Gemälde des Lehrers vom ehemaligen Präsidenten der Ukraine ~ Wohin ihr auch geht – dort ist alles für euch wohlbringend. ~ Kontakt mit einem Mann aufrechterhalten, auch wenn es seine Frau stört? ~ Berührt die Naturliebe die Seele? ~ Wenn du sagst "deinetwegen", beschuldigst du. ~ Niemand um euch herum ist schuldig. ~ Wie andere in Bezug auf euch auch handeln mögen, sie haben immer recht. ~ Zu sagen "das weiß ich selbst", ist nicht gut. ~ Wenn die eigene Frau immer wieder die Angst äußert, verlassen zu werden ~ Wenn man Gutes will, aber das Gegenteil bewirkt ~ Soll man auf jemanden zugehen, wenn dieser wegen einem gekränkt ist?
1. Am siebenten und achten Juni fand in der Himmlischen Wohnstätte im noch nicht fertig gebauten Tempel der Künste die Ausstellung dreier malerischer Werke des Lehrers statt.
2. Unter dem Gewölbe des Tempels wurden das Bildnis von Arnella (des Zigeunermädchens), die neue Version des Stilllebens "Liebe" und das Bildnis des Leonid Kutschma, das der Lehrer Ende Mai fertiggestellt hatte, ausgestellt.
3. Diese Werke sollten bald das Haus des Lehrers verlassen. Das Portrait Kutschmas sollte bald nach Kiew an den Ex-Präsidenten der Ukraine gehen. Die zwei anderen Werke sollten den Bilderbestand der Wanderausstellung "Der geistige Weg und die Kunst" ergänzen.
4. Einige Hundert gläubige Menschen, die in der Gemeinschaft leben, besuchten diese zweitägige Ausstellung in der Himmlischen Wohnstätte. Es waren warme, sonnige Tage. Der Tempel, der sich für die zwei Tage in eine Ausstellungshalle verwandelte, war voll von Licht...
5. In diesem Monat weilte der Lehrer zwei Tage in Kiew: Er war bei der Übergabe des Portraits an Leonid Kutschma als Autor zugegen. Leonid betrachtete lange und nachdenklich sein Bildnis, wo er in Nachdenken über das Leben versunken dargestellt war. Und ebenso nachdenklich bedankte er sich bei dem Maler.
6. Später erzählte ein Helfer des Ex-Präsidenten, dass Leonid dieses Portrait in seinem Hause ließ, was er sonst mit keinem seiner Bildnisse, die bisher gemalt wurden, getan hatte. Normalerweise schenkte er sie gesellschaftlichen Organisationen oder Bekannten.
7. Der Juni war voll mit Sonntagstreffen mit dem Lehrer nach der Verschmelzung. Hier sind Auszüge dieser Treffen.
8. „Lehrer, ist es günstig für ein Kind, das die erste Klasse der Schule der Gemeinschaft abgeschlossen hat, es in die staatliche Schule aus dem Grunde überwechseln zu lassen, weil es sich um einen ziemlich schwierigen Jungen handelt? Gehorsam fällt ihm schwer, er kann nur infolge extremer Strenge arbeiten und etwas tun, beinahe jeden Tag muss man ihn züchtigen. Hiermit ist seine Mama einverstanden, zuhause behandelt sie ihn auch gerade auf diese Weise. Und so entstand die Idee, es mit der anderen Schule zu versuchen.“
9. „Das ist nicht prinzipiell. In welchem Sinne "günstig"?
10. Ihr müsst euch aufmerksamer gegenüber ähnlichen Fragen verhalten. Günstiges... Wenn es sogar gemeint ist, dass ein Mensch um die Ecke biegen soll und durch einen herabfallenden Ziegelstein sterben soll, und er fragt: "Ist es günstig loszugehen? Ich will unbedingt dort hingehen!" – so kann man mutig sagen: "Natürlich, günstig."" Denn das wird nicht zufällig geschehen. Folglich ist für den Menschen die Zeit gekommen.
11. Also, was ist dieses Günstige? "Wird es dort für meine Gesundheit wohlbringend sein? Werde ich mich dort nicht stoßen?" – dies alles ist schon etwas Wohlbringendes, aber das sind schon Schattierungen. Ob er dort ausgezeichnete Noten bekommt? Ob er in der anderen Schule bessere Kenntnisse erwerben wird? Oder was?
