Vadim 17

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  Kapitel 15  

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Einmischen, wenn Betrug vonstattet geht? ~ Weggehen, wenn das Baby weint? ~ Die Familie wird nur dann nicht zerfallen, wenn es Bemühungen gibt, richtig zu handeln. ~ Es gibt kein gleiches Verhalten bei allen gegenüber allen. ~ Ist es günstig, das Geld abzulehnen, das der Ex-Mann schickt? ~ Den Sohn des Hauses verweisen, wenn er zuhause nicht mitarbeitet? ~ Es kann nur einen Ältesten im Haus geben. ~ Wer hat das letzte Wort - die Naturfamilie oder die Einige Familie? ~ Als Geld für die Werkstatt nicht ankam ~ Einen Arzt hinzuziehen entgegen des Willens des Kranken ~ Wenn der Wunsch nach Intimität verschwindet aufgrund einer anderen Frau ~ Soll ein Kind selbst entscheiden bei wem es ist? ~ Soll man nicht versuchen, das Kind vor "der Welt" zu schützen? ~ Eifersucht: Geht dem Feuer nicht entgegen. ~ Die Eigenschaften eines Dienenden einzuschätzen, ohne ein Dienender zu sein, ist nicht vernünftig. ~ Als Frau an der Männerversammlung teilnehmen, um den Mann zu unterstützen?


1. Hier die Auszüge vom Treffen mit dem Lehrer nach der Verschmelzung am siebenundzwanzigsten Mai.

2. „Wäre es richtig, wenn meine Frau und ich uns nicht in die Beziehung unserer Tochter mit einem verheirateten Mann einmischen (sie zum Beispiel zusammen übernachten lassen, wenn er zu Besuch kommt), wenn die Frau dieses Mannes schwanger ist, und unsere Tochter ebenfalls von ihm schwanger ist? Sie sind alle nicht gläubig. Die Frau dieses Mannes weiß nichts von seiner Beziehung.“

3. „Nun, hier ist es besser, sich einzumischen. Hier ist es besser, so etwas nicht zu gestatten und direkt zu sagen: Wenn er sich weiterhin so verhält, so müsst ihr anstelle von ihm seine Frau über die Situation informieren, denn Betrug soll nicht sein.“

4. „Lehrer, kann ich, wenn das Kind im Haus bleibt, in den Garten gehen, wenn es nicht weint, und alle fünfzehn Minuten reingehen und nachschauen. Es kommt vor, dass ich reinschaue und sie sehr laut weint, sie kann fünfzehn Minuten lang durchweinen. Schadet es nicht dem Kind, wenn es so lange weint? Oder ist es besser, wenn das Kind immer bei mir ist?“

5. „Nun, Mir täte es natürlich leid. Ich würde jede Minute hin und her laufen. Daher euch hier irgendeine geistige Wahrheit mitzuteilen... Hier ist sie nicht so eindeutig anzubringen.

6. Alles hängt von euch ab, davon, wie das Kind selbst die es umgebende Realität wahrnimmt. Vielleicht ist es einfach launisch, dann ist es nützlich.“

7. „Und wenn das Kind einen Monat und eine Woche alt ist, was dann? Es ist ganz klein. Ob es Launen sind, ist noch nicht zu klären.“

8. „Ich habe schon gesagt: Ich würde jede Minute laufen, um nachzusehen. Oder würde etwas erfinden, es auf dem Rücken oder woanders festbinden.“

9. „Bei mir kommen irgendwelche falschen Handlungen vor, wo meine Frau auf diese Handlungen reagiert und sich ihre Stimmung ändert. Wir reden über dieses Thema, besprechen es, ich bitte um Entschuldigung und bemühe mich, es so nicht mehr zu tun. Nach diesem Gespräch sage ich, dass es mich mehr beunruhigt, wie solch eine Stimmung meiner Frau zu ändern ist. Handelt es sich um einen Hinweis von mir, oder um meine Forderung gegenüber meiner Frau?“

10. „Wenn du über deine Beunruhigung sprichst?“

11. „Ja, ja.“

12. „Das ist normal. Solche Worte, die du jetzt gesagt hast, sind normal. Sie sind weder eine Forderung, noch ein Hinweis.“

13. „Im Inneren entsteht eine Unruhe dadurch, wie sie reagiert. Ich sage, dass man sich dazu einfacher verhalten muss. Mich beunruhigt der Moment, wenn ihre Stimmung sich ändert.“

14. „Nun ja, die Unruhe, weil dann kein klares Geschehen vorliegt... Unerwartet kann eine Missstimmung da entstehen, wo sie eigentlich prinzipiell nicht sein sollte. Und dies fängt an, einen wirklich zu beunruhigen. Für einen Mann ist eine gewisse Klarheit nicht unwichtig.

