Vadim 17

«

  Kapitel 18  

»

Um andere zu ermutigen, eine positive Zukunft voraussagen? ~ Das Erste was ihr zu tun habt: Rechtfertig andere! ~ Hat Vissarion vor zweitausend Jahren das Evangelium geschrieben? ~ Warum werden hier keine Familienkinderheime gebaut? ~ Heilmittel für andere mit dem eigenen Geld kaufen oder keine Hilfe leisten? ~ Wenn der Wunsch nach Intimität fehlt, soll sie nicht realisiert werden. ~ Alle ringsum müssen alles ändern. ~ Was ist Selbstbewusstsein und wie kann man es sich erarbeiten? ~ Lernt, euch selbst nicht zu verraten. ~ Diejenigen, die einen Hinweis erhalten, sollen immer dankbar sein. ~ Informationen, die in euren Kopf kommen können... ~ Eure Gesundheit ist vor allem die Gesundheit eurer Psyche. ~ Wenn die Frau die Ansicht des Mannes, auf der der Mann besteht, wählt, verliert sie nicht.


1. Hier einige Fragen und Antworten vom Treffen mit dem Lehrer nach der Verschmelzung am achten Juli.

2. „Ist es normal, wenn ich bei dem Wunsch, einem Menschen zu helfen, ihm Dinge sage wie ein Wissender (im Zustand maximaler Verschmelzung mit Dir)?“

3. „Wie ein Wissender?“

4. „Nun ja, als ein Wissender.“

5. „Gefährlich ist so etwas.“

6. „Obwohl ich natürlich verstehe, dass sie nicht wahrhaftig sind. Aussagen solcher Art wie: "Gedulde dich noch ein wenig, am Abend ist das vorbei", "Morgen erwarten dich interessante Ereignisse", "Man soll alles richtig machen", "Engel sind neben dir, sie wollen dir helfen" und Ähnliches...“

7. „In welchem Sinne sagst du das? Dass das in Wirklichkeit so sein wird, wenn du das so sagst?“

8. „Ich meine, dass das nicht sein kann, aber ich habe den Wunsch...“

9. „Ob es normal ist, in diesem Fall zu beruhigen, indem man möglicherweise nicht die Wahrheit sagt?“

10. „Nun ja, Ich habe den Wunsch, den Menschen aus seinen eigenen Sorgen herauszureißen.“

11. „Lieber nicht vorschnell so etwas sagen. Wenn er dem ernsthaft Aufmerksamkeit schenkt und es dann nicht geschieht, so bist du dann an seiner noch größeren Missstimmung schuld.“

12. „Handelt es sich um eine positive Unterstellung meinerseits, die Schlussfolgerung zu ziehen, dass der andere seinen Egoismus besiegt hat und mich im Innern die Situation erfreut hat zu sehen, dass der andere, bevor er das Wort des Ältesten erfüllte, gezögert hatte und es erst danach erfüllt hat?“

13. „Die Frage ist nicht klar. Als würdest du fragen: "Ist es normal, es aufzugreifen und positiv hinzustellen, den Menschen zu rechtfertigen, wenn es so aussah, als hätte er etwas falsch gemacht?" Ist die Frage derart?“

14. „Also darf man so etwas machen?“

15. „Nun, lieber in jedem Fall rechtfertigen. Wenn etwas falsch zu sein scheint, und ihr das nicht genau wisst, so ist natürlich das Erste, was ihr zu tun habt - es zu rechtfertigen. Das ist das Erste. Unbedingt!“

16. „Und darf ich diese meine Freude mit irgendeinem Wort laut äußern, zum Beispiel: "Hurra! Gesiegt!"?“

17. „Nein, nicht nötig. Denn dann wird mehr das Negative gemeint sein.“

18. „Lehrer, darf ich für meinen Sohn eine Frage stellen? Er sitzt hier, hat aber Angst zu fragen, er geniert sich.“

