Vadim 17

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  Kapitel 9  

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Warum entstanden so viele verschiedene Strömungen im Christentum? ~ Gott befindet sich in allen Bestrebungen des Menschen, geistig vollkommen zu sein. ~ Je mehr sich die Seele entwickelt, umso genauer bestimmt der Mensch die Wahrhaftigkeit. ~ Wenn ihr die Ansichten von jemandem als die für euch am interessantesten fühlt, so könnt ihr diesen vertrauen. ~ Ist es für eine Frau besser, verheiratet oder frei zu sein? ~ „Wofür liebe ich ihn so stark? Helfen Sie mir bitte!“ ~ Braucht eine Frau einen Liebhaber? ~ Zum Thema Abtreibung ~ Was ist Liebe? ~ In Wirklichkeit gibt es weder Untreue noch Verrat. ~ Warum erscheinen unter Freunden solche, die jede eigene Initiative belächeln wollen? ~ Sind Polizisten nicht gut? ~ Ist die Unfähigkeit, eigene Fehler zu bekennen, ein Merkmal der Schwäche des Menschen? ~ Wofür ist das Leben nötig? ~ Wird es das Ende der Welt geben? ~ Ist der Genuss von Alkohol eine Sünde? ~ Martha und Maria, das Gute und das Geschäftige ~ "Sie weder über die Schwelle lassen, noch mit ihnen speisen" ~ Verbote für Frauen entsprangen der Schwäche von Männern. ~ Ein einheitliches Entwicklungsgesetz für alle Menschen ohne Ausnahme ~ Zulässiger Egoismus ~ Der Wert rechtschaffener Willensanstrengungen


1. Hier Fragmente der weiterhin fortgeführten Kommunikation des Lehrers mittels Forum im Internet.

2. „Ich wünsche Ihnen einen guten Tag. Ihnen schreibt ein Mensch, der Christus als seinen Heiland anzunehmen wünscht, aber es gibt dabei eine Sache, die mich stört. Und in mir entstand eine Frage, die mir schon eine ganze Weile lang keine Ruhe lässt, und ich hoffe, dass Sie mir helfen, sie zu klären.

3. Es handelt sich darum, dass die Kirche eigentlich einig sein sollte, aber warum entstanden dann bis zum heutigen Tag so viele Ideologien, Strömungen und Gruppen, Sekten? Warum drücken diejenigen, die sich Orthodoxe, Katholiken, Protestanten nennen, die, laut der Lehre Christi, einander lieben sollten, die Liebe zueinander am wenigsten aus? Was ist denn Gott an so einer Fülle von religiösen Strömungen gelegen? Oder umgekehrt? War das ein Bestandteil von Gottes Plänen für die Verbreitung des Christentums? Oder geschieht dies alles aufgrund der Sündhaftigkeit des Menschen selbst?

4. Und wenn Sie eine Vorstellung davon haben, wie heute die wahre Kirche Christi sein sollte, so bitte ich Sie, mir zu schreiben, was Sie dazu meinen. Und zwar – auf welche Weise soll man an Christus glauben? Und lohnt es sich überhaupt zu glauben?“

5. „So eine Frage ist für einen suchenden, denkenden Menschen durchaus angebracht. Viele stolpern darüber.

6. Aber auf die Frage über die Menge der religiösen Strömungen allein nur innerhalb des Christentums ist es vernünftig, so zu antworten, dass all diese Verschiedensprachigkeit ausschließlich auf der Behauptung egoistischer Deutungen dessen, was einst als Wort Gottes gesprochen wurde, beruht. Obwohl Christus gelehrt hat, dass nur Er allein der Lehrer und der Meister ist und alle anderen nur Brüder.

7. Er lehrte auch, dass ein Haus oder ein Reich, das in sich selbst gespalten ist, sich unbedingt zerstören wird. Daher bezieht sich die in der Thematik erwähnte Spaltung nicht auf Gott.

8. Ein Haus beziehungsweise ein Reich kann nur dann in sich geteilt werden, wenn zwei oder mehrere Besitzer im Haus, oder Regenten im Reich erscheinen. Darum, als mit der Zeit menschliche geistige Autoritäten erschienen, die irgendwelche eigene Deutungen der einst auf Papier eingeprägten Wahrheit behaupteten, setzten zu solchen Zeitpunkten auch immer wieder neue Abspaltungen ein.

9. Im Reiche Christi erschienen zu viele, die zu regieren wünschten. Dieser Umstand führte zu der traurigen Unvermeidlichkeit.

10. Und um sich ein Urteil über Christus zu verschaffen, ist dies nur vor allem anhand des im Neuen Testament geschriebenen Textes möglich, daher ist es richtiger, jedem Suchenden zu raten, dass er all diese niedergeschriebenen Aussagen selbst liest und mit seinem Herzen und seinem Verstand seine eigene Schlussfolgerung zieht. Und dass er im Nachhinein keine eigenen Behauptungen diesbezüglich aufstellt und keinen anderen Behauptungen über die Wahrheit blind folgt. Man hat alles Neue anzuhören und wiederum seine eigene Schlussfolgerung zu ziehen und entsprechend seinem eigenen Verständnis zu handeln.

11. Der heilige Glaube ist ausschließlich immer nur durch Taten gekennzeichnet.

12. Darum muss die Kirche Christi nicht unbedingt dort sein, wo augenscheinlich eine gewisse Gruppe Gleichgesinnter sozusagen in Seinem Namen zusammenkommt.

13. Die Kirche kann auch aufgrund einzelner Menschen entstehen, die auf der Erde verstreut sind und einander nicht kennen, die sich aber maximal vollständig und aufrichtig mit Demut bemühen, die Gesetze der Liebe durch ihre Taten zu erfüllen.“

14. „Wollen wir uns nun unserer Zeit zuwenden. Wie nennt sich die Konfession, die die spätere Tradition aus der Zeit nach dem Neuen Testament verneint? Lutheraner, Protestantismus, Baptisten, Kirche der fünfzig Tage und so weiter. Wer repräsentiert in unserer Zeit die Tradition? Die orthodoxe Kirche und der Katholizismus. So im groben. Und wissen sie, was sich ergibt? Die Juden sind sozusagen altertümliche Baptisten, die die neuesten Traditionen nicht anerkennen. Und das Christentum im Ganzen – ist sozusagen die orthodoxe Kirche und der Katholizismus...

15. Na, wie? Bringt uns das auf irgendwelche Gedanken? Vielleicht die ganze Tradition verneinen? Zumal auch das Neue Testament ausschließlich über das Alte Testament wie über die Heilige Schrift spricht. Vielleicht die ganze Tradition annehmen – aber dann schon etwas mehr, als das die orthodoxe Kirche tut, nehmen wir auch die katholische Kirche: zum Beispiel die Auferstehung Mariens und so weiter. Was meinen Sie, Genossen (Towarischtsch = Genosse, nicht nur parteilich gefärbte verbreitete offizielle Anrede in der ehem. UdSSR, Anm. d. Übers.)?“

16. „Ich denke, dass es sinnlos ist, so eine Frage mit Gesprächspartnern zu thematisieren, die sich für diejenigen halten, die ihre religiöse Wahl schon getroffen haben.

