Jemand bittet Vissarion um Heilung von Schizophrenie ~ Strebt nicht nach schneller Heilung, sondern danach Gott zu dienen. ~ Fragen zu Verleumdung und wie man sich dabei verhalten soll ~ Soll man andere verteidigen, wenn sie verleumdet werden? ~ Wie einem Kind erklären, wie Gott entstanden ist? ~ Kann man einen psychisch schwer Traumatisierten heilen? ~ Soll man das Letzte Testament lesen, wenn man darauf nicht eingestimmt ist? ~ Soll man durch Vorstellung in die Welt vergangener Meister eintauchen? ~ Hat Gott den Menschen als einen ewigen geschaffen? ~ Können massenhaft negative Gedanken gegen Menschen im Fernsehen diese nicht töten? ~ Wie schnell materialisieren sich unsere Gedanken? ~ Mann verlassen und in die Gemeinschaft ziehen? ~ Inwieweit kann man die innere Welt eines kreativen Menschen nach seinen Werken beurteilen? ~ Wenn sich Außerirdische im Schlaf an einen wenden ~ Der Platz außerirdischer und anderer esoterischer Lehren in der Zukunft ~ Wird die Liebe zwischen Mann und Frau immer egoistisch sein? ~ Warum haben die Menschen solche Angst zu lieben? ~ Über die Angst nicht gebraucht zu werden
1.Am zwanzigsten September wurde in der zentralen Ausstellungshalle der Stadt Almaata die Ausstellung "Der geistige Weg und die Kunst" eröffnet, wo die Arbeiten der drei sibirischen Maler ausgestellt wurden.
2. Der Lehrer fuhr nicht mit zur Ausstellung. In der letzten Zeit verspürte Er nicht die Notwendigkeit von Anwesenheit auf den Ausstellungen und deren Eröffnungen.
3. Ab dem zwanzigsten September begann der Lehrer im Rahmen des Internet-Forums der Gemeinschaft die Fragen, die an Ihn seitens der Gläubigen und Nichtgläubigen aus unterschiedlichen Orten der Welt gerichtet wurden, per Internet zu beantworten.
4. Aus der Kommunikation des Lehrers auf dem Forum von Vissarions Gemeinschaft in der Rubrik "Der Lehrer Vissarion antwortet":
5. Frage: Ich möchte um Heilung geistiger Störung bitten, Schizophrenie, die mich seit 1994 quält. Ich weiß, dass, wenn ich ein schrecklicher Sünder bin, so verdiene ich diese Heilung nicht, doch werde ich durch Dein Wort geheilt werden?“
6. Antwort: Lieber Freund, du lebst in einer Zeitperiode, wo es für jeden Menschen äußerst wichtig ist zu lernen, seine Lebensprüfungen bei weitem richtiger durchzuarbeiten, als das früher erforderlich war. Es handelt sich jetzt um eine besondere Zeit, wo das Einsammeln von Steinen auf deutlichste Weise geschehen soll.
7. Das Ansammeln von Sünden verläuft immer auf einem langen Weg, und folglich ist es auch weiser, rettende Reinigung auf einem nicht weniger langen Weg zu suchen. Die Rettung des Menschen liegt vor allem in seinen eigenen Händen, und das Göttliche ist aufgerufen, ausschließlich nur die Unterstützung zu leisten, die der Strebende zu verdienen beginnt, indem er sich auf dem rechtschaffenen Weg bewegt.
8. Das Göttliche soll nicht die Schuld des Menschen ausgleichen anstelle des Schuldigen selbst.
9. Und da der Umfang von Schuldhaftigkeit bei allen Menschen unterschiedlich ist, so ist auch ein ungleicher Umfang gerechter Bemühungen für ihre Verbesserung notwendig.
10. Ich habe auf diesem Forum bei einem von ähnlichen Themen schon erwähnt, dass diejenigen, die notleidend sind, sich durchaus nicht zufällig neben denjenigen befinden, für die diese Nähe ebenso lebensnotwendig ist. Und die Situation, in der umständehalber (wrtl. durch den Willen der Umstände) zwei oder mehrere Menschen sich nahe sind, beginnt dann am günstigsten gelöst zu werden, wenn ausschließlich jeder von ihnen anfängt, ihr gemeinsames Problem zu lösen, so, wie es eben von jedem von ihnen gemäß dem Gesetz der Wahrheit auch gefordert wird.
11. Versuche es, nicht eine schnelle Heilung zu suchen, sondern die richtige Richtung, Gott zu dienen, was natürlich auch für den Körper heilend sein wird. Dabei begreifend, dass der Weg solchen Dienens unendlich ist, und wann die erwartete Genesung eintritt – das sollst du nicht wissen.
12. Nämlich der wahre Wert, Gott zu dienen, soll nicht von dem bloßen Ziel, körperlich gesund zu werden, befleckt werden und erst recht nicht, wie der Sünder es selbst möchte.
13. Merke dir: Eine wahrhaft gerechte Bemühung ist nicht das Streben des Menschen, das Göttliche zu tun in der Hoffnung, in absehbarer Zukunft die Befriedigung seiner ersehnten Wünsche zu erhalten, sondern das Bestreben, mit einer einzigen bescheidenen Hoffnung – es bis ans Lebensende seines Körpers zu schaffen, sich geistig zu ändern, zumindest ein wenig, aber echt, so, wie der Himmlische Vater es vorbestimmt hat. Solche Strebende haben immer eine Zukunft!
14. Geh weiter deinen Lebensweg, verliere nicht die Flamme des Heiligen Glaubens in deinem Herzen! Und dann machen wir unbedingt das, was möglich ist!
15. Aber vergiss nicht, dass vor uns die Ewigkeit liegt, und das, was du hast, ist vorübergehend.
16. Schau öfter auf das Ewige, weil nur dort die Antworten aufbewahrt werden, die fähig sind, das Vorübergehende zu erklären.
17.Frage: Früher habe ich einmal gesagt: „Polnische Geistliche sind ebensolche Sünder, wie auch alle anderen.“ Man hat mir erwidert: „Wie kannst du so über polnische Geistliche reden?!“ Habe ich damit die polnischen Geistlichen verleumdet?
18. Antwort: Deine Aussage hat keinen Bezug zu Verleumdung, aber es ist besser, so etwas nur über sich selbst zu sagen. Das Vorhandensein irgendeines Ranges bei der Geistlichkeit garantiert demjenigen, der ihn innehat, nicht, dass seine Taten sündenfrei sind.