15. „Um im Inneren Sicherheit in irgendeiner Situation zu haben, wäre es gut, wenn diese Situation nicht entstehen würde (wo die Stimmung meiner Frau umschlägt), weil bei mir Unruhe entsteht. Ich habe ihr gegenüber von diesem Moment gesprochen.“

16. „Es wäre gut, wenn Frieden im Haus wäre. Natürlich, das wäre gut. Daher ist es eine Sache, wenn ein Mensch versucht, sich darüber klar zu werden und sich bemüht, richtig zu handeln... Vielleicht wird es ihr nicht sofort gelingen, aber wenn sie versucht, sich richtig darüber klar zu werden, so beruhigt das auch und macht die Situation beruhigter. Du verstehst, dass sich der Mensch in diesem Fall Mühe gibt, und es anfängt, ihm wirklich allmählich zu gelingen. Dann verhältst du dich dem gegenüber geduldiger.

17. Eine andere Sache ist es, wenn keine Bemühungen zu sehen sind, die offensichtlich in Erscheinung treten, unabhängig vom Motiv, wenn der Mensch sagt: "Und ich möchte es richtig machen."

18. Jetzt berühren wir dieses nicht geringe, gewichtige Moment. Denn die Handlung selbst soll diesen Wunsch zeigen. Eben anhand der Handlung ist sehr leicht zu bestimmen, ob ein Mensch das in Wirklichkeit will, oder ob er darüber einfach redet und sonst nichts.

19. Und wenn mit Handlungen der Wunsch, es richtig zu machen, nicht einhergeht, die Bemühung, es richtig zu machen, nicht in Erscheinung tritt - so wird dies schon beunruhigen. Die Beunruhigung ist angemessen, weil sich in diesem Fall die Komplikationen nur vergrößern werden, sie werden zunehmen.“

20. „Das war damit verbunden, dass es schwieriger wurde, und sich ihre Stimmung stärker veränderte. Meine Frau hat gesagt, dass sie versteht, dass sie sieht, was mit ihr vor sich geht.“

21. „Und weiter – bemüht euch, darüber nachzudenken. Wenn sie es sieht und verändern will, betrachtet es weiterhin zusammen, überlegt, wie es besser ist: "Vielleicht wollen wir es hier so machen, lasst es uns da vielleicht so machen..." Das sollen schon eure gemeinsamen Überlegungen sein.

22. Also, ihr habt das schon zu versuchen, zusammen zu lösen, euch über etwas zu einigen. Wenn du siehst, dass der Mensch sich bemüht, dann wirst du es natürlich leichter haben, deine Geduld in Bezug auf sich wiederholende Fehler aufzubringen.

23. Es ist dann schon schwieriger, Geduld aufzubringen, wenn du siehst, dass der Mensch sich offensichtlich nicht bemüht, und diese Probleme mehren sich. Dann kannst du das natürlich aushalten, aber du wirst es bis zu dem Punkt aushalten, der mit deinen Möglichkeiten verbunden ist.

24. Wenn die Möglichkeiten gering sind, wird bei euch die Familie früher zusammenbrechen, bei mehr Möglichkeiten – etwas später. Aber sie wird eindeutig zusammenbrechen. Sie wird nur dann nicht zerfallen, wenn es Bemühung gibt. Daher, wie lange Schwierigkeiten auch dauern können, sie sind zu berichtigen.“

25. „Lehrer, ist es günstig, einem Kind von sechzehn Jahren mitzuteilen, dass ich es im Alter von einem Monat aus einem Entbindungsheim entgegengenommen habe, es wurde von den Eltern dazu freigegeben? Mein neuer Gatte besteht darauf.

26. „Warum mitteilen? Weil er darauf besteht? Das ist nicht richtig, das ist kein Argument. Wenn er darauf besteht, so heißt das, dass er auch irgendeinen Grund hat. Dann soll man die Argumente vortragen, nicht aber, dass er darauf besteht!“

27. „Er sagt zu mir, dass er mit ihm gleichgestellt sein möchte: Ich habe ihn genommen – und möge er wissen, dass...“

28. „Gleiches wird in diesem Fall niemals sein. Das bewirkt nicht Gleiches, sowieso wird das Verhalten eines Menschen jedem gegenüber unterschiedlich sein, es gibt kein gleiches Verhalten bei allen gegenüber allen. Und darum ist das in diesem Fall nicht die richtige Vorgehensweise.“

29. „Ist es günstig, das Geld abzulehnen, das mein Ex-Mann aus der Welt zu meiner Verfügung geschickt hat? Ich gebe dieses Geld nicht meinem Sohn, ich selber verwalte dieses Geld. Aber mein neuer Gatte, wiederum wegen Unterhalt...“

