Vadim 17

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  Kapitel 11  

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Das Männliche und Weibliche als gebendes und empfangendes Prinzip ~ Vor dem Antlitz Gottes sind das Männliche und Weibliche gleichwertig. ~ Der richtige Partner kommt, wenn man dazu bereit bist. ~ Liebe verbindet die Menschen, die füreinander günstige Erziehungsbedingungen schaffen. ~ Es bedarf die Bemühungen beider Partner, um ein Problem vollständig zu lösen. ~ Es ist sinnlos, über Eile zu sprechen, was das Gründen einer Familie angeht. ~ Wenn man weinen möchte, lasst dies gewähren. ~ Bemüht euch, nur dem Positiven Aufmerksamkeit zu schenken. ~ Über das Gefühlsbedürfnis dem eigenen Glauben Bedeutung zu verleihen ~ Das Aufzwingen von Kenntnissen beinhaltet eine Äußerung von Aggression. ~ 666 - Das Wesen einer Erscheinung bleibt von Namen und Zahlen unverändert. ~ Geistige Reife schließt es aus, Kränkung zu äußern oder Schuldige zu suchen. ~ Für die Gesellschaft ist ein geistiger Führer lebensnotwendig. ~ Über das Jüngste Gericht


1. Auszüge der Kommunikation des Lehrers in dem christlichen und dem nicht-religiösen Internet-Forum.

2. „Wie verhalten Sie sich zu der Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft im Lichte Ihrer religiösen Vorstellungen? Das männliche und das weibliche Prinzip sind gleichwertig und unterschiedlich, oder sind sie ein starkes und ein schwaches Prinzip?“, war die Frage einer Frau im christlichen Forum.

3. „Vor allem äußere ich meine Dankbarkeit bezüglich der gestellten Frage, denn ich halte sie für ziemlich ernst und umfangreich. Es handelt sich um ein Thema, auf welches wirklich große Aufmerksamkeit gelenkt werden muss.

4. Und wenn schon die Frage gestellt wird, so wage ich, ebenso wie viele andere, auch von meiner Seite das, was ich dazu zu sagen habe, auszudrücken.

5. Das weibliche und das männliche Prinzip werden besser (wrtl. richtiger) vor allem als unterschiedliche Prinzipien betrachtet, die in ihrer Wurzel einige typische Unterschiede aufweisen, wobei, wenn man dies nicht begreift, es unvermeidlich zu Situationen kommt, wo Frauen das Weibliche recht häufig in Männern suchen, und Männer das Männliche in Frauen. Dadurch entsteht leicht eine Atmosphäre des gegenseitigen Unverständnisses und des verderblichen Misstrauens.

6. In das Wesen des Menschen, des Mannes als auch der Frau, sind zwei schöpferische Prinzipien eingelegt: das geistige und das naturgegebene. Die beiden Prinzipien können sich wegen natürlicher, ihnen eigener charakteristischer Gründe nicht gleichzeitig vollwertig in einem Menschen entwickeln. Und darum erschienen sie so, dass eines der beiden Prinzipien in einem Menschen zum gebenden wurde und das andere zum empfangenden.

7. Das gebende und aktive Prinzip ist beim Mann als das schöpferisch geistige und bei der Frau – als das naturgegebene vorhanden. Dadurch begann die vollwertige Entwicklung völlig von der harmonischen Vereinigung des Männlichen und Weiblichen abhängig zu werden. Daher wurde auch gesagt: "... und es werden die zwei ein Fleisch sein... was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen."

8. Dieser Unterschied der aktiven Prinzipien spiegelt sich typisch in der Psyche und im Bewusstsein sowohl des Mannes als auch der Frau wider.

9. Obgleich einige Männer und Frauen in Abhängigkeit von einer in bestimmten Fällen geäußerten für sie untypischen Lebensaktivität in sich für ihr Wesen untypische schöpferische Prinzipien in aktiver Form aufzeigen konnten. Aber dann entsteht um solche Frauen herum eine für Männer typische Atmosphäre und um die Männer – eine weibliche Atmosphäre, was leicht zu bemerken ist.

10. Dieser Umstand legte eine Basisneigung bei den Männern – die geistige Heldentat und bei den Frauen – die naturgegebene ein. Dabei ist unbedingt die Gleichwertigkeit der Bedeutung des einen als auch des anderen zu betonen. Die beiden Prinzipien gingen vom Schöpfer aus und sind zwei Hälften einer Harmonie.

11. Die Meinung der Männer über eine möglichst günstige geistige Entwicklung beim Fehlen der Beziehung zu Frauen ist tiefgreifend fehlerhaft!

12. Und über den Platz der Frau in der modernen Gesellschaft zu reden ist überhaupt sinnlos, denn der eigentliche Charakter der Entwicklung der Gesellschaft neigt bislang immer noch in die der Harmonie gegenläufige Richtung, wobei unvermeidlich Bedingungen für Selbstzerstörung geschaffen werden.“

13. „Mir missfällt der Ausdruck "man muss". Zudem ist ein gewisses Aufzwingen einer stereotypischen Verhaltensweise zu beobachten: wenn man eine Frau ist, so muss man das, das und das tun... eine naturbezogene Heldentat... Und ein Mann – das, das und das...“

14. „Ich denke, hier braucht man bezüglich dieses Ausdrucks nicht vorschnell in Unruhe zu geraten. Im Laufe der Geschichte der Entwicklung der Gesellschaft wurde eine nicht geringe Angst vor der eventuellen Möglichkeit, "Freiheit" einzubüßen, in die Psyche des Menschen eingeprägt, wobei zu viel von gewissem despotischen "sie muss" oder "er muss" auf ungerechte Weise angewendet wurde.

15. Aber nichtsdestoweniger wäre es günstiger, sich bei seinem Verhalten gegenüber diesem Ausdruck "müssen" neu zu orientieren. Dahinter ist nicht unbedingt etwas Ungerechtes und Verderbliches zu verstehen.

16. Wenn beliebige Äußerungen des Menschen von bestimmten Gesetzen vollständig abhängig sind, und außerdem überhaupt ein gewisses Gesetz der Harmonie existiert, so gibt es folglich auch unvermeidlich bestimmte Regeln, nach denen sich der Mensch am besten gemäß den Forderungen dieses Gesetzes der Harmonie entwickeln kann.