12. Wohlbringendes für die Seele? Wohin ihr auch gehen würdet, alles wird günstig sein, denn ihr werdet überall das finden, was ihr braucht. Dann ergibt sich, dass das Günstige – eher mit der egoistischen Sichtweise zu tun hat. Und die egoistische Sicht ist konkret, sie ist mit irgendeinem Vorteil verbunden. Und dann, um vom Günstigen zu reden, benennt schon diesen Vorteil, den ihr konkret meint. Aber Ich werde dies schon nicht beantworten, das ist nicht Mein Thema.
13. Und für die Seele?... Wohin ihr auch geht – dort ist alles für euch wohlbringend, dort wartet schon alles, denn diese Wahl ist wahrscheinlich, somit war sie von eurer Geburt an zu sehen. Und wenn ihr dies gewählt habt, so wird dies schon vorbereitet sein.
14. Wählt ihr das andere – so ist dort auch schon alles gut in Betracht gezogen. Wohin ihr auch gehen würdet, alles wartet schon auf euch. Nun, verschiedene Werte, natürlich, verschiedene Lasten an verschiedenen Stellen, aber etwas wartet, mit einem Schleifchen“, lächelte der Lehrer.
15. „Lehrer, bei mir wohnte zwei Jahre lang ein Mann, der zum Geldverdienen nach Petersburg gegangen ist und dort geheiratet hat. Zwischen uns hat sich eine sehr gute, freundschaftliche, zarte Beziehung entwickelt. Aber seine Frau in der Welt akzeptiert unsere Freundschaft gar nicht. Er schickt mir SMS, fragt nach, wie es auf dem Berg geht, lässt Bekannte grüßen. Und die Frau sagt: "Ihr dürft euch nur schreiben, wenn ich davon nichts weiß." Und ich bin verwirrt, ihr Zustand beunruhigt mich, und ich habe den Wunsch, ihm überhaupt nicht zu antworten. Ist das richtig, oder nicht, wenn sie keine Gläubige ist?“
16. „Richtig, richtig. Es soll ihm erklärt werden, dass es so nicht richtig ist, dass du in diesem Fall nicht antworten wirst, weil du siehst, wie kompliziert seine Frau dies erlebt und dass generell diese Information nicht unbedingt durch dich kommen muss, er kann sie doch auch durch einen anderen vermittelt bekommen.
17. Wenn es nichts anderes gäbe, und für ihn wäre es lebenswichtig zu wissen, wie Ereignisse vor sich gehen, es für seine Seele irgendwie wichtig wäre, dann könnte man sagen: "Nun, ist ok, ist ok. Möge sie mal brennen." In so einem Fall kannst du den Menschen mit einer Information solcher Art versorgen. Aber falls dies keine Ausnahme-Variante ist, so ist es besser, ihn darauf hinzuweisen, es nicht so zu tun.“
18. „Und wenn er sich dafür interessiert, wie es mir gesundheitlich geht, wie's klappt, so soll ich auch nicht antworten?“
19. „Sag: "Wunderbar! Wird immer wunderbar sein, brauchst du gar nicht weiter zu fragen. Ich werde immerzu eine großartige Stimmung und Gesundheit haben. Alles wird ausgezeichnet sein! Und das Alter bleibt immer gleich. Und daraufhin ist es nicht nötig, wiederum nachzufragen"“, sagte der Lehrer mit einem Lächeln.
20. „Lehrer, wenn sich ein Mann in eine Frau verliebt, was ist dabei wichtig: ihre Schönheit, oder ihre Seele? Kann ein Mann sich einfach in die Schönheit einer Frau verlieben, unabhängig davon, ob diese Seele ihm verwandt ist oder nicht? Und was ist das überhaupt, eine verwandte Seele?“
21. „Du berührst mit einmal ein großes Thema. Was interessiert dich daran? Kann er sich verlieben, oder kann er es nicht? Warum er sich verliebt?“
22. „Hat dies unmittelbar mit der Seele zu tun?“
23. „Mit der Seele? Es bezieht sich in bestimmtem Maße darauf. Vor allem ist dies mit dem Egoismus, mit der Psyche, mit dem Naturteil des Menschen verbunden. Denn die Naturliebe beinhaltet nur die Naturbasis. Nur! Folglich ist sie vor allem eben mit den Schwingungen des Naturteils des Menschenwesens verbunden.
