauer gesagt, ein Dazudenken, dass das die Frauen irritiert, die manchmal kommen. Gut, wenn dies nahe Freunde sind. Und wenn dies ein Mensch ist, der uns nicht so nahe ist... Handelt es sich dabei um meine Unreinheit?“
102. „Meinst du, dass die anderen deshalb verlegen sein könnten?“
103. „Ja.“
104. „Nimmst du an, dass sie verlegen werden, oder bemerkst du, dass sie verlegen sind?“
105. „Es kommt mir so vor.“
106. „Sie könnten verlegen werden, ja?“
107. „Heißt das, dass ich meinem Mann einen Hinweis geben kann, dass er sich vielleicht nicht sofort nach der Banja zum Tee hinsetzen möge, sondern es besser wäre, sich erst etwas anzuziehen?“
108. „Nun, natürlich kannst du das.“
109. „Man hat mir einfach gesagt, dass ich vielleicht hinzudenken würde, dass aber alles ausgezeichnet sei, und die Menschen sich nur freuen.“
110. „Freuen, ja? - lächelte der Lehrer. - Nun, in gewissem Maße sind sie vielleicht auch erfreut...
111. „Jetzt die Aufmerksamkeit auf das Wort “erfreut“ zu richten, das ist auch sehr eigenartig. Wenn dem Menschen alles gegeben würde, worüber er sich freut, und was er haben möchte, so ist dies ein eindeutiger Weg zur Vernichtung des Menschen.
112. Der Mensch neigt dazu, Fehler zu machen (wir gehen von einer anderen Seite an dieses Thema heran), es werden nämlich Fehler von solchem Charakter gemacht, die gerade mit den Wünschen des Menschen verbunden sind. Das heißt, er macht vor allem das, was er wünscht.
113. Bei ihm entsteht irgendein inneres Bedürfnis, das heißt, dies entspricht seiner Gefühlswelt, und er macht aufrichtig das, was ihm in diesem Fall entspricht. Und – hoppla – ein Fehler ergibt sich: jemand wird traurig, ein anderer leidet dadurch und so weiter und so fort.
114. Also ist in erster Linie  das, was der Mensch als einen Fehler unternimmt, - das, was ihm gefällt, alles gründet sich darauf. Deshalb schon darüber zu sprechen, dass etwas gefällt, ist nicht genug.
115. Das Letzte Testament gibt in Vielem das, was nicht gefällt. Ich sage: „Dies muss getan werden“, ihr aber runzelt die Stirn, fangt an, nach Varianten zu suchen, um dies nicht zu machen, oder nur minimal zu tun.
116. Berühren wir etwas, zum Beispiel das Thema Dreiecksbeziehung, - so steht überhaupt alles bei euch in Flammen, dies anzuschauen ist sogar schwer, man muss die Schutzbrille eines Stahlarbeiters aufsetzen, damit sich die Augen beruhigen können.
117. Wenn wir über das Letzte Testament sprechen, so ist dies in Vielem das, was nicht gefällt. Alles, was euch an diesem Testament gefällt und was ihr davon vollzieht, ist das, wozu ihr gewissermaßen schon selbst herangereift seid. Deshalb braucht man da auch nichts zu ändern. Es entspricht euch einfach: ja, hier müsst ihr überhaupt nichts ändern, alles ist gut bei euch.
118. Aber das ergibt keinen Sinn, das zu betrachten, was gut ist. Wir schauen doch das an, was zu ändern ist. Aber dieses ganze Gebiet, wo etwas geändert werden muss, ist eindeutig unbedingt damit verbunden, was euch nicht gefällt.
119. Also, wenn gesagt wird: „Aber den Menschen gefällt das doch“, so ist dies überhaupt kein Kriterium, das bedeuten würde, dass eure Handlung richtig ist. Es bedeutet dies ganz und gar nicht. Und sogar umgekehrt – man muss zu zweifeln beginnen: wenn es allen gefällt, so macht ihr vielleicht wirklich etwas nicht richtig, - lächelte der Lehrer. - Hier muss man schon anders herangehen.
120. Aber wenn dem Menschen zumindest ein kleiner Hinweis gegeben wird, der mit einer Bedrängnis hinsichtlich seiner Handlungen verbunden ist, so muss dies für einen Gläubigen ein sehr markantes Zeichen sein, um sich aufmerksam dieser seiner Handlung klar zu werden.
121. Das heißt, wie ein Glöckchen. Möge es nicht wie ein Glöckchen – sondern wie eine Glocke sein. Damit sie sofort ausposaunt: jemand ist wegen eurer Handlung in Verlegenheit geraten. Für euch ist das sofort ein Zeichen: vielleicht macht ihr wirklich etwas nicht richtig.
122. Sofort muss man darüber nachdenken, nicht aber einfach geradewegs überwechseln zu dem anderen: „Schau in dein Auge, da sind schon genug Balken, schon ein ganzes Floß, du aber siehst auf meinen Splitter.“ Dass sich nicht so ein Gezänk daraus ergibt.
123. Wenn jemand etwas wegen eure Handlung sagt (ihn bedrängt etwas bei eurer Tätigkeit), dann muss man sofort darüber nachdenken, sofort sich die Frage stellen –  vielleicht mache ich wirklich etwas nicht richtig? Und mit demjenigen, der die Verwirrung  geäußert hat, müsst ihr das Gespräch fortsetzen, versuchen zu präzisieren, was ihn bedrängt hat, warum gerade diese Handlung ihm als ein Verstoß gegen das Gesetz vorkommt. Also versuchen, mit ihm zusammen tiefer nachzudenken.
