Vadim 17

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  Kapitel 13  

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Über die Verfolgung von Künstlern durch die Orthodoxe Kirche ~ Die Kultur wurde geistlos, das Religiöse kulturlos. ~ Eifersucht und unerwiderte Liebe nicht aushalten können, wenn der Mensch geistig schwach ist ~ Der wahrhaftig Glaubende stellt keine Quelle von schädlicher Gefahr dar. ~ Was ist Harmonie? ~ Althergebrachte, menschliche und religiöse Werte ~ Über wahrhaft Gläubige ~ Über Jesus und dem Esel ~ Angst als Mittel, Ungutes zu einzudämmen. ~ Das Neue Testament, eine Fibel für Anfänger ~ Jesus ist nicht Gott. ~ Eine abfällige Bemerkung über Sekten ~ Über den Begriff "Religion" ~ Erweist sich die Eucharistie als Kannibalismus?


1. Zur selben Zeit, Ende Mai – Anfang Juni, nahm der Lehrer für nur kurze Zeit an einer Diskussion auf der Internetseite des Forums der Atheisten teil.

2. Er beteiligte sich an dem Thema, wo an einem konkreten Beispiel das Verhalten der Kirche gegenüber Kunst und Künstlern besprochen wurde.

3. Das Gespräch resultierte aus der Situation, wo orthodoxe Geistliche versucht hatten, für die Kirche Räumlichkeiten zurückzubekommen, in denen sich zu dieser Zeit die schöpferischen Werkstattvereinigungen der Künstler befanden, die in einem der Gebäude eines ehemaligen Priesterseminares untergebracht waren.

4. „Eine Ordnungstruppe, angeheuert von einer Security-Organisation (wrtl. von Vertretern der Kraft), die sich mit der Orthodoxen Kirche identifiziert, startete eine Aktion, um die Künstler aus den Werkstätten zu verdrängen. Es gab auch den Versuch, Gewalt einzusetzen: Man drehte die Arme auf den Rücken, man versuchte, Handschellen anzulegen, man stieß die Menschen hinaus auf die Straße. Heute am Morgen hat man das Tor zusammengeschweißt und die Ordnungskräfte verstärkt. Wir sind fünf Künstler, alle Tage und Nächte sind wir in den Werkstätten, wir können sie nicht verlassen, weil man uns gedroht hat, alle unsere Bilder rauszuwerfen oder zu verbrennen...

5. Natürlich, die Orthodoxe Kirche wurde während des kommunistischen Regimes verfolgt, aber das gibt ihr nicht das Recht, so mit uns umzugehen...“ – so ein Detail eines Appells der Künstler in dem Forum.

6. „Vor allem möchte ich auf das oben erwähnte Zitat Bezug nehmen.

7. Nur diejenigen, die, als sie verfolgt wurden, wirklich Weisheit daraus ziehen konnten, nur sie werden niemals als Verfolger auftreten.

8. Aber das sind bestenfalls nur Einzelfälle. Und was die anderen angeht, die an sich selber wirklich Verfolgung erlebt haben, da existiert schon eine recht zutreffende Volksweisheit: "Der fürchterlichste Sklavenhalter geht aus dem ehemaligen Sklaven hervor."

9. Allerdings wird bei dem aufgestellten Thema auch eine wirklich traurige Situation erwähnt, aber sie soll von einer vernünftigen Seite her betrachtet werden.

10. Wenn man den Begriff "Kirche" erwähnt, so ist es nicht richtig, eine Parallele zu ziehen wie bei dem berührten Thema, weil unter dem Begriff "Kirche" vor allem eine gewisse Glaubenslehre gemeint ist, nicht aber die Fehler derjenigen, die sich zu ihr zählen.

11. Und obwohl es in den auf der Erde existierenden religiösen Glaubenslehren, das soll man eingestehen, wirklich keine vollwertige Widerspiegelung des Wesens des menschlichen Schaffens gibt, so ist es nicht richtig, im beschriebenen Sujet des gestellten Themas das Verhalten der Kirche zur Kunst zu erwähnen.

12. Auf so einer wirtschaftlichen Ebene, besonders jetzt in Russland, tritt man überall aus Unkenntnis die Kunst mit Füßen, unabhängig von der ideologischen Zugehörigkeit. Es fehlt in der Gesellschaft die normale kulturelle Erziehung.

13. Und die orthodoxe Kirche ist nun bemüht, sich in durchaus schnellem Tempo aus Vertretern eben dieser Gesellschaft zu formieren.“

14. „Dieser Begriff (Kunst) ist für die Weltanschauung der Orthodoxen auch schon so ziemlich deformiert. Die Renaissance – ist der Beginn des Verfalls der Kunst, weil die Künstler anfingen, sich mit dem "Reiz" zu beschäftigen, nicht aber mit der wahren Schönheit“ – so die Aussage eines Teilnehmers, die der Lehrer für Seinen Kommentar auswählte.

15. „Aus völlig objektiven Gründen war es im fernen Altertum unmöglich, vieles, was man unter dem Begriff "Kunst" einordnen konnte, von geistigen Positionen her zu berühren. Und im Laufe der Zeit gab dies unvermeidlich viele ungesunde Abweichungen, und das, was berufen ist, in Einheit aufzublühen, wurde auf anormale Weise getrennt.

16. Jetzt aber ist deutlich zu sehen, wie Kultur geistlos (nicht zu verwechseln mit der religiösen) und das Religiöse (das das Geistige etwas verzerrt manifestiert) kulturlos wurde.

17. Aber dies wird korrigierbar sein!“

18. „... Auf der Ebene der persönlichen Entwicklung lasse ich es durchaus zu, auf der Ebene der Wiederkehr des "Goldenen Zeitalters" für die breite Masse – lasse ich es nicht zu“, so eine Aussage.

19. „Ja, wenn man sich die Ereignisse in Russland, ja, überall in der Welt, betrachtet, so kann man sehr leicht den Glauben verlieren und allem voran auch die Hoffnung auf etwas Wunderbares.

20. Es werden die Künstler beginnen, einen neuen und bei Weitem höheren Aufstieg in der Kunst ins Leben zu rufen als vormals, sie werden anfangen, sich in den geistigen Fragen richtig zu orientieren. Was natürlich nicht nur das richtige Verständnis der geistigen Orientierung voraussetzt, sondern auch, was noch wichtiger ist, diesbezüglich ein vollständiges Erfüllen der geistigen Forderungen.

21. Die Qualität der Handlungen des Menschen hängt völlig von der Qualität seines Wahrnehmens der Welt ab und vom Verhalten ihr gegenüber. Und über diese Aufgabe müssen die Menschen jetzt schon auf dem notwendigen Niveau unbedingt nachdenken. Denn jetzt wird es offensichtlich wahrgenommen werden, dass das Überleben der menschlichen Zivilisation generell davon abhängt.