19. „Und will er das wirklich fragen?“

20. „Ja. Er hat mir die ganze Zeit immer gesagt, dass er sehr gerne mit Zwergen befreundet sein möchte, aber wie er das anstellen kann – schämt er sich, Dich zu fragen.“

21. „Nun, warten, bis sie erscheinen werden, und sich einfach nicht erschrecken, nicht laut schreien, sie nicht erschrecken. Sich anfreunden, guten Tag sagen, sich begrüßen... und es entsteht Freundschaft.“

22. „Es gibt sie also, ja? Darf ich ihm das sagen?“

23. „Nun, wenn er sie antrifft... Wenn er sie aber nicht trifft, dann gibt es auch keine Frage.“

24. „Ich wünsche Dir Freude, Vissarion! Ich bin ein Gast aus dem Altai, ich heiße Anatolij. Hier eine kleine Präambel und eine Frage. Das Evangelium von Jesus Christus wurde in der Königlichen Bibliothek von Habsburg in Wien in Altaramäisch gefunden und in den Sonderaufbewahrungsräumen des Vatikan in Altslawisch. Man hat sie übersetzt und verglichen – Wort für Wort, eine einzige Quelle. Die Frage an Dich. Hast Du vor zweitausend Jahren das Evangelium geschrieben, das der Jünger Johannes dargelegt hat? Und eine zweite Frage: Warum initiiert die Gemeinschaft nicht die Gründung von Familienkinderheimen? Ich habe mit Frauen in der Gemeinschaft gesprochen, sie waren den Tränen nahe – sie wollen Kinder haben. Danke.“

25. „Die Vergangenheit kann Ich nicht kommentieren, Ich erinnere Mich nicht“, lächelte der Lehrer. „Aber höchstwahrscheinlich habe Ich es nicht geschrieben.

26. Es handelt sich um eine ernste Angelegenheit – beim Geschriebenen. Wenn es schon sein soll, dann soll es unbedingt auf solche Weise geschehen, dass es überall zugänglich ist (wrtl. verbleibt, Anm. d. Übers.), denn das spielt eine wichtige Rolle. Und je genauer die Wahrheit dargestellt ist, umso eine größere Verantwortung beginnen all diejenigen zu tragen, die damit in Berührung gekommen sind. Unvermeidlich.

27.Daher einfach die Wahrheit so hinzuwerfen, dass sie irgendwo dort verloren gehen könnte, um irgendwo mühsam aufzutauchen, so sollte es nicht sein. Doch sonst wäre im Voraus bekannt, wie sie sich weiter verbreitet, inwiefern die Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie sich schnell unter der Mehrheit der Menschen einbürgert.

28. Und es wäre natürlich nicht richtig, sie bei solch einer Entwicklung der Ereignisse im Nachhinein zu schreiben. Darum sage Ich, dass es zweifelhaft ist, dass es so stattgefunden hat.

29. Und was die Häuser angeht... Ja, das würde man doch gerne machen, aber die Kräfte reichen nicht aus. Hier haben die Ankömmlinge eine charakteristische Besonderheit: In der Regel besitzen sie wenig. Um damit anzufangen, ein Haus zu bauen, müssen sie irgendwoher dieses Holz besorgen, es liefern... zupacken und bauen. Gleichzeitig müssen es diejenigen, die es bauen sollen, fertig bringen, auch noch ihre Kinder zu ernähren.

30. Und so ergibt sich eine ganze Reihe von Schwierigkeiten, wo aufgrund des Fehlens finanzieller Mittel auch noch vieles einfach mit eigenen Kräften gebaut werden muss. Die Schule muss gebaut werden, die Kirche, man muss Kindergärten bauen, und es wird jetzt schon die Notwendigkeit gesehen, Häuser zu bauen, wo betagte Menschen zusammen wohnen können. All das ist nötig, all das wird ausgezeichnet begriffen. Und man hat keine Kräfte.