17. Ein Gespräch bezüglich solcher Angebote wäre nur dann in einem bestimmten Maße angebracht und ergebnisreich, wenn die Gesprächspartner im Prozess des Suchens sind, das heißt, dass sie an der Fülle dessen, woran sie zu dieser Stunde glauben, schon zweifeln. Nur vor allem bei ihnen kann das Interesse einsetzen, an so etwas zu denken.

18. Und für die Suchenden, die früher traditionell gläubige Christen waren, ist so ein Durcheinanderbringen der aus alten Zeiten resultierenden Bedingtheiten, wie man auch sehen kann, nicht interessant. Sie werden etwas Neues und ihrer Ansicht nach etwas Vollkommeneres, was sie früher noch nicht gehört haben, suchen.“

19. „Haben wir das Recht, für uns das, woran wir glauben werden, mit wem wir auf dem Weg des geistigen Werdens gehen werden, selbstständig zu wählen? Oder wird unsere religiöse Angehörigkeit von Familie und Tradition bestimmt? Und wenn die Eltern dich als kleines Kind die Altgläubigen-Kirche besuchen ließen, ist das dann, wenn du deinen Glauben als Erwachsener wechselst – eine Sünde?“

20. „Jede beliebige Lehre über die geistige Entwicklung nur bewusst zu wählen, nicht aber aufgrund der Tradition, ist äußerst günstig.

21. Wenn schon eine beliebige Lehre Thesen voraussetzt, die sie kennzeichnen, so ist es unumgänglich notwendig, diese Thesen zuerst wenigstens irgendwie mit dem Bewusstsein einzuschätzen. Das ist äußerst wichtig.

22. Für jeden Menschen wird unbedingt unter Berücksichtigung seiner persönlichen Besonderheiten auch eine wohlbringende Bürde bestimmt. Und er kann gerade diese auf natürliche Weise nur dann auf sich nehmen, wenn er sie aufrichtig wählt, sich dabei auf seine persönlichen Fähigkeiten stützt, das Objekt der Wahl einschätzt.

23. Und ein traditionelles Herantreten wird vor allem durch den Egoismus geformt, auf keine Weise aber aufgrund des Verstandes.

24. Gott – ich bin sicher – befindet sich in allen Bestrebungen und Anstrengungen des Menschen, geistig vollkommen zu sein.

25. Darum, wenn ein Mensch etwas für die Entwicklung in so eine Richtung aufrichtig wählt, so ist seine Wahl in dieser zeitlichen Etappe gerade die für ihn als die richtigste zu halten, sogar dann, wenn das Gewählte weit entfernt ist von der Entsprechung mit der Wahrheit.“

26. „Christus selbst sagte, dass die Wahrheit den Menschen frei macht. Viele neigen dazu, diese Freiheit für das Freisein von Sünden und Ähnlichem zu halten. Und in Wirklichkeit ist es die Freiheit der Willensäußerung. Das ist eine echte Wahl zwischen Leben und Tod. Die Befreiung von Sünden und Leidenschaften steht in ihrer Bedeutung dieser Wahl der Willensäußerung bei Weitem hintenan.

27. Und so hatte Christus die Möglichkeit, sich von seiner Mission loszusagen und wie ein Sünder zu sterben. Er blieb aber auch am Kreuze treu, Er sagte: "...nicht so, wie ich will, Dein Wille möge geschehen!"“ – Zitat aus einer Reflexion seitens eines Teilnehmers.

28. „Ich denke, dass es immerhin vernünftiger sein wird, die Meinung darüber wegzulassen, dass das Erkennen der Wahrheit den Menschen frei von sündhaften Gewohnheiten macht, also ihn sozusagen aus der Sklaverei der Sünde herausführt“, kommentierte der Lehrer.

29. „Das menschliche Wesen ist ursprünglich mit der Willensäußerung ausgestattet, und sie ist sein untrennbarer Teil. Obwohl die Wahl des Menschen vor allem stark von seiner psychischen Neigung abhängig ist, die die Wahl selbst nicht selten eher zu einer bedingten macht.

30. Zum Beispiel kann man unter sehr hitzigen Umständen vor die Wahl gestellt sein: töten oder nicht. Viele fühlen ihre Unfähigkeit, so etwas zu tun, obwohl sie begreifen, dass sie die Wahl haben.

31. Christus verstand zwar auch, dass er die Wahl hatte, aber psychisch konnte Er es einfach nicht anders tun.“

32. „Und an die Wahrheit glauben, ist nur durch den Wunsch Gottes möglich...“ – Zitat aus einer Reflexion eines Gegenredners.

33. „Ich denke, dass der Mensch schon von seinem Wesen her dazu neigt, alles Göttliche unbewusst zu suchen.

34. So, wie alles in der Welt der Materie Entstandene ab dem Moment seines Entstehens mit den für die Entwicklung notwendigen Instinkten ausgestattet ist, so ist auch die vom Himmlischen Vater erschaffene menschliche Seele mit eigenartigen "Instinkten" für die Suche nach dem Vater ausgestattet. Was sich mit dem Phänomen des Gewissens zeigt. Wobei, je mehr sich die Seele entwickelt, umso genauer bestimmt der Mensch die Wahrhaftigkeit dieser oder jener Erscheinungen.

35. Ich halte es für eine nicht richtige Annahme, dass ein Mensch nicht den wahren Glauben erlangen kann, solange, bis er ihm nicht von Gott gegeben wird. Mit solchen Behauptungen über Gottes Gaben wird vor allem das Menschliche sichtbar und mehr noch, das Egoistische. Ist es nicht eine Versuchung für den Menschen, stolz zu werden, wenn er denkt, dass er mit der Gabe beschert wurde, den wahren Glauben zu erwerben und die anderen nicht?

36. In der Liebe Gottes werden als harmonisch vor allem die gleichen Bedingungen des Erwerbs des wahren Bodens unter den Füßen gesehen, die Seinen Kindern gegeben werden. Aber auch die mitgegebene Wahlfreiheit überlässt es jedem Menschen, die für den Erwerb dieses lebenswichtigen Bodens notwendige Arbeit selbstständig zu erfüllen.

37. Und der Liebende Vater wird dem Menschen immer helfen, eben nur in solche Verhältnisse zu geraten, durch die dieser Mensch eine für die notwendige Entwicklung notwendige Weisheit erwerben kann.

38. Und doch halte ich es in diesem Zusammenhang für nicht richtig vorauszusetzen, dass die eigentliche Tatsache, dass es Ereignisse von komplizierten Lebensverhältnissen gibt, durch die Genehmigung Gottes stattfindet. Die Gesetzeswidrigkeit wird vom Menschen ausschließlich aufgrund seiner eigenen Unwissenheit begangen.“

39. „Kann man einen fertigen Komplex fremder Wahrheiten annehmen?“

40. „Menschen unterscheiden sich immer durch die Fähigkeit, die sich ereignende Realität richtig anzunehmen, als auch durch die eigenen Taten. Es gibt keine in allem gleiche Ansichten.

41. Und folglich befinden sich neben euch diejenigen, die entweder alles weniger richtig als ihr, oder richtiger als ihr wahrnehmen. Und wenn ihr die Ansichten von jemandem als die für euch am interessantesten aufrichtig fühlt, so könnt ihr mutig versuchen, diesen Ansichten zu vertrauen. Sogar, wenn sie nicht einmal völlig richtig sind, sind sie in ihrer Qualität trotzdem besser als die eurigen.