22. Das positive Ergebnis wird unbedingt hervortreten. Wenn es auch nicht viele unter den jetzt Lebenden erreichen werden, so denke ich aber, dass es ziemlich bald kommt.“

23. „Zeigen Sie uns ein markantes Beispiel geistloser Kultur, sonst ist es nicht ganz klar, was Sie damit meinen“, so eine Aussage.

24. „Ich versuche, dieses Bild auf eine etwas andere Art aufzuzeigen. Nachdem man ein Kunstwerk, das in sich einen erhöhten geistigen Inhalt birgt, erlebt hat, verspürt der Mensch nicht nur das Bedürfnis, inniglich zu lächeln, sondern er fühlt auch, dass es im Innern irgendwie heller, ruhiger, gütiger wurde.

25. Und noch wertvoller wird es, wenn bei dem Menschen nach dem Erleben so eines Kunstwerkes der Wunsch entsteht, etwas wirklich Gutes und Schönes zu tun.

26. Nach dieser Ergänzung schauen Sie selber, was im Alltag zu erleben ist und was Sie als Ergebnis verspüren. Wenn man in der Regel nur davon Befriedigung zu erleben hat, was jemand letztendlich jemandem antut in dem Sinne "die Unsrigen haben gesiegt", so hat das nichts mit Geistigem zu tun.“

27. „Also ist Ihrer Meinung nach das Mosaik von Lomonosow "Schlacht von Poltowa" ein markantes Beispiel geistloser Kultur?“

28. „Es ist unbedingt nötig, das künstlerische Schaffen zu unterteilen in technische Realisation und Inhalt des Werkes selbst. Wenn wir über die technische Seite reden, so können das unter den Menschen diejenigen mit der interessantesten Qualität beginnen zu erfüllen, die in ihrer Selbstentwicklung (wenn sie eindeutig mit dem Geistigen verbunden ist) unvermeidlich zumindest ein nötiges Minimum erreicht haben.

29. Darum ist das Geistige im eigentlichen Verlauf einer interessanten schöpferischen Erfüllung natürlich anwesend, aber das Geistige des Künstler-Poeten selbst. Aber um einen qualitätsvollen geistigen Inhalt zu erreichen – werden hier nur die Fähigkeiten, Farbe richtig aufzulegen oder Reime zu finden, schon nicht ausreichen.

30. Und die kennzeichnende Qualität vor allem geistigen Inhalts habe ich auch schon früher erwähnt.

31. Beliebige Bildwerke verschiedener Schlachten können in ihrem Wesen nicht das Geistige im normalen Verständnis dieses Wortes tragen. Sogar, wenn in diesen Szenen traditionelle biblische Bilder enthalten sind.“

32. Jeder Teilnehmer des Forums wählte oder dachte sich für sich einen Satz als Motto aus, nach welchem er an diesem Forum teilnahm. Jeder Beitrag eines Teilnehmers endete mit seinem Motto.

33. „Lieben sie einander und der Kopf wird unbedingt genesen!“ – mit dem Satz endeten die Beiträge des Lehrers.

34. Auf diesen Satz des Lehrers hin äußerte einer der Teilnehmer des Forums: „Aber Liebe kann auch so einen rückwirkenden Effekt haben. Manche erhängen sich oder verletzen sich auf nicht wieder gutzumachende Weise blutig. Aber offensichtlich wird ein Christ das auch nicht Liebe nennen – so... wegen der Leidenschaft. Und damit der Kopf nicht mehr weh tut – so etwas, ja!“

35. „Lieber Freund, in diesem Fall ist es sehr wichtig zu verstehen, dass nicht nur eine einzige Art der Erscheinung der menschlichen Liebe existiert. Es ist nicht richtig, die Naturliebe und die geistige Liebe als etwas Einheitliches zu begreifen, weil es zwischen ihnen einen grundsätzlichen kennzeichnenden Unterschied gibt.

36. Eifersucht nicht bewältigen oder unerwiderte Liebe nicht aushalten, indem man sich oder jemand anderem etwas sehr Schlechtes antut, ist ausschließlich nur unter dem Einfluss von den Besonderheiten der Naturliebe möglich, da sie nur auf egoistisch-instinktiver Besonderheit des biologischen Organismus basiert.

37. Und wenn der Mensch geistig schwach ist, d.h. wenn seine Psyche der Ebene der Psyche der Tiere nahe ist, so sind Schaden bringende Folgen, wie das Verweilen unter dem Einfluss der Gefühle der Naturliebe, durchaus wahrscheinlich. Alles so, wie bei Tieren, nur beim Menschen – mit größerer Erfindungsgabe, aber bei Tieren – ohne Schaden für ihr Geistiges, da es ihnen völlig fehlt.“

38. (Forumsteilnehmer:) „Das wird wohl niemals zu berichtigen sein. Die Kirche – bedeutet nicht einfach Menschen... Der heutige Zustand der Religion ist ein Sich-Hin-und-Herwerfen in Agonie.“

39. (Vissarion:) „Nun, sehen Sie, Sie erwähnen selbst, dass anormale Manifestierungen des falschen Geistigen vorübergehend sind. Daher brauchen Sie den Begriff "niemals" auch nicht zu erwähnen. Und wie lange? Ich denke, dass jetzt im Laufe von Jahrzehnten die Veränderungen geschehen werden, die selbst während Jahrtausenden nicht geschehen konnten.“

40. (Forumsteilnehmer:) „Stellen Sie sich vor, dass wir zusammen diese wunderbaren Veränderungen erwarten. Teilen Sie uns mit, worin besteht ihr Kern? Meiner Meinung nach darin, dass die Menschheit das ganze Maß des Schädlichen der Religionen erfassen wird. Wenn es für alle offensichtlich wird, dass der wirklich Gläubige den Extremen (wrtl.Schachiden) gleicht, die in die Wolkenkratzer hineingeflogen sind...“

41. (Vissarion:) „Nun, warum bezeichnen Sie so vorschnell die religiösen Erscheinungen als so düster, wenn sich dort auch schon nicht wenige falsche Abweichungen angesammelt haben.

42. Ist es etwa mit der übrigen Gesellschaft besser bestellt, die sich für nicht gläubig hält?

43. Zum Beispiel gibt es in der christlichen Glaubenslehre zumindest den offensichtlich ausgedrückten Aufruf "du sollst nicht töten", und in der übrigen nicht-religiösen Gesellschaft gibt es überhaupt nirgends ein Verbot darüber. Es gibt nur das Strafgesetzbuch (wrtl. Preisliste) für Kriminelle mit entsprechender Konsequenz (wrtl. Preis) für irgendeine Art von Gewalt.

44. Ich denke, dass den Menschen endlich klar wird, dass gerade der wahrhaftig Glaubende eben auch keine mögliche Quelle von überhaupt irgendeiner schädlichen Gefahr darstellt.