19. Frage: Und was bedeutet dann Verleumdung? Wenn man das sagt, was ein Mensch aber nicht gemacht hat?
20. Antwort: Nicht nur, wenn man das sagt, was er nicht gemacht hat, sondern wenn er durch so eine Lüge leiden muss und derjenige, der die Lüge ausspricht, sich dieser Wahrscheinlichkeit bewusst ist.
21. Frage: Und wie soll man sich in dem Fall verhalten, wenn man die Wahrheit sagt, aber der Opponent will sie nicht annehmen und sagt, man verleumde ihn, und seine Versäumnisse und das Nichteinhalten früher gegebener Versprechen schreibt er dem Zufall zu oder deutet es als Willen des Himmels, der Harmonie und so weiter. Das geschieht unter der Bedingung, dass wir von einem gläubigen Menschen reden (er ist aufrichtig davon überzeugt).
22. Antwort: Sie schreiben: „Und wie soll man sich in dem Fall verhalten, wenn man die Wahrheit sagt, aber der Opponent will sie nicht annehmen und sagt, man verleumde ihn?...“
23. Man muss die eigenen Aussagen aufs Neue aufmerksamer durchdenken und versuchen zu erfassen, ob eigene Schlussfolgerungen und Behauptungen prinzipiell angebracht sind.
24. Frage: Und wenn man einen schon verstorbenen Menschen verleumdet, der aber für irgendeine Gruppe von Menschen ein sehr naher und wertvoller Lehrer (geistiger Meister) ist? Dabei verweisen diejenigen, die verleumden, darauf, dass sie die negative Information von oben bekommen haben. Soll man die Ehre und Würde des Meisters verteidigen?
25. Antwort: Im Grunde genommen ist das nicht nötig und ist eher ein Zeichen von Schwäche. Aber wenn irgendwelche Varianten solchen Charakters auch zulässig sind, so ist es vernünftiger, bei diesem Thema maximal konkret zu sprechen. Nämlich Ehre und Würde zu verteidigen ist nur mittels irgendwelcher konkreten Bemühungen möglich, bei denen normale Schritte vorkommen können, aber ebenso können durchaus auch anormale Schritte gemacht werden.
26. Frage: Es handelt sich um zwei esoterische Bewegungen, alles Ideen, die einander sehr nahe sind. Aber den Nachfolgern von Rörich wurde es von der Person, die bei ihnen Autorität genießt – eine Frau, die die Lehre des Lehrers Morija durch den Kanal des Hellhörens akzeptiert hat – erklärt, dass die Lehre von Alicia Beyley von einer dunklen Loge gegeben sei, das heißt, durch den Satan (wenn man dies in die Sprache religiöser Menschen übersetzt). Dabei hat sie keinen einzigen Beweis an Früchten der Finsternis gezeigt, sondern hat einfach darauf verwiesen, dass ihr das von dem Lehrer Morija gesagt worden sei. Meiner Meinung nach kann man solche Beschuldigung als Verleumdung bezeichnen. Ist das so?
27. Ich selbst habe die beiden Lehren studiert und keine sich gegenseitig ausschließende Aussagen gefunden. Und außerdem ist bei den Verhaltensweisen der Nachfolger von Alicia Beyley keine einzige Tatsache bekannt, die den allgemeinmenschlichen Werten widerspricht.
28. Habe ich recht, wenn ich behaupte, dass der Verweis auf die Autorität die Verleumdung nicht rechtfertigen kann, wenn es keine konkrete Tatsachen gibt, die die Beschuldigungen bestätigen? Ich habe darüber konkret auf einem Forum von Rörichs Nachfolgern Stellung bezogen, die Morija für den Himmlischen Vater halten, das heißt, für die Quelle der Wahrheit, die nicht in Zweifel zu ziehen ist.
29. Antwort: In diesem Fall wäre es richtiger, anfangs den Begriff "Verleumdung" zu klären.
30. Soweit ich das sehe, setzt dieser Begriff in der menschlichen Gesellschaft voraus, dass jemand oder etwas bewusst zu Unrecht bezichtigt wurde mit dem Ziel, einen egoistischen Vorteil daraus zu ziehen, oder eine primitive egoistische Befriedigung dadurch zu erlangen.
31. Mit der Grundlage des beschriebenen Falls ist die oben erwähnte Definition nicht eindeutig in Übereinstimmung zu bringen.
32. Dies wäre möglich, wenn die Tatsache glaubwürdig bekannt werden würde, dass derjenige, der solche Information durch einen gewissen Kanal angeblich empfangen hat, sie bewusst zu dem Zweck ausgedacht hat, um jemanden zu Unrecht zu bezichtigen.
33. Ohne genaue Angaben bezüglich dieser Tatsache ist es nicht richtig, den Menschen, der zur Ursache der in der Frage erwähnten Verwirrung wurde, in Verruf zu bringen.
34. Sonst beginnst du selbst, ihn zu verleumden, indem du versuchst, ihn Lügen zu strafen.
35. Wenn aber jener Mensch aufrichtig an die Unfehlbarkeit dessen glaubt, was er durch einen gewissen Kanal des "Hellhörens" seitens der Quelle seiner Anbetung und Verehrung hören kann, was immer er auch nach so einer Kommunikation über jemanden sagen würde, so ist dies auf keine Weise als Verleumdung zu bezeichnen.
36. Die größte Schwäche bei so einer Situation hängt völlig davon ab, dass so viele an die Göttlichkeit solcher Art von Kommunikation glauben.
37. Durch diesen Umstand kann ganz elementar Zwietracht in eine beliebige Gemeinschaft von durchaus guten Menschen, die gute Ziele verfolgen, gesät werden.
38. Aber dies ist schon ein anderes Thema.
39. Frage: Weder von mir noch von jemand der anderen Nachfolger wird bezweifelt, dass E.J. Rörig sich das nicht selbst ausdenken konnte. Sie vertraute einfach der Information ihres Lehrers und wünschte es aufrichtig, ihre Nachfolger vor der Finsternis zu schützen. Es gab dabei keinen Wunsch, irgendeinen Vorteil daraus zu ziehen. Ich bin mir da ganz sicher.