42. Ihr könnt nicht anfangen, euch für schlechtere Ansichten als die euren gefühlsmäßig zu interessieren. Natürlich nur, wenn ihr nicht in irgendeinem Affektzustand seid.

43. So ein Vertrauen gegenüber den Früchten der Reifung anderer Menschen schafft die günstigsten Bedingungen für eure eigene beschleunigte Entwicklung.

44. Die Hauptsache bei all dem ist der Wunsch zu lernen! Viele hindern sich in diesem Bereich – sie möchten belehren, indem sie von sich eine überaus eigenartige Unabhängigkeit behaupten.“

45. In der Antwort auf die Frage über den Begriff "Sektierertum" bemerkte der Lehrer: „Weisheit wird nicht durch das Erkennen von Tabellen, die an etwas befestigt sind, bestimmt, sondern durch das Verstehen des Wesens von diesen oder anderen Erscheinungen. Die Tabellchen sind bei kundiger Vorgehensweise leicht auszutauschen, aber das Wesen, das hinter diesen Tabellchen versteckt ist, wird dadurch nicht anders.

46. Von ihrem Wesen her beginnen sich alle "Sektierer" aufgrund neuer Schlussfolgerungen in dem Milieu des Bisherigen zu formen. In den Bereichen des Alten, wo entweder nicht alles gesagt wurde, eine nicht genügende Klarheit war, oder etwas noch nicht genau geäußert wurde.

47. Einfacher gesagt, der forschende Verstand eines sich weiterentwickelnden Menschen versucht, das ihn nicht mehr Befriedigende wegen natürlicher Gründe zu begreifen. Das ist normal. So ist das Gesetz der Entwicklung des Bewusstseins.

48. Und folglich ist so einem "Sektierertum" nicht unbedingt nur die religiöse Suche nach der Wahrheit eigen, sondern auch allen Versuchen, über alles nachzudenken.

49. Eine andere Sache ist es – inwiefern aufdringlich ein Mensch die durch ihn erworbenen Gedanken, die ihn inspirieren, den ihn umgebenden Menschen nahebringen wird. Hier können schon Übertreibungen vorkommen.

50. Aber man soll das nicht so stark fürchten. Jedermann hat das selbst zu wählen, was ihm bis jetzt immer noch näher ist. Der Mensch wird nie klüger werden, bis er das, was er erlebt, ausschließlich selbst versteht.

51. Derjenige, der durch Äußerungen fremder Ideen beunruhigt ist, setzt unvermeidlich ein Aufzwingen ebenso seinen Leuten gegenüber voraus. Wenn euch die Gedanken von jemandem nicht gefallen, so wollt ihr folglich, dass man entweder wie ihr denkt, oder wie diejenigen, denen ihr gewogen seid.

52. Aber kann derjenige, der seine Ideen und Gedanken den anderen aufzuzwingen versucht, wirklich sagen, dass er die Wahrheit kennt? Wenn eben der Mensch dies nicht von sich sagen kann, so muss er sehr vorsichtig sein bei seinen Versuchen, jemandes Ansicht über die sich ereignende Wirklichkeit zu kritisieren. Das kann sich sogar leicht als sehr unklug erweisen.

53. Wenn die umgebenden Menschen anders als ihr denken, so bedeutet das, dass eure Gedanken in dieselbe Richtung entweder klüger oder weniger klug sind. Das ist unvermeidlich.

54. Und eben daher, ausschließlich aus Angst, dumm dazustehen, strebt der Mensch auf sehr aggressive Weise danach (oft völlig unbewusst), die sozusagen nicht geringe Bedeutsamkeit seiner Schlussfolgerungen den anderen aufzuzeigen, wobei er nicht einmal versucht, den Wert andersartiger Gedanken zu verstehen.

55. Auf solche Weise behaupten die meisten Menschen sich selbst in ihrer Gesellschaft, wo (dies sei betont), je geistig schwächer ein Mensch ist, umso aggressiver seine Methoden der Selbstbehauptung sind.

56. Und umgekehrt, ein geistig starker und weiser Mensch tritt in der Weise an das Erfassen dieser von anderen Menschen bewegten Gedanken heran, indem er unbedingt davon ausgeht, dass diese für ihn noch fremde Gedanken durchaus mehr Wert haben können, als seine eigenen, die er zur Stunde hat.

57. Nur unter solchen Bedingungen ist ein nüchterner, nicht voreingenommener, wirklich vernünftiger Verlauf in Bezug auf das Begreifen von etwas möglich.“

58. „Was meinen Sie, wie ist es besser als Frau: verheiratet oder frei zu sein?“ – so die Frage im Rahmen des Forums.

59. „Im Grunde genommen ist die Vereinigung des Männlichen und Weiblichen die einzige Bedingung für eine normale, vollwertige Entwicklung des Menschenwesens.

60. Aber im Leben der Menschen wird diese Frage dadurch bestimmt, was ein Mensch in Wirklichkeit sucht. Wobei die Mehrheit der Menschen in den Tiefen ihres Wesens immer noch dazu neigt, vor allem Umstände für Leid zu schaffen. Ohne dies zu wissen und sozusagen zu wünschen.

61. Natürlich, wenn günstige Bedingungen für die Gründung einer Familie nicht vorhanden sind, so braucht man diese Frage auch nicht zu stellen. Es gibt in Wirklichkeit keine Wahl. Nun, wenn es aber gegenseitige Liebe zwischen euch gibt, bleibt dann die zu diesem Thema gestellte Frage wirklich aktuell?

62. Wenn nur Vergnügungen zu suchen sind, so ist es logischer, sie nur auf der Basis von Freiheit zu suchen, aber das bedeutet aller Wahrscheinlichkeit nach, dass ihr das Gefühl der Liebe noch nicht erlebt habt. Das heißt, es gibt immer noch keine Wahl.“

63. „...Wofür liebe ich ihn so stark? Helfen Sie mir bitte mit Ihrer Unterstützung. Ich selber kann es nicht bewältigen, und ich brauche jetzt sehr eine Unterstützung, oder ich sterbe“ – lautete eine Bitte im Rahmen des Forums.

64. „Die Situation ist ohne Frage schmerzhaft, aber bemühe dich, nicht in Verurteilung zu versinken. Sonst, das versichere ich dir, wirst du dich unbedingt in diejenigen verlieben, die ähnliche Eigenschaften haben.

65. Diese Umstände beruhen auf einem bestimmten Gesetz, das der Mensch nicht verändern kann. Darum ist es besser zu lernen, Weisheit aus jeder Situation zu ziehen, mit dem Verständnis, dass du absolut nicht zufällig da hineingeraten bist.

66. Unter Männern als auch unter Frauen sind ziemlich viele ähnliche eigenartige Eigenschaften anzutreffen. Denke nicht, dass alle gleich sind. Wenn deine innere Welt sich nicht auf notwendige Weise verändern wird, so wirst du ähnliche Schwierigkeiten unvermeidlich anziehen, und dann kann leicht der Eindruck entstehen, dass alle gleich sind, in diesem Fall die Männer. Obwohl es nur dein bestimmtes Verhalten gegenüber dem Leben ist, das das Unerwünschte an dich heranzieht.

67. Die Gefühle der erwähnten Liebe sind auf keine Weise mit den Begriffen des Rationalen verbunden, und es ist nicht einfach, die Folgerichtigkeit deren Entstehung zwischen den Menschen zu begreifen, obwohl eine Folgerichtigkeit besteht, sogar sehr.