45. Und so, wie in Wirklichkeit meistens die allbekannte religiöse Tätigkeit in Erscheinung tritt – bezieht sie sich gar nicht auf das Geistige. Und eben in diese Richtung da werden jetzt, als auch in den nächsten Jahren, große Veränderungen im Denken mit grandiosen Folgen vor sich gehen.“

46. (Forumsteilnehmer:) „Irgendwann dachte man, dass die Erde flach sei... Das war eine Manifestierung des Geistigen, weil dies nur im Kopf des Menschen existiert hat.“

47. (Vissarion:) „Richtig, indem man quasi bekannte Worte benutzt, kann man leicht in Verwirrung geraten, weil unter diesen Wörtern verschiedene Menschen nicht selten etwas absolut Unterschiedliches verstehen.

48. Unter dem Geistigen verstehe ich vor allem den harmonischen Gefühlskontakt des Menschen mit der umgebenden Realität, nicht aber eine Reihe von allen möglichen Schlussfolgerungen.“

49. (Forumsteilnehmer:) „In Ihrem Satz braucht vor allem das Wort "harmonisch" eine Erklärung. Was verstehen Sie unter Harmonie?“

50. (Vissarion:) „So einfach und abstrakt wird mir das schwerfallen zu erklären.

51. Das Harmonische in den Äußerungen des Menschen bedeutet nach meinem Verständnis vor allem eine adäquate konfliktfreie Reaktion seines Wesens auf Forderungen mit charakteristischen Besonderheiten seitens des Milieus, in dem er lebt.“

52. „Was meinen Sie mit der Wortverbindung "eine Reihe von allen möglichen Schlussfolgerungen"?“

53. „Einen beliebigen Prozess von Schlussfolgerungen, der generell im Kopf des Menschen vor sich geht.

54. Nicht wichtig, woran er denkt, weil sich absolut unabhängig von der Menge und der Qualität solcher Überlegungen das geistige Wesen des Menschen nur vom Verlauf des Denkens auf keine Weise ändern wird.“

55. „Ob sich Logik auf diese Reihe bezieht? Denn sie besteht auch völlig auf Schlussfolgerungen.“

56. „Wiederum nach meinem Verständnis kann Logik grundsätzlich nicht aus Schlussfolgerungen bestehen. Sie kann nur in Schlussfolgerungen zugegen sein, weil Logik selbst das Gesetz des richtigen Vergleichens von Gedankenbildern und Tatsachen ist, was dazu beiträgt, die Wahrheit richtig zu begreifen.“

57. Der Austausch in diesem Forum der Atheisten war oft emotional und nicht immer logisch.

58. Hier Gedanken des Lehrers als Kommentar zu Sätzen der Teilnehmer des Forums: „Liebe Freunde, im Austausch unserer Gedanken beginnen wir jetzt mit dem für Sie heißen Thema, das mit Religiosität verbunden ist. Meine Lebenstätigkeit kann mir nicht die Zeit anbieten, um Sie vollständig bezüglich dessen bekannt zu machen, was die Teilnehmer des Forums schon geschafft haben mitzuteilen, und darum bitte ich, mich zu entschuldigen, wenn ich Sie unwillkürlich zu irgendwelchen Wiederholungen veranlasse.

59. Ich darf Sie bitten, Ihre Gedanken nicht aufgrund erhitzter emotionaler Aufregung zu äußern? Sonst wird es überhaupt nicht einfach, vernünftiges Denken zu erblicken.

60. Und das Thema Religiosität wirkt, wie ich in diesem allgemeinen Forum geschafft habe zu sehen, auf viele wie ein rotes Tuch.

61. Man darf nicht vergessen, dass, wenn man beim ersten Mal die Schlussfolgerungen von irgendjemandem kennenlernt, so kann in der Regel das Begreifen solcher Schlussfolgerungen natürlicherweise ungenau sein. Und dann ist es vernünftig und am ehesten angebracht, vor allem präzisierende Fragen zu stellen (die fähig sind, zur Vertiefung des Verständnisses zu führen von dem, was berührt wurde), nicht aber Äußerungen (wrtl. Wortfrüchte) unkontrollierter Emotionen.“

62. „Sie haben geschrieben: "Zum Beispiel gibt es in der christlichen Glaubenslehre zumindest den offensichtlich ausgedrückten Aufruf 'du sollst nicht töten', und in der übrigen nichtreligiösen Gesellschaft gibt es überhaupt nirgends ein Verbot darüber. Es gibt nur das Strafgesetzbuch (wrtl. Preisliste) für Kriminelle mit entsprechender Folge (wrtl. Preis) für irgendwelche Art von Gewalt." Machen Sie etwa Witze? Was hat "du sollst nicht töten" mit Religion zu tun? Dieser allgemein menschliche Wert existiert wahrscheinlich in allen Kulturen...“, so die Aussage eines Teilnehmers des Forums.

63. „In diesem Fall ist der gesamte Kommentar zu meiner Aussage, entschuldigen Sie, völlig unangebracht, weil er keine ganzheitlichen Schlussfolgerungen beinhaltet, aus welchen klar werden könnte, warum der Autor des Kommentars nicht zustimmt.

64. Warum hält der Autor des Kommentars es für logisch, althergebrachte allgemein menschliche Werte von der Religiosität zu trennen?

65. Gesetzt den Fall, Religiosität wird durch Glauben an gewisse mystische Kräfte und Bilder definiert, so denke ich, ist es nichts Neues, dass ausschließlich die gesamte Menschheit des Altertums religiös war.

66. Wenn man in Gedanken die Gesellschaft in die Religiösen und die Anderen aufgeteilt hat und die Religiösen dafür verurteilt, dass es unter ihnen (sie sind doch nicht alle so!), grob gesagt, Halunken gab und gibt, sagen Sie dann etwa, dass in dem anderen Teil, zu dem Sie sich zählen, solche Halunken nicht vorkommen?

67. Vielmehr bin ich sicher, dass man nicht weise sein muss, um zu erkennen, dass heutzutage die überwiegende Zahl ungezügelter Grausamkeiten Menschen gegenüber gerade von denjenigen verübt werden, die nicht an die Existenz Gottes glauben.

68. Darum, meine lieben Gesprächspartner, schlage ich vor, ohne emotionale Reaktionen auf das rote Tuch des Begriffs "Religiosität" logisch und vernünftig zu denken.“

69. „Sie haben geschrieben: "Ich denke, dass den Menschen endlich klar wird, dass gerade der wahrhaftig Glaubende eben auch keine mögliche Quelle von überhaupt irgendeiner schädlichen Gefahr darstellt." Wir sind uns darüber im klaren dank der Inquisition mit ihren Scheiterhaufen...“

70. „Lasst uns versuchen, den Begriff "Gläubige" von dem Begriff zu trennen, "sich als gläubig zu bezeichnen". Glauben Sie mir, dabei handelt es sich um einen großen Unterschied. Diese zwei Begriffe unterscheiden sich angesichts der Früchte der Handlungen des Menschen. Der wahre Wert des Menschen wird dadurch bestimmt, was er sich bemüht zu tun, nicht aber dadurch, wie er sich nennt.

