Wenn der Sohn Fische für die Katze angelt - verbieten? ~ Ihr müsst nach eurem eigenen Verständnis leben und nicht nach dem eurer Mitmenschen! ~ Wie kann man ein Gläubiger werden? ~ Darauf bestehen, dass das Kind beim Jäten hilft? ~ Eine Massage, das Mädchen, und die Frau ~ Es gibt Dinge, die ihr nicht ändern könnt - so geht weiter. ~ Wenn schwere Gemütsbewegungen kommen, schaltet eure Aufmerksamkeit hartnäckig auf das Schaffen um! ~ Was wenn ein vergangener Fehler quält? ~ Ist eigene Ansichten mitteilen ein Aufzwingen? ~ Indem ihr den Gesetzen der Harmonie folgt, werdet ihr feiner. ~ Wenn negative Emotionen einsetzen, modelliert, wie ein Gläubiger handeln muss. ~ Versucht nicht, den Nächsten zu belehren.
1. Ein heißer Sonnentag, der fünfzehnte Juli. Das Treffen mit dem Lehrer nach der Verschmelzung. Hier einige Fragmente aus diesem Treffen.
2. „Mein Sohn ist dreizehn Jahre alt, er angelt Fische für die Katze. Mir ist es noch nicht gelungen, ihn umzustimmen. Wird das nicht ein Verletzen der Wahrheit sein, wenn ich es ihm nicht verbiete?“
3. „Dabei gibt es keine Verletzung. Ich weiß nicht, welche Bedingungen zu Hause herrschen, wie du kommunizierst. Ich kann nicht irgendeine einzige Antwort auf alle Fälle des Lebens geben. Die weitere Entwicklung dieses Umstandes setzt verschiedene Schattierungen voraus. Und es ist nicht irgendeine Antwort zu geben, die du jeden Tag trocken, hartnäckig anwenden wirst.
4. Wenn du versucht hast, ihm dies auszureden, gibt es somit deinerseits in diesem Fall keine Schuld insofern, dass es dir nicht gelungen ist, ihn umzustimmen, falls du wirklich aufrichtig alles getan hast, was du tun konntest. Dabei kann man auf keine Weise eine eindeutige Schuld bei dir sehen.
5. Aber die Entwicklung der Situation kann im Nachhinein unterschiedlich sein. Und wie du an dieser Situation teilnehmen wirst, wie du diese Frage aufs Neue behandeln wirst, von irgendeiner anderen Position aus, so wirst du es vielleicht als notwendig erachten, etwas zu tun, all dies soll man flexibel jeden neuen Tag anschauen. Und hier kann man auf keine Weise eine Regel anwenden.
6. Darum musst du fragen: "Ist es normal, dass ich im Nachhinein betrachte, ob noch eine Möglichkeit entstehen wird, irgendwie anders daranzugehen, aber immerhin werde ich versuchen, ihm das Richtige der Umstände, irgendwelcher Ereignisse, aufzuzeigen?"
7. Obwohl es in irgendeiner Situation möglich ist, dass er so handeln kann. Wenn eine Ausnahmesituation, die mit Haustieren verbunden ist, irgendwie entsteht. Das heißt, prinzipiell gibt es hier kein Verbot. Dass man das auf keinen Fall tun darf, das kann Ich nicht sagen.
8. Im Weiteren muss man schon die Situation anschauen. Darum tadele dich nicht sofort, erschrecke dich selber nicht sofort. Eine prinzipielle Verletzung, so eine grundsätzliche, gibt es nicht.
9. Und nimm nicht eine kategorische Position ein: Wenn es nicht gelungen ist, kommst du folglich nicht auf diese Situation zurück. Damit das da nicht nachklingt. Jeder neue Tag kann irgendeine neue Verfahrensvariante zur Verfügung stellen. Schau einfach.“
10. In der Antwort auf eine der Fragen sagte der Lehrer:
11. „...Ihr müsst nachdenken! Man kann euch auf etwas hinweisen, aber ihr müsst nachdenken und dann fragen, als ihr persönlich wirklich daran gezweifelt habt, ob ihr das Gesetz verletzt habt. Aber nicht deshalb, weil andere etwas sagen. Ihr sollt Mich nicht fragen: "Man hat mir das so und so gesagt. Ist das so?" Und wo ist euer Kopf?“
12. „Lehrer, ich habe das sofort mit Vergnügen aufgegriffen, um das zu tun“, fuhr die Fragestellerin fort.
13. „Wenn du das mit Vergnügen tust, warum fragst du Mich, ob du das weiterhin tun sollst?“
14. „Aber dann, als man anfing, mir Hinweise zu geben, setzten Zweifel bei mir ein.“
15. „Das habe ich gerade gesagt: Ihr müsst nach eurem eigenen Verständnis leben und nicht nach dem eurer Mitmenschen! Wenn man euch etwas sagt, analysiert ihr es. Und dann entscheidet ihr selbst, ob ihr es richtig oder falsch seht. Wenn ihr innerlich Zweifel habt, dann habt ihr das Recht, nachzufragen. Das wird logisch sein.