40. Aber ich dachte, dass Verleumdung auch stattfindet, wenn unbewusst zu Unrecht bezichtigt wird. Nun, wenn zum Beispiel Gläubige, die sich für orthodox Gläubige halten, der lügenhaften Information seitens der Geistlichen über Ihre Gemeinschaft vertrauen und aufrichtig daran glauben, dass man seine Bekannten, die in Ihre Gemeinschaft in der Region Krasnojarsk wegziehen wollen, vor diesem Schritt schützen müsse. Und sie beginnen, jene lügenhafte Information zu verbreiten, die sie in Büchlein über totalitäre Sekten und in der Boulevardpresse gelesen haben, oder von solchen Menschen wie Mascha Karpinskaja oder Wladiswar Nadischana gehört haben. Sind solche Verhaltensweisen von denen etwa nicht als Verleumdung zu bezeichnen? Eben seitens derer, die die gehörte Information wiederholen, dabei aber keine Beweise haben, sondern einfach den Worten vertrauen. Sie denken dabei aufrichtig, Gutes auszurichten. Bedeutet das nicht etwa Verbreitung von Verleumdung? Gilt in der weltlichen Gesellschaft etwa nicht das Mutmaßen von Unschuld?
41. Antwort: So, wie du über dieses Thema nachdenkst, handelt es sich tatsächlich um ein verbreitetes Maß an Beurteilung von Taten anderer Menschen, was in der menschlichen Gesellschaft seit grauer Vorzeit am leichtesten angewendet wird.
42. Im Alten Testament wurde ausschließlich in diesem Zusammenhang die Aussage des allgemein bekannten Weisen Salomon festgehalten: „Wer Hass verbirgt, hat Lügenlippen; und wer Verleumdung verbreitet, ist ein Tor.“ (Sprüche 10,18).
43. Die Menschen werden zu denjenigen, die Verleumdung verbreiten, in der Regel eben wegen ihrer Dummheit, aber sie sind nicht unbedingt die Quellen der Verleumdung selbst.
44. Dummheit als ein Laster einzuschätzen ist nicht richtig. Es handelt sich um eine Schwäche, aufgrund derer viele noch wegen des vorhandenen Mangels an nötiger Weisheit nicht fähig sind, eine von jemandem bewusst aufgeworfene Verleumdung richtig einzuschätzen, wobei sie ihr vorschnell vertrauen und sie verbreiten. Solche, die eine Verleumdung verbreiten, als Verleumder zu bezeichnen, ist nicht richtig, obwohl sie zweifellos Schaden verbreiten.
45. Parallel zu dem, was ich schon in der vorherigen Mitteilung über Verleumdung gesagt habe, möchte ich auch den Begriff "Sünde" erwähnen.
46. Es ist falsch, einen beliebigen Fehler des Menschen als Sünde zu bezeichnen. Sünde ist das bewusste Tun dessen, was der Mensch selbst als das Nicht-Richtige eindeutig versteht.
47. Jede andere fehlerhafte Tat, die von dem Menschen, der sie begeht, als gut und aufrichtig verstanden wird, als eine Handlung, die, wie er es sieht, keine der ihm als bekannt erhobene Normen, denen er vertraut, verletzt, ist überhaupt keine Sünde. Sondern sie ist bloß jene schöpferische Stufe, die in der Entwicklung unbedingt höher führen wird.
48. Eine sündhafte Tat aber erweist sich als eine Stufe, die eindeutig nach unten führt.
49. Frage: Ehrlich gesagt habe ich nicht erwartet, dass Du in Deinen Antworten über Verleumdung den Akzent auf die Formel "denn sie wissen nicht, was sie tun" setzen wirst. Obwohl ich völlig einverstanden bin mit all Deinen Aussagen. Auch damit, dass in der Antwort für mich eben betont werden musste, wie ich mich gegenüber denjenigen, die Verleumdung verbreiten, verhalten sollte. Eben in der Weise verhielt ich mich auch immer bezüglich des Fehlers von E.I. Rörich.
50. Nichtsdestoweniger sind bei mir noch einige Fragen offen. Soviel ich verstanden habe, rätst Du immer demjenigen, an den die Verleumdung und Lüge als Aussage gerichtet wird, nicht darauf zu reagieren. Aber wenn ich mich nicht irre, so ändert sich die Situation gewissermaßen, wenn versucht wird, einen anderen unschuldigen Menschen zu Unrecht zu bezichtigen. Sollte ein Gläubiger nicht etwa versuchen, den Lügenstrom aufzuhalten? Und da die Situation, die ich etwas früher erwähnt habe, nicht mich, sondern Alicia Beyley anging, sollte man sich etwa nicht für sie einsetzen? Und vergleichsweise, wenn im Gespräch mit mir Nachfolger von Rörich und Teilnehmer im Rahmen ihrer Foren auf die Gemeinschaft des Lehrers Vissarion Verleumdung ausschütten, sollte ich mich dafür etwa nicht einsetzen?
51. Antwort: Natürlich, die Wahrscheinlichkeit, dass von eigener Seite her der Versuch unternommen wird, jemanden, der das sozusagen nötig hat, zu verteidigen, findet in der Lebenstätigkeit des Menschen statt.
52. Aber dies ist schon ein Bereich, den man unbedingt höchst konkret betrachten muss. Für eine Verteidigung können nämlich zulässige als auch unzulässige oder aber einfach sinnlose Methoden angewandt werden.
53. Zum Beispiel in der Kommunikation mit jemandem ist die Chance, Ungenauigkeiten in seinen Aussagen zu korrigieren, nur in dem Fall möglich, wenn sich beim Gesprächspartner die Neigung zeigt, seine Aufmerksamkeit auf die ihm gegebene Berichtigung zu lenken. Im entgegengesetzten Fall ist ein beharrlicher Versuch, ihn irgendwie zu berichtigen, milde ausgedrückt, unvernünftig.
54. Nicht selten reicht es in solchen scharfen Gesprächen durchaus, milde zu lächeln und schweigend wegzugehen, um an einem anormalen Dialog nicht teilzunehmen.
55. Und nur wenn danach irgendwann der Gesprächspartner über den Grund dieses Weggehens nachfragen wird, kann man versuchen, sein eigenes Begreifen dessen, was sich ereignet hat, zu erklären.
56. Von solchen Nuancen, die die berührte Frage angehen, kann es nicht gerade wenige geben, und darum ist es sehr wichtig, problemhafte Details ausreichend konkret zu betrachten.
57. Zu solch einem sehr ernsten Thema ist es nicht möglich, einen konstruktiven Hinweis für alle Umstände ähnlicher Art zu geben.