124. Nicht sich einfach abwenden, sich mit irgendeiner primitiven Äußerung wehren, und das ist alles. Ihr wollt doch die Fehler verstehen. Nur dann kann der Mensch lernen, wenn er danach strebt, seinen Fehler zu begreifen.
125. Wenn er nicht danach strebt, kann die Entwicklung bei ihm sehr träge vor sich gehen, wo er – ob er dies will oder nicht – indem er sich bewegt, im Laufe des Lebens zu neuen Erkenntnissen kommt: er erwirbt sie sozusagen irgendwie auf schlappe Weise.
126. Ihn trägt der Strom, er – hoppla – biegt irgendwohin ab: Wau! Ein Geschenk! Nimmt er dies an – gut, er bereichert sich. Obwohl man dazu hätte schon viel früher kommen können. Aber dafür hätte man sich entsprechende Fragen stellen müssen, irgendwelche seiner Bewegungen schnell korrigieren müssen und zu diesem Geschenk einige Tage, einige Monate, einige Jahre früher kommen können.
127. Und dies ist wie ein Ausgangspunkt: nehmt ihr das Geschenk an – habt ihr im weiteren einen neuen Weg eingeschlagen, nachdem ihr es angenommen habt. Dieser neue Weg ist wieder mit dem Erkennen eigener Fehler verbunden. Und es gibt ebenso einen neuen Weg, aber er ist nicht mit so einem aktiven Erkennen des Lebens verbunden, er ist wiederum wie ein Strom eurer natürlichen Möglichkeiten.
128. Wenn ihr beginnt, in euch zu graben, indem ihr euch zwingt zu betrachten – was ihr immerhin nicht richtig macht, so beginnt ihr, die nicht-natürlichen Bemühungen zu unternehmen – ihr beginnt, euch künstlich zu verändern. Das ist gerade die beschleunigte Variante der Entwicklung.
129. Wenn ihr euch dem Strom hingebt, so wie “später wird es klar werden“, vorläufig aber haltet ihr euch daran, was gefällt, - so werdet ihr euch natürlich Weisheit aneignen, aber auf einem längeren Weg.
130. Und in dieser Zeit können irgendwelche Verluste vorkommen, irgendwelche gute Eigenschaften, die ihr hattet, sie können verloren gehen, es kann etwas weniger werden. Und dann erscheint eine nächstfolgende Prüfung – und eure Kräfte werden euch nicht reichen. Obwohl ihr die Prüfung richtig hättet überwinden können, wenn ihr die richtigen Bemühungen aufgebracht hättet.
131. Die Gläubigen – das sind solche Menschen, die aktiv danach streben, sich zu verändern, und folglich bemühen sie sich aktiv zu schauen, was sie denn nicht richtig machen, wenn zumindest jemand durch ihre Handlungen verlegen wurde.
132. Darum darf man auf keinen Fall an einem anderen herumnörgeln, sondern muss die ganze Aufmerksamkeit sofort auf sich selbst richten: was habt ihr denn nicht richtig gemacht? Versucht es mit ihm zu präzisieren. Seid ihr durch ihn nicht klug geworden – so beruhigt euch nicht, fragt bei einem anderen nach. Vielleicht gelingt es diesem ersten Menschen nicht, der euch den Hinweis gegeben hat, seine Gedanken irgendwie richtig zu formulieren, und er hat seine Bedrängnis nicht klar geäußert.
133. Versucht, diese Situation im Gedächtnis zu behalten (über welche Handlung von euch jemand etwas gesagt hat), und fragt einen anderen. Vielleicht hatte er seine Aufmerksamkeit auch schon auf dieselbe Handlung gerichtet, hatte ihr aber irgendwie keine Bedeutung beigemessen. Und fragt bei ihm nach, versucht, ihn um Weisheit für euch zu bitten, damit er keine Bedrängnis fühlt, keine Angst hat, alles sagt, was er irgendwo in sich fühlt, weil dies für euch sehr wichtig ist.
134. Und letztendlich kann dies dazu führen, dass entweder ihr euren Fehler sofort begreift, oder ihr stellt hier eine Frage, aber ihr nennt schon etwas sehr Konkretes von euch. Gerade dann gibt es die Chance, sich sehr schnell aktiv zu formen.
135. Wenn ihr dies vermeiden werdet, wird dies einen langsamen Verlauf nehmen. Er ist natürlich sehr schwierig. Weil dort, wo etwas schon reif werden musste, wir vorläufig noch die ersten durchbrechenden Sprösslinge sehen. Es scheint angenehm zu sein, immerhin begannen sich schon irgendwelche Sprösslinge einen Weg zu bahnen, aber dort müsste eigentlich schon alles heftig blühen. Aber da ist keine Blüte, es bricht einfach etwas durch.
136. Nun, da bleibt nur, sich zu freuen, dass sie wenigstens durchbrechen, das ist schon prima. Aber man kann das sich hier Ereignende noch nicht als “ideales Beet“ bezeichnen. Ihr seid viele, aber ihr bringt eine sehr unterschiedliche Aktivität in Erscheinung, und die ist oft sehr flau.




 

  
 
  zum Seitenanfang