16. Und auf diese Weise nachzufragen: "Die anderen sagen mir das und das, und ich weiß nicht..." Nun, was ist das für ein Kindergarten bei euch? Aber ihr beredet alles sehr gerne miteinander. Und es ergibt sich, ihr seid in irgendeiner sehr schrecklichen Situationen. Irgendein Alptraum!
17. Eine Menge eurer Fragen soll einfach nur durch das richtige Herangehen an diese Aufgabe verschwinden.“
18. „Ich komme zu meiner Oma nur im Sommer. Und wenn ich nach Hause zurückkehre, zwingt mich meine Mama, Fleisch zu essen. Was soll ich tun? Soll ich essen oder nicht?“ – fragte ein Junge den Lehrer.
19. „Das musst du selbst entscheiden. Fleisch ist nicht gesund. Aber du musst schon selbst schauen und diese Aufgabe lösen. Wenn die Frage bei dir entsteht, versuche, sie standhaft selbst zu lösen.“
20. „Und wie kann ich ein Gläubiger werden?“, fuhr der Junge fort.
21. „Das wird dir allmählich gelingen. Nicht allen gelingt das sofort. Siehst du, wie viele Menschen ringsum sind? Sie sagen, sie alle seien Gläubige. Ich aber würde das nicht so sagen. Darum lernen sie.
22. Zum Gläubigen werden – heißt immer lernen. Und das wird so sein. In welchem Zeitabschnitt es sein wird, das wird sich von selbst ergeben. Für dich ist es nicht erforderlich, das festzustellen. Die Hauptsache ist dein Bemühen, dass du dich immer bemühst, alles richtig zu machen.
23. So, was meinst du nun – ist es gut, Fleisch zu essen?“
25. „So. Und wenn du dich bemühen wirst, es nicht zu essen, so bedeutet das, dass du schon zum Gläubigen wirst. Daher ist das Wichtigste – dein Bemühen. Je mehr du dich bemühen wirst, alles richtig zu machen, umso mehr und besser wird es dir gelingen, ein Gläubiger zu sein. Ein echter, guter Mensch, ein starker Mensch. Verstanden?“
27. „Lehrer, bei mir wohnt eine Frau mit Kind. Und ich versuche manchmal, das Kind zu bitten, zehn Minuten lang in einem kleinen Beetchen zu jäten. Oft sagt die Frau in so einem Moment, das Kind sei krank, es könne nicht. Und, angenommen, nach einer halben Stunde geht das Kind für eine Stunde, oder zwei, drei Stunden in der Sonne spazieren. Wie soll ich mich verhalten? Mich nicht in die Erziehung dieses Kindes einmischen?“
28. „Natürlich ist es für dich hier schwer, dich einzumischen. Und was soll das heißen: "Sich einmischen!"?“
29. „Darauf bestehen, dass das Kind geht und es macht...“
30. „Und was ist das – darauf bestehen?“
32. „Bitten heißt nicht darauf bestehen. Darauf bestehen heißt, irgendeine Anstrengung zu unternehmen, die zum Gehen zwingt. Aber dann mischt sich die Mama ein, und du musst parallel die Frage stellen: "Wie kann ich den Mund der Mama verschließen, damit sie sich nicht einmischt und nicht stört?"
33. Aber so eine Frage kannst du mir nicht stellen. Du gerätst dann zwangsläufig in die Situation, in welcher – na was denn – du wirst die Mama mit Gewalt zurückhalten, sie in eine Kammer sperren, damit sie nicht stört?“
34. „Es stellt sich heraus, sich einfach nicht einzumischen. Ergibt es sich so?“
35. „Und eine andere Variante? Fang einfach an nachzudenken. Du rührst an den Angelegenheiten, die sofort Folgen ergeben.“
36. „Sie bitten das Haus zu verlassen. Wenn sie nicht hört, dann...“
37. „Nur weil der Junge nicht hilft, sie bitten aus dem Haus zu gehen?“
38. „Nicht nur deswegen. Weil es viele solcher Nuancen des, man kann sagen, Ungehorsams gibt.“
39. „Aber im gegebenen Fall in Bezug auf den Jungen, so wie Ich gehört habe, ist es nicht richtig darum zu bitten, das Haus zu verlassen. Hier musst du dich schon demütiger verhalten.
40. Natürlich, das sind eine Menge Komplikationen, wenn die Mütter wegen ihrer Kinder so besorgt sind und sie verwöhnen. Und für unsere Verhältnisse hier auf dem Land kann sich natürlich ein gefährliches Bild entfalten. Ein sehr gefährliches. Je nach dem wie sie erwachsen werden, kann es immer schwieriger und schwieriger werden, ihnen das Arbeiten beizubringen. Danach werden sich viele bedauerliche Schwierigkeiten einstellen.“
41. „Lehrer! Mit Genehmigung, mit dem Einverständnis meiner Frau habe ich einem Mädchen eine Massage gegeben, weil sie Rückenschmerzen hatte. Danach sagte meine Frau, dass sie gefühlt habe, dass ich dem Mädchen die Massage besser gemacht habe als bei ihr. Sie habe es so gespürt.“
42. „Ah, das ist ja gut! Das Schöpferische... es entwickelt sich doch. Jedes Mal macht der Meister es immer besser und besser.“
43. „Soll ich diesen Worten Aufmerksamkeit schenken?“
44. „Nun, sage: "Möglich. Und was ist? Heißt das Freude oder was? Oder soll ich es absichtlich schlechter machen?"“
45. „Und soll ich ihr erklären, dass...“
46. „Du fragst bei ihr nach: "Sollte ich mich bemühen, es schlechter zu machen, oder wie sollte ich es machen?" Versuche, sie zu diesem Thema zu befragen – wie denkt sie? Vielleicht, wenn du so eine Frage stellst und ihr die Möglichkeit gibst nachzudenken und zu versuchen zu antworten, genügt dies dann schon, und sie versteht, dass das eigentlich nicht ernst zu nehmen ist.