58. Frage: Guten Tag. Meine Tochter hat mich gefragt: „Wie (wrtl. woher) ist Gott entstanden?“ Was soll ich antworten?
59. Antwort: Ich denke, du wirst nicht lügen, wenn du so antwortest, wie du imstande bist.
60. Nach einer kurzen Antwort solcher Art folgen unvermeidlich eine ganze Reihe präzisierender Fragen. Wenn du auf so eine Frage nicht deine eigene Antwort gibst, so werden danach mehrmals Präzisierungen, um welche die Tochter bitten wird, nötig sein.
61. Frage: Auf meinem Lebensweg ist mir eine Frau begegnet. Sie liebt mich. Aber aufgrund von psychischen Verletzungen (schwierige Kindheit, Vater Trinker, häufiger Streit der Eltern, mehrfache Vergewaltigungen in der Jugend) ist ihre Psyche real verletzt. Sie ist sich dessen bewusst. Sie strebt nach Gott, besucht die christliche Kirche, bekennt sich zu den Ideen von Anastasia. Sie sucht den Glauben. Aber dies bewahrt sie bis jetzt nicht vor Hysterie in schwierigen Situationen. Sie zerschlägt Geschirr. Schreit. Sie beruhigt sich nur mit Mühe.
62. Ist es möglich, sie davon zu heilen? Kann ich sie durch Gebet und den Glauben an sie, daran, dass sie ein normaler Mensch sein kann, zum vollwertigen Leben zurückbringen und davor schützen, dass sie den Rest ihres Lebens im Krankenhaus verbringt?
63. Antwort: Eine Frage solcher Art zu stellen ist nicht richtig, weil jeder Mensch unbedingt das erleben muss, was für ihn ausschließlich zum Wohl seiner Entwicklung äußerst notwendig ist. Gleichzeitig soll jeder Mensch lernen, den Nächsten, seinen Kräften entsprechend, Hilfe zu leisten, indem er sich auf die eigenen Kräfte und Möglichkeiten stützt, die bei allen Menschen in unwiederholbarer, vielfältiger Qualität vorhanden sind.
64. Jemand besitzt mehr Kräfte und Möglichkeiten, und der andere weniger, und dem entsprechend sind auch die Ergebnisse der Hilfe, die man leistet, unterschiedlich.
65. Es ist nicht richtig, im Voraus über die Wahrscheinlichkeit des bedingt besten Ergebnisses als Resultat der ein oder anderen beabsichtigten Hilfe nachzufragen.
66. In solch einem Fall ist der Glaube des Menschen daran, dass es ihm gelingt, dem Leidenden so zu helfen, wie derjenige es zulässt (wrtl. möchte), sehr wichtig.
67. Und dann, wenn der Mensch das seinen Kräften Angemessene macht, wird das Ergebnis derart sein, wie es in der Situation mit diesem konkreten Leidenden sein sollte. Und dies wird wirklich das Beste in der gegebenen Zeit sein.
68. Dabei muss man sich dessen gut bewusst sein, dass der ein oder andere Befähigte, der diese Hilfe leistet, unbedingt in der Nähe des Bedürftigen erscheint, für den die Hilfe gerade dieses Helfers am günstigsten sein wird.
69. Frage: Ich gehe davon aus, dass das riesige Bedürfnis, an etwas Gutes, Helles, Liebendes zu glauben, die Menschen bewegt, zu Nachfolgern der einen oder anderen Religion zu werden. Ich denke, dass das Leben ohne dies sinnlos ist: Man möchte hoffen, dass der Mensch ewig ist und dafür geschaffen ist, um etwas Wunderbares und Schönes zu gestalten.
70. Lehrer, damit habe ich meine Schwierigkeit. Ich will nicht ein Anhänger irgendeiner religiösen Lehre sein. Ich kenne beinahe alle Lehren und habe keinen besonderen Unterschied unter ihnen bemerkt. Ich lehne nichts ab, ich bevorzuge es, die gesamte Weisheit aller Lehren zu nutzen und bin durchaus glücklich, obwohl in meinem Leben auch traurige Momente vorkommen, aber bis jetzt komme ich zurecht, ich danke dem Schicksal nach den Prüfungen, begreifend, dass ich Geschenke – Weisheit – erlangt habe. Meine Freunde sind Deine Nachfolger. Einige von ihnen behaupten, dass eine derartige Weltanschauung fehlerhaft sei. Der Messias ist hier, es ist notwendig, wahrhaft gläubig zu werden. Ihrer Meinung nach solle man andere Glaubenslehren ablehnen, das Letzte Testament täglich lesen, sich Audioaufnahmen anhören, sich Videoaufnahmen ansehen und das andere Rituelle befolgen. Und ich bin nicht immer gestimmt, dies zu tun. Außerdem erschreckt mich so ein Fanatismus und das Beiseiteschieben des irdischen Lebens. Ich lese das Letzte Testament, wenn meine Seele darum bittet, nicht aber deswegen, weil jemand entschieden hat, dass es so sein soll. Als Ergebnis entstanden Unverständnis und Zwietracht. Ich geriet in die Kategorie "dunkler" und "ungläubiger" Menschen, und man verhält sich mir gegenüber dem entsprechend. Ich versuche, aufrichtig meine Freunde zu verstehen, aber ich gestehe es ehrlich, es ist sehr unangenehm: Ich halte so ein Benehmen ihrerseits für Dummheit.
71. Lehrer, was bedeutet es, ein wahrhaft gläubiger Mensch zu sein? Soll man das Letzte Testament lesen, wenn man darauf nicht eingestimmt ist? Wenn ich bewusst in keine der Religionen eintauche, ist dies ein Fehler, ein Irrtum? Ist es richtig, die Welt in Gläubige und Ungläubige zu teilen, die ersten zu lieben, die zweiten zurückzuweisen?
72. Antwort: Lieber Freund, lass dich nicht vorschnell verwirren. Im Hinblick darauf, was du vor deinen vier gestellten Fragen beschreibst, kann ich sagen, dass du dich weiterhin so sicher bewegen sollst, wie du dich auch bemühst, dies zu tun. Du gehst in die nötige Richtung! Alles ist gut! Die gestellten Fragen benötigen keine Antwort, weil ich sicher bin, dass du die richtigen Antworten darauf kennst.
73. Frage: Ich liebe klassische Musik, und ich möchte sehr gerne die Möglichkeit erwerben, in jene vergangene Zeit einzutauchen, wo Rachmaninow, Horowitz und andere wunderbare Meister ihre Werke geschaffen haben. Du hast ähnliche Geschehnisse beschrieben, die mit Dir verbunden sind, wo Du auf ähnliche Weise in die Zeiten wunderbarer Maler der Vergangenheit eingetaucht bist und so weiter. Kann ich mir auf irgendwelche Weise dies aneignen? Ich verstehe, dass diese Frage etwas naiv ist.