24. Und auf die Seele bezieht sich eine bestimmte Nuance nur in dem Sinne, dass der Vater, wissend, dass dieser Körper die Veranlagung haben wird, so eine Anhänglichkeit an ein Objekt des anderen Geschlechts zu erwerben, an irgendein konkretes Objekt mit irgendeiner konkreten Gegebenheit, dass Er eine Seele schon im Vergleich mit diesem Körper wählt, damit gerade diese Seele in diese Umstände geraten wird und beginnen wird, eine schon notwendige geistige Erfahrung zu erwerben.
25. Daher ist dies zwar mit der Seele verbunden, und gleichzeitig auch nicht vollständig mit der Seele verbunden. Dieser mehr naturgegebene Teil ist mit dem Bewusstsein des Menschen nicht verbunden, mit seinem Begreifen, mit seinen Gedanken.“
26. „Und verwandte Seelen? Im Letzten Testament heißt es, dass die Harmonie der Naturbeziehungen von verwandten Seelen aufgebaut werden. Was heißt das?“
27. „Seelen sind ja alle miteinander verwandt. Einfach so, Harmonie können nur die in gleicher Weise (obwohl das Wort 'gleich' nicht recht passt) Strebenden aufbauen, also sozusagen die in eine Richtung Strebenden, die sich in gleicher Weise bemühen zu handeln.
28. Vielleicht wird es ihnen unterschiedlich gelingen, deshalb ist es nicht richtig, das Wort 'gleich' im wörtlichen Sinne zu gebrauchen, aber sie haben dieselbe Tendenz der Bewegung in irgendeine einheitliche Richtung. Dann können Seelen leichter Harmonie aufbauen.
29. Und Seelen sind von einem Vater geboren, insofern sind sie im Grunde genommen alle miteinander verwandt.
30. Aber diese Frage... sie ist, verstehst du, sozusagen auch angebracht, aber man sollte so lieber nicht fragen. Damit dies nicht in deinem Kopf zu irgendeinem Leuchttürmchen wird zum schon bewussten Herangehen im Hinblick darauf, mit wem du eine Familie gründen könntest. "Und wo soll ich denn eine mir verwandte Seele finden, damit ich mich verliebe und mit ihr Harmonie herstelle?" – damit so ein Quatsch gar nicht erst anfängt“, lächelte der Lehrer.
31. „Daher ist es besser, dieses Thema so nicht zu berühren. Unwillkürlich fangen sofort die Leuchttürmchen im Kopf an zu brennen, und der Mensch fängt schon an, sich nicht mehr mit Gefühl zu orientieren, sondern mit dem Kopf. Aber gerade dann wird er nicht exakt das für seine Entwicklung Notwendige finden. Er wird anfangen, das Bequeme, Vorteilhafte zu suchen, womit es leichter wäre, aber dann setzen Komplikationen ein.
32. Werdet lieber einfach gefühlsbetont anhänglich. Zu wem es euch bringt, an wen es euch mit Gefühl anbindet – ist das Eure. Bekommt es! Dies alles ist für euch nützlich, alles sehr nötig!“ – lachte der Lehrer auf.
33. „Ich stelle mir in meinem Inneren ein Gespräch mit einem anderen vor, und in mir klingt die Aussage: "Deinetwegen war ich gezwungen, das und das zu tun."“
34. „Wenn du sagst "deinetwegen", beschuldigst du. Das ist nicht richtig. Hier muss man auch nicht unbedingt von einer Kränkung reden, dies so eindeutig benennen, ist nicht richtig. Aber als falsche Handlung, die mit Verurteilung verbunden ist - ja.
35. Dies wird nicht selten sogar von Menschen unbewusst getan, so etwas ergibt sich sehr leicht. Von der egoistischen Position her ist dies schon so gut eingeschliffen, dass es ein Mensch bisweilen vielleicht auch nicht schafft zu bemerken, dass er aus Gewohnheit so etwas erwähnt und über seinen Nächsten redet.