47. Und wie sollst du es tatsächlich machen? Dich erinnern, wie du es deiner Frau gemacht hast und es allen anderen unbedingt schlechter machen? Nur wird es sie als einen gläubigen Menschen erfreuen? Wird ihr das wirklich Freude bringen? Frag' einfach.“ (Der Mann, der die Frage gestellt hatte, lachte, als er der Antwort des Lehrers zuhörte.)
48. „Dies bezieht sich jetzt auf die Kategorie, wo man generell miteinander richtiger umgehen können soll. Denn hier gibt es keine einzige Antwort. Natürlich kann man auf eine solche Dummheit in keiner Weise reagieren. Man kann dies sogar zuspitzen. Das ist auch möglich. Sage: "Natürlich, und allen anderen werde ich eine noch bessere Massage geben. Vielleicht wird es sogar so sein, dass ich es hundert Mal besser mache, als bei dir. So etwas ist auch möglich. Alles kommt darauf an, wie ich in Fahrt kommen werde."“
49. „Vielleicht bemerkt sie (so sagt sie), dass ich den anderen mehr Aufmerksamkeit schenke. Aber es geht darum, dass ich ihr immer Aufmerksamkeit schenken kann, sie ist doch an meiner Seite, und ich bemühe mich, den anderen wirklich mehr Aufmerksamkeit zu schenken.“
50. „Hier fällt es Mir schwer einzuschätzen, wie du sie schenkst, welche Art von Aufmerksamkeit zu schenken dir gelingt. Hier können unterschiedliche Spezifika vorliegen.“
51. „Sie meint, ich schenke den anderen mehr Zeit.“
52. „Das ist möglich. Und was?“
54. „Nun gut. Folglich dankt sie dir und sagt: "Du bist wirklich ein Prachtkerl! Schau, du sitzt nicht zu Hause, die ganze Zeit leistest du anderen Menschen Hilfe. Was für ein nützlicher Mensch du doch bist, das zeigt sich!"“
55. „Und wenn sie deshalb anfängt zu brennen?“
56. „Nun, was soll's. Und was?“
58. „Was gibt's hier? Das Brennen selbst bedeutet doch nichts. Wenn sie anfängt, etwas zu machen, dann muss man sich schon irgendwie darum kümmern, hier schon gleich fragen: ob man das irgendwie löschen kann?“
59. In der Antwort auf eine der Fragen sagte der Lehrer:
60. „Man kann euch nicht in so eine Situation versetzen, wo ihr einfach absolut ruhig sein werdet: hat geklappt – hat nicht geklappt. Ja, merkwürdig, macht aber nichts – und ihr habt so eine Wonne, ihr seid ruhig... Das wird nicht richtig sein.
61. Beliebig Schöpferisches, und euer Leben trägt Besonderheiten des Schöpferischen in sich, setzt eine gewisse Unzufriedenheit bezogen auf das, was man macht, voraus. Es scheint: Irgendwo hat man nicht alles gegeben.
62. Aber die Hauptsache ist hier – nicht einfach in irgendeiner unvernünftigen, diffusen Meinung steckenzubleiben (etwas ist nicht gelungen – und nur bloß besorgt sein), sondern versuchen zu analysieren, das auszusondern, was ihr wirklich als das Falsche bestimmen könnt. Dann gibt es die Möglichkeit zu korrigieren.
63. Wenn ihr das nicht offensichtlich sehen könnt, verharrt nicht in dieser Sorge, schaut, was ihr im Weiteren zu tun habt. Wenn ihr irgendeine Sorge habt, es aber nicht klar ist, wie man es anders machen kann, so bemüht euch, nicht daran haften zu bleiben.
64. Es gibt Dinge, wo ihr nicht die Kraft habt, es zu ändern. Und sie zeitigen wirklich irgendeinen negativen Verlauf der Ereignisse.
65. Also, ihr habt die euch Nahestehenden, die das Recht haben, ihr Leben persönlich zu entscheiden; ihr seht, dass sie es nicht richtig lösen; ihr seht, dass ihr einen richtigen Hinweis geben könntet, doch gleichzeitig seht ihr, dass dieser Hinweis nicht angenommen werden wird. Folglich versteht ihr das gut, wobei ihr euch schon auf die Weisheit stützt, die ihr im Laufe des Lebens erworben habt, und ihr vieles aus dem Letzten Testament entnommen habt, und seht: Das, was der Mensch unternimmt, wird zu Unannehmlichkeiten führen, ihr aber seid unfähig, das zu ändern.