30. „Um dich zu unterhalten?“

31. „Mich und meinen Sohn.“

32. „Aber wenn du deinem Sohn das Geld nicht gibst, sondern selbst dafür zuständig bist, dann zu dem Zweck, wen aufzuziehen?“

33. „Den Sohn. Mein Mann sagt: "Er wird stolz darauf sein, wenn ihm sein Papa hilft."“

34. „Und wie hilft er ihm? Du gibst ihm doch sowieso nicht das Geld. Du bist doch für das Geld zuständig, nicht dein Sohn. So, wenn du es dem Sohn weitergegeben hättest, dann wäre die Frage noch irgendwie am Platze. Und so... Es ergibt sich daraus, dass er dich unterhält, nicht aber den Sohn. Damit der Sohn nicht stolz sein würde, unterhält er dich.“

35. „Er sagt: "Wenn du das nicht erfüllst, was ich dir sage, dann werde ich den Sohn nicht erziehen."“

36. „Aha. Also soll er auch mit unterhalten werden. Aber in diesem Fall kannst du das Geld benutzen, wenn man es dir wirklich herschickt. Zum Wohle der Familie kannst du es benutzen.“

37. „Ich habe das Haus renoviert.“

38. „Ja, das ist normal.“

39. „Und habe ich es richtig gemacht, dass ich meinem Ex-Mann im Brief mitgeteilt habe, dass ich mich verheiratet habe und dem Sohn das Geld nicht gebe? Und darf ich es weiterhin benutzen, da er zugesagt hat?“

40. „In diesem Fall ist es richtig gewesen, dass du ihm übermittelt hast, dass er im Weiteren schon selbst die Situation einzuschätzen habe: ob er weiterhin helfen möchte, oder seiner Meinung nach nicht. Wenn es einen anderen Mann gibt, wird er vielleicht denken, dass jetzt der andere Mann dafür Verantwortung tragen möge.“

41. „Noch so ein Moment. Der Sohn arbeitet nicht genug und nur widerwillig im Haushalt mit, und mein Mann besteht darauf, dass ich den Sohn des Hauses verweise (wrtl. das Wohnen absage). Er sagt, dass der Sohn ein Faulpelz sei, ein Schwätzer, dass er nicht arbeite und man solle ihm eine Lehrstelle verschaffen und ihn nicht zuhause wohnen lassen.“

42. „Nein, das kann schon mit großen Schwierigkeiten mit der Administration, der Miliz usw. enden. So soll man sich nicht verhalten.

43. Natürlich soll man versuchen, Wege zu finden, wie dem Sohn zu helfen ist, dass er die Notwendigkeit einsieht, wirklich sein eigenes Brot zu verdienen, damit er versteht, dass das wichtig sein wird, dass es nicht gelingen wird, immer in der Nähe der Mama zu sitzen.“

44. „Lehrer, und ist es richtig, dass die Frau dem Sohn sagt, dass es diese Regel gibt, dass nur einer der Hausherr (wrtl. der Älteste) im Hause sein soll, und dass sie nicht wetteifern sollen?“

45. „Ja, richtig, natürlich versuchen zu erklären. Man kann versuchen zu erklären.

46. Aber wiederum endet alles damit, ob derjenige, dem du das erklärst, fähig ist, all das zu verstehen. Weil sie können wohl zuhören, aber alles bleibt auf der vorherigen Ebene.

47. Aber es zu versuchen, wäre natürlich wichtig, aufzuzeigen, dass bei so einem Sachverhalt im Hause nur Verfall ansteht, es wird keine Ordnung geben. Darum ist es wichtig, den Hausherren im Haus als eine einzige Person zu belassen.“

48. „In diesem Sommer wird der Bau eines Erdkellers für unsere Naturfamilie geplant. Es gibt zwei Varianten. Eine Variante wird von uns, unserer Familie, vorgeschlagen, und die andere Variante wird vom Chorsowjet (Wirtschaftsrat der Einigen Familie, Anm. d. Übers.) und dem Menschen, der für das Bauen verantwortlich ist, vorgeschlagen. Sag', wer hat das letzte Wort?“

49. „Das hängt von dem Problem ab, worin man hinsichtlich des Erdkellers das Problem sieht. Vielleicht sieht der Chorsowjet , dass der Erdkeller, den die Familie vorschlägt, zusammenfallen wird, er hat irgendwelche Argumente. Darum schlagen sie vor, dies ein wenig anders zu machen. Vielleicht wird das teurer sein, aber dafür stabil und wird nicht kaputtgehen.