71. Ich habe schon versucht, zu verstehen zu geben, dass der wahrhaft Gläubige nicht nur durch Abwesenheit des Wunsches, irgendwelchen Menschen überhaupt Schaden zuzufügen, gekennzeichnet wird, sondern auch durch die Fähigkeit, sich dies nicht zu erlauben, selbst wenn dieser Wunsch sogar entsteht.

72. Natürlich gibt es sehr wenige solcher Menschen unter all jenen, die sich als gläubig bezeichnen, aber wenn man über Gläubige spricht, so wäre es geradezu auch logisch, eben diese offensichtliche Minderheit zu meinen und auf keinen Fall die anderen.

73. Ebenso, will man logisch konsequent sein, werden Sie nicht, wenn Sie eine atheistische Gesellschaft normaler Menschen meinen, ungesunde fanatische Neigungen zu Äußerungen von Gewalt zur Befriedigung eigener instinktiver und egoistischer Bedürfnisse einiger Atheisten grundsätzlich für die Norm dieser Gesellschaft halten.“

74. „Sie haben geschrieben: "Es gibt nur das Strafgesetzbuch (wrtl. Preisliste) für Kriminelle mit entsprechender Folge (wrtl. Preis) für irgendwelche Art von Gewalt." Das ist wirksamer als illusionäre christliche Gebote...“

75. „Was die Wirksamkeit betrifft, so denke ich, dass die sehr umstritten ist.

76. Lasst uns die Hauptbesonderheit betrachten, die dem allen zugrunde liegt.

77. Ein beliebiger öffentlicher Aufruf zielt ausschließlich immer darauf, vernünftig wahrgenommen zu werden.

78. Im Weiteren wage ich es, Ihnen zu versichern, dass die kennzeichnende Besonderheit einer normalen Äußerung gesunder Vernunft so eine Gegebenheit ist, wo ein normales vernünftiges Wesen, wenn es dem geäußerten Aufruf beigestimmt hat, niemals in seinen Bemühungen bewusst diesem Aufruf zuwider handeln wird. Gerade für einen vernünftigen Menschen wird niemals irgendein Maß von Einschüchterung notwendig, das die Handlungen des Menschen in Grenzen bezüglich des erwähnten Aufrufes halten soll.

79. Eben bei dem dritten, dem niedrigsten Niveau der Manifestierung des Bewusstseins, wird die Einwirkung von der Position der Angst her notwendig, um zu versuchen, dessen Tätigkeit wenigstens in irgendeiner Weise in der rechten Richtung zu halten.

80. Aber, wie Sie sehr gut wissen, ist auch diese Maßnahme für viele gar kein Allerheilmittel.

81. Daher wird vieles dadurch bestimmt, mit wem man es zu tun hat und an wen man einen Aufruf richtet: an irgendeinen vernünftigen Menschen, oder an irgendeinen anderen, an einen wirklich Gläubigen, oder sonst jemanden.“

82. „Wie viele wahrhaft Glaubende kenne ich, die mit Hass und abscheulichem Hochmut übervoll sind, die zu direktem Mord bereit sind und dazu aufrufen...“

83. „Diesbezüglich habe ich schon erklärt, dass es völlig unrichtig ist, solche Menschen als "wahrhaft Gläubige" zu bezeichnen, wenn in der Glaubenslehre selbst direkte Aufrufe zu Mord wirklich nicht enthalten sind.

84. Stellen Sie sich dieselbe Logik der Schlussfolgerungen vonseiten derer vor, die sich als Gläubige bezeichnen. In diesem Fall wäre es für sie völlig logisch, alle Atheisten gemäß ihrer Logik als Mörder wahrzunehmen, weil sie sicherlich nicht wenige Atheisten persönlich kennen, die nicht nur zu Mord aufgerufen, sondern ihn auch vollzogen haben.

85. Logik ist dann vernünftig, wenn sie auf beide miteinander streitende Seiten gleichermaßen anzuwenden ist.“

86. „Dem Gefasel orthodoxer Vermittler höchsten Ranges (wrtl. Macht, Kraft) Gehör verleihen und entsprechende Literatur lesen... Das alles zusammen ist in 99% der Fälle bewusste LÜGE, Selbstbetrug und freche Manipulation, Gerissenheit und das Rechnen mit Vorteilen.“

87. „Ich stimme zu, dass es in vielem wirklich List und Berechnung des Vorteils wegen gibt. Solche Erscheinungen zu vermeiden, war grundsätzlich nicht möglich.

88. Aber schaut, zu welcher Periode des Altertums jene oder andere sozusagen Göttliche Offenbarungen erschienen sind.

89. Für mich sind alle Heiligen Schriften, die heutzutage aus der Zeit des Altertums erhalten geblieben sind, eine eigenartige Fibel für den "Kindergarten" derjenigen, die anfangen, erste Schritte bei der Suche des echten Göttlichen blind zu vollziehen.

90. Und wie sieht einer dann aus, der, während er seine Augenbrauen zusammenzieht, versucht, mit klugem Gesichtsausdruck und auf ausgesprochen ernsthafte Weise solch "kindliche" Fibel zu kritisieren?

91. Die Wahrheit, die seinerzeit unter völlig natürlichen Umständen in äußerst primitiver Form dargestellt wurde, hat man während des langen Zeitraumes mit anormalen Deutungen sehr beschmutzt. Und nun finden in Wirklichkeit all die Streitigkeiten meistens eben bezogen auf das seitens des Menschen Ersonnene statt, nicht aber bezogen auf die Wahrheit selbst.“

92. „Ich bin beinahe einverstanden. "Man hat... die Wahrheit beschmutzt", aber weiterhin prophezeien die Gläubigen, ohne diese prinzipielle Gegebenheit zu berücksichtigen, mit Begeisterung all die ewige Qual in der Hölle und die Strafe Gottes...“

9. „Verhalten Sie sich gegenüber der von Ihnen erwähnten Situation weise. Die Schlussfolgerungen der Ihnen bekannten Leute sind althergebrachte falsche Stereotypen.

94. Denn die Wahrheit selbst kann sich nicht verändern, zusammen einhergehend mit der Veränderung und Primitivität der Vorstellungen der Menschen. Sie ist unveränderlich und ewig. Und wenn jemand Sie bisher noch falsch versteht, so wird unvermeidlich die Zeit kommen, wo dieses Verständnis richtig gestellt wird.

95. Ist es von jemandem vernünftig, auf falsche Deutungen von irgendwem hin impulsiv zu reagieren, wenn er doch selbst auch durchaus ähnlichen falschen Vorstellungen verhaftet sein kann?“

96. „Ihr Jesus begann auch mit Diebstahl“, nahm jemand unter den atheistisch eingestellten Teilnehmern des Forums eine Abzweigung in der Diskussion vor, indem er sich auf Verse aus dem Evangelium nach Lukas (Kap.19, V. 29-35) stützte: "Und es geschah, als man sich Betfage und Betanien näherte, gegen den Berg hin, der Ölberg genannt wird, sandte Er zwei Seiner Jünger voraus

97. und sprach: Geht hin in das Dorf, das vor uns liegt, und wenn ihr hineinkommt, so werdet ihr einen jungen Esel darin angebunden finden, auf dem kein Mensch je gesessen hat; bindet ihn los und führt ihn her!

98. Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr ihn los? Sprecht so zu ihm: Der Herr braucht ihn.

99. Und die Abgesandten gingen hin und fanden alles so, wie Er ihnen gesagt hatte.

100. Als sie aber den jungen Esel losbanden, sprachen dessen Besitzer zu ihnen: Warum bindet ihr den Esel los?

101. Sie aber sprachen: Der Herr braucht ihn.

102. Und sie führten ihn zu Jesus, und sie warfen ihre Kleider auf den Esel und setzten Jesus darauf."

103. Im Weiteren wurden seitens noch einiger Teilnehmer deren bisweilen unlogische und sarkastische Reflexionen über dieses Thema angeboten.

104. Hier der Kommentar des Lehrers: „Liebe Freunde, seien Sie barmherzig! Warum auch immer, so haben sich meine Überlegungen wegen des Überflusses an logischen Schlussfolgerungen heiß gelaufen.

105. Ich kann nicht verstehen, was sich meinen Augen da gezeigt hat?

106. Meine Internet-Erfahrung ist durchaus nicht groß. Und im Laufe dieser kurzen Zeit habe ich mich in einigen Foren unterschiedlichen Inhaltes bewegt, aber ich sage Ihnen, so eine Unduldsamkeit und solch einen Sarkasmus habe ich noch nicht angetroffen.

107. Warum regen Sie sich denn so auf? Vielleicht verstehe ich irgendwie den Begriff "Atheismus" ganz falsch? Klären Sie einen Unwissenden auf!

108. Nach meinem Verständnis wurde "Atheismus" kennzeichnend einer denkenden Gruppe von Menschen zugeordnet, die nicht nur nicht mit religiösen Deutungen der Wahrheit der menschlichen Entwicklung einverstanden ist, sondern auch versucht, diese Wahrheit irgendwie anders mit dem Zweck zu überdenken, das neue, fortschrittliche Verständnis des Lebenszieles zu finden.

109. Aber auf diesem Forum wird mir deutlich das Bild eines Klubs aufgezwungen, wo alle diejenigen zusammenkommen, die inbrünstig danach dürsten, alles zu beschimpfen, was mindestens irgendeinen Bezug zur Religiosität hat, ohne absolut jegliche Sorge weder um Logik der Überlegungen, noch um Vernunft überhaupt.

110. Es kann sein, dass meine Aussagen sehr scharf aussehen, wofür ich Sie bitte, mich zu entschuldigen, aber ich bin bereit, meine Gedanken argumentativ bezüglich der Fakten unserer Kommunikation zu behandeln.

111. Glauben Sie mir, ich sage dies ausschließlich aus dem Wunsch heraus, dass unsere Kommunikation interessant und lehrreich wird. Ansonsten wird das als leere Rederei und ungesunde Gehässigkeit aussehen.

112. Eine normale, vernünftige Ansicht, die wirklich fähig ist, mit zusätzlicher Weisheit auf gesunde Weise zu bereichern, kann nur ausschließlich in einem Fall möglich sein: wenn der Denkende, während er den Gegenstand, worüber er nachdenkt, berührt, unbedingt die Wahrscheinlichkeit zulässt, dass das, was er berührt, Wahrheit beinhaltet.

113. Wenn aber der Denkende, während er andere Überlegungen von irgendwem berührt, diese eindeutig auffasst als solche, die keine Wahrheit beinhalten, so ist das schon eine Erscheinung von Voreingenommenheit.

114. Alle religiös Gläubigen nehmen in der Regel auch all die Gedanken, die sich von den von Ihnen angenommenen kanonischen Deutungen unterscheiden, mit solchen Besonderheiten von Voreingenommenheit auf.

115. Voreingenommenheit wird vor allem durch markante Unduldsamkeit und unbegründete Empörung gekennzeichnet. Ist es nicht das, was im Forum zu beobachten ist? Los, lasst es uns auf andere Weise versuchen.

116. Um nicht unbegründete Behauptungen aufzustellen, erlauben Sie mir, nur einige dort vorgekommene Umstände zu berühren.

117. Wer kann mir zum Beispiel wie einem Unwissenden gegenüber mit Argumenten erklären, worin die Logik und Vernunft bestehen, die sich bei der aktiven Verurteilung von Jesus zeigen, wenn man sich eine Vorstellung über Seine Handlungen nur aus erhalten gebliebenen Beschreibungen machen kann, an deren Texte die Verurteilenden selber überhaupt nicht glauben?

118. Ein weiteres Beispiel: "Der Diebstahl findet tatsächlich ohne Wissen der Besitzer statt. Und die Plünderung und der offene Raubüberfall. Anscheinend nennt man das – die Besitzer haben das gutgeheißen." (aus dem Kommentar eines Teilnehmers).

119. Eine sehr seltsame Schlussfolgerung für meine Begriffe.

120. Und wenn, nachdem die Männer das Fohlen genommen hatten, erwähnt haben, wofür man es brauchen würde, und die Besitzer des Fohlens haben vor Freude gejubelt über so eine Ehre für ihre Familie, ist es dann nach wie vor ein Raubüberfall vonseiten der Männer, die das Tier genommen hatten?

121. Warum man sich (wenn das überhaupt logisch zu erklären ist) an diesem oben angeführten Beispiel mit der nicht vollständig genau erwähnten Situation unbedingt gerade mit einem Sich-Ausdenken einer negativen Entwicklung dieses Ereignisses aufhalten soll?

122. Denn in den angeführten Textauszügen ist die endgültige Reaktion der Besitzer des Fohlens nicht erwähnt, und eben nur dadurch auch könnte man endgültig vernünftig auf den Charakter der Situation schließen.

123. Wenn in Bezug auf irgendeine strittige Situation sich mindestens zwei Gedanken dem Sinn nach unterscheiden, aber gleichermaßen unbeweisbar real mögliche Argumente anzuführen sind, so ist es vernünftig, sie als gleichwertig anzunehmen. Ansonsten wird sofort eindeutig Voreingenommenheit auf den Plan gerufen. Und dann kann man nicht von Vernunft reden.

124. Eine Komplikation beim Führen eines Austausches mit Schlussfolgerungen besteht noch darin, dass ein Gesprächspartner, während er die Aussagen des anderen überhaupt nicht verstanden hat, mit Heftigkeit kritisch darauf zu reagieren beginnt, wobei er selbst mit seinen Unterstellungen sozusagen Erdachtes des anderen Gesprächspartners auch ausdenkt.

125. Wenn jemand beispielsweise meine Aussage durcheinanderbringt, so wäre es vernünftig, bevor man emotional Kritik äußert, wie das in der Regel Frauen tun, zunächst zu präzisieren, ob sie das richtig verstanden haben, was ich in irgendeinem Fall gemeint habe. Und nur nach meiner Bestätigung wäre es angebracht, von Ihrer Seite her das Ihre zu äußern, wodurch es für mich wirklich interessant wäre zu erfahren: Und warum gerade sehen Sie es anders?