68. Das Gesetz der Harmonie setzt immer die Entstehung günstiger Bedingungen für die Entwicklung eines jeden Elementes, das sich innerhalb dieser Harmonie befindet, voraus. Es kann im Leben grundsätzlich keine Zufälle geben. Zufall als Begriff existiert nur in der egoistischen Auslegung, nicht aber in der vernunftorientierten.

69. Daher, Gefühle, die dich an jemanden gebunden haben, schaffen in Wirklichkeit günstige Verhältnisse für die Entwicklung. Folglich, dank dieser Anhänglichkeit musst du irgendeine fehlende Erkenntnis und die geistige Kraft erwerben.

70. Und nur dann, wenn sich deine inneren Eigenschaften ändern, ändert sich auch die Qualität des Übungsfeldes (wrtl. Lehrverhältnis, Anm. d. Übers.).

71. Und ich möchte noch einmal die Hauptsache betonen – verurteilt niemanden. Wenn das gelingt, so, da bin ich mir sicher, kommt der Moment, dass du dafür, was du in deiner Vergangenheit erlebt hast, Dankbarkeit ausdrücken kannst.

72. Zu einer etwas eigenartigen Beruhigung kann ich etwas Rationales erwähnen: Für die günstige Entwicklung eines schwachen Menschen ist es nötig, neben ihn einen stärkeren zu stellen, wenn auch nur für eine kurze Zeit. Das ist logisch.

73. Also, wenn neben einem ein Schwächerer erschien, so ist das nicht etwa das Los des Starken, gegenüber der Schwäche des anderen nachsichtig zu sein. Wer denn noch wird dem Schwachen helfen, wenn nicht der Stärkere.

74. Obwohl derjenige, der schwächer ist, immer mehr Schwierigkeiten produzieren kann. Aber hat etwa nicht der Starke deshalb die Möglichkeit, noch stärker zu werden! Geh auf sicherere Weise weiter, nach der Nacht kommt unbedingt die Morgendämmerung!“

75. „Braucht eine Frau einen Liebhaber?“

76. „Wenn die Frage für eine verheiratete Frau gestellt wird, so wäre es sehr gut, sie richtig zu lösen. Und dies bedeutet vor allen Dingen, dass, wenn die Frau eine zusätzliche sexuelle Beziehung wirklich braucht, so ist es unbedingt notwendig, dieses Thema mit ihrem Mann zu berühren.

77. Der Versuch, das entstandene Problem gemeinsam vernünftig zu begreifen, kann in Wirklichkeit alles an seinen Platz stellen. Natürlich nur unter normalen Umständen, wo der Mann sich bemüht, für die Frau Freund zu sein.

78. Wenn das nicht der Fall ist, und er dieses Problem nicht besprechen will, wobei sein Verzicht auf die Besprechung von verschiedenen beleidigenden Aussagen seinerseits begleitet werden, so zeigt das eindeutig, dass die Frau schon keine Familiensituation mehr hat. Eine Absage solcher Art gegenüber dem Vorschlag der Frau bedeutet, dass sich in Wirklichkeit der Mann von der Frau losgesagt hat.

79. Die Frau hat ihrem Mann zu sagen, dass sie sich bei solch einer Absage gezwungen sieht, sich für frei zu halten, mit einem entsprechenden Gedankenverlauf in Bezug auf ihr Schicksal.

80. All diese Handlungen sind berufen, die günstigsten Bedingungen für das weitere Lösen des entstandenen Familienproblems zu schaffen. Sehr wichtig ist die Offenheit seitens der Frau. Das verläuft rechtschaffen und zugunsten der Frau.

81. Aber der Mann hat zu verstehen, dass er es selbst ist, der die Wahl zugunsten des Umstandes getroffen hat, dass bei seiner Frau durchaus ein anderer Mann erscheinen kann.

82. Und ein Liebhaber – das ist doch vor allem derjenige, der in der Regel gar keine Absichten hat, mit der Frau eine Familie zu gründen. Und das bedeutet, dass er ihr als Mensch nicht vertraut und sie nur als ein Objekt betrachtet, das seine sexuellen Bedürfnisse zeitweilig befriedigen soll.

83. Wegen dieser Befriedigung ist er durchaus bereit, der Frau eine Menge von Worten zu sagen, die ihrem Ohr angenehm sind, aber das ist nur das Spiel. Dies tröstet den Egoismus, aber erfüllt nicht das Herz.

84. Wenn die Welt durch das Prisma des Egoismus betrachtet wird, dann schafft so eine Situation für die Frau leicht die Illusion der erwünschten Befriedigung, aber mit der Zeit wird eine sehr bittere Bezahlung gefordert werden. Alles hat seinen Preis. Und wenn man durch das Prisma der Seele schaut – so wird die Empfindung der Leere unveränderlich sein.“

85. Im (Internet) Forum sagte der Lehrer in einer Antwort auf die Frage zum Thema Abtreibung:

86. „So eine Frage zu diesem Thema konnte ausschließlich unter solchen Verhältnissen entstehen, wo diese Familie noch keine normale Familie ist. Wo das für das Wohl der Familie notwendige gegenseitige Vertrauen zwischen Mann und Frau nicht geformt ist. Ein Vertrauen, bei dem ähnliche Fragen nur zu zweit gelöst werden können.

87. So eine Information wird unvermeidlich im Informationsfeld dieser Frau bleiben. Und wenn sie aufs Neue bereit ist, ein Baby zu bekommen, so wird sich diese tragische Spur im Schicksal des Geborenen unvermeidlich spezifisch widerspiegeln.

88. Das ist ein äußerst ernster Umstand, und es ist in der Gesellschaft nötig, bei der Zurückweisung so einer in der Regel nicht völlig durchdachten Tat besonders kategorisch zu sein.

89. Eine Gesellschaft, wo die Voraussetzungen zur Verbreitung solcher Tragödien über das zulässige äußerste Maß gegeben sind, sichert nur noch mehr ihren Untergang.“

90. „Was ist das, die Liebe?“

91. „Darüber kann nicht wenig gesagt werden. Wenn man es aber vereinfacht, so kann man sagen, dass das zwischen Mann und Frau entstehende Gefühl der Liebe berufen ist, vor allem eben die Menschen zueinander heranzuziehen, die fähig sind, gemeinsam die günstigsten Erziehungsbedingungen füreinander zu schaffen.

92. Und zu Beginn des gemeinsamen Lebens hilft dieses Gefühl, günstige Bedingungen zu schaffen, um eine erhöhte Geduld bezüglich auftretender gegenseitiger Schwächen – die man unvermeidlich erleben muss – zu manifestieren. Eben diesbezüglich, obwohl auch nicht völlig bewusst, entstand unter den Menschen der Spruch: "Die Liebe ist böse, man verliebt sich sogar in einen Ziegenbock."

93. Und obwohl es nicht richtig ist, so eine Liebe selbst als eine böse zu bezeichnen, verbindet sie nichtsdestoweniger die Menschen auf sehr spezifische Weise. Ihr könnt euch leicht in einen Menschen verlieben, der unbedingt die Eigenschaften haben kann, die ihr nicht besonders annehmen könnt.

94. Zum Beispiel: Je mehr Forderungen eine Frau an Männer bezüglich bestimmter Eigenschaften hat, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie eben so einen Mann an sich zieht, dessen Handlungen die nicht normalen Einstellungen dieser Frau brechen werden.