31. So, als ob gleichsam Kräfte vorhanden seien, aber die Menschen sind gezwungen, sich zwischen verschiedenen Umständen, die die Menschen in ihre Abhängigkeit einbinden, zu drehen. So, dass sie gleichsam gerne dort arbeiten würden, wo es nicht richtig sein wird, Geld für sich zu fordern, aber gleichzeitig haben sie zuhause Familie (bei ihnen zerfällt das Haus, oder sie haben gar kein Haus, es muss noch gebaut werden) – wiederum muss man es schaffen können, irgendwo das Geld zu verdienen.

32. Und so eine Gemeindekasse (wrt.Fiskus), wohin regelmäßig irgendwelches Geld fließt, gibt es in der Gemeinschaft nicht. Wenn es so wäre, könnte man natürlich viele Sachen einfach lösen. Aber diese Bereiche, Mammon und Gott, sind hier schwerlich zu kombinieren. Hier ist es am markantesten zu sehen, wie schwer das zu vereinen ist.“

33. „Lehrer, ist es richtig, wenn ich als Berufstherapeutin ärztliche Hilfe mit Heilmitteln leiste, die ich von meinem Geld kaufe, da weder die Einige Familie noch das Dorf mit Geld helfen kann. Es kommen aber Menschen, und ich bin gezwungen, Heilmittel von meinem Geld zu kaufen. Ist diese Situation für mich gedacht, damit ich auf diese Weise keine Hilfe leiste? Oder soll ich das weitermachen?“

34. „Wenn du das machst, dann ist dies nur ein Plus für dich. Wenn du dich bemühst, den Menschen zu helfen, indem du allen das Deine abgibst, so ist das immer von Vorteil. Daher entscheide hier schon selbst.“

35. „Aber es kommt vor, dass ich schon nichts mehr zur Hilfeleistung habe.“

36. „Hast du nichts, so gibt es auch keine Frage. Somit steht diese Aufgabe nicht vor dir. Hauptsache, wie du dich dazu verhältst, dass du in dein Inneres hineinschauen kannst und dir die Frage stellst, ob du denn alles gemacht hast und die Antwort suchst.

37. Wenn du alles, was möglich war, als Hilfe zum Wohl deiner Nächsten getan hast, so hast du folglich das, was von dir in diesem Moment gefordert wurde, getan, mehr wird für den heutigen Tag nicht von dir gefordert. Morgen – steht schon eine neue Entwicklung bevor.“

38. „Lehrer, nach einem nicht ganz richtigen Versuch einer verliebten Frau, in mein Haus einzuziehen (ohne dass ich das wusste und wollte), verschlechterte sich mein Verhältnis zu meinem Mann ein bisschen. Das Menschliche, Freundschaftliche – ist normal, alles in Ordnung...“

39. „Die Frage, die Frage...“

40. „Soll ich irgendwelche Bemühungen unternehmen, damit ich in mir den Wunsch nach Intimität erlange? Oder einfach eine Zeit lang abwarten, bis er sich von selbst entfaltet und so sein wird wie früher?“

41. „Was erlangen (wrtl. erobern, besiegen)? Was genau? Versuche, es genauer zu formulieren.“

42. „Das Nicht-Verlangen zu besiegen...“

43. „Wie geht das, das Nicht-Verlangen besiegen? Ein nicht vorhandener Wunsch kann nur durch einen entstandenen Wunsch besiegt werden. Und wie sonst noch ist er zu besiegen? Ich sehe keine andere Variante, den Nicht-Wunsch zu besiegen. So geht das nicht.