50. Also, Ich weiß nicht, worauf die Überlegungen dieser und jener basieren.“

51. „Und darf ich jetzt die Varianten beschreiben?“

52. „Einfach die Varianten beschreiben – nicht. Dann sollte Ich auch dem Chorsowjet anhören. Nicht nur die Variante der Naturfamilie, sondern auch, warum der Chorsowjet diesen Plan abgelehnt hat und den anderen vorschlägt. Ich muss dann jetzt auch sie anhören, um das Bild genauer, vollständiger zu sehen.“

53. „Ich verstehe das so, dass wir wieder zusammenkommen müssen, um diese Frage zu lösen.“

54. „Ja. Worin besteht der Unterschied? Wenn ihr gesprochen hättet, dann würdest du jetzt einfach ein konkretes Problem benennen: "Ich will nicht, das das da gemacht wird, und sie sagen, dass ich das da aber brauche."

55. Zum Beispiel sagst du: "Die Naturfamilie meint, dass ihr ein Erdkeller von 2 x 2 m ausreicht." Und der Chorsowjet: "Nein, ihr braucht 10 x 10 m“, und so bestehen sie darauf, sträuben sich - und es geht nicht weiter, und es gibt keine weiteren Argumente. Er meint, dass ihr so eine Menge an Vorräten aufessen müsst. Und ihr sagt: "Warum? Uns reichen 2 x 2 m."

56. Und dann würdest du fragen: „Ist es richtig, dass wir das letzte Wort haben bezogen auf den Umfang des Kellers?“ Dann würde es noch irgendwie konkreter sein. Ja, in diesem Fall soll man natürlich dem gegenüber aufmerksamer sein, was vor allem die Familie selber sagt.

57. Aber gleichzeitig kann der Chorsowjet auch ein anderes Argument anführen, dass er so eine Familie schon kennt, wo immer gesagt wird, dass sie 2 x 2 m brauchen, aber wenn man solch einen Umfang von Vorrat zulässt, so sagen sie schon nach einem halben Jahr, dass ihre Lebensmittel schon aufgebraucht sind, und sie benötigen an Lebensmitteln noch einmal solch einen Umfang.

58. Dann kann man sagen: Ja, der Chorsowjet hat recht. Folglich schätzt die Naturfamilie selbst wirklich nicht ganz adäquat die Situation ein, die mit ihrer Nahrung verbunden ist.

59. Also, siehst du, Ich habe schon zwei Varianten angeführt, wo anscheinend dieser recht hat, und jener kann auch recht haben. Darum kommt alles auf die konkreten Tatsachen an.“

60. „Lehrer, ich bin nämlich in Sorge, ob wir die Ernte horten können, wenn wir den Keller bei uns unter das Haus bauen. Ich sorge mich, dass dann all das Gemüse einfach faul wird.“

61. „Also, dein technischer Vorschlag verlängert die Lagerfähigkeit?“

62. „Ja, ich habe diesen Grund.“

63. „Und das, was sie vorschlagen, verlängert nicht die Lagerdauer, sondern verkürzt sie nur?“

64. „So denke ich, ja.“

65. „Nun, kann sein. Aber jetzt versuchst du dich an Mich zu wenden wie an einen Fachmann für Keller.“

66. „Ich frage einfach, wer das letzte Wort hat.“

67. „Hier gibt es nichts Spezielles. Ihr seid voneinander abhängig. Nicht einfach so – du lebst hier, und dort entscheidet der Chorsowjet seine Sachen mit seiner Gruppe, du meldest dich einfach gesondert, um Hilfe zu erbitten. Oder ihr lebt zusammen und der Chorsowjet nimmt daran auch irgendwie teil und trägt die Verantwortung dafür, was bei euch im Keller vor sich geht. Hier können sich da schon verschiedene Schattierungen der Deutung von all dem zeigen.

68. Aber prinzipiell kann man hier nicht festlegen, wer von euch die letzte Verantwortung zu tragen hat. Sozusagen können auch sie sagen, dass sie etwas ganz Normales vorschlagen. Und ich kann jetzt nicht sofort beurteilen, inwiefern sie diese Situation genau richtig eingeschätzt haben.

69. Aber andererseits neige Ich dazu zu sagen, dass Wünsche, was den persönlichen Haushalt betrifft, vornehmlich aufseiten des Hausherren anzusiedeln sind. Es ist wünschenswert, sie zu berücksichtigen.“

70. „Danke, Lehrer. Was ich auch beweisen wollte. Ich wollte dies hören“, sagte die Frau lachend.

71. „Aber das ist kein Beweis“, erwiderte der Lehrer mit Seinem Lächeln. „So kann dies hier in der Bergsiedlung (wrtl. Gorod = Stadt) zum Beispiel schon offensichtlich kein Beweis sein. Der Chorsowjet kann die Sache schon anders behandeln, weil er schon irgendwelche interessante Argumente anführen kann, die durchaus angebracht sein können.