74. Ich versuche, meine Frage zu erweitern und zu ergänzen: Wenn ich solche wunderbare Musik erlebe (oder zum Beispiel wenn ich Biographien großer Komponisten und Musiker lese), entstehen bei mir manchmal in Gedanken Bilder, die mit einem Meister und dessen Werk verbunden sind: irgendein dynamisches Bild, Laute, die ein Instrument, auf dem gespielt wird, ausströmt und ähnliches.
75. Soll ich mich mit der Frage konfrontieren: Ist es eine Frucht meines Vorstellungsvermögens, oder habe ich wirklich reale Geschehnisse der Vergangenheit eingefangen? Soll ich mir diese Frage vielleicht gar nicht stellen, ob dies in Wirklichkeit stattgefunden hat oder nicht, sondern mich einfach bemühen, dies weiterhin zu entwickeln?
76. Antwort: Sie haben geschrieben: „Soll ich mir diese Frage vielleicht gar nicht stellen, ob dies in Wirklichkeit stattgefunden hat oder nicht, sondern mich einfach bemühen, dies weiterhin zu entwickeln?“
77. Dieser Teil deiner Frage ist auch die Antwort. Nur statt des Wortes “entwickeln“ wäre es richtiger zu sagen “dies zuzulassen“.
78. Frage: Halten Sie sich für das Zweite Kommen Jesu Christi?
79. Antwort: Ich bitte darum, mir zu verzeihen, aber Fragen über mich zu beantworten sehe ich nicht als günstig an.
80. Vielleicht gibt es irgendwelche andere Fragen, die zu beantworten ich immerhin nützlich sein kann?
81. Frage: Dessen ungeachtet, dass ich jetzt im Medizinbereich tätig bin (in den USA) und mehrmals den Tod beobachten musste, bin ich trotzdem sicher der Meinung, dass der Mensch geschaffen ist, um ewig zu sein, und die Krankheiten, das Altern und der Tod sind die Wahl der Erfahrung der menschlichen Gesellschaft auf dieser Etappe der Entwicklung. Aber jetzt wurde es notwendig, das kollektive Bewusstsein in Richtung des Ewigen und der Harmonischen Entwicklung zu ändern. Wie verhalten Sie sich gegenüber dieser ausreichend praktischen Idee? Hat Gott den Menschen als einen ewigen geschaffen?
82. Antwort: Absolut richtig. Der Mensch wurde für das ewige Wandeln in der Welt des Universums erschaffen.
83. Im wahrhaftigen Sinne zu sterben ist für den Menschen auch nicht so einfach, wie dies mit dem Tod des biologischen Organismus, der der menschliche Körper ist, assoziiert werden kann.
84. Mit dem Tod so eines Körpers geht nicht das Wesenhafte des Menschen zu Ende.
85. Frage: Aber ich rede nicht von der Ewigkeit der Seele oder von den Inkarnationen. Dies ist genügend zu sehen. Es geht darum, dass Reinkarnationen und folglich der "Kreislauf der Menschen in der Natur" sich in der Tat schon als eine gewisse Praktik der Entwicklung für das menschliche Wesen überlebt hat. Ich rede davon, dass man lernen soll ewig zu leben, ohne zu sterben. Unsterblichkeit ist die Norm des Lebens. Und auch schon in der Bibel ist die Auferstehung aller Menschen und das ewige Leben das Endziel. Stimmt das mit dem Konzept, das Sie den Menschen nahe bringen, irgendwie überein?
86. Antwort: Ein Existieren des festen Körpers ist im Laufe der Ewigkeit ohne eine qualitative Veränderung grundsätzlich unmöglich.
87. In einem Körper im Laufe vieler Jahrhunderte zu leben ist möglich. Dies ist aber bei Weitem keine Ewigkeit.
88. Umso mehr, als dies aus der Sicht des einzigartigen Sinnes der Realisierung dessen, weswegen gerade das eigentliche Wesen des Menschen gezielt erschaffen wurde, nicht zweckmäßig ist.
89. Sie haben geschrieben: „...Reinkarnationen und folglich der "Kreislauf der Menschen in der Natur" sich in der Tat schon als eine gewisse Praktik der Entwicklung für das menschliche Wesen überlebt hat...“
90. Wie würde man denn überhaupt die Tatsache einschätzen können, dass sich das Gesetz der Inkarnation überlebt habe, dank welchem die Seele des Menschen die einzigartige Möglichkeit hat, bei einer offensichtlichen Notwendigkeit in einem neuen Körper inkarniert zu werden? Erst recht, auf welcher logischen Basis wäre es denn zu sehen, dass das System der Reinkarnationen für die Entwicklung des Menschen weiterhin nicht mehr notwendig sein würde.
91. Alles vom Himmlischen Vater zum Wohl der Entwicklung des Menschen Geschaffene wird genau so lange existieren, wie lange dies auf natürliche Weise von den Positionen des Gesetzes der Harmonie her nötig sein wird, aber auf gar keine Weise geschieht es nach der Meinung des Menschen.
92. Der Mensch wird niemals die Möglichkeit haben, selbstständig zu entscheiden, ob er irgendeine Gesetzmäßigkeit für seine Entwicklung weiterhin zulässt oder nicht.
93. Alle zeitweilig sich manifestierenden Gesetzmäßigkeiten, die der Entwicklung des Menschen behilflich sind, werden von selbst aufhören sich zu bekunden, sobald der Mensch die diesem entsprechende Stufe in seiner Entwicklung auf natürliche Weise übersteigt. Die bewusste Teilnahme des Menschen selbst am Versiegen von Manifestierungen solcher Gesetzmäßigkeiten wird absolut nicht erforderlich sein.
94. Und das Sakrament selbst, dank dem der Mensch gemäß der Notwendigkeit in einen beliebigen festen Körper inkarniert werden kann, wird ewig bestehen, solange der Mensch existiert. Das ist ein einzigartiges und sehr wichtiges Sakrament in der Lebenstätigkeit gerade des Menschen.