44. Und das Verhältnis aufbauen – das ist schon ein anderes Gespräch. Wenn dich immerhin nur die Frage so eines begrenzten Teiles eurer zwischenmenschlichen Beziehung berührt, der nur mit der Intimität verbunden ist, so, wenn du keinen Wunsch hast, soll sie keinesfalls realisiert werden.“

45. „Auf keine Weise soll man, ja? Und das Freundschaftliche ist völlig in Ordnung, also, da geht eine gute Arbeit vonstatten.“

46. „Bitte. Wenn wirklich alles in Ordnung ist, dann wird es auch mit dem Wunsch normal sein.“

47. „Auch mit der Frau ist alles in Ordnung, wir sind Freunde.“

48. „Siehst du, alles ist bei dir in Ordnung, und der Wunsch ist plötzlich verschwunden.“

49. „Ja, den Wunsch habe ich nicht. Ist verschwunden.“

50. „Und der abhanden gekommene Wunsch ist mit einer Hemmung, mit irgendeiner Angst, mit irgendeiner Unzufriedenheit verbunden.“

51. „Nun ja. Aber das ist ohne meinen Wunsch passiert.“

52. „Folglich ist nicht alles in Ordnung. Aber du sagst, dass bei dir alles wunderbar ist, alles in Ordnung ist.“

53. „Aber ich bemühe mich, damit es möglich wird.“

54. Dies da ist eine andere Sache. Dann bemühe dich weiterhin. Wenn alles in Ordnung sein wird, dann wird alles normal.“

55. „Danke.“

56. „Lehrer, ich habe eine siebenjährige Enkelin. Wenn sie aus der Haustür tritt, schaltet sie ab – für sie existiert keine Oma mehr, keine Mama, kein Schwesterchen, das Haus nicht mehr. Und sie kann am Haus vorbei zu einem Ende des Dorfes gehen und zum anderen Ende, und abends suche ich sie. Ich habe viele Methoden bei ihr angewendet, jetzt weiß ich nicht mehr, wie ich handeln soll, damit das Kind weiß...“

57. „Was weiß?“

58. „...dass es ein Zuhause hat, dass man zuhause auf es wartet.“

59. „Jetzt ist mir die Frage nicht klar. Warum wird eindeutig die Schlussfolgerung gezogen, dass es aufhört, es zu wissen. Du erwähnst jetzt irgendeine klinische Situation, also, als ob bei dem Menschen etwas wirklich Nicht-Richtiges mit seinem Bewusstsein vor sich geht. Aber ist das denn wirklich so? Das, was du erzählst, zieht keineswegs eindeutig so eine Schlussfolgerung nach sich.“

60. „Sie tut mir leid, wenn ich sie nicht hinauslasse. Ich habe sie auch zu Hause sitzen lassen, eingesperrt, sie findet für sich Beschäftigung: Sie strickt, liest, schreibt...“

61. „Jetzt gelingt es nicht, die Frage zu lösen. Du weißt nicht, was du fragen willst, welches Problem.“

62. „Was soll man machen, damit das Kind nach Hause kommt?“

63. „So können wir dieses Thema nicht lösen. In diesem Fall kann Ich dir persönlich keinen solchen Hinweis geben, damit du, wenn du nach Hause kommst, ihn anwendest und das Kind auf dein Mitwirken hin regelmäßig heimkommt.“

64. „Oder muss man bei sich selbst etwas ändern?“

65. „Bei sich selbst etwas ändern? Aber alles muss man ändern. Alles! Im Laufe des ganzen Lebens. Und nicht nur du. Die Eltern müssen sich ändern, alle ringsum müssen alles ändern.

66. Ihr habt eine Reihe von Problemen durch das Leben eurer Gesellschaft eingegeben, wo viele Aufgaben nicht von einem Menschen abhängen, sondern von allen.

67. Weil diese bestimmten Gedanken-Informationsfelder der menschlichen Psyche, ihrer Entwicklung, schon eine so ernste Richtung eingeben. Und um etwas an dieser großen Richtung zu ändern, müssen alle daran teilnehmen. Ihr werdet nur versuchen können, euch aus dieser Richtung herauszuarbeiten, aber diesem Großen zu entweichen, ist nicht einfach. Denn daran müssen alle arbeiten.