17. Und meiner Ansicht nach wäre es dann auch durchaus angebracht zu begreifen, dass man etwas entsprechend diesen Regeln tun "muss", obwohl dieser Umstand natürlich auch eine gewisse Freiheit einschränkt. Aber wie kann man sich dann erziehen, wenn man keine Willensanstrengungen unternimmt und seinerseits das zulässt, was man schon als etwas nicht Richtiges begriffen hat?

18. Obwohl die Verwendung von "sie muss" oder "er muss" dann am ehesten angebracht sein wird, wenn man sich zu etwas entschließt.

19. Wenn du zum Beispiel deine Bereitschaft äußerst, besser zu werden, dann, um so zu werden, wird auch dieser entsprechende Ausdruck angebracht sein. Und wenn man nicht wünscht, so zu werden, so kann man dann irgendwelche Regeln nur zur Kenntnis nehmen – man kann sie befolgen, man kann es auch lassen.

20. Also eine einfache Formel: wenn du etwas richtig machen willst, so musst du das so und so machen. Nicht selten führt Freiheit des Handelns in so ähnlicher Situation unvermeidlich nur zum wiederholten Versuch, das "Fahrrad von Neuem zu erfinden".“

21. „Aber warum soll gerade die Geschlechtszugehörigkeit den Weg der Entwicklung bestimmen?“

22. „Lieber Freund (falls Sie natürlich nichts gegen diese Anrede haben), mir scheint, dass Sie zu schnell durch mein Verständnis, welches ich möglicherweise nicht gut genug darlege, irritiert sind. Obwohl ich auch vermuten kann, dass mir das Wesen der Frage nicht völlig klar ist, so antworte ich immerhin auf das, was mir möglich war zu verstehen.

23. Der Entwicklungsweg selbst wird von der eigentlichen Geschlechtszugehörigkeit überhaupt nicht bestimmt. Nur die gegenseitige Ergänzung seitens des Männlichen und des Weiblichen kann eine lebensnotwendige Begünstigung der Bewegung auf dem Entwicklungsweg schaffen.

24. Wenn sich die männliche Besonderheit von der weiblichen unterscheidet, so können sie folglich schon nicht dasselbe auf gleiche Weise tun. Bei etwas wird der eine sich besser zeigen und bei etwas anderem – der andere. Aber im Ganzen ist es richtiger, das Männliche und das Weibliche als vor dem Antlitz Gottes als etwas Gleichwertiges wahrzunehmen.

25. Vielleicht wäre es besser, wenn Sie das, was Sie irritiert, etwas konkreter aufzeigen, und ich teile mein Verständnis dazu mit.“

26. „Sie haben geschrieben: "Im Ganzen ist es richtiger, das Männliche und das Weibliche vor dem Antlitz Gottes als etwas Gleichwertiges wahrzunehmen." Das behaupten wir in der Weise aufgrund des Einflusses der weltlichen Leute. Die Juden des Altertums haben so gebetet: Dank Dir, Gott, dass Du mich nicht als Frau erschaffen hast! “ – beteiligte sich ein Mann an der Kommunikation.

27. „Dies rührt nicht vom Einfluss weltlicher Leute her, es handelt sich dabei, da bin ich sicher, um ein notwendiges nüchternes Denken. Und die Früchte der anderen Deutung sind als durchaus gravierend zu beobachten! Alles, was im Großen und Ganzen an Negativem zwischen Mann und Frau geschieht - sind ausschließlich die Früchte der ungesunden Einschätzung des eigenen Wesens und der Regeln zwischenmenschlicher Beziehungen. Es wäre gut, dieses in Wirklichkeit globale Thema aufs Neue zu begreifen.“

28. „Sie haben geschrieben: "Nur die gegenseitige Ergänzung seitens des Männlichen und des Weiblichen kann eine lebensnotwendige Begünstigung der Bewegung auf dem Entwicklungsweg schaffen." Und wo steht denn dies in der Schrift?“

29. „Erstens halte ich es nicht für vernünftig zu meinen, dass in den bestehenden Texten der Heiligen Schrift schon alles für alle Zeiten vorhanden ist.

30. So, wie das Neue Testament nach dem Alten erschienen ist (obwohl viele das Alte Testament akzeptieren und bis jetzt nur an dieses als das einzige glauben), so wird natürlich auch nach dem Neuen Testament etwas Vollständigeres notwendig sein, was bedeutet, dass das erweitert und vertieft wird, was schon erwähnt wurde, aber wegen des spezifischen Bewusstseinsniveaus jener Alten, zu deren Zeit die ersten erwähnten Wahrheiten auch gegeben wurden, nicht ausreichend erklärt wurde. So ein Umstand ist durchaus logisch.

31. Zweitens können wir beim Evangelisten Matthäus sehen: "...darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und es werden die Zwei ein Fleisch sein... Somit soll, was Gott zusammengefügt hat, der Mensch nicht trennen." (Matth.19, 5-6)

32. Ich sehe hier ziemlich kategorisch ausgedrückt, dass es nicht wohlbringend ist, die eigene Entwicklung (und sie hängt vollständig von der Lebenstätigkeit ab) gesondert von der Vereinigung des Männlichen und Weiblichen zu betrachten.

33. Dem Alten Testament nach wurde die Frau eigens für den Mann geschaffen, nicht wahr? Sie wurde wohl kaum nur als eine vorübergehende Befriedigung der Instinktwünsche des Mannes erschaffen, obwohl sie (ebenda im Alten Testament) überhaupt ohne Zusammenhang mit den Instinkten erschaffen wurde, sondern wie eine gewisse günstige Lebensnotwendigkeit im seelischen Sinne.“

34. „Sie haben geschrieben: "Dem Alten Testament nach wurde die Frau eigens für den Mann geschaffen, nicht wahr?" Aber hier, geehrte Herren, können wir beobachten, wie die direkte Wahrnehmung der Ideen des Alten Testamentes zur Verletzung landläufiger Normen des Völkerrechtes führt. Zum Beispiel bezieht sich die Generaldeklaration des Völkerrechtes nur auf Männer“ – so die Erwiderung einer Frau.