36. Aber das darf man nicht tun, man muss immer verstehen, dass das mit einer Verurteilung des anderen verbunden ist. Das ist nicht gut, darum bemüht euch, nie so zu reden: "wegen...". Wenn ihr sagen wollt, dass jemand damit zu tun hatte, ihr das irgendwie benennen wollt, dann sagt "dank euch".“
37. „Dann gibt's auch nichts zu reden. Und ich wollte noch etwas fragen. Ich fange an, mich an Situationen zu erinnern, die schon längst vorbei sind, doch sie sind so unangenehm. Geschieht das so, weil ich damals auch nicht richtig reagiert habe und Kränkung in meinem Inneren sozusagen festhalte?“
38. „Jetzt verstehe ich nicht ganz, worum es geht. Aber wenn du meinst, dass jemand schuldig war, so heißt das, dass so etwas grundsätzlich nicht richtig ist.
39.Niemand um euch herum ist schuldig. Wenn in Bezug auf euch hin irgendwelche Handlungen vollzogen werden, die euch irgendwie verwirrt, frustriert haben (solche Empfindungen können diesbezüglich bei euch vorkommen), so ist dies im Grunde genommen immer das, was ihr braucht, und sie entstehen nicht deshalb, weil die anderen sich etwas nicht richtig bewusst gemacht haben. Also, für euch muss dies alles damit in Verbindung gebracht werden, dass die Nahestehenden die Situation irgendwie nicht ausreichend richtig eingeschätzt haben und euch Schwierigkeiten bescheren.
40.Im Großen und Ganzen haben sie natürlich etwas nicht richtig eingeschätzt. Aber wenn sie in Bezug auf euch etwas nicht richtig eingeschätzt haben, so war es nötig, dass dies eben in Bezug auf euch hin stattgefunden hat.
41. Deshalb könnt ihr persönlich die Handlungen des anderen nicht als fehlerhaft bezeichnen, besonders dann nicht, wenn diese Handlungen auf euch hin gerichtet wurden und euch irgendwie verwirrt und frustriert haben. Seid all dem gegenüber dankbar, und verhaltet euch dahingehend ruhiger. Ihr braucht das. Und schaut sofort, wie ihr auf all das reagiert.
42. Die anderen mussten in Bezug auf euch so handeln, falls sie immerhin so gehandelt haben. Das sagt schon eindeutig die Realität: Also haben sie das machen müssen, als sie gerade euch gegenüber irgendwelche anscheinend nicht richtige Handlungen gerichtet haben.
43. Aber eine falsche Handlung eines Menschen kann doch damit zusammenhängen, dass er persönlich etwas Richtiges von irgendwelchen Handlungen nicht begreift, oder es kann auch ein momentanes Blackout vorkommen.
44. Nicht selten konntet ihr auch so eine Situation erleben, wo ein Mensch begreift, wie es richtig sein soll, aber irgendetwas passiert in dem Moment, und er hat es einfach nicht geschafft zu bemerken, was denn in Wirklichkeit vor sich geht und hat irgendwie unerwartet so gehandelt, so, wie er bei einem anderen Mal niemals handeln würde: Aber auf euch hin hat er, warum auch immer, so gehandelt.
45. Aber auch dies zu bewerten ist sinnlos. Alles, was an euch gerichtet wird, das sollt ihr zu sehen bekommen, ihr müsst darauf richtig reagieren, daran irgendwie auf richtige Weise teilnehmen.
46. Schätzt die Handlungen eurer Nächsten auf einfachere Weise ein: Sie haben immer recht, wenn sie in Bezug auf euch hin irgendwie gehandelt haben. Sie haben einfach immer recht – fertig. Und im Weiteren seht ihr sofort nur auf euch: Was geht innen in euch vor sich? Warum reagiert ihr so? Und versucht, mit euch selbst ins Klare zu kommen.