68. Und darum, je mehr unter euch das Bedürfnis zu verspüren beginnen und sich dort schon einreihen, um sich mit Willenskraft zu ändern, umso schneller fangt ihr an, dies alles zu ändern. Aber zu ändern hat man viel.

69. Darum sind viele eingegebene Probleme grundsätzlich nicht zu lösen. Man kann etwas ausgleichen, aber sie sind nicht zu lösen. Sie werden entsprechend in ihrer natürlichen Sackgasse landen, hin zu jenen Früchten, zu welchen diese Wege sich aufgebaut hatten. Und sie werden zu diesen Früchten kommen, sie sind nicht zu umgehen.“

70. „Lehrer, es kann sein, dass das auch eine dumme Frage ist, aber ich habe damit ein Problem. Voriges Mal hast Du mir gesagt, dass ich die Frage wegen eines großen Mangels an Selbstbewusstsein gestellt habe. Und so habe ich jetzt die Frage: Und was ist das, selbstbewusst zu sein? Und, wenn möglich, wie man sich so etwas erarbeiten kann?“

71. „Ihr sollt mutiger das machen, was ihr für richtig haltet, was ihr persönlich für richtig haltet.

72. Nicht selten versteht ihr doch, wie es richtig ist, haltet euch aber nur deshalb davon ab, weil die anderen gesagt haben: "Das ist nicht richtig." Obwohl ihr in ihren Worten keine Wahrheit seht, so zwingt euch jedoch eure Angst. Und das ist eben keine normale Situation.

73. Ihr müsst lernen, mutig das zu tun, was ihr für richtig haltet. Nur dann erkennt ihr besser eure Schritte, nur dann entwickelt sich echte Weisheit, wo ihr selbst aufrichtig euren Schritt macht, mutig, fest, so, wie ihr das aufrichtig als richtig versteht.

74. Deshalb brauchte der Mensch während dieser Jahrhunderte die Genauigkeit der Wahrheit seines Verhaltens in Wirklichkeit nicht wissen. Das Erste, was ihr lernen solltet zu tun, ist - euren Gefühlen zu glauben, jenem Teil eurer Empfindungen, die ihr bedingt als "Gewissen" bezeichnet.

75. Lernt, euch selbst nicht zu verraten, betrügt euch vor allem selbst nicht. Und dann kann die Wahrheit im Leben des Menschen sehr einfach Fuß fassen. Denn das Göttliche ist schon in die Menschen eingelegt.

76. Und das, was mit dem Gewissen verbunden ist, spiegelt in der Regel diesen Teil in eurer Wahrnehmung der Welt wider – dasjenige, was das Göttlich ist. Und wenn ihr zunächst lernt, dies nicht zu verraten, dem zu folgen, dem zu vertrauen, dann kann Ich vieles im Weiteren erklären, aufzeigen, und euch zur nötigen Einheit bringen, weil ihr alle die einheitliche Basis in euch tragt. Und wenn ihr das befolgt, werdet ihr alle unvermeidlich zur Einheit kommen.

77. Aber abgesehen davon gibt es auch noch die Stimme des Egoismus, mit der ihr euch ständig abgebt. Und der Egoismus erzeugt mangelndes Selbstbewusstsein, ihr erschreckt euch, habt Angst davor, die Letzten zu sein, habt Angst, einen Fehler zu machen, dafür bestraft zu werden (wo von alters her über euch immer ein gewisses "Damoklesschwert" hängt, das euch mal den Kopf abschlagen wird, falls ihr etwas falsch macht).

78. Aber Gott bestraft doch nicht. Niemals! Aber indem ihr irgendwelche Fehler macht, werdet ihr natürlich auf irgendwelche Folgen treffen, die ihr hervorgerufen habt. Aber diese Folgen werden solche sein, die ihr auch persönlich zu verstehen habt, um das Wesen eurer Bemühungen zu ändern. Und das ist das normale Erkennen des Lebens.