35. „Wahrscheinlich sind Sie durch Ihre Lebensumstände stark erschöpft, wenn Sie so ziemlich vorschnell und grundlos verdreht das obige Zitat wahrnehmen, aus welchem das Negative ausschließlich nur bei einem großen Interesse daran zu entnehmen ist.

36. Der Charakter des Lebens des Menschen basiert auf einem einfachen Prinzip: Das, was man sucht, das findet man auch unbedingt.

37. In diesem Fall ist zu sehen, dass Sie das Negative mit Interesse suchen. Aber dann werden Sie es überall finden. Auch dort, wo es absolut fehlt. Solch ein Leben wird unvermeidlich aus Traurigkeit und Einsamkeit bestehen.

38. In diesem Forum gibt es auch diejenigen, die auf heilige Weise an die Wahrhaftigkeit des Alten Testamentes glauben, und darum habe ich dies in meiner Antwort berücksichtigt, indem ich Worte jener Schrift benutzt habe. Und ich wage zu versichern, dass ich überhaupt nicht das gemeint habe, was Sie so leicht darin sehen wollen.

39. Unter ähnlichen strittigen Umständen ist es besser, sich eben an vernünftige Positionen zu halten, nicht aber an emotionale, denn sonst geht der Sinn, ein Forum zu besuchen, überhaupt verloren, weil man bei markantem Bekunden der Ergebnisse von erhitzten Emotionen überhaupt nichts Vernünftiges und Logisches hören kann.

40. Die vernünftige Position setzt einen Umstand voraus: Wenn euch etwas gedanklich aus der von jemandem geäußerten Formulierung irritieren konnte, so wäre es richtiger, zunächst nachzufragen: "Habe ich es richtig verstanden, dass in dieser Aussage das und das gemeint war?" Und nur nach einer präzisierenden Antwort kann schon irgendeine Möglichkeit dazu entstehen, dass man erste Schlussfolgerungen zu ziehen beginnt.“

41. „Ich will Sie nicht unterhalten (im Sinne von zerstreuen, amüsieren, Anm. d. Übers.). Und werde es nicht tun...“ – so ein Auszug aus dem Kommentar derselben Frau.

42. „Verzeihen Sie mir, aber diese Aussage ist völlig unbedacht und nicht ernsthaft.

43. Erstens bedarf ein psychisch normal reifer Mann absolut nicht dessen, dass eine Frau ihn unterhält.

44. Und wenn Ihre Erfahrung nur aus der Kommunikation mit Männern besteht, die dieser Unterhaltungsfrage große Aufmerksamkeit schenken, dann kann dies ausschließlich nur eines bedeuten – nicht richtig gelöste eigene entsprechende psychologische Probleme. Und für erwünschte Kontakte mit Männern eines anderen Reifeniveaus ist die Zeit einfach noch nicht da.

45. Zweitens, so denke ich, wenn echte Liebe ihr Herz erfüllt, so wird all dies Gesagte leicht verwehen wie Rauch. Und wenn nicht, dann kann man bis ans Lebensende dieses ihres Körpers sicherlich die Erwartung aufgeben, gute Familienbeziehungen zu gründen.“

46. In der Antwort auf eine der Fragen auf dem nicht-religiösen Forum schrieb der Lehrer: „Aus der beschriebenen Situation ist die eindeutige Schlussfolgerung zu ziehen, dass Ihre Handlungen absolut richtig und natürlich waren.

47. Die Reaktion des Mannes zeigt, dass bei ihm noch kein freundschaftliches Verhalten Ihnen gegenüber aufgebaut wurde. Obwohl anhand seines Verhaltens konnte man durchaus die eigenen Handlungen korrigieren und entscheiden, ob es einen Sinn hat, eine Beziehung weiterhin fortzuführen. Dies ist aber eine Sache der Wahl, die immer von den Eigenschaften eines Menschen abhängt.

48. Jeder Mensch findet irgendwelche konkreten Umstände nicht zufällig. Dabei sind sie (die Umstände) berufen, etwas sehr Wichtiges zu erwerben, ohne dem es dem Menschen nicht gelingen wird, eine wohlige Atmosphäre in seinem Leben herzustellen.

49. Das, was du von einem Mann erwartest, wird dann auf dich zukommen, wenn du dazu bereit bist. Hauptsache – nicht vorschnell traurig werden und sich geduldig im Leben weiter vorwärts bewegen und nicht vorschnell unbedachte schicksalhafte Entscheidungen treffen.

50. Lerne es, für alles dankbar zu sein, und denke unbedingt daran: Alles, wovor du Angst hast, wird immer von dir angezogen werden, und alles, was du für dich forderst, wird sich immer weiter von dir entfernen.

51. ...Das ganze Leben des Menschen besteht aus vielen konkreten Schritten, und es ist besser, wenn man versucht, jeden seiner Schritte zu korrigieren, nicht aber, wenn ein großes Problem, das aus vielen Schritten besteht, mit einer Frage verallgemeinernd berührt wird.“

52. Noch etwas von den Aussagen des Lehrers im nicht-religiösen Forum:

53. „Vor allem habt ihr ein nicht richtiges Verhältnis zum Begriff "Liebe". Die Liebe, die zwischen Mann und Frau entsteht, bezeichne ich vereinfacht als Naturliebe. Es gibt noch die verwandtschaftliche und die geistige Liebe. Zwischen ihnen bestehen gravierende, grundlegende Unterschiede. Wir aber werden die erste Variante von Liebe betrachten.

54. Die Naturliebe enthält grundlegend eine ausschließlich egoistische, instinktive Besonderheit. Sie kann nur zwischen zwei Menschen entstehen und nicht zwischen mehreren.

55. Diese Gefühle sind berufen, bestimmte günstige Bedingungen für das Fortbestehen des Menschengeschlechts zu schaffen. Und außerdem, was besonders wichtig ist, ziehen sich diejenigen an und lassen eine besondere Anhänglichkeit zwischen jenem Mann und jener Frau entstehen, die gemäß ihren psychisch-physischen Eigenschaften unvermeidlich füreinander günstige Erziehungsbedingungen für das erforderliche geistige Wachstum schaffen.