47. Aber man soll nicht pedantisch analysieren, wer denn unter euren euch Nahestehenden in eurer Umgebung nicht recht hatte. Das sollte irgendeine andere Gelegenheit sein, die vor allem damit verbunden sein wird, wie derjenige Mensch selbst versucht, für sich etwas bei euch nachzufragen bezüglich seiner Schritte, mit dem Wunsch, bei euch Weisheit zu finden.“
48. „Darf ich ein konkretes Beispiel dazu anführen? Der Gesprächsleiter bat mich, die Versammlung zu verlassen, und man hat mir gesagt, dass ich auf ihn zukommen und mit ihm sprechen solle. Und das verstehe ich so: "Und wofür? Er hat es so gemacht – das ist normal."“
49. „So ist das auch normal. Nicht unbedingt auf ihn zukommen. Wenn du es auf gute Weise akzeptiert hast und dies als eine normale Handlung seinerseits verstehst, so macht es hier natürlich keinen Sinn, auf ihn zuzukommen und zu klären.
50. Wenn du empört davongegangen bist und meinst, dass er nicht recht hatte, oder du verstehst nicht, was gerade du falsch gemacht hast, dann ist es natürlich besser zu versuchen, auf ihn zuzugehen und das zu besprechen, um einfach deine Weisheit zu vergrößern, sie durch ein gutes, Erkenntnis bereicherndes Gespräch zu vermehren, das du mittels präzisierender Fragen führen kannst. Eben um deinetwillen.
51. Und wenn dir alles klar ist und du eine gute normale Stimmung hast, so solltest du eigentlich nicht unbedingt auf ihn zugehen.“
52. „Lehrer, war meine Antwort grob, als ich auf mehrere SMS hin geschrieben habe: "Danke. Ich werde es selbst entscheiden, wann ich was zu tun habe"?“
53. „Das ist ein bisschen grob, ja.“
54. „Also, man sollte sich nur bedanken?“
55. „"Ich werde das selbst entscheiden" – dieser Zusatz ist nicht nötig. Dann einfach: "Danke für den Ratschlag."" Und damit sollte man enden. Aber "das weiß ich selbst" – ist nicht gut.“
56. „Lehrer, wenn meine Frau mir im Laufe von sieben Jahren immer wieder ungefähr so einen Satz sagt: "Ich habe sowieso Angst, dass du mich verlassen wirst", verhalte ich mich da richtig, wenn ich im Verlauf dieser sieben Jahre versuche, ihr das irgendwie auszureden?“
57. „Nein, das ist nicht richtig.“
58. „Und wie soll ich mich diesbezüglich verhalten? Was soll ich sagen?“
60. „Einfach schweigen? Oder immerhin irgendwie darüber reden?“
61. „Es gibt nicht so eine Regelung in der Wahrheit, was man in solch einem Fall sagen soll. Nun, wie werde Ich euch die Worte suchen, die ihr sagen sollt? Das ist keine Frage an Mich. Finde alles, was du willst, aber ausreden, genauer gesagt, überreden, ist in diesem Fall nicht richtig.
62. Das ist in einem, maximal zwei Fällen möglich. Aber wenn das stabil regelmäßig stattfindet, so ist es nicht richtig, sich daran zu beteiligen. Und im Weiteren sieh schon, wie du es für nötig hältst. Aber das lieber nicht tun.“
63. „Lehrer, in meinem Leben läuft es so, dass, wenn ich den Nächsten etwas Gutes tue, so erweist sich das als ein Bärendienst. Und danach fange ich an, mir darüber Sorgen zu machen, dass die Nächsten verstimmt sein könnten. Man möchte Gutes tun, und daraus ergibt sich sozusagen das Gegenteil. Was soll ich in solchen Situationen tun?“
64. „Sich bemühen, weiterzumachen. Alles wird normal gemacht, doch die Nächsten können diese Handlungen auch falsch einschätzen, und du selbst kannst es auch falsch einschätzen. Denn ihr macht, so wie Ich es schon gesagt habe, oft gegenüber den Nächsten das, was in Wirklichkeit getan werden soll, daher passiert euch das.
65. Wenn ihr sagt: "Ich wollte Gutes, und es war wie immer", so ist das in Wirklichkeit eine dumme Aussage. Und es hat sich als umgekehrt erwiesen, so, wie nötig. Ihr habt es anders gewollt, und es hat sich so gezeigt, wie es sein musste. So ist es auch geschehen. Und anders solltet ihr es auch nicht tun. Darum müssen es die anderen auch fertigbringen, sich dem gegenüber richtig zu verhalten.