79. Und je mehr ihr eurem Gewissen folgen werdet, umso seltener wird ein "Schwert" über euch hängen, ihr werdet es nicht spüren, es wird vieles auf einfachere Weise erledigt werden.

80. Obwohl das "Schwert" trotzdem das Problem beinhalten wird. Aber es wird vor allem das Problem derjenigen sein, die sich neben euch aufhalten und vornehmlich ihrem Egoismus vertrauen, der Angst hat. Ihr macht einen mutigen Schritt, und er hat Angst. Und diese Angst von ihm wird anfangen, euch zu untergraben, er wird versuchen, eure Zuversicht zu schwächen. Eure Aufgabe ist es – diesem mangelnden Selbstbewusstsein, das sich seinerseits zeigt, nicht nachzugeben.

81. Es soll bei euch der aufrichtige Wunsch herrschen zu lernen und die feste Absicht, euren Schritt so zu machen, wie ihr ihn gemäß eurem Gewissen fühlt. Damit nur diese zwei Komponenten bei euch normal funktionieren – und so kann man schon bei vielem beruhigt sein.

82. Damit bei euch nicht eine Selbstsicherheit (im negativ gemeinten Sinne, Anm. d. Übers.) entsteht, wird dieser Wunsch zu lernen euch helfen, vieles zu erkennen und die beste Lösung zu finden, da ihr immer im Lernzustand verweilt, immer Belehrung nötig habt.

83. Belehrung kann von überall her kommen. Und ihr müsst immer aufmerksam dorthin sehen, was sich als etwas Belehrendes zu erkennen gibt, an was man versucht, euch zu erinnern, euch vorzuwerfen, hinzuweisen. All diesem gegenüber müsst ihr euch dankbar, mit Aufmerksamkeit, verhalten, dort kann durchaus die Wahrheit sein. Und dann werdet ihr keine Probleme haben.

84. Und Egoismus hat Angst. Er hat Angst vor denjenigen, die euch Hinweise geben, denn in so einem Fall müsst ihr erkennen, dass derjenige, der hinweist, es besser weiß, ihr aber wisst entsprechend weniger. Und man möchte nicht derjenige sein, der schlechter ist, davor hat der Egoismus Angst. Denn in der Natur ist das, was schlechter ist, dem Untergang geweiht.

85. Auch im Leben des Menschen spielt da das Naturgesetz seine Rolle. Denn ihr tragt auch die einheitliche Wurzel der Natur in euch, so, wie ihr auch alle das einheitliche Göttliche in euch tragt. Und ein und derselbe Mechanismus funktioniert – die Angst, der Letzte zu sein (man wird als der Letzte leichter aufgefressen, er wird schneller als die anderen von denen aufgefressen, die stärker sind).

86. Das da hat auch seine ernste Rolle in der Geschichte der Menschheit gespielt, und ihr erlebt nun weiterhin noch diesen Einfluss und habt große Angst, die Letzten zu sein. Daher auch die Angst vor all denen, die euch belehren.

87. Auch wenn ihr noch geneigt seid, dem Lehrer zuzuhören, weil ihr Ihn für euch als den Lehrer bezeichnet habt und darauf psychisch irgendwie wohlwollend reagiert, so zeigt ihr aber auf Hinweise eurer Nächsten hin eine Reaktion, wobei ihr Angst habt: "Und warum zeigt er mir das auf? Was ist das denn für einer? Er macht ja selber einen Haufen Fehler! Läuft hier noch herum und gibt Hinweise! Soll er lieber auf den Balken in seinem Auge achten und ihn herausziehen, anstatt auf die Augen der anderen zu sehen!"

88. Ja, das ist normal, dass er hinschaut. Und nur dank der Tatsache, dass er in eure Augen hineinschaut und eure Balken sieht, oder Späne, oder Staubkörner, kann er euch helfen.