56. Gerade in diesem Zusammenhang, wenn diesbezüglich auch nicht völlig bewusst, dachten sich Menschen diese Redewendung aus: "Die Liebe ist böse – du wirst dich auch in einen Ziegenbock verlieben." Und obwohl es falsch ist, diese Liebe selbst als böse zu bezeichnen, vereinigt sie die Menschen nichtsdestoweniger auf sehr spezifische Weise. Sie können sich leicht in einen Menschen verlieben, dem solche Eigenschaften unbedingt eigen sind, die sie nicht besonders akzeptieren.

57. Die Instinkte des Menschen haben dieselbe Grundlage wie auch die Instinkte der Tiere. Nur kann der Mensch dank der Eigenschaften des Bewusstseins die Befriedigung seiner Instinkte mit bei weitem vielfältigeren Mitteln zu erreichen versuchen.

58. Deshalb setzt die Naturliebe nicht unbedingt ein Vorhandensein jenes Vertrauens voraus, das für die Schaffung einer wohligen Atmosphäre beim Zusammenleben mit jemandem sehr wünschenswert ist.

59. Das Vertrauen, welches vermeintlich dank der Gefühle der Naturliebe bekundet wird, hängt nur von diesen Gefühlen ab, und das Vertrauen, das sie wünschen, hängt gerade von den Eigenschaften des Menschen selbst ab und nicht vom Entstehen und Verschwinden von Gefühlen der erwähnten Liebe.

60. Wenn Menschen sich ineinander verlieben, zeigen sie in etwa gleiches Vertrauen. Und die Qualität des echten Vertrauens entsteht ausschließlich durch geistige Eigenschaften des Menschen selbst.

61. Wenn das geistige Potential des Menschen nicht groß genug ist, dann lässt auch das Vertrauen, welches er äußert, viel zu wünschen übrig. Und um die Fähigkeiten zu erlangen, gutes Vertrauen zu verankern, muss ein Mensch in der Regel sein ganzes Leben lang an sich arbeiten.“

62. Hier die Aussage des Lehrers zu einem auf dem Forum von einer Familie erwähnten Problem: „Ich bin bereit und möchte bei der Lösung ihres Familienproblems nützlich sein, aber eine Aufgabe solcher Art ist allein dann zu lösen, wenn beide Partner sich Mühe geben, so zu handeln.

63. Es ist natürlich gut, wenn selbst nur einer anfängt, das Problem ein wenig zu lösen. Obwohl in so einem Fall das Problem nur zur Hälfte zu lösen ist.

64. Dafür ist es dann notwendig, dass Sie vermögen, viele Ihrer Schritte als Frage zu berühren. Vor allem sollten es solche Schritte sein, die zwischen Ihnen Spannungen erzeugt haben. Es ist sehr wichtig, das Richtige vor allem Ihrer eigenen Anstrengungen Ihres Handelns zu begreifen.

65. Und wenn Sie richtig sind und der Mann an Ihrer Seite Sie als negativ wahrnimmt, so ist dieses Problem nur dann endgültig zu lösen, wenn auch er sich um eine Veränderung seines Verhaltens gegenüber dem, was ihn irritiert hat, zu kümmern beginnt.

66. Wenn aber einer von zwei Menschen seine Schritte möglichst optimal vollzieht, so werden auf diese Weise zumindest für den anderen die besten Bedingungen für eine Veränderung ihrer gegenseitigen Beziehung in die bessere Richtung geschaffen.

67. Wenn er dazu wirklich neigt, dann wird die Wahrscheinlichkeit, dass eine günstige Atmosphäre zwischen Ihnen einsetzt, unbedingt gegeben sein. Denn wir hoffen doch gerade darauf?

68. Es ist sinnlos, über Eile zu sprechen, was das Gründen Ihrer Familie angeht, denn jeder Mensch macht diese oder jene Schritte nicht zufällig. Lassen Sie keinesfalls solche Gedanken über Eile in ihrem Kopf bestehen.

69. Ihre Situation ist berufen, Ihnen zu helfen, eine gerade für jeden von Ihnen sehr wichtige Erfahrung zu erwerben. Wie es auch für das konkrete Kind sehr wichtig war, eben in Ihrem psychologischen Milieu zur Welt zu kommen.

70. Die Hauptsache ist, dass man nicht vergisst, immer zu hoffen, sich zu bemühen und unbedingt nur an das Beste zu glauben. Dass man gleichzeitig mit Weisheit begreift, dass nicht alles, was ein Mensch dem anderen wünscht, für diesen wirklich gut sein wird.

71. Man muss bereit sein, seine Familiensituation immer zu heilen, solange Ihr Nächster Sie an seiner Seite sein lässt...“

72. Etwas aus der Antwort auf eine der Fragen: „...Wenn man mal weinen möchte, so lasst dies gewähren. Das ist nicht schlimm und vielmehr – mit den Tränen löst sich die Anspannung, die in diesem Moment in Ihnen überwiegt. Das Weinen ist nur gut für Ihre Gesundheit. Das alles ist aber besser nicht vor den Augen des Kindes zu machen.

73. Sie können sicher sein, dass jetzt alle Menschen auf der Erde die vermehrte psychische Anspannung erleben. Dies ist eine für diese Zeitperiode kennzeichnende Besonderheit. Nehmen Sie dies vor allem als eine besondere Prüfung wahr, zu deren Zeiten es äußerst notwendig ist, in seinem Bewusstsein eben positive Gedankenbilder mittels Einsatz von Willenskraft zu schaffen.

74. Lassen Sie auf keinen Fall negative, verurteilende Gedanken in jemandes Richtung zu, wie groß die Versuchung auch sein mag. Sie als Mama haben zu wissen, dass dies für die Gesundheit Ihres Kindes sehr wichtig ist.

75. Zu dieser Zeit ist seitens des Menschen eine geistige Heldentat erforderlich. Diese ZEIT ist dazu berufen, eine aktive geistige Entwicklung vom Menschen zu fordern, und diese Arbeit an sich selbst kann nur der Mensch selbst tun.

