Ihr müsst alles vergeben und dürft niemals verurteilen. ~ Möchtet ihr etwas, wünscht es euch, aber fordert es nicht. ~ Wenn jemand neben euch abstürzt, müsst ihr euch geduldig verhalten. ~ Bei Gläubigen soll das Interesse entstehen, nützlich zu sein. ~ Was bedeutet ein Regenbogen? ~ Erzieht euch, auch wenn ihr nicht wollt, zu arbeiten. ~ Strengt euch an, etwas gemeinsam zu machen, nicht separat. ~ Ich bestimme den Weg für alle, nicht für Auserwählte.
1. An der Liturgie-Prozession am Sonntag, dem neunundzwanzigsten Juli nahmen Kinder, Pädagogen und einige Eltern der Kinderbewegung "Blagowest" teil, deren Treffen auf dem Berg in diesen Tagen zu Ende ging. Darum wurden an diesem Tag die Fragen bei dem Treffen mit dem Lehrer nach der Verschmelzung vorwiegend von den Kindern im Alter von sieben bis zwölf Jahren gestellt. Hier Ausschnitte aus diesem Treffen.
2. „Lehrer, darf ich dich was fragen? Warum haben wir, wenn Papa wegfährt, es mit Mama so gut. Aber wenn Mama wegfährt und Papa bleibt, dann geht es uns mit Papa irgendwie schlecht. Er geht mit uns nicht so um wie Mama.“
3. „Er ist aber nicht die Mama, er ist doch der Papa. Also schafft er das nicht.
4. Kinder, schaut: Ihr stellt oft Fragen, wo vorausgesetzt wird, dass jemand etwas nicht gut macht. Auf all eure Fragen "warum?" wird die Antwort vorausgesetzt: "Weil er nicht gut ist" oder "Weil er es nicht richtig macht". Also hätte Ich zu bestimmen, dass jemand sich nicht so benimmt, wie es nötig ist, sich falsch benimmt.
5. Es ist besser, nicht über andere Menschen nachzufragen. Fragt immer über euch selbst nach, wo ihr euch bemüht zu verstehen, was euch nicht ermöglicht, eine richtige Handlung zu vollziehen, was euch hindert, dies zu tun. Und hier ist es für euch besser, über dieses Thema zu sprechen.
6. Denn andere Menschen handeln so, wie sie können. Ihr müsst ihnen alles vergeben und dürft sie niemals beschimpfen, sie niemals verurteilen. Versteht ihr? Alles soll man ihnen verzeihen.
7. Weil sie es so machen, wie sie es können. Wenn sie es nicht anders gemacht haben, so können sie das im Moment noch nicht. Kann man denn einen Menschen dafür beschimpfen, dass er das noch nicht machen kann? Man soll ihm doch die Möglichkeit geben zu lernen. Und dafür muss man ihm Zeit geben.
8. Und es kommt vor, dass man nicht nur ein Jahr braucht, um etwas zu lernen. Ihr braucht in der Schule elf Jahre, um alle Fächer zu lernen, elf Jahre habt ihr zu lernen. Und andere Lebensaufgaben werden im Laufe von zwanzig Jahren, vierzig Jahren, achtzig Jahren gelöst. Es kann manchmal auch das ganze Leben nicht ausreichen, um irgendwelche sehr wichtige Gegebenheiten zu begreifen, um sie richtig zu lösen, richtig daran teilzunehmen.
9. Darum, wenn jemand etwas nicht so gemacht hat, wie ihr es als richtig anseht und es euch scheint, dass der Mensch falsch gehandelt hat, so sollt ihr ihm einfach verzeihen, ihn Fehler machen lassen.
10. Und für euch hat es keinen Sinn zu fragen, warum er das so macht. Weil er es so nur kann – eine einfache Antwort. Weil er es anders nicht machen kann. Und da er es anders nicht machen kann, so ist dies auch nicht notwendig.
11. Denn wenn euch dies betroffen hat, wenn dieser Mensch irgendwie euch gegenüber falsch gehandelt hat, so braucht vor allem ihr das. Folglich habt ihr euch zu prüfen: Wie reagiert ihr darauf? Seid ihr gekränkt, fangt ihr an, darüber nachzudenken, wie schlecht dieser Mensch ist. Ihr sollt dies nicht denken. Ihr müsst euch sofort prüfen, wie ihr auf all dies antwortet.