89. Und auch nur so hilft euch der Vater, indem Er euch so zusammenbringt, damit ihr euch gegenseitig helft. Ihr könnt die Stimme Gottes nicht direkt hören. Aber wie euch dann helfen? So muss man euch zusammenbringen, damit ihr euch gegenseitig Hinweise gebt. Aber ihr habt Angst. Sobald ihr das besiegt, fängt vieles an, auf wunderbare Weise berichtigt zu werden.

90. Daher verhaltet euch wirklich vorsichtig mit Hinweisen bezüglich der "Balken in den Augen". Wenn einst so ein Hinweis gegeben wurde, so wurde er vor allem jenen gegeben, die sich das Recht vorbehalten, herumzulaufen und allen Hinweise zu geben. Also damit er selbst auch auf sich aufmerksam schaut und zuerst bei sich schaut, ehe er vorschnell andere belehrt. Aber dies wird nur ihm als Hinweis gegeben. Davon dürfen jene nicht Gebrauch machen, denen der Hinweis gegeben wird.

91. Diejenigen, die einen Hinweis erhalten, sollen immer dankbar sein. Und es ist unwichtig, in welcher Form euch ein Hinweis gegeben wird. Ob man euch wild anschreien wird, ob man euch dabei mit Worten erniedrigt – unwichtig. Ihr sollt dankbar sein, auf das Wesen dieses Hinweises schauen, dort kann sich wirklich die Wahrheit befinden. Also, ihr müsst eure Sorge in diese Richtung lenken – diese Wahrheit erkennen.“

92. „Lehrer, darf ich noch eine Frage stellen? Zu mir kommt so eine Information in den Kopf, dass Krankheit eine Bestrafung für den Menschen ist wegen seiner Unfähigkeit, den Körper in Harmonie zu halten, und es wird so die Belehrung gegeben, dass ich dem keine Aufmerksamkeit schenken soll, nämlich den Körper zu heilen. Darf ich diese Belehrung ignorieren? Oder wie? Vielleicht kommt dies von den heiligen Brüdern?“

93. „Die Information, die ihr durch euer Bewusstsein von außen empfangen könnt, kann sich sowohl auf jene Quellen beziehen, die euch das Wohl wünschen, als auch auf jene, die euch anderes wünschen und ein gewisses eigenartiges Experiment an eurer Psyche anstellen. So etwas gibt es, und sogar viel.

94. Deshalb eindeutig zu sagen "höre hin" oder "höre nicht hin" wird unvernünftig sein. Alles soll durch euer Gewissen gehen und durch jenes Verständnis der sich ereignenden Realität, welches ihr allmählich erwerbt, indem ihr die Quelle berührt, die ihr für euch als die wahrhaftige bestimmt habt. Man soll es schaffen, das zu verarbeiten und im Weiteren abwägen, versuchen, an vieles vernünftig heranzutreten.

95. Eure Gesundheit ist vor allem die Gesundheit eurer Psyche. Je mehr Positives in eurer Wahrnehmung der Realität ist, umso gesünder wird euer Körper sein.

96. Lächelt mehr, scherzt (wie oft wir das schon erwähnt haben!). Alle Probleme bei euch werden sich dann auf ein Minimum beschränken, eine beliebige Krankheit werdet ihr dann durch gute Laune besiegen. Selbst wenn sie nicht zu vermeiden ist, wird sie leichter verschwinden, schneller verschwinden. Aber vor allem die gute Stimmung ist sehr wichtig, Dankbarkeit für die sich ereignende Realität – eben das ist der einfache Schlüssel.

97. Und da es euch, wie es sich herausstellt, daran fehlt und ihr immer noch versucht, bei der Suche nach irgendwas irgendwo hinzuklettern, so spricht dies nur von Unvernunft, von eurer Neigung, durch komplizierte Winkelzüge zur Wahrheit zu kommen, davon, dass ihr nicht sofort einen geraden Weg fixiert, ihr braucht unbedingt irgendeine Schwierigkeit. Je komplizierter es ist, umso sicherer scheint es euch zu sein. Und ihr drängt euch irgendwohin in einen Sumpf und bewegt euch dort mit Mühe hin und her.