76. Niemand macht den Menschen stärker, wenn er nicht selbst anfängt, dies zu wollen und die eigenen Kräfte auf richtige Weise ansetzt.

77. Hauptsache – nicht den Mut verlieren und sich auf keinen Fall zur Selbsterniedrigung hinreißen lassen, wozu besonders Frauen größte Neigung entwickeln werden. Bemühen Sie sich bei allem, was Sie umgibt, nur dem Positiven Aufmerksamkeit zu schenken.

78. Versuchen Sie, gegenüber jemandem unter Ihren Ihnen Nahestehenden Dankbarkeit zu äußern für die Schwierigkeiten, die er Ihnen aufgrund seiner Schwäche gebracht hat. Denn er hat sie Ihnen nicht zufällig gebracht. Auf die Weise zeigt er Ihnen Ihre Schwäche auf, und somit hilft er Ihnen, besser zu werden.

79. In allem gibt es unbedingt das Positive, wenn Sie es suchen. Und diejenigen, die Schmerz suchen, finden in demselben nur das Negative. Also, Ihr Glück hängt ausschließlich nur davon ab, was Sie gerade suchen.

80. Diejenigen aber, die etwas schwächer sind, werden unbedingt versuchen, diese gottgefällige, gerechte Arbeit mit Hilfe verschiedener Rauschmittel großer oder kleiner Stärke zu vermeiden. Aber das wird nur eine vorübergehende Erleichterung verschaffen, wonach der Charakter der Versuchungen mit immer größerer Kraft verspürt wird.

81. Man darf nicht vergessen, dass gerade die Schwierigkeiten günstige Bedingungen für die Entwicklung schaffen, und nur dank dieser können wir stärker werden. Und folglich auch glücklicher.“

82. Hier die Argumentation des Lehrers auf dem christlichen Forum, wo das Thema von Aussagen über die Existenz Gottes durch in der Geschichte der Menschheit bedeutenden Persönlichkeiten berührt wird:

83. „...Sie haben angefangen, irgendwie doch scharf darüber zu streiten, was an sich keine interessanten Resultate ergeben kann.

84. In dem ursprünglich gegebenen Thema mit der Aufzählung der Aussagen verschiedener in der Geschichte der Menschheit bekannter Personen sehe ich das einfache Gefühlsbedürfnis des Menschen, den der Heilige Glaube bewegt, der eigentlichen Frage über den Glauben an die Existenz Gottes irgendwie auf eigenartige Weise Bedeutung zu verleihen.

85. Mit so einer Aufzählung soll, unabhängig von den eigenen Gedanken des Menschen, durchaus eine gewisse Notwendigkeit oder Erforderlichkeit vorausgesetzt werden, Ihre Aussagen sofort mit vollem Vertrauen wie eine gewisse Garantie anzunehmen, auf die man sich sogleich zu stützen hat.

86. Für einen frei denkenden Menschen sind die Namen, die irgendeinem Zitat zuzuordnen sind, überhaupt nicht nötig, sondern nur die Aussage selbst wird notwendig, anhand deren Wesen er darüber unvoreingenommen würde nachdenken können.

87. Soweit ich die Gesetzmäßigkeiten, auf welchen alle Bekundungen des Menschen basieren, sehen kann, kann ich sagen, dass ausschließlich jeder Mensch unabhängig davon, ob er die sich ereignende Realität richtig einschätzt, sich unvermeidlich auf dem Weg der Entwicklung in die Richtung bewegt, die ursprünglich vom Himmlischen Vater eingegeben wurde.

88. Und wenn es, was die Fragen des für alle einheitlichen Gesetzes der Entwicklung betrifft, bis jetzt noch viele Uneinigkeiten gibt, so wird es diese Uneinigkeiten ziemlich bald schon nicht mehr geben.

89. In den aufrichtigen Meinungen aller ist aber durchaus, obwohl nur in unterschiedlichem Maße, unvermeidlich ein Anteil an Wahrheit zu sehen.

90. Dasselbe ist auch über das von Ihnen erwähnte eigenartige Bild einer gewissen "Ursuppe", aus welcher sich das Weltall entwickelt haben soll, zu sagen. Je nachdem, wie man mit dem Sinn dieses Bildes umgeht.

91. Die Evolution ist zu betrachten wie Ergebnisse (wrtl. Früchte) eines eigenartigen Zusammentreffens von Umständen, die auf sozusagen zufälligen Zusammentreffen und Zusammensetzungen verschiedener Erscheinungen der Welt der Materie basieren, als auch als Ergebnisse der allmählichen Entwicklung eines von JEMANDEM ursprünglich eingegebenen Entwicklungsprogramms des Gesetzes der Harmonie der Welt der Materie.

92. Und wenn im Alten Testament eine gewisse Tiefe erwähnt wird, über der der Geist Gottes schwebt, ist es da etwa nicht logisch, sich als Wesen dieses Tiefengrundes eine gewisse von ihnen erwähnte "Ur-Suppe" vorzustellen, auf deren Basis einst Früchte der Schöpfung, die jetzt das Auge sehen kann, auch anfingen, sich zu entwickeln? Wobei die Entwicklung so eines von JEMANDEM einst eingegebenen Programms völlig normal als eine allmähliche Entwicklung zu betrachten ist.

93. Ich hoffe, dass Sie nicht behaupten werden, dass die Erde, gemäß der Erwähnung in der Schrift, nicht nur als allererste erschaffen wurde, sondern zusammen mit ihr auch das ganze Leben auf ihr innerhalb von sechs Tagen. Geradezu innerhalb einer Stunde...“

94. Hier der Kommentar des Lehrers in einem der Foren: „Umstände, die mit dem Versuch verbunden sind, aufdringlich (d.h. ohne Bitte derjenigen, für die das gemacht wird) irgendwelche traditionellen Bedingtheiten zu behaupten, besonders seitens der Gläubigen, sind nicht nur das Resultat von offensichtlich unklugen Meinungen, sondern auch eines sehr verkehrten Verständnisses des Wesens des eigentlichen Begriffes "Heiliger Glaube an den Himmlischen Vater".