95. So ein Sakrament kann keiner der Vertreter des dem Menschen ähnlichen Verstandes des gesamten Weltalls nutzen.
96. Frage: Wenn ein negativer Gedanke auf irgendeinen Menschen gerichtet wird und eine zerstörende Wirkung auf ihn hat, dann verstehe ich nicht, auf welche Weise zum Beispiel ein Sportler, ein Fußballspieler, nach einem misslungenen Strafstoß im Finale bei irgendeinem sehr wichtigen Spiel am Leben bleibt. Wenn seine Mannschaft verliert und Millionen von Fans seiner Mannschaft in der ganzen Welt auf ihn negativ reagieren.
97. Antwort: Vielleicht deswegen, weil sie ihn beschimpfen und ihm doch keinen Tod wünschen.
98. Solch tragische Folgen aus genannten Gründen treten durchaus nicht ein, obwohl eine negative Spur unvermeidlich verbleibt.
99. Die psychische Kraft dieser Menschen ist nicht so groß, um sogleich erhebliche Resultate zu erzielen. Umso mehr, als die Unzufriedenheit solcher Art in ihrem Grunde prinzipiell keine starken zerstörenden Besonderheiten aufweist.
100. Frage: Guten Abend, Lehrer! Ich habe eine Frage, die die Materialisierung des menschlichen Gedankens betrifft.
101. Als ich kürzlich zum Erntedankfest (wrtl. Fest der Guten Früchte) ins Gelobte Land kam (der Platz, wo sich Vissarion mit Seiner Gemeinschaft befindet, Anm. d. Übers.) und dort einige Tage verweilte, bemerkte ich, dass viele Schwierigkeiten der Menschen unserer kleinen Gruppe sofort glücklich gelöst wurden, sobald wir zusammen etwas besprochen hatten, oder sogar, nachdem jemand an eine günstige Variante der Entwicklung der Ereignisse einfach gedacht hatte. Dies war so wunderbar, einfach zauberhaft!
102. Ist so etwas nur an diesem Ort möglich? Inwieweit ist es für alle Menschen möglich, bei sich selbst unverzüglich die Realisation eigener Gedanken zu verspüren? Ist das Positive solch eines Gedankens der entscheidende Punkt?
103. Antwort: Sie haben geschrieben: „Ist so etwas nur an diesem Ort möglich?“
104. Lieber lasse ich diese Frage ohne Antwort.
105. Sie haben geschrieben: „Inwieweit ist es für alle Menschen möglich, bei sich selbst unverzüglich die Realisation eigener Gedanken zu verspüren?“
106. Alles ist abhängig von der Anzahl der Gleichgesinnten, die ihre Gedanken in eine Richtung lenken und auch von der Qualität ihres Glaubens.
107. Wenn wir nur vom Göttlichen reden, so ist hinzuzufügen, dass, je richtiger die Gläubigen die Wahrheit erkennen werden, umso stärker werden die Gedankenbilder dieser Gläubigen das Informationsfeld der sie umgebenden Welt verändern.
108. Frage: Lieber Lehrer! Ich kam in diesem Jahr nach Petropawlowka zum Fest und verspürte die deutliche Notwendigkeit, in das Gelobte Land umzuziehen. Mein Mann und mein Sohn sind nicht gläubig und verhalten sich negativ zur Lehre. Mein Sohn ist 18 Jahre alt, er studiert an einer Hochschule und ist von mir in gewissem Maße materiell abhängig. Mein Mann und ich arbeiten zusammen an einer Gesellschaftsorganisation, die er gegründet hat, und mein Fortgehen kann die Arbeit dieser Organisation ernsthaft erschweren, weil ich dort viel Arbeit erledige.
109. Ist meine Entscheidung richtig: soweit meine Kräfte reichen, neben meinem Mann und meinem Sohn in der Welt bis zu dem Moment zu bleiben, bis es im Innern deutlich verspürt wird, dass "ich es weiter nicht mehr kann"? Oder soll ich schon jetzt meinem Mann und meinem Sohn meine Entscheidung über den Umzug mitteilen und umziehen?
110. Noch eine Frage. Als ich in Petropawlowka war, erlebte ich einen außergewöhnlichen Kräftezustrom, ich konnte leicht frühmorgens aufstehen, konnte viel leisten. Aber nachdem ich zurückgekommen bin, spürte ich, dass ich hier "keine Luft bekomme", ich halte durch nur dank des Gebetes und der Verschmelzung. Bedeutet dies, dass auch die Umgebung mich zum Umzug bewegt? Mit Liebe, Nadjeschda.
111. Antwort: Sie haben geschrieben: „Ist meine Entscheidung richtig: soweit meine Kräfte reichen, neben meinem Mann und meinem Sohn in der Welt bis zu dem Moment zu bleiben, bis es im Innern deutlich verspürt wird, dass "ich es weiter nicht mehr kann"...“
112. Eben dies soll die Hauptorientierung sein.
113. Aber diese Frage soll völlig von dem Menschen selbst abhängen, weil sie die Grundfrage seines Schicksals ist. Und darum soll sich keiner von außen in ihre Lösung einmischen.
114. Frage: Geehrter Vissarion, sagen Sie bitte, inwieweit kann man die innere Welt eines kreativen Menschen nach seinen Werken beurteilen?
115. Kann ein beliebiger Mensch diese Welt des Schaffenden irgendwie verstehen, fühlen?
116. In welchem Maße ist für dieses Verstehen der Einklang der Welten des Schaffenden und des Betrachtenden wichtig?
117. Antwort: Sie haben geschrieben: „Kann ein beliebiger Mensch diese Welt des Schaffenden irgendwie verstehen, fühlen?“
118. Eben irgendwie verstehen und irgendwie fühlen ist natürlich möglich. Aber es genau zu erfahren, ist grundsätzlich unmöglich.
119. Sie haben geschrieben: „In welchem Maße ist für dieses Verstehen der Einklang der Welten des Schaffenden und des Betrachtenden wichtig?“
120. Darüber braucht man nicht nachzudenken, weil für die Praxis so ein Verstehen sinnlos ist. Darauf kann man sich nicht stützen. Von so einem Einklang hängt die Wirkungskraft des Werkes auf den Betrachter, der dieses Werk betrachtet, ab.
121. Frage: Guten Tag, Vissarion. Wenn sich an einen schlafenden Menschen Vertreter des außerirdischen Verstandes wenden, wobei sie vorschlagen, irgendeine Handlung zu vollziehen, oder irgendeine bestimmte Wahl zu treffen, so, was hilft dem Menschen in diesem Fall, so eine Versuchung zu überwinden? Denn die Verbindung Körper Seele (Gottesfunke) ist während des Schlafes ganz anders, als im Wachzustand.