126. Und wenn in einer ähnlichen Situation die präzisierenden Nachfragen nicht gestellt werden, so ist es als durchaus logisch einzuschätzen, dass demjenigen, der Kritik an Aussagen von irgendwem äußert, die Wahrhaftigkeit der Situation absolut nicht interessiert. Er hat einfach das gewöhnliche, voreingenommene Interesse, aus dem, was er berührt hat, eben das Gewünschte zu entnehmen.

127. Aber dann muss man unvermeidlich wiederum die Vernunft vergessen.

128. Liebe Gesprächspartner, ich bitte Sie herzlich, verstehen Sie bei diesen meinen Erklärungen nicht einen Drang danach, Sie zu verwirren. Ich wiederhole noch einmal, dass ich nur, so scheint mir, freundschaftlich den Verlauf unserer Aussagen etwas in eine fruchtbare Richtung lenken möchte.

129. Ich wünsche Ihnen Frieden und Glück!

130. Lieben Sie einander, und der Kopf wird unbedingt genesen!“

131. „Geehrter Gesprächspartner, was haben Sie gemeint, als Sie in Ihre Aussage den folgenden Text eingefügt haben: "Zum Beispiel gibt es in der christlichen Glaubenslehre zumindest den offensichtlich ausgedrückten Aufruf 'du sollst nicht töten', und in der übrigen nichtreligiösen Gesellschaft gibt es überhaupt nirgends ein Verbot darüber. Es gibt nur das Strafgesetzbuch (wrtl. Preisliste) für Kriminelle mit entsprechender Konsequenz (wrtl. Preis) nach irgendeiner Art von Gewalt"?“

132. „Lieber Freund, als ich an alle meine Gesprächspartner eine ausführliche Schlussfolgerung geschrieben habe, die Sie anscheinend schon vorgefunden haben, konnte ich nicht sehen, dass Sie eben eine präzisierende notwendige Frage gestellt haben.

133. Ich gebe eine einfache Erklärung.

134. Vor allem erinnere ich Sie daran, dass in dem Zitat nur ein Teil der allgemeinen Überlegung angeführt ist, wodurch auch eine Fehleinschätzung entsteht.

135. Ich habe nur den Unterschied in der Herangehensweise erwähnt, wenn etwas nur auf dem Papier steht. Der Aufruf darüber, sich gegenseitig nicht zu töten und gegenüber denen wohlgesonnen zu sein, die euch verfolgen und verfluchen, ist bei Weitem interessanter, als einfach das Erwähnen von Strafmaßnahmen bei Vergehen.

136. In diesem Fall ist es absolut unwichtig, von wem die ersten Aufrufe über die Unzulässigkeit von Mord stammen und welche psychologischen Faktoren dem Wunsch zugrunde liegen, nicht zu töten.

137. Das, was in dem angeführten Zitat ausgedrückt wurde, war kein Hauptgedanke. Und das ist alles.“

138. „So doch auch die Qualen in der Hölle (die in der Religion in Betracht gezogen werden), die auf Wunsch auch als Strafliste (wrtl. Preisliste) betrachtet werden können.“

139. „Richtig, in bestimmtem Maße trifft dies auch teilweise auf die eigenartige Preisliste zu.

140. Das Rechnen mit der Angst bei dem Versuch, die Menschen zu überzeugen, Ungutes nicht zu tun, spielte in den alten Zeiten eine nicht geringe Rolle und ist ein markantes Kennzeichen der Primitivität des Bewusstseinszustandes des Menschen. So vonseiten derjenigen, die einzuschüchtern versuchen, als auch seitens derjenigen, die mittels dieser Einschüchterung, wenn auch nicht viel, aber trotzdem von unguten Handlungen wirklich abgehalten werden können.“

141. „Ich lenke meine Aufmerksamkeit hierauf. Anfangs hatte der Bauer einen jungen Esel und ein nicht leichtes Leben. Dann kam der Herr, der Allmächtige, sozusagen zu Hilfe. Aber danach war das Leben auch weiterhin nicht leicht, doch es gab kein Fohlen mehr. Hier entsteht nun die Assoziation: Das war nicht der Allmächtige Gott – da war das Fohlen, der Allmächtige kam – das Fohlen war weg!“

142. „Bei dem Mangel an bestimmten Ausführungen, die nicht erwähnt werden, wie wir schon festgestellt hatten, kann man natürlich eine ziemlich reichliche Menge an Interpretationen (wrtl. Ausgedachtes) mit unterschiedlichen Vorzeichen (Plus oder Minus) anführen. Aber unabhängig von der Vielfalt der angeführten erdachten Bilder betrifft die Hauptsache die eigentliche seelische Reaktion des erwähnten Besitzers des Fohlens. Denn seine Zustimmung zur Handlung bezüglich seines Eigentums kann entweder erzwungen oder wirklich mit Begeisterung aufgenommen worden sein.

143. Darum, wenn bei einem Ereignis zwei dem Sinn nach gegensätzliche Schlussfolgerungen in Bezug auf einstmals in der Vergangenheit vorgekommener Geschehnisse möglich sind, so wird auch ausschließlich, abhängig von den inneren Eigenschaften des Menschen, der diese Geschehnisse überdenkt, eine entsprechende Neigung zu einer der beiden dem Sinn nach entgegengesetzten Schlussfolgerungen vorhanden sein.

144. Und die Eigenschaften des Menschen nehmen charakteristischerweise zum überwiegenden Teil entweder den Ausgangspunkt des Verurteilenden oder den des Beschuldigten ein.

145. Um so mehr ich davon ausgehe, dass seelische Fülle und Befriedigung unermesslich viel mehr zählen als materielle Werte.“

146. „Und ich lenke Ihre Aufmerksamkeit auf die eine konkrete Tatsache: Als Gott nicht da war – gab es das Fohlen, als Gott kam – gab es kein Fohlen mehr.“

147. „Eine seltsame Sicht auf die Fakten. Und Sie haben nicht daran gedacht, dass ausschließlich alle Ereignisse unbedingt immer Folgen haben.

148. Mehr als die genaueste Einschätzung des einen oder anderen Ereignisses kann nur die objektive Einschätzung der Folgen selbst sein, wo, ich sehe es als notwendig an, dies zu betonen, unter Folgen nicht das gemeint ist, was unmittelbar während des eigentlichen Ereignisses festzustellen ist, sondern das, was sich mit der Zeit als eine spätere Variante ereignen wird.

149. Lassen Sie mich noch eine konstruktive Bemerkung anführen.

150. Das, was zu dieser Zeit unter dem Namen Heilige Schrift des Neuen Testaments erhalten geblieben ist, ist keine dokumentarisch genaue Beschreibung jeden Tages, der zu jener Zeit der Begebenheit vor sich ging. Sie wurde nach einem langen Zeitraum von inbrünstig Glaubenden für ebensolche Gläubige und die ihnen Nahestehenden geschrieben. Darum haben alle Beschreibungen äußerst begrenzten Charakter, ohne die Absicht, im Nachhinein mittels ihrer Logik Kritiker eindeutig zu bezwingen.