95. Es ist nicht einmal vernünftig, genaue Kenntnisse denjenigen aufzuzwingen, die wegen ihres Bewusstseinsniveaus nicht bereit sind, sie auf normale Weise (d.h. mit dem Nutzen für ihre Entwicklung) aufzunehmen. Um so mehr, als das Geburtsdatum von Christus nicht zu der Kategorie genauer Kenntnisse gehört. Gegenüber dieser Art Bedingtheit können sich die Menschen nur mit Vertrauen verhalten, was in diesem Fall völlig ausreichend ist.

96. Die eigentliche Handlung des Aufzwingens hängt immer mit der Äußerung von Aggression zusammen. Und darum ist es absolut unsinnig, eine Parallele zu ziehen zwischen dem Akt des Aufzwingens und in diesem Fall der Lehre über die Liebe, sogar selbst gegenüber Feinden.

97. So etwas ist ausschließlich in den Köpfen derjenigen möglich, die entsprechend ihres Bewusstseinsniveaus noch nicht reif genug für das notwendige Wahrnehmen des Wesens des Neuen Testamentes zugunsten ihrer eigenen Entwicklung sind. Genau so, wie auch etliche Errungenschaften des wissenschaftlich-technischen Fortschritts der menschlichen Gesellschaft, die vor allem dazu berufen sind, auf das Wohl der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft gerichtet zu sein, von dem geistig nicht genügend reifen Menschen leicht zum Schaden genutzt werden können.

98. Empört sich nicht die Russisch Orthodoxe Kirche darüber und kämpft sie nicht mit möglichen und unmöglichen Mitteln gegen ähnliche Erscheinungen einiger Andersgläubiger?

99. Ist es etwa vernünftig, anderen das zu verbieten, was man sich selbst erlaubt? Alle sind doch – Kinder eines Gottes, und in der Tat wurde niemandem das Recht gegeben, die anderen zu verurteilen.

100. Zwang ist nur hinsichtlich der Notwendigkeit zulässig, um Äußerungen offensichtlichen zerstörenden Charakters zu beschränken.“

101. Hier der Kommentar des Lehrers zum populären Thema über die INN (Steueridentifikationsnummer in Russland), über die Veränderung der symbolischen Ziffern der INN und über entsprechendes Verhalten, verbunden mit Pässen/Ausweisen:

102. „Ein Pass an sich hat in diesem Zusammenhang absolut nichts damit zu tun. Es ist traurig, dass man zu diesem Thema selbst in Kirchenkreisen langwierig streiten kann.

103. Alles, was in der Welt des Seins vonstatten geht, hat sein eigenes kennzeichnendes Wesen, wo es der Mensch geschafft hat, etwas, was einen sehr geringen Teil dieser Ereignisse ausmacht, mit Buchstabenkombinationen und sogar mit Ziffern zu bezeichnen.

104. Um es einfacher zu sagen, es gibt Erscheinungen und es gibt Bezeichnungen, die diesen Erscheinungen zugeordnet werden. Dabei ist natürlich zu verstehen, dass, wie oft auch die Bezeichnung verändert werden würde, das Wesen der Erscheinung unverändert bleibt.

105. Einst wurden im Alten Testament die materiellen Werte auf sehr delikate Weise eben mit der Zahl 666 bezeichnet. Später wurde im Neuen Testament zu derselben Zahl der Begriff "Zahl des Tieres" hinzugefügt.

106. Unter materiellen Werten ist natürlich unvermeidlich nicht irgendein glänzender Gegenstand zu verstehen, sondern das System, welches diesem glänzenden Gegenstand nicht nur hohen Wert beimisst, sondern auch besondere Regeln finanzieller Operationen aufstellt.

107. Die sogenannte INN bezieht sich nur auf die Kategorie der Vereinfachung (wrtl. Bequemlichkeit) der Geldbeziehungen zwischen Mensch und Gesellschaft.

108. Und es ist absolut unwichtig, ob die INN die Ziffern 666 oder irgendeine andere Bezeichnung haben wird. Dadurch ändert sich weder das Wesen der INN selbst, noch erst recht nicht das Wesen des ganzen Systems, durch das eine gewisse bedingte Geldeinheit berufen wurde, eine besondere Rolle zu spielen.

109. Ob das darauffolgende Spektakel um die INN mit der daran gebundenen Zahl 666 als ein rechtzeitig erschienenes Zeichen hinsichtlich besonderer Wachsamkeit im Zusammenhang mit einer konkreten globalen Erscheinung zu verstehen ist? Besonders für die Bürger Russlands!

110. Jetzt hat sich die kennzeichnende Besonderheit der sich entwickelnden Beziehungen des Menschen mit anderen Menschen und der umgebenden Realität unter Verhältnissen einer erhöhten Abhängigkeit vom Vorhandensein der Geldeinheit besonders ausdrucksvoll offenbart.

111. Eine der wunderbaren und wertvollen Eigenschaften des Menschen – das Leisten uneigennütziger Hilfe – zerfällt sehr schnell und umfangreich. Ob es vernünftig ist, rettende Anstrengungen in der Veränderung der symbolischen Bezeichnung der INN oder des Personalausweises zu suchen?

112. Stellen Sie sich einen Menschen vor, der in eine konkrete Richtung geht, aber irgendwann einmal anhielt wegen der Aussage von jemandem – "da vorne ist eine Grube". Denn dort war wirklich ein Einsturz im Weg. Und der Mensch, der stehengeblieben ist, schlägt nach einigem Nachdenken vor, das Wort "Grube" gegen das Wort "Brücke" auszutauschen. Genügt etwa diese Eingabe dem Menschen, der sich für vernünftig hält, um weiter in die gegebene Richtung zu gehen?“

113. Hier der Kommentar des Lehrers zum Thema geistige Autoritäten:

114. „Ich habe Ihren Beitrag gelesen, der dem Andenken eines wirklich interessanten Menschen gewidmet wurde, über den Sie sich in guter Weise geäußert haben. Ihre Gedanken wurden dem Titel "Über geistige Autoritäten" zugeordnet, zu deren Wesen ich Ihnen, wenn Sie nichts dagegen haben, meine Gedanken mitteilen möchte.