66. Aber auf welche Weise bemüht ihr euch, Gutes zu tun? Hier muss man schon schauen, hier können unterschiedliche Mechanismen wirken. Das heißt, wenn ein Mensch die Handlungen eines anderen Menschen sieht und meint, dass er etwas tun sollte und, zum Beispiel ohne um Erlaubnis zu fragen, ohne es besprochen zu haben, hingeht und ihm irgendeine Hilfe leistet. Und hier können leicht unterschiedliche Schwierigkeiten entstehen.
67. Eine andere Sache ist es – wenn ihr gefragt habt, ob Hilfe angebracht ist. Derjenige sagt: "Ja, ist nötig." Und wiederum ist es eine Sache – wenn ihr es so gemacht habt, wie ihr es für nötig hieltet, und eine andere Sache – wo ihr es besprochen habt und so gemacht habt, wie es dieser Mensch wollte, es aber selbst nicht gekonnt habt. Ihr habt es genau so gemacht, wie er es wollte. Dies ist wirklich so gelungen, wie es dieser Mensch gewünscht hat. Das kann bei ihm Freude hervorrufen.
8. Also, hier können verschiedene Nuancen entstehen, wo ihr natürlich auch bei dem eigentlichen Versuch, irgendwie Hilfe zu leisten, einen Fehler machen könnt. Aber dies betrifft schon eine andere Frage, dann müsst ihr dieses Thema ein wenig anders behandeln.
69. Grundsätzlich, wenn ihr euch bemüht habt, etwas wirklich von Herzen zum Wohle zu tun und es irgendwie anders verlaufen ist - ist das normal, werdet nicht gleich traurig darüber. Das Hauptkriterium war in diesem Fall euer persönlicher Herzenswunsch, Wohlbringendes zu tun.
70. Schaut in euch selbst hinein: Und wolltet ihr wirklich das Wohl, oder habt ihr es unter dem Deckmantel des Wohls so gemacht, damit zum Beispiel der Kuh eures Nachbarn etwas "passieren" würde? Und angeblich ist man helfen gegangen... Also, damit nicht so irgendeine ungute Eigenschaft unter der Losung "zum Wohle" zutage tritt.
71. Aber in Wirklichkeit seid ihr immer imstande, dies einzuschätzen. Jeder Mensch ist imstande, das einzuschätzen, indem er aufrichtig in sein Inneres hineinschaut. Und wenn ihr es schon wirklich eingeschätzt hattet, dass ihr sehr behilflich sein wolltet und es so gut wie möglich machen wolltet, dann habt ihr alles normal getan. Das heißt, dies rechtfertigt euch völlig.
72. Und im Weiteren beginnen die schöpferischen Nuancen, wo man schon sehen, besprechen, schon Weisheit sammeln muss, lernen, es besser zu machen. Dies wird schon eine zweite Seite sein. Aber der Hauptaspekt ist in diesem Fall schon normal bei solch einem Motiv.“
73. „Sollte man verstehen, ob man dem anderen etwas zum Wohl bereitet hat?“
74. „Darum handelt es sich hier nicht. Hauptsache, dass ihr euren aufrichtigen Wunsch, es möglichst bestens zu machen, so eingeschätzt habt.
75. Dabei müsst ihr natürlich einbeziehen (wrtl. verstehen), dass es sich auch gar nicht richtig hat vollziehen können (ihr habt euch bemüht, aber ihr als Mensch konntet Fehler machen). Daher ist es nicht richtig, eindeutig zu meinen, dass, wenn ihr euch aufrichtig bemüht habt, so habt ihr eine wohlbringende Tat vollzogen.
76. Im Großen und Ganzen kann die Handlung wohlbringend sein. Ihr habt zum Beispiel etwas gemacht – und deswegen sind einige Menschen umgekommen. Und ihr wolltet anscheinend etwas Gutes tun, habt aber einen Fehler gemacht, und zack – führte das zum Tod. In Wirklichkeit ist dies auch zum Wohl. Aber grundsätzlich genommen. Dies soll nicht vom Menschenverstand eingeschätzt werden.