98. Danach kommt ihr sowieso auf denselben Weg zurück und wundert euch: "Oh! Und bis dahin war, wie sich zeigt, nur ein halber Schritt zu machen." Und ihr seid irgendwo dorthin abgewichen, man hat euch dann lange gesucht.

99. Aber das ist die Besonderheit der menschlichen Psyche – je schwieriger es ist, umso ernster scheint es zu sein. Alles ist doch so einfach!“ – lächelte der Lehrer.

100. „Lehrer, ich (eine Frau, Anm. d. Übers.) wollte auch noch etwas zum vorherigen Thema fragen, wo Du darüber gesprochen hast, dass man mutiger sein soll. Man sagt oft zu mir, dass ich geradlinig sei, und man solle flexibler sein und irgendwo irgendwelche andere Varianten zulassen. Man sagt mir, dass man mich nicht von der Stelle rücken könne, dass ich so gehen würde, wie ich fühle.“

101. „Ob du flexibler sein sollst und das tun sollst, was du nicht fühlst?“

102. „Nun, wahrscheinlich, selbst so eine Frage, ja.“

103. „So wird es nicht richtig sein. Wenn wir es nämlich so, grundsätzlich genommen, betrachten.

104. Oder man sagt dir: "Hör' auf die Meinung des anderen, ordne dich ihm eindeutig unter. Wenn eure Ansichten uneinig sind, so sollst du die Ansicht des Mannes, der an deiner Seite ist, wählen." So ist es auch möglich. Aber eindeutig für alle Fälle des Lebens kann Ich so etwas nicht sagen.

105. Besonders dort, wo eine Frage gestellt wird, die mit der Verletzung der Gesetze der Wahrheit, die ihr für euch schon als heilige bestimmt habt und denen ihr euer Leben gewidmet habt, verbunden ist. In diesem Fall dürft ihr dies, dieses Verständnis, nicht verraten. Daher muss man hier schon die Situation selbst betrachten.

106. Im gemeinsamen Leben, wenn Mann und Frau die zwischenmenschliche Beziehung aufbauen, werden eure Interessen zwangsläufig aneinandergeraten. Und natürlich können sie bei weitem nicht immer übereinstimmen.

107. Daher, wenn diese eure Interessen aufeinandergestoßen sind, so soll man die Meinung von irgendjemandem wählen. Wenn die Frau die Ansicht des Mannes, auf der der Mann besteht, wählt, verliert sie nicht. In diesem Fall gibt es keinen Verlust.

108. Das bedeutet nicht, dass sie die Wahrheit verraten hat. Weil man hier schon sofort am Wesen der Sache sehen soll, worin bei euch der Streit besteht. Kann sein, dass die Frau auch Recht hat, aber wenn sie bei der Frage, die nicht mit der Wahrheit, nicht mit irgendwelchen geistigen Gesetzen, sondern mit irgendwelchen alltäglichen, schöpferischen Bereichen verbunden ist, immerhin das wählt, was der Mann vorschlägt (auch wenn sie Recht hat), verliert sie in diesem Fall nicht. Das ist eine normale Situation.“

109. „Also, das geistige Wachstum meinerseits wird dann größer sein, wenn ich, mal angenommen, die Seite des Mannes wähle?“

110. „In diesem Fall ja, weil du das Größere wählst. Du hast dein schöpferisches Interesse und es gibt das Interesse des anderen Menschen, dem du dienst. Und wenn du es fertigbringst, dein eigenes Interesse am Ziel beiseite zu lassen, mehr dein Dienen zu bezeugen, dem anderen nützlich zu sein, so ist dies geistig ein eindeutiger Gewinn.“


←
→