72. Vielleicht hat sogar der Hausherr solche Argumente nicht berücksichtigt, wusste auch gar nicht, dass sie bestehen und hat es auch darum nicht geschafft, sie bezüglich Praxis einzuschätzen. Und sie sind wirklich interessanter. Und der Hausherr sträubt sich einfach. Da man ihm ein ihm unbekanntes Argument vorlegt, scheint es ihm, dass es schlechter sei, und nun das, und er kann darüber nicht argumentieren. Aber alles ist natürlich mit Argumenten verbunden.

73. Wenn man es schon so im Großen und Ganzen betrachtet, so haben natürlich bei der richtigen Behandlungsweise alle, die eine Arbeit des Auftraggebers angehen, die Wünsche des Auftraggebers zu berücksichtigen und maximal qualitätsvoll auszuführen, soweit sie dazu fähig sind. Natürlich so, wenn man die Variante vereinfacht.

74. Aber Weisheit ist nicht immer so einfach. Sie bedeutet auch Flexibilität.“

75. „Ich habe noch eine Frage. Als Hilfe für den Bau unserer Werkstatt schickte eine gläubige Schwester ihr Rentengeld. Aber dieses Geld hat uns nicht erreicht. Was soll ich machen? Es so lassen, wie es ist, oder versuchen...“

76. „Sie hat es für die Werkstatt geschickt?“

77. „Ja.“

78. „Ja, dies ist lieber auch für die Werkstatt zu verwenden.“

79. „Das Geld hat uns nicht erreicht.“

80. „Dann sucht es. Wenn ihr es entdeckt, wenn ihr es habt, dann muss man es Richtung Werkstatt lenken. Wenn ihr es nicht findet, nun, mögen sie euch einen weiteren Teil schicken“, lächelte der Lehrer gemeinsam mit der Frau, die die Frage gestellt hatte.

81. „Also, ich kann es grundsätzlich auf sich beruhen lassen, wie es ist?“

82. „Natürlich. Und wie denn sonst? Hier zu fordern, ließe sich nicht machen. Richtiger wäre es natürlich, es auf die Werkstatt auszurichten. Aber dann, wenn es das Geld noch gibt.“

83. „Ich habe dieses Geld einfach nicht vorgefunden, also, dieses uns zu übermittelnde Geld kam nicht bei uns an. Lohnt es sich noch, jemanden zu rütteln, also zu klären?“

84. „Dabei beginnen dann solche Bilder. "Rütteln" - das kann in unterschiedlicher Weise geschehen. Man kann einen "Auftrag" geben. Man kann hingehen, rütteln, nicht nur das herausschütteln, was vorhanden war, sondern auch anderes.

85. Ihr dürft Mich nicht auf solche Weise fragen. Müsst genauer fragen: Darf man hingehen und jemanden daran erinnern? Darf man auf den Menschen zugehen und nachfragen? Nun, natürlich darf man das.“

86. „Ja, nachfragen.“

87. „Nachfragen darfst du. Und weiter: Darf ich ihn jeden Tag fragen? Wobei man davon ausgeht, dass er es einfach versteckt hat, aber irgendwann reicht es ihm, und er gibt das Geld heraus.“

88. „Ja.“

89. „Und so weiter jede Stunde, jeden Tag gehst du hin und fragst? Das ist schon nicht richtig. Siehst du, nachfragen kann auch nicht richtig sein. Je nach dem, wie man es macht.“

90. „Und wenn ich dieses Geld bei allem nicht auftreibe, dann, Lehrer, sag, wie soll ich diesem Schwesterchen antworten?“

91. „Bedanke dich, sag': "Danke! Das war sehr gut. Wir haben für die Werkstatt etwas errichten können. Aber natürlich braucht es noch viel bis zur Fertigstellung"“, lächelte der Lehrer von neuem.

92. „Also sich etwas ausdenken, ja, verstehe ich das richtig? Man soll sie nicht enttäuschen?“

93. „Soll man nicht, soll man nicht. Lieber bestätigen, dass alles geklappt hat, und dass ihr für die Hilfe sehr dankbar seid. Das wird das Richtigste sein.“

94. „Lehrer, sollte ich einen Arzt für eine Schwester rufen, die Probleme mit ihrer Gesundheit hat, auch wenn sie mich gebeten hat, das nicht zu tun?“

95. „Alles kommt auf die Situation an, darauf, inwieweit dort wirklich Hilfe notwendig ist, also auf den Charakter des Problems selbst.“