12. Und hier beginnt so eine große Frage eures Lebens als die wichtigste gelöst zu werden. Und eure Aufgabe ist es zu verzeihen, den Menschen so zu lassen, wie er ist.
13. Und dann werden euch eure Fehler, die ihr unbedingt in großer Anzahl machen werdet, von anderen Menschen auch verziehen werden. Vielleicht wird jemand von ihnen auch nicht verzeihen können, weil er das nicht kann und es vorläufig auch nicht können wird. Aber wenn ihr Fehler von jemandem schon verzeiht, werden diese Menschen, obwohl sie selbst dies nicht können, sich bemühen, euch zu verzeihen. Einfach wird es ihnen vielleicht nicht ganz so richtig gelingen, wie es euch gelingt, aber sie werden sich Mühe geben. Und dies wird geschehen, weil ihr selbst euch bemüht, dies zu tun.
14. Darum soll eure Sichtweise, wie jemand unter euren Nächsten handelt, einfach sein, mit so einer einfachen Schlussfolgerung, dass Menschen es so machen, wie sie es können, und das ist schon gut, mögen sie sich weiterhin Mühe geben. Sie werden unbedingt lernen, alles richtig zu machen, aber mit der Zeit, nicht sofort. Und auch ihr selbst werdet mit der Zeit viel lernen.
15. Darum achtet aufmerksam auf euch. Achtet darauf, wie ihr miteinander kommuniziert, damit ihr euch nicht kränkt.
16. Wenn jemand unter euren Gleichaltrigen mit euch irgendwie unpassend gescherzt hat, euch erschreckt hat oder Schmerz verursacht hat, so schimpft nicht, lasst ihn weiterhin so sein. Lasst ihn ausgelassen sein, wenn er anders nicht kann. Aber eure Aufgabe ist es – nicht schlecht über ihn zu denken.
17. Er ist ein guter Mensch. Er kann einfach die Gefühle nicht bewältigen, die auf ihn einströmen. Sie lassen ihn laufen, springen, an etwas zupfen, etwas vielleicht sogar kaputt machen. Also, die Gemütsbewegungen zwingen einen Menschen, verschiedene Unternehmungen zu vollbringen. Wenn ein Mensch sie nicht kontrollieren kann, ordnet er sich ihnen unter.
18. Aber beschuldigt ihn deshalb nicht vorschnell. Das ist seine Aufgabe, die er vielleicht das ganze Leben lang lösen wird. Lösen... dafür wird er etwas erhalten. Wenn er es falsch löst, wird sich das schmerzhaft auf ihn auswirken, aber er wird unbedingt lernen.
19. Und ihr helft ihm. Und eure allererste Hilfe ist es, von ihm nichts Schlechtes zu denken. Dies da wird eure größte Hilfe sein, das Erste, was ihr tun sollt.
20. Und weiter seht schon: Ihr könnt mit Worten noch auf etwas hinweisen, falls man euch zuhören wird, oder ihr werdet auf nichts hinweisen, werdet einfach lächeln.
21. Das ist wahrlich eure Aufgabe. Daran sollt ihr nun unbedingt sehr ernsthaft arbeiten. Gerade deshalb haben alle Menschen auf der Erde viele Schwächen. Und in Abhängigkeit davon, wie sie sich bemühen, diese Aufgabe zu lösen, lässt es jemand zu, länger Fehler zu machen, und jemand anderer kann schon irgendwelche Fehler nicht mehr wiederholen, weil er sich bemüht, seine innere Welt anders aufzubauen.
22. Vor euch liegt ein langer Weg, ein gar nicht einfacher, interessanter, sehr ernster. So auch schaut in euch hinein: Was hindert euch, die eine oder andere gute Tat zu vollbringen? Wenn euch irgendeine Gemütsbewegung stört, so überwindet dieses Gefühl und vollbringt diese gute Tat.
23. Lasst nicht die Gemütsbewegungen, die eure guten Taten bremsen, über euch herrschen, euch lenken. Ihr müsst stärker werden als diese Wünsche und in jedem Fall die gute Tat vollbringen. Verstanden?“
24. „Lehrer, warum habe ich keinen Freund, der "Hund" heißt? Was mache ich falsch?“, stellte ein anderes Kind die Frage.