66. Ihr könnt natürlich wegen dieser Situation beunruhigt sein, es wird euch unvermeidlich schwer ums Herz sein. Ihr werdet verstehen, dass ihr unfähig seid, das zu ändern - das ist schmerzhaft.
67. Aber man soll sich einfach bemühen, darin nicht verhaftet zu bleiben. Weil dies wirklich nicht zu ändern ist. Ihr seid dazu nicht imstande. Ihr habt diese Möglichkeit nicht, weil dieser Mensch sich noch nicht entschieden hat, euren Hinweis anzunehmen. Er muss reif dafür werden! Und in der Regel reift er durch Schwierigkeiten.
68. Dies da ist eines der Beispiele, die im Leben nicht selten entstehen. Besonders im Elternkreis, wo es sowohl Mütter, als auch Väter und Kinder gibt. Und natürlich sind alle umeinander besorgt, haben aber nicht immer die Möglichkeit, das zu berichtigen. Und innerlich nehmen sie diese Verantwortung wahr und möchten handeln – aber es geht nicht, man ist machtlos. Der Mensch nimmt es nicht an.
69. Er, je mehr er heranwächst, umso mehr hat er das Bedürfnis, sebstständige Schritte zu machen. Und das, was ihr ihm vorschlagen wollt, nimmt er nicht an. Er erkennt das noch nicht als Notwendigkeit. All dies – sind Sorgen.
70. Darum könnt ihr analysieren, was ihr eurer Ansicht nach falsch gemacht habt, und dass es besser wäre, es anders gemacht zu haben. Versucht, es von dieser Position aus zu betrachten. Seht ihr, wie es besser ist, anders zu handeln - so tut es. Wenn ihr noch die Möglichkeit habt, so versucht es.
71. Findet ihr sie nicht – so ist das eine bittere Situation, aber bleibt nicht dabei stehen. Es ist sinnlos, es sich zu Herzen zu nehmen, herumzuwühlen und sich Kummer zu bereiten. Es gibt da sowieso keine Lösung. Ihr wisst, was nötig ist zu geben, aber der Mensch nimmt es nicht an. Das ist auf keine Weise zu beschleunigen, das ist alles.
72. Am günstigsten ist es – sich schneller wieder den Gedanken widmen, was weiter zu tun ist, wo ihr noch benötigt werdet, wo ihr noch nützlich sein könnt. Und sich beeilen, dort hinzugehen und weniger in diesen Gemütsbewegungen zu verharren. Sie werden sinnlos und sogar gefährlich sein.
73. Aber sie können euch verfolgen. Deshalb kann Ich euch kein Rezept geben, wie man das alles vergisst, wie man sich in den Zustand versetzen kann, wo dies alles ganz egal ist. Solche Rezepte kann Ich nicht geben. Solche habe Ich nicht, Ich habe sie nicht.
74. Also gehen wir weiter. Wir gehen weiter und suchen nach einer Möglichkeit, wo ihr noch nützlich sein könnt, wer sich noch auf eure Hilfe, die ihr fähig seid zu leisten, stützen kann.
75. Nun, so lebt gerade dadurch, durch diese Hoffnung, dieses Bestreben, irgendwo noch nützlich zu sein. Bleibt aber nicht bei den negativen Sorgen stehen, die gewissermaßen vielleicht mit eurer Kraftlosigkeit, etwas zu tun, verbunden sind.
76. Denn die Kraftlosigkeit kann sowohl von dem Mangel eurer Kräfte, als auch von der Situation herrühren, in welcher Menschen nicht imstande sind, eure Kraft zu nutzen. Eure Kraft und eure Fähigkeit können sie nicht nutzen, sie sind nicht reif dafür. Und dies ist nicht eure Schwäche, dies ist schon deren Schwäche. Deshalb kann so eine Situation unterschiedlich sein: Sowohl durch eure Schwäche, als auch durch die Schwäche der Mitmenschen entsteht so ein Problem.
77. Eure Schwäche könnt ihr analysieren. Dies ist entweder eine grundsätzliche seelische, psychische Schwäche, die während der Jahre heranreift, oder ihr habt etwas unsachgemäß gemacht. Also diesen Teil könnt ihr analysieren und am nächsten Tag versuchen, es irgendwie anders, weniger fehlerhaft zu machen. Das kann man noch berichtigen.
78. Aber einige Dinge, die mit euren inneren Besonderheiten verbunden sind, sind nicht so einfach zu berichtigen. Das braucht Jahre, Jahrzehnte, bis zum Ende jenes kurzen Lebens, das jetzt vorläufig dem Menschen gegeben ist. Das ist eine sehr ernste Aufgabe.
79. Und natürlich ist diese Aufgabe mit vielen Gemütsbewegungen verbunden. Aber verharrt nicht in diesen Sorgen. Es können viele sein. Und ich kann euch nicht davon befreien.
80. Das ist die Frucht des jahrtausendelangen Lebens des Menschen. Das ist solch eine angesammelte Erfahrung, bittere Erfahrung, schwierige Erfahrung, samt der Vielzahl der Fehler, Ausrutscher, Schwierigkeiten, die in eurer Seele angesammelt und auch mittels genetischer Linie dem biologischen Organismus übertragen sind. Also viele verschiedene Komplikationen.