151. Daher sehe ich es überhaupt nicht als richtig an, alle festgehaltenen Aussagen und Beschreibungen in den Texten derartig nörglerisch und zudem eindeutig einer Analyse zu unterziehen, eine Schrift, die besser, bildlich ausgedrückt, Fibel für Anfänger genannt würde, um ernsthaft bestehende Gesetze der geistigen Entwicklung (möglicherweise sogar in vielem falsch) zu begreifen. Denn diese Gesetze existieren unabhängig davon, wie sie die Menschen selbst verstehen.

152. Im Weiteren sehe ich Ihr ironisches Benutzen der Begriffe, die ausschließlich falsche Vorstellungen des Menschen sind: "Und ist er wirklich der Allmächtige? Könnte doch für sich ein Transportmittel zaubern. Oh, diese göttliche Nachlässigkeit..."

153. Derjenige, den man später Jesus zu nennen begann, hielt sich niemals für Gott, und natürlich ist Er es nicht!

154. In dem, was in dem Zitat angeführt wird und weiter im selben Kommentar, entschuldigen Sie meine Schärfe, sehe ich ungefähr dieselbe Primitivität der Vorstellung über Gott, wie sie bislang noch bei traditionell Gläubigen vorkommt.

155. Ist es etwa zulässig, gestützt auf völlig falsche Vorstellungen, das Sujet, das Sie vorher angeführt haben, vernünftig einzuschätzen?“

156. „Sagen Sie, gefällt es Ihnen, wenn Menschen ihr ganzes Vermögen an Sekten abgeben? Sie tun dies doch aus freien Stücken und sogar mit Freude.“

157. „Mit Meinungen darüber muss man aufmerksam sein und urteilen, indem man sich streng auf gut bekannte Tatsachen stützt.

158. In diesen Verhältnissen kann durchaus nicht nur Negatives, sondern auch Positives enthalten sein.“

159. „Also, Sie teilen zwei Arten von Menschen ein: diejenigen, die aufrufen - nun, das sind bestimmt die Christen und in diejenigen, die aufgerufen werden - nun, das sind die Ungläubigen. So etwa?“

160. „Nein-nein, das so zu betrachten, ist überhaupt falsch.

161. Alles, was damit gemeint ist, ist, es einfach richtiger zu betrachten: Es gibt die guten Taten und solche, die vollkommen vom Eigennutz, d.h. vom egoistischen Vorteil abhängen.

162. Mit Aufrufen soll man überhaupt äußerst zurückhaltend sein, aber erwähnen, dass es sich um eine gute, wohlbringende Tat handelt, kann jedermann, unabhängig von der Zugehörigkeit zu irgendeiner Ideologie.

163. Nur wäre es gut, daran zu denken, dass das Hervorheben solcher Art vor allem durch das eigene Vorbild am effektivsten ist.“

164. „Na, und wie? Folglich sehen Sie das Positive darin, dass Sekten den Menschen ihr ganzes Vermögen wegnehmen? Danke, dass Sie das ehrlich zugegeben haben.“

165. „Eine s.e.e.ehr seltsame Schlussfolgerung!

166. Erlauben Sie anzumerken, dass der Charakter Ihres Rückschlusses ausschließlich übereinstimmt mit der Logik der Behauptung der "Orthodoxen". Ich denke, dass Sie mit Freuden ihnen die Hand drücken würden wie einem Gleichgesinnten im Kampf gegen andersdenkende Konkurrenten.

167. Und kennen Sie wirklich alle Tatsachen auf diesem Gebiet, oder sind Ihre Kenntnisse auf Massenmedien beschränkt?

168. Bei solchen Rückschlüssen wäre es wirklich vernünftig, sich auf die Forschung außenstehender Beobachter in Bezug darauf, was Sie erwähnt haben, zu stützen.

169. Und wie soll man damit umgehen, dass ich zum Beispiel gegenüber dem, was Sie als negative Qualität anmerken, glaubwürdig dem Sinn nach gerade entgegengesetzte reale Fakten kenne.

170. Ich sage das nicht über alle erschienenen Bewegungen in der geistigen Orientierung, aber das ist auch nicht wichtig. In diesem Fall genügt es, dass so eine Tatsache existiert, und somit wird auch die Vermutung mit Ihrer eindeutig negativen Einschätzung völlig hinfällig.“

171. „In Ihren Ansichten haben Sie kein einziges Mal die Religion erwähnt. Folglich sind Sie in Wirklichkeit damit einverstanden, dass die Religion nicht grundsätzlich die Quelle von Friedensliebe ist.“

172. „Ich meine, dass Sie den Begriff "Religion" nicht so stark befürchten sollten. Natürlich sind im Laufe der Geschichte der Existenz der menschlichen Gesellschaft nicht wenige anormale Extreme vorgekommen, aber in Wirklichkeit ist hinter diesem Begriff dasjenige verborgen, wozu es dem menschlichen Bewusstsein erst noch bevorsteht, heranzureifen.

173. Alles, was in der menschlichen Gesellschaft in Verbindung mit dem Begriff "Religion" schon erschienen ist, wäre richtiger zu verstehen als die kindlichen, naiven Schritte bei dem Versuch, die Aufmerksamkeit ernsthaft auf Fragen der geistigen Entwicklung zu lenken.

174. Aber ich versichere Ihnen, dass es noch bevorsteht, all dies von der bei weitem richtigeren Seite aus zu betrachten.

175. Ich wünsche Ihnen Frieden und Glück!“

176. Hier noch eines der Themen, das auf diesem Forum zur Besprechung und sogar zur Abstimmung vorgeschlagen wurde: Erweist sich die Eucharistie als Kannibalismus?

177. Mit Ja und Nein wurde unter den Teilnehmern der Diskussion gleichermaßen abgestimmt.

178. Hier das Zitat aus dem Neuen Testament (Evangelium des Johannes, Kap.6, Vers 51-56), auf dessen Basis diese Diskussion aufgebaut wurde:

179. „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; wenn jemand von diesem Brot isst, wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das Ich geben werde, ist Mein Fleisch für das Leben der Welt.

180. Die Juden stritten nun untereinander und sagten: Wie kann Dieser uns Sein Fleisch zu essen geben?

181. Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und Sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst.

182. Wer Mein Fleisch isst und Mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und Ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.

183. Denn Mein Fleisch ist wahre Speise, und Mein Blut ist wahrer Trank.

184. Wer Mein Fleisch isst und Mein Blut trinkt, bleibt in Mir und Ich in ihm.“

185. „Und was ist diese Eucharistie? Das hochgeistige Vertilgen von Gott, dem Herrn?“ – war einer der typischen Kommentare zum vorgeschlagenen Thema.