95. Und wenn die Frau an ihrem falschen Verhalten gegenüber Männern beharrlich festhalten wird, so wird man eine unglückliche Familienlage garantieren können.

96. Also alles das, was sich in den Gesetzen der Entwicklung der Harmonie manifestiert, ist diesen Gesetzen immer untergeordnet, und seinerseits, auch untereinander gegenseitig wirkend, schafft es Bedingungen für die gegenseitige Entwicklung.

97. Wenn ein Mensch seinen Partner (seine Partnerin) mit seinem Kopf wählen müsste, so würde er immer unvermeidlich das ihm Bequeme wählen, das heißt, seinen Egoismus befriedigen und folglich auch nicht zum Wohle seiner Entwicklung beitragen.

98. Aber in Anbetracht dessen, was der Mensch in Wirklichkeit ist, würde dies zu einer offensichtlichen Gefahr für die Existenz der menschlichen Gesellschaft werden.“

99. „Und was nennen Sie Untreue und Verrat?“

100. „In Wirklichkeit gibt es weder das eine noch das andere. Jeder Mensch handelt auf eine ganz natürliche Weise kraft seines Bewusstseins und der Entwicklungsstufe seiner eigenen geistigen Welt. Man hat zu lernen, dies zu verstehen und dem Nächsten nie das aufzuerlegen, was zu tragen er keine Kräfte hat.

101. Die Begriffe "Untreue" und "Verrat" existieren nicht in den Gesetzen der Entwicklung der Welt des Seins. Sie sind Entwürfe, die ausschließlich von der egoistischen Natur des Menschen, der sich zu entwickeln begann, erdacht wurden, und einst werden diese Begriffe verschwinden.“

102. „Warum erscheinen unter Freunden solche, die jede eigene Initiative belächeln wollen?“

103. „Natürlich, derjenige, der einem am nächsten steht, kann bei Weitem stärker seelisch verletzen als irgendein anderer. Aber man muss sich nicht gedrängt sehen, bezüglich der erwähnten Frage traurig zu werden. Man handelt nicht aus Feindseligkeit euch gegenüber so, sondern deswegen, weil sie sich im Vergleich mit euch bei Weitem unsicherer fühlen.

104. Normalerweise drängen sich ausreichend Erfahrene oder Unsichere nicht, eine Initiative zu ergreifen. Aber diesbezüglich Erfahrene werden niemals über die Initiative von irgendjemandem lachen. Und diejenigen, die sich innerlich sehr unsicher fühlen, bemühen sich in der Regel unbewusst, durch solches Auslachen ihre Bedeutsamkeit ein wenig anzuheben.

105. Denn wenn jemand neben so einem Menschen seine Initiative zeigt, so setzt diese Situation voraus, dass der, der die Initiative äußert, klüger und interessanter ist. Und dann schaltet sich augenblicklich bei denen, die geistig nicht reif sind, der Mechanismus der primitiven egoistischen Verteidigung ein, der aufzeigen soll, dass man nicht weniger klug ist, und dass die geäußerte Initiative eher einer Dummheit gleicht.

106. Man muss sich ruhiger gegenüber diesem Umstand verhalten, weil unter den Freunden durchaus schwächere als ihr selbst sein können. Und dabei hat man es fertigzubringen, nicht dasselbe in Bezug auf sie zu machen.“

107. „Warum sind Polizisten nicht gut?“ (Im Original wurde hier ein Schimpfwort verwendet – Anm. v. Vadim)

108. „Das ist eine sehr oberflächliche und, man kann sogar sagen, primitive Einschätzung.

109. Natürlich, das Spezifische der täglichen Arbeit wirkt sich unvermeidlich negativ aus, aber diese negative Auswirkung geht vor allem dadurch vor sich, dass die bei der Polizei Beschäftigten jeden Tag meistens mit den Menschen konfrontiert werden, deren Intellekt eben auch viel zu wünschen übrig lässt.

110. Wenn schon die Gesellschaft schlichtweg aufgeteilt wäre in diejenigen, die es aktiv übernommen haben, die Gesetzesbrecher mehr oder weniger zu stoppen und in die übrigen Vertreter der Gesellschaft, so wird gerade die Anzahl der psychisch nicht gesunden Menschen in all ihrer Vielfalt offensichtlich nicht auf der Seite derjenigen überwiegen, die die Rechtsordnung verteidigen.

111. Wenn man schon so über jemanden lächelt, so ist das eher für die sogenannten Bullen angebrachter, das zu tun.

112. Man kann es auch von einer anderen Seite her betrachten. Wenn irgendwo ein gewisser psychisch nicht gesunder Wahnsinniger ungeheuerliche Gesetzeswidrigkeiten anstellt, wird denn jemand unter denen, die über die "Bullen" lachen, hingehen, um diesen Flegel anzuhalten? Er wird in keiner Weise hingehen und vor allem aufgrund von Angst oder mit einer sehr unklugen Rechtfertigung, dass er keine Zeit habe und dies ihn nichts angehe. Aber dafür findet er einen neuen Vorwand, diese "Bullen" wieder für ihr heftiges Verhalten zu beschimpfen.

113. Alle Menschen sind unterschiedlich, und schwierige Menschen sind in jeder Menschengruppe anzutreffen. Es ist nicht richtig, die eine oder andere Gruppe der Menschen nur deshalb schwach zu nennen, weil unter ihnen Schwache sind. Und wohin noch sollte es einen Schwachen hinziehen, wenn nicht zu den Starken? Denn in Wirklichkeit kann der Schwache die Möglichkeit, stark zu werden, nur unter Starken haben. Das ist normal.

114. Und wenn es in der Umgebung von jemandem unter euch keine Schwachen gibt, so wird die vernünftigste Schlussfolgerung sein, dass gerade sie der Schwache sind.“

115. „Ist die Unfähigkeit, eigene Fehler zu bekennen, ein Merkmal der Schwäche des Menschen?“

116. „Ich denke, dass es in diesem Fall genauer ist zu sagen, dass dieser Mensch einfach noch nicht reif ist, weiter über den Punkt, wo er jetzt noch verweilt, hinauszugehen.

117. Die Unfähigkeit, eigene Fehler zu bekennen, ist ausschließlich jedem Menschen eigen. Viele Menschen sind bereit, ihre bestimmten Meinungen sehr hitzig zu behaupten, aber sie können trotzdem auch durchaus fehlerhaft sein. Und ist jeder von euch etwa immer fähig, mit Hinweisen einverstanden zu sein? Sie können doch durchaus richtig sein, ungeachtet dessen, dass ihr dies noch nicht sehen könnt.

118. Jeder Mensch, der immer bereit ist, irgendeine seiner Meinung nach richtige Wahrheit eifrig zu behaupten, ist mutig als derjenige zu bezeichnen, der unfähig ist, seine Fehler zu bekennen.“

119. „Wofür ist das Leben nötig?“

120. „Überhaupt ist die Frage bezüglich des Lebens im gesamten Sein unangebracht, weil das Leben selbst immer ohne Anfang und Ende war. Bei der Erschaffung von Objekten (mit dem sich auf jedem von ihnen entwickelnden eigenen Leben), die der Mensch auf dem Firmament beobachten kann, war zwar auch ein Anfang, aber die eben erwähnte Frage wurde ursprünglich nicht gestellt.