81. Und man muss sie richtig bewältigen. Man muss versuchen, sie richtig zu lösen. Nicht einfach anpacken und irgendeinen kurzen Weg finden, wie man davon loskommen kann. Nein, man muss versuchen, das einfach richtig zu lösen. Weil ihr in diese Körper mit solch unterschiedlichen Schwierigkeiten geraten seid, die im biologischen Organismus schon wie eine Spur existieren, die sich bildet und von einer Generation zur anderen weitergegeben wird und auch noch in eurer Seele existieren. Nicht zufällig ist es zu so einer Verknüpfung gekommen.
82. Folglich ist dies gerade die Aufgabe, die sich bei euch im Laufe des Lebens eindeutig auswirken wird. Ihr braucht sie, braucht sie, um euch zu irgendwelchen Gedanken zu bewegen, braucht sie, um an etwas zu arbeiten. Sie ist eben für euch notwendig, um jene einzigartigen Nuancen eurer geistigen Welt zu schleifen, die jedem von euch am meisten eigen sind, und was euch unwiederholbar untereinander macht. Aber irgendwelche dieser Unebenheiten, die in eurer Zeitperiode besonders wichtig sind, sollt ihr begradigen.
83. Und wie? Das Leben selbst bietet euch diese Möglichkeit. So müsst ihr jetzt den Weg suchen, nicht, wie man dem entgehen kann, sondern wie dies richtig zu bewältigen ist. Worauf man seine Aufmerksamkeit lenken soll und wo man bestrebt sein muss, seine Aufmerksamkeit nicht hinzulenken. Aber bestrebt sein, einer Sache keine Aufmerksamkeit zu schenken – das heißt überhaupt nicht, sie gar nicht zu bemerken.
84. Solche Gemütsbewegungen, falls es sie gibt und wenn ihr wirklich für etwas in gewissem Maße verantwortlich seid, werden sowieso ab und zu auftauchen. Aber Hauptsache – eure weitere Entscheidung: ob ihr in diesen Gemütsbewegungen, von denen ihr nicht wisst, wie sie sich lösen lassen, versinken sollt?
85. Oder ist sie aufgetaucht, ihr aber habt eure Aufmerksamkeit auf etwas anderes umgeschaltet, obwohl sie irgendwo dort noch ihre Signale schmerzhaft aussendet. Ihr aber schaltet eure Aufmerksakeit hartnäckig dennoch auf etwas anderes um – auf das Schaffen: Was ist noch zu tun? Vielleicht dies da, oder vielleicht das da?... Und ihr versucht, euer Schöpferisches zu bekunden, bleibt aber nicht in den Sorgen stecken.
86. Denn irgendwelche Nuancen komplizierter Schritte unternehmt ihr bisweilen deshalb, weil ihr unfähig seid, es anders zu machen, manchmal aber deshalb, weil ihr es einfach so tun solltet. So war es für den anderen Menschen nötig, und etwas ist euch geschehen, und ihr habt so gehandelt.
87. Im Nachhinein begreift ihr: "Oh! Ich habe es doch nicht richtig gemacht" und seht keine Möglichkeit, das zu berichtigen. Denn eine Situation gestaltet sich nicht selten auf so eine Weise, damit ihr dies unbedingt macht. Das war für den anderen Menschen notwendig. Und ihr konntet es nicht anders machen, und ihr solltet es auch nicht anders machen. Gerade so sollte es sein!
88. Denn ihr wisst doch nicht, auf welche Weise sich euer Schicksal zusammenfügt. Ihr wisst nicht, auf welche Weise sich das Schicksal eurer Nächsten zusammenfügt, was sie erwartet. Ihr wisst das alles nicht. Darum sollt ihr nicht sofort in Grübeleien und Sorgen versinken. In solche, die ihr grundsätzlich nicht auf normale, objektive, vollwertige Weise einschätzen könnt.
89. Ihr habt diese Eigenschaften nicht und werdet sie niemals haben. Hier ist eine vernünftige Herangehensweise nötig. Ihr habt das einzuschätzen, wozu ihr wirklich imstande seid und zu versuchen, das zu ändern.
90. Bleibt aber nicht in der Vergangenheit stecken. Klebt nicht an euren vorherigen Sorgen. Ihr könnt sie nicht einschätzen: Welcher Art sie waren, sollten sie sein, oder sollten sie doch nicht sein, ihr aber habt wegen irgendeiner Nachlässigkeit etwas getan? Es wird euch nicht gelingen, das einzuschätzen. Seht heute: Was habt ihr heute im Leben zu tun? Und wenn ihr euren vergangenen Fehler begriffen habt, bemüht euch, ihn heute schon nicht mehr zu machen.
91. Das heutige Leben entscheidet doch alles, nicht aber die Sorgen der Vergangenheit. Daher seid vorsichtig in dieser Hinsicht. Ihr seid sehr ausgelaugt. Eure Psyche, euer Nervensystem ist sehr stark geschwächt. Ihr alle seid so verschlissen, zerrissen.
92. Aber man soll die Werte bewahren, die euch von der Natur gegeben sind. Und ihr könnt sie nur in einem Fall bewahren: Wenn ihr lernt, vor allem dankbar zu sein, euch zu bemühen, sehr vieles, was mit euch verbunden ist, ruhiger wahrzunehmen.