96. „Sie hat eine ernste Krankheit gehabt...“

97. „Das kannst du Mir jetzt nicht beschreiben. "Eine ernste Krankheit" – das heißt nichts für Mich. Sie kann dir ernst vorkommen und in Wirklichkeit nicht ernst sein. Und es kann anders sein – man schätzte sie nicht als ernst ein, und in Wirklichkeit verbarg sich dort ein ernstes Problem.“

98. „Danach holte einfach jemand einen Arzt für sie. Und sie sagte, dass man Gottes Willen verletzt habe.“

99. „Nein, das bezieht sich nicht auf den Willen Gottes. Also, wenn sie es verboten hat, so heißt das, dass sie es im Namen Gottes verboten hat, so ergibt sich daraus, dass auch alle, die sich nicht daran gehalten haben, folglich das Göttliche verletzt haben. Aber auch dafür kann man diese Menschen nicht anklagen, weil sie es nicht gewusst haben, dass sie tatsächlich Gott darstellt“, lächelte der Lehrer.

100. „Lehrer, als bei uns eine verliebte Frau einzog, verschloss sich gegenüber meinem Mann meine Natur (hier: Wunsch auf Intimität, Anm. d. Übers.), und ich habe versucht, ihn loszulassen. Sag', wie kann man lernen loszulassen, aber dabei gefühlsmäßig sozusagen offen bleiben?“

101. „Es kann nicht für alle auf eine einzige Methode hingewiesen werden. Man muss sich einfach bemühen. Denn all dieses Verschließen im Inneren hängt von deinen Ängsten ab, von zahlreichen Komplexen. Um dies alles zu überwinden, soll man einfach weitergehen.

102. Es wird euch nicht gelingen, alles, was Ich bezeichnet habe, Aufgaben, die Ich entfaltet habe (wenn auch nur ein bisschen berührt habe, oder sogar eingehend etwas erklärt habe), sofort auf dem nötigen Niveau zu erfüllen. Wenn irgendwem auch etwas gelingen wird – wunderbar. Dann soll dieselbe Aufgabe weiterhin an ihm schleifen.

103. Irgendwelchen wird es lange noch nicht gelingen, aber das ist nicht schlimm. Hauptsache, dass man sich bemüht, vorwärts zu gehen, alles richtig zu machen. Alles, was man irgendwie versteht – da soll man sich schon bemühen, es richtig zu machen. Und allmählich wird sich alles erfüllen.

104. Hauptsache – sich nicht zu erschrecken, sich nicht zu verschließen, nicht zu versuchen, dies irgendwie sofort negativ einzuschätzen.

105. Gebt nicht vorschnell negative Einschätzungen von euch, denn das Thema ist euch unbekannt. Und darüber zu urteilen – zeugt folglich von hoher Unkenntnis. Wenn ihr das erfasst, dann zieht selbst den Schluss daraus, inwiefern was angebracht war oder nicht, richtig war, oder falsch.“

106. „Ist es nützlich für ein Kind von sechs Jahren, es für einen Monat in die Welt zu seinem Papa fahren zu lassen (auf die Bitte des Vaters hin)? Einerseits sagt es, dass man ihm dort alles kaufen würde (irgendwelche materiellen Dinge). Und andererseits, nachdem es irgendeine schwierige Information aufnimmt, irgendeinen Film ansieht, erwacht es nachts und fängt an zu weinen...“

107. „Fahren lassen wäre natürlich richtiger. Das Kind soll selbst Schlussfolgerungen ziehe.“

108. „Soll ich es dann fragen, ja? Wenn es will, so darf es?“

109. „Wenn es will, dann natürlich. Andererseits kann man auch dem Papa im Vorhinein sagen, dass, wenn möglich, er in dieser Hinsicht vorsichtig sein soll, weil ihr diese Besonderheit bemerkt habt, dass es nach den Filmen aufwacht und weint, dass, wenn es die Möglichkeit gibt, es sich so vielleicht nicht lohnt, ihm diese Gelegenheit zu geben, solche Filme anzuschauen.

110. Und im Weiteren ist ihm schon zu vertrauen, er ist doch der Papa. Also, ohne irgendwelche offensichtliche Gründe kann man ihn nicht sofort auf die Weise beschuldigen, als ob er das Kind nicht lieb habe und ihm nicht Gutes wünsche. Er wünscht es einfach auf seine Weise, nicht so, wie ihr es wünscht. Aber dies als auch jenes ist angebracht. Jeder von euch handelt gemäß seinem Verständnis, das ist normal.“

111. „Und die Einstellung selbst, dass es unseren Platz gibt und da irgend so eine etwas erschreckende Welt...“

112. „Ja, eine andere Welt. Und man kann nicht sagen, dass eure Welt hier leichter ist. Ihr erschreckt euch gegenseitig auf die Weise, sodass ihr auch keine Thriller nötig habt.“

113. „Wenn man von dieser Einstellung ausgeht, sollte man dann überhaupt irgendwie versuchen, das Kind vor jener Welt zu schützen?“

114. „Nein, das ist nicht nötig, da braucht man nicht so voreilig zu sein. Ihr könnt hier auch nicht solche abgekapselten Verhältnisse schaffen, die die Information jener Welt völlig ausschließen. Sonst müsste man eine Einsiedelei irgendwo in der dichten Taiga betreiben – und ohne fremde Wörter und Bilder. Aber ihr lebt so ein Leben nicht.