121. Was gerade das Leben des Menschen angeht, so wurde es mit einem besonderen Sinn erschaffen. Es steht dem Menschen bevor, Informationsfelder der sich endlos erweiternden Welt der Materie endlos zu verändern, so zu verändern, wie dies die einzigartige Gefühlswelt des Menschen selbst fähig ist zu tun.

122. Und dafür wurde eine unsterbliche menschliche Grundlage (Seele) geschaffen, die keinen Gesetzen des Älterwerdens untersteht, auf die die Erfahrung des Lebens eines konkreten Menschen ständig eingeprägt wird, wodurch seine unwiederholbare Individualität bewahrt wird.

123. Wenn man sagt, dass das Leben dem Menschen nur einmal gegeben wird, so ist das richtig, aber es ist falsch, davon auszugehen, dass der Mensch zusammen mit dem Tod seines biologischen Organismus sterben kann.“

124. „Was denken Sie, wird es das Ende der Welt geben? Und auf welche Weise? Oder flößen die Gelehrten den Menschen einfach Angst ein?...“

125. „Jetzt kann man schon sagen, dass es nicht nur sein wird, sondern dass der Prozess des Formens dieser für die wirkliche Rettung der menschlichen Zivilisation notwendigen Reinigung schon beschleunigt verläuft.

126. Es sind besonders extreme Bedingungen psychologischen als auch geophysischen Charakters dafür notwendig, damit auf der Erden-Mutter letztendlich das eine Volk der Einheitlich Glaubenden verbleibt. Sobald die Bedingungen für die endgültige Vernichtung dessen geschaffen werden, was immer zur Trennung der Menschen untereinander und folglich auch zur Entstehung unvernünftiger Konflikte geführt hatte.

127. Die Menschen dürfen nicht in Nationalitäten aufgeteilt werden, sondern dürfen einfach Erdbewohner sein. Nur danach wird für die Menschheit eine normale Möglichkeit eröffnet werden, sich im Weltall aktiv zu verbreiten.“

128. „Die Baptisten Russlands erklären jeglichen Genuss von Alkohol als eine Sünde. Ist das denn so? Und gibt es so ein Verbot bezüglich Genuss von Alkohol in der Bibel? ...Jesus trank gerne Wein. Dabei in Gegenwart anrüchiger Gesellschaft, mit Steuereinziehern und Sündern.“

129. „Ich unterstütze die oben erwähnte, von den Baptisten Russlands beschlossene Bestimmung. Mehr als das, ebenso muss sich das auch unbedingt auf das Rauchen beziehen, das nicht weniger unheilvoll und überhaupt nicht zu rechtfertigen ist.

130. Was das oben Gesagte betrifft, so möchte man vor schnellen Schlussfolgerungen bezüglich der Texte warnen, die in der Heiligen Schrift fixiert wurden.

131. Es ist durchaus nicht lohnenswert, viele beschriebene Ereignisse, die darin vorkommen, als eine Anleitung zum Handeln zu betrachten. Zumal viele Handlungen verschiedener Personen in diesen Schriften in bedeutendem Maße nur vom Charakter der umgebenden Umstände abhingen.

132. Dasselbe bezieht sich auch darauf, dass Jesus Wein getrunken hat, der ausschließlich aufgrund der spezifischen umgebenden Lebensverhältnisse getrunken werden konnte, nicht aber wegen persönlicher Wünsche.

133. Seine Lebenstätigkeit setzte den häufigen Besuch verschiedener Häuser voraus, wo man das Bestreben des Hausherren, den Gast mit Wein zu hofieren, für den guten Ton hielt. Wo in dem Zusammenhang eine Zurückweisung, diesen Wein zu trinken, durchaus unangebracht sein konnte.

134. Bei Jesus aber von Liebe zum Wein zu sprechen... Dafür müsste Er zumindest jede Möglichkeit ausgenutzt haben, um ihn zu trinken, was ich gründlich bezweifle.

135. Und die heutigen Zeiten haben die Folgen der Trinkerei beliebiger Alkoholgetränke hinreichend krass aufgezeigt, mit schrecklichen Resultaten.

136. Zum Alkoholiker wird man nicht nach einem ersten misslungenen Saufgelage. Dafür muss man systematisch vorgehen, indem man bescheiden mit "anständigen" kleinen Mengen beginnt. Aber muss man etwa unbedingt zum Alkoholiker werden, um im berauschten Zustand unverbesserliche Dummheiten zu produzieren? Alkoholiker zerstören mit dem größten Teil ihrer Handlungen nur ihren Organismus, während eine riesige Menge anderer Menschen, die in so einem berauschten Zustand sind, vor allem danach streben, den Umgebenden Schaden zuzufügen.

137. Diese Verhältnisse in der Gesellschaft haben den Charakter einer extrem großen Tragödie. Und um schon Menschen aus diesem verderblichen Sumpf herauszuführen, wäre es richtiger, dass vor allem die geistig stärksten Menschen den Genuss solcher Getränke aufgeben. Ein klares lebensbejahendes Beispiel soll unbedingt gegeben werden.

138. Nur finden leider viele von denen, die über ihre völlige Unabhängigkeit vom Alkohol sprechen, warum auch immer, ständig verschiedene Rechtfertigungen für ihren weiteren Alkoholkonsum. Was soll man dann über diejenigen sagen, über die diese Menschen wie über Alkoholabhängige sprechen.“

139. „Martha und Maria, das Gute und das Geschäftige... Welchem Beispiel werden wir folgen?“

140. „Ich denke, es ist nicht richtig, die Grenze so scharf zu ziehen. Das Leben des Menschen verläuft ständig in Berührung mit irdischen Wertgegenständen, die fachgerecht behandelt werden sollen, was nur möglich ist, wenn man nicht wenig daran denkt und schöpferisch tätig ist.

141. Eine andere Sache ist es, dass man die Begrenzung von Eifer sehen können und die Wahl nicht in Richtung des Geringeren treffen soll.

142. An das Göttliche soll man immer denken können und das Göttliche in all den Handlungen sehen, die mit der Sorge um die anderen verbunden sind.

143. Nur der geschäftige Zustand schafft in der Regel leicht Umstände, wo der Mensch bei einer entstehenden Wahl zwischen dem Größeren und dem Geringeren das Geringere wählt. Hier muss man aufmerksam sein.“

144. „Der glückselige Theophilakt, der Bulgarische: „...Und so, mit diesen Worten lehrt Gott die Apostel, dass, wenn sie irgendjemandes Haus betreten, nichts Üppiges verlangen, sondern sich mit dem Einfachen begnügen...“ – zitierte einer der Teilnehmer des Forums.

145. „Der gesamte Ausspruch wird absolut richtig angeführt. Aber bei der Berührung dieses Themas sollte man es etwas breiter betrachten.

146. Ich denke, dass du damit einverstanden bist, dass es nicht richtig wäre, denselben Hinweis dem ins Haus Kommenden, als auch dem, den Gast Empfangenden zu geben. Und wenn ein Gastgeber fragen würde, wie er auf richtigere Weise seinen Gast beköstigen solle: gut zubereiten und beköstigen, oder würde es ausreichen, ein hartes Stück verschimmeltes Brot zu geben - ich denke, dass man durchaus einen Hinweis darüber hören könnte, dass es richtiger ist, dem Gast das Beste anzubieten.