93. Mehr lächeln, mehr scherzen. Mit Ironie auf viele eurer anscheinend ernste Fehler zu schauen. Das gehört alles der Vergangenheit an, das, was getan wurde. Jetzt bemüht euch schon, es im Weiteren richtig zu machen, soweit ihr das heute schon richtig versteht. Eben das wird die Hauptsache sein.“
94. „Lehrer! Und, angenommen, wenn eine Situation aus der Vergangenheit entstanden ist? Ich verstehe meinen Fehler: Ich habe es nicht so gemacht, wie es in Ordnung gewesen wäre. Der Fehler quält mich. Kann man ihn einfach wegjagen und im Hier und Jetzt leben?“
95. „Wenn es keine Möglichkeit gibt, ihn zu berichtigen, und du einfach begriffen hast, wo du den Fehler begangen hast, so ist es nun deine Aufgabe, diesen Fehler nicht zu wiederholen, wenn du ihn verstanden hast.
96. Aber weiter betroffen sein – wofür? Bemühe dich, dich nicht in so einer Gemütsverfassung zu befinden. Sie ist schon vorbei.
97. Man kann sie noch in sich belassen und darin herumgraben, wenn nötig, um über etwas klar zu werden, wenn man etwas noch nicht völlig verstanden hat, und du versuchst, die Situation zu analysieren.
98. Und während du sie analysierst, steckst du darin. Und all jene Gefühlsbewegungen von damals fangen wieder an aufzuleben. Das geht mit einer gewissen Unausweichlichkeit einher. Es gelingt nicht, neutral darin herumzugraben, was dich damals sehr verdrossen hat, es wird seine Spur hinterlassen haben.
99. Es hat dann einen Sinn, darüber nachzudenken und darin zu verweilen, wenn die Möglichkeit besteht zu analysieren. Wenn nicht – so verweilt dort nicht. Es wird brennen. Aber es ist nicht zu verbessern. Daraus könnt ihr jetzt keinen Nutzen ziehen.
100. Es ist schon genug, dass ihr euch daran verbrannt habt. Das war für euch nützlich. Nützlich. Es hinterlässt seine notwendige Markierung, die ihr wiederum nicht einschätzen könnt, weil ihr euer Wesen nicht in vollem Maße kennt. Und welche Rolle jeder Fehler, jede Brandwunde spielt – das wisst ihr doch auch nicht.
101. Verbrennungen können nämlich von solcher Art sein, wo euch etwas versperrt sein soll, was mit eurem Fehler in einem vergangenen Leben verbunden ist. Und durch irgendwelche Verbrennungen wird diese Abweichung berichtigt. Ihr aber wisst dies nicht. Das ist auch nicht nötig.
102. Und da ihr dies nicht wisst, vertieft euch nicht darin, versucht nicht, das zu begreifen, was ihr grundsätzlich nicht begreifen könnt. Das ist unnötige Sorge. Und deshalb soll man vieles einfacher betrachten. Versucht das zu analysieren, was zu analysieren möglich ist, das, was ihr wirklich einschätzen könnt. Dann ist es vernünftig, sich damit zu beschäftigen (wrtl. dort zu sein) und zu begreifen. Ansonsten setzt euch nicht diesen überflüssigen Emotionen aus.“
103. „Lehrer! Und wenn die Gewissensbisse hartnäckig sind? Wie kann ich sie dann aus mir vertreiben, damit sie mich nicht quälen?“
104. „Alles, was Ich jetzt gesagt habe, ist mit dem Gewissen verbunden.“
105. „Also, jetzt Schritte machen, die jetzt möglich sind, ja?
106. Solche, die du für richtig hältst – mach sie. Wenn du siehst, dass etwas zu korrigieren ist, versuche zu korrigieren. Analysiere, wie das dann richtig zu machen ist. Dann denkst du über dieses Thema nach.
107. Aber wenn du siehst: Die Situation ist nicht zu berichtigen, du hast sie betrachtet und siehst nicht, wie sie anders zu lösen ist, dann bleib nicht darin stecken. Das wird dich verfolgen, gehe nicht bewusst dort hinein. Also, unternimm nicht künstlich deine Schritte in diese Richtung, um dort zu verweilen und sorgenvoll zu sein.“
108. „Und die Reue... Durfte es die geben, damit es leichter wurde?“
109. „Reue wird nichts wegnehmen.“
111. „Nein. Reue ist wichtig, wenn ihr den Fehler erkannt habt. Die Reue ist ihrem Wesen nach das aufrichtige Bekennen eures Fehlers. Aber sie schafft den Fehler nicht ab.
112. Das Eingeständnis spielt eine sehr wichtige Rolle. Es bewegt zur Berichtigung des Fehlers. Dies ist die günstigste Möglichkeit, ihn zu berichtigen.