115. Euer Kontakt mit der Welt, mit ihrer Information, ist sehr eng, mithilfe des Fernsehens, mit sonstigem. Und ihr werdet das Kind noch mehr durcheinanderbringen, wenn ihr versuchen werdet, die Isolation dort zu bewirken, wo sie unmöglich einzuhalten ist.

116. Darum, indem ihr die Möglichkeit zulasst, auch dies zu erleben, müsst ihr es erläutern. Reagiert etwas ruhiger auf solche Kontakte des Kindes. Es ist dabei zu erkennen, es wird sowieso eine Wahl treffen müssen, es hat sowieso dies alles abzuwägen und eine bewusste Wahl zu treffen.“

117. „Aber ich möchte eben, solange es noch klein ist, mehr bei mir behalten. Ist das nicht richtig?“

118. „Aber sechs Jahre... Wenn das Kind zum Papa möchte, so soll man ihm diese Möglichkeit geben. Das ist von nicht geringer Bedeutung.“

119. „Meine Frau will ihre Eifersucht loswerden und hat mich gebeten, dass, wenn ich bemerke, dass irgendein Mädchen oder eine Frau mir gegenüber Sympathie empfindet, ich diejenige zu Besuch einlade. Also, wie soll ich als Gläubiger handeln?“

120. „Also, nachdem du davon erfahren hast, zu Besuch einladen? Nein, sich lieber nicht beeilen, solche Schritte zu unternehmen.

121. Äußere deiner Frau gegenüber Dankbarkeit für ihr Bestreben bei dem Versuch, die Eifersucht loszuwerden. Aber hier muss man vorsichtiger sein. Das ist so ein starkes Ding, dass es den Kopf verdreht – sie schafft es auch nicht zu erfassen, was sie schon danach für dumme Dinge macht. Das ist nicht wünschenswert.

122. Darum muss man hier nur mehr oder weniger jene Erscheinung in eurem Leben zulassen, die irgendwie als noch zulässig zu bezeichnen ist. Aber nicht alles auf einmal.

123. Dem Feuer in diesem Fall entgegenzugehen ist unüberlegt... Wenn ihr gewisse Aussagen von Mir nicht richtig nutzt, so könnt ihr hier nur viele Unannehmlichkeiten bereiten.

124. Damit muss man sehr vorsichtig umgehen, dies sind nämlich eure Schicksale, das sind die Schicksale anderer Menschen, die ihr antrefft. Und hier muss man vorsichtig, behutsam sein, sonst... Dies ist eine sehr schmerzhafte Angelegenheit, und viele von euch können sie einfach nicht bewältigen, und es ergeben sich negative Folgen, schwerwiegende.“

125. „Auf der Männerversammlung gab es eine Abstimmung hinsichtlich der Handlungen eines Nächsten: ob seine Handlungen dem Status des Sludschitels entsprechen (für bestimmte Personen von der Einigen Familie festgelegte Funktion des Dienens, Anm. d. Übers.)? War der Vorschlag richtig, dass ständige Helfer (eine weitere Funktion von bestimmten Personen im Zusammenhang mit der Einigen Familie, Anm. d. Übers.) in diesem Fall nicht mit abstimmen? Oder dürfen sie abstimmen, ihre Meinung durch Handzeichen kundtun?“

126. „Wahrscheinlich sollte man dies nicht zulassen. Obwohl, das gilt nicht grundsätzlich. Wenn die Menschen hier ständig leben, so ist dies sozusagen möglich. Aber es wird nicht ganz richtig sein, weil, die Eigenschaften eines Dienenden einzuschätzen, ohne ein Dienender zu sein – ist sozusagen nicht ganz vernünftig.

127. Wenn man selbst dem nicht entspricht, also, wenn man selbst kein Teilnehmer von etwas ist, dann diese Teilnahme eines anderen zu beurteilen – das ist sozusagen nicht ganz normal.