147. Es ist richtiger, viele früher gegebene Wahrheiten von verschiedenen analogen Seiten her zu betrachten, es gibt nämlich die Bittenden und die Gebenden, es gibt die Klopfenden und die, die die Tür öffnen. Jedes dieser sich entsprechenden Paare muss unterschiedliche Hinweise bezüglich derselben Situation hören.“

148. „Über einige Gäste heißt es im Evangelium: sie weder über die Schwelle lassen, noch mit ihnen zusammen speisen.“

149. „Ich finde, dass es gut wäre, die Belehrungen des Lehrers von den Belehrungen derjenigen abzusondern, die von sich passend gesagt haben, dass sie Sünder seien.

150. Die Liebe zu den Nächsten, den Verfolgern, den Fluchenden, setzt ein gutes, wohlwollendes Verhalten zu ihnen voraus. Der Himmlische Vater lässt die Sonne gleichermaßen auf einen Rechtschaffenen als auch auf einen Sünder scheinen und den Regen über beide gleich niederfallen. Folglich liebt Er alle gleichermaßen und ist gegenüber allen wohlwollend.

151. Und wenn der Lehrer lehrt, vollkommen wie der Himmlische Vater zu sein, ist es dann etwa zulässig, die Nächsten zu verurteilen und ihnen kein Stück Brot zu geben, wenn sie es brauchen? Egal, was für eine Gesinnung ihr Kopf und Herz auch haben mag.

152. Eine andere Sache ist es, im eigenen Hause unrechte Äußerungen zu erlauben, das ist schon nicht zulässig.“

153. „Und über diejenigen, die man hineinlässt und mit denen man zusammen speist, wird sogar gesagt, dass sie sich weder darum sorgen, was gegessen noch wo geschlafen wird.“

154. „Hier geht es wiederum in der Rede um die Regel eben für die Ankommenden, die jemandes Haus betreten. Und mehr als das, für diejenigen, deren rechtschaffene Arbeit darin bestand, im steten Wandern auf der Erde und dem Weitertragen der Guten Botschaft.

155. Aber all dies setzt überhaupt nicht voraus, dass das normale Leben aller Gläubigen als ein stetiges Wandern von einem Ort zum anderen verlaufen soll.

156. Diesbezüglich wäre es nicht richtig, eine Regel darüber aufzustellen, sodass die Sorge um das Irdische für alle Menschen nicht nötig wäre. Besonders an Orten, wo das Klima viel härter ist, als im Land Israel.“

157. „... Ich bin bei Weitem keine Anhängerin von aufreizendem Äußeren, aber ich halte es für eine Lästerung, schönes langes Haar unter einem Tuch zu verstecken. Wenn Gott dem Mädchen eine natürliche Schönheit gegeben hat, wie kann man das ablehnen?“ – war die Frage im christlichen Internet-Forum.

158. „Ich finde, dass Ihr Verständnis in dieser Frage absolut richtig ist. Die negative Wahrnehmung des nicht bedeckten Frauenhaares resultiert vor allem aus den verkehrten Schlussfolgerungen, die einst ausschließlich aufgrund der Schwäche der Männer entstanden sind. In der Periode der Inquisition starben deswegen sehr viele schöne Mädchen.

159. Das Männliche und das Weibliche sind gleichermaßen wertvoll, obwohl ihnen auch ein bestimmter grundlegender Unterschied eigen ist. Wodurch sich auch eine kennzeichnende Neigung zeigt, die sich unterscheidet.

160. Und obwohl es natürlich auch traurig sein kann, wenn man noch keine geistig Gleichgesinnte an seiner Seite hat, so soll man trotzdem nicht vergessen, das das Wesentliche für einen Gläubigen die Fähigkeit ist, Beruhigung schon allein im Begreifen dessen zu finden, dass der Himmlische Vater wirklich in der Nähe ist und alle deine Sorgen wahrnimmt.“

161. „Und kann man es ausführlicher erfahren? Ich habe eigentlich gedacht, dass es damals einfach so eine Tradition gab, weil das Klima an den Orten, die in der Bibel beschrieben wurden, dazu zwang, sich vor der Sonne zu schützen.“

162. „Diese Schlussfolgerung von dir könnte in bestimmtem Maße richtig sein, aber trotzdem müsste man gerechter sein in so einer Frage, die mit Verboten eben für Frauen verbunden ist. Denn Verbote betrafen nicht nur unbedecktes Haar, und besonders in Kirchen, sondern auch viele andere Umstände.

163. Alle diese Verbote bildeten sich aufgrund verderblich falschen Verhaltens gegenüber Frauen, das sich durch das falsche Deuten der schon existierenden richtigen Information in eigenartigen heiligen Schriften formte, als auch durch falsche Information, die im Laufe der Zeit durch verschiedene Autoritäten immer wieder erschien.

164. Denn der Mensch hat bis jetzt keinen gewissen Mechanismus in sich, der garantiert bestimmen lässt, von welcher Art eine Erleuchtung war, die auf ihn niederkam. In diesem Zusammenhang wurde auch nicht wenig Unwahrheit mittels eigenartiger heiliger Texte festgehalten.

165. Und wenn auch nicht in den grundlegenden Texten selbst, so in den Texten, die sie deuten, die im Laufe der Zeit als eine zusätzliche Deutung auch für alle anderen Gläubigen behauptet wurde. Was schon an sich eine große Unannehmlichkeit geschaffen hat, weil dies allen weiteren Generationen abgewöhnte, jede Information, die den Anspruch auf Heiligkeit hatte, eigenständig zu durchdenken.

166. Und so wurden viele Verbote betreffend dem, was Frauen angeht, vor allem von Männern aufgrund dessen geformt, wie sie ihre Schwäche angesichts der Schönheit und der natürlichen Anziehungskraft der Frau verstanden.

167. Sie begriffen, dass, wenn eine Frau ihre Schönheit nicht maximal versteckt, so bleibt in den Köpfen der Mehrheit der Männer, die in diesem Tempel weilen, einfach kein einziger Gedanke an das Göttliche. Sie werden nur Gedanken an diese Frau haben. Und es ergibt sich unwillkürlich, dass jener Tempel in diesem Moment eher dem Tempel jener sehr anziehenden Frauen ähnelt, wo die Mehrheit der Männer, wenn nicht alle, nur sie anbeten.

168. Verbote für Frauen auf so prinzipieller Grundlage wurden gleichermaßen für diejenigen Frauen erlassen, die nicht einem Mann als Ehefrau angehören, als auch für diejenigen, die schon in einer Ehe gebunden sind, denn der Egoismus des Mannes wünscht unter diesen Umständen auf keinen Fall, dass die Schönheit seiner Frau als Versuchung für das entsprechende Entwickeln von Phantasien bei anderen Männern wirksam wird.

169. Umso mehr, als es nicht wenige Männer gibt, und das noch bis heute, mit solch psychischen Eigenschaften und seelischen Schwächen, wo sie leicht die Kontrolle über sich verlieren und Anstrengungen einsetzen konnten und können, um sich einer Frau, die einem anderen Mann gehört, gewaltsam zu bemächtigen.

170. In diesem Zusammenhang kann man nicht wenige Beispiele des entstandenen Unsinns aufzählen, über den viele mit ernstem Gesichtsausdruck reden. Wo der ganze Unsinn ausschließlich auf der egoistischen Basis geformt wurde, nicht aber durch kompetentes Begreifen des Wesens der Frau, deren Problem (so finde ich) in der gegenwärtigen Zeitperiode zu lösen äußerst notwendig ist.