186. „Ich würde sehr gern versuchen, an Ihrer Diskussion bezüglich des ursprünglich eingegebenen Themas teilzunehmen, aber Sie beteiligen sich daran in einer Weise (!), dass es mir scheint, dass ich besser meine drei Kopeken (Internet-Gebühr, Anm. d. Übers.) geradezu auf den Amboss lege.

187. Aber ich versuche es trotzdem. Obwohl ich die zum Thema gestellte Frage von einer ein wenig anderen Seite her behandeln werde, wodurch ich wahrscheinlich schon von zwei Seiten her Empörung hervorrufen werde.

188. Bisher ist beim Analysieren der Kommunikation der traditionell Gläubigen und Atheisten bei mir nur ein Rückschluss entstanden, dass sowohl die einen als auch die anderen dasselbe psychologische Prinzip anwenden. Wobei diese als auch jene berechtigterweise als Fanatiker zu bezeichnen sind, im positiven wie im negativen Sinne.

189. Sehen Sie selbst, jede der beiden Seiten verhält sich gegenüber der gewissen bestehenden Wahrheit ausschließlich von einer Seite der zwei gegenüberliegenden Extreme her, indem Sie versuchen, grundsätzlich Unbeweisbares zu behaupten.

190. Diese als auch die anderen sind mutig und logisch als eben Glaubende zu bezeichnen. Nur mit in der Bedeutung entgegengesetztem Unterschied. Die einen glauben an die Existenz, und die anderen glauben nicht an die Existenz.

191. Diese kämpfen gegen Teufelei, jene – gegen Obskurantismus (feindliche Haltung gegenüber jeglicher Art von Aufklärung, Anm. d. Übers.).

192. Argumente werden in etwa gleicher Qualität angeführt.

193. Die Diskussion zwischen zwei solchen Seiten kann nur in einem Fall fruchtbar und interessant sein: Wenn jede der beiden es zulässt, dass in der Aussage des Opponenten durchaus Wahrheit enthalten sein kann. Nur bei Erfüllung dieser Bedingung kann das erwähnte Thema günstig und weitreichend begriffen werden.

194. Wenn aber diese Bedingung nicht erfüllt wird, oh weh, so erscheint in der Diskussion völlig Absurdes mit vielen Beleidigungen.

195. Ich denke, dass es absolut unklug ist, auf diesem Forum irgendwie zu versuchen, den eigenen Glauben an etwas oder den Unglauben an dasselbe beweisen zu wollen.

196. Wir haben nur die Möglichkeit zu versuchen, anderen mitzuteilen, was wir meinen (wrtl. haben), und wenn grundsätzlich die Möglichkeit besteht, so auch zu versuchen, anhand der Vorschläge mittels zusätzlicher, präzisierender Fragen logisch nachzudenken.

197. Lasst uns versuchen, negative Ausdrücke zu vermeiden, die absolut keinen lehrreichen Sinngehalt haben, außer den psychischen Zustand des Teilnehmers aufzuzeigen.

198. Wie ich vorher schon erwähnt habe, wird meine Behandlung der zum Thema aufgestellten Frage nicht einfach nur anders sein, als dies hier schon geschehen ist, sondern auch, milde ausgedrückt, ungewöhnlich. Aber ich denke, Sie stimmen zu, dass all die umstrittenen Themen, die auf dieser Webseite von den sich als gläubig Bezeichnenden, als auch von den Atheisten berührt werden, sich vom Charakter her eben auf Ungewöhnliches beziehen.

199. Und so möchte ich vor allem sagen, dass es falsch ist, die sogenannte Eucharistie für Kannibalismus zu halten. Und wenn es nur aus dem einen Grund ist, dass ein unmittelbares Verspeisen eines Teilchens des menschlichen Körpers nicht vollzogen wird.

200. Gleichzeitig stimme ich völlig damit überein, dass in dem angeführten Auszug aus dem Neuen Testament bei der Beschreibung des Heiligen Abendmahls im Text einige Aussagen enthalten sind, die einen Menschen durchaus dahin bringen können, in seinem Bewusstsein ein eigenartiges Bild zu erschaffen, das wirklich mit einer für den Menschen unzulässigen Handlung verbunden ist.

201. Aber!!! Es geht darum, dass es in Wirklichkeit gerade solche Formulierungen nicht gegeben hat!

202. Sie wissen doch alle sehr gut, dass diese Texte nicht unmittelbar in dem Zeitabschnitt irgendwelcher konkreten Ereignissen geschrieben wurden. Solche Beschreibungen fingen erst nach vielen (!!!) Jahren an, sich herauszubilden. Daher auch viele Ungereimtheiten und fehlende Aussagen. Aber so sollte es auch sein.

203. Während jener denkwürdigen Nacht zog der Lehrer eine Parallele zwischen dem Wesen des Wortes Gottes, das Er in Sich trägt und dem, was noch im menschlichen Leben als Hauptsache angesehen werden konnte.

204. Als am ehesten gelungen wurde das Bild gesehen, das mit dem Leib und mit dem Blut verbunden war, denn sie verkörperten die Grundlage des Lebens auf der Erde.

205. Ich denke, dass Ihnen allen eine gewisse Besonderheit der Belehrungen aus dem Neuen Testament bekannt ist. Sie wurden nicht selten in einer sehr kurzen und bildhaften Form gegeben, was sogar von den Jüngern selbst bei weitem nicht immer richtig gedeutet wurde.

206. So auch an dem Abend, als sie sich niederließen und die Speisen aufgeteilt wurden, und der Lehrer erwähnte, dass Er mit ihnen (den Schülern) zum letzten Mal das Essen teilen möchte, dass sie verstehen, was die Speise sei, und danach fügte Er hinzu: „Dies ist mein Blut, dies ist mein Fleisch“. Wonach Er hinzufügte, dass dieses Sakrament bis in Ewigkeit mit ihnen sein würde.

207. Das ist im Grunde genommen auch alles, was zu diesem Thema gesagt wurde.

208. All die anderen Entstellungen und falsch erdachten Gedankenbilder sind auf ganz natürliche Weise nach sehr vielen Jahren entstanden. Aber die Entstellungen sind nicht mit böser Absicht entstanden, sondern aufgrund des aufrichtigen Wunsches, alles bestmöglichst richtig zu machen.

209. Und Sie kennen bestimmt sehr gut die einfache, doch ziemlich interessante Volksweisheit: „Man wollte es möglichst besser machen, aber es ist wie immer geworden“.

210. Meine Freunde, ich verstehe sehr gut, dass es praktisch unmöglich ist, über dieses Thema vernünftig zu diskutieren. Darum wollte ich nur nahelegen, ob es sich wirklich lohnt, so gründlich das, was einst geschah, zu kritisieren, wo diese oder jene Genauigkeit dieses Ereignisses niemand mit Beweisen bestätigen oder widerlegen kann?...“

211. „Liebet einander und der Kopf wird unbedingt genesen!“ – mit diesem Refrain endete die Teilnahme des Lehrers an dieser Diskussion.


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