122. Antwort: Es ist nicht nötig, sich wegen dieses Themas besonders zu beunruhigen und ähnliche Vorschläge so eindeutig als Versuchung einzuschätzen.
123. Du kannst das, was dir im Schlaf geschieht, getrost ignorieren.
124. Sei in der Realität wachsam!
125. Frage: Werden in Zukunft Lehren existieren, die den außerirdischen Zivilisationen entnommen werden (derer, die der Menschheit helfen wollen), oder wird dieser technisch orientierte Weg seine Existenz völlig beenden (oder für einen gewissen Zeitraum, bis das geistige Niveau der Menschen höher ist)?
126. Kann eine gleichzeitige Koexistenz und sogar die Mitarbeit von Gemeinschaften der Nachfolger Des Letzten Testamentes und der Gemeinschaften, welche die Esoteriker zu gründen versuchen, günstig sein?
127. Wird die Hilfe der verschiedenen Gruppen der Esoteriker angenommen werden, wenn sie es wünschen, wissenschaftliche Errungenschaften des technisch orientierten Plans einzubringen, aber mit der Betonung der ökologischen Richtung? Oder haben die Nachfolger der Gemeinschaft (von Vissarion, Anm. d. Übers.) vor, schon in den nächsten Jahren zur Naturalwirtschaft überzugehen?
128. Antwort: Sie haben geschrieben: „Werden in Zukunft Lehren existieren, die den außerirdischen Zivilisationen entnommen werden...“
129. Genauer ist es sozusagen, dass im Laufe der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft die Menschen ab und zu immer die Möglichkeit haben werden, technische Kenntnisse, die ihre Brüder des Verstandes aus der umgebenden Welt des Universums besitzen, zu nutzen. Von gerade einer Lehre in diesem Sinne zu sprechen ist nicht nötig.
130. Eine Lehre in ihrem wahren Wesen ist berufen, durch das System der geistigen Werte gekennzeichnet zu sein, nicht aber durch eine Liste von Anweisungen für das richtige Benutzen der Gesetze der materiellen Welt.
131. Sie haben geschrieben: „Kann eine gleichzeitige Koexistenz und sogar die Mitarbeit von Gemeinschaften der Nachfolger des Letzten Testamentes und der Gemeinschaften, welche die Esoteriker zu gründen versuchen, günstig sein?“
132. Ich verhalte mich dem gegenüber wohlgesonnen. Jeder Versuch, das Wohl gemeinsam zu bauen, soll begrüßt werden. Aber nur die praktische Erfahrung selbst wird zeigen, inwieweit dies möglich sein wird.
133. Ich bin sicher, dass sich die eigentliche Tatsache eines positiven Resultates unbedingt ergeben wird.
134. Sie haben geschrieben: „Wird die Hilfe der verschiedenen Gruppen der Esoteriker angenommen werden, wenn sie es wünschen, wissenschaftliche Errungenschaften des technisch orientierten Plans einzubringen, aber mit der Betonung der ökologischen Richtung? Oder haben die Nachfolger der Gemeinschaft vor, schon in den nächsten Jahren zur Naturalwirtschaft überzugehen?“
135. Die Gemeinschaft ist immer offen dafür, dass technische Möglichkeiten des erwähnten Charakters auf dem Territorium ihrer Entwicklung realisiert werden.
136. Die Hauptsache ist, dass diese angebotene Hilfe nicht nur auf die Theorie und die Bitte um Geld für die Realisation der angebotenen Ideen hinausläuft. Was schon nicht selten vorgeschlagen wurde. Bis jetzt haben die Menschen der Gemeinschaft keine solche materiellen Möglichkeiten.
137. Frage: Guten Tag, Vissarion! Ich habe einige Fragen über die Liebe. Wenn wir über die Liebe zwischen Mann und Frau sprechen, so gibt es hier doch einen Anteil von Egoismus, denn sie heben doch, indem sie die ganze Welt lieben, in diesem beflügelten Zustand ihr Liebesobjekt unter anderen Menschen egoistisch hervor. Sie widmen alle Gedanken und alle guten Taten hauptsächlich nur diesem Menschen, das Übrige aber (und die Übrigen) treten mehr in den Hintergrund, obwohl verliebte Menschen sich auch zum Besseren ändern.
138. Wird der Liebe zwischen Mann und Frau diese Schattierung des Egoismus immer eigen sein? Kann man mit einem Begriff die Liebe definieren, die zwischen Mann und Frau entsteht? Worin bestehen ihre Besonderheiten? Warum entsteht sie in einigen Fällen und in anderen Fällen nicht, und man pflegt einfach Freundschaft (auch ein Bestreben der Menschen, für das gegenseitige Wohl zu leben)? Warum dauert die Liebe nicht lange (obwohl es natürlich Ausnahmen gibt)?
139. Antwort: Sie haben geschrieben: „Wird der Liebe zwischen Mann und Frau diese Schattierung des Egoismus immer eigen sein?“
140. Grundsätzlich, ja. Es wird sich nur die Intensität der egoistischen Manifestierung ändern.
141. Sie haben geschrieben: „Kann man mit einem Begriff die Liebe definieren, die zwischen Mann und Frau entsteht? Worin bestehen ihre Besonderheiten?“
142. Ihre Besonderheit basiert ausschließlich auf der Natur, und so eine Liebe entsteht nur zwischen zwei Menschen. Wo, je größer der eigentliche Egoismus dieser Verliebten ist, umso weniger werden sie alle, die sie umgeben, bemerken, und umso unvernünftigere Handlungen können sie wegen des Geliebten unternehmen.
143. Zu diesem Thema kann noch viel gesagt werden, aber besser ist dies aufgrund konkreter zusätzlicher präzisierender Fragen zu machen.
144. Sie haben geschrieben: „Warum entsteht sie in einigen Fällen und in anderen Fällen nicht, und man pflegt einfach Freundschaft (auch ein Bestreben der Menschen, für das gegenseitige Wohl zu leben)?“
145. Für das Entstehen so einer Naturliebe ist eine bestimmte dafür notwendige Vereinbarkeit einiger psychophysischer Besonderheiten nötig, die berufen ist, die günstigsten Erziehungsbedingungen ausschließlich für diejenigen zu schaffen, die miteinander durch so eine Liebe verbunden sind.