77. Wir haben es ein wenig ausführlicher betrachtet, im Ganzen, im Leben. Ihr habt es nicht beabsichtigt, aber es ist nicht zufällig passiert. Es läuft wiederum darauf hinaus, dass es infolgedessen so sein sollte.
78. Darum, im übergeordneten Sinne könnt ihr nicht einschätzen, ob es sich zum Wohl ergeben hat, oder nicht. Es wird natürlich immer zum Wohle sein, ihr aber müsst vor allem einschätzen, inwieweit ihr euch bemüht, dies zu tun. Und im Weiteren, entsprechend den Resultaten, die sich ergeben, versuchen, irgendwelche eigene Schritte zu überdenken, bei irgendwelchen eigenen Handlungen umzudenken.
79. Vielleicht, wenn ihr davon ausgeht, was sich im Endeffekt bei euch vollzogen hat, so seht ihr, dass ihr es irgendwie anders machen solltet. Also, ihr lernt im Leben. Aber ihr sollt nicht beurteilen, ob ihr Wohlbringendes getan habt, oder nicht. Hauptsache, dass ihr euch bemüht habt, es besser zu machen. So verweilt lieber vor allem bei dem.“
80. „Man sagt mir: "Deinetwegen ist der Mensch in Aufruhr (wrtl. er brennt)." Aber er kommt nicht auf mich zu, klärt nicht den Grund. Ich sage: "Nun, was soll's, möge er sich mit blauer Flamme gesundbrennen" (sinngemäß: bis zur Gleichgültigkeit).“
81. „Nun, normal, so etwas ist möglich.“
82. „Normal? Die Situation entwickelt sich weiter, man sagt mir: "Und willst du nicht hingehen, um diesen Menschen zu beruhigen?"“
83. „Wenn jener Mensch nicht ein Treffen sucht, so spielt dies hier natürlich eine Rolle. Aber es gibt noch einen anderen Umstand, wo es gut wäre hinzugehen und zu präzisieren. Angenommen, du hast etwas getan und allem Anschein nach auf grobe Weise getan.“
84. „Ich habe zu einer jungen Frau gesagt: "Ich nehme dich als eine kräftige, schöne, blühende Frau war." Und vorher hat sie gesagt, dass sie Schmerzen im Rücken hat, dass sie sich schwach fühlt. Und als man mich fragte, wie ich Frauen wahrnehme, sagte ich...“
86. „Und das haben Frauen auf der Versammlung gefragt: "Wie nimmst du Frauen wahr?".“
87. „Frauen im Allgemeinen, oder eine konkrete Frau?“
88. „Frauen und auch konkret diese Frau.“
89. „Wie du sie wahrnimmst? Einfach die Frage an sich, oder nach dem Gespräch, wo die Frau sagte: "Ich bin schwach, ich habe Rückenschmerzen?"“
90. „Sie sagte das zu Beginn der Versammlung. Und im Verlauf der Versammlung, irgendwann in der Mitte, sprach ich über meine Einstellung, dass ich sie als eine schöne, starke, blühende Frau wahrnehme.“
91. „Nun, darin liegt kein Verstoß. Darin, so wie du es sagst. Und andererseits, wenn die Frau sagt: "Ich bin schwach, ich habe Rückenschmerzen..." – und versucht, dir irgendwie anzudeuten, dass Holz gehackt werden muss, und du: "Ja, ich verstehe dich! Du bist ein kräftiger, guter, normaler Mensch" – und gehst schnell in eine andere Richtung, also, du bist irgendwie ausgewichen (Hauptsache, der Frau nicht helfen), dann war das natürlich so, dass da schon irgendeine nicht normale Facette zum Vorschein kam.