25. „Einen Freund, der "Hund" heißt? Oder einen Freund, der ein Hund ist?“
26. „Die Umstände bei uns sind so, dass er einen Hund haben will, es aber bei uns schon längere Zeit nicht klappt. Und er ist deswegen traurig“, erklärte seine Mama.
27. „Da muss man nicht traurig sein. Folglich ist es besser so. Also wisst ihr noch nicht, was für Umstände sich dadurch einstellen können. Denn wenn ihr etwas erwerbt, so wird sich daraufhin euer Lebensweg mit diesem Geschenk irgendwie anders gestalten.
28. Und nicht alle Geschenke, die ihr jetzt bekommen könnt, können für euch nützlich sein. Vielleicht wollt ihr es auch gern, aber in diesem Fall ist ein Hündchen – ein lebendiges Wesen, und wenn es bei euch zu leben beginnt, wird sich euer Leben etwas verändern.
29. Und wenn zu sehen ist, dass sich dieses Leben in eine schlechtere Richtung ändern kann, so ist es besser, vorläufig kein Hündchen anzuschaffen. Somit gibt es irgendwelche Umstände, die in diesem Fall auch stören würden, weiterhin wohltuend zu leben.
30. Verhaltet euch einfacher dazu: Es gibt dies nicht – also nicht nötig. Möchtet ihr dies – nun gut, wünscht es euch weiterhin, aber fordert es nicht, seid nicht so stark bei diesem Thema in Sorge, lasst nicht zu, dass euch diese Gefühlsbewegungen beherrschen.
31. Sonst werdet ihr gekränkt sein, sonst erscheinen bei euch sofort viele ungute Gedanken. Und diese Gedanken werden schon euer Leben stark schädigen. Wenn etwas nicht gestattet wird, so ist es nicht nötig, versucht, euch dazu einfacher zu verhalten. Das wird weise sein. Das wird sehr nützlich für euch sein.“
32. „Lehrer, noch eine Ergänzung. Eine Frage gerade desselben Jungen: Warum er keinen leiblichen Papa hat? Ihn berühren folgende Fragen: Was stimmt nicht? Soll er vielleicht irgendetwas ändern, irgendwelche Eigenschaften, Handlungen, was? Er ist deswegen sehr besorgt.“
33. „Die gleiche Antwort. Die Antwort ist die gleiche. Warum etwas so nicht ist – so soll man nicht fragen. Alles ist nicht so. Bei allen stimmt alles nicht! Und berichtigen muss man das ganze Leben.
34. Denn ein Papa ist kein Spielzeug. Ein beliebiger anderer Mensch ist auch ein lebendiger Mensch, bei dem vieles davon abhängt, wie er sein Leben bewältigt, wie er sein Leben ändern möchte, in welche Richtung er sich bemüht voranzukommen.
35. Und alle Komplikationen in eurem Leben kommen dadurch, dass sich alle in verschiedene Richtungen bewegen, darum gelingt es nicht, sich normal zu vereinigen. Und es scheint, dass sie sich nebeneinander befinden, streben aber nach verschiedenen Seiten, sehen in verschiedene Richtungen, und es gelingt auf keine Weise, sich richtig zu vereinen.
36. Deswegen ist es hier selbst zu wenig, dass ein einziger Mensch, indem er den Wunsch hat, sich mit einem Menschen zu vereinen, alles richtig macht. Hier ist wichtig, dass ebenso der andere auch alles richtig macht. Und nicht nur der andere, sondern auch der dritte, der vierte... Denn ihr seid mit vielen Menschen verbunden. Und sie alle müssen alles richtig machen. Dann beginnt sich alles harmonisch auf gute Weise miteinander zu verbinden. Alles wird sich so verbinden, wie dies am wohltuendsten sein wird.
37. Aber jetzt kann man dies kaum sehen. Aber auch das ist nicht schlimm. Denn all dies hat man zu lernen: richtig zu leben, sich harmonisch gegenüber den Geschehnissen zu verhalten. Und dann beginnt allmählich alles zusammen zu kommen, eure Wünsche werden immer mehr in Erfüllung gehen.
38. Dafür – damit eure Wünsche mehr in Erfüllung gehen – müsst ihr selbst der Harmonie entsprechen. Je reiner und richtiger ihr leben werdet, umso schneller werdet ihr bemerken, dass eure Wünsche, wie sich's erweist, sehr schnell anfangen, in Erfüllung zu gehen.“
39. „Lehrer, was soll ich machen, wenn meine Mama so etwas überkommt, dass sie anfängt, mich zu beschimpfen und sagt, dass ich von ihr weggehen soll?“, fragte ein Mädchen.