128. Obwohl, er kann es auch wirklich genau einschätzen. Aber als Regel einführen... es fällt Mir schwer, das sofort eindeutig zu sagen.“

129. „Und die Handlungen selbst... Denn das Bild des Dienenden gibt es ja sowieso im Kopf. Wie sollte dies denn überhaupt aussehen?“

130. „Dies nicht nur wissen, man muss diese Verantwortung auch fühlen. Wenn du nicht er bist, so kannst du diese Verantwortung nicht vollständig fühlen. Und dann kann es folglich zu einer nicht richtigen Einschätzung kommen.“

131. „Lehrer, da gab es eine Männerversammlung, wo es um meinen Mann ging. Und ich habe darum gebeten, auf dieser Versammlung meinem Mann in dieser Situation Stütze zu sein. Sie ließen mich dazukommen, aber ohne Stimmrecht. Ist es richtig, dass ich als gläubige Frau gebeten habe, bei dieser Männerversammlung anwesend zu sein? Und war das Verhalten meiner Brüder richtig?“

132. „Fragst du deinetwegen oder ihretwegen? Auf sanfte Weise bist du zu ihnen übergeschwenkt.“

133. „Aber konnte ich...“ – lachte die Frau auf, die die Frage stellte.

134. „Sich demütig dazu verhalten? Natürlich. Als eine Gläubige – ja.“

135. „Ich konnte nichts sagen, um ihn zu schützen, da man mir die Redebeteiligung entzog.“

136. „Aber warum muss man den Mann derart schützen? Ein Mann darf selbst... Das ist alles normal.“

137. „Aber eine Frau kennt doch ihren Mann am besten.“

138. „Und kennt der Mann sich selbst? Oder kennt die Frau ihn besser, als er sich selbst?“

139. „Die Frau kennt ihn besser.“

140. „Aber dann wird sie dies auf der Frauenversammlung machen, dort, wo die Frauen zusammenkommen, die besser als alle anderen wissen, wer ihr Mann ist. Und hier findet ein Gespräch der Männer statt, wo geringere Kenntnisse hervorgebracht werden. Darum ist es besser, dass sie auf diesem Niveau kommunizieren, auf niedrigerem Niveau“, lächelte der Lehrer.

141. „Also ist es nicht unbedingt notwendig, dass die Ehefrau anwesend ist, ja?“

142. „Weiß nicht, wie ihr das selbst dort festgelegt, entschieden habt. Das ist keine prinzipielle Aufgabe. Wenn ihr zusammen entschieden habt, dass die Frau lieber nicht anwesend ist, ja, gut. Wenn man entschieden hat, dass die Frau zugegen sein kann, aber nichts sagen darf, ist ja auch gut.

143. Nicht aufregen. Hier kann sich das Nicht-Göttliche nicht lange halten. Auch wenn es sich hält, so nur dafür, um Weisheit zu mehren. Aber als Endergebnis, wenn da im Weiteren keine Notwendigkeit besteht, wird es sofort aufhören, werden Gründe entstehen, die dies stoppen werden.

144. Aber wenn dies weiter bleibt, so ist dies folglich notwendig, jemand hat es noch nicht geschafft, Weisheit zu sammeln. Das ist normal. Aber denke nicht, dass sich hier irgendeine Lüge einleben und alles zerstören wird. Nein, sie wird sich selbst zerstören. Sie wird sich hier nicht einnisten können.

145. Fürchte dich also nicht. In diesem Fall nämlich ist dein Mann unter Brüdern, die sich doch auch mit ihm austauschen und ihm helfen und alles klären möchten, also ihm eine Stütze werden und ihn als denjenigen sehen, auf den sie sich würden stützen können, indem sie ihm vertrauen.

146. Denn dieses Moment soll man auch nicht vergessen. Man muss sich unbedingt zusammen zurechtfinden, nicht nur seinen Wunsch, ihm zu helfen, äußern, sondern auch seine Bereitschaft, sich auf ihn zu stützen. Dies soll auch irgendwie ein Gefühl von Sicherheit sein.

147. Folglich, je mehr die Männer untereinander an Gleichem teilhaben, umso leichter können sie einander vertrauen. Sobald es eine Ausnahme gibt, fangen sie an, hellhörig zu werden.

148. Also, etwas sondert sich von der Menge ab, und hier ist es wichtig zu klären, dass dies als Ausnahme zulässig ist, man soll in so einem Fall nicht darüber erschrecken, dies ist durchaus harmonisch. Aber dann muss man sich schon darüber klar werden, irgendwie das besprechen.

149. Das Gespräch kann irgendwann auf richtige Weise stattfinden, kann irgendwann aufgrund mangelnder Erfahrung grob ausfallen. Aber das ist nicht schlimm, ist normal. Für den Mann soll es normal sein. Sie werden sich unbedingt darüber klar werden. Erschrecke dich nicht, mach dir keine Sorgen.“


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