113. Wenn ihr etwas bereut, macht ihr sozusagen eine Anmeldung, dass ihr so etwas nicht mehr machen werdet. Und falls ihr diese Anmeldung gemacht habt, wird euch die Situation zur Verfügung gestellt, die euch eure ähnlich gearteten Schwächen aufzeigt, die vormals bei euch zum Ausdruck gekommen sind. Und dann werdet ihr euch schon bemühen, durch eure neuen Taten, nämlich des gegenwärtigen Tages, dies alles zu berichtigen. Ihr werdet euch schon bemühen, es anders zu machen, nicht so, wie vormals.“
114. „Lehrer, bedeutet das ein Aufzwingen, wenn in der Versammlung "Weltanschauung" (russ.: mirapanimanije) eine Frau den anderen das mitteilt, was sie als eine Erfahrung erlebt hat und wenn sie dabei ihre Ansicht mitteilt?“ (Als mirapanimanije (Weltanschauung) wird so eine Stunde innerhalb der regelmäßigen Zusammenkünfte der Gläubigen in der Gemeinschaft bezeichnet. In einigen Dörfern wird unter dieser Bezeichnung auch das Studieren des Letzten Testaments und das entsprechende einigende Verständnis unter den Erwachsenen praktiziert. Anm. d. Übers.)
115. „Aufzwingen findet dann statt, wenn ihr unter solchen Umständen sprecht, wo man das nicht hören will, was ihr in euch habt. Also, ihr habt an irgendwelchen Umständen bemerkt, dass man dies nicht hören will, ihr aber packt es an und sprecht. Dann beginnt ein Aufzwingen.
116. Wenn dies mit irgendeiner Versammlung verbunden ist, wo bei euch eine gewisse Bedingung herrscht, etwas auszusagen, zu erzählen, so findet kein Aufzwingen statt: Deswegen seid ihr doch zusammengekommen, um dies zu hören.
117. Daher ist das Aufzwingen – eine spezifische Gesetzmäßigkeit, die mit dem Umstand verbunden ist, wo ihr den anderen gegenüber etwas mitteilt, und die anderen wollen dies weder sehen, noch hören, auch auf keine Weise damit in Berührung kommen, ihr aber macht das. Da geschieht dann ein Aufzwingen.“
118. „Ich habe meine positiven Erfahrungen mitgeteilt, und man fragt mich: "Und wie kann man das erreichen?" Ich sage: "Los, lasst es uns probieren, studieren wir die Lektüre 'Zeit der Wende', die Kapitel 7 - 9", und man erwidert mir: "Die Zeit der Saat ist zu Ende, und man soll nicht dorthin zurückkehren." Soll ich dem zustimmen?“
119. „Also, man will dir nicht zuhören. Man will dir einfach nicht zuhören. Das heißt, du fragst noch einmal nach: "Ich soll also nichts erzählen?" Und sie müssen das entweder bestätigen, oder sagen: "Doch, erzähl', nur sag' nicht das, was du vorher erzählen wolltest." Und du sagst: "Und ich kann dann dem nichts mehr hinzufügen. Gerade das wollte ich nämlich sagen".“
120. „Bei der Überwindung einer Situation bemerke ich, dass meine Gefühlswelt grob ist. Und von einer Situation zur nächsten versuche ich, mich zu verändern. Und manchmal habe ich sogar nicht einmal Worte, um einer Schwester oder einem Bruder etwas Gutes, Beschwichtigendes zu sagen. Ist es richtig, sich an die schöngeistige Weltliteratur zu wenden, wo es positive Frauenbilder gibt, sich an unsere Klassiker zu wenden, um das Positive in den zwischenmenschlichen Beziehungen für sich zu entnehmen? Oder reicht das Letzte Testament?“
121. „Unverständlich, was genau dir nicht gelingt.“
122. „Ich kann den Menschen sozusagen nicht feiner erfassen, so, wie es zum Beispiel einige meiner Schwestern können.“
123. „Ob die klassische Literatur dir beibringen kann, feiner zu fühlen? Nein, das wird sie dir nicht beibringen können. Die Literatur kann einem nicht beibringen zu fühlen.
124. Fühlen – ist eure Gegebenheit, die ihr heute innehabt. Ändern könnt ihr sie nur durch irgendwelche Handlungen, die euch entweder noch feiner oder noch gröber machen.
125. Indem ihr die Gesetze der Harmonie verletzt, werdet ihr gröber. Indem ihr den Gesetzen der Harmonie folgt, werdet ihr feiner. Und dadurch beginnt sich auch euer Fühlen zu verändern. Nicht durch gelesene Information, sondern durch eure Bekundungen im Leben.
126. Eine andere Sache ist es, wenn du nicht weißt, wie irgendeine Aussage zu bilden ist. Du kommst auf einen Menschen zu, du hast etwas zu erklären und sagst: "Und... mir... ähm...ähm..." – und das war's. Und so hast du das gemacht und hast es erklärt! Und du möchtest es irgendwie lernen, den Satz schön zu bilden. Das ist dann eine andere Sache.