115. Ich bitte im Voraus um Entschuldigung dafür, dass es eventuell wortreich ausgedrückt sein wird, aber trotzdem wird es wahrscheinlich nützlich sein.

116. Ich denke, dass es nicht richtig ist, Begriffe wie "das Geistige" und "das Kulturschaffen" als etwas, das dasselbe ist, wahrzunehmen, obwohl sich diese zwei Begriffe nur in harmonischer Einheit normal entwickeln können.

117. Dazu kann man als qualitatives Beispiel das Bild einer Blume anführen: Grundlegend für den eigentlichen Wachstumsverlauf einer beliebigen Blume gibt es nur ein einziges ihn kennzeichnendes Gesetz, und äußerlich manifestieren die Blumen aber eine große und unwiederholbare Vielfalt.

118. So erweist sich auch das Geistige als ein gewisses einheitliches Gesetz, wo nur durch das richtige Begreifen und Erfüllen desselben wirklich das harmonische Aufblühen der unwiederholbaren Vielfalt der schöpferischen Gestaltungsprozesse im Menschen möglich ist.

119. Die nicht richtige Sicht auf dieses genügend umfassende Thema, von dem auch eine normale Entwicklung der menschlichen Gesellschaft abhängt, hat unvermeidlich zu so einem traurigen Ergebnis geführt, wo das Geistige auf natürliche Weise kulturlos und die Kultur – geistlos wurde.

120. Natürlich, je mehr die geistige Grundlage des Wesens des Menschen entwickelt ist, um so mehr neigt er zum schöpferischen Schaffen, aber die reife Eigenschaft des Geistigen ist berufen, gerade vor allem die Fähigkeit auszuschließen, Kränkung zu äußern und Schuldige bei allem, was den Menschen irritieren kann, zu suchen.

121. Gerade das sich normal entwickelnde Geistige soll die negativen emotionalen Äußerungen des Menschen, wodurch seine Gesundheit elementar schnell zu zerfallen beginnt und den Organismus vorzeitig enden lässt, auf ein unausweichliches Minimum reduzieren.

122. Aber nur aufgrund der sich fehlerlos formierenden inneren Welt, welche die psychischen, gefühlsmäßigen Besonderheiten des Menschen zu harmonisieren gestattet, ist das Bilden der richtigen Wahrnehmung der sich im Umfeld ereignenden Realität möglich. Und daher auch die interessante poetische Widerspiegelung dieser Realität im Kunstwerk.

123. Denn das Bewusstsein des Menschen, seine verstandesmäßigen Fähigkeiten, hängen vollständig von der Qualität der Gefühlswelt ab, durch deren flexible Äußerungen die Wahrnehmung der ganzen umgebenden Realität immer gewandelt wird.

124. Solange der Mensch nicht anfängt, seine Gefühlswelt normal zu entwickeln, ist er verurteilt, alles, was ihm geschieht und was um ihn herum passiert, falsch zu begreifen.

125. In Bezug auf das Ergebnis der natürlichen Veränderung der Eigenschaften des Wesens der Menschen in die ursprünglich vorgegebene Richtung der Entwicklung der ganzen menschlichen Gesellschaft auf der Erde hat sich unvermeidlich eine falsche Konfrontation zu dem Begriff "das Geistige" und eine fehlerhafte Deutung vieler Umstände zu religiösen Themen seitens der Menschen ergeben.

126. Wodurch zu der damaligen Zeit unvermeidlich sehr schwierige Verhältnisse bezüglich der Teilnahme eines denkenden Menschen an geistigen Themen entstanden. Kraft natürlich entstehender Bedingungen in der Geschichte der Entwicklung der Gesellschaft gewöhnte sich der Mensch daran, nicht über religiöse Themen frei nachzudenken, was sich in gewissem Maße bei vielen noch bis heute auswirkt.

127. Und die nicht geringe Unsicherheit bezüglich eigener Kräfte, die bei der Mehrheit überwiegt, schafft gerade auch günstige Bedingungen für eine Verzögerung der notwendigen Suche neuer, bei weitem vollkommenerer geistiger Orientierungen, die auf das heutige Niveau des Bewusstseins abgestimmt sind. Welche zur notwendigen Zeit berufen sind, sich als eine geistige Autorität, die dafür vorbereitet wurde, zu offenbaren.

128. Ich denke, Sie sind problemlos damit einverstanden, dass in die Grundlage der Gesellschaftsentwicklung ein Prinzip eingelegt ist, aufgrund dessen die Mehrheit der Menschen in dieser Gesellschaft unfähig ist, gleichzeitig zu einem an Qualität gleichem Begreifen eines nächsten richtigsten Orientierungspunktes reif zu werden, nur in Richtung dessen man seine Schritte in seiner Entwicklung auch machen soll. Dazu werden Einzelne reif, nach deren Errungenschaften diejenigen, die dafür am ehesten reif sind, zu folgen berufen sind.

129. Dies ist natürlich und unvermeidlich. Und folglich kann als ein offensichtliches Merkmal eines normalen Zustandes der Gesellschaft oder eines einzelnen Menschen seine Bereitschaft vorhanden sein, alles Neue, was er auf seinem Weg antreffen kann, auf nüchterne Weise zu analysieren.

130. Nüchtern – das bedeutet, indem man etwas Neues, was noch nicht endgültig verständlich ist, berührt und dem einräumt, dass dies auch durchaus die Wahrheit sein kann. Das ist die einzige Bedingung für wirklich vernünftiges Begreifen von diesem Neuen.

131. Wenn der Mensch aber auf Anhieb, ohne das Neue mit Interesse berührt zu haben, darüber kategorisch sagen kann, das entspreche nicht der Wahrheit, so ist dies schon eine voreingenommene Ansicht desjenigen, der noch nicht reif ist, weiterzugehen und der bisher damit zufrieden ist, was er hat.

132. Wenn man sich auf dieses Verständnis stützt, dass alle Prozesse in der Harmonie gesetzmäßig und logisch sind, spricht da nicht etwa die Situation, die als Folge vor allem in Russland eine Zerstörung weitgehend festgelegter religiöser Dogmen aufwies, über die logische Notwendigkeit neuer geistiger Orientierungen, die das heutige Niveau der Entwicklung des Bewusstseins berücksichtigen?