40. „Für Mich ist es jetzt schwer zu sagen, in welchem Zusammenhang dies bei euch vorkommt. Da soll lieber die Mama gefragt werden, warum das bei ihr geschieht. Vielleicht wird sie wegen irgendwelcher Handlungen von dir verwirrt, und es wäre besser, dass du das dann so nicht machst. Man muss dieses Thema tiefgreifender betrachten.
41. Aber man muss sich hinsichtlich dieses Umstands geduldig verhalten. Versuchen, die Mama zu fragen, was sie denn nicht als richtig ansieht. Aber erst in dem Moment vielleicht, wenn sie sich beruhigt hat. Nicht sofort in dem Moment ihres Absturzes nachfragen, sondern nach einer Weile versuchen, zusammen zu begreifen, was da zwischen euch vor sich geht.
42. Aber wenn die Mama einen Absturz hat, oder irgendein Papa, oder jemand anderer von euren Nächsten, so muss man sich natürlich geduldig dem gegenüber verhalten, obwohl das sehr schmerzhaft sein wird. Aber konzentriert (wrtl. zuspitzen) eure Aufmerksamkeit nicht auf den Schmerz. Geduld!
43. Denn es kann vorkommen, wenn der Mensch einen Absturz hat, also danach, wenn er ruhig geworden ist, dann schämt er sich selber, ihm selbst wird es unangenehm, dass er abgestürzt ist. Aber vorläufig kann er noch nichts dagegen tun: irgendein Moment kommt, wo er provoziert wird, wo er sehr schwach ist, und er kann aufs neue einen Absturz erleiden.
44. Die Hauptsache aber – meint nicht, dass dieser Mensch immer so denkt, wie in dem Moment des Absturzes. Nur in diesem Augenblick entstehen bei ihm solche Gedanken, und oft bedauert er dies danach.“
45. „Lehrer! Und warum ist im ersten Band des Letzten Testaments, soweit ich verstanden habe, alles in altrussischer Sprache geschrieben?“, fragte ein Kind.
46. „Weil man das so gemacht hat“, lächelte der Lehrer. „In dem Moment war es günstiger für jene Menschen, die damit in Berührung gekommen sind. Für sie war es wichtig.“
47. „Lehrer, ich bin in so einer sehr seltsamen Situation. Wenn man mir sagt: "Lass den Menschen los", lasse ich innerlich diesen Mann los, aber er wird mir sozusagen fremd, ich werde sozusagen seinem Schicksal gegenüber gleichgültig. Und vorher, bevor ich ihn loslasse, bin ich an seinem Schicksal interessiert. Was geht da vor sich?“
48. „Ich weiß nicht, was du tatsächlich machst. Du sprichst jetzt Worte, hinter denen sich etwas verbirgt, aber was gerade konkret du meinst – das bezeichnest du jetzt nicht. Du sprichst bildhaft darüber.“
49. „Wenn ich den Menschen alles machen lasse, habe ich das Gefühl, dass er mir irgendwie fremd geworden ist, und ich interessiere mich schon nicht mehr dafür, was mit ihm passiert.“
50. „Und du lässt deinen dir Nahestehenden nicht alles tun? Daraus ergibt sich also, dass, wenn du liebst, und der Mensch ist an deiner Seite, und ihr habt wirklich vor, zusammen zu sein, und du übernimmst so eine eigenartige psychologische Verantwortung für ihn, so wirst du ihm viele Handlungen verbieten?“
51. „Nein, ich werde sie nicht verbieten.“
52. „Folglich wirst du ihm alles erlauben.“
53. „Na ja, ich werde alles erlauben.“
54. „Nun, und Ich verstehe nicht: In diesem und in dem anderen Fall erlaubst du alles?“
55. „Ja, in diesem und in dem anderen Fall erlaube ich alles, aber sozusagen in diesem Fall...“
56. „Dann geht folglich noch etwas anderes vor sich.“
57. „Ja, anscheinend etwas anderes.“
58. „Also, dies soll man im Innern auch finden. Vergleiche einfach. Unternimm solche Vergleiche. Hier muss man Details betrachten...“
59. In der Antwort auf eine der Fragen sagte der Lehrer: „Bei euch als Gläubige soll das Interesse entstehen, nützlich zu sein, ihr müsst es euch anerziehen.