92. Und hier ist so eine Nuance... Als wäre etwas nicht vollständig gesagt worden. Wenn man einfach mir nichts dir nichts gefragt hätte: "Wie verhältst du dich zu Frauen?" – und du hättest einfach das Gute, das du gemeint hast, herausgestellt (nicht wie eine listige Ausrede bei etwas, sondern du äußerst einfach einen guten Wunsch), dann ist das normal.“
93. „Aber hier geht es darum, dass man mir gesagt hat: "Und möchtest du nicht hingehen dich entschuldigen?" Ich habe "nein" gesagt.“
94. „Dafür, dass ich gesagt habe "die Starke"? Ihr wollt also, dass ich hingehe und sage: "Entschuldige, ich sehe dich wirklich als eine Schwache, Gebrechliche, die ständig Hilfe braucht?"“ – sagte lachend der Lehrer anstelle des Fragenden. „Und solltest du dich schon danach nicht noch mehr entschuldigen?“
95. „Und dann hieß es: "Möchtest du nicht eine Frage an den Lehrer stellen?".“
96. „So frage auch du: "Welche Frage? Wenn ich eine Frage habe, werde ich sie schon stellen wollen. Aber wenn ich keine habe, wie kann ich sie dann stellen wollen? Sagt, wie kann man etwas machen wollen, was es nicht gibt?".“
97. „Aber in diesem Fall habe ich analysiert und die Frage gestellt...“
98. „Dann ist das alles. Wenn Ich es richtig verstanden habe, so hast du eben den guten Teil deiner Wahrnehmung von der Frau geäußert, ohne unterschwelligen Versuch, etwas, irgendeine Verantwortung, listig zu meiden, das ist dann normal.
99. Hauptsache hier – in das eigene Innere selbst aufrichtig hineinzuschauen: Wenn du etwas äußerst, so, was ist irgendwo in der Tiefe damit gemeint?
100. Wenn es ein reines Motiv war, eben das Gute so zu betonen, wie du es siehst, so ist das normal. Vielleicht hast du das irgendwo auch irgendwie grob ausgedrückt – normal, man soll nicht daraufhin zu brennen beginnen, und der Mensch da muss nicht brennen. Er wird dann zu brennen anfangen, wenn er in deinen Sätzen etwas anderes vermutet hat.
101. Als du das so gesagt hast, und die Frau hat dir unterstellt, dass du dadurch versucht hast zu vermeiden, ihr behilflich zu sein und sozusagen darauf angespielt hast: "Hack selbst das Holz! Läufst da gesund herum" - natürlich, wenn sie so etwas unterstellt hat, so bleibt ihr nichts anderes übrig, als mit der blauen Flamme zu brennen. Aber dann rührt das schon von der eigenen Unterstellung her. Und hier bist du schon nicht schuld daran.
102. Darum ist hier dein ursprüngliches Motiv wichtig. In diesem Fall ist es nicht eindeutig als falsch zu bezeichnen. Das Nicht-Richtige kann eben in diesem inneren Motiv verborgen sein, nicht aber im Äußeren der Aussage, die du getroffen hast.“
103. In der Antwort des Lehrers auf eine der Fragen wurde gesagt: „Die einen berichtigen, die anderen nicht. Und es mag sein, dass sogar das, was zu verbessern ist, das kommt vor, nicht sofort zu korrigieren ist, aber über einen langen Zeitraum hinweg ist es zu verbessern. Und nicht selten wird es nicht dadurch berichtigt, dass man einen Hinweis gibt, sondern dadurch, dass man sich nebenan richtig verhält. Und allmählich beginnt der Nächste sowieso, seinen Fehler zu bemerken. Aber, Ich betone es noch einmal, nicht dadurch, dass man ihn darauf hinweist, sondern dadurch, dass die anderen richtig reagieren.
104. Das ist komplett eine Schule der Weisheit, wo man sich weniger beeilen muss, dem anderen wegen seiner Mängel Vorwürfe zu machen. Glaubt an den Menschen, helft ihm. Er wird es bewältigen.
105. Dem Menschen ist es unmöglich, seinen Fehler nicht zu finden, er wird ihn unbedingt finden. Das Leben selbst, die Umstände selbst, seine persönlichen Gemütsbewegungen, sein persönliches Begreifen, ab und zu Erleuchtungen, werden ihn allmählich dahinführen, Weisheit zu erkennen. Unbedingt! Einen beliebigen Menschen.
106. Und wenn ihr jemandem nicht alles sagt, so heißt das überhaupt nicht, dass sich der Mensch jetzt ohne das nicht erhebt. Er wird sich herausarbeiten! Und im Hinblick darauf, wie Hinweise oft gegeben werden, kann man sogar sagen, dass er sich ohne diese Hinweise schneller herausarbeiten wird.“