133. Ich bin sicher, dass die heutige Zeit in Russland dergestalt ist, dass es logischer wäre, wenn gerade in diesem Raum eine notwendige geistige Autorität erscheint, welche die Orientierungen in der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft viel weiter eröffnet, als dies bis zu dieser Zeit möglich war.

134. Für die Gesellschaft Russlands, eigentlich für jede andere auch, ist eben ein geistiger Führer lebensnotwendig.

135. Aber um ihn richtig zu finden, ist es notwendig, zumindest zu verstehen, dass er nötig ist und dass man alles Neue, was in diesem weitläufigen Raum Russlands offensichtlich erscheinen konnte, unvoreingenommen zu begreifen hat.

136. Aber eben das Neue, nicht aber das Traditionelle. Absolut jede fortschrittliche Entwicklung kann keinesfalls völlig unveränderliches traditionelles Denken und Verhalten gegenüber etwas an den Tag legen.

137. Aber das religiöse Bewusstsein der Mehrheit in der Gesellschaft ist ungeachtet der Errungenschaften auf dem Gebiet der Kultur und der Wissenschaften derart, dass auf dieser Grundlage eigenartige ideologische Bedingungen ziemlich leicht hervorgebracht werden können (und sie werden schon erfolgreich geschaffen), ähnlich denen des Mittelalters, wo statt des selbständigen Strebens alles Neue vernünftig zu erkennen, das Bedürfnis entwickelt wird, all dies Neue zu verfolgen.

138. Für ein notwendiges vernünftiges Erkennen des Neuen auf geistigem Gebiet muss der Mensch Mut und Unabhängigkeit gegenüber eventuellen Meinungen über ihn seitens der ihn Umgebenden aufbringen. Und obwohl diese Bedingungen für die reife innere Welt des Menschen gemäß seinen Kräften gegeben sind, übersteigt dies für viele in der Gesellschaft ihre Kräfte.

139. Und wenn schon das Thema über einen günstigen Werdegang der Gesellschaft Russlands angeschnitten wird, und nun auch schon – das Thema Rettung ins Blickfeld kommt, so wird das Finden eben der nationalen geistigen Idee erforderlich. Aber diese Idee ist gemeinsam nicht zu entwickeln, indem man ihre Thesen ersinnt.

140. Diese Idee kann nur von einem geistigen Führer gebracht werden, der es vermag, sie so weit zu entwickeln, wie dies wirklich notwendig ist.

141. Darum, trotz des von geistig Unwissenden geschaffenen, mittelalterlichen Bedürfnisses, Angst zu haben und alles Neue zu verfolgen, ist es erforderlich, die Notwendigkeit zu aktivieren, alles Neue, was auf der Erde Russlands schon genügend erscheinen konnte, von allen Seiten und aufmerksam zu betrachten.

142. Aufmerksames Betrachten und vernünftiges Begreifen sind immer fähig, Lüge festzustellen.

143. Aber nur unter solchen Bedingungen ist allein die Möglichkeit gegeben, die Wahrheit zu finden.“

144. „Und wird das (Jüngste) Gericht Gottes stattfinden? Was für eine Meinung gibt es darüber? Teilen Sie Ihre Kenntnisse mit...“ – kam der Vorschlag im Forum.

145. „Das Gericht Gottes in der Art, wie dies schon in den Vorstellungen der Menschen während einer nicht geringen Zeitperiode geformt wurde, wird natürlich nicht stattfinden. Obwohl es auch nicht richtig ist zu sagen, dass es dieses Gericht nicht gibt.

146. Vor allem wäre es von nicht geringer Bedeutung zu verstehen, was eben unter dem Begriff "Gericht Gottes" gemeint ist. Entweder ist dies eine ständige Erscheinung während der Lebenstätigkeit des Menschen, oder es handelt sich dabei um eine gewisse Endresultats-Linie im Leben der gesamten Menschheit.

147. Wenn man sich so eine Endresultats-Linie vorstellt, so muss man darunter zwangsläufig auch ein vorübergehendes Erscheinen des Menschen in der Welt des Seins verstehen.

148. Aber bei ausführlichem Begreifen so eines angenommenen Umstandes kann leicht eine Unmenge Unsinn auffallen, und es fehlt der eigentliche Sinn des Erscheinens des Menschen mit seinen einzigartigen Eigenschaften bezüglich seiner Gefühlswelt, die sich bei niemandem im Weltall wiederholen.

149. Der Mensch wurde in diese Welt geboren für einen ewigen Schaffensprozess, und wenn folglich auf der Erde eine völlig natürliche Periode ernster physischer Veränderungen, die für das Überleben der menschlichen biologischen Organismen sehr gefährlich sind, auch auftreten soll, so wird die Menschheit ihre vorbestimmte Tätigkeit sowieso fortsetzen, wenn auch bei einer sich beträchtlich veränderten Anzahl ihres Bestandes.

150. Das epochale Ereignis solcher Art kann von den Positionen der Harmonie aus durchaus genutzt werden als eine gewisse Barriere, durch deren Grenzen es, zum Wohl der günstigsten Bedingungen einer vollwertigen Entwicklung, unzulässig ist, diejenigen hindurchgehen zu lassen, die an zerstörende psychologische Bedingtheiten beharrlich anhaften werden.

151. Aber es ist nicht richtig, das als das Gericht Gottes vollwertig zu bezeichnen. Es ist präziser zu sagen, dass der Mensch sich selbst richten wird.

152. Wenn man die anfangs zum Thema gestellte Frage berücksichtigt, ist es eher angebracht, unter dem Gericht Gottes einen gewissen alltäglichen Verlauf zu verstehen, der für die Entwicklung des Menschen ausschließlich günstig ist, wo der Himmlische Vater, abhängig von den hartnäckigen Bemühungen des umherirrenden Menschen, ihn eben in diejenigen notwendigen Erziehungsbedingungen hineingeraten lässt, die für jeden konkreten Menschen am günstigsten sein werden.“