171. Es ist nicht nötig, all diese angesammelte negative Erfahrung aufzuzählen. Und wenn es irgendein konkretes Interesse gibt, auf diesem Forum zum Beispiel, irgendeine Besonderheit zu betrachten, so kann man es versuchen.“

172. „Ein stetes Suchen – das ist heute den Gläubigen einiger Konfessionen sehr nahe. Wenn die Suche aufhört, ergibt sich die Gefahr einer Umwandlung der gefundenen Ergebnisse hin zum Dogma...“

173. „Ich wäre mit dieser Schlussfolgerung vorsichtiger, denn der Entwicklung der gesamten Welt des Seins liegt unbedingt ein eigenartiges, sie kennzeichnendes Gesetz zugrunde.

174. Die Harmonie der vom Schöpfer erschaffenen Welt der Materie kann nicht in ihrem Grund die chaotische Manifestation von sich stets wechselnden Gesetzen voraussetzen, auf denen sich das ganze Sein auch weiterentwickelt. Diese Gesetze bleiben bestehen, unabhängig davon, ob der Mensch sie erkennt oder nicht.

175. So ist auch in die Entwicklung des menschlichen Wesens selbst ein gewisses Gesetz unvermeidlich eingelegt, welches eben sie kennzeichnet. Ein einheitliches Entwicklungsgesetz für alle Menschen ohne Ausnahme.

176. Und wenn schon irgendein grundlegendes Gesetz der Entwicklung ursprünglich eingelegt wurde, so bleibt es immer unveränderlich, unterdessen das existiert, für dessen Erscheinen auch diese Entwicklung eingelegt wurde.

177. In diesem Zusammenhang wird natürlich das Wohl der Entwicklung des Menschen immer und vor allem von der Qualität des Begreifens dieses Gesetzes abhängen.

178. Indem die Menschen die Entwicklungslinie, die vom Himmlischen Vater ursprünglich eingelegt wurde, in sich bergen, kamen sie auf diese Weise unvermeidlich im Laufe der Zeit durch die eigene Lebenserfahrung zum immer genauer werdenden Begreifen der Wahrheit ihrer Entwicklung. Das heißt, sie haben irgendwelche Wahrheiten schon ziemlich richtig verstehen können, und bezüglich irgendwelcher anderer wird es noch lange dauern, um sie zu erkennen.

179. Darum kann im Leben eines Gläubigen ein Dogma als ein gewisses unveränderliches Gesetz ebenso das richtig bestimmte Gesetz sein, als auch eine falsche Mutmaßung. Aber die Tatsache selbst, dass ein Dogma existiert, als etwas Negatives zu bestimmen, ist in diesem Zusammenhang nicht richtig.

180. Einst werden alle Hauptgesetze der Entwicklung des menschlichen Wesens, die der Mensch fähig sein wird, ausreichend fachgerecht zu verstehen, als Dogma auf ganz natürliche Weise auf ewig eingeprägt werden.“

181. „Könnten Sie vielleicht etwas eingehender erklären, wie Sie das Freiwerden von Sünden und die Befreiung von einem Teil von einem selbst verstehen? Wenn ich zum Beispiel einige Äußerungen meines Egoismus loswerde, so ist das eine Befreiung von einer Sünde (also der Äußerung selbst), oder eine Befreiung von einem Teil meines Egoismus (also eine Befreiung von einem Teil von mir)?“

182. „Man kann die Neigung, eine sündhafte Handlung zu begehen, loswerden, und was den Teil von einem selbst angeht, so finde ich, dass es richtiger zu verstehen ist, dass du ihn änderst, nicht aber dich von ihm befreist.

183. Richtiger ist es, den Begriff "Egoismus" etwas breiter zu behandeln, denn der Egoismus selbst ist eine ausschließlich naturgegebene Besonderheit der Gefühlswelt des Menschen und ist grundsätzlich nicht abzutrennen.

184. Der Egoismus äußert sich durch das individuelle Interesse, das von den Standpunkten der geistigen Entwicklung aus gesehen nicht zulässig, als auch zulässig sein kann. Beispielsweise ist die Anhänglichkeit den eigenen Kindern gegenüber größer, als gegenüber nicht leiblichen Kindern, was auf dem Egoismus basiert. Aber das ist eine zulässige Anhänglichkeit.

185. Das Streben, sich vor allem um den eigenen Mann oder die eigene Frau zu kümmern, nicht aber um andere Männer oder Frauen - das ist auch eine egoistische Erscheinung, aber sie ist in ihrem Wesen wiederum normal.

186. Somit ist es nicht richtig, den Egoismus eindeutig als was Negatives zu bestimmen. Aber sündhafte Handlungen basieren eben auf egoistischen Äußerungen, wenn die Wahl vor allem in Richtung Befriedigung eigener Interessen getroffen wird, ohne eine vernünftige Übereinstimmung mit den realen Anforderungen des Lebens.

187. Während der mittels eigener Willensanstrengung geschafften Überwindung eigener lasterhafter Neigungen zu etwas generell nicht Zulässigem, oder zu ungesunder Unmäßigkeit bezüglich etwas Zulässigen, verläuft vor allem die Veränderung der Qualität der inneren Welt des Menschen und dabei das allmähliche Verschwinden der lasterhaften Anhänglichkeiten selbst und die Neigung zu ihrer Entstehung.“

188. „... Eine "automatisch" vollzogene Handlung einer geistig entwickelten Person und eine Handlung nach einem geistigen inneren Kampf: Werden sie von Gott gleichermaßen geschätzt, oder ist eine davon wertvoller?“

189. „Es ist nur dann möglich, eine Handlung "automatisch" zu vollziehen, wenn ein Mensch die für ihn natürlichen Bemühungen einsetzen soll, also das, was ihm völlig entspricht. Solch ein Umstand benötigt gar keinen Kampf, und man denkt auch gar nicht darüber nach.

190. Aber im Leben steht nichts auf einer Stelle. Im Ganzen entwickelt sich die Welt der Materie ständig, die gesonderten Komponenten, aus denen sie besteht, entwickeln sich entweder selbst, oder sie gehen zugrunde, aber sie können grundsätzlich nicht im unveränderlichen Zustand verharren. Darum, wenn etwas "automatisch" gemacht wird, kann es unter bestimmten Bedingungen auch enden.

191. Das Erreichte beibehalten ist nur dann möglich, wenn man den Verlauf der Vervollkommnung seiner inneren Welt durch irgendwelche Umstände fortsetzt, Umstände, die bislang von sich noch eine besondere Aufmerksamkeit und den Einsatz von Willensanstrengungen erfordern.

192. Ich bin sicher, dass jedem Menschen vom Himmlischen Vater individuelle, für die geistige Entwicklung lebensnotwendige Bedingungen gegeben werden, die von jedem konkreten Menschen unvermeidlich fordern, dass er das Bestreben und den Fleiß bezüglich geistiger Vervollkommnung aufbringt.

193. In diesem Zusammenhang werden natürlich vor allem rechtschaffene Willensanstrengungen am wertvollsten werden. Und das ist, wenn auch nicht ein großer, so aber doch ein Kampf.

194. Frieden und Glück sei mit euch!“