60. Ich kann nicht sagen, dass, wenn ihr euch als Gläubige bezeichnet habt, so müsst ihr sofort dieses Interesse in euch finden. Möglich, dass es nicht vorhanden ist. Aber man soll es in sich heranziehen – das Interesse, nützlich zu sein für alle, die um euch herum sind. Also dies soll ein lebenswichtiges Interesse eines Gläubigen sein - nützlich zu sein, notwendig zu sein für eure Nächsten.
61. Und ihr denkt die ganze Zeit so darüber nach, überlegt, bemüht euch, strebt danach, Kräfte aufzubringen, die euch wirklich helfen könnten, um dieses Bedürfnis oder diesen Wunsch, nützlich zu werden, zu verwirklichen.
62. Deshalb, ob er euer Nächster ist, in euer Haus gekommen ist, oder aus eurem Haus weggegangen ist und angefangen hat, in einem anderen Haus zu leben, er ist sowieso derjenige, dem gegenüber ihr interessiert sein müsst, nützlich zu sein.
63. Eine andere Sache – ihr wollt euch um das kümmern, oder das irgendwie veredeln, was ihr psychologisch bezeichnet als "dies ist meins". So etwas gibt es auch. Wenn das "meins ist", so kümmert ihr euch mehr darum. Wenn es nicht als "meins" bezeichnet wird, so werdet ihr dem folglich überhaupt keine Aufmerksamkeit widmen. Also, dieser Umstand ist natürlich von nicht geringer Bedeutung. Hier kann dies ins Spiel kommen, wo bei euch dieser Umschalter zu funktionieren beginnt.
64. In Wirklichkeit ist nichts das Eure. Es ist anscheinend auch alles das Eure... und nichts ist eures. Nur das ist das Eure, was ihr abgebt - es gibt da so eine lebenswichtige Weisheit.“
65. „Lehrer, ist es angebracht, auf ein festliches Hemd das Symbol des Einigen Glaubens aufzusticken, das heißt, das Kreuz im Kreis, oder ist dies unbescheiden?“
66. „So etwas kann man machen. Hauptsache, es handelt sich um ein festliches Hemd. Also, es ist nicht das Aufsticken auf all das gemeint, was einem einfällt; auf seine Unterhosen – das ist schon unerwünscht. Also, dies soll würdig wahrgenommen werden.“
67. „Lehrer! Und was bedeutet ein Regenbogen, dem kein Regen voranging?“, fragte ein Kind.
68. „Was du willst. Alles Gute, das dir einfallen kann, das alles bedeutet es auch. In solchen Fällen lieber nicht fragen.
69. Wenn man euch irgendein Zauberkunststück zeigt, so ist es besser, nicht zu erfahren, warum es so vor sich geht und wie es geschieht. Nehmt es lieber so wahr, wie ihr es könnt, das wird viel besser sein.
7. Denn wenn ihr etwas Ungewöhnliches seht und es euch scheint: Dies bedeutet etwas und vor allem etwas Gutes, so behaltet: Gerade dafür wurde euch diese schöne Erscheinung gezeigt, damit bei euch dieser gute Gedanke entsteht und ihr euch auf ihn stützen könnt, glauben könnt, diesem Gedanken vertrauen könnt.
71. Deshalb, wie kann man sich dies als etwas Gutes vorstellen? Was als erstes bei euch eurem Verständnis nach erschienen ist – das bedeutet es auch.“
72. „Wenn ich im Garten arbeite, kann bei mir manchmal ein großer Widerwille entstehen, im Garten zu arbeiten. Ich versuche weiterzuarbeiten, aber das gelingt mir manchmal nicht“, stellten die Kinder weiterhin ihre Fragen.
73. „Aber immerhin, weiter versuchen zu arbeiten ist wichtig. In diesem Moment setzt der Erziehungsprozess ein. Ein Mann muss sich unbedingt erziehen, weil so viel auf seine Schultern gelegt wird, ihm noch so viel Arbeit zu machen bevorsteht, seinerseits noch so viele Anstrengungen erforderlich werden. Und natürlich ist es besser, sich dies schon von Anfang an anzugewöhnen.