127. Ob man sich da an die Poesie, die klassische Literatur wenden kann, um zu sehen, wie die Sätze geformt werden, wie man sie schreibt, also, wie Menschen im Dialog miteinander kommunizieren, welche Ausdrücke sie benutzen? Ja, das kannst du natürlich lernen. Aber nicht fühlen lernen.“
128. Als Antwort auf eine der Fragen sagte der Lehrer:
129. „Wenn bei dir, da du in irgendeine Situation geraten bist, negative Emotionen einsetzen, so ist die negative Emotion dann besser loszuwerden, wenn du in dir dein richtiges Verhalten modellierst: Wie du als Gläubige handeln musst. Und versuchst, dich durch Willensanstrengung an diese von dir schon erkannte Regel zu halten, so, wie du imstande bist, sie als Gläubige zu sehen. Dich daran zu halten, bemühst du dich. Das wird dich ins Gleichgewicht bringen.
130. Aber hier ist deine Willensanstrengung notwendig. Du wirst keinen Wunsch danach haben. Weil das, was in dir siedet, ist gerade auch mit deinem Wunsch verbunden. Es können nicht zwei unterschiedliche Wünsche zu einem Thema existieren, zumal es entgegengesetzte Wünsche sind (ein Wunsch ist dir eigen, der andere – gemäß der Wahrheit).
131. Das, was gemäß der Wahrheit ist, bedeutet in der Regel, gerade das zu tun, was einem nicht eigen ist. Folglich kannst du diesen Wunsch nicht verspüren. Besonders in einer heißen Situation, wo das Deine berührt wird, das dir eigen ist. Es ist nämlich mit einem Wunsch verbunden. Dich bewegt dieser Wunsch auch zu irgendwelchen Emotionen, zu irgendwelchen nicht normalen Gedanken. Und hier ist dein Wille notwendig – wo du dich bemühst, es anders zu machen. Aber hier ist Arbeit nötig. Darum ist es sinnlos, auf den Wunsch zu warten.
132. Und im Weiteren kommt es bei allem auch noch darauf an, ob du imstande bist, das zu machen. Oder du brennst derart, dass du nicht einmal anders denken kannst. Dann schrei' mal in irgendeinen Baumstumpf hinein, schrei' dich mal aus. Fühlst du, dass du imstande bist zu arbeiten - so arbeite etwas später, was soll's. Aber dies kommt schon auf deine Möglichkeiten an.“
133. „Hatte ich das Recht, einer Schwester, man hält uns für gute Freundinnen, solche Worte zu sagen: "Du sprichst mit mir wie eine Herrin zu ihrer Dienerin"? Ist das annehmbar, so etwas zu sagen?“
134. „Das ist nicht nötig. Nicht nötig. Versucht nicht, den Nächsten zu belehren. Diese Belehrung gebt ihr dem Nächsten, obwohl er euch nicht darum bittet.
135. Falls ihr versucht, über dieses Thema nachzudenken, wobei sich euer gemeinsamer Wunsch nachzudenken bekunden wird, dann ist es durchaus normal, wenn du versuchst, das aufzuzeigen. Und dann fragt der Mensch nach: "Und woran hast du das bemerkt?" Du fängst an, irgendwelche Fakten zu nennen, und ihr denkt beide darüber nach, wie es dann anders richtig gewesen wäre. Das heißt, in solch einer Erörterung mit dieser Bedeutung ist diese Erwähnung möglich.
136. Aber hier seid vorsichtig: Falls ihr den Versuch nicht unternommen habt, euch darüber klar zu werden, er nicht vollzogen wurde, dann ist es besser, so nicht zu reden.“
137. „Lehrer, wie ist es für mich richtig, in so einer Situation zu handeln? Ich komme von der Arbeit, und der Sohn der Hausherrin (er ist vier Jahre alt) bringt mir mit Freude zwei Stöcke, der eine davon dient ihm als Schwert, der andere – als Schild...“
138. „Wofür bringt er sie? Ich habe nicht verstanden, wozu er sie dir gebracht hat. Damit du sie mal hältst oder was?“
139. „Weil er stolz darauf ist. Und damit ich ihm helfe.“
140. „Helfen wobei? Zu kämpfen?“
142. „Ah! Um ihm zu helfen, ein Schwert und einen Schild daraus zu machen. Nun, mach es.“
143. „Hier sehe ich zwei Varianten: entweder ihm helfen, einen besseren Schild zu machen, damit es einem Schild, nicht aber einem Stock ähnlich wird, oder es nicht tun, denn dadurch würde er sozusagen sein eigenes Vorstellungsvermögen entwickeln.“
144. „Doch, es zu machen ist nicht weniger wichtig. Du bringst ihm doch das Schaffen bei, er lernt bei dir, es besser zu machen. Er sieht zu, wie du es machst, und das entwickelt auch seine schöpferische Verfahrensweise, der Blick auf die Situation, wo das Können zutage tritt, die Geschicklichkeit der Hände. Das ist normal – es so zu machen...
145. So, das ist alles. Kommen wir zum Schluss. Sonst wird euch das Sönnchen nicht gut bekommen. Es ist angenehm, wenn es warm ist, aber auch dazu muss man sich richtig verhalten. Habe schon gehört, dass viele von euch mit Krankheitssymptomen auf das Sönnchen reagieren. Deshalb muss man vorsichtig sein.
146. Aber auf einmal baut ihr irgend so etwas Interessantes... (Der Lehrer lacht leise). Auf einmal.. Wo man im Schatten zusammenkommen kann.
147. Nun gut. Ich wünsche euch Glück! Bis zum nächsten Treffen.“