146. Sie haben geschrieben: „Warum dauert die Liebe nicht lange (obwohl es natürlich Ausnahmen gibt)?“
147. Weil ihre Hauptaufgabe darin besteht – nicht nur zu helfen, einen günstigen Partner für die Vereinigung zu bestimmen, sondern auch zu "nötigen", diese Vereinigung zu erringen, dabei alle möglichen Hindernisse überwindend.
148. Bei der Dauer kommt es auf die seelischen Eigenschaften der Liebenden an.
149. Frage: Da sind noch Fragen über die Liebe, falls Sie es natürlich für möglich erachten zu antworten. Warum haben die Menschen solche Angst zu lieben und streben so danach, geliebt zu werden? Ist das ihre egoistische Äußerung? Alle träumen von der Liebe, aber wie kann man ihre Wahrhaftigkeit feststellen? Warum wird ein verliebter Mensch fähig, sich auf verschiedenen Gebieten des Schöpferischen zu äußern, sogar da, wo er es sich früher nicht vorstellen konnte? Sollte man die Liebe als eine Gnade wahrnehmen und dieses Gefühl hüten, ungeachtet dessen, ob sie auf Gegenseitigkeit beruht?
150. Antwort: Sie haben geschrieben, „Warum haben die Menschen solche Angst zu lieben und streben so danach, geliebt zu werden? Ist das ihre egoistische Äußerung?“
151. Richtig. Es handelt sich um ein ausschließlich egoistisches Bestreben, und mehr als das, darin bekundet sich eine durchaus nicht geringe geistige Schwäche.
152. In der Regel fürchtet man deswegen zu lieben, weil man nicht nur davor Angst hat, von dem, den man zu lieben beginnt, abhängig zu werden, sondern auch davor, zurückgewiesen zu werden.
153. Und das leidenschaftliche Dürsten danach, geliebt zu werden, basiert gewöhnlich auf der Angst, dass dich keiner braucht. Obwohl man gut verstehen muss: Der Wunsch der Frau, geliebt zu werden, hat auch eine harmonische Rechtfertigung. Kinder kommen vor allem dann günstig zur Welt, wenn ihre Zeugung in harmonischer Liebe zwischen Mann und Frau vor sich geht, und die Frau trägt selbstredend die erhöhte Verantwortung für die Geburt der Kinder. Darum ist es, abgesehen von anderen Gründen, lebensnotwendig für sie, geliebt zu werden.
154. Sie haben geschrieben: „Alle träumen von der Liebe, aber wie kann man ihre Wahrhaftigkeit feststellen?“
155. In diesem Fall wäre es günstiger, sich nicht besonders auf so eine Unruhe zu konzentrieren. Jeder findet unvermeidlich jene Liebe für sich, die er "verdient". Eine andere Liebe, als die, die für die Qualität eurer Gefühlswelt charakteristisch ist, wird bei euch einfach wegen der dafür fehlenden notwendigen Entsprechung psychophysischer Besonderheiten nicht entstehen.
156. Der einfachste Hinweis, den man an dieser Stelle geben kann: Beeilt euch nicht. Seid über längere Zeit befreundet und lernt einander kennen.
157. Sie haben geschrieben: „Warum wird ein verliebter Mensch fähig, sich auf verschiedenen Gebieten des Schöpferischen zu äußern, sogar da, wo er es sich früher nicht vorstellen konnte?“
158. Warum so etwas fragen? Ich möchte nicht das präparieren/zerlegen, was so schön und romantisch ist.
159. Sie haben geschrieben: „Sollte man die Liebe als eine Gnade wahrnehmen und dieses Gefühl hüten, ungeachtet dessen, ob sie auf Gegenseitigkeit beruht?“
160. Die Frage ist nicht ganz klar. Was heißt hüten? Besser ist es zu sagen, dass man auf keine Weise versuchen darf, so eine unbeantwortete Liebe zu töten.
161. Frage: Sie haben geschrieben: „Und das leidenschaftliche Dürsten danach, geliebt zu werden, basiert gewöhnlich auf der Angst, dass dich keiner braucht.“
162. Sagen Sie bitte, und die Angst davor, dass man dich nicht braucht, ist das immer eine Erscheinung des Egoismus? Es geht darum, dass das gerade bei mir der Fall ist, wo die Angst herrscht (man kann sagen, panischer Schrecken), dass mich keiner braucht. Ich bin mit meinen Gefühlen noch nicht völlig im Klaren, aber mir scheint es, dass, wenn dich keiner braucht, dann verschwindet der Lebenssinn! Wem soll man die Wärme der Seele geben. Denn kann man nur demjenigen geben, der bereit ist zu nehmen?
163. Antwort: Ja, solche Angst basiert immer auf naturgegebenen egoistischen Besonderheiten. Angst solcher Art ist berufen, Besonderheiten des biologischen Organismus, die für die Selbsterhaltung aufkommen, zu aktivieren. Wodurch bei diesem Organismus ein ausschließlich egoistisches Bedürfnis, sich in seinem Lebensmilieu zu behaupten, entstehen soll.
164. Aber im Leben des Menschen, im Unterschied zum Leben der Vertreter der tierischen Welt – in die Grundlage der Lebenstätigkeit ihres Organismus ist auch ein ähnliches egoistisches Prinzip eingelegt – besteht eine große psychische Verletzbarkeit. Wodurch beim Erleben natürlicher Lebensschwierigkeiten gerade beim Menschen leicht ein Verzweiflungselement von irgendeiner Kraft entstehen kann mit später von dem Menschen unternommenen Schritten unvernünftigen Charakters.
165. Es ist für den Menschen sehr wichtig zu verstehen, dass ihm das Recht, auf der Erde geboren zu werden, gegeben ist, nicht nur um zu lernen, seinen Mitmenschen und allgemein der umgebenden Welt seine Hilfe zu schenken, sondern auch zu lernen, die Hilfe anderer richtig zu nutzen.
166. Um stärker zu werden und fähig zu werden, mehr abzugeben, ist es vor allem notwendig, sich richtig darauf zu stützen, was euch die anderen geben werden.
167. Nicht zu vergessen, dass die Verkörperung von jeder, aufgrund der angesammelten Lebenserfahrung unwiederholbaren Seele sich ausschließlich deswegen ereignet, weil gerade die Kombination mit den Besonderheiten des auf natürliche Weise geborenen Körpers schon für das Wohl der Entwicklung der ganzen Menschengesellschaft nötig ist.
168. Also, man braucht nicht traurig zu sein. Jeder Mensch ist notwendig nur aufgrund der eigentlichen Tatsache seiner verwirklichten Geburt.