74. Dies erleben alle. Abhängig davon, wie ein Mensch entwickelt ist, wie ein Mensch die Arbeit mag, wirkt sich dieses Nicht-Wünschen unterschiedlich aus. Und Ich kann dir sicher sagen, dass viele unter ähnlichen Umständen erleben können, dass sie nicht zu arbeiten wünschen, aber sie arbeiten. Warum? Weil sie sich überwinden und sich erziehen. Sie erziehen sich dazu, die Arbeit zu lieben.
75. Darum, wenn du so viele Arbeitende siehst und sie arbeiten so intensiv, so bedeutet das überhaupt nicht, dass sie dies sehr gerne machen möchten. Sie tun es einfach, weil sie sehen, dass das gemacht werden muss, und sie achten schon nicht auf ihren Wunsch. Sie packen einfach an und machen, weil sie verstehen, dass das gemacht werden muss und hier ein Wunsch nichts verloren hat.
76. Daher soll man versuchen, sich zu erziehen, das werden wichtige Eigenschaften sein. Sie werden im Nachhinein eine große Rolle spielen, sie werden sehr dienlich sein.“
77. „Besonders an heißen Tagen möchte ich nicht arbeiten.“
78. „Nun, das ist ein normales physiologisches Bedürfnis. Das heißt, dein Körper, indem er so eine Hitze verspürt, will sich natürlich entspannen. Bei heißem Wetter bemüht man sich gewöhnlich, etwas weniger zu arbeiten, keine große Arbeit zu machen. Und wenn man das schon irgendwie machen muss, so deswegen, weil darin eine große Notwendigkeit gesehen wird.
79. Und so soll man natürlich die Arbeit verteilen und an einem sehr heißen Tag von frühmorgens an arbeiten, sich danach am Mittag in der heißen Zeitperiode erholen und abends wiederum die Arbeit fortsetzen.
80. Das heißt, dein Organismus reagiert normal. Und hier soll man schon weiter schauen und diese Arbeit regulieren.“
81. „Als wir hierher auf den Berg hochkamen, hatte ich manchmal ein sehr starkes Bedürfnis stehenzubleiben, aber ich musste doch irgendwie gehen. Manchmal blieben wir stehen, sangen einen Psalm und gingen weiter. Einmal wurde ich müde, wollte stehen bleiben, habe mich aber beherrscht. Und das nächste Mal blieb ich ein bisschen stehen, und dann ging ich sofort schnell weiter, um alle einzuholen. Als ich alle eingeholt hatte, wollte ich nochmals stehen bleiben. Wie sollte ich mich verhalten?“
82. „Sich lieber anstrengen, mit allen mitzuhalten. Dass du dich bemüht hast, dich zu überwinden, ist gut. Das gehört auch zur Erziehung des männlichen Geistes. Sehr wichtig! Darum erziehe dich weiterhin, versuche es. Wenn du etwas mit allen zusammen machst, so strenge dich an, es mit allen zusammen zu machen, nicht separat von den anderen. Und dass du dich angestrengt hast, zusammen mit den anderen zu gehen, war sehr wichtig.“
83. „Lehrer! Am achtzehnten August ist die Weihe der gläubigen Kinder geplant. Gibt es irgendwelche Kriterien für ein gläubiges Kind?“, war jetzt die Frage eines Erwachsenen.
84. „Ihr selbst habt diese Umstände geschaffen, folglich sollt ihr das selbst bestimmen.“
85. „Also hier wird der Aspekt der subjektiven Meinung gelten, ja?“
86. „Ja, wenn ihr entscheiden werdet, dann natürlich. Und wie sonst anders? In einem beliebigen Fall, was immer Ich auch sagen werde, ihr werdet dies subjektiv widerspiegeln und anzuwenden versuchen. Dies wird sowieso unvermeidlich geschehen.
87. Aber von Meiner Seite her können keine solche Kriterien gegeben werden. Ich bestimme den Weg, den zu gehen man sich bemühen soll (bemühen!), aber nicht so, dass ihn Auserwählte betreten, die man als solche bezeichnen kann, denen man vertrauen kann. Er ist für alle offen.
88. Und im Weiteren beginnt ihr schon, gewisse Bedingungen untereinander einzuführen, die eine bestimmte psychologische Rolle spielen. Aber dies sind schon nur eure Bekundungen.